Die Migrantifa - „Unsere Körper sind per se politisch“

In der linksradikalen Szene hat sich eine neue Gruppierung etabliert: die Migrantifa. Ihre bisherigen Statements und Forderungen klingen teilweise wirr. Muss man das wirklich ernst nehmen?

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Die Migrantifa – eine neue Bewegung oder doch bloß Stellvertreter linker Aktivisten? / dpa

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Auch die linksradikale Szene unterliegt einigen Mechanismen der Marktwirtschaft. Dabei geht es eher nicht um um Kapitalverwertung zur Erzielung von Renditen. Vielmehr spielt sich das Ringen um eine führende Marktposition in diesem Spektrum im Bereich der Aufmerksamkeitsökonomie ab. Und wo gestern noch gesprühte Losungen der obskuren Organisation „Jugendwiderstand“ oder lokaler Antifa-Gruppen zu sehen waren, prangt derzeit oftmals ein neues Label: Migrantifa.

Mit diesem Kunstwort soll der Anspruch formuliert werden, Migrantengruppen und „weißdeutsche“ (O-Ton) radikale Linke im Kampf gegen Rassismus, Neonazis, Diskriminierungen aller Art, den Kapitalismus im Allgemeinen und den Staat als Ganzen zu bündeln. Wichtiger Anknüpfungspunkt ist die ursprünglich US-amerikanische Bewegung „Black Lives Matter“, die sich nach der brutalen Tötung des Afroamerikaner George Floyd durch einen weißen Polizisten am 25. Mai in Minneapolis global ausbreitete. In Deutschland bezieht man sich unter anderem auf rassistisch motivierte Morde in der jüngeren Vergangenheit, wie in Halle und Hanau.

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Tomas Poth | Fr, 26. Juni 2020 - 17:37

Zersplitterung der Szene, weitere Ausdifferenzierung? Ein Schritt in ethnisch geführte Konflikte in naher Zukunft hier bei uns?
Auf alle Fälle wohl Verhandlungsmasse schaffen um sich etwas zu erstreiten!
Als Forderung Auflösung der Polizei, also letztlich jeder Ordnung. Und als neue Ordnung dann ? eigene "Sicherheitskräfte" der jeweiligen Kohorten, Bandenkriege, Anarchie.

Bernd Muhlack | Fr, 26. Juni 2020 - 18:24

Werter Herr Balcerowiak, ich zitiere aus dem gestrigen Artikel auf WELTonline; von Vojin Saša Vukadinović.
"Personen, die sich zwischen bzw. außerhalb der Begriffe „männlich“ und „weiblich“ sehen, bezeichnen sich unter anderem als „nonbinary“, „genderqueer“, „genderfluid“, „demigirl“ oder „pangender“. Sie beharren darauf, jeweils eine Minderheit von Rang zu sein, die anerkannt werden möchte. Dass die Unterschiede dieser Selbstbezeichnungen konzeptuelle sind, spielt keine Rolle; das Postulat gilt als Evidenz und Legitimation."

"Migrantifa"?

Toleranz JA, Akzeptanz ist Tagesgeschäft, sollte ausgehandelt werden, gell?

Das Problem ist mMn, dass jede "Minderheit" quasi zum "Must-Have" für alle erklärt wird.
Wer das anders sieht, kann nur BAH sein!

Das bedeutet eine massive Veränderung unseres Sozialgefüges, des common sense.
Dazu bedarf es einer "ordnenden Hand".

Wer soll das gewährleisten?
Sozialpädagogen!
Die Polizei ist ja bekanntlich rassistisch.

Soeben TATÜTATA - Sozialpädagogen!

Peter Silie | Fr, 26. Juni 2020 - 18:46

Links-Grün predigt seit Jahre den Deutschen, dass es eigentlich keine Nation gibt, das es keine Deutsche Kultur gäbe, Grenzen schonmal garnicht und alle sind wir Weltbürge. Reichlich kolpportiert durch die Lehrer Kollegien und die Asykindustrie. Also enstand ein Vacuum das jetzt experimentell gefüllt zu werden sucht. Soweit die LG Theorie. Praxis sieht anders aus. Aber der Ladenbesitzermit den demolierten Scheiben wir weiterhin Angela & Friends wählen. Weil . .die Alternative ist ja really dirty!

Christa Wallau | Sa, 27. Juni 2020 - 00:39

... sich mit jungen, unzufriedenen und gewaltbereiten Migranten zusammenzutun,
um den Staat zu destabilisieren.

"Migrantifa" - Toll!

Wir gehen herrlichen Zeiten entgegen.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 27. Juni 2020 - 09:44

Wenn Sie empfehlen, das ganze gelassen zu sehen, dann ist das Ihre Sicht der Dinge. Natürlich könnten Sie damit richtig liegen.
Ich sehe das bei weitem nicht gelassen. Wenn sich ein noch extremeres Gemisch linksfaschistischen Denkens als Migrantifa etablieren will, dann wird es nicht "nur" bei ein bisschen kaputt machen, Plündern und Polizisten treten und schlagen, mit Gegenständen bewerfen bleiben. Nein, ich sehe da eine neue "RAF" aufkommen. Die wollen einfach nur Anarchie/Chaos und ihr "Lebensgefühl" ausleben. Extremisten sind nicht rational, lassen sich nur bedingt orchestrieren. Irgendwann lösen sich kleine Splittergruppen, sog. Zellen, ab und die wollen mehr. Man hat das bei der NSU gesehen, wie schnell solcher Verbrecher sich loslösen von großen Gruppen und in kleineren Zellen agieren. Ich sehe das also bei weitem nicht gelassen. Ob sich alle Migranten oder Schutzsuchende auf so etwas einlassen, das muss sicher beobachtet werden. Sie pauschal dazu zu rechnen wäre falsch.