Zweiter Lockdown - Killt Corona den Euro?

Das größte Rettungspaket in der Geschichte der EU ist kaum beschlossen, da steuern die Mitgliedsländer mit dem zweiten Lockdown auf die nächste Krise zu. Ein zweites Paket können sich die Bundesregierung und die EU nicht leisten. Es würde das Ende des Euro bedeuten – und der EU.

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Corona könnte dem Euro den Todesstoß versetzen / dpa

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Corona, Trump und Terror überdecken in diesen Tagen und Wochen die eine oder andere Kleinigkeit. Zum Beispiel das größte Rettungspaket, das in der Europäschen Union je geschnürt wurde. 750 Milliarden Euro, ungefähr die Hälfte davon als Geldgeschenke, die andere Hälfte als Kredite, möchte die EU-Kommission unter die Corona-geplagten Länder bringen. Vergangene Woche appellierte Bundesfinanzminister Olaf Scholz in Brüssel abermals an das Europäische Parlament, die Corona-Hilfen zu bewilligen und damit den größten Haufen an Schulden, den die Europäische Union je aufgenommen hat. Das Geld müsse spätestens Anfang kommenden Jahres fließen, sagte Scholz. 

Diese immense Summe, halb Geschenk, halb Darlehen, ist beschlossen worden im Nachgang zum Corona-Lockdown. Dem ersten wohlgemerkt. Nun gehen immer mehr Länder angesichts einer nochmals härteren zweiten Welle wieder in den Stillstand. Deutschland noch mit vergleichsweise milden Maßnahmen, Griechenland, Spanien, Portugal, Irland mit ungleich härteren. 

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Dirk Jäckel | Mo, 9. November 2020 - 13:14

"ausnahmsweise klare Worte ...: „Scheitert der Euro“, sagte sie vor Jahren, „dann scheitert Europa“.

Erstaunlich, dass der sonst so klarsichtige Herr Schwennicke sich Merkels seltsame Einlassungen hier zu Eigen macht. Es mag sein, dass diese EU in der derzeitigen Verfasstheit keine Bestand haben wird. Es wird aber weiter eine Staatengemeinschaft geben, ob eine bessere (das ist nicht schwer) oder schlechtere, sei dahingestellt. Alles andere ist meines Erachtens apokalyptisches Alternativlos-Gerede einer Pfarrerstochter.

Scheitern kann vieles bedeuten, das ist keine eindeutige Aussage. Im übrigen ist natürlich mehr Geld da. Seinerzeit jubelte ein Teil des Parlaments, dass mit diesem Fonds der Einstieg in den Überstaat Europa getan worden wäre, was andere verneinten. Mir scheint, der zweite Lockdown wird ersteres wahrscheinlicher machen.

Bernhard K. Kopp | Mo, 9. November 2020 - 14:15

In reply to by Robert Müller

Die gegenwärtigen Institutionen sind auf die Entwicklung hin zu einem Bundesstaat angelegt. Dazu gehört auch der Euro. Da diese Grundkonzeption immer schon falsch war, weil es kein EU-27-Volk und deshalb auch keinen EU-27-Staat geben kann und wird, werden und müssen die bestehenden Konzeptionen und Strukturen früher oder später scheitern. Die Corona-Krise und die bisher gefunden Finanzlösungen dürften diesen Verfallsprozess beschleunigen, weil die € 750 - 1000 Mrd. so nicht wiederholbar sind, andererseits aber wahrscheinlich in 2021/22 nicht ausreichen. Niemand weiß heute wie der Zerfall ablaufen kann und wird - er wird nur unvermeidlich sein.

bis vielleicht auf den Punkt, den Sie am Schluss Ihres Beitrags erwähnen, wonach die 750 bis 1000 Milliarden Euro, die man sich erst noch beschaffen muss, da die nationalen Parlamente der EU-27 dem entsprechenden Hilfspaket noch nicht (alle) ihren Segen erteilt haben dürften, 2021/22 wahrscheinlich nicht ausreichen dürften, um - salopp gesagt - die Löcher zu stopfen und die Wirtschaft nach dem Corona-Einbruch gezielt anzukurbeln zu suchen. Von welchem Szenario "Brüssel" bei der Festlegung des finanziellen Umfangs des besagten Pakets ausgegangen ist, entzieht sich mindestens meiner Kenntnis. Sollte man "nur" mit einem Lockdown gerechnet haben, was hindert "Brüssel" daran, nach denselben Prinzip nötigenfalls einfach nachzulegen, nachdem die "Pumpwirtschaft" als solche anscheinend nicht als sonderlich problematisch angeschaut wird?

Danke Herr Schwenicke für die Aufarbeitung von "Nestern", die so gar nicht im Fokus der Regierenden stehen.
Und als Kommentarschreiber darf ich gegenüber C. mich noch weiter hinaus lehnen.
Erst wenn alles demontiert wurde inklusiv Euro, wird nach Plan, die neue Gesellschaft ..... zu errichten. Und Herr Jäckel, nur ihren vorletzten Satz pflichte ich bei. Dies ist kein Gerede/ Geplappere, sondern ein knallharter Plan/ Krieg, wo sie dann vielleicht wie in einen Alptraum erwachen, der (bloß) zum Morgen nicht beendet ist.
Und eins steht für mich fest.
Gesäßpastete im letzten Glied hat wie immer das nachsehen, egal wie er seine ersparten Pfennige angelegt hatte. Meine Großeltern mussten mittels Verkauf des Grundstückes in Dresden die Beräumung der Ruinen vom 13./14.02.1945 bezahlen, weil sie der "Auflage Beräumung" nicht nachgekommen sind. Und egal, wie sie ihren Sparstrumpf gestrickt haben, wenn der Staat Geld benötigt gibt es nur alternativloses regieren.
Soviel dazu.

Hermann Kolb | Mo, 9. November 2020 - 13:22

...sondern von ökonomischen Zwängen, die das Virus lediglich, und einmal mehr, schonungslos offenlegt.
Bern Raffelhüschen hat im übrigen schon im April die m.E. gut belegte These aufgestellt, dass die Konsequenzen aller Massnahmen zur Eindämmung sich negativer auswirken werden als das Virus selbst. Das gelte sowohl für die Anzahl "geretteter" Lebensjahre in Deutschland als auch für die gesamte Weltwirtschaft.
P.S. Noch immer ist mir keine Risikoanalyse, keine Kosten-/Nutzenabwägung, keine konsistente Strategie der Bundesregierung bekannt. Was sowohl für den Euro als auch für COVID gilt.

Romuald Veselic | Mo, 9. November 2020 - 13:31

dass man das Geldtausch weglassen kann u. nicht andauernd im Kopf zwischen zwei Währungen zu pendeln, um Preis u. Wert abzugleichen. Wenn € verschwindet, werde ich dem keine halbe Träne nachweinen. Finanz-/Immokrise 2008/09 war schon der Vorbote dafür, als man bekam, dass GR die Aufnahmekriterien für € Einführung nie erfüllte, u. wie es dazu kam. Ohne Konsequenzen, nur um die EU zu "retten". Die Entwertung dieser Währung, lasse ich lieber aus. Der weitere positive Effekt, die EZB wird verschwinden u. die Parvenüs darin, mit Lagarde als Vorhut - ebenso. Diese daran basierende elitäre Arroganz, die Zinsen abzuschaffen, ist selbst mit einem schweren Raubüberfall gleichzusetzen.
Der Idealismus v. damals, etwas zu verbinden, was im Ansatz nicht zu verbinden war, um Illusion nach außen zu posten - es wird alles gut, es reicht, wenn man dazu den guten Politwillen hat. Und alles wird easy. Und heute stellen wir fest, dass alles noch schlimmer wurde.

helmut armbruster | Mo, 9. November 2020 - 13:39

die EZB kauft schon seit längerem - am Rande der Legalität und ihre Auftrags - Staatsanleihen von eigentlich schon bankrotten EU-Mitgliedern. Der eigentlich bankrotte Staat, dem unter normalen Bedingungen niemand mehr etwas leihen würde, bekommt so fresh money und die EZB akzeptiert als Sicherheit Schrottpapiere und Schrottgarantien.
Die EZB spielt den "lender of last resort" (what ever it takes, lt. Draghi). Und da muss viel mehr passieren, dass das nicht mehr funktioniert, als 759 Milliarden als uneinbringlich verbuchen zu müssen.
Die EZB kann dieses Spiel noch ein zeitlang weiter spielen. Es wird erst zu Ende sein, wenn das - noch vorhandene - Vertrauen in die Fiat-Währung Euro zusammen gebrochen sein wird.
Und für solch einen Zusammenbruch gibt es weltweit noch ganze andere Kandidaten. U.a. die Weltwährung USD.
Also nur Mut und Zuversicht! Wegen 759 Milliarden wird die EZB nicht zusammen brechen.

Ich kann Ihnen nur zustimmen, Herr Armbruster. Die EZB hat die Genehmigung aller €-Länder, die Schleusen unbegrenzt zu öffnen. Dazu kommt der beschlossene Einstieg in einen EU-Haushalt mit eigener Steuerhoheit und eigenen Schulden. Was soll die Kommission da noch hindern? Das alles wird gestützt von einem EuGH, der keine Grenzen kennt.
Frau Merkel und unser Parlament haben das eigene Volk verkauft und verraten. Jetzt gibt es keinen Ausweg mehr bis zur Geldentwertung. Dann bekommt jeder Europäer neue Euros und das Spiel beginnt von vorn. Corona war nur der dankbare Anlass für das alles, es wäre auch so gekommen.
Wer jetzt glaubt, ein weiterer Lockdown wäre zu verhindern, der irrt. Noch gibt es keinen wirksamen Impfstoff. Die Regierung nährt nur die Hoffnung, um ihr Versagen zu kaschieren. Das deutsche Volk ist so in Panik um das eig. Leben versetzt, da kommt die Regierung nicht mehr heraus. Geld oder wirtschaftl. Schaden sind da kein Argument, zu lange hat man gesagt: Jedes Leben zählt!

Ja, Herr Armbruster, verläßt uns diese auch noch, sieht es schlecht aus.
"Für den Zürcher Finanzprofessor Marc Chesney ist es „ein hoffnungsloses Unterfangen, das Wirtschaftswachstum mit immer mehr Schulden ankurbeln zu wollen, um dank des erhofften Wachstums die Schulden eines Tages abbauen zu können… Es funktioniert einfach nicht“, erklärte er in einem Interview mit der NZZ."

"Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden." (amerikanisches Sprichwort)

Rainer Mrochen | Mo, 9. November 2020 - 13:57

ist nicht nur der größte Risikofaktor für sich selbst, sondern auch für das System, dem sie ihre Existenz zu verdanken haben. Wenn allen Erkenntnissen ( ökonomischer sowie ökologischer Natur ) zum Trotz, selbst in wohl gemeinter Absicht, entschieden und gehandelt wird, dann sind die verhängnisvollen Ergebnisse absehbar. Übervölkerung, ein Schulden basiertes Wirtschaftssystem, vermeintlicher Reichtum der auf Ausbeutung von Ressourcen beruht, Verschwendung, Umweltzerstörung, ganz allgemein das sich selbst entziehen der Existenzgrundlage ist die momentane Handlungsmaxime. Deutlich mehr Demut ist angesagt. Entweder wir ändern uns oder wir werden geändert, so oder so. In der Natur herrscht ein wohl ausgewogenes Kräfteverhältnis. Menschen können das scheinbar nicht

Maik Harms | Mo, 9. November 2020 - 15:18

Konvergenz geht auch "nach unten", dann ist der Euro keine starke, aber immer noch eine gemeinsame Währung. Insbesondere wenn die Fantastilliarden nicht für die Zukunft, für Forschung und Investitionen ausgegeben werden sollten.

Um wieviel Euro sollte nochmal das Budget des nächsten Forschungsrahmenprogramms der EU
gekürzt werden?

Heidemarie Heim | Mo, 9. November 2020 - 15:40

Wenn alles den gewohnten Gang bzw. wie Sie Herr Schwennicke schreiben geht, könnte es in der Tat für uns alle und unsere Währung eng werden!
Und wieder einmal muss man konstatieren, dass die gescholtenen Anti-Rettungsschirm usw.-Europäer und Teuro-Kritiker unter uns böswillig Orakelnden;) so falsch nicht lagen? Doch die Rettung deutscher Bonitäten naht in Gestalt der altmodischen und deshalb als nicht zeitgemäß verschrienen Sparweltmeister und Aktien/Fondsanlageverweigerer;). Habe eben gegoogelt was wir Deutschen auf der hohen Kante haben sollen. Sage und schreibe/Vermögen Privathaushalte Ende 2019 : 6655,8 Milliarden mit einem jährlichen Zuwachs davor von 7,2%, oder umgerechnet satten 446,2 Milliarden Euronen! Keine Ahnung aber ich denke mal, dass diese Sümmchen Begehrlichkeiten bei so manchem Politiker erwecken könnte;)! Ein " Das Gute Abschöpfungsgesetz" muss wohl her? Ein Banker damals zu mir: Es gibt 2 tödliche Lebensfehler. Falsche Heirat oder ne` Bürgschaft;)! Wohl wahr!

Manfred Schmidt | Mo, 9. November 2020 - 16:04

Eine Union, die im Wesentlichen auf einer und inzwischen auch nur noch halbwegs stabilen Säule ruht, wird zwangsläufig einstürzen und die einzige Stütze mit sich reissen. Dies hat sich schon lange vor Covid 19 abgezeichnet und war schon bei Gründung des Euro so angelegt. Der Warner gab es genügend. Von den wirtschaftlich größeren Mitgliedsländern ist Deutschland das Einzige, welches seine nationale Souveränität dem Erhalt der EU und des Euro opfern würde. Dessen sind sich die eigentlichen Profiteure der EU bewusst, in der Gewissheit mit dem Trumpf Ass, nämlich der deutschen Verantwortung für die Folgen zweier Weltkriege das Blatt regelmäßig zu ihren Gunsten wenden zu können.

Norbert Heyer | Mo, 9. November 2020 - 16:27

Es war ganz klar, dass die Eliten versuchen, ihre katastrophale Politik und die logischen Folgen auf das Virus zu schieben. Das ist ebenso durchschaubar wie falsch. Die Verschuldung der einzelnen EU-Staaten war schon vor Corona am Rande einer Pleite. Nur das Anwerfen der Druckerpresse und Bürgschaftsübernahmen durch Deutschland sowie Kreditstundung über Jahrzehnte für Griechenland haben den Zeitpunkt der Wahrheit hinausgezögert. Auch Frankreich, Spanien und Portugal Pfeifen aus dem letzten Loch. Nach der ersten Notbremse wurde ein Finanzpaket geschnürt zu Gunsten der Mittelmeer-Länder und auf Kosten von wem wohl? Jetzt nach der zweiten Vollbremsung fällt sogar den Deutschen auf, dass eine Halbierung der Einnahmen und eine Verdoppelung der Ausgaben nicht zu stemmen ist. Wenn wir für alle zahlen und für alles bürgen, geht hier sprichwörtlich das Licht aus. Corona war nur der Beschleuniger einer sich seit langem abzeichnenden Entwicklung, die das Ende dieser unseligen EU bedeuten kann.

Tomas Poth | Mo, 9. November 2020 - 16:35

Die EZB hortet Schrottwerte (z.B. EU-Südstaaten Anleihen und andere, 1 Billion € Verbindlichkeiten), hat aber nur eine Eigenkapitaldecke von 10,8 Milliarden.
Sie kann natürlich immer wieder neues Geld drucken, aber wer vertraut dem Euro noch wenn keine echte Wertdeckung vorhanden ist.
Es sieht gar nicht gut aus. Ist wohl nur eine Frage der Zeit bis ein geordneter Ausstieg aus dem Euro ansteht, wenn geordnet noch möglich ist.

Christa Wallau | Mo, 9. November 2020 - 17:08

weil er nämlich eine ökonomische Mißgeburt ist.

Spätestens seit der ersten Übertretung der Maastricht-Kriterien bzw. dem Beitritt Griechenlands zur Euro-Zone 2001 stimmten die wirtschaftlichen Fakten (vor allem in den Südländern) nicht mehr mit der Währung überein.

Das Scheitern des Euros wird nun durch Corona nur stark beschleunigt. Und den Politikern liefert die Pandemie eine billige Ausrede für all ihre vorherigen Fehlleistungen.

Das ist alles.

die AfD möchte den Euro abschaffen, und am besten die ganze EU gleich mit abwickeln.
Dafür soll dann ein "Europa der Nationen" entstehen, bei dem sich die Staatschefs ein oder zwei mal im Jahr zum unverbindlichen Kaffeeklatsch treffen.

Für jeden Nationalisten ist das Zusammenwachsen von Staaten zu einer Gemeinschaft selbstverständlich ein Greuel. Ganz zun schweigen vom Euro.

Das hat nicht mal am Rande etwas mit ökonomischen Fakten zu tun. Jeder halbwegs seriöse Wirtschaftswissenschaftler weiss, dass die Ablösung des Euros gerade für Deutschland katastrophale Konsquenzen hätte.

Tatsächlich versteht mittlerweile jeder Berufsschüler, dass eine Rückkehr zur DM eine Aufwertung, ein Einbruch des Exports und damit massive Arbeits- und Wohlstandsverluste darstellen würde.

Daran wird auch die Coronakrise nichts ändern - Belastungen sind ja in allen Ländern gegeben, auch wenn sie in Deutschland dank einer umsichtigen Politik und frühzeitigen Maßnahmen (bisher) weniger gravierend ausfielen.

'... versteht mittlerweile jeder Berufsschüler, dass eine Rückkehr zur DM eine Aufwertung, ein Einbruch des Exports und damit massive Arbeits- und Wohlstandsverluste darstellen würde. ...'
Eine brilliante Analyse!

Aber jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten.
Schaun wir uns die Rückseite an.
Wenn die 'Rückkehr zur DM eine Aufwertung bedeuten' würde, welche Währungen würden dann abgewertet? Richtig: die griechische Drachme, die italienische Lira, die spanische Peseta, vermutlich auch der französische Franc.
Und (auch) weil die Abwertung dieser Währungen bzw. ihrer Volkswirtschaften im einheitlichen Euro-Raum unterbleiben muß, haben wir in diesen Ländern fehlendes Wirtschaftswachstum und eine hohe (Jugend-) Arbeitslosigkeit.
Der starre Euro verhindert, dass wirtschaftliche Disparitäten über die Anpassung der Wechselkurse gemildert werden können. Der Euro ist für die deutsche Wirtschaft zu schwach; für Italien, Griechenl., Spanien, Frankreich zu stark.
=> Dieser Euro spaltet Europa!

Sehr gut erläutert, lieber Herr Düring.
So wurde es auch im Studium diskutiert.

Viele Grüße

sogenannten Experten beschrieben. Schon vor Jahren. Aber alle die Regierungen, die ja auf Zeit gewählt sind, kaufen immer mehr Zeit mit neuen Schulden. Es kann nicht klappen. Griechenland bekam Kredite, die es ab 2050 oder später zurückzahlen soll. Zinslos!! Als ich den Unsinn hörte, habe ich alles was ich hatte, sofort hinter den Rhein in Sicherheit gebracht. Auch dort wird der Knall weh tun, aber hier fangen wir bei 0 wieder an. Schade, dass hier auch so viele Foristen die Wirtschaft ähnlich schlecht verstehen, wie unsere Kanzlerin und ihre Truppe. Da kann man nur hoffen, dass Merz Kanzler wird, er ist der Einzige sehende in der nahezu einäugigen CDU Truppe. Spahn ausgenommen, denn der war ja bei der Sparkasse angestellt.

..wäre die vernünftigste Form der Zusammenarbeit analog zur EWG!
Die Anzahl der Treffen der Staatschefs ist übrigen irrelevant, da sie nichts über die Qualität der getroffenen Vereinbarungen aussagt.
Kein anderes EU Land oder deren Politiker, außer den linken Politikern in Deutschland, würden ihre nationale Souveränität aufgeben.
Davon träumt nur der Linke in Deutschland und die europäische Verbundenheit wird ganz schnell verschwinden wenn Deutschland das Geld ebenfalls aufgegangen sein sollte.
Konnte man/frau ausgezeichnet bei den "Verhandlungen" der EU Budget und den "Covid Hilfen" sehen!

Ihr Seitehieb auf Deutschland "...Deutschland dank einer umsichtigen Politik und frühzeitigen Maßnahmen .." verstehe ich als Ironie.

Liebe Fr. Wallau, ich denke auch der Euro und auch das angestrebte Ziel eines EU-Staates werden scheitern.
Die Kulturdifferenzen und Leistungsdifferenzen innerhalb der europäischen Staaten sind einfach zu stark ausgeprägt.
Warum sollten wir auch diese "Buntheit" schleifen wollen? Welch ein kultureller Marxismus tobt da in den Köpfen unserer Mainstream Politiker?
Der Staatenbund EWG/EG, so wie wir es aus der Vergangenheit kennen, hat funktioniert. Nur so kann der Frieden zwischen den europäischen Staatsbevölkerungen gewahrt bleiben.

Bernhard Mayer | Mo, 9. November 2020 - 18:16

Bestimmt nicht.
Unsere Volksvertreter werden den Euro mit Klauen und Zähen verteidigen, koste es was es wolle.
Politiker kennen immer nur das Weiter so!

Urban Will | Mo, 9. November 2020 - 18:32

„laut gedacht“ hat, was Sie hier schreiben, Herr Schwennicke und dann trotzdem einen Lockdown in vielen Bereichen verhängen ließ, obwohl es dort keine Evidenz einer Wirksamkeit in Bezug auf die Bekämpfung dieses Virus gibt, dann hat sie meiner Meinung nach grob fahrlässig auf Kosten ihres Volkes gehandelt.
Was das eigentlich für Folgen haben müsste, ist klar, aber die politische Verantwortung wurde unter ihrer Ägide abgeschafft. Zumindest für sie und viele aus ihrem Tross.

Man darf aber zumindest hoffen, gerade angesichts der nun etwas näher gerückten Möglichkeit der Verbreitung eines Impfstoffes, dass ein Abebben der Hysterie „befohlen“ und ein baldiges Anwerfen der Wirtschaft angestrebt wird.

Das muss allerdings in vielen Ländern passieren. Auch in denen, wo man brav den Geldsegen aus D in Empfang nehmen und munter weiter wursteln wird, nach Corona genauso wie vorher.

Solange der Michel zahlt, lässt es sich weiter gut leben in der EU.

Christoph Kuhlmann | Mo, 9. November 2020 - 19:13

Wir hatten in Deutschland schon viele Währungen. Sollten die anderen in die Knie gehen, dann wird die EZB den Geldkran mal richtig aufdrehen und wir werden die Brötchen mit einer Schubkarre voll Geld bezahlen. Im Zeitalter moderner Zahlungsmethoden baucht man nur ein Dutzend Nullen mehr vor das Komma setzen und der Finanzminister bezahlt die Verbindlichkeiten aus der Portokasse oder mit ein par Barren Gold.

Dr. Hermann-Josef Stirken | Mo, 9. November 2020 - 20:21

Sollte der Euro scheitern, so ist das Virus möglicherweise der Auslöser, aber ist es auch der Grund ? Daran kann man zweifeln Der Euro wird über Jahre durch die EZB künstlich befeuert Jetzt erleidet ein chronisch Kranker eine Infektion, das kann das Ende der Währungsunion sein, nicht aber das Ende Europas Es sind fast sämtliche Währungsunionen gescheiter, es gibt ein danach. Leute , wie Krall haben das Ende des Euros lange vorausgesagt.

Reinhard Benditte | Mo, 9. November 2020 - 22:52

Alle Versuche einer gemeinsamen Währungsunion sind in der Vergangenheit gescheitert! Nationale Interessen waren ausschlaggebend für das Scheitern! Hinzu kamen unterschiedliche Entwicklungen in der Wettbewerbsfähigkeit der teilnehmenden Länder. Situation heute: divergierende gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, das NordSüd Gefälle und die Abnahme der Solidarität wird zu dem Verfall führen. Der Brexit war nur der Anfang.
Mit steigendem Wohlstandsgefälle und unterschiedlichem wirtschaftlichem Wachstum wird auch die Austrittswahrscheinlichkeit weitere Länder zunehmen. Zurück zur Lateinischen Münzunion:„Die österreichische Ökonomin Theresia Theurl bewertete zwischenstaatliche Währungsunionen als prinzipiell instabil“ Der deutsche Historiker Dominik Geppert schließt aus, dass machtpolitische Rivalitäten durch eine Währungsunion beendet werden könnten. Betrachtet man die Geschichte, dann steht zuerst ein Verfall der Eurozone an und dann ist eine Auflösung der EU nur eine Frage der Zeit!

Ernst-Günther Konrad | Di, 10. November 2020 - 08:36

Ich habe nichts gegen ein Scheitern dieser EU, so wie sie derzeit illegal gestrickt gegen die eigenen Völker agiert. Ich bin für ein freies, friedlich lebendes, wirtschaftlich durchaus sinnvoll verbundenes nationalstaatliches Hoheitsrecht achtendes Europa. Allein die Größe der EU und des Euroraumes war für mich von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Bricht die EU auseinander bzw. scheitert die Währung, dann muss vor allem DE die Zeche zahlen. Deshalb ist ein Scheitern vor allem Zahltag für Merkel-Deutschland. Mal sehen, ob die steuerzahlenden Bürger dann immer noch von "Mutti" reden, der mächtigsten Frau, ihre Umfragewerte ihre Beliebtheit täglich steigern.
Wenn es ans Zahlen geht, müssen alle die Hosen runter lassen. Die Schuldenstaaten haben nichts zu verlieren. Was denn auch? Sie haben ja nichts. Diejenigen, die noch etwas haben gehen faktisch insolvent. Die 750 Milliarden sind nur ein scheinfinanzielles Sauerstoffzelt, mit vielen Löchern, aus denen die (Luft) Euro entweicht.

Andrej Kharadi | Di, 10. November 2020 - 09:50

Was ist das für eine Währung, welche die längste Zeit ihrer Existenz immer wieder gerettet werden musste, Herr Schwennicke ? Der Euro ist de facto bereits gescheitert. Er wird nur künstlich am Leben erhalten durch Null- und Negativzinsen und eine ungehemmte Ausweitung der Zentralbankgeldmenge. Überschreitet diese Geldmenge eine bestimmte Grenze und ist gleichzeitig die Zentralbankbilanz auf der Aktivseite durch immer mehr wertlose Staatsanleihen ausgehöhlt, dann steigt das Risiko einer grossen Inflation immens an. Dann brauch es nur noch einen Nachfrageschub durch irgendein Ereignis und die Inflation bricht aus. Spätestens dann war es das mit dem Euro. Schade drum wäre es nicht. Es gäbe die Gelegenheit zur Rückkehr zu einer (goldgedeckten) D-Mark und einer wirklich unabhängigen Zentralbank, wie es die Bundesbank in ihren besten Zeiten einmal war.

Gisela Fimiani | Di, 10. November 2020 - 10:21

„Deutschland als last state standing“ ist eine semantische Irreführung. Das Land steht in Wirklichkeit auf tönernen Füßen. Wer hinter die Kulissen schaut, kann einen Blick davon erheischen. Eine Politik, die alle Probleme mit mehr Geld lösen will, demonstriert ihre Planlosigkeit und sucht mit immer neuen „Dicken Bertas“ die Wahrheit zu ersticken. Wie lange wird die Semantik die Realität noch vermeiden können?

Andreas Müller | Di, 10. November 2020 - 11:19

Der Ausspruch Merkels -scheitert der Euro, scheitert Europa- war und bleibt falsch und war so wenig durchdacht wie die gesamte Politik dieser Kanzlerin.
Andreas Müller Hamburg

Joachim Kiess | Di, 10. November 2020 - 12:55

Der Euro wird nicht (mehr) scheitern (jedenfalls, sofern nicht irgendwelche echten Katastrophen einsetzen, wie z.B. verheerende Vulkanausbrüche, ein großflächiger Angriff Russlands gg. Westeuropa etc.).

Stattdessen werden wir alle bald sehr sehr viele Euronen haben ...

Jedenfalls auf unseren Bankkonten, verfügbar mit Karte, Smartphone o.dgl.

So in etwa wie im Deutschen Reich im Jahre 1923.
Ein Brot kostet dann halt nicht mehr ca. 2,3 oder 4 Euro, sondern 2, 3 oder 4 Billiarden/Trillionen/Quadrillionen Euro. Oder mehr.

So einfach ist das ...

dieter schimanek | Di, 10. November 2020 - 12:59

Schwennicke zutreffen sollte, dann nichts wie her mit dem zweiten Lockdown. Es käme dann dank Corona sogar früher als erwartet. Eine göttliche Fügung um diesem politischen Unsinn ein Ende zu bereiten. Zurück zur EWG wäre ein Schritt vorwärts.