Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) singt bei einer Weihnachtsandacht mit Soldaten / dpa

Vernachlässigte Bundeswehr - Die Zeitenwende gibt es nur in Worten

Der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine hat in die bräsige Sicherheitspolitik unseres Landes Bewegung gebracht. Bisher allerdings werden hinter großen Worten kaum Taten sichtbar.

Autoreninfo

Richard Drexl ist Oberst außer Dienst der Luftwaffe mit unter anderem langjährigen Erfahrungen im Bundesministerium der Verteidigung

So erreichen Sie Richard Drexl:

Bedeutungsschwer vom Kanzler höchstpersönlich in die Welt gesetzt, zeigen sich Regierung und Staat überfordert, die notwendigen Konsequenzen aus der „Zeitenwende“ zu ziehen. Die „große nationale Kraftanstrengung“ (Scholz bei der Zeitenwende-Rede 2022) hängt in den Seilen. Nicht nur im Bundeshaushalt dämmern Zielkonflikte ungelöst vor sich hin zum Schaden der Wehrhaftigkeit.

An ambitionierten Reden und Absichtserklärungen zum unabdingbaren Neuansatz der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik herrscht kein Mangel. Der Änderungsbedarf ist gewaltig, nachdem 2003 die Landes- und Bündnisverteidigung als „nicht mehr Struktur bestimmend“ aufgegeben wurde. Nicht einmal mit dem verdeckten Krieg in der Ukraine ab 2014 und der russischen Besetzung der Krim wurde der militärische Schrumpfungsprozess gestoppt. 

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Reinhold Schramm | Sa., 23. Dezember 2023 - 18:27

Deshalb, die Ukraine-Finanzierung beenden!

Übers Jahr kostet die Finanzierung der Ukraine mehr als 50. Milliarden Euro. Ein Ergebnis aus der materiellen Wertschöpfung der daran beteiligten Mehrheit der deutschen Erwerbsbevölkerung.
Mittel, die für die Sanierung der deutschen Infrastruktur und für das marode deutsche Bildungssystem dringend gebraucht werden!

Deshalb, Einstellung der weiteren Finanzierung der Aktiengesellschaften der deutschen Energie-Konzerne und Rüstungsindustrien! Ein Ende für alle Ausgaben an die Korruptionsbrüder und -schwestern der Ukraine! Rückkehr aller 1,5 Millionen Ukrainer in ihr Heimatland. Keine weiteren sozialen Leistungen an Ukrainer in Deutschland und internationale Familienclans.
Ihre Rückführung und Ausschaffung aus Deutschland und für friedliche wirtschaftliche und soziale Beziehungen zur Russischen Föderation!

PS: Schluss mit der weiteren wirtschaftlichen und sozialen Plünderung der deutschen Erwerbsbevölkerung!

Und vor allen Dingen keine Brandreden

Ich weiss ja nicht, wen Sie mir Ihren eigenartigen Erkenntnissen bedienen wollen:

Die zukünftigen (potentiellen) Wähler einer Wagenknecht-Splitterpartei, die in den USA und in irgendwelchen, finsteren jüdisch-amerikanischen Finanzkreisen einerseits und der Unterstützung der vom Kriegsverbrecher Putin überfallenen Ukraine andererseits den Grund alles Übels sehen wollen?
Denn in der Ukraine, in der unschuldige Zivilisten ermordet, Frauen vergewaltigt, Kinder verschleppt werden, Infrastruktur und Wohnungen zerstört werden, haben ja angeblich nur Oligarchen das Sagen?

Oder spielen Sie jetzt linker Flügel der AfD und versuchen, einer Partei, die vorwiegend aus karrieregeilen Karrieristen, Extremisten und Glücksrittern besteht, ein soziales Image zu verpassen?

Egal. Wahrscheinlich ist das nur typisches Querfront-Gequatsche.

Werner Peters | Sa., 23. Dezember 2023 - 18:42

Dass D immer noch "prüft", ob es sich an der internationalen Aktion mit Schiffen im Suez-Kanal beteiligt, ist nur noch traurig. Die Wahrheit ist, wir haben kein Schiff, das dort einsatzfähig wäre.

Urban Will | Sa., 23. Dezember 2023 - 19:22

Leute um die Ecke kommen und mit ihren Beiträgen den Eindruck erwecken, sie würden das, was ein Scholz oder andere Links – Grüne gesagt haben ernst nehmen oder dieses Land wäre in einem Zustand, aus dem heraus es sich zügig dahingehend ändern könnte, dass die Dinge so laufen, wie es derzeit von Nöten wäre.
Herr Drexl, Willkommen in der Gegenwart.
Vielleicht ist Ihnen entgangen, dass dieses Land seit Jahrzehnten von kompletten Trotteln und weltfremden Versagern regiert wird, wobei die Ampel hier nochmals Rekordmarken setzt.
Wenn es Sie wirklich verwundert, dass die „Zeitenwende“ nichts weiter war als Hohlgeschwafel, dann tun Sie mir leid.
Auch wenn Links – Grüne seit Beginn des Ukrainekrieges zu martialischen Kriegsheulern geworden sind (NUR, wirklich NUR aus rein moralischen Gründen, für Realpolitik sind die zu blöde), die Gleichen, die noch vor kurzer Zeit Soldaten als „Mörder“ beschimpften, so heißt das absolut nicht, dass die jetzt Ahnung von Militär und Wehrfähigkeit hätten.

Fritz Elvers | Sa., 23. Dezember 2023 - 19:26

Es wird keine "Kriegstauglichkeit" in Deutschland und Europa geben, weil man sich diese nicht mehr von Geistesgestörten aufzwingen lassen will. Putin muss seine eigenen Bürger drakonisch bestrafen, wenn sie von Krieg reden.

Was hat ein Ukrainer davon, wenn er sein Land verteidigt? Bessere Oligarchen? Irgendwann wird es wieder einen Wiener Kongress geben und Terrotorien werden rückabgewickelt.
Es ist auch absurd zu glauben, Krieg zu führen und alles bliebe normal, wie pünktliche Steuererklärung und Sonderangebote beim Edeka, Man sollte dann einfach nur abhauen, z.B. nach Neuseeland. Für den Oberst mag das ja alles nur sehr schwer zu ertragen sein.

Stimmt, wie die in Vietnam, Korea, Irak, Afghanistan: Russisch - Amerikanisch/ Westliche, Syrische und nicht zuletzt der in der Ukraine.
Aber, lieber Herr Elvers, was haben diese Kriege alle gemeinsam außer gelogene vorgeschobene machtpolitische Gründe?
Allesamt wären vermeidbar gewesen, das können sie drehen und wenden wie sie wollen.
Einzig der WK II der allerdings auch Ursachen der Alleinschuld Deutschlands am WK I hatte, war ein reiner ideologischer Angriffs & Vernichtungskrieg gegen die halbe Welt. Aber, sehen sie sich doch die Rolle der „damaligen westlichen
Demokratien“ an in punkto Judenvervolgung … Und keine Regierung solle sagen, sie hätte von nichts gewußt. Und das wiederum ist der Bogen zum heutigen Germany: nichts sehen, nichts hören, nichts wissen. Und Krieg in D? Wird wie bei den Ösis, die heißen die Besatzer willkommen & hissen weiße Fahnen … egal wer kommt !
Ihnen und ihren Lieben ein frohes Fest, bleiben Sie ihren Überzeugungen treu, vor allem d Humor
L G a d E R

Edwin Gaza | Sa., 23. Dezember 2023 - 19:30

Krieg kriegen wir später. Hoffentlich nie.
Aber es gilt Abwehrbereitschaft zu schaffen oder nicht.
Wehrdienst, d.h. Ausbildung körperlich und an der Waffe, nicht mit Samthandschuhen. Gibt es auch im Ernstfall nicht.
Aber man hat Wehrdienst abgeschafft, wegen der Ungerechtigkeit, weil zu wenig gezogen wurden und Sparen erzählt Herr von und zu Guttenberg.
Es gibt viele mögliche "Gerechtigkeitsprobleme" heute.
Wehrersatzdienst, für die nicht können oder wollen, funktioniert aber erst mit 1 Jahr Dienst, Wehrdienst war 6 Monate.
Verteidigung ist Männersache, kein Teilzeitjob für Frauen.
Aber man kann der Ansicht sein, es kommt keiner, dann komplett Schluß mit BW.
Söldner für den Ausseneinsatz, Zwölfender (Anspruch auf Versorgung mit einer Stelle im öffentlichen Dienst.
Was wird Herr Pistorius, umgeben von Beratern, vorschlagen?

Henri Lassalle | Sa., 23. Dezember 2023 - 19:35

der Bundeswehr nicht sehr gut, aber ich kenne die französische und britische Armee. Das Militär hat in diesen Ländern einen ganz anderen gesellschaftlichen Stellenwert als hierzulande - und hier beginnt bereits das komplexe Problem. Hinzu kommt eine oft passive Sicht der Regierung auf die Sicherheit der Weltlage, die man zwar durch Information einigermassen erkennt, aber nur in enger Abstimmung mit den USA und den heimischen Wirtschaftsinteressen behandeln kann (siehe Russland und andere). Dazu kommen nicht nachvollziehbare, einfältige Pazifismusideen aus dem politisch linken und grünen Lager.
Pazifismus ist natürlich eine gute Sache, aber den muss man sich leisten können. Mit einem heruntergewirtschafteten Militär ist das nicht möglich.

Ingofrank | Sa., 23. Dezember 2023 - 20:08

der Grenztruppen der NVA gedient von 72 -74.
Selbst damals gab es schon ein „geflügeltes Wort“ was damals schon die Bundeswehr bzw. den BGS charakterisierte:
„Wenn „Wir“ am Rhein stehen, kommen „Die“ erst morgen um 8.00 zum Dienst.“
Und weil ich mir meine Arbeitsstelle nach Studienabschluss selbst ausgesucht habe ( in der Firma in der mein Vater 30 Jahre arbeitete) und die zwei Jahre „Zwangsvermittlung“ umgehen wollte, ging das nur in dem ich die „Reserveoffizierserklärung“ unterschrieb und mit dem Diplomabschluss die „Ernennung zum Unterleutnant der Reserve“ erhielt. So einfach war das im anderen Teil Deutschlands mit der „Wehrhaftigkeit“
Wer sich beschwert, in der Kaserne „zu früh aufstehen zu müssen“ die Kasernen nicht von Soldaten sondern von privatem Wachschutz bewacht wird ? braucht sich über mangelhafte Wehrfähigkeit nicht zu beschweren.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Tomas Poth | Sa., 23. Dezember 2023 - 22:41

Ein Land das durch seine Politik (Migration, Energieversorgung und Wirtschaft) sich selbst in seiner Leistungsfähigkeit total schwächt, kann keine Mittel für seine Wehrhaftigkeit bereitstellen.
Alles wird in unsinnigen Subventionen verpulvert, ganz so wie es Joschka Fischer von den Grünen in seinem Buch beschrieben hat:
"Deutschland ist ein Problem .... Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden - Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet."
Dieser Geist regiert seit Merkel und noch schlimmer in der Ampel!
Wie sagte AußenMini Baerbock in ihrem Versprechen an die Ukraine:
'Wir stehen so lange an eurer Seite, wie Ihr uns braucht', dann möchte ich auch liefern, egal, was meine deutschen Wähler denken, aber ich möchte für die ukrainische Bevölkerung liefern."
Also nicht für uns!! Dieser Ungeist regiert bei uns!
Weg damit!!

Stefan Jarzombek | Sa., 23. Dezember 2023 - 23:37

Die Schwätzer der Welt haben diese Situationen geschaffen und jetzt stehen sie da, mit leeren Händen und schwätzen immer noch.
Wieviel von dem Geld für den Aufbau der Bundeswehr wurde 2023 überhaupt abgerufen?
Es ist und bleibt ein Trauerspiel.

Hans Schäfer | So., 24. Dezember 2023 - 10:21

Man sollte dies nicht überbewerten. Da man von der AfD keinen dazu bestimmen darf. Hat man von den zuzeit zur Verfügung stehenden Pappnasen den genommen der wegen der Kürze seines Minister daseins, den wenigsten Bockmist verzapft hat. Zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass seine Beliebtheit bereits Risse bekommen hat.

Uli | Mo., 25. Dezember 2023 - 09:59

Gegen wen wollten wir uns verteidigen? Gegen Russland? Hätten wir keine Chance. Außerdem würden wir ohnehin nur das Spielbrett stellen. Die USA würden uns "verteidigen". Natürlich aus reiner Humanität und Sorge um Demokratie, wie schon unzählige Male bewiesen wurde (Iran, Korea, Vietnam, Irak...). Krieg findet bei uns längst statt und die Russen müssen keinen Finger krümmen. Diesen Krieg haben wir uns selbst geholt und werden ihn verlieren.