Tanya Chutkan wird über den Ex-Präsidenten Donald Trump richten / dpa

Trump-Anklägerin Tanya Chutkan - Der Prozess ihres Lebens

Ex-Präsident Donald Trump muss sich wegen Aufstachelung eines Mobs vor Gericht verantworten – sein Schicksal liegt in den Händen von Richterin Tanya Chutkan.

Autoreninfo

Stephan Bierling lehrt Internationale Politik an der Universität Regensburg. Soeben erschien von ihm „America First – Donald Trump im Weißen Haus“ (C. H. Beck).

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Es wird eng für Donald Trump, juristisch zumindest. Als Immobilienmogul kam er bei Hunderten Gerichtsprozessen fast immer ungeschoren davon, indem er sie bis zur Verjährung verzögerte oder sich als Opfer inszenierte und mit Gegenklagen günstige Vergleiche erzwang. Als Präsident überlebte er gleich zwei Amtsenthebungsverfahren, weil ihm genügend republikanische Parteifreunde im Senat in Nibelungentreue zur Seite standen.

Auch als Ex-Präsident dürften ihm zwei laufende Anklagen keine schlaflosen Nächte bereiten: das Fälschen von Geschäftsunterlagen, weil er Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stephanie Gregory Clifford („Stormy Daniels“) im Wahlkampf 2016 als Honorar für seinen Anwalt deklarierte. Und das Entwenden von Hunderten Geheimdokumenten sowie das Verschleiern ihres Besitzes. Beides ist, falls nachweisbar, rechtswidrig, aber eher Kleinkram.

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Klaus Funke | Fr., 1. September 2023 - 12:48

Was bei uns im Kleinen stattfindet, passiert in den USA mit Donald Trump. Das Ergebnis in beiden Fällen: Flächendeckende Abwendung von politischen Establishment. Die Pseudomoral triumphiert. Oder die Sache mit Spaniens Fußballpräsident. Überall Heuchelei und plakative Moral. Das sind die Linken - die unfähigste politische Kraft seit es Politik gibt. Wer nichts hinkriegt, versucht es eben mit der Moralkeule.

Machen Sie sich doch nicht lächerlich. Ihr rechtsverschrobenes Weltbild: eine verlässliche Dysfunktion. Trump ist zigfach angeklagt und sollte eigentlich im Knast landen.
Für Sie ist das natürlich ein Märtyrer. Der von einer links-woken Meinungsdiktatur, obwohl "selbstverständlich" unschuldig, zur Strecke gebracht wurde. Weil er, so die krude Logik die nicht nur in den USA am rechten Rand gepflegt wird, ein Mann des Volkes ist, der die linken Eliten bekämpft.
Solange er nicht gerade mit Golfspielen in seinem Luxusressort beschäftigt ist.
Nun gut, wer Putin bewundert, der muss wohl auch einen Trump gut finden. Links von beiden droht ja bekanntlich sofort der Marxismus.
Der Anführer der Proud Boys - ich übersetze für Sie: der stotzen Jungs -, ist übrigens gerade zu 17 Jahren Haft verurteilt worden. Logischerweise müsste Trump ihm demnächst Gesellschaft leisten. In der Zelle.
Was den spanischen Fußballfunktionär angeht: Soll doch die "Alte" nicht so rumzicken! Das denken Sie doch, Funke?

Reflektieren Sie noch, was Sie schreiben? (...gekürzt, die Red.) Permanent unterstellen Sie mir Ihre kruden Gedanken als meine Meinung. Nichts davon ist richtig. Ich bin weder rechts, noch verehre ich Putin. Ich hätte ein rechtsverschrobenes Weltbild? Woran machen Sie das fest? Dass ich nicht Ihrer linksextremen Meinung bin? Ich weiß, es ist sinnlos mit Ihnen zu diskutieren, viele Foristen haben da schon abgeraten. Wenn man einen Köter, der wütend bellt, durch Widerworte anstachelt, wird er noch wütender. Trump wird Präsident. Und zwar nicht, weil ich das gut finde, sondern weil ihn die Amerikaner wählen werden. Die Demokraten könnten dies nur durch einen direkten Krieg gegen Russland verhindern (Siehe Tucker Carlson). Und das werden sie tun. Ihnen, Lenz, ist nicht zu helfen. Seit Jahren treiben Sie hier schon Ihr Unwesen auf den CICERO-Seiten. Warum nur hier und nirgends sonst??? Ebenso lange bin ich und andere Ihr Feind. Nein Lenz, Pardon Sie sind bloß noch zum Lachen, ha, ha, ha

und zeugt von eklatanten Versäumnissen bei Ihrer Erziehung, sofern Sie jemals eine erhalten haben, wenn Sie andere Kommentatoren derart unhöflich anreden, nur weil Ihnen vielleicht deren Kommentar/Meinung nicht passt.
Waren Sie womöglich in Ihrer Vergangenheit einmal Lehrer und haben Ihre Schülerinnen und Schüler auch derart respektlos ausschließlich mit dem Nachnamen gerufen und angesprochen?
Ihre Kommentare sind derart einförmig und vorhersehbar, weil Sie sich immer wieder aus der gleichen Schublade bedienen und die dort abgelegten Bausteine je nach Bedarf zusammenstellen.
Antworten auf Ihre Einlassungen sind schade um die Zeit, die man dafür aufwendet.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 1. September 2023 - 13:54

Aus der Ferne läßt es sich schwer beurteilen, ob die von Obama eingesetzte Richterin parteipolitisch denkend den Prozeß leitet und urteilt oder sich neutral verhält. Jedenfalls ist der Druck auf sie mit Sicherheit sehr groß und die Erwartungshaltung je nach Partei erst recht. Sollte Trump sich strafbar verhalten haben, dann muss er auch verurteilt werden, egal was vorher bei anderen Prozessen durch diese Richterin und andere für oder gegen Trump entschieden wurde. Während mein Glauben an deutsches Recht und Gesetz für unser Land bei mir verloren gegangen ist, so habe ich bei der Justiz der USA immer noch die Hoffnung, dass die Richter dort unabhängig sind und bleiben. Der Richterin zu unterstellen sie sei nicht neutral, nur weil Obama sie vorschlug ist genauso durchsichtig, wie das umgekehrt bei rep. Richtern immer wieder behauptet wird. Obgleich ich Trump bei einigen seiner pol. Entscheidung in der Vergangenheit zugesprochen habe, so lehne ich aber seine nicht hilfreiche Rhetorik ab.

Thorwald Franke | Fr., 1. September 2023 - 20:20

Der Artikel geht unhinterfragt davon aus, dass Trump "der Aufstachler des Mobs" vom 6. Januar war. Doch das ist falsch.

Es gab zwei Versammlungen am 6. Januar. Eine von Trump beim Weißen Haus. Und eine der "bösen Buben", also der Proud Boys und Oath Keepers usw., direkt (!) am Kapitol. Die Erstürmung des Kapitol ging von dieser zweiten Versammlung aus, und sie begann eine halbe Stunde, bevor Trump überhaupt zu Ende war mit reden.

Als dann ein kleiner Teil der Trump-Anhänger vom Weißen Haus zum Kapitol herübergelaufen kam, um dort friedlich zu protestieren (Trump forderte sie explizit zum friedlichen Protest auf), war der Durchbruch durch die Polizei schon geschehen. Wir alle kennen die Bilder: Trump-Fans, die sich wundern, dass sie von der Polizei durch Absperrungen durchgewunken werden.

Trump wusste wie die meisten nicht, was geschah, und twitterte naiv: Respect the police.

Trump für die Erstürmung des Kapitol verantwortlich zu machen, dürfte schwierig werden. Anderes wiegt schwerer.