Raketenkrater in Polen nach versehentlichem ukrainischem Beschuss
Einschlagskrater einer vermutlich fehlgeleiteten ukrainischen Flugabwehrrakete in Polen / dpa

Raketeneinschlag in Polen - Riskanter Fehlalarm

Nachdem Joe Biden einen russichen Beschuss des Nato-Partners Polen für unwahrscheinlich erklärt hat, deuten Analysen nun auf eine womöglich fehlerhaft abgeschossene Flugabwehrrakete der Ukraine hin. Während Selenskyj sich gezwungen sieht, mit seinen Anschuldigungen gegen Russland zurückzurudern, herrscht in Moskau Spott über das ukrainische Militär.

Autoreninfo

Thomas Urban ist Journalist und Sachbuchautor. Er lebt in Polen. Kürzlich erschien sein Buch „Verstellter Blick. Die deutsche Ostpolitik“

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Seit dem Sommer hatten die professionellen Propagandisten in Moskau nichts Erfreuliches zu vermelden, die russische Invasionsarmee musste sich im Norden und Süden der Ukraine zurückziehen. Doch nun gibt der Einschlag einer Rakete in einem Dorf in Polen, die vermutlich ein Irrläufer der ukrainischen Luftabwehr war, den Lautsprechern des Kremls Gelegenheit, Schadenfreude und Spott zu artikulieren. Anlass bietet nicht nur der Tod von zwei polnischen Landarbeitern, sondern auch der darüber offen ausgetragene Disput zwischen den angeblichen Hauptfeinden der Russen, nämlich dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seinem Protektor im Weißen Haus, Joe Biden.

Eine Luftabwehrrakete des alten sowjetischen Typs S-300 war am Dienstagnachmittag in dem Weiler Przewodów im Südosten Polens explodiert. Zwei Männer, die in der Scheune eines Bauernhofs Getreide zum Trocknen umschichteten, fanden dabei den Tod; mehrere Wirtschaftsgebäude und ein Traktor wurden zerstört. Das Dorf befindet sich knapp sieben Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Auch verläuft in der Nähe eine Hochspannungsleitung, über die die westlichen Bezirke der Ukraine aus dem polnischen Stromnetz versorgt werden können. So war es für die Berichterstatter der meisten Medien an der Weichsel sofort klar, dass es sich um eine russische Rakete handeln musste. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile um den Globus: Russland greift ein Nato-Land an. Und riskiert somit den Dritten Weltkrieg.

Das Verteidigungsministerium in Warschau versetzte die Streitkräfte in Alarmbereitschaft, Alarmrotten der Luftwaffe stiegen auf und patrouillierten entlang der Grenze. Doch die Sprecher von Präsident Andrzej Duda und Premierminister Mateusz Morawiecki wollten sich den Spekulationen nicht anschließen. Sie bestätigten lediglich die Explosion einer Rakete und den Tod zweier Einwohner von Przewodów, 50 und 60 Jahre alt, beide Familienväter. Am Donnerstag wurde der Grund für diese Zurückhaltung bekannt: Der polnische Generalstab war nach einer ersten schnellen Analyse zum Schluss gekommen, dass es vermutlich keine russische Rakete gewesen sei, und hatte umgehend die politische Führung informiert.

Joe Biden widerspricht Selenskyj

Doch Selenskyj in Kiew wurde offenkundig nicht von den Polen ins Bild gesetzt. So verkündete er in seiner täglichen Videoansprache am Dienstagabend: „Der Krieg wurde nun von den Russen über unsere Grenzen hinausgetragen.“ Er teilte mit, dass in den Stunden zuvor mehr als 90 Raketen und zehn im Iran hergestellte Kamikaze-Drohnen auf ukrainische Städte abgefeuert worden seien. Die Luftabwehr habe sämtliche Drohnen und 73 Raketen und abschießen können, doch 15 hätten Wohngebäude sowie Anlagen der Stromversorgung getroffen. Insgesamt habe Russland bislang 30 bis 40 Prozent der Energieinfrastruktur der Ukraine zerstört.

Doch inzwischen tagten nicht nur der polnische Sicherheitsrat mit Duda an der Spitze, sondern auch das oberste Gremium der Nato und vor allem die Führer der wichtigsten westlichen Industriestaaten, die sich zum G20-Gipfel in Bali auf der anderen Seite des Globus getroffen hatten. Joe Biden äußerte unmittelbar nach dem nächtlichen Treffen, dass es bislang keine Beweise für einen russischen Angriff gebe, und widersprach somit Selenskyj. Die amerikanischen Medien berichteten, das Weiße Haus habe sich auf die Daten von der Flugbahn der Rakete gestützt, die ein über Südostpolen operierendes AWACS-Aufklärungsflugzeug aufgezeichnet habe.
 

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Tomas Poth | Do., 17. November 2022 - 16:41

Macht endlich Schluß mit dem Wahnsinn. Beendet die Kampfhandlungen und begebt euch in Verhandlungen, kümmert euch um die Menschen statt um die Kanonen!
Der Winter naht, die Bedingungen für die ukrainische Zivilbevölkerung werden immer grausiger.
Wenn die gerechte Selbstverteidigung mehr Leid bringt, als mögliche Kompromisse die das Leiden beenden können, sollte man sich nicht in Endsiegwahn versteigern.

Tomas Poth | Do., 17. November 2022 - 18:46

Antwort auf von Tomas Poth

Gemäß einer Umfrage des Razumkov Zentrums in der Ukraine von 2008, mit der Frage: "Welche Orientierung der Außenpolitik sollte für die Ukraine Priorität besitzen?"
Gab es bei 2.017 befragten folgende Ergebnisse, nach den Regionen Osten, Süden, Zentrum, Westen aufgeschlüsselt.

- Osten = 57% pro Russland, 20% pro EU, 10% pro GUS-Staaten
- Süden = 55% pro Russland, 20% pro EU, 6% pro GUS-Staaten
- Zentrum = 35% pro Russland, 40% pro EU, 10% pro GUS-Staaten
- Westen = 10% pro Russland, 63& pro EU, 3% pro GUS-Staaten
Die Orientierung Richtung USA lag bei allen Regionen um 1%.
Leider ist es nicht möglich den ScreenShot dieser Umfrage einzufügen.

Hier zeigt sich, im Jahr 2008, die Spaltung, Zerrissenheit innerhalb der Ukrainischen Gesellschaft wohin sie sich orientieren möchte. Ob sich da seit Euromaidan viel geändert hat? Der russische Krieg wird da vermutlich mehr bewegen.

Keppelen Juliana | Fr., 18. November 2022 - 10:16

Antwort auf von Tomas Poth

(die direkte Grenze zu Russlan ist halt gar zu verlockend) und man schickte Madam Nuland und jede Menge Dollars um den Ukrainern die richtige Richtung schmackhaft zu machen die willfährigen Helfer Barroso und die EU taten ihr übriges und so ist die Ukraine heute ein blühendes Land (Achtung Sarkasmus) und die EU hat einen Mühlstein am Hals und darf für die Kollateralschäden aufkommen.

Wenn mir diese Replik noch gewährt wird:
Was Sie schreiben, ist Kohlhaasisches Denken, das alles opfert, auch die eigene Familie, nur um des Rechts willen.
Erbarmen und Mitgefühl für alle die Leiden, auf allen Seiten, kommt nicht darin vor.

M. Bernstein | Do., 17. November 2022 - 16:56

Wenn man in den vergangenen Tagen die Zeitungen aufschlug oder auch online las, dann kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass der 3. Weltkrieg herbeigesehnt wird. Mal ganz davon abgesehen, dass es immer schlimm ist, wenn Menschen sinnlos sterben, dann ist eben doch so, dass es in jedem Krieg Kollateralschäden gibt und man bisher damit sehr großzügig umgegangen ist.
Ein Krieg wird nicht durch Sanktionen und Kriegsgeschrei beendet sondern durch Verhandlungen, die die Interessen beider Seiten berücksichtigen. Aber offensichtlich ist das heute nicht mehr gewünscht, die Scharfmacher haben das Sagen und dann ist der nächste "Unfall" der 3. Weltkrieg. Denkt bevor ihr schreibt oder redet! Denkt daran, dass ohne Frieden alles nichts ist.

Christa Wallau | Do., 17. November 2022 - 19:01

Antwort auf von M. Bernstein

verwundet werden und ihr Hab und Gut verlieren, bevor dieser Wahnsinn ein Ende hat?

Offenbar ist dies so.
Lieber wird ein dritter Weltkrieg riskiert, als ein Kompromiß wenigstens versucht.
Mir kann niemand erzählen, daß es nicht gesichtswahrende Möglichkeiten der
Verständigung geben könnte, wenn sich nur neutrale Verhandler fänden, die ihre ganze Kraft dafür einsetzten. Sie müßten allerdings bereit sein, sich nicht nur in die Lage der Ukraine zu versetzen, sondern auch in diejenige Rußlands.
Sonst gibt es niemals einen Frieden, bevor die letzten Patronen verschossen u. die letzten Bomben gefallen sind, also bis zu dem Zeitpunkt, an dem entweder Rußland oder die Ukraine total am Ende ist.
Cicero, der Namensgeber dieser Zeitschrift, hat gesagt:
"Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg."
Anscheinend interessieren aber die Erkenntnisse der alten Philosophen/Staatsmänner niemanden mehr. Die heutigen Politiker fühlen sich ihnen wohl haushoch überlegen.

Wilhelm Herbst | Do., 17. November 2022 - 22:58

Antwort auf von M. Bernstein

dass seine politische Führung den Dritten Weltkrieg herbeisehnt. Das ist meines Erachtens eine falsche Unterstellung und Vereinfachung. Unnötige Eskalation vermeiden, maßvoll und nicht zu schwach der russischen Aggression entgegenzuwirken - das sollte die Devise sein. Die Schwierige ist dann die konkrete Umsetzung, die nicht risikolos ist. Allzu nachgiebige Verhandlungsführung liefert die Menschen im russisch besetzten Teil der Ukraine einem Unrechtsregime aus.

Dumm oder doch Strategie des Westens? Wir beide wissen es nicht. Dummheit würde ich ausschließen, aber Strategie von der USA bestimmt natürlich möglich, aber auch das wissen wir nicht genau, sondern können nur vermuten. Jedenfalls war für die Regierungschef schnell klar, es war eine russ. Rakete und es war, obwohl man es gleich in den Medien versucht hat den Russen unterzuschieben, eben in diesem Fall nicht Russland. Das macht den Krieg keinen Deut besser, das macht Putin nicht ehrlicher, aber auch nicht die anderen Protagonisten.
Es scheint ja nun lt. FOCUS gestern festzustehen, dass man mittels Satelliten und AWACS-Aufklärung eindeutig den Ort des Abschusses in der Ukraine lokalisiert hat von einem Punkt aus, der von den Ukrainern beherrscht wird. War das ein Versehen? War das der Versuch Selenskijs den Bündnisfall heraufzubeschwören? Das könnte man meinen, wir wissen es nicht. Ja, man kann sagen, gäbe es diesen Krieg nicht, hätte es diese "verirrte" Rakete nicht gegeben.

Sabine Jung | Do., 17. November 2022 - 17:05

wie vorgestern vom angeblichen Beschuss Polens durch Russland total übel. Wir könnten kurz vor dem 3.Weltkrieg stehen. Zumindestens war die NATO Meinung nicht ganz so aufgeheizt wie von dem Schauspieler Selensky, der ja heute noch auf die russische Rakete hofft und den Bündisfall wohl lieber selber aufrufen möchte. Was für eine Welt, mit Krieg und Waffen spielt man nicht.
Ich gebe da Herrn Poth total Recht, sofortiges Ende des Ukraine Krieges durch Verhandlungen und nicht durch weitere Waffenlieferungen.

polnische Panzer in der Ukraine mitkämpfen (von amerikanischen Waffen mal abgesehen), deutsche Flugabwehrpanzer Gepard dort im Einsatz sind
(haben die jetzt Munition oder nicht?), kann man da wirklich noch glauben, dass die Nato hier unbeteiligt ist? Ich jedenfalls glaube das nicht.

Keppelen Juliana | Fr., 18. November 2022 - 09:57

Antwort auf von Armin Latell

mit Waffen und logistischer Unterstützung sowie Militärberatung (einschließlich PR Beratung für Herrn Selensky) und Soldatenausbildung. Was die Natostaaten nicht tun werden, sind eigene Soldaten einsetzen (jedenfalls nicht offiziel) denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Biden oder Scholz noch irgend ein Anderer ihrer Bevölkerung den Einsatz eigener Soldaten/innen direkt in den Krieg schmackhaft machen könnten. (Allerdings würde ich befürworten wenn man die "Edeldemokraten" und Waffennarren sowie alle die es den Russen bis zum Endsieg mal so richtig zeigen wollen und dafür auch einen III Weltkrieg in Kauf nehmen würden, und das sind nicht wenige wie man aus den Foren und Äußerungen öffentlicher Personen vorgestern entnehmen konnte, zwangsabkommandieren könnte direkt an die Front).

Hans Page | Do., 17. November 2022 - 17:33

Ich bin nur noch erstaunt über die Massen von Sowjetwaffen die es anscheinend immer noch in der Ukraine und Russland und wohl auch in Belarus gibt. Die waren ursprünglich für Deutschland bestimmt. Von Deutschland wäre nichts übrig geblieben, nicht einmal Trümmer.

Man kann nur dankbar sein dass Gorbatschow, Jelzin, Kohl, Reagon und Bush es schafften diesen Albtraum Sowjetunion und DDR abzuschaffen.

Wenigstens der Kelch ist an uns vorüber gegangen.

Django Reinhardt | Do., 17. November 2022 - 17:43

Seit 2014 ballert die Ukrainische Artillerie in die abtrünnige Provinzen im Donbas, zerstört dort die Orte und Infrastruktur.
Das wurde in den Minsker Abkommen I und II nicht vereinbart! Aber wenn das friedlich sein soll, nun denn!

Assad wurde verflucht weil er auf sein eigenes Volk ballert!
Selenskji macht im Donbas nichts anderes!

Stefan Jarzombek | Do., 17. November 2022 - 17:48

Was kommt als nächstes? Die Explosion von Saporischschja?
Hier gehört aufgrund der fatalen Auswüchse endlich ein Schlußstrich gezogen,bevor uns alle in der EU noch der Teufel holt.

Sabine Lehmann | Do., 17. November 2022 - 17:52

Nun, ich bin sicher, angesichts der faktenorientierten und politisch neutralen Berichterstattung deutscher Medien ist keine weitere Eskalation zu befürchten. Wenn selbst die Vorsitzende des dt. Verteidigungsausschusses zwei Stunden nach Raketeneinschlag konstatiert, es handele sich "offenbar um eine russische Rakete" u. damit quasi den Bündnisfall der Nato feststellt, diesen Twitter-Beitrag kurz danach wieder löscht wegen "Fehlalarm", dann kann der deutsche Michel beruhigt sein und nachts wieder ruhig schlafen, ist ja nichts weiter passiert;-)
Demnächst wird "Defcom 1" auf Twitter und Instagram initiiert, Agnes´ schicke Fotos vom Atompilz über dem deutschen Rammstein kann sich dann jeder noch ganz schnell auf TicToc anschauen, bevor er im atomaren Blitztod verglüht. Verstehen Sie nicht? Macht nix, die Fakten(er)finder der Tagesschau erklären es Ihnen.
Alles wird gut, bleiben Sie den dt. Koryphäen gewogen! Oder wie Karikaturist Meyer heute schrieb: "We all live in a Bananarepublic".

Urban Will | Do., 17. November 2022 - 18:30

Armee abgefeuerte Rakete war, dann reicht es nicht, wenn der Selenskyj sich „selbstverständlich“ entschuldigt, dann muss nicht nur aufgeklärt werden, von wo genau das Ding nach Polen flog, sondern wie es überhaupt möglich war, dass es dort, genau in der entgegengesetzten Richtung als der, wo der Feind steht, einschlug.

Der kleine Mann in Oliv war recht schnell danach am Schreien nach Reaktionen seitens der NATO, inklusive Flugverbotszone, die schon vor Monaten für nicht realisierbar erklärt wurde, da sie direkte Kampfhandlungen zw. NATO und Russland bedeuten würde. Für mich hat das ein „Gschmäckle“.

Es muss genau geklärt werden, warum eine Rakete der Ukrainer auf NATO – Gebiet landete.

Was die Aussagen von Duda und Stoltenberg angeht: das ist kindisch. Es gäbe der Ukraine ja „das Recht“ auf alles zu schießen, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Dass sich Annalenchen da dran hängt verwundert nicht, das ist genau ihr Niveau. Kindergarten. Mehr versteht sie nicht.

Brigitte Simon | Do., 17. November 2022 - 18:57

Polen hatte Glück. Das Land hat bereits über 2,5 Millionen ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Das ist nicht selbstverständlich. Daran soll der
Weltaufwiegler Selenskyj denken. Denn die pol-nisch-ukrainisch Beziehungen waren schwer belastet. Inmitten des 2.WK verübten die Ukrai-
ner einen brutalen Genozid an der polnischen Bevölkerung. Zivilisten wurden willkürlich er-mordet, Frauen vergewaltigt, Kinder zu schwe-
rer Arbeit gezwungen. Es kam zu einem schrecklichen Völkermod an der polnischen Grenze. Die Täter waren Ukrainerr.

Die Massaker von Wolhynien und Ostgalizien sitzen bis heute tief im polnischen Bewußtsein.
Ukrainische Nationalisten gingen im Sommer
1943 systematisch gegen alle Polen vor es handelte sich um einen präzis geplanten Völ-kermord. Federführend war die sogenannte Ukrainische Aufständische Armee UPA, die von zahlreichen ukrainischen Zivilisten unter-
stützt wurde. Besonders schrecklich war die Brutalität dieses Genozids. 130.000 Polen wurden im Sommer 1943 ermordet

Bernd Windisch | Do., 17. November 2022 - 19:25

Es ist verwunderlich wie leichtgläubig die Medien Verlautbarungen der Kriegsparteien als bare Münze wiedergeben. Gestern hieß es im ÖR sogar, dass es sich bei der Rakete um einen ukrainischen „Querschläger“ handele. Also ein Geschoss, das an einem Gegenstand abprallt und in unkontrollierbarer Richtung fliegt. In jedem Fall aber seien die Russen schuld da sie den Krieg begonnen hätten.
Wenn die Russen Raketen auf einen Bündnispartner der Nato abfeuern, kann es zum Bündnisfall und zum Kriegseintritt der Nato kommen. Wenn die Ukrainer Raketen russischer Bauart auf einen Bündnispartner abfeuern, ebenfalls. Jedenfalls dann, wenn der Absender nicht klar identifiziert werden kann. Selenskyj sieht keine Beteiligung der Ukraine an dem Vorfall und geht von einer Rakete aus Russland aus. Selenskyj wünscht sich nichts sehnlicher, als dass die Nato in den Krieg eintritt.

Mal sehen was Herr Gathmann dazu sagt und ob er 1 + 1 zusammenzählt.

Selenskyj jedenfalls spielt mit dem ganz großen Feuer!

Gisela Fimiani | Do., 17. November 2022 - 19:35

In Krisen und insbesondere in Kriegen, schießen die „Experten“ wie Pilze aus dem Boden. Politiker und Journalisten „beglücken“ uns mit der einzig edlen Moral und „Haltung“. Der gesunde Menschenverstand stellt derweil die Frage: Welchen Preis hat der Frieden? Demut und Menschlichkeit sind dieser Tage offenbar unerschwinglich geworden ……. In die Kamera eines Journalisten, der einen „kräftig zupackenden“ Polizisten auf einer Demo in Berlin nach dessen Gewissen fragte, sagte jener: „Menschlichkeit war gestern“. Auch er wähnt sich im Recht …….. Mir will scheinen, dass die größte Gefahr für die Menschen von den besserwissenden Guten ausgeht, denn sie allein können das Böse erkennen und die Zukunft vorhersehen. Was, wenn sie irren?

Ingo Frank | Do., 17. November 2022 - 19:41

Wahrscheinlich kann kein noch so kleiner Furz der irgendwo jemand von „medialen Interesse = Hoffnung auf Auflage = Hoffnung auf Geld, auf der Welt gelassen werden, ohne sofort in den Schlagzeilen zu landen. Und genau so wurde der bedauernswerte Unfall medial behandelt. Man hatte das Gefühl, nun endlich den Grund gefunden zu haben nun endgültig der III. Weltkrieg beginnen zu können da der „Schuldige“ sofort ausgemacht war. Ich denke oft darüber nach, wenn es wirklich Rußland gewesen wäre und beteuert hätte, das dies ein Versagen der Technik gewesen wäre? Wie hätte da Onkel Sam und die NATO reagiert? Ab xxxx wird zurückgeschossen?
Aber diese Fragen müßten sich die Journalisten selbst stellen, und ihren Berufsethos hinterfragen und bei solchen brisanten Themen Zurückhaltung walten lassen. Aber, wie ich eingangs sagte, der erste der Meldung ist der, der verdient. Leider!
Im übrigen konnte ich dem ersten Artikel im Cicero zum Thema nichts abgewinnen, da m M
nach die Zurückhaltung fehlte

Walter Bühler | Do., 17. November 2022 - 20:23

... ist letztlich blind und deshalb in keinem Land der Welt etwas wert, auch nicht in Polen. Man kann zwar mit der NATO-konformen Putin-Versteherei zur Zeit viel Geld verdienen, aber am Ende wird man sehen, was in die Geschichtsbücher eingeht.

Bis dahin kämpft mancher Osteuropa-Experte, mancher zünftige Kreml-Astrologe und natürlich jeder wahre Putin-Versteher um das lukrative Meinungs-Monopol, das ihm die Mainstream-Medien einräumen.

Sie müssen ja auch leben.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 18. November 2022 - 09:13

Ich denke mal darüber können wir uns doch alle einigen, dass die Erkenntnis richtig ist, dass als erstes die Wahrheit stirbt, wenn ein Krieg beginnt.
@ Herr Poth - stimme Ihnen absolut zu
@ Frau Bondzio - danke für den Link, nicht alle GRÜNEN sind bei dem Thema realitätsfern und verstrahlt
@ Frau Wallau - wie immer Zustimmung
@ Armin Latell - da sehe ich exakt so wie Sie
@ Herr Page - darüber stolpere ich immer wieder, dass es offenbar jede Menge russ. Ausrüstung und Munition bei den Ukrainern gibt. Die können doch nicht alle zurückgelassen worden sein bei Gebietsrückeroberungen?
@ Herr Will - man wird alles versuchen, diesen Vorgang irgendwie zu verschleiern, obwohl Ihre Forderungen nach Aufklärung berechtigt sind
@ Herr Windisch - Zustimmung. Nein, niemand hier im Forum weiß wirklich, was gespielt wird. Wir können nur vermuten und hinterfragen, werten je nach Informationen von welcher Seite. Nur die Wahrheit werden wir alle nicht jetzt erfahren. Mal sehen, wie es weiter geht.

Gerhard Fiedler | Fr., 18. November 2022 - 13:37

dass Selenskyj mit dem Feuer gespielt hat, da er an der Auslösung des Nato-Bündnisfalls ein großes Interesse hat. Es muss daher unbedingt herausgefunden werden, ob sich hinter der "Verirrung" der von der Ukraine abgeschossenen Rakete in Wirklichkeit eine Absicht stand. Dass nur eine Scheune getroffen wurde, könnte dafür sprechen. Wenn dem so war oder ist, die USA und Nato werden es herausfinden, ist es an der Zeit, mit Selenskyj Tacheles zu reden. Ein III. Weltkrieg muß unter allen Umständen verhindert werden.

Gerhard Lenz | Fr., 18. November 2022 - 14:35

Glück gehabt, kann man da nur sagen. Sonst wäre es in diesem Forum vielleicht schon dunkel. Hätten die üblichen Kreml-Propagandisten, die sich mal wieder massiv anschicken, Putin irgendwie freizusprechen und die USA bzw. den Westen eindeutig für die russische Aggression zu verurteilen, nicht die Möglichkeit, ihre anti-westliche Haltung auszuleben.

Nach der Putin unser natürlicher Freund und Verbündeter ist. Immer der gleiche Quatsch. Von Leuten, die auf Seiten der russischen Botschaft Putin bejubeln (Keppelen), Russia Today preisen, oder sowieso immer eine Meinung sind mit jenen, die mit dem demokratischen Westen "abrechnen".

Interessant ist die politische Reaktion auf die Panne: Der Westen klingt besonnen, Russland hetzt und verlangt Entschuldigungen - peinlicher geht es nicht mehr.

Um dann wieder loszulegen um in der Ukraine Wohnhäuser und Krankenhäuser zu bombardieren, und wichtige Infrastruktur zu zerstören.

Schöner Verbündeter...der russische Adolf...

Klaus Funke | Sa., 19. November 2022 - 12:37

Antwort auf von Gerhard Lenz

Selensky und seine Clique wollen den Weltkrieg, weil im Augenblick in der Ukraine selbst Bestrebungen im Gange sind, sich dieses Scharfmachers zu entledigen. Das wollen die natürlich nicht, sondern an der Macht bleiben und weiter Millionen scheffeln. Selensky - das schrieb schon mal, natürlich in parteiischen CICERO nicht veröffentlicht - dieser Kerl wird wie der Duce enden. Und das werden die Ukrainer selber besorgen. Und das wird maximal brutal werden. Die USA haben erkannt, dass sie mit dem Ukraine-Krieg daheim keinen Blumentopf gewinnen. Deshalb wette ich, dass die Amerikaner sich ihres kleinen, schauspielernden "Kriegspräsidenten" demnächst entledigen werden. Mit Selensky kommen die USA nicht weiter. Und es wird zu teuer und Waffen hat man auch bald nicht mehr übrig. Aber wo ist kritischer Journalismus, der das schreibt?

Keppelen Juliana | Fr., 18. November 2022 - 16:35

und Russia Today braucht man auch nicht um sich zu informieren. Tatsache ist, im Krieg stirbt die Wahrheit zu erst deshalb sollte man nicht alles naiv glauben was man als Informationen vorgesetzt bekommt daher empfiehlt es sich öfter mal die 10 Gebote oder Prinzipien der Kriegspropagand zu Gemüte zu führen. Dieser Krieg ist nicht weniger und nicht mehr grausamer und menschenverachtender als jeder völkerrechtswidrige Krieg der USA nur das Echo darauf erinnert in dieser Hysterie und Omnipräsenz sehr an die Zeit vor dem Russlandfeldzug im 1000 jährigen Reich und offensichtlich hat wie damals wenn`s gegen Russland geht bei den Deutschen der Verstand Pause. Anders ist nicht zu erklären wie viele heute Russland in die Knie zwingen wollen und wieder bereit wären gen Russland zu ziehen, jedenfalls vom Sofa aus und vorneweg die ehemaligen Pazifisten und Kriegsdienstverweigerer und nicht die eigenen Söhne und Töchter aber die "anderen sollen". Goebbels könnte sich die Hände reiben Propag

Elfriede Puhvogel | Fr., 18. November 2022 - 16:37

Chez M. Lenz, bitte wie können Sie von Glück reden? Es wurden zwei Menschen in Polen durch die Rakete getötet!

Gerhard Lenz | Sa., 19. November 2022 - 19:11

Antwort auf von Elfriede Puhvogel

Dass Ihnen die - bedauerlichen - beiden Todesopfer in Polen erwähnenswert sind, Sie die Opfer des Putin'schen Wahns in der Ukraine aber regelmäßig totschweigen, ist typisch für Sie.

Sie mögen es nicht als "Glück" bezeichnen, dass uns der 3. Weltkrieg erspart blieb. Wahrscheinlich hoffen Sie darauf, dass Putin die Menschen im Westen "befreit".

Frau Kepelen: Ihr Versuch, von Putins Schweinerein abzulenken, indem Sie auf völkerrechtswidriges Verhalten der USA hinweisen, können Sie sich für Ihre nächste Putin-Lobhudelei aufheben. Die Sie ja dann wieder auf der Seite der russischen Botschaft veröffentlichen können. Da finden Sie garantiert die richtige, zustimmende Leserschaft.

Keppelen Juliana | Mo., 21. November 2022 - 11:57

es wird nirgens mehr gelogen als im Krieg und bei der Jagd. Der Unterschied ist, von den Schweinereien in und bei den US Kriegen einschließlich der Black Water Söldnertruppe haben wir eher per Zufall erfahren, denn merke Schweinereien der US Boys sind Staatsgeheimnisse und wer es wagt einen Bruchteil davon an die Öffentlichkeit zu bringen dem droht unter Umständen die Totesstrafe in den USA. Ganz anders die Berichterstattung jetzt in der Ukraine da überschlägt man sich geradezu mit Greulpropaganda natürlich nur von einer Seite während die Verbrechen der anderen Seite die von der UN und AI ebenfalls dokumentiert sind dezent unter dem Deckel gehalten werden das heißt es geht nicht um seriöse Berichterstattung sondern ganz klar um Propaganda für eine Seite.