Teilt die Werte der Fidesz-Partei, kritisiert aber deren Korruption: TISZA-Chef Péter Magyar / dpa

Europa- und Kommunalwahlen in Ungarn - Ein politisches Erdbeben in Budapest

Das Fidesz-Bündnis bleibt stärkste Kraft in Ungarn. Scharfe Konkurrenz erwächst Viktor Orbán jedoch durch den politischen Newcomer Péter Magyar, ein ehemaliges Fidesz-Mitglied. Die politische Zukunft Ungarns bleibt konservativ.

Autoreninfo

Philipp Sajthy war wissenschaftlicher Assistent des Deutsch-Ungarischen Instituts in Budapest und absolviert derzeit ein Redaktionspraktikum bei Cicero.

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Ungarn hat gewählt. Am Sonntag, dem 9. Juni 2024, fanden in Ungarn neben den Europawahlen auch die landesweiten Kommunalwahlen statt, die traditionell von der Politik als inoffizielle Meinungsumfrage gewertet werden. Daher wird diesen Wahlen über die regionale Ebene hinaus auch auf nationaler Ebene große Bedeutung beigemessen.

Nie zuvor haben so viele Ungarn ihre Stimme zur Europawahl abgegeben – eine Wahlbeteiligung von knapp 60 Prozent gegenüber kaum 45 Prozent im Jahr 2019. Grund dafür war ein emotionaler Wahlkampf, bei dem vor allem das Thema Krieg und Frieden angesichts der empfundenen Bedrohung durch den Ukraine-Krieg im Vordergrund stand. Dabei soll besonders in Dörfern und Kleinstädten die Wahlbeteiligung stark gestiegen sein, was auf die starke Wählermobilisierung sowohl durch die Fidesz-Partei von Viktor Orbán als auch durch die neugegründete TISZA-Partei zurückgeführt wird. Ein ähnlicher Anstieg lässt sich bei den Kommunalwahlen beobachten.

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Dietmar Philipp | Mi., 12. Juni 2024 - 09:33

ja das ist auch meine Meinung und vieler Mitmenschen. Der Aufbau der Protzerei muss aufhören, Gebäudekomplexe in Brüssel, ein unüberschaubares Parlament wo nichts rauskommt -größer als bei der UNO mit 193 Mitgliedsstaaten. Fanatische Personen üben unsinnige Macht aus, van de Layn läuft im Kostüm der ukrainischen Nationalfarbe herum, Borell unterstützt Krieg und Waffenlieferungen, nein so darf es nicht mehr weitergehen. Weniger ist mehr und endlich als Friedensvermittler auftreten!!!

Ernst-Günther Konrad | Mi., 12. Juni 2024 - 12:16

Typisch Sensationsjournalismus wie wir es auch von BILD, FOCUS u.a. Märchenblättern kennen. Das es Wahlüberraschungen gab, okay, aber von einem politischen Erdbeben zu sprechen ist doch stark überzogen. Ja, da mögen in manchen Landesteilen Stimmverschiebungen stattgefunden haben, die aber aus meiner Sicht kein Erbeben ausgelöst haben. Sie selber schreiben doch zum Ende Ihres Artikel: "Das Bündnis aus Fidesz und KDNP bleibt weiterhin die stimmstärkste Kraft in Ungarn und sichert sich landesweit bei der Europawahl nach Umrechnung auch weiterhin die Mehrheit der Mandate." Orban mag es vielleicht etwas unbequemer haben, muss jetzt auf den neunen Star Magyar Rücksicht nehmen, es werden hier und da leichte kaum merkbare Korrekturen erfolgen, aber ansonsten sitzt Orban fest im Sattel und das ist gut so. Einer der wenigen in der EU, der noch klar denken kann und manchen Unsinn und Schwachsinn wenigstens abmildern oder gar verhindern kann. Und da ist er ja inzwischen nicht mehr allein. Gut so.