Die „taz“ in der Krise - In den Untiefen des Multikulturalismus

Innenminister Horst Seehofer hat von einer Anzeige Abstand genommen. Nun entscheidet der Deutsche Presserat, ob die „Taz“-Kolumnistin Yaghoobifarah gegen den Pressekodex verstoßen hat. Der Fall hat die Frage aufgeworfen: Wie subjektiv darf Journalismus sein?

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Das Redaktionsgebäude in Berlin-Mitte – wie lange wird die „taz“ noch eine Einheit sein? / dpa

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Dieter Rulff ist freier Autor in Berlin.

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Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich in den vergangen Tagen einmal mehr als ein Meister des siegreichen Rückzugs erwiesen. Nachdem er Anfang der Woche eine Anzeige gegen die Mitarbeiterin der Taz Hengameh Yaghoobifarah angekündigt hatte, hatte Seehofer damit maximale öffentliche Aufmerksamkeit auf ihre Kolumne „All Cops are berufsunfähig“ gelenkt.

Zugleich nötigte Seehofer die Redaktion der Taz und ein weites publizistisches und politisches Umfeld zur Solidarisierung gegen diesen staatlichen Eingriff in die Pressefreiheit. Vier Tage später legte er – nach Rücksprachen mit seinem Haus und vor allem der Kanzlerin – den Schalter wieder um: Keine Anzeige; die Sache werde, obgleich weiterhin durchaus strafwürdig, dem Urteil des Deutschen Presserates als ethischem Selbstkontrollorgan der JournalistInnen anheimgestellt.  

Vor Gericht hätte Seehofer eine Klatsche gedroht

Mag sein, dass sich Seehofer eine juristische Klatsche ersparen wollte, die angesichts der bisherigen Rechtssprechung in ähnlich gelagerten Fällen wohl eindeutig ausgefallen wäre. Der Rechtsanwalt von Yaghoobifarah, Johannes Eisenberg, hatte schonmal vorab einen möglichen Urteilstenor vorgezeichnet: Seit der grundstürzenden Entscheidung ‚Soldaten sind Mörder‘ des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Oktober 1995 wissen wir, dass sich bei herabsetzenden Äußerungen unter einer Sammelbezeichnung die Grenze zwischen einem Angriff auf die persönliche Ehre geschützt ist und die Beschränkungen der Meinungsfreiheit rechtfertigt, und einer Kritik an sozialen Phänomenen, staatlichen oder gesellschaftlichen Einrichtungen oder sozialen Rollen und Rollenerwartungen nicht scharf ziehen“ lässt und dass „einer Bestrafung wegen derartiger Äußerungen […] deswegen stets die Gefahr überschießender Beschränkungen der Meinungsfreiheit innewohnt.“

Dem Ruf, die Meinungsfreiheit zu beschränken, will sich kein Gericht gerne aussetzen, weshalb es wohl auch in der Causa Yaghoobifarah zu einem Freispruch gekommen wäre. Eingedenk dieser Möglichkeit und mit einer entsprechenden Ermahnung der Bundeskanzlerin im Ohr entschied nun Seehofer, die Chose dem Deutschen Presserat als dem zuständigen Selbstverwaltungs- und Kontrollorgan der Medienschaffenden zu überlassen.

Gilt das Diskriminierungsverbot nicht für Polizisten? 

Der Pressekodex, an dem dieser sich orientiert, nennt „die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit“ ihre obersten Gebote. In seiner Ziffer 12 heißt es: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.“

Die vom Presserat zu klärende Frage wäre also, ob Yaghoobifarah gegen diese Vorgabe verstoßen hat, als sie in ihrer Kolumne als einzige Option auf die Müllkippe kam – nachdem sie eine Reihe von Varianten eines alternativen Berufslebens für Polizisten verworfen hatte. Und zwar „nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu den Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selbst am wohlsten.“

300 Beschwerden beim Presserat

Der Presserat wird darüber entscheiden müssen, ob darin eine Schmähung der Polizisten zu erkennen ist. Rund 300 entsprechende Beschwerden, unter anderem von den Polizeiverbänden und -gewerkschaften, sind inzwischen bei ihm eingegangen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Presserat diesen stattgeben wird, dürfte größer sein als die Neigung eines Strafgerichtes gegen Yaghoobifarah – und damit gegen die Pressefreiheit – zu urteilen.

Seehofer hätte in diesem Fall nicht nur in vorbildlicher Weise die Unabhängigkeit der Vierten Gewalt respektiert, sondern auch eine weitere Debatte über den Umgang mit Diskriminierung, nicht nur in der Polizei, sondern vor allem in den Medien befördert. Solchermaßen würde der Presserat die öffentliche und Taz-interne Auseinandersetzung begleiten, die an der Frage der Zulässigkeit der Kolumne ihren Ausgang nahm und die sich mittlerweile zu einer Debatte um journalistisches Selbstverständnis in einer multikulturellen Gesellschaft geweitet hat.

Der Identitätskonflikt der Taz

„Das Ringen in der Redaktion über den Text und darüber, was gesagt werden soll, darf und muss,“ befindet die Chefredakteurin Barbara Junge. Zudem legt es „aber auch einen tieferen Konflikt in der Taz offen. Wir streiten darum, wie stark der subjektive Blick, wie stark Diskriminierungserfahrung den Journalismus prägen soll oder darf. Identität, Repräsentation und Antidiskriminierung haben in den gesellschaftlichen Debatten inzwischen einen ganz anderen Stellenwert. Die Frage, ob das einen anderen Journalismus definieren darf oder muss, hat zu einem lange schwelenden Konflikt in der Taz geführt.“

Dieser Identitätskonflikt der Taz, der durch „Black Lives Matter“ und vergleichbare soziale Bewegungen täglich neue Nahrung erhält, bringt die langjährige Redakteurin Barbara Dribbusch zu der weiter reichenden Existenzfrage, „ob die Taz in wenigen Jahren eine linke Aktivisten- und Bloggerplatform im Netz ist und damit überlebt, oder ob sie eine Zeitung im E-Paper-Format mit journalistischen Regeln bleibt, aber eben nicht wirklich konkurrenzfähig mehr ist wegen knapper Ressourcen.“ 

Die Menschenwürde muss in den Fokus rücken 

Wegen dieser knappen Ressourcen werden beide Varianten wohl noch einige Zeit unter dem gemeinsamen Dach mehr schlecht als recht koexistieren,  und Texte wie der von Yaghoobifarah werden auch weiterhin dazugehören. Allerdings werden sie, als Ausfluss des aktuellen Konfliktes, sich in stärkerem Maße als bisher an den Maximen der Menschenwürde zu orientieren haben.

Nicht allein, weil andernfalls wieder eine Anhörung vor dem Presserat droht, sondern weil durch diesen Konflikt wieder in das Bewusstsein gedrungen sein dürfte, dass die Menschenwürde der normative Ausgangspunkt aller auf Diversity abhebenden Verhaltensregeln und sprachlichen Vorgaben sein sollte. Ein Text, der sie missachtet, stellt damit die Glaubwürdigkeit des eigenen schreibenden Engagements infrage. Und einen solchen Widerspruch wird auch die Taz nicht lange aushalten können.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 29. Juni 2020 - 17:20

für die taz und einige andere Printmedien. Da viele inzwischen ohnehin die Online-Versionen einer Zeitung bevorzugen, spart Papier, besser recherchierbar und immer und überall greifbar, kämpfen viele Printmedien ohnehin ums Überleben. Wenn sich jetzt eine Zeitung selbst solche Fußangeln stellt, mag das zwar für den Moment einen Wahrnehmungshype auslösen, das führt aber eben auch dazu, dass deren Leser und Kritiker entsprechend reagieren.
Zum Artikel waren nämlich etliche harsche Kommentare auch linken Leser zu vernehmen, bei denen einige die Kündigung ihres Abo ankündigten.
Wenn der Journalismus überleben will, muss er sicher alles dafür geben, Eingriffe auf die Pressefreiheit zu verhindern. Nur in diesem Fall ging es nicht darum, dass die Polizei kritisch hinterfragt wird und pauschal irgendeines Verdachts ausgesetzt wird. Das muss auch Polizei abkönnen.
Hier ging es bei den Bewahrern der Minderheitsrechte genau um das, was sie sonst vorgeben verteidigen zu wollen. Menschenrechte.

gabriele bondzio | Mo, 29. Juni 2020 - 17:25

nicht vorgreifen, sie wird meiner Meinung nach wie das Hornberger Schießen enden. Aber Yaghoobifarah hat sich im Grunde selbst in die Nesseln gesetzt.
Musste sie und die Redaktion doch um Polizeischutz bitten. „In der Redaktion seien zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Telefonate und E-Mails eingegangen, von denen einige als direkte Gefährdung für das körperliche Wohl der Journalistin eingestuft werden könnten.“
„Der Pfeil des Schimpfs kehrt auf den Mensch zurück, / der zu verwunden glaubt. „
Selbstverständlich ist es der totale Widerspruch, die Menschenwürde wie einen Orden zu verteilen. Einem bestimmten Klientel wird sie bedingungslos an die Brust geheftet, anderen in Gänze aberkannt.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 29. Juni 2020 - 17:32

Man sieht sich immer zweimal im Leben. Jetzt ist zu lesen, dass der Jurist der taz Kontakt zur Polizei aufgenommen habe, weil sich die Kolumnistin und hierdurch auch die Redaktion bedroht sieht. Welch Wunder. Natürlich war zu erwarten, dass aus allen Ecken Kritiker das Wort ergreifen und via soz. Medien einen Shitstorm auslösen. So auch hier.
Um es klar zu sagen. Drohungen nach dem Leben oder der körperlichen Unversehrtheit gehen gar nicht. Auch nach einer solchen üblen Kolumne.
Nur, dass die als "Polizeihasserin", die alles nur satirisch verpackt haben will, nun selbst betroffen sein könnte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Polizei wird immer und überall aus Gründen der Neutralität auch mit dieser Person und der Redaktion Schutzmaßnahmen besprechen. Wie der Focus berichtet, kein Personenschutz in Müllmännerkleidung. Obwohl, wäre eine schöne Idee gewesen.
Ich frage mich nur, warum hat man keine Security bestellt. Ach stimmt. Polizei kostet ja nichts. Zahlen wir ja alle.

Manfred Sonntag | Mo, 29. Juni 2020 - 17:41

Die Wurzel des Eklats ist die Identitätspolitik der Linken und Linksliberalen. Es erfolgt doch tagtäglich eine Klassifikation der Bürger in GUT und BÖSE durch die mainstreamaffinen Medien. Ständig und im Wechsel triumphieren „gefühlt benachteiligte“ Gruppen bzw. sie werden durch andere „gefühlt benachteiligte“ Kleinstgruppen denunziert und ihrer Menschenwürde beraubt. Jede Menschlichkeit ist dabei verloren gegangen. Gestern wird die Polizei von einer frustrierten POC medial zu Müll verwandelt, heute bittet sie um Asyl bei der Polizei (https://www.welt.de/politik/deutschland/article210555321/Hengameh-Yagho…). Der Artikel in der TAZ ist nur die Folge unserer dekadenten Eliten. Sie beanspruchen für sich die totale Freizügigkeit im Diskurs, mediale Entgleisungen eingeschlossen, allen Anderen wollen sie pc & Gender aufzwingen. Zuwiderhandlungen werden durch Ausgrenzung, Hass und Hetze quittiert.

die guten, die dürfen halt alles, weil sie ja auf der richtigen Seite stehen;)

Ganz im Ernst, am besten alle Extremisten, egal ob politisch, religiös oder sonstwie extremistisch in einen Sack gesteckt und...., da trifft man immer die richtigen. Oder alle auf einer Insel ausgesetzt, dort können sie dann versuchen sich gegenseitig von der absoluten Wahrheit, die sie ja alle vermeintlich gepachtet haben, zu überzeugen. Oder sie schlagen sich gegenseitig die Köppe ein.

Bernd Muhlack | Mo, 29. Juni 2020 - 17:52

Das ist ein sehr schönes Wort.

Seit geraumer Zeit werden fast stündlich "Diskriminierungserfahrungen" publik, sprießen wie Pilze bei feuchtwarmen Wetter aus dem Boden.
Das erinnert doch sehr stark an "#metoo"

Auch hier bei Cicero äußerten sich etliche "Betroffene".
Es gab sachliche, vollkommen nachvollziehbare Berichte, insoweit absolute Zustimmung.
Es gibt allerdings auch die Fraktion der "ständig und wegen allem Diskriminierten", sei es noch so lapidar.
Eine Behauptung wird nicht deswegen zu einer Tatsache, weil sie seitens eines "Betroffenen" geäußert wird.
"Man" kennt seine Pappenheimer!

Wiederholend: wir sind mal wieder hyperkorrekt und in voraus eilendem Gehorsam sollte jeder sein persönliches Ashura-Fest zelebrieren und sich geißelnd durch die Straßen laufen!
Mea culpa, mea maxima culpa, Asche auf mein Haupt.

Diese Frau Y und die taz interessieren mich grds. nicht.
Es dürfte jedoch immer klarer werden, dass wir hier auf eine "soziale" Katastrophe zusteuern, nicht wahr?

Marianne Bernstein | Mo, 29. Juni 2020 - 18:19

Es geht nicht darum ob Journalismus "subjektiv" sein darf sondern ob man unter dem Schutz von Meinungs- und Pressefreiheit beliebig beleidigen darf.
Das, was für jeden Privatmann oder -frau, für jeden sogenannten Rechten sofort zur Ächtung und auch Anzeige führen würde, darf man das wenn man links ist, haben Linke Deutungshoheit und Narrenfreiheit oder gelten für auch noch Gesetze?

Hans Schäfer | Di, 30. Juni 2020 - 17:08

In reply to by Gast

<<Es geht nicht darum ob Journalismus "subjektiv" sein darf sondern ob man unter dem Schutz von Meinungs- und Pressefreiheit beliebig beleidigen darf.>>
Genau dazu wird Art 5 Abs. 1 Satz 2 GG von einem Großteil der in ihrer Struktur abhängigen Meinungsmachungsindustrie missbraucht. Art 5 Abs. 2 GG kommt nicht zur Anwendung. Im Zweifelsfall war alles nur Satire.

Fritz Elvers | Mo, 29. Juni 2020 - 18:19

Wie lange müssen wir uns noch mit dem intellektuellen Feuerwerk der Frau Yaghoobifarah oder so beschäftigen?

Ulrich Mende | Mo, 29. Juni 2020 - 19:43

Der Autor schreibt emotionslos über das rechtliche Für und Wider dieses Artikels. Was der Presserat nun zu bedenken hätte und wie es der TAZ nun gehen wird.

Mich hat dieser Artikel total aufgewühlt, er ist Rassismus pur. Das erkennt man, wenn man sich einen eher rechten Autor vorstellt und dann im Text lediglich das Wort „Polizisten“ durch „Frauen“ oder „Moslems“ oder „Schwule“ ersetzt. Endlose Forderungen nach Ächtung, Entlassung usw. des Autors wären die Folge.
Ich sehe zudem eine klare Verbindung zu Stuttgart. Polizisten müssen tatenlos zusehen, wie ihre Einsatzfahrzeuge demoliert werden. Dann dieser Artikel – wie sehr kann man Menschen denn noch demütigen? Für diese Menschen wäre es gut gewesen, wenn sich Seehofer als ihr oberster Dienstherr vor sie gestellt hätte.
Dieses nichtbinäre „Es“, das btw einen Bachelor über „Die Farbe Pink im feministischen Diskurs“ hat, ist auch schon mit anderen rassistischen Artikeln, z.B. über „Deutsche Dreckskultur“, hervorgetreten.

Gerhard Lenz | Di, 30. Juni 2020 - 12:28

In reply to by Gast

und nicht Position beziehen. Wirft man das nicht gerade dem Mainstream immer vor?

Natürlich war der Kommentar von Frau Yaghoobifarah in der Sprache geschmacklos, völlig daneben. Der Sache selbst hat sie einen Bärendienst erwiesen. Jetzt benötigt sie Polizeischutz, der rechte Rand droht und spottet...ausgerechnet sie, die doch die Polizei beleidigt hat, braucht jetzt von derselben Schutz.

Aber dafür ist die Polizei nun mal da: Sie muss ja auch schon mal für die NPD das Demonstrationsrecht durchsetzen..

Daraus jetzt den bundesweiten Aufstand der radikalen Linken zu basteln, ist natürlich absurd. Polizeiwagen haben auch schon anderswo gebrannt, die Bilder gingen durch die Republik. So z.B. bei einem Aufmarsch von Hooligans und Rechten in Köln.
Gerade erst gab es in Pirna Angriffe auf Polizisten, Täter waren Corona-Leugner, auch hier zusammen mit rechten Krawallmachern.

Gerhard Lenz | Di, 30. Juni 2020 - 16:58

In reply to by Gast

Dass auch in der Polizei nicht alles Gold ist, was glänzt?

Oder können Sie erklären, warum bei einer Pegida-Demonstration provokativ eine Deutschlandfahne in einem Streifenwagen ausgebreitet ist?

Oder von einem Polizeicomputer Drohungen an eine Rechtsanwältin mit Migrationshintergrund verschickt werden?

Ernst-Günther Konrad | Mi, 1. Juli 2020 - 12:31

In reply to by Gast

Die ausgebreite Fahne im Polizeiauto war sichergestellt worden.
Der Vorwurf gegen Beamte des 1. Reviers beim PP Frankfurt lautet nicht, das Daten vom Dienstrechner versandt wurden. Der Vorwurf lautet, dass ohne dienstlichen Anlass Einwohnermeldedaten und andere dienstliche System genutzt wurden, ohne dienstlichen Bezug. Darunter auch die Meldedaten der Anwältin. Wer den Rechner letztlich zur Datenabfrage genutzt hat ist bis heute nicht ermittelt. Um das klar zustellen, Datenerhebung ohne dienstlichen Anlaß ist nicht zu tolerieren. Nur die Unwahrheit hier verbreiten eben auch nicht.
Ich habe mein Wissen aus erster Hand. Herr Lenz schsaut wie immer in die Glaskugel und sieht was...? Nur seine eigene Gedankenwelt. Das macht eben einsam und erfinderisch.

Ms Frei | Mo, 29. Juni 2020 - 20:11

Am meisten verblüfft, dass solch unintelligente schrille Hetze überhaupt publiziert wird. Und dann auch noch solche nachgelagerte Aufmerksamkeit erhält.
Da ist ja der Hundewelpe irgendeiner C-Promi bedeutsamer.

Will die TAZ irgendeine Relevanz -sagen wir mal außerhalb einer winzigen linksextremen Blase- haben, sollte die Verantwortliche für diese Veröffentlichung zur Rechenschaft gezogen werden.

Michaela 29 Diederichs | Di, 30. Juni 2020 - 00:56

Kann es sein, dass Journalismus weiblicher, emotionaler, vielfältiger, dadurch aber nicht unbedingt besser geworden ist? Auf die Autorin trifft alles zu. Ich sehe sie als Totalausfall in Sachen Journalismus. Die Talkshows sind auch nicht besser geworden durch die überwiegend weiblichen Moderatoren. Männer und Frauen sind selbstverständlich gleich im Sinne von auf Augenhöhe - aber eben auch anders und wunderbar verschieden. Jedenfalls hat die ganze Geschichte mMn dem Journalismus massiv geschadet. Die Würde der Taz ist jedenfalls sehr antastbar geworden, oder mit krassen Worten: die Taz ist eigentlich würdelos.

Christoph Kuhlmann | Di, 30. Juni 2020 - 01:37

Jetzt mal im Ernst, ich kannte Linke deren Horizont durchaus den eines trotzigen Kindes übertraf. Das ist sowohl sprachlich als auch inhaltlich ein Offenbarungseid. Die Sache ist eigentlich viel zu lächerlich um ein Wort darüber zu verlieren. Kinderkram.

Markus Michaelis | Di, 30. Juni 2020 - 03:15

Hat die taz wirklich knappe Ressourcen? Auf taz.de erscheint der "zahl ich"-Zähler, der vor 5 Jahren glaube ich bei etwa 10.000 stand und jetzt bei über 23.000 steht. Wie können da die Ressourcen knapp sein, wenn sich gegen den sonstigen Zeitungstrend die zahlenden Leser mehr als verdoppeln?

Carsten Wolff | Di, 30. Juni 2020 - 09:09

"Der Fall hat die Frage aufgeworfen: Wie subjektiv darf Journalismus sein?"

Die Frage sollte besser lauten: "wie objektiv sollte Journalismus sein?"

Journalismus sollte immer so objektiv wie möglich sein. Alles andere ist Propaganda. Vielleicht ist das ja das Problem. Journalisten scheinen zunehmend von Propagadismus befallen zu sein. Hoffentlich ist das heilbar;)

Ich versuche das ganze mit Humor zu ertragen. Wenn ich ehrlich bin, macht mir diese zunehmende Polarisierung und Ideologisierung Angst. Hatten wir alles schon mal, endete im 2. Weltkrieg.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 30. Juni 2020 - 10:46

Da ich sie vor langer Zeit auch einmal mit Interesse gelesen habe, wundert mich das nicht.
Zu der Zeit blühte Debatte, Theorie, bildeten sich Protestbewegungen aus, Alternativen weiter.
Immer mehr könnte sich nun zeigen, was damit gemeint oder nicht ausgeschlossen war.
Seit Frau Merkels evtl. "Coming Out", das ausser Linken und Grünen alle überholt, sind die Zeiten sehr gut für eben diese.
Nicht für Debatte oder Theorie, wofür Frau Merkel meines Erachtens überhaupt nicht steht, sondern für Umsetzung und/oder Kampf.
Letzterer wird zwar nicht offen begrüßt, aber geduldet.
Vor allem der Kampf gegen rechts.
Wäre er gegen rechtsextrem, würde ich es akzeptieren, gehe dabei jedoch das Risiko eines sich anbahnenden Linksextremismus ein.
Wenn die TAZ Kampflinie fahren sollte, ist sie evtl. nicht nur in der Krise, sondern irrte auch gewaltig, indem sperrangelweit geöffnete "Scheunentore" mit "Kriegsgeheul gestürmt" werden.
Man kann Gesellschaft und Fortschritt auch verpassen...
Es wäre schade

Günter Johannsen | Di, 30. Juni 2020 - 11:14

Die taz wird sich eine Kolumnistin Yaghoobifarah, die Polizisten auf den Müll werfen will, nicht länger leisten können. Diese Einstellung ist menschenverachtend und auf dem gleichen Niveau wie Rassismus! Die taz würde sich damit den Ast absägen, auf dem sie sitzt, wenn sie so weiter macht, als wäre nichts geschehen. Eine deutliche Distanzierung zur Kolumne, aber hauptsächlich auch die Überlegung, ob man sich eine Frau mit einer solchen abgründigen Überzeugung noch leisten will, ist jetzt nötig. Wer diese verachtenswerte Kolumne mit dem Etikett Satire verharmlosen will, offenbart damit nichts weniger als seine Verachtung gegenüber dem Grundgesetz, Artikel 1: "Die Würde des Menschen ist unantastbar!"!

Die Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut. Es gibt jedoch keine staatliche „Vierte Gewalt“. Dieses „journalistische Selbstverständnis“ ist eine Konstruktion, so wie wir allgemein unsere Welt konstruieren, wie wir sie sehen oder haben wollen.

Was jedoch dem Publikum in der medialen Öffentlichkeit inzwischen von allen Seiten so aufgedrängt wird, ist oft die eigene Personalisierung von Wirklichkeit. Nimmt der Journalismus eigentlich noch in einer funktional ausdifferenzierten Gesellschaft die Rolle als „Stellvertreter“ der Bürgerinnen und Bürger ein?

Menschen auf ein Bild einzuschwören ist sozialer Radikalismus. Es sind Konstruktionen mit denen man Feindbilder aufbaut und Eskalation herbeiführt.

Ich finde, dass eine Mahnung völlig ausreicht.
Die sollte es aber vielleicht sein, nicht weil ich es der/dem Autor/in auch so unterstelle oder der Redaktion der TAZ, sondern weil es neben der kognitiven Ebene, wonach der Text evtl. nur schwer zu beanstanden sein wird, mindestens auch eine onomatopoetische (lautmalerische), bildkräftige gibt.
Der Text sagt wohl nicht, dass die Polizei Müll ist, ruft aber evtl. die Assoziation hervor, sie sei auf den Müll zu "werfen"?
Die Person ist noch jung und es gefällt mir nicht, wenn sie Polizeischutz braucht.
Vielleicht auch Corona geschuldet.
Mit größter Mühe Satire, wirkt dann nicht so in diesem Klima auch der berechtigten Angst und Sorge.
Es ist mir zur Zeit wichtiger, dass die Politik diese Sorgen sehr ernst nimmt.

Cornelia Oles | Di, 30. Juni 2020 - 19:11

Wenn man wie die Linken ständig Menschenrechte hervorhebt dann sollte das für Alle gelten. Auch Kommentare von Usern werden nicht veröffentlicht wenn man sich in Wort und Ton vergreift. Warum fällt das dann nicht unter die Meinungsfreiheit ?
Wenn Leute wie die Yaghoobifarah andere belehren wollen in Puncto Rassismus und Menschenrechte sollte sie sich selber erstmal dran halten. Auf diese Art Journalismus kann man gerne verzichten. Auch auf diese Worte können und folgen ja tagtäglich Taten.

Tomas Poth | Di, 30. Juni 2020 - 20:04

Die Menschenwürde scheint wohl nur für die eigene Blase zu gelten. Die anderen werden herabgewürdigt.
Das wurde von ganz oben losgetreten, mit Worten wie: Hören sie nicht auf diese Menschen oder das Pack und vieles mehr.

Sandra Cresswell | Mi, 1. Juli 2020 - 07:54

Nein, „Soldaten sind Mörder“ und „Polizisten sind Müll“ hat nicht den gleichen Bedeutungsgehalt.
Das eine bezieht sich auf eine (subjektive) Bewertung der Tatsache, das Soldaten u. U. töten müssen. Das andere verwirft Polizisten als wertlos und spricht ihnen damit die Menschenwürde ab.
Ein Urteil erwarte ich mit großem Interesse.