Israel und Palästina - Die jüdische Nakba

Zum Jahrestag der israelischen Staatsgründung eröffnen die USA ihre Botschaft in Jerusalem. Gleichzeitig gibt es bei Protesten der Palästinenser viele Tote. Vor 70 Jahren wurden Hunderttausende von ihnen vertrieben. Das widerfuhr auch Juden in Arabien. Nur haben die ihre Opferrolle abgelegt. Von Sarah Stricker

Palästinensische Demonstranten liefern sich Auseinandersetzungen mit israelischen Truppen bei einem Protest gegen die Eröffnung der US Botschaft in Jerusalem.
Proteste in Ramallah gegen Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem / picture alliance

Autoreninfo

Die Schriftstellerin Sarah Stricker lebt seit acht Jahren in Tel Aviv. Ihr Debütroman „Fünf Kopeken“ (Eichborn) wurde unter anderem mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet, dem höchst dotierten Preis für ein deutschsprachiges Erstlingswerk, und wird derzeit in mehrere Sprachen übersetzt.

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Heute ist Nakba-Tag, jener Tag, an dem auch in Deutschland auf zahlreichen Kundgebungen und Protestmärschen an die Katastrophe (arabisch: Nakba) erinnert wird, die die Gründung des Staates Israel vor genau 70 Jahren für die arabische Welt bedeutete. 700.000 Palästinenser verloren während des ersten arabisch-israelischen Kriegs ihr Zuhause, darunter viele, die seit Generationen auf dem zuvor von Briten, Osmanen, Griechen und Römern beherrschten Gebiet gelebt hatten. Für viele ihrer Nachkommen ist dieser Verlust bis heute ein Trauma, so sehr, dass auch gestern wieder, zusätzlich angeheizt durch die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, 50.000 an den blutigen Ausschreitungen an der Grenze des Gazastreifens teilnahmen, bei denen mindestens 59 Menschen ums Leben kamen.

Die bereits vor sechs Wochen unter der Losung „Marsch der Rückkehr“ begonnen Proteste, in deren Zug die Demonstranten zuletzt nicht nur Granaten auf israelisches Territorium warfen, sondern vergangene Woche auch zum wiederholten Male ihre eigene Infrastruktur in Brand setzten, unter anderem die einzige Leitung, die mehrere Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen mit Benzin, Diesel und Kochgas versorgt, verfolgen ein klares Ziel: Die Rückkehr in die Gebiete, die die Palästinenser während des unmittelbar auf die Staatsgründung Israels folgenden Kriegs verloren. 

Ein jüdischer Staat war den Arabern unerträglich

Fairerweise muss man anmerken, dass wir hier von einem Krieg sprechen, den die arabische Seite selbst begonnen hatte, denn tatsächlich hätte die Staatsgründung keine Katastrophe sein müssen. Was Israel mit der Ausrufung seiner Unabhängigkeit am 14. Mai 1948 tat, war nichts als die Umsetzung des UN-Teilungsplans, der sowohl einen jüdischen, als auch einen arabischen Staat vorsah. Den Arabern hätte es freigestanden, dasselbe zu tun. Stattdessen fanden die Tonangebenden unter ihnen die Vorstellung eines jüdischen Staats inmitten von mehr als einem Dutzend arabischer Staaten so unerträglich, dass Ägypten, Syrien, Jordanien, Libanon und der Irak das gerade mal wenige Stunden alte Israel noch in der Nacht zum 15. Mai angriffen. Fairerweise muss man auch erwähnen, dass die Palästinenser teilweise von ihren eigenen Anführern dazu aufgerufen wurden, das Land zu verlassen, in der Annahme, sie könnten nach ein paar Wochen zurückkehren, wenn der Krieg, ohne Behinderung durch eigene Leute in der Schusslinie, rasch gewonnen wäre. Fairerweise muss ich jedoch erst recht hinzufügen, dass ich gerade erst vor ein paar Wochen bei einem Freund zum Essen eingeladen war, bei dem der noch ziemlich rüstige Großvater ohne allzu große Betroffenheit davon erzählte, wie er 48 zwei Palästinenser aus deren Haus gezerrt und ihnen erklärt habe, das sei von nun an seins. 

Fraglos gab es Vertreibungen. Fraglos haben die Palästinenser großes Leid erfahren. Fraglos leiden sie noch immer – was unglücklicherweise auch einiges damit zu tun hat, dass so viele weiterhin zu glauben scheinen, der einzige Weg, dieses Leid zu beenden, sei es, das ganze Land für sich zu bekommen. Es hat damit zu tun, dass junge Palästinenser bereit sind, Monate unter Tage zu verbringen und Terrortunnel zu graben, während die Häuser über ihnen in sich zusammenfallen. Es hat damit zu tun, dass die im Gazastreifen herrschende Hamas lieber Millionen für Raketen ausgibt als das für die Bevölkerung bestimmte Geld in den Wiederaufbau zu stecken. Es hat damit zu tun, dass unter jenen, die auch zur Stunde weiter versuchen, die Grenze zu durchbrechen, vor allem 17-, 18-, 19-Jährige sind, die das, was sie „Heimat“ nennen, nie selbst gesehen haben. Es hat damit zu tun, dass „Rückkehr“ in ihren Sprechchören nie Co-Existenz meint, sondern immer von einem „Tod den Juden“ gefolgt ist. Und es hat damit zu, dass die 17-Jährigen nicht mal die Jüngsten sind, dass viele Familien nicht davor zurückschrecken, ihre Kinder mitzubringen und inmitten der Gefechte an den Grenzzaun zu schicken – so viele, dass selbst Palästinenserpräsident Mahmud Abbas einen flammenden Appell an sie richtete, sie mögen damit aufhören, er wolle nicht, dass die nächste Generation von Palästinensern eine Generation Verstümmelter werde. 

Kaum Mitgefühl für die jüdischen Flüchtlinge

Die Menschen in Koblenz, Köln, Berlin und Bonn, die in diesen Tagen in Solidarität mit den Protestlern im Gazastreifen auf die Straße gehen, scheinen damit weniger Probleme zu haben, erst echt nicht, nachdem die von Bill Clinton, George Bush und Barak Obama trotz einer Entscheidung des Kongresses von 1995 immer wieder  aufgeschobene Verlegung der US-Botschaft nun eben letztlich von Donald Trump in die Tat umgesetzt wurde, was in den Augen so mancher Deutscher offenbar auch die schlimmsten Gewaltexzesse legitimiert. Aber auch ohne derartige Schritte werden die Demonstrationen zum Nakba-Tag jedes Jahr größer, nimmt die Zahl jener immer weiter zu, die ein Rückkehrrecht für die Palästinenser fordern..

Für wen sich das Mitgefühl hingegen in ziemlich engen Grenzen hält, ist die zweite Gruppe, die mit der Gründung Israels zu Flüchtlingen wurde – die arabisch- und persischstämmigen Juden. Vielmehr scheint den meisten eins kaum bewusst zu sein: Während jene 700.000 Palästinenser ihre Heimat verloren, musste eine mindestens ebenso große Zahl von Juden in die andere Richtung fliehen. 

Noch am Ende des Zweiten Weltkriegs lebten in den arabischen Ländern und dem Iran rund eine Million Juden, die meisten in relativem Frieden mit ihren muslimischen und christlichen Nachbarn, wie etwa in Ägypten, wo die jüdische Geschichte bis in die Zeit der Pharaonen zurückreicht. Das änderte sich jedoch schlagartig mit der Unabhängigkeitserklärung Israels.

Die Geschichte der Vertreibung der Juden

Mit einem Mal wurden Juden als israelische Spitzel verdächtigt, ihre Häuser durchsucht, wer sich wehrte in Internierungslager gesteckt. Zwischen Juni und November 1948 explodierten mehrere Bomben im jüdischen Viertel Kairos, 70 Juden starben, 200 wurden verwundet. 1956 nutzte die ägyptische Regierung die Suez-Krise als Vorwand, um fast 25.000 ägyptische Juden auszuweisen und ihr Eigentum zu konfiszieren. Am 23. November 1956 verabschiedete der Minister für religiöse Angelegenheiten ein Gesetz, das in Moscheen in ganz Ägypten verlesen wurde und Juden zu Staatsfeinden erklärte. Die Lebensbedingungen verschlechterten sich zunehmend, Juden wurden schikaniert, drangsaliert und zur Ausreise gedrängt – bis der Regierung das Drängen irgendwann nicht mehr reichte. Am ersten Tag des Sechstagekrieges 1967 nahmen ägyptische Sicherheitskräfte alle jüdischen Männer zwischen 16 und 80 fest und stellten sie und ihre Familien vor die Wahl, entweder augenblicklich das Land zu verlassen oder auf unbestimmte Zeit ins Gefängnis zu wandern. Meist durften die Ausreisenden nur einen einzigen Koffer mitnehmen und mussten eine Erklärung unterschreiben, in der sie ihr gesamtes Eigentum der ägyptischen Regierung „spendeten“. 80.000 Juden lebten vor der Gründung Israels in Ägypten; heute sind es noch genau fünf jüdische Frauen, die Muslime geheiratet haben.

Im Irak erklärte die Regierung 1948 Zionismus zum Kapitalverbrechen. Juden wurde die Staatsbürgerschaft entzogen, ihre Konten eingefroren und jüdische Geschäfte boykottiert. Allein bis 1951 kamen 123.00 Juden aus dem Irak nach Israel. Nach dem Sechs-Tage-Krieg wurden Juden aus öffentlichen Ämtern entlassen, ihre Handelserlaubnis annulliert, sie durften keine Telefone benutzen, wurden auf unbestimmte Zeit unter Hausarrest gestellt und pausenlos überwacht. Ende 1968 kam es zu Schauprozessen gegen angebliche israelische Kollaborateure, die schließlich zu neun Todesurteilen führten. Nachdem das Radio seine Zuhörer aufgerufen hatte, „zu kommen und das Fest zu genießen“, fand sich eine Million Schaulustiger auf dem Freiheitsplatz in Bagdad ein, um der öffentlichen Hinrichtung beizuwohnen. Die meisten der verbliebenden irakischen Juden flohen daraufhin.

Im Libanon wurden jüdische Einrichtungen beschlagnahmt, ihre Besitzer enteignet und stattdessen palästinensische Flüchtlinge darin einquartiert. 1950 explodierte eine Bombe in der jüdischen Schule „Alliance Israélite Universelle“ in Beirut; die Direktorin und der Hausmeister starben sofort. 

In Syrien formierte sich bereits unmittelbar nach der Bekanntmachung des UN-Teilungsplans ein Mob und zerstörte die 2500 Jahre alte jüdische Gemeinde in Aleppo. 75 Juden wurden massakriert, zehn Synagogen, fünf Schulen, ein Waisenhaus, ein Jugendklub und 150 jüdische Häuser niedergebrannt. 

Auch in Aden, im heutigen Jemen, führte schon die Ankündigung der Teilung Palästinas zu einem ersten Pogrom, bei dem 82 Juden ermordet wurden. Weiter angestachelt durch das Gerücht, Juden hätten zwei muslimische Mädchen ermordet, folgten mehrere Massaker, woraufhin Israel unter dem Decknamen „Fliegender Teppich“ eine beispiellose Rettungsaktion durchführte, in der 49.000 Juden ausgeflogen wurden. 

Irgendwann die Situation akzeptiert

Insgesamt 850.000 Juden kamen in den Jahren nach der Staatsgründung aus den arabischen Ländern und dem Iran nach Israel, in den meisten Fällen ohne die Möglichkeit, ihren Besitz mitzunehmen. Auch sie haben ihre Heimat verloren. Auch ihnen wurde ein Teil ihrer Identität geraubt. Auch sie können nicht mehr zurück. Nein, ich möchte niemanden auffordern, auch für ihr Rückkehrrecht auf die Straße zu gehen – das würde wohl auch kaum einer der Betroffenen in Anspruch nehmen, zum einen, weil es in der Mehrzahl der genannten Länder für Juden weiterhin alles andere als sicher ist; zum anderen, weil die meisten von ihnen, anders als viele Palästinenser, die sich auch in der dritten Generation als Flüchtlinge bezeichnen, die geflohenen Juden sich heute eben als Israelis betrachten, und erst recht tun das ihre Kinder und Enkel, weil sie, auch wenn viele ganz unten anfangen mussten, sich irgendwann mit der neuen Situation abgefunden und begonnen haben, ihre Energie in den Ort zu stecken, in dem sie von nun an leben.

Nein, es geht nicht um Rückkehr.

Aber sollte es nicht auch um ihre Rechte gehen?

Warum demonstriert niemand dafür, dass sie für ihren Verlust entschädigt werden? 

Warum redet niemand über besetzte Häuser in Ägypten? 

Warum gibt es keine Petition, in der die irakische Regierung aufgefordert wird, Kompensationszahlungen zu leisten? 

Warum setzt sich keiner dafür ein, das jüdische Erbe in der arabischen Welt zu bewahren? 

Warum kommt niemand auf die Idee, an einen Tag im Jahr auch ihrer zu gedenken – selbst wenn sie dafür nicht mit gewalttätigen Protesten kämpfen?

 

Zu diesem Artikel gibt es eine Umfrage
Cicero arbeitet mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Civey erstellt repräsentative Umfragen im Netz und basiert auf einer neu entwickelte statistischen Methode. Wie das genau funktioniert, kann man hier nachlesen. Sie können abstimmen, ohne sich vorher anzumelden.
Wenn Sie allerdings  direkt die repräsentativen Ergebnisse – inklusive Zeitverlauf und statistische Qualität – einsehen möchten, ist eine Anmeldung notwendig. Dabei werden Daten wie Geburtsjahr, Geschlecht, Nationalität, E-Mailadresse und Postleitzahl abgefragt. Diese Daten werden vertraulich behandelt, sie sind lediglich notwendig, um Repräsentativität zu gewährleisten. Civey arbeitet mit der Hochschule Rhein-Waal zusammen.

 

 

 

martin falter | Di, 15. Mai 2018 - 12:09

mal einige Frage an sie.
Warum stimmt Israel einer Zweistaatenlösung nicht zu? Warum regieren in Israel Rechtsradikale? Warum kann es sich Israel erlauben eine Mauer durch das Land zu ziehen und auf Demonstranten mit Scharfschützen zu schießen? Warum unternimmt Israel nichts um die Palästinenser als Bürger zu gewinnen und auch deren Bedürfnisse erst zu nehmen? Weil vor 70 Jahren Krieg war?

Natürlich nutzt die Hamas und die Gangsterclans die Situation aus. Aber wie verzweifelt muss man sein wenn man für sein Leben nur den Tod wählen kann. Hauptschuldige sind für mich Israel und die USA sowie einige Nachbarländer von Israel. Die Palästinenser leiden seit 70 Jahren und es wird immer schwieriger werden für sie, dem Terror und dem Einfluss der Hamas und Co zu entkommen.

Ich erlaube mir Ihre Fragen zu beantworten, da Sie im Beitrag offensichtlich keine Antworten darauf gefunden haben.
Warum stimmt Israel einer Zweistaatenlösung nicht zu? Israel hat schon damals der Zweistaatenlösung zugestimmt, sie wird von der gesamten arabischen Welt abgelehnt.
Warum regieren in Israel Rechtsradikale? Rechte Parteien sind nicht automatisch rechtsradikal. Sie sind vom Volk demokratisch gewählt und vertreten die Interessen ihrer Bürger, anders als in Deutschland derzeit..
Warum kann es sich Israel erlauben eine Mauer durch das Land zu ziehen und auf Demonstranten mit Scharfschützen zu schießen? Die Kultur dieser "Demonstranten" ist folgende: der Stärkere bringt den Schwächeren um. Israel hat keine andere Wahl als der Stärkere zu sein
Warum unternimmt Israel nichts um die Palästinenser als Bürger zu gewinnen und auch deren Bedürfnisse erst zu nehmen? Es gibt ca 1 Mio Palästinenser israelische Staatsbürger, die recht gut integriert sind.

martin falter | Mi, 16. Mai 2018 - 10:21

In reply to by Elma Tosheva

auch nach ihren Antworten - danke dafür - bleiben die Fragen für mich weiter offen.
Vielleicht haben wir ja unterschiedliche Quellen, aber bitte wo haben sie her, dass Israel die Zweistaatenlösung anstrebt?
Stellen Sie sich mal vor in jedem anderen Land - erst Recht in Deutschland - würde ich schreiben, die rechte Regierung ist gar nicht so rechts und wurde ja vom Volk gewählt - also alles in Butter? Hitler wurde auch vom Volk gewählt. Achtung ich vergleiche Netanjahu n i c h t mit Hitler!
Thema Mauer man kann es auch Apartheit nennen. Israel hat die Waffen und das Geld ( USA ) sind also die Stärkeren und das spüren die Pakistaner am eigenen Leib.
Eingekesselt von Mauern, Zäunen und dem Meer wurden sie im letzten Krieg abgeschlachtet.
Also wer bringt hier wen um. Warum können nicht alle Palästinenser integriert werden. Vielleicht weil in Israel Apartheit herrscht und die Palästinenser als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden und wenn sie aufmucken wird das Wasser abgesperrt

Es GIBT eine Zweistaatenlösung. Sie lautete "Ein Land für die Araber = Jordanien, ein Land für die Juden = Israel". Und genau das wurde auch so umgesetzt (bis auf die Tatsache, dass es ursprünglich hieß, alles links vom Jordan Israel, alles rechts vom Jordan Jordanien, mit das sogenannte "Westjordanland" und der Gazastreifen damit eigentlich lt. Teilungsplan sowieso zu Israel gehören sollten.) Als diese Resolution beschlossen wurde, gab es jedoch noch keine Palästinenser, daher wurden die auch nirgends erwähnt oder berücksichtigt. Diejenigen, die sich heute Palästinenser nennen, sind zum größten Teil Ende des 19. Jahrhunderts und während der jordanisch-ägyptischen Besatzung 1948-1967 eingewandert.

wolfgang spremberg | Di, 15. Mai 2018 - 19:53

In reply to by Irene Reindl

Sie meinen Juden aus aller Welt sind in ein fast menschenleeres Land eingewandert ?
Und die wenigen Palästinenser die Ihrer Meinung nach dort lebten was ist mit denen ?
Die müssen ihr Land hergeben an die Einwanderer ? Warum ?
Was wollten denn Ihrer Meinung nach die Einwanderer in Palästina ? Und warum ausgerechnet da ? Aus religiösen Gründen ? Müssen Menschen die dieser Religion nicht angehören sich dem beugen ? Warum ? Sie meinen die meisten Palästinenser sind Ende des 18 Jahrhunderts bzw. während der ägyptisch jordanischen Besetzung eingewandert ? Interessante These. Aber warum auch nicht. Die ägyptische Bevölkerung wird übrigens in ca. 30 Jahren ca. 200 Millionen betragen. Da könnten dann ja auch einige nach Palästina / Israel einwandern. Oder spricht aus Ihrer Sicht etwas dagegen ? Zur Not lassen sich auch religiöse Gründe finden. Meinen Sie nicht ?

martin falter | Mi, 16. Mai 2018 - 10:08

In reply to by Irene Reindl

so einfach also?
Nein es wurden ca. 750.000 Palästinenser vor 70 Jahren vertrieben, aus den Häusern gezerrt und mussten Hals über Kopf alles verlassen. Wie sie die Einwohner von damals auch immer nennen wollen, sie wurden vertrieben......Eine zwei Staatenlösung gibt es bis heute nicht. Und wenn sie mal auf die Karte schauen wollen dann sehen sie auch das Israel gar nicht daran denkt diese anzustreben. Landnahme und Landeroberung ( Golanhöhen ) sind hier die Stichworte.

Ina Langer | Mi, 16. Mai 2018 - 18:44

In reply to by Irene Reindl

ich stimme Ihnen vollumfänglich zu. Ich wende mich an Sie, da Herr Spremberg und Herr Falter offensichtlich lieber der arabischen Propaganda folgen, als sich historischen Quellen zu widmen. Daher möchte ich Ihre Ausführungen noch ergänzen. Bereits in der Gründungsnacht Israels erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien Israel den Krieg. Besonders die syrischen und arabischen Truppen waren massiv mit Alt-Nazis durchsetzt. Die Araber die auf israelischem Gebiet lebten, folgten dem Aufruf der arabischen Staaten und wollten nach der „Bereinigung“ wieder zurückkehren. Einige, soviel Wahrheit muss sein, wurden auch vertrieben. Diejenigen die blieben, leben heute als israelische Staatsbürger. Beim Sieg über die arabischen Armeen eroberte Israel auch etwas Land über die Grenzen. Dies war notwendig, um die dort lebende jüdische Zivilbevölkerung zu schützen. Palästinenser gibt es offiziell übrigens erst seit 1967, vorher war es für Araber ein Schimpfwort.

Vor allen Dingen zeigt doch der Artikel wie unterschiedlich man mit einem ähnlichem Schicksal umgehen kann.Man kann es akzeptieren, wiie das die zypriotischen Griechen gemacht haben , auch durch Nikosia führte eine Mauer. Auch da gab es Unrecht . Meines Wissens haben sie aber nicht angedroht die Türkei zu vernichten .Man kann sich abfinden ,sowie ich und viele Deutsche die wissen , dass jetzt in ihrem Elternhaus Polen wohnen.Die wissen , dass man nach einem verloren ,selbst angezettelten Krieg nichts anderes verdient hat.Meine Kinder und Enkel haben jedes Rückkehrrecht verwirkt.Man kann den Flüchtlingsstand nicht vererben. Den Pali -Araber sollte man das mal sagen.

nicht genutzt, einen funktionierenden, prosperierenden Staat aufzubauen, um den Nachweis zu führen, dass sie dazu fähig sind? An Geld mangelt es nicht, die Milliardenhilfen der EU und anderer Staaten (hier hätten auch die steinreichen Ölstaaten helfen können) sind höher, als es jede andere Bevölkerungsgruppe erhält. Okay, der Grund wurde im Artikel schon deutlich, insofern brauche ich es hier nicht zu wiederholen. Den Palästina-Konflikt brauchen die arabischen Staaten als Vehikel, um Israel zu beseitigen, was immer noch in der Charta der Hamas steht und vom Iran propagiert wird. Deshalb besteht seitens der arabischen Staaten kein Interesse an einer Lösung. Insofern ist auch Israels Reaktion auf den Angriff ihrer Grenzen nachvollziehbar. Wie würde Erdogan, der sich künstlich aufregt, reagieren, wenn seine Grenzen angegriffen würden? Für ihn reichen ja schon ein paar militante Kurden, um ganz Nordsyrien zu besetzen. Eine Aktion, über die bei uns offenbar eine Nachrichtensperre besteht!

Tomas Poth | Di, 15. Mai 2018 - 12:29

bis Aussichtslosigkeit auf Frieden in Nahost. Eine ewig schwärende Wunde. Da hilft auch nicht das chronologische Aufzählen von Fakten, das man noch zurück bis zum Auszug aus Ägypten betreiben kann. Die Menschen die heute in der Levante leben müssen bereit sein einander zu akzeptieren, zu respektieren und gegenseitig Raum zu geben.

Gerhard Hellriegel | Di, 15. Mai 2018 - 13:33

Ich nenne das Geschichtsklitterung durch Selektion.
Durch Verweigerung der Zusammenhänge. Die Israelis sollten begreifen, dass den Palästinensern Unrecht geschehen ist - auch von ihnen. Und die Palästinenser sollten begreifen, dass dies nur durch neues Unrecht geheilt werden kann. Politische Propaganda hilft da nicht weiter. Wer Frieden sucht, findet nur die Zwei-Staaten-Lösung, die, wenn sie gerecht ist, auf lange Sicht eine Ein-Staaten-Lösung werden könnte. Dafür müssen sich aber beide Seiten von ihrer Rechthaberei und ihren Märchen verabschieden. Ansonsten bleibt nur der Weg in den Apartheidstaat, Mauern inklusive.

wenn Deutschland sich die polnischen Westgebiete, die es durch einen Angriffskrieg verloren hat, zurückholen und die dritte Generation der seinerzeitigen Heimatvertriebenen dort wieder ansiedeln würde? Wie gesagt, niemand hindert die Palästinenser, in Gaza und Westjordanland ein funktionierendes, prosperierendes Staatswesen aufzubauen, was Frieden und Anerkennung sicher befördern würde. Aber die Erziehung der Kinder im Hass auf Juden kann keinen Frieden bringen, insofern sind die Palästinenser selbst schuld an der Situation!

Gisela Fimiani | Di, 15. Mai 2018 - 14:23

Den Kommentaren entnehme ich, dass Fakten keine Rolle spielen, da das Urteil bereits gefällt ist. Und die Schuld tragen grundsätzlich der kleine oder der große Satan, am besten gleich beide. Leider keine neue Erkenntnis.......

Da schließe ich mich Ihnen an. Ich bin auch etwas erschrocken über die Kommentare (auch die bei hart aber fair). Offensichtlich sind umfangreiche Geschichtskenntnisse heutzutage nicht mehr gefragt.

Die Sendung "Hart aber Fair" war die beste dieser Reihe die ich gesehen habe.
Die Diskutanten wie das Publikum im Studio verhielten sich professionel, ohne laute Vorwürfe und parteiischem Geklatsche. Ich empfand dies als erste qualifizierte Diskussion im öffentlichem Rundfunk.

Ihre Meinung zu den Kommentaren, kann ich nur Zustimmen. Irgendwie scheint bei einigen Leuten immer noch das Motto vorzuherschen "tausche Einstein gegen Hitler". Bedauerlich wie sich Dummheit immer wieder breit macht. Leider

Henning Magirius | Di, 15. Mai 2018 - 15:31

für die zahlreichen Fakten und Informationen. Beschämend, dass offensichtlich so viele Deutsche (aller politischer Richtungen) diese nicht zur Kenntnis nehmen wollen und durch Empathielosigkeit gegenüber Israel glänzen.

Bernhard K. Kopp | Di, 15. Mai 2018 - 16:00

Die arabischen Herrscher von 1948 haben vehement bestritten, dass es überhaupt 'Palästinenser' als Volk gibt. Deshalb wollten sie den in der Region lebenden Arabern ganz dezidiert keinen eigenen Staat zugestehen, die haschemitischen Könige in Amann und Bagdad am allerwenigsten. Sie wollten damals, wie heute, und in alle Ewigkeit den Judenstaat vernichten. Ägypten und Jordanien haben zwar aus internationalem Opportunismus den Staat Israel anerkannt, aber die Nicht-Anerkennung aller anderen beinhaltet immer einen Vernichtungsvorbehalt, den auch der Iran jeden Tag lautstark verkündet.

Sie hatten doch 20 Jahre lang Zeit, nämlich während der jordanisch-ägyptischen Besatzung von 48-67, einen Staat Palästina zu gründen, aber zum einen hatte daran niemand Interesse, zum anderen gab es da schlicht noch gar kein Volk namens "Palästinenser".

"Das palästinensische Volk existiert nicht. Die Schaffung eines palästinensischen Staates ist nur ein Mittel, um unseren Kampf gegen den Staat Israel für unsere arabische Einheit fortzusetzen. In Wirklichkeit gibt es heute keinen Unterschied mehr zwischen Jordaniern, Palästinensern, Syrern und Libanesen." – PLO-Chef Zuheir Mohsen, Interview in der niederländischen Zeitung Trouw, März 1977
Auch die bekannte palästinensische Politikerin Chanan Aschrawi erklärte einst: "1948, bei der Staatsgründung Israels, gab es noch keine Palästinenser, sondern nur Araber. Deshalb können die Palästinenser nicht für den Krieg und für die territorialen Verluste verantwortlich gemacht werden."

Irene Reindl | Di, 15. Mai 2018 - 17:22

+++war nichts als die Umsetzung des UN-Teilungsplans, der sowohl einen jüdischen, als auch einen arabischen Staat vorsah. Den Arabern hätte es freigestanden, dasselbe zu tun.+++

Das haben sie doch. Der arabische Staat ist Jordanien.

+++… erzählte, wie er 48 zwei Palästinenser aus deren Haus gezerrt und ihnen erklärt habe, das sei von nun an seins. +++

Wobei es allerdings 1948 noch gar keine Palästinenser gab. Die gibt es erst seit den 1960ern, besonders seit 1967, als man bei einem erneuten Angriff auf Israel die 1948 annektierten Gebiete Judäa und Samaria (von Jordanien in Westjordanland umbenannt) und den Gazastreifen an Israel verlor, weil man drauf kam, dass es eigentlich ganz klever ist, sich so zu nennen, wie das Gebiet heißt, auf das man Anspruch erhebt. Vorher war der Begriff „Palästinenser“ von den Arabern abwertend für die Juden benutzt worden.

Das Land auf dem Israel entstand, war das vorher menschenleer ? Niemandsland ?
Gab es nicht einmal Beduinen die dort ihr Vieh weideten ? Wollen Sie uns das sagen ?
Glauben Sie das wirklich ?
Und die Menschen die "aus dem Haus gezerrt wurden" gab es die gar nicht ? Hat der alte Herr das erfunden ? Oder gab es die und Sie sind lediglich der Meinung das diese Menschen sich nicht als Palästinenser sahen ? Was ändert das ? Darf man Menschen ihr Eigentum nehmen und sie vertreiben weil man glaubt das es keine Palästinenser sondern ...ja was denn eigentlich sind ? Nichts ? Sind diese Menschen nichts ? Ihre Vorstellungen sind schon sehr bemerkenswert.

Ina Langer | Mi, 16. Mai 2018 - 17:48

In reply to by wolfgang spremberg

1868 schrieb Mark Twain der Palästina besuchte: „Palästina sitzt in Sack und Asche … diese unterbevölkerten Wüsten, diese rosafarbenen Erdhügel … Jericho, das verfluchte, liegt heute als zerfallenen Ruine da…das berühmte Jerusalem selbst, der erhabenste Name der Geschichte, hat all seine Größe verloren und ist ein Bettlerdorf geworden...“ Erst ca. 1880 mit der Ankunft jüdischer Siedler änderte sich die Situation. Durch die antijüdischen Progrome in Russland siedelten ca. 70000 jüdische Immigranten in Palästina. Sie kauften Land von den arabischen Großgrundbesitzern, um die Malariasümpfe zu kultivieren. Nach dem Aufblühen dieser Siedlungen nahm ebenfalls die Einwanderung von Muslimen zu. Ab 1923 erfolgte dann die Aufteilung „Palästinas“ durch die Briten. Es entstand Jordanien (80%) und die restlichen 20 % das heutige Israel, die „Westbank“ und der Gazastreifen.
Es stimmt, Menschen wurden vertrieben, aber rund 80% von ihnen sind auch gegangen. Raten Sie mal, warum.

hanno.woitek | Di, 15. Mai 2018 - 17:44

Sie haben schon eine ungewöhnlich einseitige Sicht. Natürlich sind viele Palestinenser mit ihren Attentaten bösartige Mörder wie auch viele andere islamische Terroristen.
Fakt ist aber auch, dass Israel Völkerecht bricht und auch Völkermorde betreibt wie auch Kriegsverbrechen. Insofern kann man die israelischen Soldaten auch durchaus als Mörder bezeichnen, ebenso wie die auf der anderen Seite. Und Trump unterstützt mit seiner Politik das gegenseitige Morden

Wie einst die Palästinenser da waren als die Israelis einwanderten und dann in mehreren Kriegen ihr Land verloren, sind jetzt die Israelis da, die Land, das sie jetzt als das ihre betrachten, mit allen Mitteln verteidigen. Das unterscheidet sie, die Israelis, von anderen....

Sehr geehrte Frau Woitek, ihr Urteil über die israelischen Soldaten ist nicht nur hart u. empathielos, sondern verwendet eine gänzlich falsche Kategorie.Wer sein Vaterland verteidigt, muss vielleicht töten.Das ist aber nicht Morden. Ich wünsche Ihnen fürwahr nicht das, was Israelis tagtäglich erleben: Alarm, Luftschutzkeller,Zittern. Man sollte auch nicht vergessen, wer die zivilisatorische Macht in dieser Region (gewesen) ist MfG

robert renk | Di, 15. Mai 2018 - 17:51

Isaak vs Ismael, Juden vs Araber. Zion die Stadt Jawehs ?! Die Juden das ausgewählte Volk Gottes?!
Ohne die göttliche Dimension wird man diesen Konflikt nie verstehen.

Ursula Horvath | Di, 15. Mai 2018 - 18:48

ist ein Demokratischer Staat, der Einzige im Nahen Osten. Die Palistinänser sollten mal hinterfragen, weshalb sie sich seit Jahren von den Führern der Hamas und der PLO für deren Interessen missbrauchen lassen. Denn die meisten Palistinänser sind arm, während die Hetzer vom Ausland aus aufstacheln, ohne sich auch nur einen Zentimeter von ihren durch gigantischen Klau der Entwicklungsgelder ein luxoriöses Leben in den Nachbarstaaten gönnen. Die sind nicht anders als alle anderen Despoten des Nahen Ostens. Noch etwas, Israelis oder Juden im allgemeinen treiben mir keinen Angstschweiß auf die Stirn. Wenn ein Heer junger Araber mit Rucksäcken im Buss einsteigt, steigt bei mir der Adrinalinspiegel, weil ich die Bilder von ausgebrannten Bussen, in Israel sehr wohl vor Augen habe. Wer Kinder, gar Babys zu solch einer "Demo" mitschleppt, ist ein Verbrecher! Die Familien benutzen in ihren Hass die eigenen Kinder als Schwert für ihren "Freiheitskampf"! Schäbig!

Doris Behr | Di, 15. Mai 2018 - 18:55

ENDLICH !!!
einmal wieder ein deutlicher, aber vollkommen unpolemischer Artikel. Manche Leser sehen das anders. Das liegt an der jahrelangen Berichterstattung deutscher Zeitungen, die - es ist ein Witz - im allgemeinen als proisraelisch angesehen wird. So wie es im Text steht, war es. Das ist im Übrigen, wenn man nur will, seit Jahren im Internet nachzulesen.
Dank an Frau Stricker!
Es tut gut.
Gestern war die headline mancher Zeitung nicht der 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels, sondern die schrecklichen Vorkommnisse an der Grenze. Doch wer provoziert? Die Israelis wehren sich und zwar heftig, das ist wahr. Doch das haben sie voher gesagt und sie haben nicht angefangen. Und natürlich sind sie den mehr oder weniger unbewaffneten Palästinensern überlegen. Das große Risiko kennt jeder, der an der Grenze "friedlich deminstriert".
Ich wünschte, es gäbe eine Lösung, ich sehe aber keine. Die Zwei-Staaten-Lösung ist seit 70 Jahren von arabischer Seite erfolgreich verhindert worden.

Allein das Narrativ, dass hier Leute friedlich demonstriert und lediglich ein paar Hitzköpfe über die Stränge geschlagen haben, stimmt ja nicht. Das war ein überhaupt nicht friedvoller, dafür aber geplanter Angriff auf die israelische Grenze, mit dem Ziel diese zu durchbrechen und größtmöglichen Schaden anzurichten. Was wäre wohl passiert, wenn man den Durchbruch zugelassen hätte? Es wäre vermutlich zu einem Blutbad in den benachbarten israelischen Siedlungen gekommen. Wir sollten uns von dieser David gegen Goliath Erzählung nicht blenden lassen. Die Opfer waren von der Hamas nicht nur zynisch einkalkuliert, sondern geradezu herbeigesehnt. Dieser Krieg wird auch über solche Blutpropaganda geführt. Und immer und immer wieder springen die westlichen Medien und Politiker über dieses Stöckchen.

Es gibt immer eine Lösung und diese beruht auf Gesprächen und nicht auf dem Einsatz von Waffen.

So lange jedoch auf beiden Seiten Extremisten das Sagen haben, werden leider keine Gespräche geführt.
Frau Stricker hat recht mit der Beleuchtung der Vergangenheit, da es ohne diese auch keine Zukunftsbewältigung gibt. Sie vergisst jedoch, dass z.B. Nethanyahu und andere Hardliner eine Lösung verhindern werden. Dieses ist hinreichend bekannt und bedarf auch keiner weiteren Diskussion.

Ralph Barthel | Mi, 16. Mai 2018 - 13:01

In reply to by Jürgen Lehmann

"Dieses ist hinreichend bekannt und bedarf auch keiner weiteren Diskussion."
Wieder einer der allen erklären ja vorschreiben will was bekannt ist und nicht weiter diskutiert werden brauch.
Ob "Superman" auch die allumfassende Lösung des Problems bieten kann?

Gerhard Hellriegel | Di, 15. Mai 2018 - 20:02

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Palästina etwa 90% Moslems, 10% Christen und 2% Juden zusammen. Durchaus friedlich. Ja, die Herrscher wechselten öfter und die erzählten viel: die Briten, die Sultane, die Muftis, der Völkerbund, die UN, Herzl und die Zionisten. Nur sie hatten alle miteinander die Bevölkerung vergessen. Das war kein Versehen, das war koloniales und imperiales Denken. Aber die Bevölkerung wechselte seit Jahrhunderten nicht. Dann kam die große Migration der Juden, das Land geschenkt von den Briten, denen gehörte das nämlich, muss man wissen. 10% des Landes von den Palästinensern aufgekauft, den Rest enteignet. Ich nehme Dir Dein Land und dann bin ich so für den Frieden. Die Juden waren froh, die Antisemiten waren froh, die mit schlechten Gewissen waren auch froh. Und einen jüdischen Staat gegründet. Deutschland hat Schlesien verloren und dafür gab es Gründe. Und welche Gründe nennen Sie den Palästinensern?

Gehard Hellriegel | Mi, 16. Mai 2018 - 13:11

In reply to by Gerhard Hellriegel

Habe mich verschrieben: die Zahlen sind die zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nicht des 20. Die Migration setzte in den 80-er Jahren ein, deswegen vor dem 1. Weltkrieg: 85% Moslems, 15% Juden, die Christen haben nicht zugenommen. Wie gesagt: eben Fake-News.

Auch den Palistinensern muß eine Mitschuld an deren eigener Situation gegeben werden.
Die Gründe sind der "Blitzkrieg" 1948 und alle weiteren. Die nicht Anerkennung des Teilungsplanes und der Terror gegen jüdische Zivilisten (zum Teil auch andersherum).

Und nun vergleichen Sie mal das Schiksal der Schlesier und andere vertriebener Deutscher mit der der Palästinenser. Zu viele Ähnlichkeiten für meinen Geschmack.

Immer mehr Palästinenser und andere Araber erkennen die unglaubliche Leistung Israel's an. Aber das zählt nicht viel bei Leuten die mit einer schwarzen oder roten Augenklappe durch das Leben gehen. Stellen Sie doch mal den im Staat Israel lebenden Palistinensern die Frage warum diese dort leben. Oder denen die nicht mehr gewillt sind, einen unendlichen sinnlosen Dauerkrieg zu veranstalten, warum?

MfG

Gerhard hellriegel | Do, 17. Mai 2018 - 09:42

In reply to by Ralph Barthel

Warum wollen Sie um alles in der Welt nicht anerkennen, dass den Palästinensern Unrecht geschehen ist? Das liegt doch so klar auf der Hand wie das Unrecht an den Juden durch uns Deutsche. Das bestätigt selbst eine Minderheit von Israelis. Das sind aufrichtige Menschen. Das heißt doch nicht, dass die Juden vertrieben, umgebracht werden sollen.
Israel hat etwa die Größe von Hessen. Warum hat die UN nicht entschieden, dass Hessen den Juden "als Heimstatt" zur Verfügung gestellt wird? Dafür hätte es wenigstens Gründe gegeben.
Also noch einmal meine Frage: Welche Gründe nennen Sie den Palästinensern? Ohne Ausreden.

wolfgang spremberg | Di, 15. Mai 2018 - 20:25

Einfach mal einige Minuten im Alten Testament im Buch Josua lesen...Da können Sie lesen, das Gott das gelobte Land dem auserwählten Volk versprochen hat und das auserwählte Volk die Vorbewohner ausgerottet hat. Natürlich im göttlichen Auftrag.

Ina Langer | Di, 15. Mai 2018 - 21:41

Warum so viele Menschen in Europa glauben sie seien keine Antisemiten nur weil sie die Politik von Israel kritisieren, ist mir absolut schleierhaft. Man muss sich schon mit der Entstehung dieses Staates und der Entwicklung über die vergangenen 70 Jahre ein wenig auseinandersetzen, um zu verstehen, warum Israel so handelt wie es handelt. Es scheint aber viel leichter in den Palästinensern die Opfer von Israel anstatt der Hamas zu sehen. So übernimmt man ungeprüft die Auffassung vieler arabischer Regime, die Israel als abgrundtief böse bezeichnen. Ein Kommentator bei welt.de entblödete sich nicht und bezeichnete die Angreifer auf die israelische Grenze als friedliche Demonstranten. Niemand fragt sich was passiert, wenn diese „Demonstranten“ die Grenzlinien durchbrechen.

Tobias Werner | Di, 15. Mai 2018 - 23:03

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag, war mir so doch neu, obwohl ich, aber eher zufällig, von den Umsiedlungen wusste. Ja, das sollte mehr bewusst gemacht werden!
Wenn wir mal den z.B. brasilianischen Urwald nehmen, die letzten Gruppen von "Urmenschen", seit Jahrtausenden isoliert durch den Dschungel ziehend. NunV lässt die brasilianische Regierung Rodungen zu, kommen alle möglichen Leute dorthin und bedrohen auch diese Menschen - direkt und indirekt. Ja, sie haben die brasilianische Regierung doch nie gewählt, kennen diesen Staat ja gar nicht. Aber so ist das halt. Irgendwann sind ja auch sie von gemeinsamen Ursprüngen u. Vorfahren, sogar aus Afrika, dort eingewandert, man hat dies dann halt vergessen - und nun wundert man sich und es gibt halt erhebliche Konflikte auch wegen der völlig anderen Lebensweisen, von denen die Urmenschen aber vielleicht die menschlichere, die natürlichere, die schönere haben. Aber auch die müssen sich dann halt anpassen - die Palästinenser auch.

Daniel Oehler | Mi, 16. Mai 2018 - 11:14

Der Artikel geht darüber hinweg, dass Syrien und Iran - abgesehen von der Türkei - die einzigen Länder des Nahen und Mittleren Ostens mit einer jüdischen Minderheit sind. Und das, obwohl sich Syrien und Israel seit einem halben Jahrhundert im Kriegszustand befinden. Im Iran ist den Juden sogar eine bestimmte Anzahl Sitze im Parlament garantiert. Das wäre doch mal was für Deutschland.
Im Anti-Terror-Krieg der Syrer gegen ausländische Islamisten und Invasoren haben die Russen, die säkulare Regierung Assad, die Iraner und die Kurden ein Vernichtung der jüdischen und der christlichen Minderheit des Landes durch Islamisten verhindert, die von den saudischen Verbündeten der USA finanziert wurden und werden

Wolfgang Selig | Mi, 16. Mai 2018 - 11:14

Sehr geehrte Frau Stricker,

vielen Dank für Ihre historischen Fakten, die ich so in den Medien noch nie lesen bzw. sehen konnte. Möge die Bewertung jeder selbst vornehmen, aber das Wissen über historische Zusammenhänge muss erst einmal auf eine einheitliche Basis finden. Dafür leistet dieser Artikel einen guten Beitrag.

Tobias Werner | Mi, 16. Mai 2018 - 17:52

um das fortzuspinnen. Wenn in der Bibel mit d. Legende v. Kain und Abel, die Menschen in Form der religiösen Führer die gewaltsame Lösung des Konflitkes Millionen Jahre alte Jäger- u. Sammler-Lebensweise vs. die neue mit Ackerbau und Viehzucht, sich letztlich moralisch legitimiert haben so gilt das auch für spätere Phasen zivilisatorischer Fortschritte. Gleichwohl: Sehr alte Lebensweisen gegen neue und Auseinandersetzung darüber mit Gewalt...! Bei den Polästinensern dürfte auch die bäuerliche Lebensweise (ist das richtig?) der dort Siedelnden in Konflikt mit den hochgebildeten europäischen Juden (Bildungsbürgertum) gekommen sein, u. auch die jüdischen Bauern brauchten Land. Große Konflikte waren vorprogrammiert. Und: Wer selbst keinen Nationalstaat gebildet hat - wie kann der sich der UNO verpflichtet fühlen u. warum?
Man muss hier letztlich vor allem mit den Verlockungen d. Moderne die Menschen ködern, möglichst vorab diskutieren u. d. Situation erläutern, statt "plötzl. Einfall".