Luisa Neubauer (r.) und „Fridays for Future“
Luisa Neubauer (r.) und „Fridays for Future“ gehören zum politischen Mainstream der Gesellschaft. /dpa

Die gespaltene Gesellschaft - Die Wut auf das grün geprägte Establishment

Trotz Umfrageeinbrüche stehen die Grünen erstaunlich stabil da. Zugleich schwindet das Vertrauen von Zweidrittel der Bürger in die Politik. Beide Ergebnisse muss man zusammen verstehen. Offensichtlich verabschieden sich mehr Bürger von dem grün geprägten politischen Mainstream, während ein Drittel unbeirrbar an ihm glaubt. Das birgt erhebliche Konflikte für die Demokratie.

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Januar erschien von ihm „Entfremdet. Zwischen Realitätsverlust und Identitätsfalle“ bei zu Klampen.

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„Sinkflug der Grünen hält an“, „Grüne stürzen ab“, „Grüne fallen unter 20 Prozent“, so lauteten die reißerischen Schlagzeilen Mitte der Woche. Auslöser war eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL. Doch schon die genannten Prozentwerte mussten den unbefangenen Leser stutzig machen. Eine Partei, die bei der letzten Bundestagswahl 14 Prozent der Stimmen bekam, stürzt nicht ab, wenn sie nun bei 19 Prozent steht. Wer das behauptet, wird Opfer seiner eigenen Propaganda, die die Grünen noch Anfang des Jahres zur neuen Volkspartei hochschreiben wollte.

Nein, die Grünen stehen – ob es einem passt oder nicht – erstaunlich solide dar. Die Aussetzer Habecks, sein Rumgeeiere bei der Gasumlage, das sture Festhalten am vollständigen Atomausstieg, das Säbelrasseln der Außenministerin, das so gar nicht in die pazifistische Tradition der Grünen passen will, all das scheint an den Grünen abzuperlen. Ja, natürlich gehen die Umfragewerte in einer solchen Situation zurück. Das ist aber nicht verwunderlich. Viel erstaunlicher ist, auf welch hohem Niveau sie verbleiben.

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Werner Peters | Sa., 24. September 2022 - 15:18

Sehr gute Analyse, Herr Grau. "Unsere Gesellschaft spaltet sich zunehmend in eine Eindrittel-Zweidrittel-Gesellschaft." Das grüne Drittel bleibt deshalb relativ stabil, weil sich deren Vertreter in arrivierten Berufen eingerichtet haben, vor allem staatlich alimentierten (Universitäten, Bildung etc.). Die haben nur wenig Berührungspunkte zum Alltag der normal arbeitenden Menschen, vor allem in der Industrie und im Handwerk. Von Wirtschaft verstehen die auch nicht viel, wollen es auch gar nicht. Habecks Maischberger Auftritt ist hierfür symptomatisch.

fühlt sich sehr wohl in der jetzigen Lage, da es weiterhin den Kurs bestimmt. Warum sollten also diejenigen, die dazu gehören, unzufrieden sein u. nicht weiterhin dieselben Parteien wählen wie zuvor?

Riesen-Probleme gibt es nur für die Zwei-Drittel-Mehrheit, welche offenbar unzufrieden ist und keiner Partei mehr traut.
Wie wird es mit ihnen weitergehen?
Und was können sie tun, um etwas zu ändern?

Ins große Lager der Nichtwähler zu wechseln, bewirkt gar nichts.
Denn selbst dann, wenn nur noch das zufriedene Drittel wählen ginge, würden die Gewählten behaupten, daß sie einen glasklaren Auftrag zum Regieren hätten, und sie würden fröhlich und unbeirrt weitermachen.
Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma besteht darin, eine Protestpartei zu wählen - Linke oder AfD.
Dagegen allerdings hat das "grüne" Drittel k l u g vorgebaut:
Diese Parteien wurden von ihnen erfolgreich d i f f a m i e r t bzw. haben sich selbst zerlegt. Letzteres gilt für die Linken, ersteres für die AfD.
Und nun?

Ist ja gut, wir wissen es.. Kaum noch ein Beitrag, indem die Foristin nicht beweint, wie sehr man der AfD zugesetzt hat. Mir kommen (fast) die Tränen.

Ohne Werbung für die AfD geht es bei der Foristin (fast) nicht mehr. Das Forum ist schließlich eine bequeme, willige und billig Bühne für ständige AfD-Werbung. Schließlich, so hofft die werte Foristin sicher, erreicht sie mit ihren Werbefeldzügen eine stattliche Anzahl konservativ denkender Menschen, die potentiell anfällig sein könnten, die AfD zu wählen.

Mindestens so dreist ist es, mal wieder den "Kartellparteien" (Bernd Höcke) die Mehrheitsunterstützung abzusprechen; schließlich hätten doch zwei Drittel gar nicht gewählt, was schlicht Unsinn ist.
Tatsächlich lag die Wahlbeteiligung bei der letzten Bundestagswahl bei 76% - selbst eine Grundschullehrerin müsste wissen, dass das mehr als nur EIN Drittel ist.
Oder handelt es sich jetzt um von ihr jüngst gepriesene alternative Fakten?

Der Orden "Verteidiger von Moral und Demokratie" ist Ihnen längst sicher!
Ich kenne keine Menschen außer Ihnen u. Herrn Hügle, welche die Regierungspolitik so vehement u. tapfer verteidigen wie Sie. In 99% Ihrer Kommentare malen Sie die Gefährlichkeit der AfD in schlimmsten Farben u. warnen davor.
Chapeau!
Was allerdings Ihre Kritik an meinen mathematischen Fähigkeiten anbelangt, so möchte ich Sie darauf hinweisen, daß im Artikel (auf den ich mich ja beziehe) nicht von zwei Dritteln der Wähler bei der letzten BT-Wahl die Rede ist (wie Sie insinuieren), sondern von den fast zwei Dritteln, die - nach neuesten Umfragen - allen Parteien nicht mehr trauen.
Und nirgendwo habe ich geschrieben, daß zwei Drittel nicht gewählt hätten.
Wie kommen Sie auf diese Behauptung?
Leider lesen Sie keinen meiner Texte wirklich sinnentnehmend. Das kann nur an dem ungeheuren Haß liegen, den Sie gegen mich empfinden, weil ich in der AfD bin. Aber, ob Sie es glauben o. nicht: Da gibt es auch anständige Leute!

Früher wusste “Gutmensch und Kinderbuch Autor“ Habeck mit Deutschland nichts anzufangen. Heute als Wirtschafts-und Klimaminister weiß er es: Total zu destruieren.
Der grüne Bio-Adel wird sich begeistern - danke Robert.

Sie erwähnen aber die Linksmedien um den zwangsfinanzierten ÖRR nicht, dieser ist neben Bildung und Justiz die dritte und aus meiner Sicht wichtigste Säule die von den linksextremen 68ern unterwandert/übernommen würde.

Ohne die Medien die ihre schützende Hand über „ihre“ Politiker halten und den Wähler so beeinflussen/lenken, hätte diese unfähige Bagage keine Chance über die 5% Hürde zu kommen. Dazu kommt noch die unsägliche Niedermachung aller die dem Plan zur Wandlung der Gesellschaft weg von einer liberalen Demokratie hin zu einem linksautoritären Staat gefährden.

Beispiele dafür gibt es zu genüge: Habeck bei Maischberger, SKANDAL, Wirtschaftsminister weiß nicht, was eine Insolvenz ist, die Medien schweigen dazu! Bärbocks unzählige Fehltritte, die Medien schweigen oder reden schön! Auftritt Weidel/Strack-Zimmermann bei Maischberger, SZ an Peinlichkeit, Unverschämtheit und Verlogenheit nicht zu überbieten, man läßt sie gewähren, sie gehört ja zu den „Guten“! etc.

Volker Huber | Sa., 24. September 2022 - 15:38

16 Jahre Merkel haben nicht nur das operative Geschäft der Politik beschädigt, indem politische Lösungen im Vertrauen auf endlose wirtschaftliche Prosperität und damit einhergehendem Geldsegen in der Steuerkasse immer wieder vertagt worden sind. Fortwährender Opportunismus und asymmetrischer Demobilisierung haben im Gefolge davon den politischen Kompass in der Gesellschaft und gerade auch im bürgerlichen Lager deformiert. Resultat ist eine trostlose Parteienlandschaft ohne seriöse Alternative, was in der Tat für viele zu einer Abwendung von der Politik überhaupt führen kann.

Karl-Heinz Weiß | Sa., 24. September 2022 - 15:46

Die immer noch recht hohe Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen beweist, dass keinesfalls zwei Drittel der Wählerschaft an den demokratischen Prozessen zweifeln. Viel bedenklicher ist die extrem geringe Beteiligung an Kommunalwahlen. Und das liegt an der schwindenden Bereitschaft zum Engagement für die unmittelbare Lebensumgebung. Erwartet wird viel, und beteiligt sehr wenig. Früher hieß das Schlagwort "wehrhafte Demokratie" - jetzt heißt das Motto "bedingungsloses Grundeinkommen".

Demokratie beginnt in der Kommune und hört bei Bundestag oder EU auf. Wenn die Bürger nur noch bei Bundes- und Landtag wählen, dann ist das System zu Ende. Die verschiedenen Kreisgebietsreformen formen immer größere Gebietsverwaltungen, Bürger resignieren "Kommune und Landkreis können nichts machen", das Gemeinwesen entwickelt sich zur einen kompletten Staatsverwaltung. Die politische Bildung ist zur Grütze verkommen, junge Generationen radikalisieren sich.

Markus Michaelis | Sa., 24. September 2022 - 16:04

Kritisch ist das erstmal für die lange gewohnte Konsensgesellschaft - allerdings schadet es auch nichts, wieder mehr zu sehen, dass Konsens keine grundlegende Menschheitseigenschaft ist und wir in Zukunft auch wieder mehr politische Verfahren für Dissenzgesellschaften brauchen.

Demokratisch gesehen sollte der grüne Teil der Gesellschaft mehr aufpassen, dass er als im Moment Ton angebender Teil andere Sichtweisen nicht zu sehr abwertet. Die Vorwürfe, dass andere keine Demokraten, Leugner, Hater, Rassisten, Menschenfeinde etc. sind, kommen zu früh, zu stark, oft bei den falschen Gegnern. Ich denke, da sollte es wieder mehr Offenheit für andere Sichtweisen geben. Die muss man selber nicht politisch übernehmen, aber sie als politische Konkurrenz zulassen sollte man vieles, was man jetzt versucht ganz in die Ecke zu stellen.

Helmut Bachmann | Sa., 24. September 2022 - 16:15

Es traut sich eben keiner, die Wut auf die Grünen auch in die Öffentlichkeit zu tragen. Diese Wut ist da. In einer funktionierenden Demokratie würde der Oppositionsführer sicher nicht nur in Richtung AfD auskeifen, er würde regelmäßig scharfe Ausbrüche in Richtung der Grünen Partei leben müssen. Aber der Mann will mit dieser Partei Kanzler werden. Er versteht selber nicht, dass dies die politische Debatte zerstört. Unsere Demokratie ist wie ein ausgeleiertes Gummiband ohne Streit.

Gerhard Lenz | Sa., 24. September 2022 - 16:29

kommt es meist zu irgendwelchen Abnutzungserscheinungen. Das betrifft natürlich auch die Grünen, die im Grunde mit der FDP auf ständigem Kriegsfuß stehen, was Inhalte angehen.

Hier ökologische Wende, dort althergebrachter Marktfetischismus, das verträgt sich nicht.

Und während Lindner klingt wie eine Schallplatte mit Sprung (Schuldenbremse, Entlastung!), hat Habeck den wohl schwierigsten Job in der Regierung.

In der Situation erfährt die reine grüne Lehre natürlich erhebliche Einschränkungen. Übrig bleibt für viele Wähler nur noch ein Durcheinander: Die Grünen fordern, die FDP bremst, raus kommt irgendwas Unverständliches.

Das mag den Grünen augenblicklich schaden. Allerdings beschäftigen sie sich wohl als einzige mit den wirklich relevanten Zukunftsthemen. Während die SPD thematisch schrittweise Reformen (Bürgergeld usw.) fordert, und die FDP noch immer so klingt wie zu Helmut Kohls Zeiten, steht bei den Grünen der Klimawandel oben auf der Liste der größten Probleme. Richtig so.

Peter Sommerhalder | Sa., 24. September 2022 - 19:20

Antwort auf von Gerhard Lenz

beschäftigen sich wohl als einzige mit den wirklich relevanten Zukunftsthemen“

Sie meinen damit wohl das Klima retten. Klar, das geht natürlich am besten wenn die Energie unbezahlbar ist. Nur bin ich nicht ganz sicher ob da wirklich die ganze Welt mitmacht.

Für die sehr gut Verdienenden ist es natürlich ein leichtes Spiel „Grün“ zu sein. Das ist jetzt wirklich keine Leistung, die mir imponiert...

Stefan Forbrig | Mo., 26. September 2022 - 09:38

Antwort auf von Gerhard Lenz

"...steht bei den Grünen der Klimawandel oben auf der Liste der größten Probleme. Richtig so..."

Sie werden noch sehen Herr Lenz, wie die Grünen den "Kampf gegen den Klimawandel", der ja angeblich das Wichtigste auf der Welt zu sein scheint, schreddern werden, wenn die Realität auch bei denen ankommt, mit sozialem Abstieg, flächendeckenden Stromausfällen und vernichtendem Industriesterben, 2stelliger Inflationsrate und Massenarbeitslosigkeit. Und dann werden wir sehen, was in der Gesellschaft wichtiger ist. Ich hole mir schon mal Popcorn....

Sabine Lehmann | Sa., 24. September 2022 - 16:33

Leider ist von der "Wut" im Artikel weder etwas zu lesen noch zu spüren. Aber das Wesentlichste was diesem Artikel fehlt, ist Antwort auf die Frage, wieso eine absolute Minderheit so wirkmächtig agieren kann bis in die letzten Enden unserer Gesellschaft, unserer Wirtschaft, unserer Kultur, unserer Politik.
In Wahrheit sind doch die Politiker "nur" noch willfährige Marionetten, die für "Think-Tanks", NGO´s und einer Handvoll global agierende Global-Player die nützlichen Idioten geben. Das ist längst keine Verschwörungstheorie mehr, die Hintergründe für globale Migrationsströme und die Vorkommnisse rund um das Corona-Virus sprechen Bände.
Und die Kinder, die sich da augenscheinlich als selbstständige Aktivisten verkaufen, werden instrumentalisiert ohne dass sie was davon merken(wollen). In all diesen NGO´s zentriert sich die Macht einer grünen Agenda, deren Mechanismen u. Einflüsse bis tief in die Medien reichen. Und Letzteres ist der springende Punkt, Medien haben global versagt!

Hans Jürgen Wienroth | Sa., 24. September 2022 - 16:52

„Gleichzeitig aber bemerken die kritischen Menschen, dass sie mit ihrer Sicht der Dinge nicht ansatzweise durchdringen. Ihre Ansichten sind nicht erwünscht.“
Das ist der Kernpunkt der gesellschaftlichen Spaltung. Es wird nicht mehr mit z. B. wissenschaftlichen Argumenten diskutiert, sondern es werden oft nur alternativlose, populistische Phrasen und (religiöse?) Ideologien als unangreifbare Fakten dargestellt. Die lassen keine Kompromisse zu, auch weil sich die pol. Parteien diesem angebl. Wählerwunsch ergeben haben. Der Politik gefällt es, wussten doch schon die alten Römer, durch Spaltung ihre Herrschaft zu festigen.
Diese Herrschaft ist so mit dem Wortlaut unseres GG nicht vereinbar. Deshalb muss das geschriebene Wort durch die Judikative nach eigener Lesart ausgelegt werden. Damit würde selbst ein anderes Wahlergebnis an den Hütern der Verfassung scheitern. Unterstützt wird diese Entwicklung durch mächtig gemachte NGOs, die journalistische Begleitung und die EU-Institutionen.

Gisela Fimiani | Sa., 24. September 2022 - 17:30

Es rächt sich der naive Glaube an den immerwährenden Wohlfahrtsstaat, sowie der nicht weniger naive Glaube daran, dass Demokratien Selbstläufer seien. Wir erleben, wie trügerisch die gewählte, vermeintlich sichere „Stallhaltung“ deutscher Menschen-Schafe ist, wenn der „gute Hirte“ sich als Wolf entpuppt.

Helmut W. Hoffmann | Sa., 24. September 2022 - 18:01

Gute und treffende Analyse. Ich denke, auf die spannenden Zeiten werden wir garnicht mehr lange warten müssen: Rezession, unbezahlbare Energiekosten durch regierungsgemachte Fehler, Versäumnisse, Besetzung der Ministerien mit Dilettanten und Ideologen. Dazu noch "Eliten" die meinen, sie wären Helden.
Bei Betrachtung des Titelbildes zu diesem Artikel kam mir der Gedanke, daß die demonstrierenden Hohlköpfe in Zukunft alles bezahlen müssen, was an vermeintlichen Wohltaten seit Monaten unters Volk gebracht wird. Dazu noch eine Million ukrainischer Flüchtlinge in unser Sozialsystem und jetzt verlangt die Linke Frau Pau noch die Aufnahme von russischen Deserteuren. Na ja, dann zahlt mal schön. Es werden auch diejenigen zur Kassse gebeten, die sich als Träger der Gesellschaft verstehen - so mancher hat sich schon bei banaleren Dingen verkalkuliert.

Gabriele Bondzio | Sa., 24. September 2022 - 19:11

in die Politik. verloren gegangen.

Da haben sie recht, werter Herr Grau, dass mit diesem Fakt ein stabiles Verhältnis der Grünen nur der Wunsch vom Vater des Gedanken ist.

Ein typisch Orwelsches Problem. Mit der die Propaganda-Maschine (Gedankenpolizei, Wahrheitsministerium, Neusprech, Denunziantentum), die sich im 1. Weltkrieg bestens bewährte, erneut auf Hochtouren läuft.

„Der effektivste Weg, Menschen zu zerstören, besteht darin, ihr eigenes Verständnis ihrer Geschichte zu leugnen und auszulöschen.“
-Georg Orwell

... solang sie die bestehenden Spannungen mit Wohlstand kaschieren kann.
Nun hier geht es auch das Bächlein abwärts.
Viele Leute haben schon die Straße neu entdeckt und es werden mehr werden.

Auch in der EU knabbert der Wurm...
Einige Staatschefs aus Osteuropa erinnern sich an ein altes Sprichwort:

„Die Deutschen hat man entweder an der Gurgel oder zu Füßen.“ ( Winston Churchill´)

Christoph Kuhlmann | Sa., 24. September 2022 - 19:23

Wir haben einen verschlossenen, zurückhaltenden Kanzler mit Cum-Ex-Skandal am Hacken, einen blassen Finanzminister, dem nichts Dümmeres einfällt, als an der Gasumlage festzuhalten, während sich der Gaspreis für manche Betriebe verzehnfacht hat. Dagegen fallen Habeck und Baerbock mit ihrer offenen, kommunikativen Art, die frei von der Leber weg reden und nicht so gestelzt daherreden, als würden sie von der Würde des eigenen Amtes schier erdrückt, natürlich positiv auf. Wenn sich dann die Klientel die Vervielfachung der Gas- und Strompreise leisten kann, dann kann Habeck ruhig herumstümpern.

Ingo Frank | Sa., 24. September 2022 - 20:28

die Macht über Presse, Funk und Fernsehen hat und dem Grünen Irrsinn / Irrweg weiter folgt, weil ohne größere persönliche Einbußen, da einfach zu gut verdienen, meist ihr Salär von der öffentlichen Hand bekommen, so lange wird sich nichts ändern.
Andererseits, sollte man sich erinnern, trotz Steigerung der Wahlergebnisse der Grünen, waren sie doch immer h i n t e r den Prognosen, die ihnen bis zu 5% mehr aufschlugen, im IST eben die Prognosen nicht erreichten!
Und seien wir ehrlich, die selbsgewählte Energiekriese ist doch noch nicht flächendeckend durchgedrungen. Und wenn die uns vorgegaukelten Inflationsrate bei über 10% liegt, massenweise die Firmen „ihre Produktion“ mal kurz einstellen, werden wir sehen was aus den Grünen Fantasten allesamt wird.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Georg Chiste | Sa., 24. September 2022 - 22:36

Der Grund für die unverwüstliche Begeisterung für die Grünen liegt einzig und allein in der medialen Berichterstattung.
Welche Erfahrungen haben denn junge Menschen von der Politik und von der realen Welt? Meistens gibt es eine Wunschvorstellung davon. Die Grünen haben sich auf den Verkauf von Wunschvorstellungen konzentriert, denn die Zukunft ist die gängigste Ware, die die Grünen anbieten und nicht die Realität. Sie versprechen jedem ein grünes Schlaraffenland, wenn auch am Ende dann höchstwahrscheinlich das Gegenteil dabei heraus kommt.

Urban Will | Sa., 24. September 2022 - 23:18

übersehbaren Grund.
Sie sind der Liebling des ÖR und können somit mehr oder weniger machen, was sie wollen.
Und wer das nicht glaubt, möge beispielsweise sich das Video der Tagesthemen – Moderatorin Alline Aboud anschauen, das sie nach dem gotteserbärmlichen Auftritt von Habeck bei Maischberger viral stellte.
Eine solch lächerliche Lobdudelei für einen Minister, der sein Amt schlicht nicht beherrscht, der hinten und vorne überfordert ist, und das auch noch von einer Dame, die beim ÖR arbeitet und eigentlich „unabhängig“ sein sollte, ist ein weiterer Gipfel der mittlerweile überhaupt nicht mehr kaschierten Unfähigkeit des komplett vergrünten ÖR.
Die Aufteilung in Eindrittel und Zweidrittel mag stimmen, aber dann ist dies ein weiteres Zeichen, dass die Deutschen Demokratie nicht so ganz verstanden haben. Wenn 60% den Altparteien nicht trauen und knapp 90% sie immer noch wählen, dann sollten diese Leute aufhören, zu jammern, sie wollen es doch so. Nur die dümmsten Kälber...

Dorothee Sehrt-Irrek | So., 25. September 2022 - 11:12

von einigen Hochkarätern in ihren Parteien, als da wären Sahra Wagenknecht, Frau Pau, Herr Bartsch.
Bei den Grünen die meisten der alten Riege, jetzt aber z.B. Herr Habeck und Frau Baerbock.
Beide tun mir herzlich leid angesichts der Lage; ich bewundere sie für die Kraft, die sie jetzt aufbringen müssen, gehe aber davon aus, dass sie weitgehend von anderen Parteien gestützt werden, soweit es das eigene Parteiprogramm zulässt.
Wenn die Grünen bei dem von mir vermuteten "Niveau" von Frau Neubauer oder Frau Thunberg gelandet sein sollten, könnte ich immerhin auf die Idee kommen, die CDU zu wählen.
Muss ich aber nicht, denn in der SPD kommen m.E. zwar auch solche Politiker:innen vor, aber nicht an die Spitze.
Soweit glaube ich aber an unser aller Niveau, dass ich das eigentlich auch nicht bei Linken und Grünen für möglich halte.
Im Moment ist es m.E. nicht klug (abwägend), sich weit aus dem Fenster zu lehnen.
Die SPD wurde für Arbeitsreformen gewählt, die sie jetzt mit Partnern umsetzt. OK

Rebeca Bok | So., 25. September 2022 - 12:46

Club of Rome Report, wohlklingend für Feingenossen aller Couleur, von Klaus Angela Töpfer bis zur documenta-Schwesternschaft.

Nach einer Klausur (math.-naturwiss. Fach) bestand die Möglichkeit, Extrapunkte zu sammeln beim Zuordnen von 30 Textpassagen zu ihrer jeweiligen Quelle, von 3 möglichen, die genannt wurden: Baerbocks Reden (Wortlaut nach dpa), der neueste Report des Club of Rome (Zitate in Deutsch übersetzt), sowie Hitlers "Mein Kampf" (womit man gleich vorgewarnt war: Achtung, Falle!). Ergebnis von 13/14 Examinees: alle Baerbockzitate wurden Hitler, die meisten Hitlerzitate dem Club, die Club-Zitate zu je ca. 1/3 richtig bzw. den 2 anderen Quellen zugeordnet. Ausnahme: afrikanische Studentin [deren akzentfreies Deutsch ich als Tschuschin sehr beneide! leider habe ich mich noch nicht getraut, sie nach ihrer Herkunft zu fragen], die 22 Zitate richtig zugeordnet hat (wobei sie "Mein Kampf" gar nicht kannte; sie fragte noch: "War das sein Kriegstagebuch aus dem Bunker?").

Petra Horn | So., 25. September 2022 - 22:33

ist die Antwort der nicht gestellten Frage.
Die Medien spiegeln nicht den "Zeitgeist", der auch schon mal authentischer war, sondern die Medien geben den Rahmen vor. Wer wiederum die Medien lenkt, ist teils bekannt, teils noch nicht.
Sobald der Bürger, der eigentlich keiner ist, sondern Empfänger von staatlichen Wohltaten, für die man ihm erst mehr als die Hälfte seines Arbeitsleistung abgepreßt hat, es wagt eine eigenen Meinung zu äußern, und andere Wörter und andere Bilder als die vorgegebenen verwendet, wird er sofort verbal und moralisch klein gemacht.
Am liebsten noch mit den Worten "Es darf doch jeder sagen, was er denkt." Das ist purer verlogener Hohn.
Die meisten, so sie es geschafft haben, einigermaßen unabhängige Gedanken zu hegen, trauen sich doch schon lange nicht mehr, diese auch zu äußern.
Demokratie sieht anders aus!