Biergarten
Manch einer würde wohl auch Gespräche im Biergarten am liebsten unter staatliche Aufsicht stellen / dpa

Sperrung von #allesaufdentisch - Gesellschaftlicher Konsens ist Illusion

YouTube hat den Kanal von #allesaufdentisch gesperrt. Das Videoportal bleibt damit seinem gesetzlich verordneten Kurs treu. Doch diese Praxis wird der Realität heterogener Gesellschaften nicht gerecht. Die Zeiten des gesellschaftlichen Konsenses sind vorbei. Und sie lassen sich auch nicht mit Hilfe von Gesetzen wiederherstellen. 

Alexander Grau

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Januar erschien von ihm „Entfremdet. Zwischen Realitätsverlust und Identitätsfalle“ bei zu Klampen.

So erreichen Sie Alexander Grau:

Ein liberaler Rechtsstaat zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass er nicht alles macht, was er machen könnte – nur weil es unter Umständen sinnvoll wäre. Er lässt seine Bürger rauchen und trinken, auch wenn ein anderes Leben gesünder wäre. Er zwingt Fahrradfahrer nicht unter Radhelme, nur weil das Menschenleben retten könnte. Und er ergreift nicht alle denkbaren Maßnahmen zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit. Der liberale Rechtsstaat wertet die Freiheit des Einzelnen höher als den möglichen Nutzen für irgendeine Gruppe oder die Gesamtgesellschaft. Im Idealfall handelt der liberale Rechtsstaat minimalinvasiv. Das bedeutet: Er greift gerade so weit in die freie Gesellschaft ein, wie unbedingt notwendig. Besser weniger. 

Der in diesem Sinne liberale Rechtsstaat ist etwas aus der Mode gekommen. Seit einigen Jahren ist es hingegen en vogue, zugunsten eines angeblichen Gemeinwohls einzuschränken, zu verbieten oder zumindest zu kuratieren. Es wird späteren Historikern überlassen bleiben, zu erforschen, wann genau das gesellschaftliche Klima kippte. Sicher ist nur, dass im Herbst 2017, als das „Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken“ erlassen wurde, das Kind schon im Brunnen lag. 

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Ingo frank | Sa, 15. Januar 2022 - 08:37

Meine Erziehung verbot das Lügen.. Ein schweres Vergehen, welches hart bestraft wurde..Du musst die Wahrheit sagen, so schwer es dir auch fällt, lehrten mich meine Eltern.
Und heute ist doch die Lüge zur Staatsräson geworden. Ein Außenminister, ein 1. Bürgermeister sind trotz Betruges im Amt. Wie oft wurden wir mit den Fertigstellungsterminen und den Kosen der Elfi + BER. belogen. Bei 2 Fach Impfung ist alles o. K. ? 3.4.5. Impfung?
Energiewende kostet 1 Kugel Eis? Die Lügen aufzuzählen würden Bücher füllen, keine 1000 Zeichen!
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Romuald Veselic | Sa, 15. Januar 2022 - 08:40

Es ist die richtige Diagnose einer korrektiver Politik, die zunehmend auf den Hexenjagdtrip übergeht. Und diktiert dem Individuum, was richtig und was falsch ist.

Z1 "Der liberale Rechtsstaat wertet die Freiheit des Einzelnen höher als den möglichen Nutzen für irgendeine Gruppe oder die Gesamtgesellschaft. Im Idealfall handelt der liberale Rechtsstaat minimalinvasiv. Das bedeutet: Er greift gerade so weit in die freie Gesellschaft ein, wie unbedingt notwendig. Besser weniger." Dem ist nichts weiter zuzufügen.

Z2 "Man könnte Jahrzehnten stolz darauf sein, in einem Land zu leben, in dem man auch den größten Blödsinn frei äußern kann." Punktum.

Deshalb, wenn ich behaupte, dass meine Haarspitzen, mit den Sternen im Universum, mit seidenen Fäden verbunden sind, ist's mein elementares Recht, mein subjektives Gefühl kundzutun. Ohne Repressalien zu fürchten, egal in welcher Form.
Analog zu beliebiger geschlechtlicher Verwandlung. In diesem Fall bleib ich dennoch alter, weißer Mann.

Maria Arenz | Sa, 15. Januar 2022 - 08:50

dabei ist, daß dieselben Kreise, die mittels Netzwerkdurchsetzungsgesetz, Cancel Culture und anderer mehr oder weniger direkt wirkender Daumenschrauben den inhaltlichen Diskurs in ihrem Sinne begrenzen und bereinigen wollen, gleichzeitig diejenigen sind, denen es rein äußerlich gar nicht "vielfältig" genug werden kann. Je diverser die Köpfe von außen, desto gleichgeschalteter zwischen den Ohren.

Albert Schultheis | Mo, 17. Januar 2022 - 10:45

In reply to by Maria Arenz

betrifft die Gleichschaltung zwischen den Ohren ausschließlich die "etwas länger hier Lebenden" - für die es längst keinen Namen, keinen Begriff mehr gibt. Den "etwas kürzer hier Lenenden", für die wir uns mit der Benennung gleichermaßen schwer tun, geht diese Gleichschalting am Gesäß vorbei, mehr noch, sie gleichschalten zu wollen, wäre schlimmster Rassismus, ein Raub ihrer kulturellen Identität! Allah bewahre! Dagegen ist die kulturelle Zertrümmerung von Tradition, Sprache und Kultur der Ersteren das oberste Gebot der Stunde.

Wolfgang Borchardt | Sa, 15. Januar 2022 - 09:00

Grün sei der Mensch, edel, hilfreich und gut. Wer auf der vermeintlich guten Seite steht, verfügt über die Legitimation, Andersdenkende auszugrenzen (einschließlich längst Verstorbener) und Gesetze zu missachten, Demonstrationen nicht anzumelden (Medizin Studierende in Dresden, begrüßt vom sächs. MP, der sich damit von den für alle geltenden Gesetzen entfernt und den Rechtsstaat in Frage stellt) bis zur Ausstellung "entarteter", weil angeblich kolonialistischer Kunst von vor 100! Jahren, die sich den Maßstäben einer heutigen Moralelite zu unterwerfen hat

Enka Hein | Sa, 15. Januar 2022 - 09:47

....würde gesperrt.
Dann müssten alle Berichte der ÖRR und deren Medienkanäle gleichfalls gesperrt werden.
Die Zahlen und Daten sind seit 2 Jahren falsch.
Es gibt nur Datensalat. Nichts genaues weiß man nicht.
Übrigens wurde Achgut von YT auch gesperrt. YT hat aber wieder Mal krachend verloren.
Vielleicht bietet Trump ja auch Mal ein Videoportal an. Wäre eine echte Alternative.

Benno Pluder | Sa, 15. Januar 2022 - 09:47

"Er greift gerade so weit in die freie Gesellschaft ein, wie unbedingt notwendig. Besser weniger. "
Besser weniger als unbedingt nötig?
Was soll mir dann ein Staat?

Reinhard Getzinger | Sa, 15. Januar 2022 - 10:08

...ist einer freien Gesellschaft unwürdig."
Unwürdig?
Sind Totenflecken eines lebendigen Körpers unwürdig?
Oder zeigen sie nur an, daß unsere Annahmen über den wirklichen Zustand der Gesellschaft zu optimistisch waren?
Bei einem Körper zeigenTotenflecken an, daß bereits alles Leben aus ihm gewichen ist.
Dieses unsägliche Gesetz und die Löschorgien auf den Plattformen sind die Totenfecken einer freien Gesellschaft.
Unwürdig ist, daß wir das schulterzuckend hinnehmen...

Unwürdig ist auch das schulterzuckende Kuschen einer mit überbordendem und daher nicht mehr verarbeitbarem Informationsangebot zugeschütteten Gesellschaft - und zwar zu den Themen, die eine sich Elite dünkende Moralapostelclique setzt. Gefühlt 80% der Nachrichtensendungen befassen sich derzeit mit Corona. Da bleibt kaum Raum für andere nicht weniger wichtige Probleme, wie z.B. die Vorstellungen unserer neuen Innenministerin zur Migration oder die des Wirtschafts- und des Landwirtschaftsministers zu der Forderung, unseren Lebensstandard drastisch zu senken. Aber diverse Umfragen duten an, dassder freiheitliche demokratische Rechtsstaat schon verloren hat. Es scheint zu funktionieren. Man hat mit Erfolg genügend Leuten eingeredet, dass Deutschland den Klimawandel im Alleingang stoppt, die AfD weil Neonazipartei verboten gehört und Impfung (bin schon seit 01.11.21 "geboostert") als Akt der Solidarität nicht nur wünschenswert, sondern Pflicht ist.

Carola Schommer | Sa, 15. Januar 2022 - 10:43

Er legte in der Öffentlichkeit den Finger in die Wunde. Merkel fand das nicht hilfreich. Jeder der es sah wie sie, trumpfte auf und zwar immer schräger und aggressiver. Zeitungen und ÖRR förderten die Regierungsmeinung, die Stimmung wurde intoleranter. Hass und Hetze gegen andere politische Meinungen traten erstmals deutlich zu Tage. Aus der heterogenen Opposition wurden allesamt Nazis, dumm, minderinformiert und böse, die es mit (fast) allen Mitteln zu bekämpfen gilt.

Mit der Zeit wurde jedes Regierungshandeln alternativlos, also totalitär; gleichzeitig aber anderslautend benannt, nämlich "die Mitte".
Diese Manipulation wirkt bei vielen immer noch fort. Doch nicht jeder, der gegen Kernenergie ist, ist für Grenzöffnung, für die vereinigten Staaten von Europa oder das NetzDG.

Eine mögliche Zwangsimpfung würfelt die Gruppen nochmal neu zusammen. Weniger pulverisiert als seit Jahren, gehen die Menschen jetzt endlich auf die Straße.

Alle die ein "Wenn & Aber" hatten, ab aufs Abstellgleis nach Diktatorenart,
egal ob Medien, Justiz, Polizei, Parteien selbst &&&
Ja, bereits nach der Wende bis Gründung EU wurden Maßnahmen beschlossen, wo ich sagte, hier stinkt es.
Und damit die beginnende Säuberungsaktionen durch die Säulen der Macht.
2001 Afghanistan-Einsatz für z.B. Rechte der Frauen, Mohnanbau-Bekämpfung & Einführung westl. Demokratie lt. BT
2002 Euroeinführung & Beginn Schuldenpolitik
2005 WHO & die Gründung der Vorbereitung zur Pandemie
Nächster Skandal 2007 der Rausschmiss Eva Hermann, weil Sie die Familie in den Mittelpunkt stellte.
2008 Finanzkrise - Aufklärung/ Verurteilung?
2009/13 Reduzierung der Fallzahlen & Hürden zur Pandemie
2011 Fukushima - Das Merkel-Diktat "Atomausstieg" ohne Verlängerung!
2012 eine Pandemie mit einem ausgedachten Virus mit dem Namen Modi-SARS
2015 - Einlass ohne Kontrolle & ohne "Wenn & Aber"
2017 - Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (Ermächtigungsgesetz?) & Pademie-Simulation/Warnung

Helmut Bachmann | Sa, 15. Januar 2022 - 11:15

den die selbsternannte "Mitte" da eingeschlagen ist. Unter dem Druck Linksradikaler an wichtigen Stellen beginnt es, nicht wenigen Spaß zu machen, ihren Mitbürgern die "richtige" Gesinnung aufzuzwängen und Gegner zu eliminieren. Das fängt mit Löschung an, wie geht es weiter? Auch wenn es noch Gerichte gibt, die den Unsinn der Zensur wieder aufheben: die Wut über diese Ungerechtigkeiten wächst. Wenn ich mir dann überlege, was alles im Namen des Guten inzwischen gesellschaftlich anerkannt wird: Persönliche Angriffe auf Politiker, Wahlbetrug, Gewalt, Lügen (natürlich nur, wenn es der guten Sache dient), dann wundert es mich erst einmal nicht, dass dies nun in einer zunehmend radikalisierten Opposition auch geschieht. Wie soll das weitergehen? Die Mächtigen sind diejenigen, die die Spirale stoppen könnten.

Joachim Kopic | Sa, 15. Januar 2022 - 15:06

In reply to by Helmut Bachmann

Gesinnung aufzwingen ... hatten wir das nicht schon einmal?
Und das Schlimmste: Das Gros scheint es nicht einmal zu merken ... ob nun durch die Dauerberieselung durch die meisten Medien oder warum sonst - egal - schlimm genug!
Und wenn schon ganz oben betrogen (um nur eine Sache zu nennen: Doktorarbeiten) und gelogen (...) wird, warum soll es der kleine Mann, halt (gendern) die kleine Frau natürlich auch ;), anders machen...

Gerhard Fiedler | Sa, 15. Januar 2022 - 11:22

schon der Name fürchterlich, ist einer freien Gesellschaft unwürdig. Richtig, so sehe ich es auch. Aber eine freie Gesellschaft sind wir in Deutschland ja schon lange nicht mehr, spätestens seit 2015. Denn wo kann heute noch ungestraft gesagt werden, was sich "nicht gehört", sei es zur illegalen Migration, die totgeschwiegen wird, sei es zum "menschengemachten Klimawandel", der nicht bewiesen ist, oder gegen das Impfen, das eine "Superwaffe" sein soll. Und wer spielt bei allem den Faktenchecker und sagt oder bestimmt, was falsch oder richtig ist? Na, die Antwort dürfte nicht schwerfallen. Nein, eine Diktatur haben wir noch nicht, aber viel fehlt dazu nicht mehr, erst wenn Herr Grau hier nicht mehr schreiben darf. Demnächst soll ja ein neuer Bundespräsident gewählt, oder besser gesagt, bestimmt werden. Ich wüßte einen Kandidaten. Herr Alexander Grau hätte das Zeug dazu.
.

Bernhard Marquardt | Sa, 15. Januar 2022 - 11:57

Die neuen Inquisitoren könnten gerichtlich darauf drängen, dass dieser Artikel wegen der Verbreitung verschwörerischer Querdenker-Thesen gecancelt wird.

Urban Will | Sa, 15. Januar 2022 - 12:11

Zensur und ist gesellschaftlicher Konsens in weiten Teilen eben dieser. Das ist die bittere Realität. Und der kleinere Teil der Gesellschaft, derjenige, der sich weiterhin die Freiheit nimmt, seine Meinung (auch wenn nicht alles davon stimmt) zu sagen, wird ausgegrenzt. Und daher ist es mehr als dumm, wenn bspw. unser neuer Kanzler daher schlumpft und behauptet, es gäbe keine Spaltung.
Und der Witz des ganzen: Unwahrheiten von Seiten der Panik – Gemeinde dürfen und werden weiterhin verbreitet.

Wann diese Kultur entstand? Schwer zu sagen. Ich denke: so um die Zeit von Fukushima, als D auf Geheiß Merkels in "Panik" eine Energiewende vollzog, die im Nachhinein wohl als der größte Schildbürgerstreich in die Geschichte eingehen wird, etwa gleichauf mit der „Willkommenskultur“ von 2015.
Während es davor „Redeverbote“ nur in gewissem Zusammenhang mit dem Nazithema gegeben hatte, wurde die Liste ab da bedeutend länger.
Und heute geben die links – grünen Taktgeber vor, was „sagbar“ ist.

Christa Wallau | Sa, 15. Januar 2022 - 12:13

einer freien Gesellschaft unwürdig"
Ja, so ist es.
Mehr gibt es eigentlich nicht dazu zu sagen.

Wenn man in einer heterogenen, pluralistischen Gesellschaft, wie sie in D inzwischen besteht, weil man sie jahrelang b e w u ß t bejaht und freudig gefördert hat, plötzlich wieder "Konsens der Mitte" fordert bzw. durch Zensur nach eigenen Vorstellungen zwangsweise wieder herstellen will, dann kann sich der kritische Bürger nur noch an den Kopf fassen und sich verzweifelt fragen: Lebe ich in einem Irrenhaus? Wo bleiben hier Ehrlichkeit und Logik???

In unserem Land herrschen inzwischen strohdumme Idiologen, denen man mit Argumenten nicht mehr beikommen kann. Und weil dies immer mehr Menschen merken, hat es die erfreuliche Konsequenz, daß Hunderttausende auf die Straßen gehen.
Gott-sei-Dank gibt es in D - im Gegensatz etwa zu China - noch viele Leute, die auf Propaganda, Lügen u. offensichtlichen Lobbyismus mit Widerstand reagieren u. öffentlich protestieren.
N o c h dürfen sie es ja.

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 15. Januar 2022 - 12:29

Bei so viel „Fake-News“ zur Meinungsfreiheit von Ihrer Seite frage ich mich: Wie lange dürfen Sie noch veröffentlichen?
Wir Kommentatoren fragen uns oft, warum unsere Beiträge nicht veröffentlicht werden und glauben, es läge an der Netiquette von Cicero. Vielleicht werden diese jedoch nicht veröffentlicht, weil Cicero diese ansonsten sofort den Behörden melden müsste. Man veröffentlicht zu unserem Schutz nicht. Sehen wir es doch auf diese Art positiv.
Ansonsten Danke ich dem Autor für die wieder einmal hervorragenden Worte zum Wochenende und wünsche allen ein schönes und erholsames solches.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 15. Januar 2022 - 14:15

niederschmetternd.
Ich halte dennoch dagegen, indem ich sage, es gibt diese "vernünftige Mitte", wie es sie früher gab, vielleicht sogar noch kompakter oder aber, es gab sie früher auch nicht.
Wie dass?
Wir sollten das Anwachsen der veröffentlichten Meinung beachten.
Das, was ich hier mache, kommentieren, das ging früher nur mit Leserbriefen.
Seither hatte sich mein Output vervielfacht.
Dem kann man doch im Ernst nicht begegnen, als befänden wir uns noch im "Postkutschenzeitalter" der Kommunikation.
So wie ich eine "Beherrschung", sagen wir "Kontrolle", "Regeln" der Finanzmärkte fordere, so doch auch in der medialen Kommunikation und bin doch für freie Märkte, jedoch für "verfasste" und politische Kompetenz, die eingreifen kann.
Die Gesellschaften sind komplexer geworden, wie die Kommunikationsmöglichkeiten.
Da stehen wir evtl. noch am Anfang, aber sicher nicht inmitten des Überwachungsstaates.
Gedanken sind zwar noch frei, aber sie werden "wahr"genommen.
Hohe politische Kompetenz!

dass ich das erste Mal von Herrn Grau las bei standard-online "wohin ich mich zurückgezogen hatte".
Dies brachte mich zum Cicero, dem ich sehr dankbar bin für viele kritische Artikel und generell sein Bemühen um den Erhalt einer politischen Öffentlichkeit und Kultur.
Ich ringe nach wie vor um eine lebendige und offene politische Kultur, die nicht schon vorher festlegt, was zu gelten hat.
Letzteres könnte man als Zensur betrachten.
Etwas anderes wären Kriterien für respektvollen Umgang miteinander.
Ich dachte, wir probieren hier gemeinsam so etwas aus, mithilfe einer sogenannten "Netiquette"?

Wulf Richartz | Sa, 15. Januar 2022 - 15:51

mehr gibt es nicht zu sagen.

Außer vielleicht, dass die FDP im Allgemeinen und Bundesjustizminister Marco Buschmann in dieser Frage für mich zur Totalentäuschung geworden sind.

Gerhard Lenz | Sa, 15. Januar 2022 - 16:08

jegliche Desinformation unbegrenzt tolerieren. In letzter Konsequenz müsste er dann auch Anti-Semitismus und Nazi-Verherrlichung akzeptieren. Ein solch gänzlich falsches Verständnis von Freiheit vermischt fahrlässig zu tolerierende freie Meinungsäußerung mit gewollter Manipulation und der Verbreitung von Lügen. Die Freiheit zur eigenen Meinung hört grundsätzlich da auf, wo gezielte Desinformation mit dem Ziel der Manipulation und die Hetze gegen bestimmte Gruppen anfängt.

Es zeigt von ausgesprochener Heuchelei, wenn ausgerechnet die braunen Truppen der AfD, autoritären Persönlichkeiten (Putin etc) und Staaten durchaus zugeneigt, plötzlich die Verteidiger bürgerlich Freiheit mimen - da ist die Schauspielerei doch zu deutlich. Oder wenn Querdenker gezielt Desinformation und Verschwörungsschwurbeleien vertreiben.

Das hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun, das hat nur noch das Ziel, Menschen bewusst aufzuwiegeln, um u.U. auch mit Gewalt die politischen Verhältnisse zu verändern.

Tomas Poth | Sa, 15. Januar 2022 - 16:25

Der liberale Rechtsstaat wird durch die Politik unserer Regierungen in Bund und Land seit langem untergraben.
Eine Ursache dazu ist
- Massenmigration.
Es kommen immer mehr Menschen in unser Land, die mit unserem christlich, freiheitlich, demokratischem Werte-Kompass nichts anfangen können. Entsprechend passen sich unsere Politiker an, je stärker sich neue Wertesysteme bei uns etablieren, desto stärker wird unsere Demokratie demontiert. Die Politiker wollen ja auch von den "Neubürgern" gewählt werden.
- "Klimarettung"
Der Sonderweg die weltweiten CO2-Emission allein durch Einsparungen in Deutschland zu Reduzieren wird uns in eine sozialistische Zwangsbewirtschaftung führen, in der demokratische Rechte á la DDR abgebaut werden.

Markus Michaelis | Sa, 15. Januar 2022 - 17:07

"Seit einigen Jahren ist es hingegen en vogue, zugunsten eines angeblichen Gemeinwohls einzuschränken"

Den Eindruck habe ich auch - auch breit getragen. Wann ist das gekippt? Es hat denke ich mehrere Wurzeln: die 90er waren freier, denke ich, aber damals war "unsere Gesellschaft" unangefochtener führend. Jetzt schwankt vieles, Asien ist erfolgreich, Islam ist erfolgreich, alte Gewissheiten (z.B. Europa, USA) schwanken mehr. Das ist nicht einheitlich, aber in der Summe wächst das Gefühl sich gegen Bedrohungen wehren zu müssen. In D hat man sich auf einen gewissen Konsens geeinigt, dass die Bedrohung vom Rechts-Populismus und -Extremismus kommt, worauf auch zuerst die verschiedenen Demokratiefördermaßnahmen zielen. Das kann sich glaube ich aber auch schnell ändern, es ist erstmal eine Verunsicherung. Verstärkend ist, dass die (politische) Jugend auch stark denselben Weg der klaren Werte und Sicherheiten (in den Werten) eingeschlagen hat.

"In D hat man sich auf einen gewissen Konsens geeinigt", wer ist man, der sich da geeinigt hat und wie wurde der Konsens gefunden?
Unter der CDU-FDP Regierung (2013 bis 2018) wurde der Kampf gegen jede Art von Radikalismus finanziert, also auch gegen Links- und Islamischen-. Das hat die SPD-Ministerin Schwesig sofort nach Amtsübernahme geändert. Seither wird nur noch der Kampf gegen Rechts finanziert, die Summe ist deutlich angestiegen.
Die SPD wollte das dauerhaft festschreiben, ist an der CDU gescheitert, die eine Verpflichtung zur Rechtsstaatlichkeit von den geförderten haben wollte. Das lehnte die SPD ab. Warum wohl?

BHZentner | So, 16. Januar 2022 - 00:24

Liberale,nein, konsumistische Gesellschaft,die irgendwie auf einer freiheitl.,demokrat. Grundordnung basisert(GG),deren Begriffe durch viele kleinteilige Eingriffe der letzten 20Jahre mindestens ungenau geworden sind (,,eine Zensur findet nicht statt")-vielleicht sinds nur noch Worthülsen.Was heißt heute Zensur?Was heißt Propaganda,Desinformation -vorm. harte,klare Begriffe.Heute verschwurbelt in marketing,framing,wording,fake-news,p.c., Defma usw.Gibt es eigentl.noch die ,,AG wirksames Regieren"im Bundeskanzleramt-eigerichtet von der Segensreichen?(lt.SWR-Wissen zum Thema nugging); welcher Konsens findet sich in einer konsumist. Gesellschaft?-und wenn ja worüber?Zu ,,Betreff":Confuentes(an Rhein u.Mosel),die,,bunte Vielfalt"als Konsens (offz.Haltung)ihrer,,Zivilgesellschaft"(Bürger?) hochhält, gibts am Zentralplatz ein Schild(was ist?),,Freiheit"-Rest einer Kinderaktion-im Fokus einer Kamera auf.d.Einkaufsparadies gegenüber;dessen Motto:,,Wir schoppen nicht.Wir kaufen uns glücklich"

Noch immer dasselbe, was es unter Metternich geheissen hat.
Es macht keinen Unterschied, ob sie Zensur genannt wird, Hausrecht oder AGB.
Es ist egal, ob sie von Beamten im Ministerium durchgeführt wird, von Journalisten in den Redaktionen, von Faktencheck-Praktikanten oder von Managern in Dublin oder San Bruno.
Zensur ist Zensur ist Zensur...

Ernst-Günther Konrad | So, 16. Januar 2022 - 08:55

Ein wieder tiefgründiger und guter Artikel Herr Dr. Grau. Ja, dieses Gesetz ist einem freiheitlichen Staatswesen unwürdig. Da fällt mir ein:
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (Art. 1 GG)
Nicht nur ein Volk wurde gespalten, auch deren Würde und es wird versucht sie neu politisch korrekt zu definieren.
Das kann und wird nicht gut gehen. Auch wenn YT sperrt sind die Videos an anderer Stelle noch immer zu sehen, auch die gesperrten Teile. Mit diesem rechtsstaatswidrigen Eingriff erzeugt man genau das Gegenteil von dem, was man damit eigentlich verhindern wollte. Es wird Interesse erzeugt und selbst unbedarfte Menschen suchen, finden, schauen, denken nach. Trotz aller Versuche wird es nicht gelingen, die Wahrheit zu verhindern. Wir kennen das alle. Was verboten wird lockt erst recht an. Man mag es verzögern, mehr aber auch nicht. Das Gummiband von Ursache und Wirkung schnurrt immer schneller zusammen.

M. Bernstein | Mo, 17. Januar 2022 - 19:26

Bisher war Zensur immer staatliche Zensur. Wenn ein Werk der Literatur, der Kunst nicht angenommen, ein Artikel in einer Zeitung nicht gedruckt wurde, dann war das keine Zensur sondern eine freie Entscheidung.
Mit Youtube und dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist das aber anders. Youtube hat eine gewisse Monopolstellung als Provider und natürlich die Pflicht ungesetzlichen Inhalt zu löschen. Letztlich kann aber nur ein Gericht entscheiden, was ungesetzlich ist. Deshalb sind die Löschungen, die Youtube aufgrund der "Community Regeln" durchführt nichts anderes als outgesourcte staatliche Zensur und damit Zensur. Youtube ist also der moderne Spitzel in der Kneipe des World Wide Web.