Eckhard Jesse über den Aufstieg der AfD - „Ein Rücktritt Merkels wäre Triumph und Rückschlag zugleich“

Laut Umfragen liegt die AfD derzeit vor der SPD. Obwohl sie ihre Themen längst nicht mehr allein besetzt, schaffen es die etablierten Parteien nicht, die AfD einzuhegen. Warum? Antworten von Politikwissenschaftler Eckhard Jesse

Angela Merkel und die AfD-Fraktion
Auf Merkel „eingeschossen“: Alice Weidel und Alexander Gauland im Deutschen Bundestag / picture alliance

Autoreninfo

Tobias Maydl studiert Philosophie und Sprechwissenschaft und schreibt für Cicero Online.

So erreichen Sie Tobias Maydl:

Herr Jesse, als Wahl- und Parteienforscher haben Sie sich intensiv mit der AfD beschäftigt. Laut einer aktuellen Umfrage verzeichnet die Partei mit 17,5 Prozent ein Allzeit-Hoch. Ist die AfD auf dem Weg zu einer neuen Volkspartei?
Die AfD ist vor allem eine Protestpartei, keine Volkspartei. Sie versucht unterschiedliche Strömungen zu integrieren, auch wenn die Partei, freilich in höchst unterschiedlichem Ausmaße, Stimmen von Parteien unterschiedlicher Richtung abzieht. Sie profitiert von deren Versäumnissen. Im Übrigen: Das Ergebnis einer Umfrage ist nicht das Ergebnis einer Wahl. Wer auf kurzatmige demoskopische Bestandsaufnahmen fixiert ist, kann sein blaues Wunder erleben. Die Fluktuation der Wählerschaft ist beträchtlich.

Dennoch rangiert die AfD offenbar vor der SPD. Wie erklären Sie sich die Stärke der AfD?
Das jetzige Stimmungshoch ist sehr stark dem irrationalen Streit zwischen CDU und CSU geschuldet und auch dem zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer. Da ist ein Scherbenhaufen entstanden. Die leidigen Querelen um Seehofers Masterplan haben der Union geschadet. Mancher Anhänger Seehofers in der Sache ist von seinem Stil angewidert und votiert für die AfD. Zum anderen nützt der AfD generell die Existenz der Großen Koalition, die ja immer sagt, die „Großen“ seien eine Art geschlossener „Block“.

Der Eindruck eines „geschlossenen Blocks“ bei der Flüchtlingspolitik ab 2015 hat dann zu einer „Repräsentationslücke“ geführt, welche die AfD füllen konnte. Gegen mehr Flüchtlinge und offene Grenzen ist jetzt aber auch die CSU. Wieso kann sie kein politisches Kapital daraus schlagen?
Die AfD vertritt noch immer Positionen, die andere Parteien in dieser Schärfe so nicht repräsentieren. Vielen Bürgern widerstrebt der Kurs Seehofers und Söders, weil der Eindruck von Wahlkampftaktik entsteht: Es werde geredet, aber nicht gehandelt. Allerdings: Dass die AfD für die Landtagswahl in Bayern keinen Spitzenkandidaten aufgestellt hat, dürfte ihr im Wahlkampf schaden. Die Personalisierung der Politik ist nämlich weit fortgeschritten.

Hat die CSU also die falsche Strategie gegen die AfD?
Die Strategie ist wenig konsequent. Auf der einen Seite beschimpft die CSU die AfD, sie sei radikal und „unbayerisch“. Auf der anderen Seite greift sie Forderungen dieser Partei auf, um die Stimmen der Wähler flugs zurückzugewinnen, die bei der Bundestagswahl für die AfD votiert haben. Das passt irgendwie nicht recht zusammen. Und die AfD kontert: „Die AfD hält, was die CSU verspricht.“ Man wird sehen, ob das am 14. Oktober verfängt.

Eckhard Jesse
Eckhard Jesse / picture alliance

Die AfD fällt anders als ihre politischen Konkurrenten jedoch immer wieder durch ihre rassistischen und hetzenden Aussagen auf. Wäre sie noch erfolgreicher, wenn sie diese unterließe?
Provokationen und Tabubrüche sind bei der AfD an der Tagesordnung, teils geplant, teils unkalkuliert. Dadurch erregt sie große Aufmerksamkeit, weil ihr wütende Kritik entgegenschlägt. Gegenwärtig schneidet die AfD am besten dort ab, wo sie radikaler auftritt, im Osten nämlich. Protest wirkt. Auf Dauer aber dürfte ihr damit nicht gedient sein. Das schreckt die potenzielle Anhängerschaft wohl ab, zumal der Partei dann auch seriöse Leute weitaus weniger beitreten als bei einem gemäßigten Auftreten.

Sie schreiben, nicht alle würden die AfD nur aus Protest wählen. Ein Drittel der Wähler auch aus Überzeugung. Auf die Bundestagswahl 2017 angewandt wären das ca. 2 Millionen Menschen. Was heißt das konkret: Was sind die Überzeugungen dieser 2 Millionen?
Die AfD ist zwar jetzt noch im Wesentlichen ein Protestpartei, aber sie hat es immerhin in fünf Jahren geschafft, eine gewissen Stamm für sich gewonnen zu haben. Viele der Wähler sehnen sich nach der „alten“ Union zurück. Die AfD ist, wie immer man zu ihr stehen mag, keine „Eintagsfliege“. Die Erfahrungen in anderen Ländern mit rechtspopulistischen Parteien sprechen Bände.

Die AfD ging als Professoren-Partei an den Start, jetzt gilt sie manchen hingegen als die neue Arbeiterpartei. Haben die Arbeiter in Deutschland eine neue politische Heimat gefunden?
Die AfD profitierte bei der Bundestagswahl 2017 neben den Nichtwählern außerdem stark von bisherigen Wählern kleinerer Parteien, ferner von bisherigen Wählern dreier Konkurrenten: der Union (fast eine Million), der SPD (fast eine halbe Million), der Partei Die Linke (400.000). Von ihnen konnte sie insgesamt knapp zwei Millionen Wähler dazugewinnen. Die Zahl bisheriger Wähler der Grünen und der Liberalen ist nicht erwähnenswert, weil das Wohlstandsmilieu beider Parteien ein ganz anderes ist. Auf den ersten Blick muss überraschen, dass Die Linke derart viele Stimmen an die AfD abgegeben hat. Da Die Linke im Kern die Flüchtlingspolitik Angela Merkels unterstützt hat, ist ein Teil ihrer Wähler aus Unzufriedenheit mit der „Willkommenskultur“ Angela Merkels und ihrer Partei zur AfD gegangen. Außerdem gilt Die Linke mittlerweile, jedenfalls im Osten des Landes, als eine etablierte Kraft, so dass bisherige linke Protestwähler ein neue Heimstatt bei der rechten Protestpartei gefunden haben. Die Zahl der Arbeiter und der Arbeitslosen ist bei der AfD etwas überrepräsentiert. Allerdings trifft die Kennzeichnung als „Arbeiterpartei“ für die AfD insofern nicht zu, als sie in vielen Schichten beheimatet ist, am wenigsten bei den Gutbetuchten.

Am wenigsten bei Gutbetuchten also, am meisten jedoch bei Ostdeutschen. Diese haben für die AfD bei der Bundestagswahl 2017 mehr als doppelt so häufig gestimmt wie die Wähler im Westen. Wie erklären Sie sich diese enormen Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern?
Bei der Bundestagswahl 2017 wählten 21,9 Prozent der Ostdeutschen die AfD, aber „nur“ 10,7 Prozent der Westdeutschen. Die Hauptgründe für diese Diskrepanz sind: Zum einen ist in den neuen Bundesländern die nationale Identität stärker ausgeprägt, das Verständnis für grüne Minderheitsthemen geringer. Zum anderen ist hier der Prozentsatz der sozial schwächeren Schichten stärker. Und was der AfD auch zugute kommt: Im Osten ist die Bindung an eine Partei ohnehin nicht so stark, sodass Proteststimmen stärker durchschlagen.

Sehen Sie in den Unterschieden der politischen Kultur ein Problem für den politischen Zusammenhalt Deutschlands?
Das muss kein Manko sein. „Der Osten“ setzt stärker auf Gleichheit, „der Westen“ stärker auf Freiheit. Während hier stärker eine Konfliktkultur besteht, dominiert im Osten eher eine Konsenskultur. Aber diese Differenzen gefährden ganz und gar nicht das Zusammenwachsen der Menschen in Ost und West. Schließlich gibt es zwischen dem Norden und dem Süden des Landes auch Unterschiede, etwa im Wahlverhalten. In Deutschland gibt es, im Gegensatz etwa zu Belgien, Großbritannien, Italien und Spanien, keine Sezessionsbestrebungen. Selbst der schärfste Kritiker will nicht die Einheit des Landes rückgängig machen.

Viele werfen der AfD vor, sie hätte außer ihrer Kritik an der Migrationspolitik nichts zu bieten. Stimmt das?
Hatte die AfD in ihrer Anfangszeit die Eurokrise in den Vordergrund gerückt, so ist es jetzt die Migrationspolitik. Ansonsten befürwortet die Partei Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild – sie wendet sich als Anti-68er-Partei gegen die Positionen der Grünen. Und in einigen wichtigen Fragen hat sie noch nicht Farbe bekannt. Das gilt etwa für die Rentenpolitik. So ist sie nicht einig darüber, ob sie eher auf Leistungsträger setzen oder stärker Sozialpopulismus propagieren soll. Ostdeutsche Vertreter stehen eher für diese Richtung. Auch in der Außenpolitik laviert sie, wenngleich hier eine insgesamt positive Haltung zum autoritären Russland überwiegt.

Die AfD kontert gerne damit, das Volk würde in Deutschland unterdrückt von einem „Meinungsregime“. Alexander Gauland nennt es „DDR light“. Was ist dran an dieser These?
Wer „DDR light“ sagt, weiß nicht, was eine Diktatur ist. Aber in der Tat gibt es bei bestimmten Themen einen gewissen Konformitätsdruck. Wer hier liberal-konservative Positionen einnimmt, muss gewissen Mut haben. „Meinungsdiktatur“ ist jedoch etwas anders. Eine weniger stickige Debattenkultur könnte zu mehr Offenheit beitragen und die AfD schwächen. Political Correctness nützt keiner Seite etwas.

Ein Gutteil der Kritik scheint sich auch gegen die Kanzlerin zu richten, was in der Forderung kulminiert: „Merkel muss weg“. Wie ist Merkel zu einer Hassfigur geworden?
Die Partei hat sich in der Tat auf Merkel „eingeschossen“. Die Aussage „Merkel muss weg“ ist eine Aussage, die zum legitimen politischen Meinungskampf gehört. Schließlich wird der Bundeskanzlerin vorgeworfen, in der Flüchtlingspolitik versagt und einsame Entscheidungen getroffen zu haben. Allerdings verbietet es sich, und dieses Diktum kommt auch aus den Reihen der AfD, sie als „Kanzlerdiktatorin“ zu bezeichnen. Im Kern aber ist der Hauptgegner nicht die Union, sondern die Partei der Grünen. Die AfD ist eine Art späte Reaktion auf die Programmatik dieser Partei.

Laut AfD scheint Merkel für diese „grüne Programmatik“ also zu stehen. Wäre ein Rücktritt Merkels strategisch nicht eine Katastrophe für die AfD?
Sollte Angela Merkel zurücktreten, so wäre dies für die AfD beides: ein Triumph und ein Rückschlag. Triumph deshalb, weil sie dann sagen kann, zu diesem Ergebnis durch harte Kritik beigetragen zu haben. Das zeige ihren Einfluss auch ohne Regierungsamt. Rückschlag deshalb, weil ihr so das Feindbild Merkel fehlt. Wahrscheinlich ist für die AfD ein Weiterregieren Merkels besser. Schließlich liegt es nahe, dass von ihr nach einer Kanzlerschaft von fast 13 Jahren keine innovativen Ideen mehr kommen, zumal sie einer Großen Koalition mit einer angeschlagenen SPD vorsteht und die CSU ihr das Leben eher schwer macht.

Jetzt ist die AfD im Bundestag vertreten. Ist das eine Gefahr für die Demokratie im Lande?
Die parlamentarische Repräsentanz einer solchen Kraft im Parlament ist positiv zu sehen. Gleiches gilt für die Partei Die Linke. Das kann unsere gefestigte Demokratie ertragen. Die Debatten im Parlament werden nicht nur lebendiger, sondern auch rauer. Die anderen Parteien müssen sich mit der AfD kritisch auseinandersetzen, und die AfD muss zeigen, dass sie Lösungsansätze zu bieten hat. Es verbietet sich, diese politische Kraft mit Geschäftsordnungstricks auszugrenzen.

Was müssten die Volksparteien also stattdessen tun, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen?
Sie müssen viel tun, aber nicht die AfD dämonisieren. Die oft abgehobenen Volksparteien, die sich von der Lebenswirklichkeit ihrer Wähler entfernt haben, sind entkernt, ja in einer Krise. Das gilt zumal für die SPD, die mit kosmopolitischen Ideen einen Teil ihrer Wähler an die AfD verloren hat und sich auf die Lösung handfester Probleme im sozialen Bereich konzentrieren muss. Und der Union ist zu raten, wieder eine Partei mit erkennbaren Flügeln zu werden: einem christlichen, einem liberalen, einem sozialen und einem konservativen Flügel. Wer die eigene Politik als alternativlos ansieht, verliert Wähler. Gesundbeterei hilft nicht. Angesichts einer verbreiteten Individualisierung ist es aber unwahrscheinlich, dass Volksparteien zu alter Stärke zurückfinden.

Einen anderen Weg schlug vor kurzem Jürgen Habermas vor. Er forderte von der Politik, die Wähler nicht weiter „normativ zu unterfordern“. Damit will er ein europäisches Bewusstsein fördern entgegen einem angeblichen Trend hin zum Nationalismus. Was halten Sie davon?
Ein europäischer Bundesstaat ist eine Chimäre. Wer Nationalstaaten befürwortet, muss deswegen kein Nationalist sein. Europa muss stark sein – das kann es gerade durch funktionierende Nationalstaaten sein. Krieg ist zwischen den Staaten der Europäischen Union nicht denkbar. Das ist ein riesiger Fortschritt gegenüber vergangenen Zeiten. Wer allerdings einen europäischen Bundesstaat zu forcieren sucht, fördert indirekt Nationalismus.

Sie schreiben, dass unser Parteiensystem in Deutschland durch die Bundestagswahl 2017 „europäisiert“ wurde. Das heißt vor allem, dass rechte Parteien jetzt auch im Parlament sitzen. Was erwartet uns konkret in den nächsten Jahren?
Durch die Last der deutschen Geschichte von 1933 bis 1945 gab es in diesem Land lange keine größere Kraft rechts der Union. Dieser deutsche Sonderweg ist nun wohl vorbei. Deutschland, erwachsen geworden, kann eine solche Kraft nicht mehr unter Quarantäne halten. In den nächsten Jahren erwartet uns keine Koalition mit der AfD. Sie ist weder regierungswillig noch regierungsfähig. Aber in einem Jahrzehnt dürfte dies anders aussehen, wenngleich dies heute geleugnet wird. Was sich auf dem linken Spektrum mit den Grünen Anfang der 1980er und mit der PDS Anfang der 1990er Jahre vollzogen hat, wiederholt sich nun mit der AfD. Eine Anti-System-Partei ist allerdings zum Scheitern verurteilt.

Eckhard Jesse ist emeritierter Politikwissenschaftler an der TU Chemnitz. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Feld der Extremismus-, Wahl- und Parteienforschung. Auch mit dem Aufstieg der AfD hat sich Jesse intensiv beschäftigt.

 

Gerd Steimer | Di, 17. Juli 2018 - 18:41

Die Wähleranalyse krankt daran, dass gerade etablierte und im gesellschaftlichen System stark verankerte AFD Wähler an solchen Umfragen nicht teilnehmen, bzw. nicht die Wahrheit sagen. Leitende Angestellte, Unternehmer, Beamte die AFD wählen halten sich wegen zu erwartender Nachteile (zu Recht) mit einer Aussage die AFD zu wählen, sehr zurück oder erzählen etwas anderes, mir sind solche Beispiele bekannt. Das ist sicher nicht vernachlässigbar, sondern das verfälscht das Bild stark.
Unter Merkel ist halt die CDU so sehr nach linksgrün gerutscht, die SPD mit der Präferierung von Minderheitsthemen, uncharismatischen an der eigenen Macht interessierten Parteiführern und Kandidaten, die ihre Kernklientel nicht interessiert bzw. vertritt, dass sich eine riesige Lücke im Parteienspektrum ergab und so der AFD mindestens 10% sichert. Agiert die AFD im bürgerlichen/konservativen Rahmen, hat sie sicher ein Potential von 20 +x %

Detlev Dinter | Di, 17. Juli 2018 - 19:00

Im Grunde reicht der AfD das Flüchtlingsthema als Lebensgrundlage. Begründung:
Obwohl ja pausenlos von einem Rückgang um 95 % gesprochen wird (also sind heute 15.000 / Monat nur noch 5 % von früher?? Ergo: es sind mehrere Millionen bereits im Land) werden es täglich mehr Flüchtlinge und die Probleme werden damit täglich mehr. Irgendwann läuft jedes Fass mal über ... und die AfD findet dadurch täglich mehr Berechtigung.

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 17. Juli 2018 - 19:09

Analyse, dernach die AfD zwar vor allem Protestpartei ist, sich aber sehr wohl erhalten kann in der Zukunft.
Eventuell auch deshalb, weil selbst mit einem Abgang Merkels doch die Protestpunkte nicht verschwinden.
Andererseits dürfte es mit einer neuerlichen Schärfung der drei Säulen der CDU/(CSU) sehr viel schwerer für die AfD dann werden.
Denn sehr klug die Beobachtung, dass die AfD zwar eine Anti-Merkel-Partei ist, aber keine Anti-CDU-Partei, sehr wohl aber gegen das von den Grünen verbreitete Lebensgefühl steht.
Als alte SPD´lerin konnte ich damit ohnehin wenig anfangen.
Nur und dazu sagt der Professor nichts, die SPD hat im Osten einen schweren Stand, weil keine zu erinnernde Tradition. Gilt vielleicht ebenso für die FDP.
So wechseln Menschen im Osten normal eher zwischen Linken und CDU und aus Protest zur AfD?
Ein Drama für die SPD, dem sie evtl. nicht leicht entkommen kann.
Es sei denn durch auch starke persönliche Profile im Osten.
Die AfD ist nicht mein Bereich.

ihre Aussage ...."die SPD hat im Osten einen schweren Stand, weil keine zu erinnernde Tradition" ist ja wieder einmal ganz was neues aus dem SPD Kuriositäten-Stadel.

Ist es nicht so, das die Wiege der Sozialdemokratie in Sachsen bzw. Thüringen war?
Schon vergessen?

Die SPD hat deshalb in den "neuen Bundesländern" deshalb einen schweren Stand weil der SPD die neuen Bundesländer am A...... vorbei gehen.

Wer von den westdeutschen SPD-Oberen will denn in den neuen Bundesländern so richtige politische Kärrnerarbeit auf der Oppositionsbank leisten.
Ich sags Ihnen...keiner!

Das beste Beispiel ist und war die werte Frau Anke Fuchs, die nach einer Wahlniederlage 1990 nicht auf der Oppositionsbank Platz nehmen wollte., und es lieber vorzog in die "westdeutsche" Kuschel SPD zurückzukehren.

So etwas merken sich die "Ostler" , weil sie manchmal recht nachtragend sein können.

So viel zur SPD und erinnernde Tradition.

Die SPD tut nichts dafür, dass Menschen aus den neuen Bundesländern und dem Ostteil von Berlin angemessen in führenden Positionen vertreten sind.

hat im Osten zwar Tradition, aber derzeit keine vorzeigbaren Politiker mehr. Solche Typen wie Schmidt, Wehner und Brandt würden auch im Osten reüssieren, sind aber leider Geschichte geworden. Schröder hat es mit seiner konzern- und finanzkapitalfreundlichen Politik versemmelt, Lafontaine die SPD verlassen. Von den führenden Vertretern der sächsischen Sozialdemokratie möchte ich an dieser Stelle lieber schweigen. Die Linken grenzen sich im Osten nicht von einer gewalttätigen Antifa ab. Außerdem erkennen sie - genau wie die SPD - nicht, dass die Mehrzahl der Menschen die derzeitige Migrationspolitik ablehnen. Sahra Wagenknecht, die intellektuell am Meisten überzeugt, wird von den eigenen Genossen verteufelt. Die Grünen haben die führenden Köpfe von Bündnis 90 verloren und sind mit ihren deutschlandfeindlichen Ansichten ebenfalls nicht wählbar. Aufgrund der Einkommensverhältnisse ist die FDP als “ Partei der Besserverdienenden“ für die meisten Menschen im Osten auch keine Alternative.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 19. Juli 2018 - 19:41

In reply to by Karin Zeitz

Was genau Anke Fuchs im Osten gemacht hätte, entzieht sich meiner Kenntnis.
Ich dachte auch eher an Typen wie Regine Hildebrandt, Reinhard Höppner, Friedrich Schorlemmer, Wolfgang Thierse ff.
Die jetzige SPD kann Frau Schwesig vorweisen, Frau Giffey, die Gegenkandidatin von Andrea Nahles konnte einen beachtlichen Erfolg einfahren.
Aber insgesamt hakt es und ein anderer Kommentar zeigt es m.E. unfreiwillig, indem er sagt, dass er gleich die Linke wählen kann statt die SPD.
Die Sozialdemokraten waren noch nie Kommunisten.
Aber im Osten scheinen sie zu verschwinden.
Ich weiss, dass ihre Wiege im Osten stand, Wehners Witwe ging nach Dresden und baute den Freundeskreis Herbert Wehner auf.
Ich kann halt nur sagen, dass Sozialdemokraten teils gräßere Schwierigkeiten mit den Kommunisten hatten als mit den Vertretern der bürgerlichen Demokratie.
Für mich sind sie der Fels in festem Grund, durch den Demokratie in Deutschland niemals wanken wird, da kann Herr Döppner aber sicher sein.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 19. Juli 2018 - 19:58

In reply to by Karin Zeitz

Recht geben.
Ostdeutschland könnte immer noch zuweit davon weg sein, sich den Luxus einer FDP-Mitgliedschaft zu leisten.
Da aber hier die AfD starken Zulauf hat, FRAGE ich mich doch leise, ob es nicht auch mit der fehlenden Demokratietradition im Osten zutun hat.
Pro Forma war die DDR eine Demokratie, gefühlt weniger. Davor gab es das 3. Reich und davor nur kurze Zeit die Weimarer Republik.
Dann sind wir schon im Kaiserreich.
Aber klar ist, dass im Osten auch hier aufgewachsene SPD´ler nach vorne treten müssen, denn NUR sie können den Ton treffen, an die Menschen herankommen.
Momentan hat unsere Politik halb mit dem Westen zutun und da mit vor allem in der Wirtschaft entwickelten Überlegungen - nehme ich an - wie man flugs das Demografieproblem löst, "um weiter Menschen ab 50 in die Altersarmut schicken zu können".
Politisch umgesetzt, mit dem ihr ganz eigenen Pathos wird das jedoch von einer Frau, die evtl. über das politische System der DDR nicht nur sozialisiert wurde?

... mit der eigenen angestammten Bevölkerung: genau das ist der eigentliche Grund für ihren stetigen Abstieg! Wer permanent das eigene Volk - Menschen mit eigener Meinung - ignoriert, abwertet und als Pack bezeichnet, bekommt nun mal zur Wahl die verdiente Quittung!
Die SPD ist nicht nur ausgebrannt, sondern am Ende angelangt, weil es ihre selbstgewählten Partei-Bonzen so wollten! Haupt-Feind der Kommunisten waren immer schon die Sozialdemokraten. Wenn man den Haupt-Feind zersetzen bzw. vernichten will, muss man ihn nur "übernehmen". Seit der "Hochzeit" der Genossen mit der früheren SED, die sich nach fünfmaliger Umbenennung nun DIE LINKE nennt, ist diese SPD nicht mehr wählbar und stürzt verdientermaßen ab. Wenn ich Kommunisten wählen wollte, würde ich lieber das Original DIE SED/LINKE wählen …. aber das will ich ganz sicher nicht!

Jedes Mal, wenn jemand, der in Westdeutschland aufgewachsen ist, über die politische Befindlichkeit von ehemaligen DDR- Bürgern schwadroniert, wird es schräg.
Dabei ist es ganz einfach: Die Mehrheit der DDR-Erfahrenen möchte mit einem Rückfall in die alten Zeiten nichts mehr zu tun haben, weil sie weiss, dass es nicht funktionieren wird. Was derzeit, unter dem mißbräuchlichen Begriff der Solidarität und Gerechtigkeit, an planwirtschaftlichen und umverteilenden Eingriffen bei der €-Rettung, der Energiewende, der Migration, der Wohnungswirtschaft stattfindet und die Lage stets verschlimmbessert, erinnert an sozialistische Zeiten. Darüber hinaus zielt die staatliche Förderung von Stiftungen, Demokratieinitiativen und der Einfluß auf die Bildung, ebenso wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz auf die Verengung des Meinungspektrums in Richtung Gesundbeterei der Mißwirtschaft sowie linksliberaler Vielfalt und Volkserziehung ab. Davon haben wir die Nase gestrichen voll.

Bettina Diehl | Di, 17. Juli 2018 - 19:33

abseits der MSM soviel Unfug gelesen.
Man weiß nicht, wo man anfangen soll.
Aber nur soviel: Durch Seehofer hat auch der Dümmste erfahren, was sich unter dem Begriff "Flüchtlingskrise" abspielt. Da wird darüber gestritten, ob abgewiesenen Asylbewerber nochmals ins Sozialsystem migrieren dürfen. Durch Frau Weidel hat auch der Dümmste erfahren, dass sogar der Ex-Leibwächter seit Jahren ali-mentiert wird. Familien-Nachzug und Geburten-Dschihad. Nicht der Protest sondern die Verzweiflung treibt die Menschen zur AfD. Ich wähle diejenigen, die meine Interessen vertreten. Herr Jesse sollte sich mal die Reden der AfD sorgsamer anhören.

wähle keine Parteien die mich belügen, mir was vortäuschen und einen Maulkorb umbinden wollen. Es geht in der sogenannten Flüchtlingskrise überwiegend nicht um Humanität, sondern um ein ‚bevölkerungspolitisches Experiment‘, um Resettlement und Relocation. Bei den Waffenlieferanten, Kriegs-, Putin- und Trumphetzern und den Anhöngern der rückständigsten Religion unserer Zeit Humanität zu vermuten, ist abenteuerlich.

Ich stimme eher der Einschätzung von Frau Diehl zu und möchte dem Herrn Professor nur zurufen: Oh si tacuisses, philosophus mansisses. ( Möglicherweise etzliche Fehler in dem Zitat.--Bin nur in den Genuss von 4 Jahren Latein-Unterricht gekommen, da ich aus der Unterschicht und der DDR stamme. )

entstamme nicht der Unterschicht, habe das große Latinum und das Graecum und mache trotzdem noch viele Fehler, obwohl meine Ausbildungsbedingungen sicher einfacher als Ihre waren.
Wo man dann landet, hängt doch auch von dem Weg ab, den man einschlägt und der Sie zum Cicero führte.

Silas Loy | Di, 17. Juli 2018 - 20:48

Das war und ist schon deutlich ablesbar am Personal. Sie ist eine Abspaltung von einer immer linkeren CDU. Merkel und Kauder haben das ehemals homogene konservativ-bürgerliche Lager auseinanderdividiert, die AfD ist das fleischgewordene Resultat. Die Vertretung von Arbeiterinteressen ist darüber hinaus ihrer bedeutenden kleinbürgerlichen Wählerschaft geschuldet (z.B. gesetzlicher Mindestlohn). Sie ist aber keine Klientelpartei, sondern hat tatsächlich ein wesentlich grösseres Potential. Die AfD positionierte sich in ganz entscheidenden Fragen von Anfang an zukunftsweisend und geniesst schon deshalb eine hohes Mass an Glaubwürdigkeit. Das Narrativ der Medien, sie sei eine "rechts-populistische" Randpartei, die in schwierigen Zeiten jetzt den Unmut einsammelt und davon profitiert, ist falsch. Sie sammelt den Unmut nicht ein, sondern sie selbst ist eine Sammlungsbewegung dieses Unmuts. Sie ist keine Protestpartei, sie selbst ist der Protest. Sie sieht sich eben als die Alternative.

Dimitri Gales | Di, 17. Juli 2018 - 21:10

Das ist absolut richtig. Diesen Trend beobachtet man auch in den europäischen Nachbarländern - man will diese Chimäre nicht, man will einen starken Nationalstaat; nur von ihm kann Kraft ausgehen, nicht jedoch von einem Sammelsurium von sehr unterschiedlichen Staaten.
Bezüglich der CSU: sie ist bleibt eine Provinzpartei, da kann sie machen was sie will - und allein Seehofers Schuld ist es nicht. Sie profitiert ja nicht einmal vom unaufhaltsamen Debakel der SPD. Mein Eindruck ist, wenn ich zum Beispiel nach Frankreich sehe, dass soziale Bewegungen sich künftig noch mehr auf nationale Rechte, sowie auf radikale Linke verteilen; die ehemalige Regierungspartei Parti Socialiste ist so gut wie tot, politisch spielt sie keine Rolle mehr. Ich denke, dass die Le Pen-Partei beim nächsten Wahlkampf wieder kraftvoll dabei sein wird. Eine ähnliche Entwicklung könnte auch in Deutschland Realität werden - die Anfänge sind bereits zementiert.

Stefan Forbrig | Di, 17. Juli 2018 - 21:37

… ich stimme vielen Aussagen über dieses ganze Ost-West Philosophieren nicht zu. Ich bin Ostdeutscher und ich behaupte mal, wir sind zum Einen anders sozialisiert worden, wir sehen momentan viele Parallelen zur DDR, riechen eine Lüge in Regierungsaussagen 10 Meilen gegen den Wind, haben gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen und haben zu den Westdeutschen, die nie für ihre Freiheit und Demokratie kämpfen mußten, 40 Jahre Diktaturerlebnis-Vorsprung.

"… In den nächsten Jahren erwartet uns keine Koalition mit der AfD. Sie ist weder regierungswillig noch regierungsfähig. Aber in einem Jahrzehnt dürfte dies anders aussehen... "

Ich bitte Sie, wenn das so weitergeht, ist es in einem Jahrzehnt zappenduster und alle Messen gesungen. Die Sozialkassen werden leer sein und über Rente und Bildung brauchen wir uns erst dann wieder unterhalten, wenn nicht nur die Migration gestoppt ist, sondern auch die annährend 500.000 Ausreisepflichtigen wieder aus den Land sind.

Michael Ludwig | Mi, 18. Juli 2018 - 13:23

In reply to by Stefan Forbrig

95 % Zustimmung, genau das riechen gegen den Wind ist der Punkt.
Bei der Regierungsfähigkeit der AfD muss ich leider widersprechen. Selbst ein Individuum in einer geschlossenen Anstalt würde rationalere Entscheidungen treffen
als diese Regierung. Von welchem Doktor soll man sich behandeln lassen, demjenigen der einem schon viele Jahre Schlaftabletten gegen die Schmerzen verschreibt und sagt alles wird (Konjunktiv) gut. Oder dem neuen Doktor der alles, und wirklich schon vor Ausbuch der Krankheit vorausgesagt hat wie der Krankheitsverlauf sein wird? Ok lieber untergehen als den Doktor zu wechseln.

Corinne Henker | Mi, 18. Juli 2018 - 13:27

In reply to by Stefan Forbrig

Auch ich bin in der DDR aufgewachsen und gehöre jetzt zu den "Besserverdienenden" in NRW. Auch mir fallen sehr viele Parallelen zu damaligen Strukturen auf: Meinungsdiktatur, Überwachung, Zensur und Denunziation (u.a. Kahane-Stiftung), faktische Berufsverbote, Blockparteien-System usw. Wesentliche Unterschiede: offene Grenzen, mehr Kriminalität, mehr Konsum - wobei insbesondere Letzteres (noch!) sehr dabei hilft, die Unzufriedenheit im Zaum zu halten.
Wie oft musste ich mir nach meiner "Republikflucht" im Mai 89 von den "Wessis" anhören: "Wir hätten uns das niemals gefallen lassen!" Und heute leben sie in der DDR 2.0 und merken es noch nicht einmal.

Wolfgang Tröbner | Mi, 18. Juli 2018 - 14:46

In reply to by Corinne Henker

Diesen Satz habe ich nach meiner "Flucht" 1989 auch häufig gehört. Dieser Satz kommt mir immer in den Sinn, wenn die Menschen, die das damals zu mir gesagt haben, heutzutage nur hinter vorgehaltener Hand ihre wahre Meinung äußern und das damit entschuldigen wollen, dass "man ja nichts dagegen machen könne". Hat das vielleicht mit Ost und West gar nichts zu tun, sondern viel mehr mit dem deutschen Michel, der sich kujonieren lässt ohne sich dagegen zu wehren? Der sich stets der gerade herrschenden Meinung anschliesst und dies erst dann ändert, wenn der Wind aus einer anderen Richtung weht?

Frau Henker ich kann mich nur.Ihrem Kommentar anschließen. Super geschrieben!!!!

Bernd Lehmann | Mi, 18. Juli 2018 - 14:58

In reply to by Stefan Forbrig

Seh ich genauso.

Marianne Schad | Mi, 18. Juli 2018 - 20:13

In reply to by Stefan Forbrig

ich stimme Ihnen zu, obwohl ich Westdeutsche bin und Ihre Erfahrungen nicht gemacht habe. Es genügt jedoch nicht nur 500.000 Ausreisepflichtige auszuweisen sondern den Zuzug in das Sozialsysteme zu stoppen. Deutschland kann nicht den Geburtenüberschuss Afrikas und der arabischen Länder aufnehmen. Ein Zurück wird es nicht geben, die Millionen, die bereits hier sind werden zu einer schweren Last werden, da nicht integrierbar. Ein Ende ist nicht abzusehen. Unsere Polotiker wollen es so, am Volk vorbei, doch wir werden die finanzielle und kulturelle Last tragen. Wohin wird das führen?

Seidel, Reinhard | Do, 19. Juli 2018 - 15:43

In reply to by Stefan Forbrig

Ich kann Ihnen nur beipflichten, Herr Forbig. Ich bin Westdeutscher, habe aber meinen Verstand noch nicht in irgend ein Parteiarchiv abgegeben. Ich habe festgestellt, dass in Ostdeutschland das Politikbewusstsein wacher ist, als im
Westen. Mag an der politischen Selbstbefreiung der 40 Jahre SED liegen, aber
eher noch an der Weitsicht ehemaliger DDR-Bürger, die scheinbar im Westen
fehlt, weil er die Erfahrungen einer kommunistischen Diktatur noch nicht hatte.
Ich kann nur sagen der westdeutsche Wähler sollte sich die Erfahrungen der Ostdeutschen zu Nutze machen und aus seinem Wohlstandstraum erwachen,
der bald ausgeträumt sein wird mit der immer weiteren Zuwanderung ins Sozialsystem der vielen nutzlosen "Ärzte,Ingenieure, Wissenschaftler",die uns versprochen wurden aus dem islamischen Kulturbereich. Vor allem müssen wir
Frau Merkel loswerden, die uns die alte DDR zurück bringen will.

Stefan Leikert | Di, 17. Juli 2018 - 21:44

Sorry, aber ihr versteht es einfach nicht. Solange sogar hier bei einem ernstzunehmenden Medium einer dies fragen kann: "Jetzt ist die AfD im Bundestag vertreten. Ist das eine Gefahr für die Demokratie im Lande?" wird die AfD wachsen und wachsen.

Günter Johannsen | Do, 19. Juli 2018 - 10:07

In reply to by Stefan Leikert

Es ist demokratisch, die AfD nicht wählen zu wollen. Es ist demokratisch, die AfD zu wählen. Es ist undemokratisch, eine demokratische AfD zu diskreditieren, wie es die linken Hofberichterstatter praktizieren! Den Politikern der etablierten Parteien ging es von Anfang an nur darum, die unerwünschte Konkurrenz auszuschalten. Dass man es mit der perfiden kommunistischen Methode tat (Nazi-Keule), lässt massive Zweifel an deren Demokratieverständnis aufkommen.
Die AfD ist gegenwärtig immer noch die einzige Partei, die den Finger auf den wunden Punkt dieser "Asylpolitik" der linken CDU-Kanzlerin legt. Deshalb werde ich die AfD auch weiterhin wählen, egal was der linke Mainstream davon hält!

Stine Bading | Di, 17. Juli 2018 - 21:46

Ich glaube, die AfD immernoch als Protestpartei zu bezeichnen ist falsch. Jeder Wähler wählt die Partei, deren Inhalten er im Wesentlichen zustimmt. Damit ergibt sich zwangsläufig eine Abgrenzung zu den anderen Parteien. Man kann es Protest nennen, aber damit würde es eher einen emotionalen, irrationalen Touch bekommen. Die Entscheidung, die AfD zu wählen, ist aber nach meiner Einschätzung eher eine rationale, für viele sicherlich auch existenzielle (z.B. Konkurrenz um Wohnraum, Arbeit, Sozialleistungen). Ich gehe davon aus, dass die Wählerfluktuation eher die etablierten Parteien treffen wird, denn erst nach der Wahl haben die CDU/ CSU und die SPD deutlich gemacht, dass sie, mit Unterstützung der Grünen und Linken, die unrechtmäßige Migrationspolitik beibehalten werden. Der Unionsstreit hat das für alle Wähler nur noch deutlich gemacht. Die Regierung sollte endlich anfangen sich auf sachlicher Ebene auseinander zu setzen. Beschimpfung oder Boykott bringt nichts!

Klaus Funke | Di, 17. Juli 2018 - 21:47

Im Großen und Ganzen stimme ich Herrn Prof. Jesse zu, aber in einigen Details bin ich anderer Meinung. Etiketten für Parteien sind ungeeignet. Die AfD ist längst keine Protestpartei mehr. Man solle dem Volk aufs Maul schauen, forderte schon Martin Luther. Die AfD tut das. Es gibt eine große Zustimmung zu dieser Partei, quer durch alle Schichten. Die Westdeutschen tun sich noch schwer, doch das ändert sich, wenn dank Merkels Flüchtlingspolitik unsere Sozialsysteme kollabieren und das Geld knapp wird. Falsch ist auch, dass die AfD nicht koalitionsfähig sei. Es gibt Parallelen zur österreichischen FPÖ. Deren politische Karriere fasste der österreichische Kabarettist Alfred Dorfer so zusammen: Ignorieren - Imitieren - Koalieren! Jetzt regiert die FPÖ schon mit. Das Gleiche wird mit der AfD passieren. Zur nächsten Bundestagswahl wird die AfD bei weit über 20% liegen. Die CDU/CSU und SPD werden ein ähnliches Niveau erreichen. Österreichische Verhältnisse! Eine andere Republik entsteht.

Günter Hager | Di, 17. Juli 2018 - 21:55

Nach 45 Jahren CDU habe ich die Partei verlassen
und mich der AfD zugewandt. Warum ist die CDU nicht in der Lage, Politik fürs Volk zu machen, weil ihr wie gehabt, Merkel erneut vorsteht. Diese Frau hat doch gerade in der letzten Legislaturperiode gezeigt, zu welchen Fehlleistungen zu Lasten Deutschlands und seiner Bürger sie fähig ist. Keiner hat sie gestoppt. Nicht ihre "Freunde", deren Partei sie bis zur Unkenntlichkeit verbogen hat. Nicht ihren Koalitionspartner, den sie untergebuttert und zu einer Klein-Partei macht. Nun hat sich an all dem nichts geändert. Merkel wird weiter machen wie bisher. Und wieder wird sie keiner daran hindern, weil es vielen anscheinend noch zu gut und ihnen die Politik am Allerwertesten vorbei geht!

Mathias Trostdorf | Di, 17. Juli 2018 - 22:07

"Die AfD ist vor allem eine Protestpartei, keine Volkspartei."

Kann eine Protestpartei denn keine Volkspartei sein? Was zeichnet eine "Volkspartei" aus?
Ab wieviel Wählern ist man eine "Volkspartei"?
Und ab wie wenig Wählern (das wird die SPD interessieren) ist man keine "Volkspartei" mehr?
Darf sich eine Partei selbst "Volkspartei" nennen, oder muß sie unter Umständen beim Bundespräsidenten, der Kanzlerin oder bei Springer und Mohn nachfragen, ob das auch gestattet ist?

Christa Wallau | Di, 17. Juli 2018 - 22:12

Ich erinnere mich noch gut an die hämischen
Bemerkungen, die kurz nach dem Entstehen der AfD vor allem von Linken (z. B. Jakob Augstein) und Grünen, aber auch aus den Reihen der CDU kamen: "Dieser rechte Spuk geht vorüber wie die vielen anderen Eintagsfliegen aus dieser Ecke: Republikaner, DVU, Schill-Partei usw."

Nein, so ist es absolut nicht!
Diesmal bleibt das Pendant zu den Linken als
fester Bestandteil des Parteienspektrums bestehen. CDU/CSU haben es unter Merkel
sträflich versäumt, konservativen Bürgern ihre Heimat zu erhalten. Also hat die AfD den leeren Raum gefüllt. Niemand kann sie mehr "zerlegen" -
außer sie sich selber.
CDU/CSU werden nicht umhin können, irgendwann
Koalitionen mit der AfD einzugehen, ebenso wie
die einzige Möglichkeit einer "linken" Regierung
darin besteht, daß SPD, Linke und Grüne sich
einander annähern.
Es wird höchste Zeit für Entdämonisierungen.
Sachliche Argumentation und tatkräftiges Handeln sind angesagt.

anita brandl | Di, 17. Juli 2018 - 22:15

Ich weiß ja nicht wo Herr Jesse in den Jahren bis 89 gelebt hat. Ich jedenfalls in der DDR. Und deshalb kann ich sagen, dass Herr Gauland unbedingt Recht hat. Das die Verhältnisse denen der DDR immer ähnlicher werden, von der sozialen Gleichmacherei bis zur verlorengehenden Meinungsfreiheit - alles das ist es , was mich zunehmend unangenehm an die DDR erinnert.

Mathias Trostdorf | Mi, 18. Juli 2018 - 13:16

In reply to by anita brandl

Nicht zu vergessen. die permanente Bevormundung, mit dem Ziel, die Leute davon zu überzeugen, was die Regierung für gut und richtig befindet.
Weswegen ich auch der Aussage im benachbarten Artikel, ARD und ZDF seien Säulen der Demokratie, entschieden widerspreche. Vielleicht muß man in der DDR gelebt haben, um zu sehen, wie dicht wir an so einem System in der BRD 2.0 wieder dran sind.

obwohl man als Nicht-Abonnent nur dessen Intro gelesen, ihn nicht bezahlt und demnach auch nicht konsumiert hat. Bei den "Anstalten" ist es genau umgekehrt: Am Programm Desinteressierte (vom Programm Angewiderte) hat das BVG zur Zwangsfinanzierung verdammt und zum Stillhalten verdonnert.

In einer Demokratie bezahlt Meinungen nur, wer sie auch konsumieren will (und sei es nur als Reklame-Rezipient). Das gilt auch für Deutschlands subventionsverwöhnte Kulturschickeria. Und für die staatliche "Förderung" von Parteien erst recht.

Man muss keinen "totalen Markt" wollen, um Wettbewerb (im Gegensatz zum Krieg) gut zu finden. ARD, ZDF und Deutschlandradio sind keine Säule der Demokratie, sondern der Schützengraben des Parteienkartells.

ingrid Dietz | Di, 17. Juli 2018 - 22:31

seit mind. drei Jahren die Probleme und die vielen "Problembürger" dafür sorgen, dass mind. täglich eine Messerstecherei in der Tageszeitung zu finden ist, so lange werden sich die Menschen von den Populisten der Altparteien entsetzt abwenden !

Klaus Dittrich | Di, 17. Juli 2018 - 23:00

Auch wenn Maydl sich alle Mühe gibt, seine Klischees von Jesse bestätigen zu lassen – es ist ihm nicht geglückt.
Jesse kann ich in vielem zustimmen – z. B. in seiner Einschätzung der Partei Die Linke „Die Linke mittlerweile, jedenfalls im Osten des Landes, als eine etablierte Kraft, so dass bisherige linke Protestwähler ein neue Heimstatt bei der rechten Protestpartei gefunden haben.“ Und auch seine Warnung sollte ernst genommen werden: „Es verbietet sich, diese politische Kraft mit Geschäftsordnungstricks auszugrenzen. . . . Sie müssen viel tun, aber nicht die AfD dämonisieren.“
Widersprechen muss ich seiner These von der Konsenskultur im Osten. Es ist für mich kein Zufall, dass gerade in Sachsen (Leipzig, Dresden) – dem früheren Zentrum der „friedlichen Revolution“ – die Wut/der Protest gegen Merkels Migrationspolitik am stärksten ist. Die „Ossis“ sind für mich wahrhaftiger und direkter – vielleicht auch etwas auf „Krawall gebürstet“.

Der Westen ist die Gegend der etablierten, statusbewußten Wohlstandsbürger, der Osten die der „Krawallbürger“. Sie haben allen Grund für ihren „Krawall“: eine ganze Generation, nämlich die wissenschaftlich-technische Intelligenz und die Beschäftigten in der DDR-Industrie im mittleren Alter („zu alt für den Arbeitsmarkt, zu jung für die Rente“) sind nach der Wende im gesellschaftlichen Orkus verschwunden, keine Lobby, keine Thematisierung in den Medien, gar nichts. Ein gesellschaftliches Problem wurde individualisiert und mit dem Verliererstigma abgetan.

Die haben heute Armutsrenten, müssen jetzt aber auch noch mit den Neubürgern um soziale Leistungen und Wohnraum konkurrieren, haben andererseits genügend Zeit, ihren Protest nicht nur bei Wahlen zum Ausdruck zu bringen.

Sie befinden sich außerhalb der Loyalität dieses Staates, der sie voll im Regen hat stehen lassen. Sie sind erfahren und gewitzt genug, die Parallelen zur DDR zu sehen. Davon profitiert auch die „rechte“ AfD.

Christoph Kuhlmann | Mi, 18. Juli 2018 - 00:21

gäbe der SPD wahrscheinlich den Rest. Es ist aber fraglich ob sich die Partei darauf einigen kann. Für das politische System in Deutschland wird die Frage der Nachfolge Merkels ebenso entscheidend sein. Sollte die CDU in drei Jahren wieder mit ihr antreten, erwarte ich nachhaltige Veränderungen in der Parteienlandschaft.

da könnte sich sogar jeder denken wie das finanziert wird.
Willy Brandt anlässlich des Anwerbestopps für Gastarbeiter :
"Wir müssen jetzt natürlich zu erst an unsere eigenen Landsleute denken."
(Kann man googln...)

Ralf Altmeister | Mi, 18. Juli 2018 - 16:27

In reply to by wolfgang spremberg

Wenn man sich die jährlichen Aufwendungen für Fehlleistungen der Merkel-Regierung vor Augen hält, wie Migration 30 Mrd €, sogenannte Energiewende 30 Mrd, Zinseinbußen der Sparer wegen der €-Politik 30 Mrd, Verteuerung von Immobilien- und Mieten ca. 50 Mrd, dann hat die Allgemeinheit ca. 140 Mrd Mehrbelastungen jährlich zu tragen. Da reicht es schon, diesen Verschwendungswahnsinn zu verhindern, um in allen Feldern der Sozialpolitik üppig ausgestattet zu sein.
Außer der AfD kenne ich keine Partei, die dies korrigieren will.

Henning Magirius | Mi, 18. Juli 2018 - 20:33

In reply to by wolfgang spremberg

Schaut, schaut. Der gute Willy Brandt, Ehrenvorsitzender der ältesten Partei Deutschlands - ein Rassist.

Seidel, Reinhard | Do, 19. Juli 2018 - 16:04

In reply to by wolfgang spremberg

Willy Brandt hat einen Kardinalfehler installiert, der zur heutigen Situation maßgebend beigetragen hat. Er hat zwar den Anwerbestopp für Gastarbeiter
erlassen, aber, das ist der verhängnisvolle Fehler, hier lebende Gastarbeiter zu
Einwanderern gemacht, indem er ihnen den Familiennachzug erlaubt hat.
Es gibt ein passendes Sprichwort dazu: "Irren ist menschlich! Immer irren ist
sozialdemokratisch!

Jan Kowalski | Mi, 18. Juli 2018 - 02:56

aber in einem Punkt möchte ich widersprechen. Die CSU ist nicht erst durch die momentanen Querelen mit der CDU geschwächt. Hr. Seehofer hat seit 2015 viel angekündigt aber Fr. Merkel letztendlich nicht an der Öffnung sowie Offenhaltung der Grenzen gehindert. Solange dieser Zustand anhält wird die CSU weiterhin an Boden verlieren. Mit jedem Gewaltausbruch von Asylbewerbern, Straftaten oder auch sexuellen Belästigungen wird die Zahl derer die die AfD aus reiner Notwehr wählen weiter steigen.

Peter Seidler | Mi, 18. Juli 2018 - 03:05

ungenehme Wahrheiten spricht die AfD nicht nur öffentlich aus, indem sie linksgrüne Tabuthemen wie die Verharmlosung des politischen Islams und die Folgen der Islamisierung thematisiert. Auch innerhalb der AfD werden ungemütliche Themen politisch inkorrekt angegangen, so hat Gauland in einem Interview zuletzt ganz deutlich ausgesprochen, dass Merkel bis dato eine Überlebensgarantie der AfD ist. Das ist eine grosse Stärke der AfD, die sie ganz klar von den Altparteien abgrenzt, denn so werden Probleme als solches erkannt und können gelöst werden. In dem Fall hat die AfD spätestens seit dem letzten Parteitag deutlich gemacht, dass sie das System Merkel bekämpft und nicht nur einzelne Personen daraus. Dieses hat sich um AKK schon längst formiert, eigentlich kann man der CDU nur wünschen, dass diese Gruppe von der CDU-Basis abgewählt wird, denn ansonsten ist ihr ein Wahlergebnis von um die 25 Prozent bei der nächsten BTW sicher, genauso wie der AfD.

Justin Theim | Mi, 18. Juli 2018 - 06:57

Allein dass Herr Jesse behauptet, die AfD sei die Partei der Arbeitslosen, der wenig Gebildeten und kleinen Leute, diskreditiert ihn. Die für AfD-Sympathie nicht gerade bekannte ZEIT fand in einer Studie genau das Gegenteil heraus:
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-08/afd-waehler-terrorbekae…

Aber man muss wohl solche abstrusen Narrative schaffen, um zu kaschieren, dass die AfD für Wähler aus allen politischen Überzeugungsgruppen und sozialen Schichten attraktiv ist. Sie DARF eben einfach nicht attraktiv sein!

Die zur Charakterisierung der AfD vom Interviewer benutzten Adjektive, Rassismus, Hetze etc. diskreditieren auch ihn und zeigen, dass diese Vorwürfe am ehesten auf ihn selber zutreffen.

Genau! Seltsam, ich kenne nur gutbetuchte und gebildete AFD-Wähler. Wenn man sich zudem die qualifizierten Reden der AFD-Politiker im Bundestag anhört, kann man sich denken, daß diese Partei für die Blockparteien eine Gefahr ist

sie ist gewählt und somit eine Partei die genau die gleichen Rechte und Pflichten besitzt wie jede andere gewählte Partei und ich halte sie für ein notwendiges Korrektiv zu der Kanzlerin-CDU. Nun zu meiner eigentlichen Einlassung 1. ist es egal von welchen Bevölkerungsschichten eine Partei gewählt wird das Wahlergebnis ist entscheident . 2. Immer wenn eine Entscheidung nicht in die veröffentlichte Meinung passt sind die Schuldigen arme ungebildete Wähler (also igitigit die Unterschicht)siehe Brexit, siehe Trumpwähler, siehe Erdoganwähler, denn merke, nur gebildete gut betuchte Menschen wählen so wie die veröffentlichte Meinung es vorschreibt und erwartet.

Ursula Horvath | Mi, 18. Juli 2018 - 07:10

Herr Jesse, wenn man wie die Groko drei Jahre braucht, um ein wenig Verstand in das Thema Migration zu bringen und davor all die unliebsamen Meinungen mit der Nazikeule bearbeitet hat, nützt später ein 100% Umschwung nichts, denn er ist Unglaubwürdig, noch dazu wenn er genau von den selben Personen kommt, die alles vorher mit der rosa roten Brille gesehen haben. Die gesamte Regierung muss weg, denn Niemand der noch selbst denkt, glaubt Denen ein Wort, dass Vertrauen ist verspielt, Neuwahlen sind angesagt!

Werner Kolmarek | Do, 19. Juli 2018 - 01:00

In reply to by Ursula Horvath

TOP !!!

Detlev Bargatzky | Mi, 18. Juli 2018 - 07:46

Wenn die Frau zurück träte, was aufgrund unsere Gesetze faktisch gar nicht möglich ist, dann wäre aus meiner Sicht sicher ein Triumph für die AfD und ein Gewinn für Deutschland.

Wie lang diese Effekte anhalten, hängt jedoch von der Politik des Nachfolgers ab.
Ändert sich die Politik nicht wesentlich, dann bleibt dieses Triumph-Gefühl wahrscheinlich bis zu den nächsten BT-Wahlen erhalten.

Ändert sich jedoch die Politik in den wichtigsten Feldern wieder in Richtung politischer Verlässlichkeit und Kontinuität sowie Akzeptanz in D, in der EU und in den wichtigsten internationalen Gremien, dann könnte die AfD überflüssig werden.

Aus gesundheitlichen Gründen kann man jederzeit zurücktreten, alles andere wäre ja Wahnsinn. Wenn Frau Merkel halbwegs schlau ist, wäre das die beste Art, sich aus der Affäre zu ziehen. Ein Grund würde sich schon finden (Burn-out geht immer). Allerdings wird sie sicher alles versuchen, uns vorher noch ein richtiges Kuckucksei ins Nest zu setzen. AKK wird ja bereis als solches aufgebaut.

Monika Schmidt | Mi, 18. Juli 2018 - 08:11

Eigentlich ein ganz gutes Interview.
Einigen Punkten möchte ich doch widersprechen:

"Die leidigen Querelen um Seehofers Masterplan haben der Union geschadet. Mancher Anhänger Seehofers in der Sache ist von seinem Stil angewidert und votiert für die AfD."

Es ist wohl eher so, dass viele Wähler enttäuscht sind das Seehofer sich mal wieder nicht durchsetzen konnte. Wie so oft wurde Hoffnung geweckt und enttäuscht.

"Mancher Anhänger Seehofers in der Sache ist von seinem Stil angewidert und votiert für die AfD."

Nun wenn man so empfindlich ist und von Seehofers 'Stil' angewidert ist, dann kann man unmöglich die AfD wählen. Die sind mit Sicherheit wesentlich direkter und undiplomatischer. Sicher keine Partei für Mimosen.

"Provokationen und Tabubrüche sind bei der AfD an der Tagesordnung, teils geplant, teils unkalkuliert."

Vielleicht ist es auch so, dass unsere Sprache sich zu sehr an PC ausrichtet; das viele Dinge umschrieben und nicht beim Namen genannt werden dürfen.

Monika Schmidt | Mi, 18. Juli 2018 - 08:12

"Allerdings trifft die Kennzeichnung als „Arbeiterpartei“ für die AfD insofern nicht zu, als sie in vielen Schichten beheimatet ist, am wenigsten bei den Gutbetuchten."

Das trifft schlichtweg nicht zu. (Es sei denn, sie hätten eine neue Untersuchung mit anderem Ergebnis)
Laut hier nicht genanntem Konkurrenzblatt hat die AfD so viele Vollbeschäftigte wie keine andere Partei. Sie hat den größten Anteil von Selbständigen (34%). Es sind also eher Leute, die etwas zu verlieren haben, die sich der AfD zuwenden. Nicht die, die immer noch mehr vom Kuchen haben möchten. Diese findet man eher bei den anderen Parteien.

So ist es! In Deutschland arbeiten noch 25 Mio. Menschen, die brav Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Allerdings erhalten 13 Mio. von diesen 25 Mio. Arbeitnehmern ergänzende Sozialleistungen, weil ihre Einkommen zu gering sind für die eigene Existenzsicherung, bzw. für die Familie. Bleiben 12 Mio. Nettosteuerzahler. Ich ärgere mich schon seit Jahren, dass die Politiker die Steuergelder (auch meine) für Subventionen von Landwirtschaft und Firmenforschung, für Beraterfirmen, die EU- Traumtänzereien, für ergebnislose Gipfeltreffen etc., und für immer neue Sozialleistungen, damit auch jede vermeintliche soziale Schieflage, oder die finanziellen Konsequenzen der persönliche Lebensentscheidung abgefedert werden, ausgibt. Gerechte, d.h. existenzsichernde Löhne, Eigenverantwortlichkeit, zweckgebundene Investition in die deutsche Infrastruktur? Fehlanzeige! Und nun noch die unrechtmäßige Migrationspolitik. Ich kann die AfD - Wähler zunehmend verstehen!

Jacqueline Gafner | Mi, 18. Juli 2018 - 08:17

korrekt, nur weshalb zieht man in Deutschland keine Schlüsse daraus, sondern versucht mit allerlei durchsichtigen Tricks und rechtlich einigermassen seltsam anmutenden gesetzlichen Regelungen missliebige Meinungen zu diskreditieren und wenn immer möglich aus der öffentlichen Debatte zu verbannen? Analoges gilt für die Vogel-Strauss-Politik, welche die selbsternannt "anständigen" Parteien gegenüber der AfD in konzertierter Art nach wie vor betreiben, obwohl inzwischen jedem halbwegs unbefangenem Beobachter klar ist, dass man es nicht mit einer "Eintagsfliege" zu tun hat, die automatisch wieder verschwinden wird, wenn man sie nur entschieden genug übersieht? Das ist keine Politik, sondern eine politische Bankrotterklärung, die jedenfalls nicht die AfD schädigt, um es zurückhaltend zu formulieren.

Eduard Milke | Mi, 18. Juli 2018 - 08:24

Ein grauhaariger Professor will uns wiedermal die Welt erklären: Die AFD ist böse und alle anderen Parteien sind gut und deren Fehler bildet ihr euch nur ein, denn ihr seid einfach nicht gebildet genug um dies sehen zu können.

Auch wenn die AFD (so wie die Grünen 1985) noch (lange) nicht regierungsfähig ist. Sie spricht im Gegensatz zu allen anderen u.a. diese Themen an:
Die angestaute Wut bei vielen Bürgern, tagtägliche Messerstechereien bin hin zu Gegenden die von der Polizei nicht mehr betreten werden, Schulen in denen Deutsche eine 30% Minderheit sind, Eingewanderte deren Anzahl (geschweige denn Identität) nicht einmal unsere Ministerien kennen, Diskussionen um Kopftücher und islamische Feiertage, Imam Ausbildung an deutschen Universitäten, Benton Poller vor Weihnachtmärkten, die nicht mehr vorhandene Sicherheit der Bürger, die Angst vor der Zukunft, die Sorge um dieses Land?

Die AFD kann nur die Antwort sein, denn es gibt sonst niemanden.

Thorsten Rosché | Mi, 18. Juli 2018 - 08:26

Ich bin kein Parteisoldat, sondern Wechselwähler und wähle was meinem Standpunkt am nächsten kommt oder strategisch um die Opposition zu stärken, falls erforderlich. Ich empfehle jedem vor der Wahl auch mal die Parteiprogramme zu lesen, das macht nämlich in der Regel keiner. Keine Partei hat die Volksabstimmung und die Abschaffung der unsäglichen Zwangsgebühren-und Staatssender AD/ZDF auf der Rechnung außer der AFD, könnte z.B. ein Grund sein mein Kreuzchen dort zu machen - schon im Herbst. Zudem in Hessen besteht die AFD aus Ex CDU /SPD/FDP Mitgliedern, ich würde sie als konservativ bezeichnen. Und das Geplärre in den Medien interessiert den normalen Bürger doch schon lange nicht mehr - es gibt genügend Möglichkeiten sich zu informieren. Bei der letzen BT-Wahl war die Partei im Ort 3 stärkste Kraft mit geringem Abstand zu den Altparteien. Und das waren keine Protestwähler !

Dieter Erkelenz | Mi, 18. Juli 2018 - 08:29

Endlich einmal eine Expertise, die in dem üblichen Mainstreamgeschwafel in ihrer Nüchternheit und Sachlichkeit herausragt! Ich darf mich daher nicht nur beim Autoren, sondern auch bei der Redaktion des Cicero bedanken.

Dominik Hellenbeck | Mi, 18. Juli 2018 - 09:04

Sicherlich ist die AfD derzeit nicht mehr als ein Sammelbecken versprengter Bürgerlicher, empörter Politikneulinge und expliziter „Rechtsausleger“. Ob mehr draus werden kann, wird zum einen an der Entwicklung einer tragfähigen gemeinsamen Programmplattform liegen, zum anderen an einer qualitativ vorzeigbaren Führungsriege. Mit „Vogelschiß“-Parolen verprellt man jedenfalls die bürgerliche Mitte und Kyffhäuser-Romantik trägt einen in Zeiten der „Digitalen Revolution Soundsoviel-Punkt-Null“ auch nicht weit. Mal sehen, ob man wirklich einen Spannungsbogen von der konservativen CDU bis hin zu einem Spektrum abdecken kann, welches in der „alten Bundesrepublik“ von „Republikanern“, DVU und NPD bedient wurde.

Armin Latell | Mi, 18. Juli 2018 - 13:13

In reply to by Dominik Hellenbeck

ihre Analyse liegt so ziemlich in allem, was Sie schreiben, falsch. Ist auch kein Wunder, weil Sie Gaulands "Vogelschiß" Aussage auch nicht verstanden haben und einfach auf denunzierende MSM Interpretationen abheben. Ich bin durch und durch bürgerlich, die Diskussion darüber war für mich eine vom politischen Gegner und den Medien inszenierte, wie fast immer, um der Partei jegliche Reputation abzusprechen, und Sie sind williger Adressat davon. Es gibt keine konservative CDU mehr, deswegen gibt es ja die AfD, und niemand will einen "Spannungsbogen" hin zu DVU, NPD und Republikanern. Ich nenne das "subtil" denunzieren. Allerdings schlecht und durchsichtig gemacht. Da sollten Sie als CDU Mitglied noch etwas an sich arbeiten. MfG Armin Latell

Es wird Sie sicher etwas überraschen, aber es sind meine eigene Gedanken und ich möchte niemanden denunzieren - weder subtil noch anders – noch bin ich williger Adressat von irgendjemandem. Nur seit mittlerweile über 3 Jahrzehnten in der CDU, davon etwa die Hälfte davon zunehmend resignierend, weil ich die Partei, in die ich einmal eintrat, nicht mehr wiedererkenne. Was mir allerdings noch wohlvertraut ist, sind Kinnmuskelspanner voller schwarz-weiß Feindbilder, die rabiat „die Partei“ verteidigen und sich dabei nur unsterblich lächerlich machen. Aber die scheint es überall zu geben, nicht wahr...?

Karla Vetter | Mi, 18. Juli 2018 - 20:32

In reply to by Dominik Hellenbeck

Sie sprechen mir aus der Seele.Wählbar und eine echte Gefahr für die "Etablierten", wäre diese Partei erst, wenn sie sich von oben erwähnten Kräften trennen würde.Antisemiten wie Herr Gedeon gehören ausgeschlossen . Sachvertstand vom Kaliber der Ehemaligen Prof. Lucke und Dr. Frauke Petry würde sie für viele wählbar machen.

Dominik Hellenbeck | Do, 19. Juli 2018 - 14:32

In reply to by Karla Vetter

Mit welchen konkreten Namen auch immer. Mit etwas innerer Distanz erkennt man, dass die "alte CDU" Geschichte ist und nicht mehr wieder kommt - weder als AfD oder wie auch immer. Was auch immer kommt, wird etwas neues sein. Wenn man es ruhig besieht, hatte die CDU immer einen konservativen, aber eben keinen "Höcke"-Flügel. Oberflächlich verstanden mag sich mein REP/NPD-Hinweis wie Kritik anhören, verweist aber lediglich auf das genannte Politik-Spektrum, welches nie Bestandteil der Union war und auch von einer bürgerlich-seriös-konservativen AfD nicht zu halten sein wird.

Dieter Hegger | Mi, 18. Juli 2018 - 09:07

Keins von Beiden. Ich denke die AFD hat für den Bürger klar erkennbar den drögen Laden Bundestag aufgemischt und legt den Finger in die Wunden. Man erkennt es an den hochroten Köpfen der roten Socken und den Kämpfern für noch mehr unqualifizierte Zuwanderung. Im Westen wird sie, wie übrigens alle Parteien auch CDU / CSU , zwischen 10-20 % mit schwimmen, im Osten ab 20% aufwärts und die Leute werden ihre Gründe haben. Die Karten werden zukünftig neu gemischt werden und das ist gut so !

Hauke Zumstrull | Mi, 18. Juli 2018 - 09:08

Man wird mit der AfD und insbesondere ihrer Wählerschaft leben müssen, ob einem das passt oder nicht. Deswegen sollte man so früh wie möglich anfangen auch dieses Spektrum ins System zu integrieren, auch wenn die derzeitige AfD, wie früher die PDS, davon lebt eine Distanz zwischen Wählerschaft und Gesellschaft vorzugaukeln.
Ein Glück dass wir Kommunen und Bundesländer haben, auf denen früher auch schon das unmögliche gewagt wurde und die sich für die Integration der AfD anbieten, bei Grünen und Linken hats funktioniert.

Harald Wiemers | Mi, 18. Juli 2018 - 09:12

Wenn Merkel als Feindbild wegfällt ,
verbleibt imer noch die Union als Feindbild!
Denn die ganzen Merkel Befürworter sind dann ja immer noch da.
Auf absehbare Zeit wird sich da nicht viel verändern !

Ralf Altmeister | Mi, 18. Juli 2018 - 10:10

Es ist die Frage des zukünftigen Umganges mit dem Islam in Deutschland und Europa, insbesondere die Verhinderung der weiteren Ausbreitung durch dessen demografische Entwicklung und Migration. Diese Thema wird uns noch Jahrzente beschäftigen, wird aber, außer von der AfD, in allen anderen Parteien kaum thematisiert. Es ist aber deshalb so herausragend, weil es alle gesellschaftlichen Bereiche (Erziehung, Bildung, Sozialleistungen, innere Sicherheit, Rechtssicherheit, kultureller Alltag) überlagert und Ressourcen bindet, die unserem Land für das Beibehalten der Weltspitze nicht mehr zur Verfügung stehen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sich diese Probleme zukünftig verschärfen und damit die AfD fett machen werden, zumal keine weitere Partei hier Handlungsbedarf erkennen lässt und Kirche sowie ÖR-Medien mehrheitlich das Gegenteil behaupten.

Birgit Fischer | Mi, 18. Juli 2018 - 10:31

Zitat: "Dass die AfD für die Landtagswahl in Bayern keinen Spitzenkandidaten aufgestellt hat, dürfte ihr im Wahlkampf schaden. Die Personalisierung der Politik ist nämlich weit fortgeschritten." Mit diesem Satz hat Jesse Recht. Ohne wenn und aber. Wieso macht AfD solche handwerklichen Fehler? Warum interveniert der Bundesvorstand nicht im Vorfeld?

Susanne antalic | Mi, 18. Juli 2018 - 10:34

Vieleicht könnten sie versuchen auch die anderen Parteien und die Wähler so analysieren, wie sie das bei der AFD tun, dann bräuchten sie gar nicht die AFD analysieren, dann würden sie merken, warum die AFD so einen Zulauf hat, den es ist nicht von ungefähr, dass um Deutschland Rrechtkoservative Parteien zulegen und weiter zulegen werden, den nicht jeder lässt sich die Politik von der Herrische Merkel gefallen, nur das ist der Grund. Immer mehr Menschen verabschieden sich von der Propagandapresse und ÖR, den immer mehr Menschen sind mit dem Desaster konfrontieret,es hilft keine Relativierung mehr, jede anständige Regierung würde bei all diesen Skandalen abtreten müssen. Da kann sie die AFD nur zurück legen und abwarten und da kann Deutschland weiter hin alle anderen difamieren , die andere Meinung vertreten, es wird nicht mehr helfen und es ist gut so.

Rob Schuberth | Mi, 18. Juli 2018 - 10:37

Zitat Jesse:
"Die AfD vertritt noch immer Positionen, die andere Parteien in dieser Schärfe so nicht repräsentieren. Vielen Bürgern widerstrebt der Kurs Seehofers .../... Es werde geredet, aber nicht gehandelt."

Und genau DAS macht z. Z. die AfD - in den Umfragen -stark.

WENN wir(D) wollten (aber Frau Merkel will ja nicht) dann wäre das Handeln - ganz Europas - i. S. illegaler Migration wesentlich effizienter zu gestalten.

Die Rückschlagthese teile ich nicht. Ganz im Gegenteil.
Die GRÜNEN u. Teile der SPD teilen doch diese "An-den-Bürgern-vorbei-Politik".

Ersatz ist also schon da.

Ann-Kathrin Grönhall | Mi, 18. Juli 2018 - 10:44

Was Herr Jesse, als Wahl- und Parteienforscher über die Parteienlandschaft sagt, dem kann und will ich nicht widersprechen.
Allerdings gibt es einen Punkt den ich hervorheben möchte:
"Wer „DDR light“ sagt, weiß nicht, was eine Diktatur ist."
Dazu sollte man z.B. ehemalige Bürgerrechtler der DDR befragen, wie z.B. Frau Vera Lengsfeld.
Sie weiss mit Sicherheit, was eine Diktatur ist und
ihre kritische Einstellung zur Merkel-Regierung ist allgemein bekannt.
Es wäre interessant zu wissen was SIE von dem Ausdruck "DDR-light" hält.

Birgit Fischer | Mi, 18. Juli 2018 - 10:45

Insgesamt ein gutes Interview. Jesse argumentiert recht ausgewogen. AfD, das tut weh! Und genau das soll es auch. Dafür ist die AfD da, um weh zu tun. Die Bräsigkeit der Merkel-BRD ist grausig. Alles liegt unter Mehltau. Merkel hat uns 13 Jahre eingelullt. Es war Politik für Bestands-Rentner. Nur nix tun, nix ändern, immer weiter mit demselben Mist. Die Ergebnisse sieht jeder an den Fakten: teuerste Strompreise auf der Welt, verkorkste Energiewende, frustrierte Nachbarn, EU am Ende. Massenmigration in die Sozialsysteme, Volksverdummung. Und dazu Staatsmedien mit dem Auftrag zur Staatsbürgerkunde. Dafür steht der Begriff "Lügenpresse." Das alles zeigt doch, es läuft schon lange nicht mehr richtig in der BRD. Statt zu ändern, wird mittels Polit-Phrasen eingelullt. So lange, bis es kracht. Dieses Land muss sich ändern. In jedem Fall. So oder anders.

Birgit Fischer | Mi, 18. Juli 2018 - 10:58

Also ich wähle AfD, weil diese Partei meine Interessen vertritt. Welche sind das? Mein Interesse ist, dass dieses Land strikt deutsch bleibt, dass hier dauerhaft nur Deutsche leben und nicht massenhaft Fremde, dass nur noch ausnahmsweise eingebürgert wird und die Energiewende wieder verschwindet. Zudem will ich Euroaustritt und eine enge Partnerschaft mit Russland. Eine globale Dominanz der USA lehne ich ab, genauso lehne ich bunte Vielfalt im Straßenbild ab. Mit der EU als einem Zusammenschluss souveräner Staaten kann ich leben, einen europäischen Einheitsstaat lehne ich strikt ab. Brexit finde ich gut, einen BRD-Exit schließe ich nicht aus. Zudem bin ich gegen Sozialleistungen für Ausländer. Zudem lehne ich Militäreinsätze im Ausland strikt ab. Die Bundeswehr sollte nur zur Heimatverteidigung da sein. Zur Not muss ein Nato-Austritt her. BRD sollte außenpolitisch neutral sein, wie Finnland oder Schweiz. Volksabstimmungen sollten normal sein. Wer vertritt mich? Nur die AfD.

Petra Führmann | Mi, 18. Juli 2018 - 12:52

In reply to by Birgit Fischer

wir könnten Zwillingen sein! Alles auch meine Meinung.

Christian Bauer | Do, 19. Juli 2018 - 22:39

In reply to by Birgit Fischer

Eine Partei bildet immer nur einen Teil der persönlichen Interessen ab, man trifft sich als Partei auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Nun hat die Politik dank Merkel und Co derart viele Fehler, dass man schon gar nicht mehr weiss, mit welchem Thema man beginnen soll. Ist es der €uro, der mich plagt? Dann AfD. Ist es die verhunzte Energiewende? Dann- wer ausser der AfD spricht sie an? Und bei den Migranten brauchen wir nach einer Partei, die dies Thema ins Scheinwerferlicht zerrt, auch nicht lange zu fragen.
Die etablierten Parteien haben keine Antworten mehr, sie sind verbraucht. Oder sollte man sagen: verfettet? Die AfD hat den Schwung, die Situation zu ändern, wird aber, so fürchte ich, in ein paar Jahrzehnten ebenfalls der Erneuerung bedürfen.

Michael Ludwig | Mi, 18. Juli 2018 - 11:12

Nun Herr Maydl da hat Herr Jesse doch nicht so geantwortet wie sie es ihm in den Mund gelegt haben. Ich hoffe sie waren nicht allzu enttäuscht.

Rainer Mrochen | Mi, 18. Juli 2018 - 11:38

Wenn die Afd keine Volkspartei ist, was ist denn dann die SPD unter dem momentanen <20% Stimmenanteil? Protestpartei?
Wer hat eigentlich die Afd Wähler, vor Einzug der Afd in den Bundestag vertreten? Irgendwie müssen es ja Vertreter der anderen Parteien gewesen sein.
Was damals in Ordnung war soll heute schlecht sein?
Es darf, ob soviel Heuchelei, gelacht werden.

Rainer Birk | Mi, 18. Juli 2018 - 12:03

...kann man sich eigentlich sparen! Für mich liegt die Sache sehr einfach auf der Hand: solange die CSU mit der CDU verbandelt ist, können die Damen und Herren dort Kopfstände machen. Es nützt nichts, die Umfragewerte werden sinken und sinken. Und die AFD wird stärker und stärker werden. Nur eine klare Abkopplung der CSU-Politik vom Merkelschen Gutmenschen-Geschmuse und ein bundesweiter Auftritt wird die CSU vom freien Fall erlösen. Das Sahnehäubchen wäre dann eine faire Koalition von CSU und AFD mit Chancen auf eine ausreichende Mehrheit.

Norbert Heyer | Mi, 18. Juli 2018 - 12:07

Nimmt man Menschen ihre Heimat, suchen sie sich eine neue. Alle etablierten Parteien haben viele enttäuschte Anhänger - zuerst vielleicht aus Protest - an die AfD verloren. Das hat sich gewaltig geändert. Wer die Reden im Bundestag verfolgt stellt unschwer fest, dass den sachlich-fundierten Reden der AfD-Abgeordneten die anderen Parteien nur Polemik und unqualifizierte Zwischenrufe entgegen setzen können. Die AfD wird weiter wachsen, denn die Folgen der unverantwortlichen Politik der Regierung werden bald noch viel deutlicher negativ auffallen. Wenn die Wähler massive persönliche Einschränkungen erfahren, wird eine Regierung ohne AfD nicht mehr zustandekommen. Das darf aber auf keinen Fall erst in 10 Jahren sein, dann ist alles zu spät.

Armin Latell | Mi, 18. Juli 2018 - 12:36

und relativ ausgewogenen Antworten, wie mir scheint. Trotzdem sehe ich den Streit zwischen Seehofer und Merkel keinesfalls als irrational an, denn seine Ursache hat sehr reale Gründe. Allerdings ist m.E. nur Merkels Position dazu irrational. Tatsächlich gibt es unter prominenten AfD Befürwortern einige, die sehr wohl eine Bewertung des heutigen politischen Systems als DDR light abgeben können. Auch wären mit Merkels Abtreten, in welcher Form auch immer, keine Probleme in De, die sie verursacht hat, gelöst, so dass es auch danach sehr triftige Gründe für diese Partei gibt. Ich glaube nicht, dass De noch 10 Jahre Zeit hat, Programme der AfD nicht umzusetzen, im Prinzip haben wir heute schon den „point of no return“ lange hinter uns gelassen.

Christian Döring | Mi, 18. Juli 2018 - 12:40

Liebe Birgit Fischer, Ihr Teil 2 wirkt recht Troll-haft. Ich wähle ebenso AfD. Sie scheinen das A von AfD als arisch zu interpretieren und schieben die AfD dorthin, wo sie absolut nicht steht. Zuwanderung und bunte Vielfalt werden nicht abgelehnt sondern gehören, kurz gesagt, einer steten funktionierenden gesetzlichen Kontrolle unterzogen.
Zu Herrn Jesse: Ich arrangiere mich sehr schwer mit der Bezeichnung Politikwissenschaft. Wissenschaft ? Haben Sie Brexit, Trump, AfD wissenschaftlich prognostizieren können ? Einstein hat prognostiziert und die Beweise wie Existenz von Gravitationswellen wurden erbracht. "Politikwissenschaftler" sammeln Meinungen und beziehen ein staatliches Gehalt. Was da rauskommt, ist das Blut der Mainstraimmedien als Gift gegen die gesunde Wahrnehmung. Etwas anderes würde Ihren Gehaltsempfang gefährden.
DDR-heavy: https://www.focus.de/kultur/kino_tv/eva-herman-vom-tv-verstossen-mit-vi…

Armin Latell | Mi, 18. Juli 2018 - 13:36

In reply to by Christian Döring

es ist keine "arische" Einstellung, wenn man Zuwanderung und bunte Vielfalt, wie sie heute als Bereicherung vollkommen unkritisch und sakrosankt verherrlicht und praktiziert wird, ablehnt. Eine staatliche Kontrolle findet doch definitiv nicht statt, Recht und Gesetz gelten doch nicht mehr für alle gleich, man sucht sich aus, was einem gerade vorteilhaft erscheint. Die deutsche Staatsbürgerschaft wird doch jedem geradezu hinterhergeworfen, Bekenntnis zu Recht, Gesetz und freiheitlicher Grundordnung wird doch schon gar nicht mehr gefordert. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.

Günter Johannsen | Mi, 18. Juli 2018 - 18:29

In reply to by Armin Latell

aber der Islam ist nicht bunt, sondern grau und menschenverachtend!
Man will uns nur für blöd verkaufen und als Ausländerfeinde hinstellen.
Grau und mörderisch ist auch diese linke Ideologie, die uns mehr und mehr untergejubelt werden soll. Dazu benutzen sie den Islam nur als Vehikel, bis sie ihr schäbiges Ziel erreicht haben? Das aber wird und darf nicht gelingen, sonst war 1989 vergebens!

Georg Czerwinski | Mi, 18. Juli 2018 - 13:29

Ein Rückschlag für die AFD gäbe es vielleicht, wenn bisherige Tabuthemen nicht mehr beschwiegen werden, sondern wieder die praktische Vernunft in den Bundestag einzieht.
Merkel hat aber zu viele Bewunderer um sich versammelt, die glauben durch das Verteilen der Flüchtlinge wird alles wieder gut.
Also durch das (Ver-)Teilen bleibt der Lebensstandard in D. so wie er ist oder wird sogar besser!
Was aber wenn die bisherigen Millionen Flüchtlinge nur Vorboten dessen sind, was D. noch bevorsteht und die Flüchtlinge sich nicht irgendwohin verteilen lassen?
Wie wollen die Altparteien dann die Afd klein halten?
Bisher wird die Afd noch als Überbringer von schlechten Nachrichten geächtet, indem man die Augen fest zumacht und sich einredet - wir schaffen das.

Fred Anton | Mi, 18. Juli 2018 - 14:07

Warum wird die AFD im gesamten Interview stets als Problem gesehen? Warum wird immer wieder gefragt, wie man sie zurückdrängen könnte, wie man ihre Existenz beenden könnte?
Warum kann man das nicht einfach hinnehmen, dass sich eine neue Partei konstituiert hat? Das ist doch ganz normal heutzutage.

Und zum Programm gebe es noch viel mehr zu sagen, als hier im Interview gekommen ist. Die direkte Demokratie und der bundesweiten Volksentscheid, das ist schon eine wirkliche Alternative zu einer Politik, bei dem die Kanzlerin die Richtlinien der Politik bestimmt und nicht das Volk. Wenn das Volk mitbestimmen könnte, dann würde es in der Flüchtlingspolitik ganz anders aussehen.
Überhaupt nicht zur Sprache kommt derzeit die Schulpolitik auch mit dem Problem Inklusion. Hier möchte die AFD wieder viel stärker das Leistungsprinzip einführen und nicht immer nur Schwache ins Visier nehmen.
Und der Bereich innere Sicherheit, hier möchte die AFD eine viel stärkere Polizeipräsenz. USW.

Birgit Fischer | Mi, 18. Juli 2018 - 14:15

Herr Döring,
aus meiner Sicht kein Problem. Sie mögen zum liberalen Flügel der AfD gehören, der genauso seine Berechtigung hat, wie der meine. Und ja, ich verorte mich deutsch-national-konservativ mit besten Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn. Auch ich habe deutschstämmige Migrationsgeschichte, deswegen bin ich besonders empfindlich gegen Fremdbestimmung. Der Leser Hoyer hat es treffend formuliert. Wenn ein Staat seinen Bürgern die Heimat nimmt, suchen sie sich eine neue (politische) Heimat. Mein Motto: Deutsch und frei, wollen wir sein! Da lasse ich mich von niemandem verorten. Zu allem, was Sie lesen konnten, stehe ich. Bunte Vielfalt und Toleranz bis zur Selbstaufgabe gehören nicht dazu.

Ingo Kampf | Mi, 18. Juli 2018 - 14:57

Vieles in dem Interview ist richtig. Was die herrschenden bzw. etablierten Parteien mit ihren satten Apparaten nicht bemerkt haben, war das der aufgeklärte Bürger alternativlose Politikentscheidungen satt hat. Diese elende Eurorettung hat vielen doch nur deutlich gemacht, daß eine Währung, die dauernd (zu Lasten von D, NL, AU und FL) stabilisiert werden muss, keine gute Währung ist. Die Politik hat elitär über das Volk hinweg entschieden. Lucke hat die Fehlentwicklung deutlich gemacht. In der verkrusteten und vermerkelten CDU hat man ihm nicht zugehört. Inzwischen nähern sich die Targetsalden der Billionengrenze. Dann kam die zweite einsame Jahrhundert-Fehlentscheidung, in dem man 2015 die Grenzen nicht geschlossen hat. Die Konsequenzen werden wir noch Jahrzehnte spüren. Alle etabliert. Parteien klatschten Beifall. Da musste doch die AFD reüssieren. Das wird sie weiter tun, weil die Misslichkeiten der Migr. jetzt in die Habitate des Bürgertums diffundieren.

Günter Johannsen | Mi, 18. Juli 2018 - 15:01

Die Umstrukturierung der Merkel-CDU in eine programmatisch grün-rot gefärbte Partei hatte bisher auch erheblichen Einfluss auf die Veränderung des demokratischen Systems in Deutschland.
Der massive Linksruck wird nicht nur von Deutschlands Menschen mit eigener Meinung wahrgenommen, sondern auch vom Ausland (Schweiz, Italien, Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien, USA).
Besonders deutlich wird das an der Asyl- und Zuwanderungskrise, in der vor allem LINKE/SPD und Grünen Merkels linken Kurs verteidigen. Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident – ehemaliges Mitglied des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands (KBW) - lobt Merkels Zuwanderungspolitik in den höchsten Tönen .... Langsam wird das auch in den eigenen Reihen der CDU wahrgenommen, denn da wird Kritik gegenüber der selbstherrlichen Kanzlerin zunehmend lauter. Wenn es diese CDU nicht schafft, Merkel zu entfernen und zur Mitte zurückzukehren, wird sie in den nächsten Monaten als Volkspartei von der AfD abgelöst werden!

Dieter Hegger | Mi, 18. Juli 2018 - 16:21

Keine Ahnung warum ich nicht schon früher hier gelandet bin. Klare und substanzierte Kommentare. Und eine Berichterstattung, abseits von Penisverlägeung und Schneckenpircing ala Focus und dem Sturmgeschütz der Demokratie.
Ihr müsst mal mehr Werbung machen, habe euch eher zufällig entdeckt im Blätterwald.

Kai Bellingen | Mi, 18. Juli 2018 - 17:22

Schliesslich habe ich vor Jahren noch die SPD und auch mal die Piraten gewählt
Motto : Ein bischen bunt schadet uns nicht .
Das hat aber alles nichts mit dem zu tun , was seit 2015 hier passiert.
Vor lauter links Wende in der Politik bin ich zur Protest Partei gewechselt.
Ich will das alles nicht und habe zum Glück 2017 das Kreuz richtig gesetzt.
Auch aus einer Protestpartei kann eine Volkspartei werden .Das nach Merkels Rücktritt die Partei Stimmen verlieren wird , glaube ich nicht .Die Probleme sind da und je mehr sie verdrängt werden desto mehr Stimmen bekommt die AFD .
Sie muss es nur noch schaffen ,die rechtsextremen Personen einzunorden .
Und die CDU muss unter 30 % fallen .Dann wird sich was bewegen .
Aber danke fürs veröffentlichen....bin ja ein Rechter

Renate Genth | Mi, 18. Juli 2018 - 19:46

Nein, es handelt sich um die Tatsache, daß dieser inszenierte Streit wie das Hornberger Schießen ausgegangen ist. Daß da die AFD genüßlich darauf deuten kann, ist och nicht verwunderlich. Kein Problem ist gelöst, und der Rechtsstaat wird lautstark angemahnt,wenn ein notorischer Gefährder abgeschoben wird - auch das ein Sturm im Wasserglas. Nein, das Grundproblem der illegalen Einwanderung wird nicht gelöst uns soll es vielleciht auch nicht. Das ist das Konjunkturprogramm für jede migrationskritische Partei.

Klaus Gerster | Mi, 18. Juli 2018 - 21:25

Ich finde, dass das Interview einige Aspekte des Komplexes treffend identifiziert, aber auch viele wichtige Themen unberührt lässt.
Was in meinen Augen zu wenig Beachtung findet, ist etwa die Tatsache, dass die AFD im Parlament im Prinzip leichtes Spiel hat. Das System lässt an immer mehr Stellen erkennen, dass es den eigenen Idealismen nicht mehr gewachsen ist und diese auch bereitwillig opfert, um weiter existieren zu können, bzw. den Schein zu wahren. Wenn man bedenkt, was bezüglich der EU-Konvergenzkriterien, Target2 oder auch bezüglich des zumindest partiellen Kontrollverlustes im Rahmen der Flüchtlingskrise so alles zu Tage tritt, reicht es ja schon, nur an das einmal an ursprünglich vereinbarte Ideal zu erinnern, um den Apparat unter Druck zu setzen und eine Abwehrreaktion hervorzurufen. Nicht dass die AFD die Probleme lösen könnte, aber sie legt unverfroren den Finger in die Wunden. Das übt einen großen Reiz auf viele aus.

Gerold von Busse | Mi, 18. Juli 2018 - 22:23

Liebe Frau Sehrt-Irrek!
Sie sagen:
Als alte SPD´lerin konnte ich damit ohnehin wenig anfangen.
Nur und dazu sagt der Professor nichts, die SPD hat im Osten einen schweren Stand, weil keine zu erinnernde Tradition.
Ich glaube sie übersehen, daß die Bwewohner der ehemaligen DDR sehr genau wissen, daß die Als alte SPD´lerin konnte ich damit ohnehin wenig anfangen.
Nur und dazu sagt der Professor nichts, die SPD hat im Osten einen schweren Stand, weil keine zu erinnernde Tradition. Sie übersehen dabei, daß die sogenannte Zwangsvereinigung KPD/SPD gar nicht so schrecklich zwanghaft war. Viele ehemalige SPD-Kader traten danach genau so auf wie die ehemaligen KPD-Kader. Oma und Opa haben aber genau dieses den Kindern und Enkeln erzählt.
Ich gehöre zu diesen Kindern und erinnere mich sehr gut daran.

Birgit Fischer | Do, 19. Juli 2018 - 08:13

Wenn die Union, die CDU, dorthin fällt, wo SPD-Sozen heuer sind, dann wird sich etwas bewegen. Solange Merkel Mehrheiten bekommt, geht alles so weiter wie bisher. Bis zum bitteren Ende. Wie schaut das Ende aus? Bürgerkrieg, Herkunftsdeutsche gegen den bunten Rest. Lustig wird das nicht.

Gottfried Meier | Do, 19. Juli 2018 - 11:46

Ich glaube nicht, dass der Streit zwischen Seehofer und Merkel der Union groß schadet. Wer mit der Politik Merkels nicht einverstanden ist, der hat sich schon vorher anders positioniert. Das zeigen die Bundestagswahlen, wo z.B. die CSU in Bayern nur auf 38,8 % gekommen ist. Ich war sogar geneigt, bei der Bayernwahl wieder die CSU zu wählen. Nachdem aber Seehofer sich nur bedingt durchsetzen konnte, bleibe ich Protestwähler der AfD. Ich möchte Merkel nicht unterstützen, auch nicht indirekt.

Leider gibt es keine konservativ verankerte Partei, die kein Problem mit rechten Spinnern hat. Herr Jesse nennt sie "alte" CDU. Das ist der eigentliche Grund, warum die AfD so einen starken Zulauf hat.

Klaus Diermeier | Do, 19. Juli 2018 - 20:38

Der Begriff "Populismus" bezeichnet demagogische Unwahrheiten zur Erreichung politischer Ziele. Denen sind wir tagtäglich ausgesetzt. Fängt mit dem Begriff "Flüchtlinge" für Sozialinvasoren an und hört mit Integrationswillen noch lange nicht auf. Herr Jesse, nehmen Sie mal ein Bad in der Realität
deutscher Städte. Kenne mehrere Beamte vom Jobcenter, die von antideutschen Politikern angewidert AfD wählen . . .

Christian Bauer | Do, 19. Juli 2018 - 22:19

Hatte die AfD in ihrer Anfangszeit die Eurokrise in den Vordergrund gerückt, so ist es jetzt die Migrationspolitik.
Leider fehlt der Blick auf die Energiewende. Hier stecken wir (Thema Systemsicherheit) jetzt schon ziemlich tief in der Klemme. Erforderliche Kraftwerkskapazitäten, die den Abbau unserer KKW kompensieren sollen, stehen nicht zur Verfügung.
Das €urothema ist längst nicht beendet, es gerät nur aus dem Fokus durch die Migranten.
Selbst, wenn hier und da sehr "kräftige" Töne angeschlagen werden- sollte sich der Autor der Mühe unterziehen, mal die Redebeiträge der AfD im BT zu verfolgen, wird er auf sehr viel Sachverstand stossen. Der wird zusätzlich verstärkt durch ausgesprochen hochkarätige Landes- und Bundesfachausschüsse.

Alexander Oswald | Fr, 20. Juli 2018 - 02:57

Es ist ein Irrtum, zu glauben, die Union könne die Wählerschaft der AfD mit Sachpolitik zurückgewinnen. Genauso wie es ein Irrtum ist, wenn Jesse die AfD als reine Protestpartei ansieht. Sie ist vor allem eine Milieupartei, nur weniger christdemokratisch, stärker deutschnational. Die Union hat in den letzten 20 Jahren das rechtskonservative Milieu vollständig verloren, in Sachfragen, aber auch sprachlich, ideell, vom Stallgeruch her. Die CSU begreift nicht, dass dieses Milieu, wenn sie dieselbe Politik von C-Partei und einer deutschnationalen Partei angeboten werden, letztere wählen. Frau Wagenknecht begreift es mit ihrer goldigen Bewegung noch weniger. Marxistisch wählen AfDler nämlich zuletzt. Die CSU kann mit ihrem Rechtskurs allenfalls reinste Christdemokraten aus ihren ländlichen Urmilieus zurückgewinnen, die wirklich aus reinem Protest die AfD wählen. Das sind aber die wenigsten. Wer sich bei der AfD wohl und von ihren Politikern vertreten fühlt, ist für die CSU unerreichbar.

Rainer H. Kühne | Fr, 20. Juli 2018 - 05:01

Selten sind sie schon, die Analysen sachlich - fachlich aufbereitet, dies ist einer der differenzierenden Spots auf die parlamentarische Wirkungen durch und auch gegen Zugewinn-Gemeinschaften wie AfD . Diese Sammlungsbewegungen sind doch im Kern eine wirklich demokratisch durchmischte Menge an Motivation und Intention. Die hohe Kunst zur Wandlung in eine wirkungsvolle Parteiarbeit liegt in der Fähigkeit, Führung und Programmatik zur überzeugenden Qualität zu lenken.

Die bisherigen " Volksparteien " haben ihren Anspruch aus eigener Schwäche aufgeben müssen, weil die Komplexität von GESELLSCHAFTLICHEN Fragen intellektuell weder reflektiert noch überhaupt erkannt wurde. Die beharrlich - bürokratische Politikgestaltung ohne normative Inhaltsdifferenzierung konnte aus der Selbstzufriedenheit der " MUTTI " - Perspektive nicht erkannt werden. Die Regierungen der letzten 20 Jahre waren verwaltend-reagierend unreif.

Rainer H. Kühne
>>> AG Grundgesetz als Gesellschaftsvertrag <<<

Robert Müller | Fr, 20. Juli 2018 - 08:40

Ich glaube die CSU hat vom Seehofer-Merkel-Streit nicht profitiert, weil er gezeigt hat, wenn Merkel eine Position bezieht, dann kommt die CSU daran nicht vorbei. Im Grunde ist damit die CSU gegenüber 2015 nicht weiter gekommen. Der andere Aspekt, dass die CDU Merkel eine Grenze aufgezeigt hat, also anders als 2015, ging medial fast völlig unter. Kann mir gut vorstellen, dass das bei größerer medialer Aufmerksamkeit das "Bild" von Merkel getrübt hätte, also unterließ man es. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass nun Seehofer zum Rechtspopulisten in einigen Medien "gemacht" wurde. Genau das ist der Mechanismus, wie in unserer Mediendemokratie Politik durch Medienvertreter gemacht wird. Bisher hat das aber bei Wahlen keinen Erfolg gehabt, aber vielleicht beschädigt ihn das genug in seiner Partei, um ihn wieder "zurück rudern" zu lassen?