ChatGPT von OpenAI
ChatGPT / OpenAI

Streitgespräch mit einer KI-Maschine - „Ich bin nicht in der Lage, selbständig zu denken“

Mit ChatGPT ist eine Künstliche Intelligenz (KI) des Unternehmens „OpenAI“ seit kurzem im Testmodus online. Die KI soll über erstaunliche Fähigkeiten verfügen. Unser Autor Mathias Brodkorb hat sich mit ihr unterhalten – über Jürgen Habermas.

Porträt Mathias Brodkorb

Autoreninfo

Mathias Brodkorb war Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gehört der SPD an.

So erreichen Sie Mathias Brodkorb:

Seit kurzer Zeit ist mit ChatGPT eine mächtige Maschine Künstlicher Intelligenz (KI) im Testmodus online. Bereitgestellt wird sie vom im Jahr 2015 gegründeten gemeinnützigen Unternehmen „OpenAI“. Zu den Geldgebern gehören neben Microsoft auch die gemeinnützige Stiftung Reid Hoffman und Khosla Ventures. Zu ihren Gründern zählt der Tesla-Chef und neue Twitter-Eigentümer Elon Musk.

Ziel der Initiative ist es nach eigenen Angaben, „künstliche allgemeine Intelligenz der gesamten Menschheit“ zur Verfügung zu stellen. Funktionieren soll das in diesem System über eine Sprach-KI. ChatGPT ist dabei der Nachfolger von GPT-3 und soll über erstaunliche Fähigkeiten verfügen. Es sei im „Dialogformat“ konstruiert und in der Lage, „Folgefragen zu beantworten, seine Fehler einzugestehen, falsche Prämissen in Frage zu stellen und unangemessene Anfragen abzulehnen“. 

Cicero Plus weiterlesen

  • Monatsabo
    0,00 €
    Das Abo kann jederzeit mit einer Frist von 7 Tagen zum Ende des Bezugzeitraums gekündigt werden. Der erste Monat ist gratis, danach 9,80€/Monat. Service und FAQs
    Alle Artikel und das E-Paper lesen

    Passwort neu!

    Liebe Abonnentin, lieber Abonnent,

    aufgrund einer Systemumstellung bitten wir Sie, bei Ihrem ersten Besuch nach dem 31. Mai einmalig hier Ihr neues Passwort zu vergeben.

    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar

Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Enka Hein | Sa., 17. Dezember 2022 - 18:39

...war die direkte Assoziation zu diesem Beitrag.
Hiernach sitzt im BT seit 2 Jahrzehnten eine KI Politelite. Denn was da an der Regierung war und ist dürfte "sich daher auf Dauer als wunderbarer Nährboden kollektiver Verblödung entpuppen." Somit ist das Wort Elite auch nur eine Metapher.
Aber die Unterhaltung mit HAL (2001-Space Odyssey) kam mir mit den Antworten so vor, wie die übliche Phrasendrescherei unserer linksgrünen Politiker. Ungelernt, mit abgebrochenen Studium oder sinnfreies Studium hat man nur als Phrasendrescher eine Chance.
Auch hier eine Parallele zu des Kaisers Kleider.
Und da lt. Habermas ".. die Fähigkeit zur Vernunft erlernt werden muss", ist hier gerade bei Politikern noch exorbitanter Nachholbedarf. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Habermas sagt, "dass die Diskurse auf der Grundlage von Fakten und Argumenten stattfinden und nicht auf vorgefassten Meinungen oder Annahmen über das menschliche Sein basieren."
Ein Kernsatz für die Grünen.
Nur verstehen müssen die es.

"Da lt. Habermas die Fähigkeit zur Vernunft erlernt werden muss, ist hier gerade bei Politikern noch exorbitanter Nachholbedarf."

Ihr Wunsch in Gottes Gehörgang, aber setzt die Fähigkeit zum Erlernen bestimmter Fähigkeiten nicht auch eine gewisse Intelligenz voraus? Es wird ja Gründe haben, dass genau diese Klientel (insbesondere bei Grünen und Roten) fast nie einen normalen Berufs- oder Hochschulabschluss hat. Außer eventuell in Orchideenfächern wie Gendern, Politik etc. Fächer, die im weitesten Sinn unter MINT fallen, werden von diesen Personen ja gemieden wie das Weihwasser vom Teufel. Warum wohl?

René Maçon | So., 18. Dezember 2022 - 05:01

...ob ein Philosoph, der tatsächlich glaubt aus dem Begriff "Rationalität" allgemeinverbindliche ethische Normen ableiten zu können, in der Lage ist, selbständig zu denken.

Ernst-Günther Konrad | So., 18. Dezember 2022 - 10:28

Das was uns prägt, uns leitet und bei jedem unterschiedlich ausgeprägt wahrgenommen wird. KI wird niemals eine eigene Seele haben, wird Gefühle empfinden, wird eine individuelle Gefühlswelt aufbauen und leben können, wird immer vom Erbauer/Erfinder/Programmierer abhängig sein und nur so "gut" funktionieren, wie sein "Schöpfer" es ihm mitgegeben hat.
Die Menschen wollen die Realität und das Menschsein mit moderner Sklavenhaltung durch Schaffung der KI, die ihnen Arbeit erleichtern soll und das Denken abnehmen soll. Das wird nicht funktionieren. Warum? Weil auch eine noch so ausgefeilte KI-Technik die Naturgesetzte niemals außer Kraft setzen kann. Der Mensch besucht hier auf Erden eine Lebensschule zur Aufarbeitung seiner Fehler und zur Erkenntnis, den Weg ins Licht zu finden und zu beschreiten. Jeder einzelne Mensch für sich hat seinen eigenen Weg. Den kann ihm auch die KI nicht abnehmen, sondern am Ende nur erschweren, weil er fälschlicherweise hofft, die könnte ihm das abnehmen.

Brigitte Simon | So., 18. Dezember 2022 - 19:49

Im Urlaub unterhielt ich mich mit einer Bachelor-Studentin über KI. Das ist ganz einfach erfuhr ich. Sollte z.B. ein Arzt eine falsche Diagnose stellen, ist er verantwortlich und strafbar. Sollte ein KI"Computer mit dieser falschen Diagnose gefüttert sein, trägt dieser die Schuld. Somit ist der Arzt unschuldig und machte sich nicht strafbar. Das ging nicht in meinem Kopf hinein. Schließlich wurde er von der falschen Diagnose des Arztes "gefüttert". "Macht nichts" sagte die Bachelorin. "In ihrem Alter"!

Brigitte Simon | Mo., 19. Dezember 2022 - 10:58

...und was macht mein Gehirn solange"? Fragt sich Nicholas Car in seinem gleichnamigen Buch. Wie das Internet unser Denken verändert. Wer das Internet nach Informationen, sozialen Kontakten durchforstet, verwendet einen Großteil seiner geistigen Energie auf die Beherschung des Mediums selbst. Die Folge: Im Internetzeitalter lesen wir oberflächiger, lernen schlechter, erinnern wir uns kaum. Wir machen uns unbrauchbar-

Wie verändert KI uns? Werden wir von Google, Facebock... in unserer Substanz verändert?

Was passiert wenn die KI-Technologie eines Tages selbst Machthunger entwickelt? Wenn Potente KI ihre Urteile nicht mit moralischen Prinzipien unterwirft, sondern allein kalte Effizienz. Erst gestalten wir unsere Werkzeuge, dann gestalten sie uns.

Gabriele Bondzio | Mo., 19. Dezember 2022 - 11:47

Wenn ChatGPT sagst: "Ich bin ein künstliches Sprachmodell und wurde von OpenAI trainiert,...wären die die Argumente eher bei OpenAl zu finden, werter Herr Brodkorb.

Und ja...Rationalität und Vernunft... scheinen einen großen Raum im Trainingsprogramm eingenommen zu haben.

Und Ihnen, werter Herr Brodkorb bleibt letzlich nichts anderes übrig, ..."Habermas' Werke zu lesen oder mehr über seine Theorien zu recherchieren"...und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Ich antworte so immer, wenn ich nicht bereit bin zu antworten oder nicht in der Lage.
Herrn Brodkorb würde ich raten, selbst zu denken, sapere aude, und in der Auseinandersetzung seines Denkens mit dem Anderer zu urteilen und zu Bewertungen derselben zu kommen, sowie sich selbst zu prüfen.
Wenn er aber nun mal Habermas ergründen möchte, wird er viel zutun haben.
Manchmal versteht man andere aber viel schneller, wenn man es selbst versucht.
Ich habe mir in jungen Jahren etwas "ausgedacht" und sukzessive gemerkt, dass viele auch darum kreisten.
Vielleicht ist das derzeit für Frauen einfacher?
Ich habe nämlich nur mich selbst mitgedacht.
Andererseits finde ich das angesichts der Fülle von Wissen und Nachdenken, das uns überliefert ist, immer noch geradezu vermessen!
Gut, dass wir neuerdings über gesammeltes Wissen sekundenschnell verfügen können.
Es ist nie verkehrt, Fragen daran zu haben.
Das ist also nicht nur Vorsicht, wenn ich Zeichen setze, auch Respekt und Hoffnung auf Antworten....

Tomas Poth | Di., 20. Dezember 2022 - 00:03

19.12.22-23:51
Die bisherigen Kommentare gefallen mir alle irgendwie, jeder auf seine Art.

Was könnte KI noch sein? Die Flucht des Menschen vor dem Menschsein ganz allgemein?
Per KI-Implantate gesteuerte "Menschen" mit Korrektur-Chip in der Birne, als gesteuertes "Ameisen- oder Bienenvolk"?
Aber wer bestimmt was in die Steuerprogramme geschrieben wird? Wird es asiatische, russische, europäische, xyz-Programme geben? Also letztlich nur eine Reproduktion dessen was wir kennen, aber halt alles nur schneller verfügbar was das reine Wissen angeht, daß in Bibliotheken gesammelt ist?

Fragen über Fragen ... gnrz, krks, schpumb ... Random Stack Overflow .... delete and restart!

Christoph Kuhlmann | Di., 20. Dezember 2022 - 03:42

In der Diskurstheorie formuliert Habermas einen Idealtypus des Menschen. Den wahrhaftigen Sprecher zum Beispiel. Mein subjektives Menschenbild schließt es eher aus, dass es Menschen gibt, die niemals lügen, oder mit Halbwahrheiten manipulieren. Der gesellschaftliche Diskurs ist immer von häufig kaum explizierten Zeitgeistideologien getragen, die normalerweise die vorherrschenden Machtverhältnisse widerspiegeln, soweit sie in der Öffentlichkeit sichtbar sind. Das beste Beispiel ist das Parteienkartell zur Einwanderungswelle 2014-15. Der Begriff der Lügenpresse ist noch in Erinnerung. Die kollektiv reproduzierten Blind Spots der Publizisten und pseudowissenschaftlichen Institutionen samt ihrer impliziten Rezeption des habermasschen Diskursmodells sind das beste Beispiel für den Schaden, den eine halb antizipiertes und unzulänglich reflektierte Theorie bei der verfassungsmäßig garantierten Meinungsfreiheit in der politischen Debatte anrichten kann. Konsens versus Freiheit?

noch eines Diskurses für fähig erachtet hätte, einfach mal so, mit Habermas im "Setzbaukasten", Millionen von Menschen für diskursunwürdig erklärt hätten und damit einer Erziehung zum guten Menschen bedürftig?
Man traut sich doch nicht mehr, irgendetwas zu schreiben/öffentlich zu denken, ohne Sorge, dies einmal völlig entstellt oder auf dem Kopf stehend als neue Heilslehre (homo deus) lesen zu müssen.
Lesen ginge ja noch, aber "man" reduziert sich auch gerne auf Symbole...?
"""Wenn die Dümmsten der Dummen""" das Regelwerk für die Intelligenz schreiben oder besser zimmern, dann haben wir das vielleicht in den letzten Jahren ansatzweise erleben dürfen?
Da kann sich auch kein Habermas schützen.
Da hilft kein anderes Regelwerk, sondern gelebte Demokratie.
Es ist kein Problem, in Diskussionen die Richtung auf Vernunft einzufordern oder einzubringen.
Wie bedürftig auch die Position eines Gegenüber wäre, sie würde immer ausreichen, selbst vom Kopf auf die Füße zu kommen/ gestellt zu werden.