Hamed Abdel-Samad über Rassismus - Wenn sich Antirassisten wie Rassisten verhalten

Hamed Abdel-Samad hat ein neues Buch über Rassismus und Antirassismus geschrieben. Darin plädiert er dafür, die Grabenkämpfe hinter sich zu lassen und den Blick wieder mehr auf den Einzelfall zu richten.

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Black Lives Matter-Demo / dpa

Autoreninfo

Hamed Abdel-Samad ist ein deutsch-ägyptischer Politikwissenschaftler, Historiker und Autor.

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Hamed Abdel-Samad ist ein politischer Intellektueller, der sich immer wieder gegen Skandalisierungen zur Wehr setzen muss. In seinen Einsprüchen und Stellungnahmen plädiert er für eine emanzipierte und kulturell vielfältige deutsche Gesellschaft und kritisiert den konservativen und politischen IslamIn seinem morgen erscheinenden neuen Buch „Schlacht der Identitäten“ entwickelt er 20 Thesen zum virulenten Streit um Rassismus und Antirassismus, nicht nur, aber auch in Deutschland. Cicero publiziert hier einen Auszug aus zwei seiner Thesen.

These 8: Wenn Antirassisten sich wie Rassisten verhalten 

Rassismus spaltet und vergiftet jede Gesellschaft, weil er die Sünden dieser Gesellschaft und die Wunden seiner Geschichte offenlegt. Oft geht man unverantwortlich mit diesen Sünden und mit diesen Wunden um. Die einen fliehen in Schuld und Scham, die anderen fliehen in Leugnen und Verklärung der eigenen Vergangenheit. Der Rassismus unterteilt die Menschen in Rassen, Ethnien und Religionen und polarisiert die Gesellschaft, nicht nur ideologisch. Er sieht den Menschen nicht als Individuum, sondern als Vertreter einer Gruppe. Er überhöht die eigene Gruppe und verachtet die andere, er schürt Hass und legitimiert Gewalt gegen andere.

Antirassismus sollte eigentlich genau das Gegenteil davon tun, nämlich sich von diesem ideologischen Grabenkampf distanzieren und den Menschen als Individuum würdigen und ermächtigen, unabhängig davon, zu welcher Ethnie oder Religion er gehört. Doch oft bedienen sich Antirassisten leider der gleichen Mittel wie die Rassisten selbst. Sie polarisieren, indem sie die Gesellschaft in Gut und Böse einteilen. Sie überhöhen die eine Gruppe und verachten die andere, sie grenzen Andersdenkende aus und sind im Namen der Toleranz vor allem eines: intolerant. Denn sie verengen das Spektrum dessen, was gedacht, gesagt oder getan werden darf auf eine Weise, dass jede Abweichung davon mit der Moralkeule gegeißelt wird. Sie sind schließlich die Guten, sie geben den Diskurs vor, und merken in ihrem Eifer gar nicht, dass auch sie einen Mechanismus bedienen, der Rassismus zugrunde liegt: die Zuordnung von Individuen zu vermeintlich homogenen Gruppen.

Und so kann auch vermeintlich gut Gedachtes ins Gegenteil umschlagen. In Kanada und den USA setzten sich beispielsweise Aktivisten der queeren Community dafür ein, die Regenbogenfahne um die Farben Schwarz und Braun zu erweitern – als sichtbares Zeichen der Integration von People of Color. Ursprünglich steht die Fahne für Veränderung, Aufbruch, Frieden, Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt. Sie besagt, wir interessieren uns nicht für deine Herkunft oder gar Hautfarbe, sondern für alle Menschen in ihrer Vielfalt. Indem man die schwarze und braune Farbe zur Regenbogenflagge hinzufügt, beschädigt man genau diese Idee.

So gesehen hat Antirassismus das Potenzial, die Gesellschaft auf ähnliche Weise zu spalten wie der Rassismus selbst. Weil es eben nicht um die Menschen geht, sondern um die Attribute, die man ihnen zuschreibt. Und um Ideologien, die man – als falsch oder richtig erkannt – wahlweise verurteilt oder als einzig richtigen Weg preist. Die Abweichung von diesem Weg führt einmal mehr zu Ab- und Ausgrenzung. Damit Sie mich hier richtig verstehen: Wenn ich von Antirassisten spreche, meine ich natürlich nicht all jene Menschen, die Rassismus bekämpfen und sich für die Opfer einsetzen. Wenn ich von Linksliberalen spreche, meine ich gleichermaßen nicht all jene Menschen, die sich im politischen Spektrum als links oder liberal einordnen würden. Gemeint sind jene verbohrten Aktivisten, die maßgeblich aus ideologischen Gründen agieren, dem berechtigten Kampf gegen Rassismus damit aber einen Bärendienst erweisen. Gemeint sind auch Menschen, die sich weigern, mit AfD-Wählern zu reden, aber sich mit rechtsradikalen Migrantenverbänden verbünden und ihnen sogar Zugang zu staatlichen Fördergeldern ermöglichen. Diese Antirassisten glauben, Minderheiten zu schützen, indem sie Lesungen von Thilo Sarrazin, Vorlesungen von Bernd Lucke oder Jörg Baberowski sabotieren. Ein Kennzeichen einer freien demokratischen Gesellschaft ist es eigentlich, andere Meinungen zu tolerieren. Meinungsvielfalt heißt, sich mit anderen Auffassungen argumentativ auf der Sachebene auseinanderzusetzen. Denk- und Redeverbote sind hingegen eher Kennzeichen diktatorischer Systeme. Und sie im Namen der Toleranz und zum Schutz von Minderheiten zu erteilen, erstickt jede offene Diskussion im Keim. Ja, schlimmer noch, sie spielt letztlich nur den Extremisten in die Hände. Beim politischen Islam etwa, indem Kritiker mit dem Vorwurf der Islamophobie und Muslimfeindlichkeit überzogen werden. Und das in einer Absolutheit, die der Komplexität dieses Themas in keiner Weise angemessen ist. Man könnte auch sagen, hier geht Reflex vor Reflexion.

Wie schnell das gehen kann, habe ich selbst mehrfach erlebt. So hat die Asta der Universität Mainz der „Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung“ den Status einer Hochschulgruppe entzogen, weil sie mich 2018 zu einem Vortrag an der Uni eingeladen hatte. In der Begründung hieß es, ich sei islamophob und antisemitisch. Drei Jahre zuvor hatte mir die jüdische Gemeinde Düsseldorf die Josef-Neuberger-Medaille für meinen Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus verliehen. Aber das wussten die Ideologen der Mainzer Asta offenbar nicht. Sie wussten nur, dass ich den Islam kritisiere und deshalb ein Rassist sein muss. Und sie bestraften die Hochschulgruppe für diese „Kontaktschuld“ in einer Art und Weise, wie das früher die Faschisten mit ihren ideologischen Gegnern taten und wie das heute mit der sogenannten Cancel Culture eine neue Blüte erlebt. 

In jenem Jahr, in dem ich mit der Josef-Neuberger-Medaille ausgezeichnet wurde, haben mich Mitglieder der Antifa vor einer Lesung in München mit brennenden Kerzen beworfen. Einer versuchte, mir ins Gesicht zu schlagen, und nannte mich „Faschist“, weil ich ein Buch geschrieben hatte, in dem ich den Propheten Mohammed kritisiere. Der junge Mann merkte nicht, dass er und seine Mitstreiter*innen sich einer Form der Einschüchterungstaktik bedienten, die auch die Faschisten und Nationalsozialisten genutzt hatten und die heute noch in vielen undemokratischen und diktatorischen Systemen angewandt wird. Jemanden verbal oder sogar tätlich daran zu hindern, eine Meinung zu äußern, trägt nicht zur Lösung eines Problems bei. Und Kräfte, die glauben, sie allein könnten Kontexte definieren, agieren zutiefst undemokratisch.

[…]

These 14: Die Rassismus-Industrie: Wer davon profitiert, dass wir ein Rassismusproblem haben

Verfolgt man die aktuelle Debatte, kann man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass uns das Thema auch deshalb noch lange begleiten wird, weil es vielen ganz unterschiedlichen Gruppen eine Art Existenzberechtigung sichert. 

Rechte Gruppierungen brauchen Minderheiten, insbesondere Migranten, als Projektionsfläche für ihre Wut- und Hass-Politik. Viele Antirassisten positionieren sich in Abgrenzung zu ihren ideologischen Gegenspielern im rechten Lager, die sie manchmal mit härteren Bandagen bekämpfen als den Rassismus selbst. Sie verwalten ihn eher und versuchen, sich als Schutzmacht der Opfer zu profilieren. Das ist aller Ehren wert, trägt aber häufig nicht dazu bei, die Opfer zu ermächtigen. Ähnliches gilt für viele Migrantenverbände, die durch Klagen über Rassismus und Islamophobie hoffen, noch mehr Fördergelder vom Staat zu erhalten, und die oft sogar die Interessen ausländischer Regierungen oder extremistischer Organisationen mit der Rassismuskeule durchboxen. Damit haben sie das Misstrauen gegen Migranten, insbesondere muslimische, nicht beseitigen können. Vielfach kann man den Eindruck gewinnen, sie hätten nicht wirklich ein Interesse daran, die Lage zwischen muslimischen Communitys und der Mehrheitsgesellschaft zu verbessern, sondern aus dem Status quo Kapital zu schlagen. Und auch jene, die als Beispiele für gelungene Integration gelten, Kinder von Migranten, die es „geschafft“ haben, die sich etabliert haben, werden nur selten zur Stimme jener, die in dieser Debatte keine Stimme haben.

Die Journalistin Canan Topçu bemerkte zurecht in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 1. Oktober 2020 mit dem Titel „Nicht mein Antirassismus“, dass die Rassismusdebatte auf eine Weise von einer Elite dominiert und instrumentalisiert wird, die einen konstruktiven Diskurs unmöglich macht. Wut, Anklagen und pauschale Verurteilungen, so Topçu, würden dazu führen, dass auch berechtigte Kritik mit der Zeit auf Ablehnung stoße. Der allgemeine Rassismusvorwurf brandmarke nicht nur „aktive Rassisten oder unbekümmerte Unsensible, sondern stößt auch alle jene vor den Kopf, die guten Willens sind“. Damit gängele man auch jene Menschen, die eigentlich Verbündete im Kampf gegen Rassismus sein müssten. „So scharf wie sie derzeit geführt wird, wird die Rassismusdebatte nicht dazu beitragen, Ungerechtigkeiten zu verringern. Im Gegenteil: Sie verhärtet die Fronten, wie ich im Privaten und im Beruflichen feststelle. Das unbefangene Miteinander wird schwieriger; aus Sorge, als Rassist angeprangert zu werden, wissen viele nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen, welche Themen sie ansprechen dürfen und was sie besser nicht fragen sollten“, schreibt Topçu.

Topçu kritisiert, dass die Richtung und Tonalität der Rassismuskritik von einer jungen akademisch gebildeten Generation bestimmt werde, die einerseits darauf poche, nicht auf ihre Herkunft reduziert, sondern als „von hier“ wahrgenommen zu werden, die andererseits aber selbst Identitätspolitik betreibe. Und zwar nicht nur durch die Selbstbeschreibung als „People of Color“, sondern auch durch das Zelebrieren von Elementen aus der Herkunftskultur. „Politisch problematisch ist die moralische Überlegenheit, die aus der Betroffenheit abgeleitet wird, ohne selbst auf Ressentiments zu verzichten oder Ausgrenzung zu betreiben“, schreibt sie. Menschen müssten lernen, aus verschiedenen Perspektiven zu denken. Wissen und Empathie könnten nicht entstehen, wenn man einem großen Teil der Gesellschaft den Mund verbietet. Genau das geschehe, wenn man aus der eigenen Diskriminierungserfahrung das Recht ableite, der Mehrheitsgesellschaft Sprechverbote zu erteilen.

Auslöser für Topçus Beitrag war das Buch „Eure Heimat ist unser Albtraum“, herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah, in dem 14 Autorinnen und Autoren über ihre Beziehung zu Deutschland schreiben. Den Anstoß für dieses Buch hatte Innenminister Horst Seehofer geliefert, der 2018 mit seinen Aussagen über Migration als „Mutter aller Probleme“, den Islam und den Begriff Heimat für Irritation gesorgt hatte. Das Problem dieses Debattenbuches ist, dass es eine Debatte von vornherein unmöglich macht, denn es operiert mit den alten Kategorien von „wir“ und „die Anderen“. Die Frontstellung Minderheit/Mehrheit geht an den tatsächlichen Problemen vorbei, denn weder die Mehrheitsgesellschaft noch die Minderheiten sind in sich politisch, sozial oder kulturell homogen. Damit manövriert man sich in jene identitätspolitische Sackgasse, die man doch gerne den Rechten vorwirft.

Nicht auf die eigene Herkunft reduziert werden zu wollen und gleichzeitig diese Karte bei jeder Gelegenheit auszuspielen überwindet Rassismus nicht, sondern kultiviert ihn. Wie sehr dieser Reflex immer noch vorhanden ist, habe ich erst vor Kurzem wieder festgestellt: Ende März 2020 lag ich wegen des Verdachts einer Corona-Infektion auf der Isolierstation eines Krankenhauses in Berlin. Meine Ärzte stammten aus Italien, Polen und Deutschland, die Krankenpfleger aus Afrika, Afghanistan und der Türkei. Meine ägyptische Herkunft hat keine Rolle bei meiner Behandlung gespielt. Ich wurde medizinisch und menschlich bestens betreut. Und nein, ich bin nicht privat versichert und das war keine Sonderbehandlung. Als ich eines Abends in meinem Bett lag und im Netz surfte, las ich, wie die Journalistin Ferda Ataman auf Twitter schrieb: „Ich habe irgendwie eine Ahnung, welche Bevölkerungsgruppen in Krankenhäusern zuerst behandelt werden, wenn die Beatmungsgeräte knapp werden.“ Damit bezog sich Ataman auf eine Aussage des Duisburger Politikwissenschaftlers Ismail Küpeli, der zuvor auf seinem Kanal geschrieben hatte: „Ich habe irgendwie eine Ahnung, welche Bevölkerungsgruppen bei dieser faktischen Ausgangssperre sehr häufig kontrolliert und immer wieder Stress bekommen werden.“

Die Unverschämtheit dieser Unterstellungen hat mich erzürnt. Hätte uns nicht die Unübersichtlichkeit der Lage und die Angst vor dem neuartigen Virus zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammenschweißen können? Nein, keineswegs. Das Virus, das sicher keine Unterscheidung zwischen Ethnien vornimmt, wurde instrumentalisiert und als weiteres spaltendes Element der Gesellschaft identifiziert. Ich war verärgert auch deshalb, weil ich das Gefühl hatte, dass dahinter keine wirkliche Sorge um Erkrankte mit Migrationshintergrund steckte, sondern dass hier eine Aktivistin in ihrem Streben nach Selbstinszenierung nicht davor zurückschreckte, eine mögliche Triage mit der Herkunft des Patienten, nicht mit medizinischen Gegebenheiten zu verbinden.

Die gleiche Journalistin, die regelmäßig zum Integrationsgipfel der Kanzlerin eingeladen wird, hatte kurz zuvor Innenminister Horst Seehofer in die Nähe des NS-Regimes gerückt und für eine taz-Beilage der Amadeu-Antonio-Stiftung geschrieben: „Politiker, die derzeit über Heimat reden, suchen in der Regel eine Antwort auf die grassierende ‚Fremdenangst‘. Doch das ist brandgefährlich. Denn in diesem Kontext kann Heimat nur bedeuten, dass es um Blut und Boden geht.“ Seehofer fühlte sich so brüskiert, dass der folgende Integrationsgipfel erstmalig ohne den Innenminister stattfand.

Haltlose Unterstellungen wie diese, oder auch weitere Bücher mit Titeln wie: „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“ führen nur zu weiterer Ausgrenzung, sie lösen keine bestehenden Probleme, sondern schaffen neue. Weil man die Adressaten nicht nur zu einer homogenen rassistischen Masse erklärt, sondern sie von vornherein vom Diskurs ausschließt. Wer so verfährt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Gräben nicht nur nicht überbrücken, sondern sogar noch vertiefen zu wollen. Anklagen wie die oben zitierten sind kalkulierte Provokationen jener Kräfte, die ihr Wirken durch Desintegration und Rassismus legitimiert sehen, und durch deren Überwindung um ihre Existenzberechtigung fürchten müssen. Und da schließt sich der Kreis zu jenen radikalen Ideologen von rechts, die ebenfalls die Welt in Gut und Böse einteilen. Ein solcher Kulturkampf aber wird nie zu einer Versöhnung führen. Sollten wir tatsächlich an einer Lösung und einer Überwindung von Rassismus und Diskriminierung interessiert sein, dann brauchen wir einen „safe space“, einen Vermittlungsraum, in dem Menschen aus unterschiedlichen Gruppen als Individuen und nicht als Vertreter eines wie auch immer gearteten Blockes unverkrampft miteinander reden können.

Abdel Hamad

 

Hamed Abdel-Samad, Schlacht der Identitäten. 20 Thesen zum Rassismus – und wie wir ihm die Macht nehmen. © 2021 dtv Verlagsgesellschaft, München. Ab dem 23.4. im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-423-28275-8; 144 S.; 14 Euro

 

Markus Michaelis | Do, 22. April 2021 - 15:01

ich blicke mal auf meine Beispiele und sehe da, dass Rassismus vieles, was in westlichen Gesellschaften passiert, nicht mehr richtig beschreibt. Das scheint mir ein Kampfbegriff, der an ein Denken von Gestern anknüpfen will, um höchste Moral zu beanspruchen und Diskussionen und Nachdenken so zu beenden.

Viele "Rassisten" von heute wollen eher ungestört in ihrer Ecke leben können, als dass sie einen Plan zur Welteroberung durch ihre eigene als überlegen gedachte Gruppe hätten. Viele Antirassisten gehen davon aus, dass sie die echten, wahren Menschheitswerte vertreten, die auf der ganzen Welt und für alle Menschen durchzusetzen sind. Menschen, die dem nicht folgen, sind in diesem Sinne minderwertige Menschen, weil sie nicht den (postulierten) wahren, einzigen Menschheitswerten folgen. Der Anspruch ist hier global und universell, die Beurteilung anderer Menschen ist es auch.

Sind dieses Denken und die Begriffe (Rassismus) dem angemessen, was in westlichen Gesellschaften derzeit anliegt?

Möchte in Ruhe gelassen und entspannt in seiner Ecke sitzen? Das geht ja wohl gar nicht lieber Herr Michaelis;)! Zum Thema Entspannung erwarb ich bei einem Berlin Trip vor Jahren eine lustige Postkarte, die unter ähnlichen an meinem alten Küchenbuffet hängt. Darauf ein auf dem Ellbogen in Seitenlage mit geschlossenen Augen in sich ruhendes Känguru mit der Aussage bzw. Feststellung "Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhls zulegen! Der muss schließlich auch mit jedem Ar... fertig werden;)" Wie wahr! Und doch nicht leicht umzusetzen wenn man wie ich zum Beispiel die Zeichen und die heute als angemessen befundene bzw. gültige Sprache unserer Zeit in Teilen nicht mehr beherrscht und so von einem Meinungsfettnapf zum nächsten tappt. Aus meiner Ecke komme ich mit Vorsicht nur noch hier im Cicero, unserem safe space bzw. der von einigen Mitkommentatoren als problematisch bezeichneten Blase Gleichgesinnter;). Ganz schön auf den Hund gekommen, ich alte weiße Frau!;) Alles Gute!

Und gäbe es nicht deutlich erhöhte Anzahl an Gewaltstraftaten und Morde mit rassistischem Hintergrund, dann könnte man sich fast das Bild vom netten rassistischen Eigenbrötler mit Garten auf dem Land vorstellen. Am Wochenende in die Dorfscheune und etwas Rechtsrock bei Reichkriegsfahne und lokalen Bierdosen hören, etwas mit der spießigen Harley rumfahren und abends Bratkartoffeln zum essen.

Nur die stark angestiegene Anzahl der rechtsextrem und rassistischen (beides nicht das gleiche, aber große Schnittmenge) motivierten Morde zeugen davon, dass mit der Harley und Bratkartoffeln alleine dann doch nicht getan ist.

Und sonst, nennen wir es doch einfach Intoleranz. Mir persönlich ist es genauso egal, wie jemand aussieht, woher er kommt, woher die Eltern oder Großeltern stammen, welchen Glauben oder Aberglauben er gut findet, wie welchen Brotaufstrich er zum Frühstück bevorzugt. Alleine sein/ihr Verhalten ist für mich ausschlaggebend.

dennn gegen rechtsextreme und rassistisch motivierte Morde bin ich aus ganzem Herzen, auch gegen Einschüchterungen, die damit spielen, dass Menschen Angst vor solcher Gewalt haben - ganz ohne, dass man die Gewalt dann konkret ausüben müsste. Jede politische Gruppe sollte klar signalisieren, dass kein Gegner Angst vor Gewalt haben muss und dass man gegen Gewalt in den eigenen Reihen vorgehen wird.

Ich will aber doch hier die Gegensätze betonen: das was bei uns unter Rassismusdebatten läuft, hat aus meiner Sicht mit rechten Gewaltmorden so wenig zu tun, dass ich dieses Argument als politisch übergriffig empfinde. Damit kann ich jede Diskussion beenden, dass ich die politischen Gegner mit Gewaltverbrechern unter eine Decke stecke. Aber was hat ein Abdel-Samad, ein Barberowski, der strukturelle Rassimus den eine Hasters anklagt etc. mit Gewaltmorden zu tun? Wer verteidigt da eher was? Aus meiner Sicht haben sich auch in der deutschen "Mitte" Dinge auf eine ungute Seite verschoben.

Vielen Dank Herr Goettel, besser als mit Ihrem Kommentar könnte man das Leitthema, wenn sich Antirassisten wie Rassisten gerieren nicht darstellen! Ich persönlich fahre keine Harley, esse aber hingegen ab und an schon ganz gerne Bratkartoffeln, was nun ? Bin ich schon verdächtig? Es gibt auch einen Foristen der ganz demokratisch, weltoffen und natürlich tolerant Deutschland in Hell und Dunkeldeutschland einteilt und die dortigen Bewohner gleich mit als Dunkeldeutsche kategorisiert, ist das kein Rassismus? Erst denken und dann schreiben! Mit dunkeldeutschem Gruß Jürgen Klemz

in dem man sich mit Kräften suhlen kann!

Selbstverständlich beziehe ich mich auch auf eine Bemerkung Joachim Gaucks aus dem Jahr 2015, der meinte "Es gibt ein helles Deutschland, das sich leuchtend darstellt gegenüber dem Dunkeldeutschland"....

Selbstverständlich ist damit nicht eine ganze Region gemeint, sondern eine Gesinnung, die nun mal im Osten unseres schönen Vaterlandes besonders gehäuft auftritt.

Da, wo die AfD zweitstärkste Partei ist, wo man selbst der NPD zugesteht, eine normale Partei zu sein, wo bei Pegida schon mal Zehntausende hinter dem "lieben Lutz", einem vorbestraften Volksverhetzer herliefen, wo jetzt Covidioten trotz gerichtlicher Verbote zusammen mit rechten Extremisten und Verschwörern Super-Spreader-Events veranstalten usw.

Selbstverständlich betrifft das nicht diejenigen, die solchen u.ä. Gruppierungen ablehnend gegenüberstehen.

@Quirin Anders: Nicht Neo-Nazis, sondern Gegendemonstranten sind also zu verurteilen? Schönes Demokratieverständnis.

Ja , wenn schon es Joachim Gauck sein soll, bitte. Am 19.06.2016 in einem ARD-Interview: "Die Eliten sind gar nicht das Problem,die Bevölkerungen sind im Moment das Problem". Die Nähe zu US-republikanischem Denken dürfte nicht von ungefähr kommen. Joachim Gauck ist Mitglied des elitären Vereins Atlantik-Brücke.

https://www.cicero.de/innenpolitik/ein-praesident-fuer-die-eliten/48408
https://www.bz-berlin.de/deutschland/spahn-wem-unsere-art-zu-leben-nich…

Günter Johannsen | Do, 22. April 2021 - 15:25

hat Hamed Abdel-Samad schon lange!
Er ist ehrlich, ausgesprochen mutig und authentisch. Ich bewundere seinen Mut, weiter trotz der ausgesprochenen Fatwa (Mordaufruf!)öffentlich aufzutreten gegen den politischen Islam (Islamisten) und trotz der Anfeindung der links-grünen Islamisten-Freunde!
Ich verneige mich vor einem Menschen, der seine Überzeugung lebt angesichts des täglich drohenden Mordversuch und auch die falschen Rassismus-Jäger als das offenlegt, was sie in Wirklichkeit sind: Scheinheilige Linke, die alle Andersdenkenden als Rassisten diffamiert, obwohl sie selbst einem Rassisten hörig sind: Karl Marx, die Ikone der Linken war ein übler Rassist und Antisemit. Passagen von Marx über Juden lesen sich wie Texte von hitlergetreuen Nazis:
"Welches ist der weltliche Grund des Judenthums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher.“
Politisch korrekt??? Wohl kaum, Genossen!

Rainer Mrochen | Do, 22. April 2021 - 15:26

gibt schon schwer zu denken. "Wenn sich Antirassisten wie Rassisten verhalten". Nein, nein!
Das Verhalten dieser Leute ist per se rassistisch und sie wissen das. Wahr haben wollen sie es allerdings nicht. Daher die permanente und provokative Selbstetikettierung des Antirassisten. Hier geht es nicht mehr nur um Begrifflichkeiten, sondern um eine Art "Kulturkampf". Das ist gefährlich, weil dadurch mehr unüberwindbare Hindernisse geschaffen werden, die durchaus das Potenzial eines Bürgerkonfliktes, auf heisser Ebene, in sich bürgen. Was soll ein sogen. "safe space" bewirken? Letztlich grenzt auch dieser nur diejenigen aus, die für das Dilemma die Verantwortung tragen, nämlich pathologisch veranlagte Leute, die blindwütig ihrer Ideologie nachhängen. Diese sind unbelehrbar.

Markus Michaelis | Do, 22. April 2021 - 15:47

Meiner Wahrnehmung nach unterstützt die Regierung das Denken, das Abdel-Samad hier kritisiert. Abdel-Samad ist regierungspolitisch eher eine störende Randfigur, die Regierung fördert und diskutiert an vielen Stellen mit den Leuten, die hier kritisiert werden. Warum?

Einerseits gehört Abdel-Samad zumindest von den politisch sichtbaren Migranten zu einer Minderheit. Ein anderer Grund ist, dass es eine starke Fokusierung gegen Deutsch-Rechts gibt und eine positive Grundeinstellung gegenüber Allen, die auch gegen Deutsch-Rechts sind. Ein anderer Grund ist wohl, dass man sich eine universelle Menschheit vorstellt, also aktiv möglichst viele verschiedene Gruppen in D einbinden will.

Sind das die Erklärungen? Tragen die? Gäbe es dazu andere Gesichtspunkte? Die Regierung sollte darüber offener sprechen und diskutieren.

dass man sich eine universelle Menschheit vorstellt,...was immer eine "universelle Menschheit" sein soll. Nein , ...ich denke das hier eine Schema durchgesetzt werden soll, was einem Durchregieren nahe kommt. Der Bürger soll nicht mehr aufmucken, gefälligst das akzeptieren, was die Obrigkeit beschließt.

Wir (der Westen) konnten bisher nur elementare Freiheiten genießen, weil wir unsere Mitgliedschaft in einem territorialen Begriff fassen konnten. Hier liegen die Fundamente der politischen Ordnung, die auf der säkularen Zugehörigkeit gebaut wurde. Gewissensfreiheit gibt es aber in Staaten, welche auf religiöse Abhängigkeit setzen nicht. Der Zusammenprall mehrerer Religionen auf unseren Staatsgebiet, ich denke besonders an die Rolle des Islam. Hat die vorhandene Neutralität (Vorrang des weltlichen Rechts) beschädigt.

Demokratien brauchen ein nationales, statt ein religiöses oder ethnisches „Wir“. Denn dieses „Wir“ sind unsichtbare, über Jahrzehnte gewachsene, menschliche Übeinkünfte.

So sehe ich es auch. Ich möchte noch weiter gehen. Wenn man uns die Identität nimmt, und das braucht der Bürger, und so empfinde ich es, wie soll man dann andere mögen, wenn man sich selbst nicht mag, weil man nicht weiß, wer man ist?
Das gilt für einzelne Personen ebenso wie für eine ganze Nation.

möchte unbedingt Zuwanderung und zwar schnell und viel.
Da es natürlich zu Problemen mit der eigentlichen Bevölkerung kommt, muss diese "ruhig gestellt" werden - und zwar so, dass sie keine "legitime" Möglichkeit hat, gegen die Zuwanderung aufzubegehren. Nachdem einige Anschuldigungen (Pack, Na.... usw) nicht helfen, wird ein Rassismusvorwurf etabliert, dem die eigentlich großteils aufgeschlossene und freundlich gesinnte Bevölkerung nichts entgegensetzen kann. Sie ist nun wehrlos. Kann es das sein?

Ich kenne keinen einzigen Rassisten - aber natürlich hat sich die Einstellung zu Fremden seit 2015 und einigen negativen Erfahrungen verändert.

Maria Arenz | Do, 22. April 2021 - 15:55

in der so blühenden Wüste von Ignoranz und Selbstgerechtigkeit, als die ich die aktuelle Besoffenheit vom Opfer- sein aller "People of Colour" wahrnehme. Ich für meinen Teil habe mir aber fest vorgenommen, mich trotzdem auf die Suche nach den rassitischen und kolonialen Sünden meiner Vorfahren zu machen, sobald ich von Schweden und Frankreich für all die Greueltaten entschädigt wurde, die ihre Soldateska beginnend mit dem 30-jährigen Krieg, in diversen Erbfolgekriegen, und nicht zu vergessen Napoleons "Befreiungskriegen" meinen im Linksrheinischen beheimateten Vorfahren angetan haben. Kann aber gut sein, daß ich bei meiner Recherche auch jede Menge Könige, Häuptlinge und Big men
"of Colour" finde, deren Gier und Ruchlosigkeit Voraussetzung war für das Gelingen der Verbrechen meiner Vorfahren. Außerdem setze ich demnächst einen Preis aus für denjenigen, der einen Ersatz für dieses dämliche "People of Colour" findet. Wer empfindet denn schwarz und braun als "farbig"?

Bernd Muhlack | Do, 22. April 2021 - 16:52

Das Geschirr spülend sagt Methusalix zu seiner sich schminkenden Gattin:
"Du kennst mich. Ich habe nichts gegen Fremde; viele meiner Freunde sind Fremde.
Aber diese Fremden da sind nicht von hier!"

Das ist so ziemlich genau mein Standpunkt, entspricht meiner Auffassung.

Ich habe zahlreiche ausländische Bekannte, etliche sind gar Freunde.
Was ich nicht gebrauchen kann, sind Zeitgenossen
die der Ansicht sind, sich hier auf ihre "anerzogene Art und Weise" breit machen zu müssen.
Oft gar seitens des Staates alimentiert und sich emsig vermehrend.
Nein, das ist weder rassistisch noch ein Vorurteil!
Ich muss nur bestimmte Stadtviertel aufsuchen und hätte zahlreiche Beweise.

Und wenn es andere Zeitgenossen gibt, welche diese "Neger, Gesocks" wieder heimschicken (entsorgen) wollen, dann ist das eben deren Meinung.
Ich kann auf beide vorgenannten Gruppen verzichten!

Es gibt keine absolute Moral, Gleichheit und Toleranz, gar Akzeptanz.
Das wird es nie geben!

Thomas Morus: Utopia

Heidemarie Heim | Do, 22. April 2021 - 17:09

Unverkrampft miteinander reden? Das wäre wunderbar und wünschenswert lieber Herr Abdel- Samad! Allein angesichts des heutigen Furor teutonicus;) mit dem aber auch in anderen Ländern ganze Gesellschaften aufgespalten werden um, wie Sie ja richtig bemerken eigene Interessen und Geschäftsmodelle zu etablieren, fehlt mir mittlerweile der Glaube an eine Lösung. Das wir, die wir in einem demokratischen westlichen Staat, mit 2 überwundenen Diktaturen, Generationen ohne Hunger, immer wiederkehrende Naturkatastrophen, Krieg, dafür mit freien Bildungschancen, Meinungsfreiheit, Wahlfreiheit, Religionsfreiheit, Aufstiegschancen für Jeden, Sozialsysteme die auf der Solidarität aller gründen und keinen zurück lassen im Normalfall aufgewachsen sind, überhaupt so was wie ein safe space brauchen, hätte ich mir nicht annähernd vorstellen können. Früher war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber was heute abgeht, als unvereinbar gilt bzw. an irreversiblen Schäden angerichtet wurde ist grotesk! MfG

Stefan Wenzel | Do, 22. April 2021 - 21:02

In reply to by Heidemarie Heim

Ja, liebe Frau Heim, miteinander reden können, das wäre wunderbar. Und ist es wert, es wie der großartige Hamed Abdel-Samad immer wieder zu versuchen.

Ich selbst habs erlebt: Ein Nachbar beschwerte sich über dunkelhäutige Jungs, die angeblich durch sein Fenster auf seine schönen Töchter schauten. "Ich hab nichts gegen Afrikaner, aber ...!". Ja, is klar. Im Gespräch regte er sich aber ab, duldete sogar, dass einer von ihnen ein Haus weiter monatelang untertauchen konnte, bis er wieder Papiere hatte. Kein Verpfeifen, Solidarität sogar, und der Rassismus war hier nur Getöse.

Vielleicht haben viele nur Angst und wissen nicht, sich menschenwürdig zu äußern. Helfen wir ihnen dabei. Den wirkliche Rassisten, die andere Völker als minderwertig ansehen und sich selbst darüber erheben, müssen wir allerdings Einhalt gebieten. Oder lässt sich auch das mit Geduld und Spucke klären? Schön wärs. Und zusätzlich zur strengen Hand auch einen Versuch wert ...

Ernst-Günther Konrad | Do, 22. April 2021 - 17:39

"..die Regenbogenfahne.. Ursprünglich steht die Fahne für Veränderung, Aufbruch, Frieden, Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt." Sie wurde inzwischen von der Gegenseite, der ANTIFA gekapert und befindet sich inzwischen auf Seawatch Schiffen, welche die oft mit ihrem Leben bezahlende Menschen aus dem Orient und Afrika, die mangels eigener Lebensperspektive nach Europa illegal zur Einreise verhelfen. Wer das differenziert kritisiert ist ein Rassist? Wer die Not und verständlichen Fluchtgedanken dieser Bootpeople ausnutzt ist der "Gute"?
Alles was Sie in diesem Artikel beschreiben, trifft den Nagel auf den Kopf. Und weil das auch noch aus Ihrem Mund und Feder kommt, können Sie nur ein islamophober Rassist sein.
Die Politik und die Medien sind auf dieses Rassismus Boot aufgesprungen und erzeugen durch Unterstützung der angeblichen Antirassisten genau das, was sie angeblich bekämpfen wollen. Ja, Rassismus ist inzwischen auch ein mit Steuergeldern bezahltes lukratives Geschäft. Widerlich

Christoph Kuhlmann | Do, 22. April 2021 - 17:49

Ich muss gestehen, das ist für mich viel schwieriger als Widerspruch. Man lernt auch nichts neues weil man das meiste schon vorher dachte allerdings nicht so treffend formulierte. Es ist dieselbe Melange von Pauschalisierungen, Diffamierungen und Vorurteilen die niemand auf der einen Seite begrüßen und auf der anderen Seite verurteilen kann, wenn er sich nicht vollkommen unglaubwürdig machen will. Damit sind wir aber beim Problem. Ein Großteil der Medien, Publizisten und Moralisten ist vollkommen inkompetent wenn es um die konstruktive Operationalisierung des Phänomens Rassismus geht. Persönlich habe ich es aufgegeben und erwarte eine Ausweitung des Problems, je intensiver darüber diskutiert wird. Denn die Diskussion lässt sich nicht führen ohne kollektive Identitäten zu unterstellen und damit zu fördern, genauso wie Marx das Bewusstsein der Arbeiterklasse in seinen Schriften schuf. Weniger bei den Arbeitern als an den Universitäten. Womit wir eine Quelle des Übels erkannt haben.

Quirin Anders | Do, 22. April 2021 - 18:20

Hamed Abdel-Samad beschreibt am Beispiel des (Anti-)Rassismus treffend ein Phänomen, das ebenso bei anderen Problemen zu beobachten ist:
Anti-Rassisten verhalten sich wie Rassisten,
Anti-Faschisten verhalten sich wie Faschisten,
Anti-Diskriminierer verhalten sich wie Diskriminierer,
Moralapostel verhalten sich unmoralisch,
usw.
Wobei jeweils das eine Verhalten ("Anti-X") m.E. ebenso verfehlt ist wie das andere ("X").
Anders als ein Mitkommentator meine ich aber nicht, dass "diese Leute per se rassistisch" seien. Diese Verallgemeinerung und Pauschalierung übersieht nämlich all jene, die zwar gegen Rassismus, Faschismus etc. sind und solchen Tendenzen, wo nötig, entgegentreten, sich dabei aber anständig verhalten.
Zum Glück gibt es auch diese Leute; sie agieren nur nicht marktschreierisch. Sei es, weil sie keine Vorteile für sich herausschlagen wollen, sei es, weil es ihnen nur um die gute Sache selbst geht, nicht aber um Selbstdarstellung, Selbstüberhöhung oder andere niedrige Motive.

für die, welche sich für links ausgeben, aber in Wirklichkeit spießig-linksfaschistoide Moral-Elitäre sind!
"Anti-Rassisten verhalten sich wie Rassisten,
Anti-Faschisten verhalten sich wie Faschisten,
Anti-Diskriminierer verhalten sich wie Diskriminierer,
Moralapostel verhalten sich unmoralisch,... "

Rob Schuberth | Do, 22. April 2021 - 18:49

Herr Abdel-Samed ist auch mir schon länger bekannt.
Ein wirklich mutiger u. aufrechter Mann.

Das er - weil er so mutig ist - seit Jahren unter Polizeischutz leben muss, sagt viel aus über den Zustand unserer Gesellschaft.

Leider befürchte ich wird die aktuelle u. a. alle folgenden Regierungen daran aber kaum etwas ändern (wollen).
Zu groß ist die Angst selbst "an den Pranger" gestellt zu werden, sollte man gemäß seinen richtigen Analysen endlich HANDELN.

Immerhin hat man bzgl. der Clan-Kriminalität zaghaft angefangen.
Wenn auch nur in Form von Nadelstichen wo es Schwerthiebe bräuchte.

Rob Schuberth | Do, 22. April 2021 - 18:58

Danke für diesen überaus wichtigen u. richtigen Artikel.

Den 14 Frauen, die das Buch „Eure Heimat ist unser Albtraum“ geschrieben haben, rufe ich zu: Dann geht doch ....wohin ihr wollt, aber wenn ihr hier leben wollt, dann bitte auch nach unseren Werten u. Regeln.

Ich weiß, jetzt werden einige gleich die Rassismuskeule schwingen...mir egal.

Ich habe einige Monate versucht in der TAZ gegen linke Ideologien zu schreiben.
Mit vernünftigen u. sachlichen Argumenten versteht sich.

Es verging nicht ein Tag an dem ich nicht als Menschenfeind, Rassist oder Nazi beschimpft worden bin.
Am Ende kam, ohne jede Verwarnung (wofür auch), oder Begründung einfach die Profilsperrung.

Damit war m. Versuch die Menschen in einer anderen Blase zu erreichen gescheitert. Aber nur weil die anderen das nicht zulassen woll(t)en.

Tomas Poth | Do, 22. April 2021 - 19:28

Da mittlerweile Millionen, wenn nicht bald schon Milliarden an Steuergeldern, für den sogenannten "Kampf gegen Rechts" bereitstehen und ausgegeben werden, wird klar wer sich hier die Taschen vollstopft.
Dazu gehört auch die Antonio Amadeus Stiftung von der Stasi-Kahane (Nachtigall ik hör dir trapsen, wa).
Genau genommen ist das ein Kampf für eine RotGrün-sozialistische Weltsicht, die nur als Kampf gegen Rechts apostrophiert wird. Nur so lassen sich die Gelder dafür locker machen.
Der deutsche Steuerzahler-Michel wird zur sozialistischen Weltenrettung ausgepresst.

Frank Müller | Do, 22. April 2021 - 21:12

Das Bemerkenswerte am Begiff Rassist ist, dass er nicht gegendert wird, so wie auch der Geisterfahrer (sorry Falschfahrer)

Urban Will | Do, 22. April 2021 - 21:55

Ende des Artikels geschrieben, „Gräben überbrückt“ werden sollen. Das Gegenteil ist der Fall.
Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen rechtem und linkem Faschismus.
Der rechte wird unisono von allen Seiten des links – grünen Mainstreams bekämpft und der linke wird mit Steuergeldern subventioniert.
Solange sich das nicht ändert, helfen noch so viele Artikel oder Bücher nichts. Das System ernährt sich selbst.
Ich war lange auch dafür, Artikel wie diesen hier immer wieder zu schreiben, aber mittlerweile bin ich nur noch genervt.
Der Beitrag von Herrn Abdel – Samad ist sehr gelungen, das möchte ich gar nicht bestreiten, aber er wird absolut nichts ändern. Ebenso wenig wie sein Buch.
Die mehr als überfällige geistig – kulturelle Wende in D, hin zu offenen, unvoreingenommenen Diskurs und Toleranz, wird vielleicht eines Tages kommen, aber vorher muss die Karre an der Wand hängen.
Solange man Geld dafür bekommt, „links“ zu sein, wird sich nichts ändern.

Norbert Heyer | Fr, 23. April 2021 - 08:13

Wir haben jetzt zwei konträre Gruppen in unserer Gesellschaft, die sich immer wieder neu beschimpfen, beleidigen oder auch gewaltsam bekämpfen. Der „AWM“ gegen Schwarze, Türken, Moslems. Die Deutungsmehrheit hat zweifellos die zweite Gruppe, da sie medial und politisch starke Unterstützung erfährt. Es ist für mich als Mitglied bei den AWM nahezu unmöglich, eine sachliche und -ganz wichtig- ergebnisoffene Diskussion zu führen, ohne sofort mit moralischen Entgegnungen praktisch „mundtot“ gemacht wird. Das alles scheint politisch gewollt, es soll ein Konflikt heraufbeschworen werden im Sinne von „alt, rechts, unbelehrbar“ gegen „jung, links, weltoffen.“ Wer Bundestagssitzungen beobachtet, kann hier das „Vorbild“ für diese Entwicklung erkennen, wenn ein Vertreter der Verfemten redet. Wir werden diese Probleme nicht alternativlos klären können, sondern nur gemeinsam, wo beide Gruppen gleichberechtigt ihre Vorstellungen austauschen. Nur gemeinsam besteht die Chance, den Frieden zu erhalten.

Juliana Keppelen | Fr, 23. April 2021 - 09:46

für diesen Artikel er trifft genau den Punkt.
Das schlimme ist, dass inzwischen "wir die Guten dort die Bösen" durch alle Bereiche zieht bis zur Aussenpolitik und vor lauter Eifer übersehen, dass sie eben oft Rassisten unter ihrem Deckmantel schützen.

Wolfgang Beck | Fr, 23. April 2021 - 22:51

Viel Lob für den Verfasser, aber jetzt auch mal Kritik: "In seinen Einsprüchen und Stellungnahmen plädiert er für eine emanzipierte und kulturell vielfältige deutsche Gesellschaft ..." Diese Forderung nach Vielfalt - immer wieder liest man`s, aber wo bleibt die Begründung - braucht man wohl nicht begründen, stellt man einfach so, ex cathedra, in den Raum. Steht da was im GG? Nur mal so nebenbei angemerkt: Bei welcher staatlichen Organisation geht es um das Eingemachte der Demokratie, um den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung? Kurze Antwort, bei der Bundeswehr; und gibt es dort Vielfalt? Absolut überhaupt nicht, Uniform, Ausrüstung, Dienstvorschriften, alles ist gleich; und da wird auch nicht groß drüber diskutiert. Und genau das macht einen der Kerngedanken der Demokratie aus, die Gleichheit. Um es mal knallhart zu sagen: Leute, die keinen Wehrdienst geleistet haben, können hier überhaupt nicht mitreden.

Christian Haustein | So, 25. April 2021 - 08:27

Persönlich frage mich mich, warum es in einer aufgeklärten, wissenschaftsorientierten Gesellschaft, mich eine stark auf Identitäten fixierte Psychologie gibt? Das ich Bewusstsein gilt doch, als längst widerlegt... Das Freuds Spinnereien so viel Anklang in linken Kreisen erhalten, zeigt ihre verbohrte rückständige Haltung gegenüber der Wissenschaft. Man tritt ideologisch auf, beansprucht jedoch über Pseudo-Wissenschaften, wie die Genderlehre einen Anspruch der gar nicht haltbar ist. Vorallem schadet man jedoch jungen Menschen, die diesen Unsinn Glauben schenken und verhält sich somit schädlich gegenüber jungen Menschen. Man sollte wirklich für eine andere Bildungspolitik und für eine auf Selbstbewusstsein begründete Psychologie eintreten. Lieber Sport, Rhetorik und gesunde Verhaltensweisen beibringen, wie diesen verbohrten Genderismus...