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Zwei, sie sich nichts mehr zu sagen haben: Winfried Kretschmann und Susanne Eisenmann / dpa

Schwarz-Grün in Baden-Württemberg vor dem Aus - „Nie wieder CDU!“

Die Latte für eine Fortsetzung von Schwarz-Grün in Baden-Württemberg liegt hoch. Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist genervt von seiner Koalitionspartnerin Susanne Eisenmann (CDU), die ihn jetzt herausfordert. Deren Parteifreunde umgarnen die Grünen, um wenigstens als Kellner mitarbeiten zu dürfen im Team von Koch Winfried.

Autoreninfo

Johanna Henkel-Waidhofer ist Korrespondentin für Landespolitik in Baden-Württemberg für mehrere deutsche Tageszeitungen. 

So erreichen Sie Johanna Henkel-Waidhofer:

In Demut, sagt Winfried Kretschmann, werde er das Wahlergebnis am Sonntag annehmen. Das wird nicht die einzige Gemütsregung sein des Mannes, den der Economist kürzlich als „mächtigsten grünen Politiker der Welt" bezeichnete. Denn: Es hat sich einiges zusammengebraut in Baden-Württembergs Landesregierung. Und das passt so gar nicht zu der bis ins ferne Berlin erzählten Geschichte, der 72-Jährige wolle am liebsten weiter mit den Schwarzen koalieren.

„Stärker aus der Krise!" verspricht CDU-Generalsekretär Manuel Hagel im Spot zum Wahlkampffinale. Die Frage ist nur: mit wem? Dringend nötig hätte den Vitalisierungsschub jedenfalls sein eigener Landesverband. Seit Günther Oettinger 2006 der Mut fehlte, mit seiner eigenen Stimme im Parteipräsidium dafür zu sorgen, dass förmliche Sondierungsgespräche aufgenommen werden mit den Grünen unter Kretschmann, geht’s – von wenigen Ausreißern abgesehen – bergab im Land, dass Auswärtige so gerne „Ländle“ nennen.

Jetzt versemmelt's Eisenmann 

Längst haben sich die früher programmatisch gerade für die Bundes-CDU so wichtigen Schwaben, Badener und Kurpfälzer verabschiedet aus der Spitze des innerparteilichen Fortschritts. Zu viele waren und sind damit beschäftigt, ihre gegenseitigen Abneigungen zu pflegen. Eine Mehrheit in der Landtagsfraktion konnte in Wirklichkeit noch nie mit dem Landesvorsitzenden Thomas Strobl und applaudierte stattdessen Kultusministerin Susanne Eisenmann überschwänglich, als die erfolgreich nach der Spitzenkandidatur griff. Nur war da nicht Überzeugung am Werk, sondern das Kalkül, Strobl sei der Aufgabe nicht gewachsen und werde Mandate versemmeln.

Jetzt versemmelt‘s Eisenmann: Fraktionschef Wolfgang Reinhart machte zehn Tage vor der Wahl angesichts der niederschmetternden Umfragen mit brutaler Klarheit deutlich, dass er der promovierten Germanistin nicht mehr zutraut, erste Ministerpräsidentin im Südweststaat zu werden. Nach dem Motto „Rette sich, wer kann“ umgarnen in diesen Tagen immer mehr schwarze Abgeordnete die grüne Kollegenschar in der Hoffnung, wenigstens als Kellner weiter mitarbeiten zu dürfen im Team von Koch Winfried.

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Walter Bühler | Sa, 13. März 2021 - 19:29

... als die Grünen, hätte nur Aussicht auf einen kleinen Erfolg gehabt, wenn diese Parteien wenigstens ein paar Persönlichkeiten aufweisen könnten, die ähnlich selbständig, intelligent und farbig sind wie Kretschmann und Palmer, und dadurch aus der gesichtslosen Masse der mediokren Parteifunktionäre herausragen würden.

Das rückgratlose Anbiedern an FFF hat logischerweise nur den Grünen genützt, und den Rest besorgt das Trommelfeuer der grünen Einheitsfront der Medien.

So wird es in D wie in vielen anderen "alten" EU-Demokratien gehen: die "Altparteien" oder die sagenumwobenen Parteien der "Mitte", inzwischen zu reinen Funktionärsparteien degeneriert, liquidieren sich selbst, und es kommt nur noch darauf an, ob sich bei den Grünen weitere echte Persönlichkeiten herausbilden können. Bei der CDU könnte sich nur die Person Merkel dem Zusammenbruch entgegenstellen, Herrn Laschet traue ich das nicht zu.

Morgen spricht der Wähler, mal sehen, was passiert. Viel Glück!

helmut armbruster | So, 14. März 2021 - 07:03

Wen interessiert das in USA, GB, F, Japan, China usw?
Womöglich interessiert es nicht einmal einen Hamburger oder einen Berliner.
Da wird ein kompletter Regierungsapparat mit Ministerpräsident, Landtag, Ministerien unterhalten, als wäre BW ein richtiger Staat. Und das zu immensen Kosten. (gilt für jedes Bundesland).
Das alles müsste überprüft werden, ob es noch zeitgemäß ist und ob sich die Kosten rechtfertigen lassen.
Doch daran denkt niemand. Es wird so getan als wäre es die normalste Sache der Welt, dass D sich einen solchen Politzirkus in 16-facher Ausfertigung leistet.
Nützen tut das alles nur der Politkerkaste und den Beamten. Sie haben so ein Betätigungsfeld mit gut bezahlten Pöstchen und Pensionsansprüchen.
Bezahlen muss es der Steuerzahler.

Annette Seliger | So, 14. März 2021 - 08:57

Eine "nationale Katastrophe" wurde ausgerufen und jetzt sollte man meinen, dass in einer nationalen Kraftanstrengung die Bevölkerung innerhalb kürzester Zeit geimpft wird - Pustekuchen! Scheint doch nicht so schlimm zu sein, wenn man sich die Protagonisten Merkel und Spahn anschaut. Und dann natürlich noch Merkels unilaterale Entscheidung die Grenzen zu öffnen. Ich erinnere mich an die letzte Wahl in BW als mir ein Abgeordneter der CDU stolz vor der Wahl erzählte, dass man jetzt 5000 zusätzliche Polizisten einstellen wolle. "Warum fragte ich ihn, um uns vor denen zu schützen, die bei uns Schutz suchen?" Sein Gesicht nach meiner Frage sprach Bände. Die Stimmen, die heute an die AfD gehen fehlen seit Jahren der CDU und hätte Merkel nicht dieses Chaos angerichtet, dann wäre die CDU noch heute stärkste Kraft in BW. Aber das sind ja nur die "Nazis", die es bisher in der CDU gab und die jetzt endlich weg sind. Verdammt viele "Nazis" oder nur denkende Menschen?!

Späßle g`macht !

und so plakatiert sie auch.

"Wer schützt uns vor den Schutzsuchenden?". Damit schürt sie mal wieder kräftig Vorurteile gegen Migranten, gegen Asylsuchende.
Denn, wie ein AfDler jüngst gegenüber einem "Mainsteammedium" reichlich offen zugab: (Anti-)Migrationspolitik ist das Markenzeichen der AfD!

Und das in üblicher Ausprägung, mit reichlich Hetze.

Richtig: Die CDU ist nicht mehr stärkste Partei in BW - das sind heute die Grünen. Während die Partei der "verdammt vielen Nazis" wohl heute stimmen verlieren wird.

Denn so wie DIE denkt im Volk nur eine radikale, extreme Minderheit.

En Wort zu den "Asylanten" manche sagen auch Schutzsuchende. Raten Sie mal an welchem Tag hunderttausende der "Schutzsuchenden" Geburtstag haben?? Na Herr Lenz, was meinen Sie?

Ich mach`s kurz. Sie können es auch in den Statistiken nachlesen - es ist der 01.01.

Merkwürdig oder? So viele Menschen, die alle am gleichen Tag Geburtstatg haben.

Na ja, es liegt daran, dass die Menschen auf der Flucht über viele sichere Drittländer ihren Ausweis verloren haben. Das kann schon mal passieren, denn so ein Ausweis ist ein bisschen unhandlicher wie ein Mobiltelefon (Satire Ende).

Ich mag es nicht wenn ich für dumm verkauft und ausgenutzt werden.

Ihc denke Sie Herr Lenz, haben damit kein Problem.

und so plakatiert und handelt sie auch. Wo die SED fröhlich weiterlebt:
Die Führung der Linken hat ein Problem - und zwar die grundlegenden Überzeugungen einiger Mitglieder und Anhänger. Ein Glück, dass die Linke die Milliardäre noch nicht enteignet, oder erschossen hat, wie es eine ihrer Genossinnen will: "wenn wir erst die reichen erschossen haben … ". Es gäbe keinen Impfstoff aus Deutschland. Und: Bianca Deubel kandidiert für „Die Linke“ auf dem zweiten Listenplatz für die Kommunalwahlen im hessischen Linden. Da es bei Kommunalwahlen keine Prozenthürde gibt, gilt ihr der Sitz als sicher. Im Internet zirkulieren hasserfüllte Tweets vom Twitter-Account der Listenkandidatin. Weihnachten 2018: „Alle AFDler gehören in die Gaskammer“. Wenige Stunden vorher antwortet sie der Vorsitzenden der Desiderius-Erasmus-Stiftung, Erika Steinbach: „Ich freue mich schon, wenn ich auf ihrem Grab tanzen kann.“

"Denn so wie DIE denkt im Volk nur eine radikale, extreme Minderheit."

Ich gehe davon aus, dass Sie damit Ihre Lieblingspartei AfD meinen.
Also vergessen wir diese radikale, extreme Minderheit.

Sagen wir, dass die AfD bundesweit etwa bei zehn Prozent liegt.
Die FDP liegt etwa bei sechs, ebenso die LINKE.
Folglich vergessen wir auch diese Minderheiten und schließen damit knapp 25 % der Wählenden komplett aus => ihr wählt das falsche, seit dumm, blöde und antidemokratisch!
Wir brauchen euch nicht!

Werter Herr Lenz Migration(spolitik) wird nicht final von der Kanzlerin, der Regierung definiert!
Wahrlich, es ist müßig hier darüber zu sinnieren.
Jedoch ist auch Ihnen bewusst, dass hier etliches suboptimal läuft; wir können nicht Hinz und Kunz aufnehmen, mit durchschleifen.
Ja das wissen Sie!

Wie sagte Kanzlerin Dr. Merkel in 2017 (?): "die Rückführung" bedürfe einer nationalen Kraftanstrengung.
Eine ihrer Floskeln wenn mal wieder alles vergurkt wurde.

Und - klappt das jetzt?
Nö.

Günter Johannsen | So, 14. März 2021 - 09:58

aber er vertritt eine Partei, die man als freiheitlicher Demokrat nicht wählen sollte. Warum? Weil hinter der grünen Tarnfarbe seiner Parttei, kratzt man sie ab, dire rote Grundfarbe der 68er "Zwangs-Weltverbesserer" zum Vorschein kommt. Diese Leute scheuten sich damals nicht, aber auch heute nicht, ihre (Klassen)Feinde mit Gewalt (Terror) auszuschalten. Damals war die RAF ein Ableger der APO (Vorläufer der grünen Truppe), der Angst und Schrecken verbreiten sollte und es auch "vorzüglich" tat, wie man weiß! Heute ist es Antifa-Indymedia, die sich als die Stoßtruppe "Schild und Schwert" der Rot-Grünen Genossen einen schreckvollen Namen machen: bist du nicht willig … !
Entweder ist Kretschmann naiv, oder er verdrängt zugunsten seiner Karriere den tatsächlichen Hintergrund seiner Partei?!
Indymedia-Leipzig: "In den späten Abendstunden des 31.12.2020 haben wir sieben Jeeps der Bundeswehr auf ...in Leipzig-Schönefeld ausgebrannt. Die Bundeswehr verdient unsere Aufmerksamkeit … !"

meinte Kretschmann, nun müssten sich die Ministerpräsidenten
"mit den Gerichten herumschlagen".
Das zeugt nicht gerade von besonders viel Respekt vor unseren rechtsstaatlichen Institutionen.

Norbert Heyer | So, 14. März 2021 - 09:58

Hoffentlich - hoffentlich bekommt die Partei der beliebigen Alternativlosigkeit heute eine Quittung im zweistelligen Bereich. DIe Zustimmung für die Grünen wird durch die Decke gehen, die haben den „lästigen“ Koalitionspartner nicht mehr nötig und werden G-R-R installieren. Nachdem Herr Kretschmann das Motto der nächsten Legislaturperiode vorgegeben hat, wissen auch alle Wähler, dass die Vorzeige-Unternehmen im Automobilbau von BW durch diese Regierung
geschliffen werden. Alle Bereiche werden noch stärker „vergrünt“ und den sparsamen Schwaben wird schwindelig werden. Aber auch mit einer CDU als Anhängsel wäre diese Entwicklung nicht aufzuhalten. Unter Merkel sind für diese Partei des Machterhaltes jede - wirklich jede - Koalition möglich. Nur hat die Kanzlerin nicht bedacht, dass die bisherige Voraussetzung - Stimmenmehrheit - von den Wählern nicht mehr geleistet wird. Da wird der neue PV Laschet gleich bei der ersten Wahl gewaltig abgestraft. Hilft vielleicht, den Kurs zu ändern.

Klaus Funke | So, 14. März 2021 - 10:08

Ja, ich denke auch, König Winfried wird von der CDU im Ländle (und im Bund, wiewohl er Frau Merkel häufiger als notwendig gelobt hat) die Nase voll haben. Er wird, das würde ihm als Realo gut zu Gesicht stehen, die FDP ins Boot holen. Vorausgesetzt, die Liberalen bekommen genug Stimmen. Dann also Grün-Gelb am Hofe in Baden-Würtemberg. Dort geht´s sowieso nur "konservativ", ganz im Geiste von Carl-Eugen. Doch wer macht den "Jud Süß"? Die Blauen? Ein Glück, die Linken und die SPD können Wasserholen üben. Die AfD bleibt im Spiel. Schade nur, dass es eben brav-bürgerlich und westdeutsch zugeht im Ländle. Eine echte Abrechnung mit "denen da" in Berlin wird es nicht geben. Keine Revolution. Und gerade sowas ist nötig und dies erwarten die Menschen auch im ganzen Land, allerdings, typisch deutsch, bloß mit der Faust in der Hosentasche. "Die wern´s scho mache!"

Frank Müller | So, 14. März 2021 - 11:22

Seit Jahren heißt WÄHLEN in Bund oder Land, sich das kleinere Übel rauszusuchen.
Das hievt die FDP regelmäßig über die 5% und wird ihr heute einen keinen Sieg bescheren.
Wäre der C.Lindner nicht so selbstverliebt und so blöd gewesen, seine Generalsekretärin abzusägen,
anstatt sich die Stimmen der Wählerinnen zu sichern, könnten es noch einige Prozentpunkte mehr sein.

Frau Eisenmann ist immerhin zu verdanken, uns den Strobl vom Hals gehalten zu haben.
Ihr Amt als Kultusministerin wird sie wohl verlieren.

Ernst-Günther Konrad | So, 14. März 2021 - 11:37

Man kann die vielen Umfragen, Deutungen, Einzelerkenntnisse, die für oder gegen sprechen nicht mehr hören und lesen. Die CDU hat sich im Merkelismus ihrer eigenen DNA beraubt und hat einen grünsozialistischen Blutaustausch vorgenommen. Ich bin überzeugt davon, dass sie heute Abend die Quittung bekommt und dorthin befördert wird, wohin sie gehört. Nämlich in die Opposition und Bedeutungslosigkeit. Ein Strobl, der Menschen zwangsweise einweisen will, weil sie sich nicht freiwillig in Quarantäne begeben, braucht die Welt nicht. Ja, es geht sicher auch um Kretschmann, es geht aber vor allem auch um die aktuelle Corona Politik der Regierung. Bürger, die aufgewacht sind, werden jedenfalls nicht mehr die CDU wählen. Vielleicht profitiert die FDP von den ängstlichen Nicht-AFD-Wählern oder es gibt auch da eine dicke Überraschung. Frau Eisenmann kenne ich nicht, dem Artikel nach eine unehrliche Frau. Ja, Lügen haben kurze Beine. Wahltag ist Zahltag heißt es immer. Ich warte es als genüsslich ab.

Helmut Bachmann | So, 14. März 2021 - 14:53

oder Standpunkte entwickeln mit vollem Risiko. Was die meisten Journalisten von der CDU erwarten wäre die bedingungslose Unterwerfung unter grüne alternativlose Politik. Also die totale Zerstörung der CDU. Dort befinden sich passend dazu vor allem Karrierefixierte, die das sagen, was ihnen Posten bringt. Und wenn sie im Wahlkampf dann ein wenig Opposition heucheln, wirkt das nur noch peinlich. Die CDU hat fertig, wird dies aber erst in ein paar Jahren merken. Mal sehen, ob die aktuellen Affären nicht nur der Auftakt sind, da wird rechtzeitig vor der Wahl noch einiges "entdeckt" werden, um RRG zu ermöglichen.