Schlecht beraten? Christian Drosten und Lothar Wieler am Beginn der Pandemie / dpa

Fünf Jahre Corona - Der blinde Fleck der Pandemiepolitik

In der Coronakrise wollten deutsche Politiker um jeden Preis Risiken vermeiden. Gerade das aber hat möglicherweise die Risikolage erst richtig verschärft. Der Risikoforscher Peter M. Wiedemann nimmt unbequeme Wahrheiten über das deutsche Pandemiemanagement unter die Lupe.

Autoreninfo

Peter M. Wiedemann war Direktor der sozialwissenschaftlichen Programmgruppe „Mensch, Umwelt, Technik“ am Forschungszentrum Jülich. Danach war er Sprecher des Wissenschaftsforums EMF in Berlin. Lehrtätigkeit am Institut für Psychologie der der Universität Innsbruck. Seit 2013 ist Wiedemann im Ruhestand. Er war bis 2020 Honorary Professorial Fellow an der University of Wollongong in Australien. Seitdem ist er Adjunct Professor an der Monash University Melbourne, School of Public Health and Preventive Medicine.  

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Politische Entscheidungen führen immer wieder mal ins Desaster. Das hat schon die US-Historikerin Barbara Tuchmann in ihrem Buch „Torheit der Regierenden" nachgewiesen. Und auch für die deutsche Corona-Politik stellt sich die Frage, wie rational die Entscheidungen in der Pandemie waren. Haben sich die Entscheidungen der Politik als richtig erwiesen? Und hat die Politik bestmöglich entschieden? Wurden die richtigen Experten für die Beratung der Politik hinzugezogen? War die Beratung so organisiert, dass die Politik bestmöglich beraten wurde? Insbesondere, wie ist die Politik mit Worst-Case-Szenarien zu Infektion, Krankheit und Sterben umgegangen? Was hat die Entscheidungsqualität der Politik beeinträchtigt? Und hat die Politik, bei der Festlegung der Kommunikation zu ihren Entscheidungen, die möglichen Folgen ihres Kommunikationsansatzes beachtet?

Es ist Konsens der Gesundheitspolitiker in Deutschland, jedenfalls der meisten, dass eine kluge Pandemiepolitik auf wissenschaftliche Expertise angewiesen ist. Aber welche Experten wurden zu Coronazeiten eingebunden? Waren es die richtigen? Im Frühjahr 2020 wurde die Politikberatung ausschließlich von Virologen und Physikern dominiert. Erstere boten Instrumente zum Virusnachweis, letztere offerierte mathematische Modelle zur Entwicklung der Pandemie, die einen Blick in die Zukunft wagten. Anzutreffen war dieser Expertenmix auch bei der der ersten Sitzung der Bund-Länder-Konferenz am 13.3.2020, die während der Pandemie die entscheidende politische Steuerungsinstanz war.

Eingeladen waren hierzu drei Wissenschaftler: der Virologe Christian Drosten, der Veterinärmediziner Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), und der Pharmakologe Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité. Bekannt ist, dass es zumindest zwei Vorträge gab, die die Politik wesentlich beeinflussten. Ein Vortrag stammte von Christian Drosten. Recherchen von Journalisten des Spiegel, der Süddeutschen Zeitung und von The Pioneer deuten darauf hin, dass die Ausführungen von Drosten wesentlichen Einfluss auf die Schließung der Schulen im März 2020 hatten. 

Natürlich äußerten sich auch andere Virologen in dieser Phase der Pandemie ähnlich. Drosten allerdings trug seine Ansichten den Entscheidern von Bund und Ländern vor. Dabei stellte er eine Studie vor, die er, wie er selbst angab, in der Nacht zuvor von einer amerikanischen Kollegin zugesandt bekommen hatte. Es handelte sich um eine Analyse der Schulschließungen und des Verbots von Massenveranstaltungen auf den Verlauf der Spanischen Grippe 1918–1919 in verschiedenen amerikanischen Städten. 

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass beide Maßnahmen die Übersterblichkeit reduziert hatten. War Drosten noch am Vortag gegen Schulschließungen, plädierte er am 12.3.2020 dafür.

Allerdings war die von Christian Drosten so hoch eingeschätzte Studie im Nationalen Pandemieplan Teil II, den Wissenschaftler des RKI federführend verfasst hatten, eher kritisch bewertet worden. Dort heißt es, bezogen auf diese Studie, dass es fraglich sei, „inwieweit die Erfahrungen aus der Pandemie 1918 auf heutige Verhältnisse übertragbar sind”.

Auch der Vortrag des RKI-Präsidenten Lothar Wieler war für die weiteren politischen Entscheidungen zur Pandemiepolitik relevant. Wieler skizzierte Szenarien, die abschätzen, wie sich die Covid-19-Erkrankungen, die erforderlichen Krankenhausbetten, die benötigten Betten auf Intensivstationen sowie die Anzahl der Covid-19-Todesfälle in den kommenden Monaten entwickeln könnten.

Obwohl es sich um Möglichkeitsbeschreibungen handelte, war die Wirkung des Vortrags von Wieler auf die Anwesenden enorm. Spätere Aussagen der Beteiligten legen das nahe. Der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow, spricht in einem Interview mit der Zeit von einer gespenstischen Situation. Angst und Sorge machten sich breit und weckten die Bereitschaft, einen weitreichenden Lockdown auf den Weg zu bringen. Der folgte bald und blieb das Mittel der Wahl. Erst im März 2023 wurden die letzten 
angeordneten Schutzmaßnahmen aufgehoben.

Was hat diese Politik so lange am Leben gehalten? Die Entscheidungsfindungen, die dabei eine wesentliche Rolle gespielt haben, sollen im Weiteren genauer beleuchtet werden.

Die Auswahl der Experten

Wenn die bundesdeutsche Politik ein Wissensdefizit hat, greift sie gewöhnlich auf Experten zurück, so auch zu Zeiten der Coronapandemie. Aber welche Experten sind die richtigen für die Politik? Genauer: Welche Experten liefern unter Bedingungen von Nichtwissen und Unsicherheit einigermaßen verlässliche Einsichten, an denen die Politik sich orientieren kann? 

Zur Beantwortung dieser Frage helfen die Arbeiten von Philip Tetlock. Der Psychologe kommt, basierend auf einem langjährigen Forschungsprojekt (1984–2004), das sich mit „expert political judgement" befasste, zu interessanten Einsichten. Er unterscheidet zwei Typen von Experten: Igel und Füchse. Igel sind Experten, die von einer Sache alles wissen. Füchse sind Experten, die von vielen Sachen etwas wissen. Füchse, so Tetlocks zentraler Befund, liefern die besseren Prognosen. 

Was macht der Expertentyp „Füchse“ besser? Füchse sind breiter aufgestellt, d.h. ihr Wissensbereich ist umfangreicher. Füchse neigen, im Vergleich zu Igeln, zudem weniger zu Selbstüberschätzung. Wenn sie mit einem Lösungsansatz nicht weiterkommen, sind sie eher bereit, umzudenken. Die Denkweise von Füchsen ist open-minded: Sie sind bereit, eigene Fehler anzuerkennen und aus ihnen zu lernen.

Die Einsichten der Tetlock-Studie lassen sich auch für die Auswahl der Experten nutzen, die die Politik während einer Pandemie beraten sollen. Auch hier wäre es richtig, auf Experten zu setzten, die sich selbst nicht überschätzen und die interdisziplinär denken können. So bleibt festzuhalten, dass es bei der Auswahl von Experten für die Politikberatung insbesondere darauf ankommt, open-minded Experten einzubeziehen, die mit anderen Experten zusammenarbeiten können. Es wäre riskant, nur auf Experten vom Typ Igel zu setzen, die sich selbst an der Spitze der Wissensproduktion sehen und denen Gegenstimmen eher lästig sind. Bei komplexen Problemen, über die nur unsicheres Wissen vorliegt, gilt für die Expertenauswahl: Teamfähigkeit geht vor individueller Brillanz.

Mögliche Selbstzensur

Expertengremien sind anfällig für Groupthink. Damit ist folgendes gemeint: Gruppenbezogener Uniformitätsdruck und moralische Exklusivitätsannahmen in einer Gruppe führen zu Unfehlbarkeitsüberzeugungen. Damit sind Fehleinschätzungen vorprogrammiert. Wer Roger Pielkes Veröffentlichung „Honest Broker” über Experten und Politikberatung kennt, der weiß zudem, dass Experten nicht immer vorurteilsfrei urteilen. Das hat der Psychologe Mahoney bereits 1977 mittels einer experimentellen Studie nachgewiesen.

Wissenschaftler gehen mit Studien dann besonders kritisch um, wenn sie mit deren Schlussfolgerungen nicht einverstanden sind, verglichen mit denen, gegenüber denen sie positiv eingestellt sind. Eine neuere Befragung, gerichtet an Psychologieprofessoren in den USA, macht auf eine bedenkliche Tendenz zur Selbstzensur aufmerksam. Geht es um gesellschaftliche Tabuthemen, so formt der Gruppendruck die veröffentliche wissenschaftliche Meinung. Kritische Stimmen sind leiser, um sich keine Nachteile einzuhandeln. 

Jenseits von Tabuthemen gilt: Treffen Wissenschaftlern mit unterschiedlichen Wissensbezügen, Interessen und politischen Wirkabsichten aufeinander, so verschärft sich die Kontroverse. Kompetenzduelle bestimmen dann die Tagesordnung und blockieren nicht nur die Klärung wissenschaftlicher Sachverhalte, sondern auch den Transfer von Wissen in die Politik. 

Das zeigte sich z.B. im Falle des Cochrane Reviews von Ende Januar 2023 zum Nutzen von Masken gegen Atemwegsinfektionen. Dort wurde festgestellt, dass es nur geringe oder gar keine Effekte auf das Auftreten von Influenza- und Covid-19-Erkrankungen gibt. Das stieß, freundlich formuliert, auf heftige Kritik. Karla Soares-Weiser, Chefredakteurin der Cochrane-Bibliothek, entschuldigte sich für die missverständliche Darstellung der Befunde. Im Grunde aber ging es um die obige Differenzierung: Was im Labor unter kontrollierten Bedingungen funktioniert, muss nicht im Alltag funktionieren. 

Was tun? Das „Adversarial Collaboration Project“, das von C. Clark und Ph. Tetlock an der University of Pennsylvania gegründet wurde, kann helfen. Dessen Ziel ist es, wissenschaftliche Kontroversen produktiv zu machen. In einem konstruktiven Dialog loten die sich widersprechenden Experten ihre fachlichen Konsense aus. Genauer, beide Seiten sollen sich auf eine empirische Studie einigen, um ihre Kontroverse mittels empirischer Evidenzen zu entscheiden. Vorbedingung für dieses Prozedere ist es, dass die Gegner die Argumente ihrer Opponenten ernst nehmen und sie nicht auf ein Strohmann-Argument reduzieren. Die Einigung erfolgt in Teilschritten: Zunächst geht es um die Einigung auf ein Forschungsdesign (Welche Daten werden benötigt und wie sind diese zu erlangen?), danach um die Verständigung über die Durchführung einer Studie (Welche Art von Untersuchung ist dafür geeignet?) und schließlich um die Interpretation der Befunde (Was sagen uns die Daten?).

Ohne professionelle Unterstützung, so das Fazit, ist die Zusammenarbeit von Experten mit konträren Ansichten kaum produktiv zu gestalten. Auf diese zu verzichten, ist gerade dann nicht ratsam, wenn es um wichtige Fragen geht und Wissensunsicherheiten 
dominieren. Für künftige Pandemien folgt daraus, beim Einholen wissenschaftlicher Expertise auf professionelle Verfahren zu setzen, z.B. auf Adversarial Collaboration. 

Derartige Verfahren sollten bereits im Vorfeld von politischen Entscheidungen durchgeführt werden, sodass deren Ergebnisse in politische Entscheidungsgremien, die meist unter Zeitdruck stehen, mühelos eingespeist werden können. Allerdings kann sich 
die Politik nicht darauf verlassen, dass sich solche Kooperationen im Selbstlauf initiieren. Es bedarf auch des politischen Willens dazu.

Der schlimmste Fall als Treiber

Szenarien sind keine Prognosen, sondern modellbasierte Illustrationen von möglichen Entwicklungen. Sie haben zwar den Vorteil, dass eines der Szenarien mit hoher Wahrscheinlichkeit zutreffend sein kann, vorausgesetzt, die ganze Bandbreite mögliche Zukünfte wird beschrieben. Der Nachteil ist, dass Modellierungen mit Szenarien aber in der Regel ausklammern, mit welcher Wahrscheinlichkeit welche Szenarien eintreffen werden. Deshalb sind sie nicht sonderlich nützlich. Ihnen fehlt die Präzision; sie sind nicht gut genug kalibriert. Denn worauf sollte sich die Politik z.B. einstellen: auf 5000, 10.000 oder auf 120.000 Intensivbetten, die in den nächsten Monaten parallel benötigt werden? 

Das bleibt offen, denn welches Worst-Case-Szenario ist zu erwarten? Zu klären wäre, welche Szenarien möglicherweise zu spekulativ sind, welche zu übertrieben. Auf welches der Szenarien sollte die Politik dann setzen? Das ist auch eine Frage nach dessen 
Eintrittswahrscheinlichkeit.

Fatalerweise wird aber, wenn die Frage der Wahrscheinlichkeit der Szenarien ausgeklammert bleibt, in der Regel dem schlimmsten Fall die größte Aufmerksamkeit geschenkt. Das macht Worst-Case-Szenarien zu Treibern, die die Politik maßgeblich beeinflussen. Je schlimmer die Weltuntergangsprojektionen, desto entscheidungswirksamer werden sie. 

Die Szenarien zur Coronapandemie hätten also zumindest auf ihre Wahrscheinlichkeit hin abgefragt werden müssen. Wenn eine Wahrscheinlichkeitsabfrage ausscheidet, weil es darüber kein Wissen und nur vage Vermutungen gibt, bedarf es anderer Kriterien, die es der Politik ermöglichen, eine Bewertung vorzunehmen. Dass das möglich ist, zeigt die Praxis des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). 

Das IPCC bewertet Szenarien zu möglichen Effekten der Klimaveränderung und charakterisiert deren Unsicherheiten schon seit 2010 mit Hilfe standardisierter Einschätzungsverfahren. Diese liefern Informationen, die es der Politik erlauben, fundierter über die Belastbarkeit der angebotenen Szenarien zu urteilen.

Risiken von Maßnahmen

Ein weiterer Umstand bedarf ebenfalls der Klärung. Die Politik hätte davon ausgehen müssen, dass es keine risikofreien Maßnahmen der Pandemiebekämpfung gibt. Leider wurde das nicht immer anerkannt. Karl Lauterbach twittert im Sommer 2022: „Und zusätzlich geht es darum, weshalb eine Minderheit der Gesellschaft eine nebenwirkungsfreie Impfung nicht will, obwohl sie gratis ist und ihr Leben und das vieler anderer retten kann.” Eine solche pauschale Aussage ist jedoch immer angreifbar. Denn die Reduktion eines Risikos setzt in der Regel andere Risiken frei. Im Falle der Impfungen: Nebenwirkungen. Im Falle von Besuchsverboten in Pflege- und Altenheimen vereinsamen deren Bewohner. Somit erhöht sich das Sterberisiko. Lebensschutz um jeden Preis kann auch Leben kosten.

Die Notwendigkeit, externe Effekte der eigenen Entscheidungen zu bedenken, gilt immer. Politik hat die Risiken der Maßnahmen zur Risikoreduktion in den Blick zu nehmen. Für Schulschließungen hätte abgeschätzt werden müssen, ob deren Schaden nicht größer ist als deren Nutzen. Warum aber blieb das aus? Eine Erklärung ist die Engführung der Problemdefinition auf ein einfaches Vermeidungsziel (die Virusinfektion ist einzudämmen), anstatt zu fragen, wie die Gesellschaft möglichst ohne unmittelbare und Folgeschäden durch die Pandemie gebracht werden kann. 

Für die Zukunft heißt das: Szenarien sind notwendige Orientierungshilfen in einer Pandemie. Sie bedürfen aber einer Bewertungshilfe, um sie besser für politische Entscheidungen nutzen zu können. Zudem ist eine Risiko-Risiko-Perspektive einzunehmen. Die externen Auswirkungen der eingeführten Schutzmaßnahmen sind zu betrachten. 

Auch wenn die Komplexität damit steigt, sollten integrierte Risikoabschätzungen eingesetzt werden, die nicht nur die Risiken der Ausbreitung der Pandemie betrachten, um dann über geeignete Schutzmaßnahmen zu entscheiden, sondern auch, welche 
Risiken durch die eingesetzten Maßnahmen bewirkt werden können.

Sicherheit fördert riskantes Handeln

Wenn diejenigen Experten ausgewählt wurden, deren fachliche Inputs methodisch abgefragt und deren Pandemieszenarien für die Entscheidungsfindung verständlich aufbereitet vorliegen, und das Entscheidungsproblem angemessen strukturiert ist, steht die Qualitätssicherung der Entscheidungen zur Pandemiepolitik an. Entscheidungsfallen sind zu erkennen und Urteilsfehler abzustellen. 

Vordringlich ist es, nicht in einen blinden Alarmismus zu geraten, weil dieser „Koste was es wolle“-Entscheidungen aktiviert und stabilisiert. Die Folgen sind überschießenden Reaktionen, die sich fortpflanzen; erlassene Corona-Verhaltensregeln werden streng
ausgelegt und noch strenger kontrolliert.

Weiterhin wäre einer fatalen Tendenz entgegenzuwirken: der Tendenz zum Weiter-so, mehr vom Gleichen, ist nicht immer sinnvoll. Oft geht diese Tendenz einher mit einem unrealistischen Optimismus hinsichtlich der Wirkung der Schutzmaßnahmen. So zeigen Labortests, dass FFP2-Masken die Infektionsrisiken drastisch reduzieren, aber nur unter idealen Bedingungen, die im Alltag nicht oder kaum gegeben sind: Willens zu sein, die Maskenpflicht immer umzusetzen, Masken passend zur Gesichtsform, korrekter Sitz und korrektes Abnehmen der Maske. Zudem ist ein Effekt zu beachten, der in der Fachsprache „Risikohomöostase" heiß: Menschen, die sich sicher glauben, handeln riskanter. 

Die damalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, blendete solche Überlegungen allerdings aus. Sie meinte in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen im Februar 2022: „Der Mund-Nasen-Schutz ist eine der wirksamsten Maßnahmen, die wir haben.“ Das war eine starke Aussage. Sicherlich mit guter Absicht, aber riskant. Denn so genau wusste man das nun wirklich nicht, wie das ein Jahr später die Kontroverse um das Chocrane Review zum Maskentragen zeigte. 

Es gilt also immer sorgsam zu prüfen, ob die eingeführten Maßnahmen den Nutzen haben, der versprochen wird. Das wurde allerdings nicht konsequent verfolgt. Um dennoch die Öffentlichkeit vom Nutzen der durchgeführten Schutzmaßnahmen zu überzeugen, wurde davon ausgegangen, dass es ohne die gewählten Maßnahmen zu massiven Krankheits- und Todesfällen gekommen wäre. 

Ende April 2020 hat Christian Drosten in einem Interview mit der englischen Zeitung The Guardian auf diese Weise argumentiert. Er beklagte, dass Teile der Öffentlichkeit die Notwendigkeit der Pandemiemaßnahmen bezweifeln, weil die Intensivstationen ja halbleer geblieben seien. Das sei aber eben nur wegen der Maßnahmen so gewesen. Mit seiner Kritik an der Öffentlichkeit hat Drosten zwar recht, aber seine eigene Erklärung ist ebenfalls problematisch. Es handelt sich hierbei um eine Rechtfertigung auf fehlender Grundlage. Unterstellt wird: Weil es die Maßnahmen gab, müssen sie auch erfolgreich gewesen sein. Das ist zwar möglich, bewiesen ist jedoch nichts.

Die externen Effekte der Pandemiepolitik können auch auf eine andere Weise ausgeblendet werden. Während die Risiken von Schutzmaßnahmen, wie z.B. Schulschließungen, sich erst in ferner Zukunft zeigen, ist deren Nutzen für die Eindämmung der Virusverbreitung unmittelbar. Verluste, die in der Zukunft liegen, werden aber in der Regel als weniger schlimm eingeschätzt als solche, die uns heute treffen können. Es ist so zumindest psychologisch plausibel, dass die in der Zukunft liegenden externen Effekte von Lockdownmaßnahmen aus dem Blickfeld gerieten. Dem wäre künftig entgegenzuwirken.

Freunde und Feinde

Schließlich erfordert jedwede Pandemiepolitik die Akzeptanz der Bevölkerung. Je strikter die Maßnahmen, desto mehr sind sie auf Akzeptanz angewiesen. Politik hat also zu bestimmen, welche Art von Kommunikation sie aufbauen will, um Akzeptanz zu fördern. Dabei ist auch zu bedenken, zu welchen unerwünschten Effekten die gewählte Kommunikationsstrategie führen kann.

In Pandemiezeiten wurde eine auf Überredung angelegte Kommunikation favorisiert. Die Bevölkerung sollte die Notwendigkeit der auferlegten Schutzmaßnahmen einsehen und die auferlegten Einschränkungen ihrer Grundrechte solidarisch akzeptieren. Die damit einhergehende moralistische Aufrüstung der Pandemiepolitik ging einher mit der Differenzierung in Freunde und Feinde. Freunde waren solche, die alle erforderlichen Maßnahmen unterstützten. Feinde waren die Uneinsichtigen, eben die, die Lockdowns ablehnten, skeptisch gegenüber Schulschließungen waren und den Nutzen des Maskentragens bezweifelten. Diese Freund-Feind-Polarisierung tendierte zur Absolutsetzung. Schon wer nach der Evidenz für die etablierte Pandemiepolitik fragte, stieß auf ablehnende Kritik oder wurde zum moralischen Verdachtsfall erklärt.

Gesellschaftspolitisch war diese Freund-Feind-Aufstellung fatal. Die ihr eigene moralische Empörung gegenüber den Uneinsichtigen vergiftete den öffentlichen Diskurs. Sie hatte zudem politische Auswirkungen. Eine Studie von Soziologen der Universität Basel belegt, dass die eher älteren und akademisch gebildeten Grünen- und Linken-Wähler, die die Mehrheit unter denen ausmachten, die 2020 gegen die Coronamaßnahmen protestierten, sich auf die AfD zubewegten. Demnach beförderte die gewählte Kommunikation eine Abwanderung in das rechte politische Spektrum.

Die Kommunikation der Regierenden hätte vielmehr darauf abzielen müssen, einer gesellschaftlichen Polarisation entgegenzuwirken. Denn bei Polarisierungen spielt neben dem Dissens in der Sache auch die Tonalität der Kommunikation eine Rolle. Kontroversen über den richtigen Umgang mit der Pandemie hätte nicht noch durch die Freund-Feind-Aufspaltung verstärkt werden müssen.

Festzuhalten bleibt: Ob Entscheidungen bestmöglich getroffen werden, ist im Wesentlichen eine Frage der Organisation der Entscheidungsfindung, der dazu eingesetzten Instrumente sowie der Überzeugungen und Einstellungen der Entscheider.

Was ginge sofort, um besser entscheiden zu können? Wenn das Framing des Entscheidungsproblems in einem Klima nüchterner und reflektierter Achtsamkeit erfolgt, ließen sich Entscheidungsfallen vermeiden. Weiterhin erforderte es keine disruptive Veränderung der Politikberatung, diverse wissenschaftliche Meinungen anzuhören und strukturierte Verfahrensweisen der Informationsbeschaffung einzuführen. Solche Verbesserungen sind, wenn sie gewollt werden, rasch und ohne große Kosten möglich.

Weitaus schwieriger zu lösen sind die Probleme, die mit der Nervosität der politischen Entscheider zusammenhängen, die der Passauer Juraprofessor Tristan Barczak in seinem Buch über den nervösen Staat als strukturelles Problem ansieht. Nervosität macht Entscheider anfällig für Untergangsprognosen. Sie erschwert eine nüchterne Einschätzung von krisenhaften Entwicklungen sowie die Abwägung von Handlungsalternativen und bahnt einem charismatischen Führungsstil den Weg, der auf Gefolgschaft durch „Gefühlslagen“ setzt. In einem affektiv aufgeheizten gesellschaftlichen Klima ist der Hang zu einem charismatischen Politikstil zwar verständlich, aber Politik, die dem verfällt, riskiert den gesellschaftlichen Frieden.

Die Nervosität der Entscheider, die auch durch ihre Angst vor Schuldzuweisung bedingt ist, sie könnten nicht genug für den Lebensschutz getan haben, ließe sich eindämmen. Zum einen durch Klauseln, die die Geltung der pandemiebezogenen Schutzmaßnahmen vorab zeitlich begrenzen. Und zwar in kürzeren Abständen, noch während des pandemischen Geschehens. Zum anderen durch Klauseln, die immer wieder Evaluationen der Schutzmaßnahmen festlegen. Auf diese Weise ließen sich Fehlentwicklungen erkennen und korrigieren. Damit könnte eine konsequente lernende, evidenzbasierte Pandemiepolitik umgesetzt werden. Ein weiterer Vorteil wäre es, mehr gesellschaftliche Akzeptanz zu gewinnen. Denn auch für Kritiker und Skeptiker wäre zu erkennen, dass die Pandemiepolitik offen für Verbesserungen ist.

Die Politik müsste sich jedoch von einer Maxime trennen, die Habermas als Ziel der Pandemiepolitik einforderte: absoluter Lebensschutz als Staatsziel. Denn eine Politik, die verspricht, alle Infektions- und Todesfälle auszuschließen, ist nur um den Preis eines fortdauernden Ausnahmezustands zu haben. Gerade, wenn sich Risiken durch die gewählten Schutzmaßnahmen nicht zum Verschwinden bringen lassen, ist das Ziel des Nullrisikos illusorisch. Fatalerweise trifft das auch für die Coronapandemie zu, denn bislang ist durch Impfen keine sterile Immunität möglich. Die Orientierung an einer Pflichtethik, die dennoch auf absoluten Lebensschutz ausgerichtet ist, führt zu Folgen, die sich treffend mit der Formulierung von Aron Wildavsky beschreiben lassen: „No risk is the highest risk of all”.

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Ernst-Günther Konrad | Mo., 27. Januar 2025 - 11:25

Was soll man davon halten. Dieser Mensch, der Drosten und anderen höchste Auszeichnungen überreichte fordert nun in den Msm Aufklärung? Echt jetzt? Und wie soll die aussehen? Wieder nur genehme "Experten", die sich bemühen, die Wahrheit erneut zu verzerren, umzudeuten, zu verschweigen, zu verdrehen, damit die Verantwortlichen ungeschoren bleiben? Steinmeiner will Aufarbeitung? Er wäre mit der erste der gehen müsste, weil auch er in das gleiche Horn geblasen hat, wie die willfährigen Coronalügner auch und viele Menschen verurteilt, diskriminiert und diffamiert hat. Mithalf Druck aufzubauen und vor allem Gesetz unterschrieb, die unser aller Grundrechte erheblich einschränkten. Was Sie hier feststellen Herr Wiedemann, dass wissen wir doch inzwischen alle, das haben viele von uns bereits von Anfang an gefordert, das brach kritischen Stimmen das Genick. Sie wurden teils ihrer Existenzen beraubt, weil auch sie bereits das forderten, was sie jetzt hier so "lapidar" feststellen.

Aufarbeitung? Das ist alles nur Schauspiel, auch die Äußerung von BP Steinmeier ist nur eine Nebelkerze. Die Mehrheit der Verantwortlichen in Politik, Gesundheit und Lügen-Mainstream ist dagegen.
Nur die AfD kann hier forcieren, deshalb muß sie über 25% der Wahlstimmen bei der BTW gehoben werden, besser noch stärkste Fraktion im BT werden.

Am Ende würde der Genosse bunte Präsident im Majestatis pluralis wieder zugestehen: 'WIR haben Fehler gemacht.' Gemeint ist: wir alle - also eigentlich niemand.
Ich möchte es nur ein einziges Mal erleben, daß von dieser ganzen Kammarilla jemand sagt: 'ICH. ICH habe Fehler gemacht und 'Kritiker' mit niedergeschrien. Das tut mir beides leid. ICH übernehme Verantwortung. ICH verzichte auf meinen Posten (und das Geld).

"Ich" hat er nach meiner Erinnerung auch schon gesagt.

Der Satz ging so los: "Auch ich habe den Fehler gemacht..."

An den genauen ZUsammenhang erinnere ich mich leider nicht
mehr und möchte lieber nichts Falsches schreiben.

Aber dieses "Auch ich..." hatte mich damals sehr geärgert und ist
eigentlich bezeichnend für ihn.

MfG

Wilfried Düring | Mo., 27. Januar 2025 - 12:10

'Und zusätzlich geht es darum, weshalb eine Minderheit ... eine nebenwirkungsfreie Impfung nicht will, obwohl sie gratis ist und ihr Leben und das vieler anderer retten kann.'
Jeder Bürger mit einigermaßen befriedigendem Realschulabschluß hat gelernt, daß es 'nebenwirkungsfreie Medikamente' - vielleicht von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht gibt und auch nicht geben kann. Die in der Kritik stehenden 'Impfstoffe' sind ja - der objektiv existierende Zeitdruck wird zu zugestanden - zudem an allen bisher gültigen und exstierenden Standards und Regeln 'vorbeigetestet' worden. Jeder weiß das. Letztlich ist 'experimentelle Medizin' auf dem Markt.
Inzwischen wissen wir, daß die Impfstoffe 'nicht sicher' waren und sind; auch wenn man medial versucht, das Thema 'Impfschäden' zu unterdrücken! Einige Menschen haben die sogenannte Impfung mit ihrem Leben und sehr viele mit ihrer Gesundheit bezahlt.

Ich verstehe nicht, wie ein Minister, der sich so geäußert hat, noch im Amt sein kann!

als Karl Lauterbach habe ich noch nie zu Gesicht bekommen.

Sein Gehabe, sein Reden (ganz abgesehen vom Inhalt) und sein Gesichtsausdruck bzw. sein Blick sind bereits derart verräterisch wirr und abstoßend, daß man sofort Zweifel bekommt, ob man es da mit einem
vernünftigen und ernst zu nehmenden Menschen zu tun hat.

Inzwischen ist Lauterbach so vieler Falschaussagen bzw. Lügen überführt worden, daß es auf keine Kuhhaut mehr geht.
Hunderttausende von erschütternden menschlichen Schicksalen gehen auf sein Konto.
Aber er zeigt auch nicht die geringsten Ansätze von Bedauern bzw. Selbstzweifel.
Weiterhin hält er sich für die absolut richtige Person auf dem richtigen Platz.
Und keiner in der Regierung regt sich darüber auf bzw. verlangt seine Entlassung, weil sie a l l e Dreck am Stecken haben.
Darin liegt der eigentliche Skandal!

Wie heißt es doch so zutreffend: "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus."

Hunderttausende von erschütternden menschlichen Schicksalen gehen auf sein (Lauterbachs) Konto.

Ach ja? irgendwelche Beweise für Ihre Anschuldigungen?

Oder behaupten Sie einfach wieder irgendetwas, so wie das in der AfD üblich ist?

in der Hoffnung, irgendjemand würde es schon glauben...

Typisch AfD.

"'Und zusätzlich geht es darum, weshalb eine Minderheit eine nebenwirkungsfreie Impfung nicht will, obwohl sie gratis ist und ihr Leben und das vieler anderer retten kann."
Man braucht nicht einmal einen " einigermaßen befriedigenden Realabschluss"
ein befriedigender Volksschulabschluss - wie er früher genannt wurde, tut es auch.
Nicht einmal den bräuchte man, sondern nur seinen gesunden Menschenverstand, den leider die meisten ausgeschaltet haben.
Lauterbach ist immer noch im Amt.
Daran kann man erkennen, mit welcher Politik wir es zu tun haben und diesen Leuten das Volk schnurz-piepe-egal ist und auch in Zukunft sein wird.
Von Anfang an war klar, dass diese Impfung nicht vor Krankheit - auch nicht vor Ansteckung anderer schützen konnte. Wir wurden alle belogen und wir haben es - und das ist noch viel schlimmer - uns belügen lassen.
Das war aber erst die Ouvertüre - diese Bande hat den Fuß in der Tür.
Bin bis heute nicht geimpft und lebe immer noch trotz Todesdrohungen Spahns.

Michael Kaufmann | Mo., 27. Januar 2025 - 12:31

Was will dieser Artikel denn bekräftigen ?
Also da gibt es doch durchaus viel mehr zu verknüpfen. Hier ein paar Schlagwörter:
Laborthese; Planspiele, Bio Waffen, Finanz Nutzen, Politischer Nutzen, Medien Bereitschaft; WHO Geldgeber; IWF;
Also da mal genau zu werden liebe Redaktion , EIN Sonderheft würde da wohl nicht reichen , wäre aber höchstwahrscheinlich ein Verkaufsschlager. Und notwendig wäre es zu alle dem.

Wilfried Düring | Mo., 27. Januar 2025 - 13:22

Wer übernimmt Verantwortung?
'Verantwortung ist doch nicht nur ein Wort, eine chemische Formel, nach der helles Menschenfleisch in dunkle Erde verwandelt wird. Man kann doch Menschen nicht für ein leeres Wort sterben lassen. Irgendwo müssen wir doch hin mit unserer Verantwortung.
Die Toten – antworten nicht. ... .
Aber die Lebenden, die fragen.'
(Wolfgang Borchert: 'Draußen vor Tür', 1947).
Der schwerkranke und kriegsversehrte Autor Wolfgang Borchert starb 1947 im Alter von nur 26 Jahren, ohne daß er die Uraufführung und den späteren Erfolg seines berühmten 'Kriegs-Heimkehrer-Dramas' erleben konnte. Rip.

Jürgen Goldack | Mo., 27. Januar 2025 - 13:24

Das eigentliche Problem dieser "Pandemie", die in Deutschland in kürzester Zeit gänzlich ungeprüft zu einer Pandemie hochstilisiert wurde, war, dass Aussagen von zumeist zu von extrem linker Merkel-Politik und MS-Medien zu "Experten" befördert wurden als allein seligmachend dogmatisch als Fakt postuliert wurden. Der Bürger wurde grundgesetzfern mit Polizeigewalt gezwungen zu akzeptieren was ihm seitens einer verlogenen Politik und deren willigen Helfern oktroyiert wurde. Selbst Mitte 2021, wo schon die ersten Todesopfer durch mRNA-Giftspritzen zu beklagen waren (Obduktionen zur Untersuchung der Todesursachen wurden unterdrückt!), ging diese obskure Verbrechensorgie weiter. Fakt ist, das bis Ende 2020 weniger Grippe- oder Sonstwas-Tote zu beklagen waren als im Grippejahr 2017/2018! (25000) ergo nichts mit tödlicher Pandemie! Die Politiker wussten es, die Medien wussten es und der Bürger wurde weiter unterdrückt und belogen. Die Verantwortlichen bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen!

Albert Schultheis | Mo., 27. Januar 2025 - 13:36

Da empfiehlt sich einer als großer Mediator zur Aufarbeitung des größten polit-medizinischen Verbrechens seit Dr. Mengele. Mit dem sind auch all die Spahn, Drosten, Merkel, von der Leyen, Steinmeier, Buyx und die Wieler und Dieler der großen, totalitären Corona-Inszenierung einverstanden. Es war von Anfang an ein Projekt der politischen Spaltung und Ausgrenzung: die bekannten Feinde der Mutti-Republik, die Pegidas, die Nazis, die Schwurbler und Coronaleugner und natürlich die AfD sollten isoliert, diffamiert und politisch vernichtet werden. - Immer wieder wiesen diese auf die Fehler hin, auf die Denkfehler und die totalitären Maßnahmen zur Unterdrückung der Wahrheit. Ihre Beiträge wurden gecancelt, gelöscht, ge-shadow-banned und ihre Urheber von Faktencheckern und Blockwarten verfolgt. Ich erinnere mich an die gruseligen nächtl. Szenen auf den von schwerbewaffneten Polizeieinheiten abgeriegelt Straßen und Plätzen deutscher Innenstädte! - Lassen wir uns nicht ein zweites Mal verarschen!

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo., 27. Januar 2025 - 14:14

mein kleines Problem derzeit ist eine ziemlich heftige Coronaerkrankung.
Dies nach zig-facher Kombination mit der Grippeimpfung und jahrelanger Beschwerdefreiheit von Erkältungen.
Ich kann mir das nur durch eine vorangegangene OP mit Vollnarkose und also kurzzeitiger "Disruption" "erklären".
Ich muss mich jetzt erst wieder sortieren.
Ich hoffe, Habermas hat das Staatsziel analog zum Hippokratischen Eid der Ärzte formuliert, also der Verpflichtung der Politiker*, nach bestem Wissen und Gewissen die Kraft zum Wohle der Bevölkerung aufzuwenden.
Damit sind aber ALLE gemeint.
Sollte Habermas gemeint haben, dass Schwache mehr als nur den besonderen Schutz des Staates, also etwa auch gegen vitale Interessen von Mitbürgern* verdient hätten, hätte er evtl. "kurzsichtig" und "kurzfristig" ein Absolutum eingefordert?
Ich bleibe einstweilen dabei, ein Tag im Leben eines Kindes ist nicht geringer zu bewerten als ein Tag im Leben eines Greises*.
Ich sage immer, erstmal so alt werden können...

dann bin ich immer bereit, die Hände zu reichen.
Die Wogen der Angst, wie des Widerspruchs gingen hoch, das zu einer Zeit relativer Unkenntnis?
JA, es dürften viele Fehler passiert sein und NEIN, ich will nicht (hin-)richten, sondern verstehen, wie es kam, entschädigen und das nächste Mal besser machen.
Eine weitere Frage habe ich, wie kann man mathematische Modelle für den Verlauf einer Krankheit aufstellen, deren Toxizität man mangels Erfahrung noch gar nicht richtig abschätzen kann?
Macht Mathematik Wissenschaftler etwa leichtsinnig oder entscheidungsfreudig, wo die Wege normalerweise historisch mit Fehlern gepflastert sind?
Die moderne Medizin verhalf der Menschheit zu einem immer längeren Leben.
Ich bin dankbar für so Vieles und so Vielen.
Wenn es während der Pandemie an Respekt und gegenseitigem Verstehen mangelte, dann könnte man das ja jetzt aufbringen?
Aber da nicht wenige Wunden geschlagen wurden, muss man jetzt verstärkt mit Reaktionen rechnen.
Wie man in den Wald hineinruft

Man kann es sich nicht aussuchen, die Erkältungsviren spielen einfach Lotterie mit uns, da hilft auch keine Impfung, man mag es hoffen/glauben wollen, aber am ende ... !?
Werden Sie wider Gesund und ja jedes Leben hat sein Lebensrecht, aber auch seine eigene Verantwortung für sich selbst!

Klaus Lehmann | Mo., 27. Januar 2025 - 14:16

"Es wäre riskant, nur auf Experten vom Typ Igel zu setzen"
Vor allem wäre es wichtig, nicht auf Experten zu setzen, die bereits vorher grandios versagt hatten. Und dann sollte man sich auch überlegen, ob für eine Epidemie ein Virologe der ultimative "Berater" ist, und man nicht eher auf Epidemiologen setzen sollte. Außerdem sollte man sich davor hüten, irgendwelchen Modellen hinterher zu laufen. Denn keines dieser Modelle hatte damals den Zusammenbruch der Inzidenzen in Deutschland, Indien oder letztendlich China vorausgesagt. Eine Politik, die darauf setzt, die größt mögliche Angst zu in der Bevölkerung erzeugen, um dann "Maßnahmen" durchzusetzen, denen jegliche wissenschaftliche Grundlage fehlt hat - genaugenommen eher mit Diktatur als mit Demokratie zu tun.
Man erkennt am Umgang mit Kritikern, ob die Sache wahrhaftig ist, oder nur - den Eindruck hatte man - testen will, wie weit man gehen kann.

Klaus Lehmann | Mo., 27. Januar 2025 - 14:25

DER Drosten, der kürzlich (in einem Artikel in der WELT) tatsächlich pauschal behauptet hatte, dass die Corona-Impfung vor der Corona-Infektion schützen würde? Der Drosten, der kürzlich auch behauptet hat, dass 9 von 10 Ansteckungen von Ungeimpften ausgegangen wären?
Dazu zwei Punkte: 1. Es fällt schwer, jemanden zu finden, der geimpft war und nach der Impfung keine Corona-Infektion bekam. Also schützt die Impfung schonmal gar nicht - was auch hinlänglich bekannt sein dürfte
2. Niemand wurde so engmaschig getestet wie Ungeimpfte - die Wahrscheinlichkeit, sich also an einem infizierten Ungeimpften anzustecken war sehr viel geringer, als sich Corona von einem ungetesteten, aber infizierten Geimpften einzufangen. Nicht Ungeimpfte waren Pandemietreiber, sondern eher Maßnahmen wie 2G.
Interessant übrigens, dass jetzt der Herr Drosten o.g. Erkenntnisse hat, er hatte sich ja von der Mitarbeit am Evaluationsbericht damals zurückgezogen, wegen unzureichender Datenlage...

Klaus Lehmann | Mo., 27. Januar 2025 - 14:36

„Und zusätzlich geht es darum, weshalb eine Minderheit der Gesellschaft eine nebenwirkungsfreie Impfung nicht will, obwohl sie gratis ist und ihr Leben und das vieler anderer retten kann.”
L. twitterte das im Sommer 2022. Zu dem Zeitpunkt war ungefähr ein Jahr lang schon klar, dass die Impfung keine sterile Immunität bringt, dafür aber ziemlich viele Nebenwirkungen. Problem: Es fallen viele uninformierte Menschen auf dieses Geschwafel herein. Was insbesondere zu Spaltungseffekten in der Gesellschaft bis hinunter in die Familien führte. Und das alles nur, weil Wissenschaftsleugner wie Lauterbach ihren Unsinn (geradezu eine Desinformation) nur aus Geltungsdrang in alle Kanäle hinein schwurbelten, und die Medien dem untertänigst gefolgt sind.

Das war Dem Herrn Lauterbach

Eco | Mo., 27. Januar 2025 - 16:13

Wenn man es sich ansieht, dann gab/gibt es in der Pandemie sehr bedenkliche Entwicklungen.
Die Hainsberg-Studie, die etwas über den Verlauf hätte sagen können, wurde so nicht akzeptiert.
Die Forderung nach Impfung aller war völlig überzogen, da es zu keinem Zeitpunkt einen Nachweis gab, dass die Impfung vor Ansteckung schützt, obwohl die gesamte Impfpolitik darauf beruhte!
Die Privilegien für Geimpfte waren im Prinzip die Aufforderung sich gegenseitig anzustecken.
Die einrichtungsbezogene Impfpflicht und in der Bundeswehr war schlicht Unrecht, weil sie die Ansteckung gerade nicht verhindern konnte.
Die Nachwirkung des Impfwahns ist, dass es keine Impfschäden geben darf. Aber nur weil das, zum Glück, nur wenige Menschen trifft, darf man diese nicht komplett im Regen stehen lassen und auch noch verhöhnen.
Letztlich hat das alles zur Spaltung der Gesellschaft geführt und diese wird weiter bestehen und sich verschärfen, wenn man nicht endlich zur Wahrheit steht.

Thorwald Franke | Mo., 27. Januar 2025 - 18:55

Es ist ganz offensichtlich, wer bei uns Igel und Fuchs war: Drosten war der Igel, der zwar alles wusste, aber wohl eine begrenzte Sicht hatte. Kekulé konnte nicht immer alles gut erklären, aber er hatte den besseren Blick für das Machbare und Vernünftige, und lag damit meistens richtiger.

Michael Marx | Mo., 27. Januar 2025 - 20:32

Es beginnt damit, daß zwar Virologen, aber keine Epidemiologen als "Sachverständige" herangezogen wurden - wenn die als alleinseligmachend betrachtet werden durften, dann wäre ja alles in Ordnung. Durften sie aber nicht, vielmehr hätte man wirkliche Fachleute heranziehen müssen.
Das zweite ist das völlige Versagen des Bundesverfassungsgerichtes: kraft Amtes ist es Hüter der Grundrechte. Die Grundrechte aber wurden vom BVerfG in Sachen Corona in keiner Weise geachtet, vielmehr nach allen Regeln der Kunst außer Kraft gesetzt.
Ein geradezu klassischer Fall, wie man den "Souverän" (das Volk) an der Nase herumführen, gängeln, unterdrücken kann (und "für die Gesundheit muß man schließlich Opfer bringen" ist noch das seltenste Argument in dieser Unterdrückungsmaßnahme) - es funktioniert[e] bestens: wer es wagte, gegen die Maßnahmen sich zu äußern, sie infrage zu stellen, wurde nach Strich und Faden totgeredet, niedergemacht, diskriminiert.

Albert Schultheis | Mo., 27. Januar 2025 - 22:13

Wir sollten erst einmal damit anfangen, ein paar Zahlen zu bereinigen:

Die angeblich über 200.000 - oder sind es mittlerweile 300.000? - Coronatoten sind nach wie vor MIT- und AN-Coronatote! Diese Zahl sollte endlich einmal sauber gesplittet werden in MIT und tatsächlich AN Corona Verstorbenen! Das sollte ja wohl bei halbwegs sauberer Dokumentation möglich sein. Ich vermute, dass da höchstens noch 30 - 50.000 AN-Coronatote über die drei Jahre übrig bleiben.
Danach wäre jetzt endlich einmal zu klären, wie viele Impftote es tatsächlich gegeben hat. Auch das sollte kein Zauber sein. Ich befürchte diese Zahl übersteigt die AN-Coronatotenzahl signifikant.
Schließlich wäre es sinnvoll die Zahl der Impfopfer mir schweren Impfschäden zu dokumentieren.

Erst wenn diese Zahlen halbwegs glaubwürdig auf dem Tisch liegen, macht eine Aufarbeitung überhaupt erst Sinn.

Irene Keidel-Aparcev | Di., 28. Januar 2025 - 00:25

'Und zusätzlich geht es darum, weshalb eine Minderheit eine nebenwirkungsfreie Impfung nicht will, obwohl sie gratis ist und ihr Leben und das vieler anderer retten kann."
Man braucht nicht einmal einen " einigermaßen befriedigenden Realabschluss"
ein befriedigender Volksschulabschluss - wie er früher genannt wurde, tut es auch.
Nicht einmal den bräuchte man, sondern nur seinen gesunden Menschenverstand, den leider die meisten ausgeschaltet haben.
Lauterbach ist immer noch im Amt.
Daran kann man erkennen, mit welcher Politik wir es zu tun haben und diesen Leuten das Volk schnurz-piepe-egal ist und auch in Zukunft sein wird.
Von Anfang an war klar, dass diese Impfung nicht vor Krankheit und auch nicht vor Ansteckung anderer schützen konnte. Wir wurden alle belogen und wir haben es - und das ist noch viel schlimmer - uns belügen lassen.
Das war aber erst die Ouvertüre - diese Bande hat den Fuß in der Tür.
Ich bin bis heute nicht geimpft und lebe noch trotz Todesdrohungen Spahns.

Achim Koester | Di., 28. Januar 2025 - 10:16

wird sich nach bewährtem Muster so lange hinziehen, bis mögliche Schadenersatzforderungen der Impfgeschädigten verjährt sind.

Armin Latell | Di., 28. Januar 2025 - 12:11

hat sich wohl wirklich seriöse Gedanken zu diesem Thema gemacht. Sein Problem aber ist, dass er voraussetzt, dass es den pseudopolitischen Funktionären um Schutz und Gesundheit gegangen ist. Das wäre seriös gewesen. In Wirklichkeit waren weder die Funktionäre noch deren Maßnahmen in irgendeiner Weise seriös. Es ging einzig und allein um Durchsetzung von antidemokratischen Maßnahmen und wie weit man Menschen zu diesen dystopischen Reaktionen und Handlungen bringen kann. Das war Sinn und Zweck der Übung, wenn man die Bevölkerung höchst beabsichtigt in Panik versetzt. Allerdings der Regierungstrompete Buyx seriöse Argumentation zu unterstellen, ist mindestens naiv. Auch das Beispiel des IPCC mit einem Schellnhuber ist genau das Gegenteil dessen, was Wissenschaft ausmacht. Das ist einbetonierte Ideologie, die Ignoranz gegenüber anderen Wissenschaftlern. Alles in allem ein gut gemeinter Artikel, der aber mit Realitäten leider nichts zu tun hat.