Schulterschluss der Aktivisten: Gemeinsamer Protest von Verdi und Fridays for Future Anfang März / dpa

Post-parlamentarische Politik - Die Ablösung der Demokratie durch Aktionismus 

Immer häufiger nehmen kleine Interessengruppen die ganze Gesellschaft für ihre Anliegen in Geiselhaft: von hippen Klimaaktivisten bis zu biederen Gewerkschaftern. Das liegt an den sozialen Medien, an einer zunehmend heterogenen Gesellschaft, vor allem aber an einer um sich greifenden Resilienzunfähigkeit. 

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Zuletzt erschien „Vom Wald. Eine Philosophie der Freiheit“ bei Claudius.

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Auch die Wahl der politischen Mittel folgt gewissen Moden. Vor Jahrzehnten – die Älteren unter uns erinnern sich noch – waren etwa Sit-ins unglaublich angesagt. Happenings erfreuten sich zeitweilig einer gewissen Beliebtheit. Nicht zu reden von Sitzblockaden oder Protestcamps. 

Waren in früheren Jahrzehnten Aktivisten und Organisatoren darauf angewiesen, ihre Politaktionen schwerfällig mit Hilfe von Telefonen oder gar Briefen und Plakaten auf den Weg zu bringen, so hat die digitale Kommunikation zu einer erheblichen Effizienzsteigerung im Protestgewerbe beigetragen. Mithilfe von Whatsapp und Co. lässt sich jederzeit und spontan eine wirkungsvolle Versammlung organisieren. 

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Urban Will | Sa., 25. März 2023 - 12:25

der Fehler gemacht werden, ein hart erkämpftes, jahrzehntealtes Grundrecht auf Streik mit ideologischem Aktionismus a la „Last Generation“, etc gleichzusetzen.
Auch wenn dort Grundrechte es ebenfalls zulassen, dass man gewisse Aktionen startet (offensichtlich in Teilen ihre Grenzen dahingehend findend, wenn man andere nötigt, etwa durch unangekündigte Straßenblockaden), so hat ein Streik meistens eine längere Vorgeschichte. Das war so bei den Lokführern und erst Recht bei den Piloten. Dort darf übrigens man auf den kommenden Sommer gespannt sein...
Man muss bei einer Bewertung von Streiks immer schauen, was warum wann war. Und niemand hätte etwas gg Klimaproteste, wären sie entsprechend angekündigt. So gesehen haben Sie Recht: man möchte von deren Seite andere „zwingen“.
Würde man – wie in einem anderen Artikel hier gefordert – Streiks dahingehend bewerten, bzw. sogar einschränken, in welchem Ausmaß sie die Allgemeinheit betreffen, dann wäre dieses so wichtige Grundrecht passé.

"Immer häufiger nehmen kleine Interessengruppen die ganze Gesellschaft für ihre Anliegen in Geiselhaft!" So ist es. Die "Interessengruppen" haben linXe Background-Organisationen, die es anstiften und finanzieren (aus den verschwundenen MfS-Millionen?). Dann wird doch die rot-grüne Regierung überflüssig? Wenn dann Demos mit Parlamentsbesetzungen von rechts-extrem dazu kommen, wird es wie zu Zeiten der Weimarer Republik. Ich hoffe nur, dass es nicht auch zu den Folgen des damals als Kasperltheater empfundenen Parlaments kommt: eine große Mehrheit des Volkes seinerzeit war angeekelt vom Diskutierverein, der nichts voranbrachte, sondern nur sich selbst die Taschen voll machte! Ich wünsche uns um Gottes Willen
nicht die rechts-faschistischen Folgen zurück, die der linX-faschistische Zeitgeist von vor 1933 heraufbeschwor. Also Genoss*innen: treibt es nicht zu bunt!
Der Souverän hat 1989 entschieden, was er von Diktatur hält. NIE WIEDER: weder von links- noch rechtsextrem!

Dominik Roth | Sa., 25. März 2023 - 12:42

hat das zu ertragen?
Die Mehrheit ist selbst daran schuld, die viel und gern gewählte CDU will doch lieber mit den politischen Unterstützern dieser unkonstruktiven zerstörerischen Kräfte ins Bett steigen anstatt klare Kante zu zeigen, was sich das Bürgertum nicht bieten lassen sollte. Das schaufelt aber lieber weiter sein eigenes Grab und lässt sich von den "Aktivisten" den Spaten reichen. Und nein, die teilradikale russophile AfD ist nicht die Lösung aber mit den freien Wählern oder dem neuen Bündnis Deutschland stehen veritable Alternativen bereit.

Armin Latell | Sa., 25. März 2023 - 17:33

Antwort auf von Dominik Roth

"russophil", wenn man Friedensverhandlungen fordert, anstelle von Waffenlieferungen, die das tägliche Sterben in der Ukr weiter befeuern? Was für eine Lösung sollen Parteien sein, die 1 - 3% erreichen? Veritabel, Herr Roth, ist etwas anderes. Ich bin nicht russophil, weil ich einen Verhandlungsfrieden fordere, wo doch ganz klar ersichtlich ist, dass eine Atommacht diesen Krieg nicht verloren geben KANN! In meiner Zeit als Soldat war der Russe unser "Todfeind", die Zeiten haben sich geändert, die "Todfeinde" auch, andere haben ihre Stelle übernommen. Keine andere Partei kommt für ein Abschaffen der aktuellen Zerstörungspolitik in Frage. Russophobie bringt mit Sicherheit keinen Frieden.

Tomas Poth | Sa., 25. März 2023 - 12:53

Das ist die Melange die den Minderheiten-Terror derzeit so stark machen.
Das Kapital, wenn es von außen kommt ist eine übergriffige politische Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten.
Die Geber des ausländischen Kapitals benutzen unsere Klima-Wirrköpfe, um unsere Wirtschaftsstrukturen zu zerstören, um den Kapitalherkunftsland einen Wettbewerbsvorteil gegen uns im Welthandel zu verschaffen!
Das ist auch eine Variante der Regime-Changepolitik.
Die Geldquellen müssen ausgetrocknet werden!

muss sich den Vorwurf gefallen lassen, selbst Linksfaschist zu sein!
Ist die "Letzte Generation" ein Spross der Stasi, die ihre Fans und Jünger ganze Stadtteile in Leipzig mit Brandschatzen, Plündern und gewaltvollen Aufmärschen zerlegen lässt? In Leipzig zerlegen bzw. verbrennen inzwischen die Sturmkampftruppen der Linksfaschisten ungestraft Autohäuser und erzwingen so den Systemwechsel . Sie geben es offen zu!
Nein, es geht den Klebstoff-Kranken nicht um Klimawandel: es geht um den Systemwechsel! Bitte endlich aufwachen, Leute! Wir benötigen JETZT eine wehrhafte Regierung, die nicht nur nach rechtsextrem schaut. Haldenwang muss ersetzt werden von einem Unparteiischen. Und das geht nur mit einer vom Souverän neu gewählten Regierung. Nach neuesten (ehrlichen) Umfragen stürzen die Grünen auf 14 % ab. Das wird sich fortsetzen.
FDP, bitte JETZT die Koalition beenden und den Weg für Neuwahlen frei machen!

Ich frage Sie jetzt nochmal, Herr Johannsen, und bin ziemlich überzeugt, dass Sie sich wieder um eine Antwort drücken werden.

Sie sind doch so entschlossen und leidenschaftlich im Abwehrkampf gegen die drohende kommunistische Weltherrschaft engagiert, dass Sie Extremisten nur noch auf der linken Seite des politischen Spektrums wittern.

Wie beurteilen Sie eigentlich Ihre kirchlichen Kollegen in Leipzig und anderswo, die so mutig gegen AfD, Pegida und andere Rechtsextremisten Stellung nehmen? Gegen jene, denen Sie sich zumindest inhaltlich so eindeutig verbunden fühlen, wie jeder hier sehen kann?

Sind das auch alles verkappte "Linxe"? Oder nur verwirrte, verirrte Schafe, manipuliert von einer Medienmaschine, die stramm im Geiste von Marx, Engels und Lenin handelt?

Ich wette, Sie werden auch dieses Mal nicht antworte. Stattdessen schreien Sie lieber kräftig mit im Chore jener, die kein Deut demokratischer sind als jene, die Sie buchstäblich bis zur Erschöpfung bekämpfen.

Christel Heßler | Sa., 25. März 2023 - 13:03

kurz und prägnant auf den Punkt gebracht.

Dieses Magazin muß sich wenigstens nicht mal vorwerfen lassen, an dieser Entwicklung mit schuld gewesen zu sein.

Hans Jürgen Wienroth | Sa., 25. März 2023 - 13:06

Die Ära Merkel hat unser Land einer Schlüsselfähigkeit beraubt, der Fähigkeit zu Kompromissen. Diese sind die Essenz in jeder Demokratie. Wenn eine Seite ihre Sichtweise, ihre Politik gegen den Willen anderer durchdrückt, dann werden deren Anhänger ausgegrenzt. Das war bei der €-Rettung so, ist bei Flüchtlingen / Migration der Fall, bei dem Ukraine-Krieg und auch bei der angeblichen Klimarettung.
Es gibt auf Seiten der Klimaretter selten sachliche Argumente noch sind Diskussionen um Grundsätzliches akzeptiert. Geht das dann noch mit naturwissenschaftlicher Schwäche einher (weswegen eigene fachliche Argumente fehlen), dann schwindet die Akzeptanz bei den Kritikern. Eine Politik seitens der Regierenden mit „immer schneller, immer weiter“ der Maßnahmen überlastet die Menschen im Lande. Wie sagte Tichy im Talk im Hangar sinngem.: „Wir wollen alles gleichzeitig umwerfen und überfordern uns dabei“. Wir wissen nicht, was zuerst und setzen keine Prioritäten. Am Ende bleiben Erfolge aus.

Karl-Heinz Weiß | Sa., 25. März 2023 - 13:12

Die Arbeit in Gemeinderäten oder Parlamenten ist mühsamer als Aktionismus. Schnelle Bedürfnisbefriedigung ist angesagt. Und die narzisstischen Medien lassen sich auch immer besser manipulieren. Hinter mancher medialen Riesenwelle steckt ein geistiges Rinnsal.

Walter Bühler | Sa., 25. März 2023 - 13:16

.... (Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Berufsverbände) durch gewisse "philanthropische" Oligarchen und der von ihnen finanzierten Netzwerke der "Zivilgesellschaft" ist heute nur deswegen so mühelos möglich, weil eben "reife Menschen" sich aus diesen Organisationen zurückgezogen haben.

Grund für den Rückzug ist teils eine starke Sehnsucht nach Ruhe, teils der Ekel vor den infantilen Hahnenkämpfen zwischen den "unreifen", oft nur noch dummen und sektiererischen "Aktivisten", mit denen jedes Gespräch für denkende Menschen zur Qual wird.

Durch den Rückzug der Vernünftigen wird aber der dumme Aktivist zum gut verdienenden Funktionär, ohne irgendeine Qualifikation nachweisen zu müssen - außer einem perfekten Intrigantentum (neudeutsch "networking") um lukrative Posten.

So wird langsam jede gesellschaftliche Organisation durch die Aktivisten gekapert und zugrunde gerichtet.

frage ich mich gerade, was an den politischen Aktionen meiner Jugend und Jahren als Erwachsene eigentlich von mir war und was ge/benutzt.
Da dürfte es einiges gegeben haben, das mit mir nichts zu tun hatte, in dem man aber mit drin steckte?
Nein, auch wieder nicht.
Überspitzt, die steckten bei mir drin und um ehrlich zu sein, kann ich meine Abscheu davor kaum ausdrücken.
Es steckte nämlich, wenn ich so zurückdenke, immer auch ein Zauber jedem politischen Beginnen inne.
Mit der Zeit bekommt man einen Blick für die, die ihr Herzblut geben, dies nicht immer zu unserem Wohlgefallen und für jene, die sich selbst in den Vordergrund stellen und dort sonnen.
Das sind aber die Wenigsten.
Man kann sie auch gut an Phrasen und Plattitüden - die Worte sind zu wohlgeformt für den Betreff - erkennen, kurz ich fühle mich meist nicht angesprochen.
Der Artikel brachte mir viel von meiner Vergangenheit wieder und versöhnt mich mit dem Zauber der Beginnenden.
War vielleicht nicht so gedacht von Herrn Grau

Mit Gewalt durchgesetzte angestrebte Veränderung der Gesellschaft mittels Fremdfinanzierung, Entmachtung nationaler Demokratien und ihrer Entscheidungsfreiheiten, wie sie offensichtlich auch von der WHO geplant ist (siehe neue Verträge ) nein, darin kann ich keinerlei Zauber erkennen.

zur Gewalt zählen auch sämtliche Massnahmen während der Corona-"Pandemie" sowie antidemokratische Gesetze, die die Bürger verarmen lassen, wie es gerade im Zusammenhang mit der Klimakrise geschieht und anderes mehr.

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 26. März 2023 - 14:08

Antwort auf von Brigitte Miller

die Demonstrationen "Gegen die atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen", also gegen den NATO-Doppelbeschluss, das war doch der Anfang vom Ende Helmut Schmidts?
Wenn ich dann Helmut Kohl bedenke, kann ich nur sagen, das habe ich SICHER NICHT GEWOLLT.
Es ist also wichtig, gerade für junge Menschen - am 10. Oktober 1981 war ich genau 25 Jahre alt - das Umfeld mitzubedenken, aber auch wieder nicht so, dass man sich selbst dabei vergißt.
Die eine Sache sind die Sponsoren, die andere die Organisatoren, die ich dann doch eher hier vermute für FfF, Extinction Rebellion, Letzte Generation.
Wenn Kinder das noch nicht überblicken können, dann können es aber Medien!
Okay, ich hatte auf manchen Demonstrationen auch meine Kinder dabei, wo hätte ich sie hinpacken sollen, aber das erste Zeichen von Desinteresse war mir ihr Schritt in ihre Zukunft.
Als Kinder über Gewalt zu phantasieren oder Demonstrationen strategisch anzuführen, das soll mir keiner erzählen.
Ich bin anders als Sie, aber nicht blöd!

Ihr leider verstorbener Genosse Helmut Schmidt (SDP) hat einen sehr guten und immer noch geltenden programmatischen Satz geprägt:
„Die Regierung darf sich nicht erpressen lassen“. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Wer Menschen zu seiner Ideologie erpressen/nötigen will, ist Terrorist und muss als Solcher behandelt werden. Sonst landen wir entweder in einer Bananenrepublik, oder in der nächsten linX-kommunistischen Diktatur. Leider tendiert die gegenwärtige SPD-Führung in diese miserable und menschenverachtende Richtung. Deshalb ist sie für mich und viele andere nicht mehr wählbar. Mit ihren undemokratischen Methoden (alle Gegner der grün-roten Ideologie sind rechtsextrem oder Nazi!) sind die Grün-Roten nur wenig von Putin und Stalin entfernt. Denn Rufmord, Selbstherrliches Beharren auf die absolute Wahrheit und Rechthaberei mündeten bisher immer in KZs bzw. Archipel Gulags! Dagegen hilft nur unvoreingenommenes Nachdenken, Klartext, aber kein "um den heißen Brei" schwurbeln!

Es muss SPD heißen. Hätte ich gewusst, wie sich diese Partei entwickelt, wäre ich damals (1989/90) wohl lieber bei SDP geblieben! Als Gründer der SDP im Kreis Bad Freienwalde war ich seinerzeit glücklich, heute (nach meinem Austritt 2014) zutiefst sauer ... nicht über meinen Austritt, sondern über die nach LinX-Außen-Mutation (Hang zur Diktatur) dieser SPD!

ist in meinen Augen sogar die H a u p t u r s a c h e für den viel zu großen, schädlichen Einfluß, den kleine, aggressive u. lautstarke Gruppen, hinter denen meist Oligarchen mit ihrem Geld stehen, auf Politik u. Gesellschaft in Deutschlands ausüben.
Wenn die Wissenden u. Erfahrenen in einem Land zu bequem, zu verantwortungslos im Hinblick auf die Zukunft ihrer Kinder und Enkel, und zu wenig patriotisch geworden sind, dann halten sie den Mund, anstatt sich energisch zu Wort zu melden, um dem verrückten Treiben der von Ideologen aufgehetzten Jugend entschieden entgegen zu treten.

Dies ist ein VERSAGEN, das man nicht scharf genug anprangern kann!

Die ALTEN tragen viel mehr Schuld an den heutigen Verhältnissen als die JUNGEN. Ich kann ein Lied davon singen; denn ich habe x-mal zu hören bekommen, als ich mich nach der Pensionierung politisch stärker engagierte: "Warum hängst du dir im Alter noch derart Anstrengendes an den Hals? Du hast alles erreicht im Leben. Genieße es doch!!!"

bekomme ich auch immer wieder von meiner Partnerin zu hören: ist gut gemeint. Aber ich kann nicht wortlos zuschauen, wie alte und neue Grün-Rot-Genoss?*?innen das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen und ihren linX-ideologischen und tödlichen Mist der jungen und naiven Generation (die "Letzte G.": ausgekochte faule Typen, die sich von der Gesellschaft aushalten lassen?!) aufdrücken in Form einer Gehirnwäsche a la Betreutes Denken!

unverzeihlich, dass Leute wie Sie sich weigern, die Welt zu retten.

Dass die "Wissenden und Erfahrenen", also Leute wie Sie, sich verweigern.

Ketzer würden vielleicht fragen, wo die Alten waren, als sie jung waren. Oder, noch "undankbarer", was für eine Welt sie zurückgelassen haben.

Aber soviel Fähigkeit zur Selbstkritik sollte man bei den "Wissenden und Erfahrenen" auch nicht voraussetzen. Da fehlt ja auch der Platz, bei so viel Ego...

Manche Menschen ziehen die "Verweigerung" eben der politischen Niederlage vor.

Markus Michaelis | Sa., 25. März 2023 - 13:18

In vielem sehe ich es wie dieser Artikel. Was ich vielleicht etwas anders sehe: der Mensch neigt glaube ich von Natur aus dazu, seine eigene Sicht als die wahre zu sehen - viele Menschen brauchen das als Halt und Orientierung. Dinge zu verteidigen, weil man sich dafür entschieden hat, weil es Gewohnheit ist oder einfach ein laufendes System, an dem man nicht unnötig herumdoktorn will, weil einem klar ist, dass man es nur sehr teilweise versteht, das liegt vielen Menschen weniger.

Es scheint eher eine Kulturleistung Dinge ohne absoluten Wahrheitsanspruch zu diskutieren - von Natur aus neigt der Mensch wohl mehr zur Wahrheit.

Von daher sind die Aktivisten nur eine Spitze einer breiteren Grundstimmung: eine Mitte, besonders des politisch relevanten Bürgertums, findet sich auch eher darin, dass es klare Wahrheiten, Fakten, Wissenschaft, Gefahren, Ziele, Menschennatur gibt, denen man folgen sollte, und Fake-News als Angreifer. Das wird von vielen als Grundkonflikt akzeptiert.

Menschennatur gibt... Das Problem in dieser unsäglichen Zeit ist eben genau das: immer schlechter und wenig gebildete Menschen erkennen das nicht mehr und werden als nützliche Idioten von Neppern, Schleppern, Bauernfängern für ganz andere Ziele jeglicher Art ausgenutzt. Z.B. die behauptete Existenz von mehr als 60 „Geschlechtern“, das ist pures Sektierertum oder der Glaube, das De das Weltklima retten könne...Das ist kein „Grundkonflikt“ und schon gar keine „breite Grundstimmung“ einer Mitte. Dass der Mensch mehr zur Wahrheit neigt, haben ganz besonders die letzten Jahre gezeigt: da wurde gelogen, dass sich die Balken biegen, „Fake News“ genau von denen erzeugt, die dagegen vorzugehen behaupteten, ganz weit vorne die aktuellen Akteure der Politik, Namen braucht man keine nennen.

Christoph Kuhlmann | Sa., 25. März 2023 - 15:24

Es ist grundsätzlich erlaubt, eine Leistung zu verweigern, wenn die Bezahlung nicht stimmt. Bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen gibt es als Äquivalent das Streikrecht. Ich weiß noch, als alle ganz brav Beifall bei den Pflegeberufen geklatscht haben. Außer dummen Sprüchen haben Sie allerdings nichts bekommen. Im Gegenteil, ihre Kaufkraft schwindet über Jahre, wegen Lagards verkorkster Zinspolitik. Die kommunalen Finanzen sind sowieso ruiniert, weil die Bundesebene, die über den Zuzug entscheidet, nicht die vollen Kosten für Unterbringung und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern trägt. Nun sagen Sie mir mal, warum der öffentliche Dienst nicht Inflationsrate + X fordern soll? Bei den großen Gewerkschaften geht es um das Einkommen von Millionen von Beschäftigten. Wo ich allerdings zu Abstrichen bereit wäre, sind Kleinstgewerkschaften, wie beispielsweise die Zugführer, die ganz gezielt die Belieferung zahlreicher große Werke lahmgelegt haben.

Ernst-Günther Konrad | Sa., 25. März 2023 - 22:04

eigentlich schreibe ich um diese Zeit nichts mehr. Doch persönliche Umstände sorgten dafür, dass ich heute und in den nächsten Tagen erst abends dazu komme, mich mit den neuen Artikeln zu beschäftigen. Es hat den Vorteil, das schon etliche Kommentare freigeschaltet wurden und mir somit die Möglichkeit gegeben ist, die vielen Aspekte, die meine Mitforisten hier von sich geben, in aller Ruhe zu überdenken. Wenngleich der Artikel unaufgeregt den Zustand und die Ursachen beschreibt, viele gute Aspekte in der Debatte hier im Forum zu lesen sind, so habe ich noch keine abschließende Antwort für mich gefunden, warum bei der Vielzahl an Informationsmöglichkeiten die Mehrheit im Volk diese nicht nutzt, ausblendet oder sich scheinbar kampflos dem ergibt, was viele von uns als Verlust unserer demokratischen Prinzipien verstehen und beschreiben. Warum ist eine schweigende Mehrheit bereit, den eigenen Untergang hinzunehmen und beim Thema Lohn in einen Generalstreik zu treten? Es geht doch um mehr.

beschreibt meine Not, immer sehr spät schreiben zu können, sodaß diese oft nicht mehr erscheinen können. Mein Zeitmangel läß oft die Nacht nur zu. Die vielen her-vorragende Kommentare würde ich gerne - wie Ihre - beantworten oder Stellung
dazu nehmen. Schauen Sie zu, daß Ihre Umstände besser werden und Sie Ihrer "Pflicht" nachkommen können. Bis bald.

Gabriele Bondzio | So., 26. März 2023 - 09:14

Billig sind solche Werbeaktionen (mit oder ohne Sinn) schon mal nicht.
Von den mehr als 1,2 Millionen Euro Spenden für die Aktion, kommt das Meiste von einer amerikanischen Stiftung.
Als wenn die nicht im eignen Land genügend Baustellen hätten.

Es wird damit aus der Ferne massiv Einfluss auf die Politik in Deutschland ausgeübt.
Wie schon bei den Waffenlieferungen an die Ukraine zu beobachten war.

Weiter ist zu beobachten das die Initiatoren meist einer einer reichen, (pseudo)grünen Innenstadtelite entspringen. Einer Elite welche
auch sonst keinen Verzicht (aus den Maßnahmen) unterworfen ist.
Bzw. Umwelt-und Naturschutz nur denkt, selten eigenverantwortlich praktiziert.

Eher dürften sie an den Umbau, zu welchen die Restgesellschaft (die anders denkt) durch Verbote gezwungen werden soll,...kräftig verdienen.

Und das noch mit wenig effektiven Ideen.
Und vielen, rein fiktiven Gedankengut, in dem Machbarkeit und technische Realisierung eine untergeordnete Rolle spielt.

Jürgen Rachow | So., 26. März 2023 - 13:11

Die Erosion der demokratisch legitimierten Macht der gesellschaftlichen Mehrheit durch die von der Ampel betriebenen "Teilhabe" genannten Einflußnahme von Aktivisten, NGOs und Lobbyisten wird den gesellschaftlichen Frieden dauerhaft beschädigen.

Brigitte Simon | So., 26. März 2023 - 18:10

Zusammenfaßend zeigen sich mir die daraus entstanden Ergebnisse, woraus anfangs kleinere aktivistischen Gruppen. z.B. die "Letzte Generation" in große Gruppen weltweit des demokratiefeindlichen Aktivismus entstehen.
Wir unterliegen einer linken Doppelmoral, unterstützt von dieser Regierung, deren linke Mentalität einer Nomenklatura, die ihre eigenen Privilegien nur sich genehmigt.

Keine Partei trägt den Antifaschismus so penetrant vor sich her wie die Linkspartei, die diesen linksextremen Begriff schon als Regierungspartei der DDR zur Staatsräson - nicht zum Unwillen unseres Bundeskanzlers - erhob und jetzt erfolgreich, auch mit den Grünen, in seine Regierung einpflanzte. Anti-Rassismus gehört ebenfalls zum ideologischen Charakter. Die deutsche Kultur wird multikulturell, divers, bunt . Haben wir noch Handlungsfreiheit?

Vielleicht sollten wir nicht apokalyptisch denken.
Mein Mann und ich sind eifrige Konzertbesucher und freuen uns über die ansteigende Zahl der jungen Generationen