Baerbock, Habeck, Hofreiter
Grünen-Politiker Annalena Baerbock, Robert Habeck und Anton Hofreiter / dpa

Grüner Streit um Ministerposten - Ein bisschen Feuer unterm Dach

Annalena Baerbock und Robert Habeck ist es gelungen, den Grünen nach außen hin einen bürgerlichen Anstrich zu geben. Doch der nun entflammte Streit um die Ministerposten zeigt: Die parteiinternen Grabenkämpfe zwischen Realos und linkem Flügel könnten wiederkehren. Denn bei den Grünen geht es immer auch um das große Ganze.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Digitales bei Cicero, Mit-Herausgeber des Buches „Die Wokeness-Illusion“ und Mit-Autor des Buches „Der Selbstbetrug“ (Verlag Herder). Er lebt in München. 

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Wir schreiben den 27. Januar 2018. Auf dem Bundesparteitag der Grünen in Hannover werden der schleswig-holsteinische Umweltminister und Buchautor Robert Habeck und die weitgehend unbekannte Bundestagsabgeordnete und ehemalige Leistungssportlerin Annalena Baerbock als neue Parteichefs der Grünen gewählt. Auf Habeck entfallen 81 Prozent der Delegiertenstimmen, auf Baerbock immerhin noch 64 Prozent. 

Die Vorsitzendenwahl markiert eine Zeitenwende bei der Öko-Partei. Einerseits war die bei den Grünen lange Jahre geltende Trennung von Amt und Mandat plötzlich passé. Andererseits, und das war der viel größere Umbruch, hievten die Delegierten erstmals gleich zwei Vertreter der Partei ins Vorsitzendenamt, die sich dem eher pragmatischen Realoflügel der Grünen zurechnen lassen. Zuvor hatte man stets darauf geachtet, dass die Partei von je einem Realo und einem Vertreter des linken Flügels, der Fundis, geführt wurde. 

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Ingofrank | Fr., 26. November 2021 - 17:57

Es geht nicht um das „Große“ und schon gar nicht um das „Ganze“. Nein darum geht es diesen Livestyle Links Grünen in kleinster Weise., sondern es geht nur um Macht und Geld und um sonst nichts! Und um ihre Ziele zu erreichen, zögern sie nicht faschistoide Methoden zu gebrauchen. Verbote, Zwangserziehung, Anspruch auf alleinigen Wahrheitsanspruch moralisch, politisch, wirtschaftlich sozial &&&&.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Michael Kohlhaas | So., 28. November 2021 - 15:07

Antwort auf von Ingofrank

... die Rechtschreibung müssen wir noch ein bisschen üben; ('wieder' meint >nochmal und 'wider' bedeutet >dagegen) aber im Tenor triffst Du den Nagel auf den Kopf !

Ingo Kampf | Fr., 26. November 2021 - 18:14

….am miesen Wahlergebnis? Der Autor dämpft Barbocks Anteil an dem Gap zwischen Umfragen aus dem April und September von 10 Prozentpunkten mit einem „vielleicht“. Ich behaupte, daß hat Frau Baerbock allein zu verantworten. Sie weiß das und die Partei auch. Die hat nur dem weiblichen Teil der Partei zu verdanken, daß sie nicht ganz aus dem Rennen genommen wurde. Habeck ist der bestimmenden Teil des Duos. Aber er zeigt jetzt schon Nerven. Die Fundis attackieren ihn, wie die Hornissen. Dabei sollten die Fundis wissen, daß ihre Komponente bei den Wählern dicht an der 5%-Marke kratzt. Die Grünen können ihre Träume in den Koalitionsvertrag schreiben oder nicht - sie werden die Ziele nicht durchsetzen können. Sie sind Gott sei Dank zu schwach. Allein die CO2-Minderungsziele im Wohnungsbau sind technisch kaum durchsetzbar. Und wer sich auf die lauten Vorfeldorganisationen stützt, hat schon verloren. Die agieren mit ungesetzlichen, Bürger verschreckenden Methoden! Es gibt noch viel Ärger!

Bernd Windisch | Fr., 26. November 2021 - 18:49

Der Medienhype um das Grüne Führungsduo wird nur vom medialen Abfeiern in Dauerschleife einer Angela Merkel übertroffen.
Mit SPD, Grünen und FDP wurde zusammengeschustert was nicht zusammengehört. Die Fliehkräfte sind schon jetzt riesengroß und die Ministerposten der Kitt der alles zusammenhält. Die Gier der Fundis und Realos nach gut bezahlten Posten ist gewaltig und reist der Inszenierung für einen Moment die Maske vom Gesicht. Für viele ungelernte Grüne, wie auch jetzt wieder für Claudia Roth als Kulturstaatsministerin, ist der Weg zu den Fleischtöpfen der Bundespolitik die einzige Karrierechance. Die Parteien haben sich diesen Staat längst zur Beute gemacht.

Der "Krampf" von Realos und Fundis ist nur die Szenerie in dem sich die für die Protagonisten wirklich wichtigen Versorgungskämpfe abspielen. Eigentlich nicht wert das sich der Cicero seriös damit beschäftigt.

Heidemarie Heim | Fr., 26. November 2021 - 18:53

Und Fortsetzung folgt. Dafür schon mal Danke werter Herr Krischke! Denn ich bin gespannt was Sie und Andere zur Besetzung des Außenministeriums beizutragen haben. Ich persönlich dachte bei allem von mir aufgebrachten Wohlwollen neue Köpfe und Ideen einer künftigen Regierung betreffend noch bis vor kurzem ehrlich gesagt nicht im Traum daran, dass man diesen wichtigen Posten einer auf diesem Gebiet völlig unerfahrenen Politikerin anvertraut. Ich möchte nicht kleinlich erscheinen, oder doch?;), aber mir kommt es vor, als wenn man Frau Baerbock auch gleich in ein Haifischbecken schubsen könnte. Andererseits sagte unser ehemaliger Herr Kissler bei Phoenix darauf angesprochen, dass die Latte , grob übersetzt;), gemessen an ihrem Vorgänger nicht mehr allzu hoch liegt. Ich bin mir ebenso nicht mehr sicher, ob dieses Amt mehr repräsentativer Natur ist, wie z.B. das des BPs oder ich weiß nicht ob der Begriff richtig ist, sehr staatstragend? Vielleicht wird mir hierbei Hilfe zuteil;) MfG

Rob Schuberth | Fr., 26. November 2021 - 18:59

Ja, soll die grüne Jugend u. die grünen Fundis ruhig protestieren und ordentlich Krawalle machen.

Ist doch super.
Der Wähler merkt sich das und wählt die dann (hoffentlich) nicht wieder.

Ich hatte bis zu diesem Artikel Annalenchen nicht zu den Realos gezählt...wieder etwas gelernt.

Ich sehe in ihr eher das Bild einer Fundi, die erkannt hat, als Fundi gibt es keinen Zugang zur Macht und darum auf Realo macht.

Was sagt das Forum dazu?

Günter Johannsen | Fr., 26. November 2021 - 19:48

Ich glaube, mit dieser rot-grün-gelben Regierung wird Deutschland zur Bananenrepublik. Der Lebensstandard geht gleichzeitig mit der Wirtschaft den (linksdrehenden) Bach runter, Meinungs- und Denkfreiheit wird noch wesentlich mehr eingeschränkt, die Kontrolle wächst in allen Bereichen. Mit zunehmender Inflation wird auch der Unmut der Bevölkerung wachsen, den man irgendwie in Schach halten muss. Die Frage ist, wie lange sich diese Ampel-Koalition aufrecht erhalten lässt?!

Norbert Heyer | Sa., 27. November 2021 - 08:30

Es gärt bei den Grünen. Sie sind erstmal sauer, weil Frau Baerbock den Elfmeter-Strafstoß ohne Torwart versiebt hat. Ihr Aussagen, der Lebenslauf, das Buch - die Kette der Fehler ist lang. Trotzdem - und das gilt auch für die SPD - die Ultras haben stillgehalten, sie wollten die reiche Ernte nicht gefährden. Das Ergebnis ist ernüchternd und hätte die Union sich nicht selbst in Machtkämpfe verheddert, wäre es mal wieder nichts geworden mit der schnellen Transformation in den Abgrund. Die Grünen wollen mit einem Stimmenanteil von ca. 15 % doch wohl nicht den Anspruch erheben, als ob sie die absolute Mehrheit errungen hätten? Jetzt ist bei der Wahl der Privilegierten der ausgleichende Proporz zu beachten. „Nur“ 5 Minister- Posten, da kann man nicht alle möglichen geschlechtlichen Richtungen berücksichtigen. Aber - davon bin ich überzeugt, sie wollen mit aller Gewalt das Land zerstören. Da kann man eigene Grundsätze ruhig einmal völlig ignorieren. Macht ist wichtiger als jegliche
Ideale

Ernst-Günther Konrad | Sa., 27. November 2021 - 10:00

Die links-grünen Aktivisten werden noch von sich hören lassen. Der Drops ist bei den GRÜNEN noch längst nicht gelutscht. Die extremistischen und radikalen Klimagläubigen werden es den "Verrätern" in der Sache schon zeigen. Noch geht es nur um "Posten" und da kracht es schon. Wenn es dann aber um die inhaltliche Umsetzung links-grüner Forderungen geht, werden die "Realos" mit ihrer eigenen Parteirealität konfrontiert werden. Diese Ampel wackelt schon im links-grünen Wind, bevor sie überhaupt Standfestigkeit erlangt hat.
FFF und weitere radikale Grünableger haben ja bereits zum Sturm geläutet. Wer die Aussagen verschiedener radikaler Aktivisten in den asozialen Medien verfolgt, die häufig nur von den alternativen Medien aufbereitet werden, spürt den Beginn eines aufziehenden Sturmes.
Die GRÜNEN müssen sich entscheiden, mitregieren mit Kompromissen oder Ideologie
"first". Ich lehne mich erst einmal genüsslich zurück und schaue dem Treiben einer möglichen Selbstzerstörung gelassen zu.

Bernd Muhlack | So., 28. November 2021 - 19:05

Ich weiß nicht, ob Dr. Robert Habeck ein christlich gläubiger Mensch ist, seine Handhaltung lässt den Schluss zu.
Auch Frau Baerbocks Gestik ist für mich bezeichnend: ein eher fehlgeschlagener upper-cut von Muhammad Ali; formerly called Cassius Clay!
"Wieso geht das Tonerl nicht endlich zum Frisör? Was sollen WIR denn noch tun?"
["Und sprühen Sie sich mal was unter die Achseln!"
Tatort; KHK Odenthal - "Unter Wölfen"]

Dr. Hofreiter ist nicht mein Favorit, jedoch weiß ich bei Bundestagsreden sofort wann er den Limes, Rubikon überschreitet!
"Noch mehr Rotbäckchen" sagte damals das Kopftuchmädel in der Werbung.

Es gibt ein sehr wirksames SOFORT-Mittel;
gleichwohl mit retard-Wirkung.
Lassen wir das!
Als Dr. rer. nat. wird er homöopathische Mittel präferieren.

Warten WIR die neue Regierung in 2022 ab!
Ich bin sehr auf "Annalenas" Events im Kreml gespannt.
Sie, Vladimir, Sergej und der Labrador!

& jetzt will ich einen Glühwein!
- vgl. anderes posting!

"Es wird Winter!"
Jens Spahn!
HUCH!

Michael Kohlhaas | So., 28. November 2021 - 20:08

... sollte schon das allererste Debakel im Außenamt (und das kommt schnell und so sicher wie das Amen in der Kirche) dazu nutzen, Habeck & Konsorten zeitnah zum Ministerien-Wechsel von Baerbock / Özdemir mit seiner Richtlinienkompetenz zu drängen; damit kann ein erster Schaden ohne 3-Parteiengezänk zeitnah abgewendet werden. Dazu verpflichtet ihn eh sein Amtseid.