SPD und CDU vor Europawahl - Sieht fast aus wie Absicht

Vor der Europawahl stellen sich SPD und Union inklusive der Spitzenkandidaten Katarina Barley und Manfred Weber alles andere als geschickt an. Die Volksparteien scheinen alles dafür zu tun, noch schlechter abzuschneiden als befürchtet

Pappfigur von Manfred Weber
Wenigstens als Pappfigur nicht farb- und konturenlos: eine Manfred-Weber-Attrappe bei einer CDU/CSU-Kundgebung / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Wie die Campaigner in den Wahlkampfzentralen vom Willy-Brandt- und Adenauerhaus wohl gerade so auf ihre Charts schauen. Und was sie sich wohl dabei denken mit Blick auf den Tag, an dem die Magnetwand endet, auf der sie die ganze Partitur des Wahlkampfes skizziert haben? „Läuft!“ – mit Sicherheit nicht.

Selten hat man einen so matten und müden Wahlkampf gesehen, der zugleich flankiert wird von einem traurigen und uneinigen Zustand innerhalb beider Volksparteien. Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert mag sich mit seinem Kapitalismus-Aufschlag des Zuspruches des DGB-Vorsitzenden Rainer Hoffmann erfreuen. Wenn er aber einmal an den Wahlständen seiner Partei vorbeischaute, dann könnte er die verheerende Wirkung seiner wirren Worte dort besichtigen.

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Maria Fischer | Mo, 13. Mai 2019 - 13:27

LiberalKonservativeMitte oder Union.
Die CDU ist vollkommen ausgelaugt. Sie kann weder wirtschaftliche-, noch konservative-noch freiheitliche Werte vermitteln.
Die Laschets, Mauz, Günthers, Bouffiers, Merkels haben zur Entkernung der Partei geführt.
Eine glaubwürdige Reformierung dieser Strukturen, sehe ich als nicht mehr gegeben an.
Siehe Baden-Württemberg oder Hessen.

Die FDP schafft es nicht ein eigenes Profil zu kreiiren. Sie hat aber gute Leute in den eigenen Reihen und ist wesentlich jünger aufgestellt.
Was würde gegen eine Fusion von 50% konservative Unionsanhänger und der FDP sprechen?
Die Partei würde 2 Parteivorsitzende haben und die derzeitigen Parteistrukturen könnten genutzt werden um eine schnelle Aufstellung zu ermöglichen.
Ein Kabinett Reitzle , Merz, Lindner, Teuteberg, C.Binninger, K.Schröder, Linnemann, .... das wäre eine gute, innovative, glaubwürdige LiberalKonservativeFreiheitliche Alternative für Deutschland und Europa.

Christa Wallau | Mo, 13. Mai 2019 - 14:20

Aus Ihren Worten, lieber Herr Schwennicke, sprechen Verzweiflung u. Wut eines Menschen, dessen Herz an der Sozialdemokratie hängt und der es bis heute nicht fassen kann, wie sich diese Partei zu ihren Ungunsten entwickelt hat.

Ich fürchte, daß es keinen Trost für Sie gibt.

Der Weg der SPD in die totale Veränderung - m. E. hin zu einer Migranten-Interessens-Vertretung - ist vorgezeichnet. Ein Mensch aus dem Ruhrgebiet wie Guido Reil (ein echter "alter" Sozialdemokrat) kann sich da nur mit Grausen abwenden.

Wenn es überhaupt noch Hoffnung für sie gibt, dann müssen sich die abgehängten Bio-Deutschen an die Linkspartei oder die AfD halten. Weder die CDU/CSU noch die FDP und erst recht nicht die Weltverbesserer-Partei der Grünen
rühren noch eine Hand für den deutschen Klein- und Mittelverdiener. Denen werden nur noch Almosen verteilt, während für andere Projekte Milliarden fließen.
Alle sind sie Europa- und Globus-orientiert. Da muß der deutsche Bürger leider sehen, wo er bleibt!

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 13. Mai 2019 - 14:46

Eine perfekte Analyse der beiden großen Parteien. In Ihrer Analyse haben Sie die Grünen mit ihrer Spitzenkandidatin ausgelassen.
Alle drei machen das Klima zum Hauptpunkt, so als gäbe es keine anderen Themen für die Bürger. Jeder Wähler erkennt hinter der geplanten CO2-Steuer sofort das Generieren neuer Steuermilliarden. Wer glaubt an die Entlastung der armen Menschen, wer glaubt, dass man mit Steuern nur die gut Situierten treffen kann? Das Klima wird hier zum Klassenkampf missbraucht, nach den (unwirksamen) Steuern kommen Diffamierung, Verbote und Bestrafung der „Umweltsünder“.
Wo bleiben bei uns Politiker mit Charisma und Geschick, die sich für unser Land und unsere Freiheit einsetzen?

Ernst-Günther Konrad | Mo, 13. Mai 2019 - 14:56

weil sie das selber Denken seit Merkels Amtsantritt eingestellt haben. Wer die Wähler über Jahrzehnte so belügt und jetzt sogar "braun" anstreicht und sich ideologisch und sprachlich im Hamsterrad bewegt, für den ist das Schicksal der Zentrifugalkraft vorgesehen. Er fliegt fulminant aus dem Rund. Das Verwerfliche ist aber, sie wissen das irgendwie und geben sich dennoch sicher. Warum? Im Zweifel werden halt alle Register einer wie auch immer gearteten Koalition geschmiedet, nur um Veränderungen zu verhindern und auch weiterhin ihre Pfründe zu sichern.
Merkel hat in all den Jahren die Querdenker weggebissen und die SPD hat einfach den Trank des polithistorischen Vergessens getrunken. Jetzt wollen sie sich erinnern, nur die Amnesie hält an.
Da nützt auch der Trunk aus Kevins Gemisch nichts.
Eines kann ihnen gefährlich werden, wenn ihre großen Finanzlügen platzen, denn auch sie brauchen Geld und die Arbeitskraft, die es erwirtschaftet. Mit Weber und Barley führt der Blinde den Tauben.

EX-Köllner Dr. Adenauer und Karl De Gohl treffen sich. Der Franzose fragt: Sie waren NAZI?

Adenauer antwortet. Nö, nich ma 4711 bei NAPOLEON.

Und EUROPA heute? - Weder kennt die "JUGEND" europäische Geschichte noch interessiert sie sich für etwas anderes als die neuestes SMARTPHONES.

Mit "Merkel & Refugees" ist moralisch sie beglückt.

Auf die Frage: "Wem hat der Kaiser die Kleider geklaut?" täten 37% antworten, 21 % rätseln und der REST die ANTIFA mit der UNO verwechseln ...

nur die Amnesie hält an."...nun, das ist doch einen Lacher wert, Herr Konrad!
"Man kann auch Déjà-vu und Amnesie zeitgleich haben: Genau das habe ich irgendwann schon mal genauso vergessen." (Unbekannt)

Beate Weikmann | Mo, 13. Mai 2019 - 15:19

Erstaunlich, das mehr von Frau Barley und Herrn Weber erwartet wird, spiegeln sie doch unsere derzeitige farblose Politik ohne jeglichen Schwung wieder. Weit weg von der Realität der Bürger und deren Bedürfnissen und Nöten werden Floskeln und hanebüchene Themen vertreten für die niemand mehr Verständnis aufbringen kann. So gewinnt man keine Blumentöpfe und schon gar nicht das Vertrauen von Wählern, wenn deren Anliegen in keiner Weise mehr vertreten sind!

Holger Stockinger | Mo, 13. Mai 2019 - 19:23

In reply to by Beate Weikmann

im GROKO-Deutschland ist so "vergrünt", dass im "Bayerisches Ärzteblatt" die GRÜNEN als Wahlhilfe für ÄrztInnen mit Bürgerversicherung an erster Stelle plaziert sind. Und "ganz natürlich" folgen auch noch andere Parteien für HURRA Europa! - Die einzige Oppositionspartei in Deutschland (AfD) scheint für Tante DOKTOR der Redaktion des Blattes so zu sein, wie der Arbeiter-Samariter-Bund es auch hält: Wer AfD für eine Partei nimmt, darf keinen Erste-Hilfe-Kurs mehr "veranstalten", ... wegen Demokratie-Feind! ...

Karin Busch | Mo, 13. Mai 2019 - 16:15

könnte man fast sagen. Danke Herr Dr. Schwennicke für diese Zeilen. Sie haben es auf den Punkt gebracht. In keiner der Parteien wird gezielt und vorausschauend gearbeitet. Man ist nur noch mit sich selbst beschäftigt. Es ist ein Trauerspiel. " Klein Kevin", Krawallmacher vom Dienst, hat seiner Partei mindestens 5 Sargnägel beschert. Frau Barlay , man möge mir verzeihen, ist keine Politikerin, die andere Menschen überzeugen kann. Man hat das Gefühl, sie steht nicht hinter den Worten, die sich von sich gibt. Wer Viel- und Kinderehen unter dem Deckmantel des Kindeswohls verteidigt, wer das Wahlalter auf 16 Jahre herab setzen möchte, wer in Europa alle Kernkraftwerke schließen möchte, bedient die "Grüne" Partei in der Hoffnung, Wählerstimmen zu generieren. Empfehlenswert wäre das Gespräch mit Kernphysikern zu suchen, z. Bsp. mit Herrn Ruprecht. Aber nein, wir verschandeln unsere Natur mit Windkrafträdern, ohne zu wissen, welche Folgeschäden in den nächsten Jahrzehnten auf uns zu kommen.

Norbert Heyer | Mo, 13. Mai 2019 - 18:10

Alle Parteien in Deutschland fehlt es an Zuversicht für die Zukunft. Es scheint, man richtet sich schon langsam darauf ein, dass die deutsche Politik eine komplette Kehrtwendung hinlegt. Die Union verteidigt keine festgelegte Position, sondern hat die Beliebigkeit der raschen Meinungsanpassung bis zur Perfektion verfeinert. Die SPD vertritt in vielen Punkten - Enteignung, Migration, Klimawandel - Positionen, die auch von einem Politbüro stammen könnten. Und das allerschlimmste ist: Die schwachen Politiker der Bundespolitik werden von den Politikern der EU noch getoppt. Kein einziger der hochbezahlten Politdarsteller hat auch nur im Ansatz eine Vorstellung von der Zukunft für die EU. Wenn nur eines der ungelösten Probleme eskaliert, werden wir einen Hühnerhaufen erleben, der nicht den Hauch von Autorität und Fachwissen ausstrahlt, um existenzgefährdende Situationen zu meistern. Die EU wird sich weiterhin in Kleinigkeiten verzetteln und hat letztendlich in dieser Form keine Zukunft mehr.

Christoph Kuhlmann | Mo, 13. Mai 2019 - 18:46

Schwarz-Grün. Am besten die Union wartet mit der politischen Willensbildung bis nach der Wahl und orientiert sich dann am Koalitionspartner. Die CDDU hat erkannt, dass man den Wähler besser nicht mit politischen Inhalten belästigt und jemanden an die Spitze setzt, bei dem das Zuhören sowieso nicht lohnt. AKK übt ja schon bei der Stilblütenkreation. Allerdings sind sie noch ein bisschen zu intellektuell. Die Bräsigkeit ist ganz wichtig dabei.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 13. Mai 2019 - 19:07

mit Nordstream?
Ich würde eher sagen, dass Merkel evtl. wieder andere ihre Politik durchsetzen lässt.
Eine Person so frei von jeder politischen Aussage ist mir in der Politik noch nicht untergekommen.
Wofür Steinmeier gescholten wird, das Wörtchen "geeint", sprach auch Merkel.
Ist das nun leere Politik?
Nein, denn dadurch geschehen evtl.manche Dinge und gedeihen besser, als wenn man darüber gesprochen hätte.
Traurig

Denn n-tv meldet, dass sich Frau Merkel jetzt verstärkt um Europa kümmern möchte.
Es hätte also heissen können, Merkel will Europa, die EU einen?
Wenn es nicht so abwegig wäre, dass ausgerechnet Merkel dazu geeignet wäre, man könnte lachen, so aber kann man sich auch fürchten. - Ich glaube ihre Betonung lag auf militärische Fortschritte. -
Denn das Procedere des Vereint-werden durch Merkel wird evtl. dann auch nur nachgereicht.
Es fragt jedoch zunächst niemand, weil sie sich ja immer an die Seite derjenigen stellt, die etwas entwerfen, darlegen können.
Eine leere Blase wird aufgebaut, in die dann Frau Merkel als eigentlich unbeschriebenes Blatt hineinspringt, nur beleumdet durch alles, was andere sprachen und eher selbst bekannt, als mal dies oder das vertretend.
Das ist nicht wirklich ein Vabanque-Spiel oder Russisch-Roulette, es könnte fatal sein.

Jürgen Keil | Di, 14. Mai 2019 - 10:53

P. Sloterdijk schrieb in "Neue Zeilen und Tage" im Zusammenhang mit der Wahl Otto Habsburgs in das EU- Parlament (Seite 134):
„Das Schicksal hatte die Bosheit, ihn als Abgeordneten nach Straßburg zu versetzen, wo er auf Europas Auswahl an entsendungsfähiger Unbegabung traf.

Ernst-Günther Konrad | Mi, 15. Mai 2019 - 07:44

Es stehen EU-Wahlen an und die SPD versteckt sich.Ich war gestern in einem kleinen Ort hinter Mainz. Dort war ein Wahlplakat des örtlichen Europaabgeordneten groß am Laternenmast aufgehängt. Nettes Gesicht, der Mann wirkt fröhlich und vertrauenserweckend. Ich dachte als Hesse für mich, mal sehen für welche Partei der antritt? Jo, ich suchte und suchte und fand erstmal .... genau nichts. Nun weis ich ja, dass es auch auf dem Wahlplakat aufgedruckt sein muss, wer sich verantwortlich im Sinne des Gesetzes bezeichnet. Ich wurde fündig. In Schriftsgröße 10 unten am Rand, kaum sichtbar las ich ich sodann der Ortsverband der SPD. Ein Versehen? Absicht? Was soll mir das sagen?
Die Bürger sollen also jemand wählen, der sich für seine parteiliche Herkunft scheinbar schämt und hofft, von denen die ihn kennen aus Versehen gewählt zu werden, weil andere Parteien in dem kleinen Ort keine Plakate aufgehängt haben. Passt irgendwie zur SPD. Mitreden wollen, Durcheinander erzeugen, aber anonym bleiben.

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