Grüne Bildungspolitik - Thema verfehlt

Das neue Grundsatzprogramm der Grünen versteht Bildungspolitik primär als Sozialpolitik. Den Anforderungen unserer Wissens- und Leistungsgesellschaft wird es nicht einmal ansatzweise gerecht.

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Zeugnisse in Coronazeiten: Wunderbare Wissensvermehrung? / picture alliance

Autoreninfo

Rainer Werner unterrichtete an einem Berliner Gymnasium Deutsch und Geschichte. Er verfasste das Buch „Fluch des Erfolgs. Wie das Gymnasium zur ,Gesamtschule light‘ mutiert“.

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Wörter sind verräterisch, weil sie die Geisteshaltung der Autoren enthüllen. Im Bildungskapitel des neuen Grundsatzprogramms der Grünen findet sich zehn Mal das Wort „sozial“, ergänzt durch „ungleich“, „benachteiligt“ und „prekär“. Man glaubt, ein Dokument des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zu lesen. Folgerichtig wird dann auch – in einem Bildungsprogramm! – eine „höhere Besteuerung von Vermögen und Erbschaften“ gefordert. 

Die Grünen versuchen gar nicht erst zu verbergen, was sie in der Bildungspolitik antreibt. Sie schreiben: „Bildungspolitik und Sozialpolitik gehören zusammen.“   Die sozialpolitische Dominanz sieht man auch daran, dass es im Bildungskapitel ständig um Finanzen geht. Es trägt die Überschrift „In Bildung investieren“, wo man doch eigentlich erwartet hätte: Die beste Bildung für unsere Kinder! Der innerdeutsche Leistungsvergleich zeigt deutlich, dass höhere Bildungsausgaben keineswegs bessere Schulleistungen verbürgen. Das Siegerland Sachsen gibt im Jahr pro Schüler 7.400 Euro aus; das Schlusslicht Berlin 9.700 Euro. Nicht Geld entscheidet über Bildungserfolge, sondern das pädagogische Konzept und seine praktische Umsetzung.

Alarmierender Befund

Vom Schulprogramm einer Partei erwartet man, dass es auf die evidenten Schwächen unseres Schulsystems Bezug nimmt und stimmige Lösungen anbietet. Ein ins Auge springender Mangel ist die hohe Quote an Schülern, die jährlich die Schule ohne Abschluss verlassen. Laut „Bildungsmonitor“ des Instituts der Deutschen Wirtschaft von 2020 ist die Quote der Schulversager in Deutschland seit 2013 von 5,2 Prozent auf 6,8 Prozent gestiegen. Jedes Jahr werden 54.000 Schüler – das entspricht der Einwohnerschaft von Wetzlar – in eine ungewisse Zukunft entlassen. Wenn sie einen Lehrberuf beginnen, scheitern sie häufig an den Ansprüchen der Berufsschule. Oft landen sie in Billigjobs, im Hartz IV-System, nicht selten auch in der Delinquenz. Was sagt das grüne Schulprogramm zu diesem alarmierenden Befund? Es fordert lapidar: „Kein Bildungsschritt soll ohne Abschluss bleiben.“ Nach pädagogischen Rezepten, wie das gelingen kann, sucht man vergebens.  

In Deutschland ist die Schülerschaft insgesamt in ihren Leistungen zurückgefallen. Lagen deutsche Schüler beim PISA-Test 2015 in Mathematik noch 16 Punkte über dem OECD-Durchschnitt, sind es 2019 nur noch 11 Punkte. Dieser Trend nach unten wird durch die Zahlen des IQB-Bildungstrends 2018 betätigt. Demnach sind die Leistungen von Neuntklässlern in den Fächern Mathematik und in den MINT-Fächern Biologie, Physik und Chemie im Vergleich zu 2012 signifikant schlechter geworden. Alarmierend ist die Zahl der Schüler, die in einigen Bundesländern unter den Mindeststandards für den Mittleren Schulabschluss bleiben. In Schleswig-Holstein sind es 28,5 Prozent, in Hamburg 28,8, im Saarland 31,2, in Berlin 33,9 und – absoluter Negativrekord – in Bremen 40,6 Prozent. Nur Sachsen und Bayern schaffen es durchgängig, bei ihren Schülern die Regel- und Mindeststandards zu sichern.

Schüler überfordert

Wenn Schüler im Unterricht zu wenig lernen, liegt es häufig daran, dass sie die Lehrkraft mit ihren didaktischen Angeboten nicht erreicht. In unseren Klassenzimmern werden heute viele „moderne“ Lernmethoden angewandt, mit denen die „kognitive Aktivierung“ der Schüler, die der Bildungsforscher Olaf Köller für wesentlich hält, nicht optimal gelingt. Die Schüler sind im Klassenzimmer aktiv, greifen sich am „Lernbüffet“ Material ab und kommunizieren mit ihren Klassenkameraden im „Karussell-Gespräch“. Was dabei an Lernfortschritt und Wissenszuwachs herauskommt, ist in den meisten Fällen dürftig. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die didaktische Mode des „selbstregulierten Lernens“ die Mehrzahl unserer Schüler überfordert.

Nach meiner Erfahrung als Lehrer für Deutsch und Geschichte können nur leistungsstarke Schüler mit „offenen“ Unterrichtsformen wie dem „individuellen Lernen“ gewinnbringend umgehen. Das Münchener Ifo-Institut hat in einer Studie herausgefunden, dass ein Lehrer bei seinen Schülern einen Wissenszuwachs von ein bis zwei Monaten erzielen könnte, wenn er zehn Prozent mehr Zeit auf frontales Unterrichten verwendete. Der Lüneburger Erziehungswissenschaftler Martin Wellenreuther plädiert aus demselben Grund dafür, in stark heterogenen Lerngruppen das „entdeckende Lernen“ zugunsten der „direkten Instruktion“ der Lehrkraft und des von ihr gelenkten Unterrichtsgesprächs zu reduzieren. 

Wellenreuther verweist dabei auf Erkenntnisse der Kognitionsforschung. Demnach erzeugt der offene Unterricht im Gehirn nicht die kognitiven Strukturen, an die die Schüler neu erworbenes Wissen andocken können. Da in den Bundesländern mit schlechten Schülerleistungen überwiegend in integrativen Schulformen gelernt wird, deren Klassen eine starke Heterogenität aufweisen, ist nicht von der Hand zu weisen, dass die dort praktizierten Varianten der Binnendifferenzierung einem effektiven Lernfortschritt im Wege stehen. Im Unterricht an einer Berliner Gesamtschule lernte ich, dass vor allem die schwächeren Schüler auf die helfende Hand der Lehrkraft angewiesen sind. Notfalls muss man ihnen einen Sachverhalt mehrfach erklären. Solche Hilfestellungen sind bei einer Lernform, die den Lehrer zum Lernbegleiter herabstuft, aber nicht vorgesehen.

Am Stand der Wissenschaft vorbei

Und was sagt das grüne Schulprogramm zur Problematik der geringen Wirksamkeit von Unterricht?  Auf fünf Programmseiten findet sich zum Unterricht nur ein lapidarer Satz: Der „Unterricht [ist] so [zu] gestalten, dass er den natürlichen Wissensdurst, die Neugier und die Spielfreude junger Menschen fördert“. Ob das die Botschaft ist, auf die 800.000 Lehrer in Deutschland gewartet haben? Sollte man vom Schulprogramm einer Partei, die sich anschickt, Regierungspartei zu werden, nicht erwarten dürfen, dass es wenigstens in Ansätzen den Stand des wissenschaftlichen Diskurses reflektiert?

Wenn ein Schulkonzept der „sozialen Gerechtigkeit“ verpflichtet ist, geraten die Akteure gern in Versuchung, bei der Vergabe von Schulabschlüssen großzügig zu verfahren. In Berlin ist an den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen die Zahl der Schüler deutlich gestiegen, die den Übergang auf die gymnasiale Oberstufe schaffen. Dabei weisen sie, wie Olaf Köller in einem Interview im Tagesspiegel klar machte, ein niedrigeres Leistungsniveau auf als die vorigen Jahrgänge. Die Berliner Abiturienten erzielten im Corona-Abitur 2020 mit 2,3 einen besseren Notendurchschnitt als die Prüflinge des Vorjahrs, obwohl in den Wochen vor der Prüfung der Präsenzunterricht ausgefallen war. Auch die Quote der Abiturienten mit der Idealnote 1,0 ist binnen Jahresfrist von 2,1 auf 2,5 Prozent gestiegen.

Wunderbare Wissensvermehrung in Corona-Zeiten? Es liegt nahe, dass in einem schulischen Klima, in dem ständig das „Soziale“ eingefordert wird, bei Leistungsschwächen der Schüler großzügig verfahren wird. Man tut es ja für einen guten Zweck. Vor diesem Hintergrund versteht man die hohe Zahl an Studienabbrechern, die seit Jahren rund 30 Prozent beträgt. Wie das Bundesbildungsministerium ermittelt hat, liegen die wichtigsten Ursachen in zu hohen Leistungsanforderungen (30 Prozent) und mangelnder wissenschaftlicher Motivation (17 Prozent). Wäre es nicht die wichtigste Aufgabe des Gymnasiums, seine Absolventen auf die Anforderungen des Studiums vorzubereiten?

Provinzielles Kiez-Manifest

Insgesamt liest sich das grüne Schulprogramm wie ein provinzielles Kiez-Manifest. Die Wissenskonkurrenz, in der unser Land und die EU in der Welt stehen, wird völlig ausgeblendet. Die PISA-Studie von 2019 hat gezeigt, dass sich unter den zehn besten Ländern sieben aus Asien befinden. Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Innovationsstandort Deutschland verliert unser Land bei den wichtigen Zukunftstechnologien zunehmend an Bedeutung. Gehörte Deutschland 2010 noch in 47 dieser 58 Technologien zu den drei Nationen mit den meisten Weltklassepatenten, so hat sich dieser Anteil 2019 auf 22 Technologien mehr als halbiert.

Deutschland vernachlässigt offensichtlich die Förderung seiner intellektuellen Talente. Zwei Prozent unserer Schüler gelten als hochbegabt, weil sie einen Intelligenzquotienten von über 130 besitzen.  Bei einer Gesamtschülerzahl von 10,9 Millionen sind das 218.000 Schüler. Dies entspricht der Einwohnerzahl der Stadt Mainz. Diese Schüler im Unterricht nicht ausreichend zu fördern, verstößt nicht nur gegen das Gebot der Humanität.  Es ist auch töricht, weil es diese jungen Menschen sind, die später die kreativen Geschäftsmodelle generieren, die unseren Wohlstand mehren.

Statt noch mehr Sozialpolitik in der Schule benötigen wir eine intellektuelle Bildungsreform, die die schulischen Leistungen aller Schülergruppen verbessert. Maßstab für Unterrichtsqualität sollten die anspruchsvollen Bildungsstandards sein, die die KMK schon vor Jahren für alle Fächer beschlossen hat. Sie müssen nur konsequent durchgesetzt werden.

Tomas Poth | Di, 2. Februar 2021 - 15:43

Sach ick doch wa, Abi für alle ohne Leistung wa, det jeht doch.
Wer es immer noch nicht verstanden hat, es geht um sozialistische Gleichschaltung, Wohlfühlen-Bildung im RotGrünen Club. Ist doch nicht schlecht wenn man für Lau durchkommt, die muß man wählen und sichert denen gleichzeitig wohldotierte Posten. Win-Win?

die "EINFACHE" oder leichte Sprache verwendet, dann sieht Berlin gleich viel besser aus, und nicht so miesepetrig! Deshalb werden alle Texte des Landes Berlin nunmehr in dieser klaren Sprache abgefasst:

https://www.visitberlin.de/de/berlin-leichter-sprache

Diese "leichte" Sprache entspricht dem neuen intellektuellen Niveau unserer politischen und kulturellen Elite. Damit wird alles besser, vor allem die Demokratie. Ganz bestimmt.

Yvonne Stange | Di, 2. Februar 2021 - 15:59

.... bringt also doch noch am meisten und alles neumodische Zeug hat kaum einen nennenswerten Effekt. Die Sachsen sind auf Platz eins, obwohl man denen ja immer "mehr Bildung" empfiehlt..... auf Platz 3 übrigens Thüringen. Aber auch das wird sich ändern, wenn die letzten alten DDR-Lehrer erst weg sind. Die hatten noch eine fundierte methodisch-didaktische Ausbildung.
Merkel hat Deutschland in den Jahren ihrer Kanzlerschaft in Breitseite an die Wand gefahren, den Rest erledigen die Grünen ab Herbst mit. Keine Sorge, deren Kinder gehen alle auf Privatschulen, das Geld haben sie ja dafür. Auf jeden Fall nicht auf Brennpunktschulen. So bunt mag man es dann doch nicht.....

Sie sprechen es an, Frau Stange.
Ich hätte mir gewünscht, dass Herr Werner Tacheles redet! Bei den Deutschkenntnissen bei vielen Schülern und bei Quoten an Schulen mit 80 % und mehr Migrationsanteil, kein Wunder, das da erhebliche Defizite herrschen.
Am Gymnasien ist es ja wohl nicht so schlimm (noch).
Dazu kommt noch, dass bei Elternabenden immer die Gleichen auftauchen. Aber die, die auftauchen sollten, kommen einfach nicht. Hat viele Gründe.
Jedes Jahr verlassen 54.000 Schüler ohne Abschluß eine Schule.
Es muss doch Zahlen dazu geben, wie sich diese Zahl zusammensetzt? Na ja, in D. wird "Alles" erfasst, nur elementare Dinge eben nicht (s.a. Corona/ Impfreihenfolge etc.).
Warum traut sich keiner, dass Pferd beim Namen zu nennen.
Aber ab 2022 wird "Alles" noch Bunter in Old-Germoney!
Gute Nacht Deutschland-das war es dann!

Karl-Heinz Weiß | Di, 2. Februar 2021 - 16:07

Hoffentlich ist es eine Folgerung aus der Coronazeit, dass 16 Kultusministerien und eine als Hotelfachfrau ausgebildete Bundesministerin Deutschland nicht fit für die 20er-Jahre machen können. Der weiterhin bestehende Höhenflug des Schriftstellers Habeck verspricht allerdings nichts Gutes.

Der amerikanische Finanzminister Morgenthau hatte 1944, das Ausbleiben des Endsiegs war da absehbar, die Idee, das besiegte bzw. befreite Deutschland zu einem Agrarstaat zu machen. Bekanntlich kam es damals anders. Seit geraumer Zeit sind wir aber nun selbst dabei, uns auch durch eine abstruse und leistungsverweigernde Bildungspolitik sowie romantisierende Kinderaufstände wie FfF in einen Agrarstaat zu verwandeln. Dieser sollte dann aber konsequenterweise auch vegan sein.

Hans Jürgen Wienroth | Di, 2. Februar 2021 - 16:44

Wir hatten ein gutes, 3-gliedr. Schulsystem, das von der Basisausbildung (Lesen, Schreiben, Rechnen) für die Lehre über die mittl. Reife bis zum Abitur mit breiter Bildung als Grundlage für eine akad. Ausbildung alle Anforderungen in einem aufstrebenden Land erfüllten. Dieses System war durch den 2. Bildungsweg durchlässig und bot somit auch die Möglichkeit aufzusteigen. Unterstützt wurde das durch BAföG mit dem Anspruch „Fördern und Fordern“.
Heute ist für Politiker die Gleichheit oberstes Ziel der Ausbildung (Abi für alle?). Der Schüler mit IQ 130 wird auf das Niveau des Lernschwachen abgesenkt. MINT ist kaum noch vermittelbar.
Wie sollen die grünen Träume vom „New Green Deal“, FfF, CO2-freier Zukunft ohne das notwendige Basiswissen realisiert werden? Mit Idealen lässt sich keine Zukunft bauen, dazu gehört auch das Wissen über kompl. Zusammenhänge. Die findet man nicht bei Google. Wer sich nach unten entwickelt, kann keine Spitzentechnologie hervorbringen.

Bernd Muhlack | Di, 2. Februar 2021 - 17:11

"Das weiß doch jeder, oder? Warum wechselt er den nicht aus/ein? Der kann doch nix und wie der schon aussieht und guckt!"
Hanns-Dieter Hüsch war der ungekrönte König der Kleinkunst.

Herr Werner: Sie rennen hier offene Türen ein!
Und das ist aus Sicht der "vulnerablen Gleichschalter" auch gut so! Denn dann muss man Ihnen nicht zuhören, Sie rennen einfach an denen vorbei!

Es gibt ein sehr lesenswertes Buch von Josef Kraus, er war etliche Jahre Vorsitzender der dt. Lehrerkonferenz: "Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt"
https://www.cicero.de/innenpolitik/quereinsteiger-schule-deutsch-kenntn…
Ich hatte mich bereits dazu geäußert.

MINT <=> IDEOLOGIE
In der 8./9. Klasse (70er jahre, 20. Jhd.) hatten wir bei Physik/Chemie einen Stempel (Fettdruck!) im Zeugnis: Nicht erteilt!
Es gab nicht genügend Lehrkräfte!
Ja, ich hatte das Abi geschafft, gar mit Chemie-LK!

Die Klima-/Weltrettung schafft man nicht mit gender-studies, Hypermoral und HALTUNG!

just try MINT!

Die sogenannten MINT Fächer beruhen auf exakten Fakten, Tatsachen, Naturwissenschaften.
Im Großen und Ganzen sind in diesen Fakten nicht diskussionsfähig!
Ein Bit ist "1/true" oder "0/false", darüber kann man nicht diskutieren, da gibet es kein "bisschen" oder "da muss man mal drüber "reden".
Eine Maschine, Computer, Server, Algorithmus, technisches Design/Entwurf funktioniert oder eben nicht!
Das Funktionieren einer Lösung kann man nicht "diskutieren", Fehler lassen sich beheben, aber niemals Wegdiskutieren.
Damit sind die Mint Fächer für die meisten Studierenen oder Mittarbeiter in Konzernen oder Beamten oder gar in der Politischen Welt unverständlich. Man kann nichts beschönigen, ausdiskutieren.
In eine sich entwickelnden Diskussions- und Relativierungskultur ist kein Platz für Fakten und Tatsachen!
Das Bildungsystem wurde zu einen Verblödungsystem.

Josef Olbrich | Di, 2. Februar 2021 - 17:13

Was soll man auch von den Politikern erwarten, die Strom in der Leitung speichern.

Ingo Frank | Di, 2. Februar 2021 - 18:17

Alternativ: Zugang zu Hochschulen haben nur Abiturienten aus Bayern + Sachsen.

Spaß bei Seite. Es kann doch nicht sein, dass
jedes Bundesland sein eigenes Süppchen in Sachen Bildung kocht. Dazu unterschiedliche Lehrpläne, Schulbücher, Bildungsschwerpunkte usw.
Stundenausfall im normalen Unterricht in Größenordnungen. Zu wenig Naturwissenschaft dafür Überbewertung der sozialen Fächern.
Kleines/ Großes 1x1 ... wo ist mein Smartphone?
Ja das mußte man auswendig lernen, Kettenaufgaben mit den Grundrechenarten. Die Älteren können sich erinnern?
Ich habe mein Abitur 1972 abgelegt mit Unterricht noch am Samstag und 7 Std. Mathe /. Woche
Und heute .....wundert sich der Malermeister, warum sein Lehrling (Realschule)nicht die Anzahl der Tapetenrollen, die für ein gerades rechteckiges Zimmer gebraucht werden, im Kopf ausrechnen kann.
Übrigens, stinkt der Fisch vom Kopf und nicht vom
Schwanz.

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Heidemarie Heim | Di, 2. Februar 2021 - 18:26

Für diese bauen die Neue Heimat-GmbHs in den Zielländern unserer jährlich ausreisenden deutschen Emigranten doch gerne ein weiteres Mainz irgendwo auf dem Globus;)! Gerade unsere gut ausgebildeten 1,0-Abi-Mediziner und Pflegefachkräfte finden da die Anerkennung, die ihnen hier versagt bleibt, bzw. sich ein Arzt in Assistenz oder eine hochqualifizierte Fachkraft nicht mal mehr eine gescheite Wohnung in Arbeitsnähe leisten kann in Städten wie München usw. Dies bekommt ein recruiter von auswärts;) mit Leichtigkeit aus dem Weg geräumt. Zu dem seit Jahren bestehenden Elend, auch was die Bausubstanzen und Lehrausstattungen unserer Bildungseinrichtungen betrifft, so brauchte es ein
eingeschlepptes Virus um die ganze Misere offen zutage zu fördern. Aber auch, und das ist positiv zu werten, das Unvermögen unserer auch medial geförderten Parteien und deren bisher ausschließlich in der Politik tätigen Fachkräfte! Und das gültig in nahezu jedem relevanten, gesellschaftspolitischen Bereich! MfG

Urban Will | Di, 2. Februar 2021 - 18:31

Sekte bereits die Begriffe Wissens- und Leistungsgesellschaft faschistoid belegt sind. Diese Tagträumer können damit in der Mehrheit wohl nichts anfangen.
Vielleicht kann man ja, wenn diese Truppe lange genug regiert, in ein paar Jahren sein Abitur auch tanzen.
Wer braucht schon Wissen oder gar Bildung, das ist doch alles rechtsradikal. Man könnte ja dem „Unterprivilegierten“, den es in erster Linie zu schützen gilt, überlegen sein.
Buntheit und Multikulti sind wichtiger.
In sofern passt so ein Bildungsprogramm doch perfekt in die grüne Welt.
Man muss sich ja eh nicht anstrengen, die ebenfalls mehrheitlich grün gelenkten Medien hypen das schon entsprechend auf, die Regierungsbeteiligung ist quasi sicher. Söder oder Laschet kratzen schon an der Tür.
Die grüne Welt...Das Geld, wie wir alle wissen, kommt aus dem Automaten, so wie der Strom aus der Steckdose und der Kobold für die Batterie hüpft aus dem Boden.

Christa Wallau | Di, 2. Februar 2021 - 19:40

Mit welchen "Intellektuellen" denn bitte???
Ich fürchte, in allen Regierungsapparaten der 16 Bundesländer und auch innerhalb der Bundes-Elite
muß man wirkliche Intellektuelle (= Menschen mit ausgewiesener Kompetenz auf wissenschaftlichen, künstlerischen, philosophisch-religiösen, literarischen Gebieten) mit der Lupe suchen.
Da tummeln sich stattdessen massenhaft Menschen mit "richtiger" Haltung und hohler Eloquenz (= Reden mit nichtssagenden, aber wohlklingenden Worten).

Das deutschen Schulwesen (Bildungswesen) ist schon lange kaputt, und es sieht nicht danach aus, als ob es jemals wieder seine Aufgabe effektiv und zum Wohle Deutschlands erfüllen könnte.
Jedenfalls darf in dieser Hinsicht von den Grünen überhaupt keine Heilung erwartet werden, aber auch von einer CDU nicht, die in den letzten Jahrzehnten (nach anfänglichem Zögern) immer auf jeden lächerlichen "Bildungsreform-Zug" aufgesprungen ist, der durch's Land fuhr.

Liebe Frau Wallau,

als Ostler wundere ich mich immer wieder, wie Bildungsdefizite im 'tollen Westen' möglich wurden und sind. In den 80-igern beneidete ich meine Altersgenossen in der BRD, die 2 Möglichkeiten hatten, die bei uns sehr eingeschränkt waren: ZEITSCHRIFTEN und BÜCHER nach Wahl (und im Überfluß) zu kaufen und zu LESEN. Unsereinem blieben neben Schule bzw. Uni: das (West-)RADIO (DLF, NDR, RIAS, BBC), Veranstaltungen der Kirche und natürlich Bücher, soweit diese in der DDR verlegt wurden.
Im Rückblick muß man gerechterweise bilanzieren: Die (natur-) wissenschaftliche Bildung und Ausbildung (Mathe, Physik, Chemie, Bio, Geographie) war absolut ok. Das Problem war der restriktive ZUGANG zu guter Bildung (Abitur)!
Und es gab Lehrer, die im Rahmen ihrer (begrenzten) Möglichkeiten 'interessierte' Schüler besonders 'förderten'. Mit Dankbarkeit erinnere ich mich an meine Deutschlehrerin. Sie borgte mir manche ihrer eigenen ('Bückware')-Bücher (z.B. Sternstunden von Stefan Zweig).

Ja, Frau Wallau, Sie haben völlig recht. Unser Bildungssystem ist ziemlich rott. Und dieses Drama geschieht weiterhin sehend Auges. Der bereits verstorbene Dietrich Schwanitz wies schon 1999 in seinem Buch "Bildung. Alles, was man wissen muss" auf die eklanten Mängel in unserem Bildungswesen hin und nannte auch die Gründe dafür. Heutiges Fazit: Besser wurde nichts. Im Gegenteil: Schwatzfächer-Ideologen haben in der Bildungsdiskussion das Ruder übernommen. - Und die von Ihnen erwähnte CDU? Die ließ sich weiland auf einen traurigen Deal ein: Lasst unsere Gymnasien zufrieden; mit dem Rest könnt ihr machen, was ihr wollt. Die Geister, die ich rief...

Ernst-Günther Konrad | Mi, 3. Februar 2021 - 09:41

Treffender und wahrhaftiger Artikel. Was kann man von einer Sekte erwarten, die ihren eigenen Bildungsanspruch so niedrig ansetzt? Die grüne Familie freut es. Geld erarbeiten die ausgebildeten und mit Schulabschluss versehenen "Dummen". Das Geld ausgeben sollen die ohne Arbeitswillen und mit sozialen Zuwendungen versehenen "Cleveren".
Verkehrte Welt? Nein, alternativloses Leben im 21ten Jahrhundert.

Jens Böhme | Mi, 3. Februar 2021 - 11:03

Wer globalen Aufgaben wie Weltrettung, konstantes Meeresspiegelniveau und Klimakonservierung nacheifert, braucht nicht viel Bildung.

braucht es sehr viel Bildung, insbesondere MINT. Was aber nicht heißt, dass die fff-Kinder sie hätten. Schon Professor Heinz Haber, einer von den paper-clip-Leuten, dessen Weltraum-Filme ich in den 60er Jahren immer gerne gesehen habe, hat den Treibhaus-Effekt großartig erklärt und davor gewarnt. Alles noch in schwarz/weiß.
Glücklicherweise findet man ihn noch bzw. jetzt wieder im Internet.
Aber wenn man unter Stefan-Boltzmann (Müller - Tor!) irgendwas mit Fußball versteht, nützt es natürlich nichts.

Walter Bühler | Do, 4. Februar 2021 - 08:49

und auch die Kritik am Programm der Grünen ist richtig.

Man darf aber vor der Wahl nicht vergessen, dass die Berliner Misere nicht nur von den Grünen, sondern auch von der SPD und von der GEW angerichtet worden ist. Auch die Berliner Linke hat sich dem dramatischen Leistungsverfall nicht entgegengestellt.

Ich empfehle dennoch jedem, sich selbst die Lektüre des grünen Programms zuzumuten. Die "EINFACHE" Sprache, die der Sprach-Philosoph und Märchenerzähler Habeck hier durchgesetzt hat, zielt in ihrer infantilen Unschärfe und Allgemeinheit insgesamt auf die an Dummheit grenzende Halbbildung in unserer Gesellschaft.

Solch eine Sprache war früher in der Bild-Zeitung zu finden. Außer Seitenzahlen und Zahlen in der Kapitel-Gliederung werden Zahlen wie die Pest gemieden. Die Analysen und die Lösungsvorschläge für alle angesprochenen Probleme bleiben schwammig und undeutlich.

Unter dem Diktat dieser "EINFACHEN" Sprache werden wir uns noch nach der Sprache Merkels zurücksehnen.