Identitätspolitik : Das Spiel mit der Empörung Wenn der Aufschrei das Argument übertönt, findet eine Veränderung der Öffentlichkeit statt, die regressive Tendenzen hat. Das ist die Strategie der Identitätspolitik. Ihr Machtkern liegt in dem Dogma, dass den Gefühlen der Opfer absolut geglaubt werden muss. Damit stellt sie sich radikal gegen die Ideale der Aufklärung. VON BERND STEGEMANN
Umstrittenes Gedenken : Stolpersteine für Wehrmachtssoldaten Es war eine gute Idee, allerdings von Anbeginn an auch eine umstrittene: Die Verlegung von Stolpersteinen in den Bürgersteigen vor den Häusern von Opfern des Nationalsozialismus. Nun hat sich der Künstler Gunter Demnig übertölpeln lassen. Er verlegte Steine für Wehrmachtssoldaten. VON JOCHEN ZENTHÖFER
Künstler im Kampf gegen Antisemitismus : Rhetorische Routine In Sonntagsreden wird mit breiter medialer Unterstützung der Kampf gegen Antisemitismus betont. Nun haben sich mehr als 1.000 Künstler dieser Aufgabe verschrieben – und das Medienecho bleibt überschaubar. Ist die Ablehnung von Antisemitismus zur rhetorischen Routine verkommen? VON JULIEN REITZENSTEIN
Homophobe Gewalt von Einwanderern : „Schwule Juden!“ In Berlin hat die Gewalt gegen Homosexuelle zugenommen, besonders von muslimischer Seite. Aber warum ignoriert die Politik das Problem? Gestern berichteten wir darüber, dass viele Linke befangen sind. In Teil II geht es darum, dass sich auch die LGBTQ-Gemeinde nicht klar abgrenzt. VON SARA RUKAJ
Antisemitismus und Migration : Der Multikulti-Judenhass Durch die jüngsten antiisraelischen Proteste rückte der Antisemitismus muslimischer Migranten in Deutschland in den Fokus. Es wäre jedoch falsch, nur auf diese Einwanderergruppe zu zeigen. Stattdessen wäre es Zeit, sich generell mit dem Antisemitismus der hier lebenden Migranten zu befassen. VON THOMAS DUDEK
Antisemitische Kundgebungen in Deutschland : Wo bleiben die Berufs-Empörten? Wenn jetzt vor Synagogen gegen Juden gehetzt wird, ist es plötzlich dröhnend still im Lager der selbsternannten Anti-Rassisten. Wie kann das sein? Die Antwort ist ganz einfach: Die bedauerlichen „Vorfälle“ passen nicht ins antirassistische Geschäftsmodell. VON REINHARD MOHR
Antisemitische Kundgebungen in Deutschland : Dieser Staat ist handlungsunfähig In Gelsenkirchen versammelt sich ein Mob vor der Synagoge und brüllt zwei Stunden lang „Scheißjuden“, während die Polizei tatenlos zuschaut. Das ist unfassbar. Denn Antisemitismus bedeutet eine Gefahr für alle Menschen, für den Humanismus – und für unsere Demokratie. EIN GASTBEITRAG VON RAFAEL SELIGMANN
Jüdisches Leben in Deutschland : Wir Juden gehören dazu Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren in Deutschland. Dennoch werden sie noch immer als Fremde, als Opfer, als Israelis wahrgenommen. Mit anderen Worten: als Exoten. VON RAFAEL SELIGMANN
Antisemitismusdebatte : Die Gesellschaft des Spektakels Mehr als 60 Wissenschaftler und Kulturschaffende aus Deutschland und Israel haben in einem offenen Brief an Angela Merkel auf eine missbräuchliche Verwendung des Begriffes Antisemitismus hingewiesen. Der Brief löste eine Kontroverse aus. Eine Entgegnung von Frank Müller-Rosentritt. VON FRANK MÜLLER-ROSENTRITT
Holocaust-Gedenkveranstaltungen : Von der Unmöglichkeit des Erinnerns Zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz nimmt das Erinnern kein Ende. Unser Gastautor ist selbst Jude. Ihn nervt die zur Schau gestellte Betroffenheit allmählich. Er fragt: Was bringt es, der Toten zu gedenken, wenn einem die lebenden Juden egal sind? EIN GASTBEITRAG VON SERGEY LAGODINSKY
75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz : „Wer sich für den Hass entscheidet, überlebt nicht lange“ Am 27. Januar 1945 wurde das KZ Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Zum 75. Jahrestag hat der bekannte Fotograf Martin Schöller Überlebende für eine Ausstellung porträtiert. Ein Gespräch über das Trauma der Massenvernichtung, Deutschlands Verantwortung und die Frage, woher der Antisemitismus rührt INTERVIEW MIT MARTIN SCHÖLLER
Juden in den USA : Gespaltene Glaubensgemeinschaft Trotz seiner eigentlich pro-israelischen Politik schürt US-Präsident Donald Trump antisemitische Narrative. Die jüdischen Amerikaner sind gespalten in zwei Gruppen. Das bekommen auch immer mehr Medien zu spüren, allen voran die „New York Times“. Nun versucht man, empörte Leser zu versöhnen VON EVA C. SCHWEITZER
Anschlag in Halle : Verkapselungen und Entladungen Nicht nur der rechtsterroristische Anschlag von Halle zeigt: Deutschland steht vor einem heißen Herbst. Gegen Extremismus jedweder Art helfen aber keine Sonntagsreden, sondern kühler Kopf und entschlossenes Handeln. Aber ausgerechnet daran mangelt es KOLUMNE KISSLERS KONTER VON ALEXANDER KISSLER
Anschlag in Halle : Rechter Terror ist keine sporadische Gefahr Bei einem Anschlag in Halle hat Stephan B. (27) zwei Menschen erschossen. Wäre der Täter in eine Synagoge gelangt, hätte es wohl noch viel mehr Opfer gegeben. Wir müssen endlich begreifen, dass rechtsextreme „einsame Wölfe“ nicht allein sind, sondern virtuell und international agieren VON FLORIAN HARTLEB
Antisemitismus : Ist das Jüdische Museum ein anti-jüdisches Museum? Der Bundestag hat in einem überparteilichen Beschluss die anti-israelische BDS-Kampagne verurteilt. Ausgerechnet das Jüdische Museum Berlin kritisiert das Parlament dafür. Es sei nicht das erste Mal, dass die jüdische Kulturstätte durch antizionistisch wirkende Aktionen auffalle, schreibt Elio Adler EIN GASTBEITRAG VON ELIO ADLER