Alles eine Frage der Perspektive: ChatGPT, Fluch oder Segen für das Literaturwesen? / picture alliance

Künstliche Intelligenz - ChatGPT wird die Buchbranche ruinieren, nicht die Autoren

Die technischen Möglichkeiten von ChatGPT bedeuten auch einen radikalen Umbruch für den Literaturbetrieb. Doch da das Phänomen des Selfpublishing in Zeiten Künstlicher Intelligenz immer mehr an Bedeutung gewinnt, werden nicht die Autoren, sondern die Verlage die Verlierer sein.

Autoreninfo

Gideon Böss ist Roman- und Sachbuchautor und hat unter anderem über Religionen in Deutschland und Glücksversprechen im Kapitalismus geschrieben.

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Eigentlich weiß noch niemand so richtig, was man von ChatGPT und all seinen Geschwistern halten soll. In allen Branchen wird über diese Frage gerätselt, während die einen recht optimistisch sind, sind andere verunsichert und überfordert. Erstaunlicherweise findet sich die Buchindustrie eher im Lager der Optimisten wieder und möchte die Chancen nutzen, die diese neuen Entwicklungen mit sich bringen.

Aufseiten der Autoren, auf deren Arbeit bislang die gesamte Industrie basierte, ist die Stimmung hingegen weniger zuversichtlich. So mancher fragt sich, ob es das jetzt war mit den Schreiberlingen aus Fleisch und Blut und ob der Federkiel an die Künstliche Intelligenz weitergereicht werden muss. Diese Sorgen sind verständlich (auch wenn ich meine, dass es für Autoren keineswegs so düster aussieht, dazu später mehr im Text), zumal es manchen Verlagen mit der Integration von ChatGPT tatsächlich gar nicht schnell genug gehen kann.  

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Christoph Kuhlmann | Mo., 22. Mai 2023 - 08:41

Es geht darum, kostengünstig Texte zu produzieren, die für möglichst viele Konsumenten von Interesse sind. Wir kennen das ganze lägst von der elektronischen Musik. Einfallslose Massenware, die zu großen Teilen aus Samples besteht, die es beim Kauf der Software dazu gibt. Deshalb hört sich auch alles gleich an. Am Pult steht ein DJ und schwenkt die Arme im Takt. So ähnlich wird es auch mit der Textindustrie sein. Kurze Geschichten zu Themen, welche die aktuelle Lebenswelt der Zielgruppe betreffen. Man macht seine eigene Musik und lässt seine eigene Literatur nach Stichpunkten erstellen. Irgendwann fragt man sich dann, wozu? Es ist eine Frage der Kreativität. Ein fiktionaler Roman über eine korrupte Ökomafia, die mit Ihren klebrigen Fingern den Bürgern in die Tasche greift, könnte innerhalb weniger Tage erstellt worden. Die Herausforderung ist die Distribution.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo., 22. Mai 2023 - 09:13

"ausser die Autoren".
Ich bin sehr für eine Stärkung der Autoren.
Das kann auch verhindern, dass mit ChatGPT formaler Unsinn produziert würde, der ja durchaus zeitweilig gehypt werden kann.
Frau Bosetti sagte doch auf ihrem Kanal, dass sie noch keinen guten Witz geliefert bekommen habe.
Um das unterscheiden oder auch mal sinnvoll einsetzen zu können, braucht es gute Autoren?
Die Autoren werden digital zulegen, woraus sich eher ein Schritt wie von NC-Maschinen zu CNC-Maschinen ergibt?
Ich stehle kein geistiges Eigentum.
Ich habe das aus der Einsicht in die Diplomarbeit meines Ex-Mannes.
Apropos geistiges Eigentum, kann ChatGPT garantieren, dass dies nicht verletzt wird und wenn ja, was bleibt dann noch übrig für die Programme, Schrott?
Frau Bosetti und andere könnten einmal hier im Cicero darlegen, wie sich ChatGPT auswirken könnte und ich wette, dass sie dazu intellektuell in der Lage ist.
Das könnte auch zu mehr Verständnis untereinander führen, Frau Bosetti und Cicero-Leserschaft?

Ronald Lehmann | Mo., 22. Mai 2023 - 15:09

Yin & Hang
Gut & Böse
Positiv - Negativ
Liebe - Angst
Klein - Groß &&&

Doch wie bei allen PERSPEKTIVEN,
was ist groß oder klein, kalt oder warm, gut oder böse?

Die Frage wäre für mich eher, wie gehen die Verantwortlichen & die Konsumenten damit um

Zum Wohle der allermeisten, dem Volke
oder zum Wohle einer Elite & ein paar feinen Pinkeln,
die "ihr Kind"(KI) für ihre Zwecke mißbrauchen.

Fmp. gibt es vier Leitlinien:

1. Das Maß ist das entscheidende, ob Gift Medizin ist oder Medizin Gift ist

2. Ein Verantwortungsvoller Umgang mit Demut, Respekt & Achtung zu seiner Berufung

3. Alles auf der Grundlage der LIEBE bewerkstelligen & bewerten & Gefahrenquellen so niedrig wie möglich halten

4. Verantwortung übernehmen, sich der Fehler zu bekennen & sich selbst wie anderen Fehler zu zugestehen, um zukünftig für optimalere Lösungen besser gewappnet zu sein

Naumanna | Di., 23. Mai 2023 - 11:49

Literatur und Kunst beruht auf der Kreativität der jeweiligen Schöpfer/innen und ihrer Lebenserfahrungen. KI kann das natürlich nicht ersetzen. Produkte aus KI werden 0-18-15 Dinge sein, die vielleicht am Anfang etwas Aufregung schaffen und interessieren, aber eben nicht wirklich leben, wie Werke echter Autoren. Die Entwicklung ist fatal - es geht nur ums schnelle Geld verdienen. Des Weiteren verarmt die ganze Gesellschaft - es werden keine Geschichten mehr erzählt werden, die das Leben schreibt, denn KI hat ja kein Leben.
Beim Film ist es zB so: jeder kann bald einen Film drehen - rein technisch gesehen - deswegen werden aber nicht mehr Filme entstehen, die tief berühren., weil die technische Perfektion eben nicht alles ist. Lange nicht alles. KI wird uns - zumindest im kreativen Bereich - bald langweilen. Allerdings könnte es schon sein, dass wirkliche Autoren die "Kunst" der KI nutzen, um schneller ihre Werke auf den Markt zu bringen. Wozu eigentlich? Der Markt ist eh übervoll.

Das Original ist meist das "Non plus Ultra"

Die Ferseh-Teile danach z.B. gewinnt nur die Technik & Animationen

Die wirklichen Meisterwerke, angefangen von einen Märchen bis hin zu den Film-Klassikern der Premium-Klasse sind allermeist die ganz besonderen Filme, weil menschlich gespielt & das Herz eines jeden hüpft & jubelt