Gemälde über Französische Revolution: Nachtsitzung der Nationalversammlung am 4./5. August 1789 (Aufhebung des Feudalsystems)
Bürgerlicher Angriff auf die Privilegien des Adels: Nachtsitzung der Nationalversammlung am 4./5. August 1789 zur Aufhebung des Feudalsystems / dpa

Jens Beckert über die Erbschaftssteuer - „Erbschaften verletzen das Leistungsprinzip liberaler Gesellschaften“

Der Soziologe Jens Beckert forscht seit 20 Jahren zum Thema „Erben in der Leistungsgesellschaft“. Er sagt: „Das Aufstiegsversprechen liberaler Gesellschaften wird konterkariert, wenn die Vermögensstrukturen über die Generationen verfestigt sind.“ Gerade Wirtschaftsliberale sollten sich dieser Situation stellen, sagt Beckert – und plädiert für eine kompromissbereite Debatte über eine Reform der Erbschaftssteuer.

Ulrich Thiele

Autoreninfo

Ulrich Thiele ist Redaktionsmitglied bei Cicero und lebt in Hamburg. Auf Twitter ist er als @ul_thi zu finden. Threema-ID: 82PEBDW9

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Jens Beckert, geboren 1967, ist seit 2005 Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Der Soziologe forscht im Bereich der Wirtschaftssoziologie mit besonderen Schwerpunkten auf der Einbettung von Märkten und der Rolle von Erwartungen in der Wirtschaft. Sein Buch „Erben in der Leistungsgesellschaft“ (Campus, 246 Seiten, 34,90 Euro) gewährt einen Einblick in seine Forschungen zum Thema Erbschaft.

Herr Beckert, ist eine Erbschaft ein leistungsloses Einkommen?

Selbstverständlich. Der Erbe bekommt einen Vermögenszuwachs, ohne ihn selbst erwirtschaftet zu haben.

Ich frage, weil immer wieder zu beobachten ist, dass Wirtschaftsliberale über den Begriff spotten und sagen, die Kinder hätten sehr wohl etwas für das Erbe ihrer Eltern geleistet – etwa, weil sie durch die Sparmaßnahmen der Eltern selbst Verzicht geübt oder weil sie im Unternehmen ihrer Eltern mitgearbeitet hätten.

Wenn die Kinder im Unternehmen ihrer Eltern tätig sind, sind sie Mitarbeiter, deren Verdienst sich an entsprechenden Gehältern bemisst. Andere Mitarbeiter bekommen durch ihre Mitarbeit ja auch keinen Anspruch auf Teile des Unternehmens. Man könnte die Aussage vom leistungslosen Einkommen bei Ehepartnern einschränken und wie im Güterstandsrecht sagen, dass es sich um eine Zugewinngemeinschaft handelt. Aber im Kern sprechen wir bei Erbschaften von der Übertragung eines Vermögens in die nächste Generation, und die Kinder haben nicht das Vermögen ihrer Eltern erwirtschaftet. Gerade Liberale sollten sich der Situation stellen, dass hier eine Privilegierung stattfindet. Das heißt nicht automatisch, dass das schlecht ist, aber man sollte sich dem schon mit ernsthaften Argumenten stellen.

In Ihrem Buch „Erben in der Leistungsgesellschaft“ beschreiben Sie einen Widerspruch, der sich aus dieser Privilegierung ergibt: „Der Begriff der Leistungsgesellschaft impliziert, dass soziale Ungleichheit nur dann als gerechtfertigt angesehen wird, wenn sich Einkommens- und Vermögensunterschiede auf unterschiedliche Leistungsbeiträge zurückführen lassen.“ Inwiefern unterläuft das deutsche Erbschaftssystem das Leistungsprinzip?

Jens Beckert
Jens Beckert
(Copyright: MPIfG/David Ausserhofer)

Arbeitsleistung wird wesentlich stärker besteuert als Erbschaften. Der maximale Steuersatz liegt bei der Einkommensteuer bei 45 Prozent, bei der Erbschaftssteuer in direkter Linie bei 30 Prozent. Noch eine Besonderheit – auch im internationalen Vergleich –, ist, dass dieser Höchststeuersatz erst bei einem steuerrelevanten Erbe von 26 Millionen Euro greift. Wohingegen der Höchststeuersatz bei der Einkommensteuer bei 250.000 Euro greift. Noch dazu werden sehr große Erbschaften anteilig weniger besteuert als die mittleren Erbschaften, was daran liegt, dass sie im Wesentlichen aus Betriebsvermögen bestehen und diese weitgehend freigestellt sind.

2021 wurden in Deutschland geschätzt ca. 400 Milliarden Euro vererbt und geschenkt, darauf aber nur elf Milliarden Euro Steuern gezahlt. Ein Grund sind hohe Freibeträge. Ein anderer Grund ist, dass die Entlastung für Betriebsvermögen als Schlupfloch genutzt wird, um die Erbschaftssteuer für Privatvermögen zu umgehen.

Die Differenzierung von Privatvermögen und Betriebsvermögen ist nicht eindeutig. Die entsprechenden Steueranwälte finden so natürlich Möglichkeiten, den Steuersatz für ihre Klienten vorteilhaft zu gestalten. Wir haben in Deutschland also zum einen die niedrigen Steuersätze und zum anderen die Gestaltungsmöglichkeiten, durch die auch sehr große Erbschaften quasi ohne Steuerbelastung in die nächste Generation gegeben werden können. Geht man von den 400 Milliarden Euro aus, so werden Erbschaften im Durchschnitt mit 3-4 Prozent besteuert. Das entspricht der Verzinsung in einem Jahr.

Sie sagten, „gerade Liberale“ sollten sich dieser Situation stellen. Können Sie das erläutern?

Die Vermögensvererbung ist insbesondere ein Thema des Liberalismus, für den Chancengleichheit und Leistungsprinzip eine herausragende Rolle spielen. Dies waren natürlich in den bürgerlichen Revolutionen Begriffe, die sich gegen die Privilegien des Adels richteten. Die Feudalgesellschaft basierte auf Rechtsungleichheit, was sich auch in einem eigenen Erbrecht für den Adel ausdrückte. Und sozialer Status beruhte auf Herkunft. Die liberalen Protagonisten der bürgerlichen Revolution griffen diese soziale Ordnung an. Arbeitsleistung und Markterfolg der Individuen sollten zukünftig darüber entscheiden, wer oben steht. Für das Bürgertum und die Liberalen hat sich daraus ein unlösbarer Konflikt ergeben.

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Tomas Poth | Fr., 2. Dezember 2022 - 18:18

Das ist schon ein sehr wichtiges Thema! Denn die großen Vermögen werden ja nicht allein vom Firmeninhaber erwirtschaftet, sondern es sind die vielen Fleißigen die mitgewirkt haben, daß so viel Vermögen entsteht und in das Erbe fließt.
Ein Vermögen, daß dann ein Erbe erhält ohne einen entsprechenden Anteil daran geleistet zu haben!
Ich Spreche hier nicht vom Handwerksbetrieb mit wenigen Mitarbeitern, in dem auch Familienmitglieder mitarbeiten!
Der Staat sollte als gefräßiges Monster nicht unbedingt mehr Steuern erheben, sondern ein Teil des erwirtschafteten Vermögens in einen Mitarbeiterfond als Anteile eines jeden gehen!
Anteile die dann verkauft, behalten oder später für die Rente genutzt werden können.

Die sind vielleicht einfach nur schlecht entlohnt worden! Wurden nicht an dem mit ihrer Arbeitsleistung erwirtschafteten Gewinn ausreichend beteiligt, um eigenes Vermögen, eigene Sicherheit, sprich Wohneigentum aufzubauen, für die Rente und für ihre Kinder!
Wer die Arbeitnehmer nur als Lohnsklaven, als Objekte zur Vermehrung des eigenen Vermögens betrachtet, dem mangelt es möglicherweise am Verständnis, daß es ohne sie als arbeitende Menschen/Subjekte nicht geht!
Der "geniale Unternehmer" ist die überhebliche Figur, die keinen Respekt vor der Arbeitsleistung der Vielen hat, die nötig ist, damit überhaupt etwas erwirtschaftet wird! Der "geniale Unternehmer" ist ohne die anderen eine Null-Nummer!

Schlagendes Argument: "Kinder, Erben hätten ja nichts geleistet"? Beeindruckende Logik. Und was hat der Staat Deutschland dafür geleistet? Richtig: Nichts. Ach, nicht ganz, dieser Staat hat den Erblasser ein Leben lang abgezockt mit Steuern und Abgaben, die man speziell in Deutschland für Immobilien doppelt und dreifach zahlen "darf", von allen anderen Varinaten des modernen Raubrittertums ganz zu schweigen.
Nun zu den Fakten im konkreten Einzelfall, denn niemand soll meinen, es ginge nur um eine philosophische Diskussion in der Einkommenssphäre von Millionären:
EFH, Wert 500.000 €, Eltern haben sich dafür ein Leben lang krumm gelegt. Sie haben einen Erben, ihren Sohn. Jetzt kommt das Finanzamt... Nach der geplanten Reform wird der Immobilienwert künstlich auf 900.000 € hochgerechnet (im Sachwertverfahren, Regelfaktoren u. Wertzahlen künstlich erhöht), damit nach Abzug des Freibetrages noch volle 500.000 € besteuert werden können: das 6-fache wie vorher, jetzt ca. 60.000 €. Abzocke!!

Wolfgang Brennenstuhl | So., 4. Dezember 2022 - 10:14

Antwort auf von Sabine Lehmann

Danke Frau Lehmann für Ihr Rechenbeispiel, wenn auch vereinfacht dargestellt, so doch fast korrekt.
Etwas hat der Autor des Artikels vergessen: vor dem "Vererben" muss erst einmal gespart werden. Ohne Erspartes kann nichts vererbt werden, seien es Immobilien oder Barvermögen. Und ohne Sparquote keine Investitionen. Es gilt immer noch die volkswirtschaftliche Gleichung: I=S
Bedeutet, die Summe der Ersparnisse entspricht der Summe der Investitionen.
Sozialwissenschaftler haben da wohl einen anderen Betrachtungswinkel.
Aber mir ahnt Schlimmes: der Staat braucht dringend Geld. Die Summe der Transferleistungen übersteigt schon lange jedes zu verantwortbare Maß. Da kann der Staat eine Erhöhung der Erbschaftssteuer besser "verkaufen" (Neiddebatte) als Zwangshypotheken auf Immobilien.
Noch einen schönen Sonntag

Tomas Poth | So., 4. Dezember 2022 - 11:46

Antwort auf von Sabine Lehmann

Interessanter Beitrag Fr. Lehmann. Könnten Sie bitte konkrete Quellen zu ihrem Beispiel nennen, mit denen sich dieses aktuell belegen läßt.
Momentan läuft ja das vom BVG verordnete Verfahren (Grundsteuererklärung) zur Grundsteuerreform. Wie es danach weitergeht muß natürlich kritisch und auch juristisch begleitet werden.
Das mit dem Arbeitseinkommen erworbene Wohneigentum gewollt in ein Besteuerungsverfahren zwecks Abzocke zu überführen wäre allerdings ein Skandal! Da bin ich ganz bei Ihnen.

Sorry, Herr Poth, aber die eigentliche Quelle habe ich nicht mehr gefunden, es muss wohl ein Artikel aus der "welt" oder vom "focus" gewesen sein, die jetzt leider hinter der Bezahlschranke verschwunden sind. Aber ich habe noch eine andere entdeckt, die dazu auch Rechenbeispiele anführt. Das Entscheidende ist die Veränderung der eigentlichen Wertermittlung und die drastische Erhöhung der Multiplikationsfaktoren, zumal die Festsetzung völlig willkürlich geschehen ist. Aber lesen Sie selbst:
https://web.de/magazine/ratgeber/finanzen-verbraucher/immobilien-erbsch…

Ihren Vorschlag gab es in den 90ern bei VW. Da bekam jeder zum 50. eine Stammaktie, konnte später über tarifvertragliche Vereinbarungen Aktienoptionen zum Spottpreis und ohne Risiko zeichnen und nach Fristablauf zum günstigen Preis in Vorzugsaktien wandeln oder verkaufen.
Bei VW waren die Gehälter nie ganz niedrig. Trotzdem hat eine breite Masse der Mitarbeiter die Optionen verkauft und das Geld verprasst. Beteiligung am Unternehmen, in dem man arbeitet, daran bestand offensichtlich kein Interesse. Man könnte ja Geld verlieren und wer will ein Risiko eingehen?
So viel zu Ihrem im Grunde guten Vorschlag der Beteiligung der Mitarbeitenden. Aus meiner Sicht gescheitert.

"Denn die großen Vermögen werden ja nicht allein vom Firmeninhaber erwirtschaftet, sondern es sind die vielen Fleißigen die mitgewirkt haben, daß so viel Vermögen entsteht und in das Erbe fließt."

Schön! Und woran erinnert mich das? Dass auch viele Fleißige mitwirken, damit Messi und Ronaldo ihr Spiel spielen und ihre Millionen verdienen können. Sollten diese großen Verdiener im Fußball mit dem Platzwart und der Reservebank teilen?!

Helmut Bachmann | Fr., 2. Dezember 2022 - 18:45

Wenn ich arbeite und spare, dann tu ich das zum Großteil für meine Kinder. Ich habe darauf Steuern gezahlt und der übergriffige Staat hat keine Recht, da wieder die Hand aufzuhalten. Hier geht es mal wieder um einen Angriff auf die Familie.

Maria Arenz | Sa., 3. Dezember 2022 - 09:22

Antwort auf von Helmut Bachmann

Herr Bachmann. Dieser Staat hat schon lange kein Einnahmenproblem mehr sondern ein imme rmassiveres Ausgabproblem. Solange ein Steueraufkommen in bis vor wenigen Jahren nicht einmal vorstellbarer Dimension von immer inkompetenteren Ministern derart intelligenzbefreit auf den Kopf gehauen wird, "Beauftragte" und andere regierungsamtliche Schmarotzer sich vermehren wie die Landbevölkerunng am Niger und jede Überlegung, den völlig aus dem Ruder gelaufenen und deshalb schlicht nicht mehr finanzierbaren Sozialetat auf ein halbwegs vernünfiges Maß zurückzuschneiden als Untergang des Abendlandes beschrien wird, ist mir jeder Euro mehr an Steuern von Herzen zuwider. Solange es der Staat so fundamental an Verantwortungsbesußtsein beim Geld ausgeben fehlen läßt, barcuht man sich über fehlende Steurermoral der Erben nicht zu wundern.

Albert Schultheis | Sa., 3. Dezember 2022 - 10:31

Antwort auf von Helmut Bachmann

Es geht darum den Kern der Gesellschaft zu zerstören - die Familie. Die Grünen LGBTQx-en können mit Familie nichts anfangen, genauso wenig wie mit Deutschland. Das hat sie nicht davon abgehalten, die traditionelle Institution der Ehe auch an Phantasiegebilden von persönlichen Vereinigungen ohne Reproduktionsvermögen zu verhökern. Aus ihrem Hass gegenüber ihrer Elterngeneration (aufgrund deren Verstrickung in den NS-Staat) wollen sie selbst jene Wurzeln, aus denen sie selber stammen, ausreißen und verbrennen. Sollen sie das nur tun - aber uns, die mit dem N-sozialistischen Bullshit nichts zu tun haben, gefälligst in Ruhe lassen. Wir müssen uns gegen dieses Gesoxe wehren, mit allem was wir haben, sonst ziehen die uns das Fell über die Ohren und es dauert wieder mal 40 Jahre, bis wir dieses sozialistische Moralgeschmeiß los sind. Siehe DDR 1.0. Diesmal geht es um die Umverteilung deutschen Restvermögens an die Millionen Zugelaufenen als Kompensation dafür, dass wir die "versklavt" haben!?

Armin Latell | Sa., 3. Dezember 2022 - 12:29

Antwort auf von Helmut Bachmann

und richtig. Wieder ein "Experte" mit einem aus meiner Sicht unproduktiven Quasselausbildung, von denen es hier viel zu viele gibt. Die der Meinung sind, das ihre verqueren Ansichten, die sie rhetorisch geschickt von sich geben, der Weisheit letzter Schluss sind. Mithin eine Ursache vieler Probleme, die die einfachen, normal denkenden Bürger in diesem grenzen- und nationenlosen Raum, der früher Deutschland hieß, haben. Keine Antwort übrigens auf "...etwa, weil sie durch die Sparmaßnahmen der Eltern selbst Verzicht geübt hätten..." In meiner Kindheit war Sparen (aufs Häusle) prägend, Verzicht auf alles Mögliche war Programm. Meinen Anteil am Erbe habe ich in dieser Zeit erbracht. Dem übergriffigen, von Neid und Ideologie seiner Funktionäre zerfressenen Staat gebührt daran nicht ein einziger weiterer Steuercent. Wie leistunslos ist dagegen erst der Empfang von "Bürgergeld"!

Markus Michaelis | Fr., 2. Dezember 2022 - 19:10

Dinge werden oft schwarz-weiß diskutiert. Das macht es schwierig die Vor- und Nachteile für jeden abzuwägen.

"Erben" kann mal Leistung begünstigen, weil es z.B. Generationen dazu anhält langfristig zu investieren und zusammenzuhalten. Sicher kann aber "Erben" auch Leistung abwürgen, weil es von "außen" immer schwerer wird "rein" zu kommen.

Ich sehe das als ein Teilproblem davon, dass die Aufbewahrungsfunktion des Geldes essentiell ist, aber real nicht langfristig gedeckt. Alles Reale verfällt schnell, außer man hält es durch Arbeit laufend "im Wert". Wer erbringt dabei welche Arbeit?

Damit verbunden: einerseits will ich für "mich und die Meinen" eine gewisse Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Entscheidungen erreichen, andererseits beruht diese "Unabhängigkeit" meist gerade darauf Sicherheiten zu haben, durch die ich über die Arbeitskraft anderer verfüge kann (darum geht es letztlich meist). Offensichtlich ein Widerspruch der abzuwägen ist?

Eckhard Lüth | Fr., 2. Dezember 2022 - 19:49

Für eine Erbschaftssteuererhöhung spricht auch die Demographie. Bald 30% der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Hier sind Vermögen zwangsläufig rar. Geringe Erbschaftssteuern zementieren so Vermögensverhältnisse dann auch ethnisch, was konfliktträchtig ist.

Sabine Lehmann | Fr., 2. Dezember 2022 - 23:46

Antwort auf von Eckhard Lüth

Was ist jetzt das Argument, Herr Lüth? Irgendwo muss das Geld für die vielen von mir nicht eingeladenen Migranten ja herkommen? Also erfindet meine Regierung Zwangsabgaben in Form von Enteignungsgleichen Eingriffen? Gleiches Geld für alle? Ist Mao Tsetung wieder auferstanden? Oder haben sich die Grünen Anhänger der K-Gruppen aus ihren „Gräbern“ erhoben? Mal bei Jürgen Trittin oder Renate Künast anrufen!?Oder hat sich hier in Deutschland ein Virus ausgebreitet, das die Fähigkeit rationalen Denkens und Handelns konterkariert? Mir fehlen bald die Worte für all das was hier so abläuft…

Wolfram Fischer | Sa., 3. Dezember 2022 - 06:18

Antwort auf von Eckhard Lüth

Ja genau. Weil D immer noch leichter und immer noch schneller immer noch mehr Kostgänger aufnimmt und mit sozialen Wohltaten für nichts alimentiert, muss man die, die sich mit Leistungswillen etwas erarbeitet haben, endlich mal so richtig schröpfen, weil die ewigen Kostgänger ja sonst böse werden. Das ist ja an Chuzpe gar nicht mehr zu übertreffen!
Sozialistische Enteignungsübergriffigkeiten, die ja in bisher allen sozialistischen Gesellschaften der Weltgeschichte der vergangenen über 100 Jahre immer und überall sooo toll funktioniert haben und wirtschaftliche Prosperität und gerechte und freie Gesellschaften zur Folge hatten.. ääh.. räusper.. hüstel...
Aber jetzt Schluss mit Sarkasmus. Zum Artikel:
In einem Land, das Leistungswillen und Leistungserbringung inzwischen unerträglich mit Füßen tritt, Enteignung dem Verweis auf eine (angeblich wünschenswerte) Leistungsgesellschaft zu argumentieren, ist Orwell pur: Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke. Irre.

Albert Schultheis | Sa., 3. Dezember 2022 - 10:36

Antwort auf von Eckhard Lüth

Migration ist also, nach Ihnen, nur eine andere Form der Eroberung ohne Kriegswaffen (Messer, Macheten und Kalaschnikows gehören da ja nicht unbedingt dazu). Sollte man da nicht besser die Migration stoppen?

Armin Latell | Sa., 3. Dezember 2022 - 13:39

Antwort auf von Eckhard Lüth

die, die ich schon jetzt zu Lebzeiten hochgradig ungewollt mit meinen Steuern, die zu den höchsten in der Welt gehören, subventioniere, die mein Geld für pure , auch illegale, Anwesenheit bekommen, sollen dann nach mir statt meiner eigenen Kinder, deren Kinder von meiner Lebensarbeit profitieren. Aber, Herr Lüth, ein Vorschlag zur Güte: verteilen Sie doch jetzt schon ihr Geld und Eigentum, falls Sie welches besitzen, freiwillig an diesen Teil der Bevölkerung um Konflikte zu vermeiden. Also bevor der Staat es Ihnen abnimmt.

Albert Schultheis | Fr., 2. Dezember 2022 - 20:15

Arbeit und Engagement hat immer etwas mit inem Zukunftsentwurf zu tun, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Wenn wir das Vererben von Vermögen unmöglich machen, dann ist das das Ende der Leistungsgesellschaft! Und damit das Ende des liberalen Wohlfahrtsstaats. Verantwortliche Eltern arbeiten hart und lange und sie arbeiten nicht nur für sich, sondern immer auch für die nächste Generation, damit es denen gut gehen möge. Mit dem Erbe geht die Verpflichtung einher, das Erbe nicht zu verprassen, sondern es für die nächste Generation zu bewahren. Wenn wir den Eltern diese Möglichkeit wegnehmen, für ihre Brut Verantwortung zu übernehmen und sich für sie ins Zeug zu legen, dann zerstören wir das Leistungsprinzip an seiner Wirzel und zurück bleibt der sinnentleerte Hedonismus, der sich für nichts mehr interessiert, geschweige denn engagiert. Siehe DDR 1.0. Dann sind eben alle gleich ... arm!

Sphinx | Fr., 2. Dezember 2022 - 20:51

Und die Gewinne von selbständigen auch.
Am schlimmsten für unser Gemeinwesen ist, dass die Sozialleistungsbezieher immer zahlreicher werden, gerade auch durch Zuwanderung, und einflussreicher, das wird Leistungserbringer nicht anspornen. Die Aussicht darauf, dass die Kinder u.a. Immer weniger erben dürfen, auch nicht.

Ingo Frank | Fr., 2. Dezember 2022 - 21:04

Wäre die Frage welche zu klären ist….. ABER wer seine Steuern zahlt als Mittelständler (auch als „Großer“ ) hat doch auch Interesse sein Eigentum an seine Erben zum Erhalt der Firma weiterzugeben.. Genau so ist es beim EFH und Bargeld das gespart wurde und weitergegeben werden soll. Wir sind ein freies Land, in dem man
durch Arbeit sich Wohlstand erarbeiten kann. Man muss es nur wollen!
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Sabine Lehmann | Fr., 2. Dezember 2022 - 21:12

Ich frage mich immer, wie man auf solche Gedanken kommt und diese dann noch vehement vertritt?
Solche Ideen, dass der Staat als juristische Person auch nur ansatzweise ein Zwangsrecht zur Enteignung ausüben darf für fremdes, privates Eigentum, ist in meinen Augen regelrecht krank und übergriffig.
Es handelt sich hier um Familieneigentum, das Lebenswerk der Eltern. Dafür haben sie ein Leben lang Steuern gezahlt an einen Staat wie Deutschland, der sich auszeichnet für wenig Gegenleistung auf der einen, und viel Abzocke auf der anderen Seite. Kaum ein Land bietet seinen Bürgern so wenig Netto vom Brutto. Kein anderes Land erfindet so viele Arten der steuerlichen Abzocke wie Deutschland. Ob Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge, Grundsteuer, Grunderwerbssteuer, Kfz Steuer, Kirchensteuer, GEZ, Mehrwertsteuer, Straßenausbaubeiträge, Tabaksteuer, Gewerbesteuer, Stromsteuer, Vergnügungssteuer, es nimmt kein Ende. Dass überhaupt Erbschaftsteuer erhoben wird, ist unfassbar asozial u. krank!

Karl-Heinz Weiß | Fr., 2. Dezember 2022 - 21:29

Durch die unverantwortliche jahrelange Nullzins-Politik der EZB wurde eine Flucht in Immobilien ausgelöst. Ohne die Aussicht auf Erbschaften ist Wohneigentum für junge Familien weitgehend unerschwinglich. Eine wesentlich höhere Erbschaftssteuer würde die Zukunftschancen dieser Bevölkerungsgruppe weiter einschränken.

Hans Jürgen Wienroth | Fr., 2. Dezember 2022 - 21:41

Zitat: „Erbschaften verletzen das Leistungsprinzip liberaler Gesellschaften“. Wer dies vertritt, muss konsequenterweise den Sozialstaat abschaffen, weil leistungsloses Einkommen die Arbeitsbereitschaft senkt. Will das der Soziologe?
Wer das Vererben von Betriebsvermögen hoch besteuern will, der darf Unternehmensgewinne nicht stark besteuern. In der BRD führen hohe Unternehmenssteuern dazu, dass familiengeführte Unternehmen kaum noch Gewinne erwirtschaften, damit Investitionen unrentabel machen.
Das Erbe der Alten wird als dem Wirtschaftskreislauf entzogenes Kapital betrachtet, das besser früh weitergegeben werden sollte. Dürfen alte Menschen kein gutes Leben haben und kommt der Staat für die Pflege auf, wie er es bei den Menschen macht, die mit Geld nicht haushalten, es verschleudern und im Alter dem Staat auf der Tasche liegen?
Führt diese Philosophie dazu, dass sich am Ende Leistung nicht lohnt?

Gabriele Bondzio | Sa., 3. Dezember 2022 - 09:23

Sehe ich zweigeteilt. Die Mittelständler sind in der Regel auch ein persönliches Risiko eingegangen um etwas auf die Beine zu stellen, was ihre Kinder dann erben können.

Bei ganz großen Vermögen sieht die Sache schon anders aus.
Ihr Reichtum wird kaum in Frage gestellt.
Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten auf Politik und Gesellschaft Einfluss zu nehmen und ihr Vermögen abzusichern.

Ehrlich gesagt läßt mich da auch mein Vorstellungsvermögen, bei Milliarden Euro im Privatbesitz, in Stich.

Werter Herr Beckert, es ist schlicht gesagt Illusion an solche Leute rann zu kommen.

„Zum Reichtum führen viele Wege, und die meisten von ihnen sind schmutzig.“
-Peter Rosegger

Stefan S. | Sa., 3. Dezember 2022 - 09:25

Erben erhält den Wert der Güter. Ohne Vererben, würden viele deutlich mehr verkonsumieren. Geld würde abwandern, Investitionen ausbleiben.

Ronald Lehmann | Sa., 3. Dezember 2022 - 09:45

Als erstes Chapeau für so ein recht kompliziertes Thema, welches mehr als vielschichtig ist & oft zwei extreme Seiten einer Medaille erlebt.
Zumal ich jeden lesbaren K. (bis Lüth-lieber C.-Schade, das man nicht mehr sieht, wann K. von euch eingestellt) auf einer Ebene Recht gebe.

Po -Ja, Vermögen wird durch Team-Arbeit geschaffen
Ba - Ja, es ist Familienbande
Mi - ich Recht gebe, Vor & Nachteile
Lü - gerade bei ausländischen Bürgern ist die größte Differenz zwischen Reich & Arm oder Mafiastrukturen

Einerseits wollen wir Menschen durch unseren Gerechtigkeits-Sinn, dass beim Erden-Monopoly ein jeder die gleiche Anfangs-Summe bekommt.

Dann muss man sich aber fragen, warum hat Gott so viele unterschiedliche Rassen erkoren, die nicht nur Genetisch unterschiedlich sind - NEIN - in ihren gesamten Wesen/Charakter

Und dies hat absolut nichts mit Gut oder Böse bzw. mit Rassismus zu tun & deswegen sehe ich jegliche Flüchtlingsströme in Massen mit neuen DAUERSITZ mehr als problematisch an!

Lars Freudenberg | Sa., 3. Dezember 2022 - 09:53

Prinzipiell ist die Idee ja interessant und sollte diskutiert werden. Aber ist das Argument eines leistungslosen Einkommens nicht widersprüchlich, die, die das Geld erhalten sollen, haben ja dafür auch nichts getan. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob bei vielen da der Anreiz Gedanke genommen wird. Besonders wenn man bedenkt, wo das Geld am Ende landet, wenn der Staat darüber bestimmt. Das war in der Vergangenheit selten da, wo es eigentlich verwertet werden sollte.
Zudem sind große Vermögen selten unter dem Kopfkissen, Sie sind meistens investiert. Also auch Teil von Firmenstrukturen, und Gesellschaften, die wiederum Erträge generieren, Jobs generieren und so weiter und sofort.
Bei kleineren Vermögen sieht es wiederum anders aus. Hier spart man in allererster Linie für seine Kinder und für seine Altersvorsorge. Was bei marodem Rentensystem nachvollziehbar ist. Da vor allem die größeren ungebundenen Vermögen sehr viel mobiler sind, bezweifle ich, dass dies zum Erfolg führen wird.

Gerhard Lenz | Sa., 3. Dezember 2022 - 09:54

..und der Markt wird es schon richten! Es ist faszinierend, wie leichtfüßig die Wirtschaftsliberalen beim Thema Erbschaftssteuer ihre eigenen Grundsätze mit eben diesen Füßen treten.

Halt: Die, die Vererben, haben ja selbst Steuern bezahlt! Haben sie das? Falls ja, das, dass Vererbtes über Generationen hinweg steuerfrei weitergegeben werden kann?
Das wäre unverantwortlicher Unfug. Privilegien für Erbschaften, aber nicht für Arbeit?

Deutschland ist bei Erbschaften Niedrig-Steuerland. Dass außerdem findige Winkeladvokaten oft günstige Regelungen finden, die den Staat außen vor lassen, kommt noch dazu. Aber Steuervermeider oder gar -preller genießen immer noch oft genug hohes Ansehen. Wer den Staat um hohe Summen prellt, ist ein "Schlitzohr". Wer ein Gemälde mit Kartoffelbrei beschmiert, ein Terrorist.

"Leisten" muss der/die Erb(e)(in) gar nichts. Das Geld wird ihm/ihr förmlich zugeworfen.

Eigentum verpflichtet auch nicht (mehr), so wie es das Grundgesetz fordert.

Herr Lenz, wie kann man, wenn auch unterschwellig, Erblasser unterstellen, sie hätten im Vorfeld keine Steuern bezahlt. Im internat. Vergleich hat Deutschland jetzt schon mit die höchsten Erbschaftssteuersätze.
Etliche Länder wie z. B. Neuseeland, Kanada, Australien etc. ect. haben die Erbschaftssteuer ganz abgeschafft. In den meisten Ländern sind die Steuersätze für Ehegatten und Kinder wesentl. geringer als in Deutschland, mit sehr hohen Freibeträgen. Auch als Grundschullehrer i. R. sollten Sie doch in der Lage sein, sich auf "Knopfdruck" besser zu informieren. Vermögen wurde schon immer seit Menschenbeginn "vererbt", dazu zählt auch immaterielles Vermögen /Wissen. In modernen Gesellschaften ist der Staat (wir) i. d. Pflicht, Wissen zu teilen u. weiter zu geben (Bildung). PS. Noch nie i. d. Menschheitsgeschichte gab es Gesellschaften, in der innerh. 1 Generation große Vermögen aufgebaut werden konnten, dank Wissenstransfer, das letztendlich der Steuerzahler bezahlt.

Gerhard Lenz | Mo., 5. Dezember 2022 - 14:18

Antwort auf von Wolfgang Brenn…

besonders in Kreisen des Adels. Stimmt, zweifellos. Ist nur längst Vergangenheit, zählt nicht mehr, sollte man meinen.

Im Übrigen sind Sie reichlich falsch informiert:
Die USA erheben keine Erbschaftsteuer nach europäischem Vorbild, sondern eine Steuer, welche den ungeteilten Nachlass besteuert.
Im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland wird bei einem Erwerb von Todes wegen eine Erbschaftsteuer und bei einer unentgeltlichen Zuwendung unter Lebenden eine Schenkungsteuer erhoben. (Wikipedia u. andere Quellen)

Also, bevor Sie anderen Unkenntnis vorwerfen....besser mal in den Spiegel schauen.

Ich könnte jetzt damit fortfahren, was im Ergebnis nur das Ergebnis bestätigt, dass Reichtum in Deutschland noch immer privilegiert wird. Und jeder einigermaßen begabte Steuerberater oder Bankberater wird Ihnen erklären, wie Sie bei Erbe oder Schenkungen Steuern sparen.

Was Sie sonst noch schreiben ist in diesem Zusammenhang übrigens reichlich irrelevant.

Ach, lieber Herr Lenz,
wieder einmal nicht richtig bzw. unvollständig gelesen. Da Sie schon Wikipedia zitieren: Die Tabelle zeigt, dass – unter Außerachtlassung der in Deutschland sehr hohen nicht besteuerten Freibeträge – Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Steuersätzen für nahe Familienangehörigen gehört, (...).Nichts anderes wollte ich zum Ausdruck bringen
In den USA sind die Freibeträge ca. 10 Mal so hoch wie in Deutschland, in GB werden vererbte Immobilien nicht versteuert. Ja, es ist schon ein schwieriges Metier. Kurz "überfliegen" reicht nicht, Herr Lenz.
Und, begabte Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Vermögensberater gibt es in anderen Ländern auch.

Enka Hein | Sa., 3. Dezember 2022 - 10:03

...werden nur gebraucht, weil der Staat seine Ausgabenseite nicht mehr im Griff hat.
Und es wird da abgegriffen wo es einfach ist.
Was ist aber mit den illegal angehäuften Vermögen von Clans oder Mafia. Hier tut sich der Staat schwer die Gelder zu beschlagnahmen und der Staatskasse zu überführen.
Mit der Logik der Besteuerung des Autors, müssten Posten und Jobs, die man durch "Netzwerke" der Partei und oder Familie erhalten hat, gleichfalls höher besteuert werden.
Z.b alle Jobs wo ehemalige Politiker geparkt werden, oder im Falle Schäuble Tochter und deren gutbezahlter Job beim ÖRR.
Oder Frau von Müntefering, die nur durch Protektion ihres Mannes in BT sitzt. Da hat es in Wuppertal bestimmt bessere gegeben.
Oder Vorträge von Politikern. Deren Know how wurde Staatsknete erworben. Deshalb sollten Einnahmen von Vorträgen mit 70% besteuert werden.
Da traut sich aber niemand ran.
Es würde ja den eigenen Honigtopf betreffen.
Also greift man dem Normalbürger in die Tasche.

Urban Will | Sa., 3. Dezember 2022 - 11:54

doch sind sie in Bezug auf dieses Land ziemlich weltfremd.
Ein Land, das in Form des Bürgergeldes oder lebenslanger Alimentierung integrations- und arbeitsunwilliger Migranten, etc. das Geld mit dem Füllhorn ausschüttet, hat nicht mehr den Anspruch sich ein Land nennen zu dürfen, das ein „Aufstiegsversprechen“ in der Form gibt, wie es früher der Fall war.
Denn dieses Versprechen bedeutete: „Streng dich an, leiste etwas, dann wirst du auch etwas erreichen“.
Dieses Land ist nicht mal mehr in der Lage, hart gearbeitet habenden Menschen, die kein Geld hatten, privat vorzusorgen, eine ordentliche Rente zu zahlen.
Zum Fremdschämen.

Wer also an Vermögen möchte, um mit dem Geld Aufstieg durch Leistung zu fördern, muss erst mal seine ideologischen Scheuklappen ablegen und die Grundlagen dafür schaffen, dass sich diese Leistung auch lohnt.
Sobald dieser auf lange Sicht hin links-grün durchsetzte Staat das Geld aus d höheren Erbsch.steuer hat, wird er es wieder unsinnig zum Fenster raus werfen

Robert Hausdorf | Sa., 3. Dezember 2022 - 12:12

Na großartig, jetzt werden auch noch Liberale als Kronzeugen zur Vergesellschaftung von Privatvermögen herangezogen. Das sozialistische Experiment ist gescheitert, nur zur Erinnerung...
Was Generationen erwirtschaftet haben voraussetzungslos an Leute zu verteilen, die sich jeder Art von eigener Leistung entziehen? Grunderbe für Schulabbrecher und Leute die sich in überflüssigen Studien selbst verwirklichen? Ganz ohne eigene Aussicht auf ein Millionenerbe kocht mir da die Galle!
Eins ist sicher, der Staat langt schon absolut hinreichend zu, wenn beispielsweise selbst bewohnte Einfamilienhäuser in die nächste Generation weitergegeben werden, die Immobilienpreise sorgen schon dafür, das müssen gar keine Mietshäuser mit gewaltigen Gewinnerwartungen sein, es genügt, wenn die kinderlose Tante es ihrer Nichte vermachen will.
Alles, was in solchen Vermögen steckt, ist schon mehrfach (Einkommensteuer, Grunderwerbssteuer, Mehrwertsteuer) satt besteuert worden!
Ich bin vor Wut ganz blau!

Wolfgang Tröbner | Sa., 3. Dezember 2022 - 12:20

Über welches Land redet Herr Beckert eigentlich? Das Deutschland von 2022 kann er jedenfalls nicht meinen, denn hier hat das Leistungsprinzip schon seit langer Zeit ausgedient. Man schaue sich nur an, wer in der Politik in höchste Ämter kommt. Durch Leistung? Glaubt er das wirklich? Welcher Politiker aus dem Bundestag, zumal aus den Regierungsparteien, ist denn bislang durch so etwas wie Leistung aufgefallen? Die meisten sind ja noch nicht mal durch eine Direktwahl zu ihrem Platz/Amt gekommen (da hätte man nämlich den Wähler durch irgendetwas überzeugen müssen), sondern primär nur durch einen guten Listenplatz oder irgendeine Quote. Und nun noch kurz zum Vererben. Die Aussicht, seinen Kindern etwas vererben zu können, ist einer der Hauptmotoren für Arbeit/Leistung. Dies kommt letztendlich aber auch der Gesellschaft zugute. Entfällt das, weil der Staat glaubt, alles abgreifen zu müssen, ist das insgesamt der Gesellschaft abträglich. Warum sollte man sich anstrengen? Nur für den Staat?

Ernst-Günther Konrad | Sa., 3. Dezember 2022 - 14:12

Zu Lebzeiten werden alle die geschröpft, die sich mit ihrer Hände Arbeit und nicht selten mit dem Verlust ihrer Gesundheit etwas hart erarbeitet haben. Ob Privatmann oder Unternehmer, sie alle zahlen Steuern für ihr Einkommen oder Vermögen. Das reicht dem gierigen Staat aber nicht. Nein, damit er noch mehr zum sinnlosen verprassen hat, wird mit dem Scheinargument der sozialen Solidarität und der Pflicht die Gemeinschaft zu stärken, den Erben in die Taschen gegriffen. Ein Staat, der selbst nichts dafür getan hat, außer zu fordern und zu verprassen. Im Mittelalter reichte der Zehnte aus, heute fast 50% Spitzensteuersatz. Selbst bei den 300 € Gaszuschuss haben sie bei mir 82 € gleich wieder für die Steuer einbehalten. Und eine hohe Erbschaftssteuer wird doch nicht in die Alten, Kranken und Bedürftigen investiert. Nein, da machen sich die Politiker noch ordentlich die Taschen weiter voll. Was Herr Beckert da von sich gibt ist nicht meine Sicht der Dinge. Er schwimmt im Linken Fahrwasser.

Sabine Lehmann | Sa., 3. Dezember 2022 - 19:47

Reflexartig dachte ich sogar zunächst, die Überschrift enthielte einen Schreibfehler. Denn eigentlich muss es doch heißen:
"Erbschaftssteuern verletzen das Leistungsprinzip liberaler Gesellschaften."
Herr Beckert hat da offensichtlich etwas verwechselt, da es genau umgekehrt ist. Die Gesellschaft die er meint, ist nämlich eine kommunistische, die aus der Mao Tsetung Bibel. Die Seele und der Geist grüner Gründungsväter ist wieder auferstanden. Damals sind auch viele aus der deutschen Studentenbewegung dieser Mao-Sekte beigetreten. Nicht wenige dieser Sektierer, auf die ein damals noch funktionierender Verfassungsschutz sein linkes Auge geworfen hatte, sind heute in Amt u. "Würden", unter anderem der Ober-Guru Winfried Kretschmann. Dieser Politiker ist Zeit seines Lebens von einer Sekte zur nächsten gewechselt, von der katholischen zur Mao-Sekte und dann als Krönung zur grünen Sekte. Kein Wunder, dass vieles von dem was uns heute als Politik verkauft wird, eher an Sekten erinnert!

Brigitte Simon | So., 4. Dezember 2022 - 18:20

"Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird genommen werden, auch was er meint zu haben.
Matthaeus 25:2

Dieses Problem hat Baerbock nicht. Im Superwahljahr 2021 ereilt die Grünen ein Geld-segen wie noch nie. Reiche Großspender über-schütten ihre Partei plötzlich mit Geld. Ein einzelner Bitcoin-Spekulant steckt eine Million in den grünen Klingelbeutel. Geld aus Milieus, die die Grünen bekämpfen. 4 unbekannte Deut-sche beteiligen sich mit 1,67 Millionen, die Phar-ma-Welt ergrünt. Geld stinkt nicht. Moral hin
oder her.
Baerbock und Habeck locken das Volk und er-klären:
Steuerlich sind Parteispenden Sonderausgaben und können abgesetzt werden. Sie gelten als Stärkung unseres demokratischen Ge-meinwesens.
So betrachtet müssen wir die Erhöhung der
Erbschaftssteuer ebenfalls als Stärkung unserer Demokratie unterordnen.

Was ist mit dem Lottogewinn?
Er ist steuerfrei. Er fällt nicht unter die üblichen Einkunftsarten § 2 Abs. 3 EStG

So sprach Jesus als er die Grünen erblickte(Überlieferung anno 64 nach Christi Geburt, Matthäus 24, Vers 3):
Sehet her, sie waschen sich nicht, sie arbeiten nicht, und der Steuerzahler ernährt sie doch.........

Werner Zillig | Fr., 16. Dezember 2022 - 22:42

Ich kopiere mal was da her, was ich in der ZEIT gelesen habe. Deckt sich gut mit meiner Meinung.

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Ich glaube, die Diskussion läuft an einer der "anthropologischen Konstanten" vorbei, wie so manches mal. Manche Menschen, beileibe nicht alle, sind auf "Besitz" programmiert. Wer Besitz anhäuft, weil er weiß, wie das geht, der will oft, beileibe nicht immer, diesen Besitz an die nachfolgende Generation, seine Kinder, weitergeben. Er sieht die Unterscheidung zwischen sich selbst und den Kindern nicht. Es kommt ihm vor, als ob die hohe Erbschaftsteuer ihn, nur weil er 65 geworden ist, vieles wegnimmt. Und dass die, deren Eltern nicht wussten, wie man es anstellt, zu Geld zu kommen, auf einmal seinen Kindern ihr Erbe wegnehmen wollen, das kommt ihm als das alte Muster daher: Selbst nichts können, aber den anderen die materiellen Güter wegnehmen wollen. -- Es sprach der Advocatus Civium.

Dr. Lothar Riemenschneider | Sa., 17. Dezember 2022 - 03:03

An keiner einzigen Stelle sind die Äußerungen des Herrn Beckert schlüssig. Dass Geld "gerechter" verteilt werden, dass "bessere Bildung(schancen) für jeden", oder jedem "Vermögensaufbau ermöglicht werden" solle usw., all diese Phrasen geistern seit ewig durch "Diskussionen" und werden von unerklärlich Gehypten wie Piketty neu verkauft.
Doch "dem Staat"- ausgerechnet dem mit der weltweit bereits höchsten Besteuerung- NOCH mehr Geld- angeblich "zum Verteilen" - zu geben ohne jedes nachprüfbare Konzept, ohne jede Verpflichtung an "den Staat", das Geld auch nachprüfbar für nachprüfbare Zwecke und Ziele zu verwenden, ist so wie z.B. ein "9-Euro-Ticket" ohne Fahrgastrechte, ohne garantierte Zeittakte an jeder Stelle des ÖPNV, ohne einklagbare Qualitätsstandardsetzung usw.
Der Herr Beckert stellt Forderungen an "Vermögende" und "Reiche", aber nirgends an "den Staat", auch nicht an die Steuergeschenk-Empfänger, sinnvoll nachhaltig damit umzugehen.
Solche "Gerechtigkeit"kann man sich schenken.