Richard David Precht
Irgendwie rechts: Richard David Precht / dpa

Kritik an Precht und Flaßpöhler - Milieubedingte Reizwortschleuderei

Richard David Precht und Svenja Flaßpöhler stehen wegen ihrer Äußerungen in der Corona-Debatte in der Kritik. Geschossen wird aus allen Rohren, und auch der Hinweis darf nicht fehlen, dass Precht und Flaßpöhler jetzt auch irgendwie rechts seien. Eigentlich haben wir es mit einer neuen Gattung im Journalismus zu tun: dem „Plakativjournalismus“, der weder klug ist noch reflektiert, sich aber besonders gut auf Twitter zitieren lässt.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero und lebt in München.

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In der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ist jüngst ein lesenswerter Beitrag erschienen. In „Sie nennen es Freiheit“ rechnet die Autorin Julia Encke mit allen ab, die aus ihrer Sicht zu kritisch auf die Corona-Maßnahmen blicken. Encke beklagt, dass die „angebliche Beschneidung von Freiheit, gesellschaftliche Zwänge und selbst auferlegte Zensur“, dass also diese „haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker“ immer weiter vordringen in die „bürgerliche Mitte“.

Besonders angetan haben es Encke der Philosoph Richard David Precht und Svenja Flaßpöhler, die Chefredakteurin des Philosophie Magazins, die, folgt man Encke, eine unheilige Allianz bilden mit all den Corona-Delinquenten und Pandemie-Kollaborateuren da draußen, den Impfgegnern und Covid-Leugnern. Ganz konkret wirft Encke Precht und Flaßpöhler „jene polemische Behauptungskette von Freiheitsberaubung und Selbstzensur“ vor, „die man seit der Corona Pandemie vor allem im rechten Spektrum findet“. 

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M. Bernstein | Do, 2. Dezember 2021 - 08:36

haben ihre Beruf verfehlt. Eine sachliche, faktentreue Berichterstattung ist der Sinn und die Aufgabe des Journalismus und eben nicht Kampagnenjournalismus. Frau Flaßpöhler und Herr Precht denken wenigstens nach. Gibt es in Deutschland jetzt auch Denkverbote?

Die Medien & vor allem die ÖR sind Katalysator für unsere heutige gesellschaftliche Entwicklung geworden. Hinzu durch Feuer frei auf allen Kanälen Respektlosigkeit & Erzeugung von Hass & Spaltung auf allen Ebenen. Selbstbeweihräucherung ohne das eigene handeln & reden zu hinterfragen, aber mit der Moralkeule auf den Gegenüber pausenlos einschlagen.

Für mich persönlich fängt Respekt & Achtung schon damit an, das ich oder der Gegenüber "man sich anhört" & nicht verweigert.

Aber man will ja dies gar nicht.
Bestes Beispiel: GRETA.
Früher hätte man gesagt, Respektlosigkeit & undiszipliniert, weil sie der Schule fern bleibt. Heutzutage werden "SOLCHE" von der MACHT hofiert & gefeiert.

Ich stehe heutzutage noch im Bus oder Straßenbahn auf, wenn jemand schlecht stehen kann oder Hochschwanger ist.

RESPEKT: Rückschau, Einschätzung, Betrachtung, Wertschätzung, Aufmerksamkeit & Ehrerbietung.

Aber wo die Menschen Gott verlassen haben, wurde auch die Ehrfurcht in die Wüste gesendet.
MfG

Franz Jürgens | Do, 2. Dezember 2021 - 08:38

Vielen Dank, dass Sie diesen schrecklichen plakativen Journalismus bloßstellen. Beim Lesen des vor dümmliche Häme triefenden Artikels in der Frankfurter Rundschau über Precht und Flaßpöhler wurde ich an die Diktion des "Stürmer" erinnert, und war darüber tief erschrocken. Ich hätte so etwas nicht für möglich gehalten. Diese ätzende, abwertende Häme kommt von Personen, die sich selbst für tolerant und weit halten.

Helmut Bachmann | Do, 2. Dezember 2021 - 09:48

In reply to by Franz Jürgens

wer sich die vor Hass triefenden Kommentare der üblichen Forenblockwarte durchliest, als Krönung einer Gruselreise vielleicht mit einem Zeitonlineforum abschließt, kann sehen, was da -von der Regierung und einem Großteil der Presse gepuscht- auf uns alle zukommt. Nennt man das, wenn es von links kommt Faschismus oder Stalinismus? Egal, es geht jedenfalls um einen vereinfachenden, ausgrenzenden und letztlich gewalttätigen Umgang mit Minderheiten anderer Meinung. Täglich neue Gängelungsphantasien gegen "die Ungeimpften", ohne die wir ja so glücklich wären.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 3. Dezember 2021 - 15:06

In reply to by Helmut Bachmann

aber ich sehe eine große Bedeutung darin, dass die Intellektuellen im Gespräch bleiben ... da kann man hoffentlich auch "Angriffe" aushalten.
Vielleicht nicht nur aushalten, sondern auch prüfen.
Insgesamt entsteht so vielleicht oder hoffentlich dennoch so ein Wohlbefinden, dass diese Menschen beginnen zu leuchten?

Manfred Bühring | Do, 2. Dezember 2021 - 09:04

Ich würde den derzeitigen Journalismus nicht als Plakativ-, sondern als Primitivjournalismus bezeichnen. Alles, was Jounalismus auszeichnet wie z.B. eigene Recherche, Darstellung von These und Antithese, Machtkontrolle als 4. Gewalt, ist einem unkritischen Nachbeten offizieller Regierungspolitik, einem devoten Haltungsjournalismus gewichen. In der historischen Rückschau wird man in Sachen "Pandemie" ein Totalversagen der 4. Gewalt feststellen müssen. Und das werden wir der Generation unserer Kinder anlasten müssen, die in den Redaktionen sitzen. Und wir werden uns fragen müssen, was wir eigentlich falsch gemacht haben, eine solche unreflektierte und angstbesessene Generation erzogen zu haben.

Christa Wallau | Do, 2. Dezember 2021 - 11:25

In reply to by Manfred Bühring

aber man kann es nicht oft genug betonen:
Die Hauptursache für den beklagenswerten Niedergang des kritischen Denkens, der sich auch im Journalismus niederschlägt, liegt in der
mangelhaften Leistung des deutschen Schulsystgems in den letzten 40 Jahren.
Weil hier die Fähigkeit zum differenzierenden, logischen Denken als das
wichtigste Kriterium für höhere Bildungsabschlüsse abgeschafft wurde, konnten
viele Menschen in Positionen gelangen, die ihnen früher - auf Grund ihres mangelhaften Wissens u. Intellekts - nie offengestanden hätten.

Das Abitur (Reifeprüfung) hat seinen Wert als Indikator für Denk- und Kritikfähigkeit (auch Selbstkritik!) sowie für Selbständigkeit längst verloren.
Die Professoren an den Hochschulen können ein Lied davon singen!

Wir brauchen uns daher nicht zu wundern, daß primitives Denken u. Urteilen in den Kategorien von "Gut" und "Böse" sich in Deutschland immer mehr ausgebreitet haben: in Politik, Journalismus, Kirchen, Kultur u. allen anderen Bereichen.

An sich fand ich unseren Föderalismus ganz ok.
Leider aber zeigt er in jeder Krise seine Unzulänglichkeiten.

Und auch die Bildung ist so ein Thema.
Ich würde sie daher kpl. auf die Bundesebene verlagern.
Dann können Familien mit Kindern auch ohne Probleme über hinweg Landesgrenzen umziehen.

Wenn man bedenkt wie "bunt" es mittlerweile in unseren Schulen geworden ist (z. T. Klassen in denen 40 % bei der Einschulung kein Deutsch können!) dann kommt da noch richtig viel Ärger auf uns zu.

Und die Ampel will es ja noch bunter haben.*OMG*

Charlotte Basler | Do, 2. Dezember 2021 - 12:01

In reply to by Manfred Bühring

Werter Herr Bühring, sicher hat sich auch in der Ausbildung und am Berufsethos einiges geändert. Werte wie: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nie dazugehört (Friedrichs). Schafften sicher auch früher nur sehr wenige, sehr starke Persönlichkeiten.
Zusätzlich ist es ist doch auch so, dass letztlich die Chefredakteure, die CvD`s, die Herausgeber bestimmen, was gedruckt wird. Und wenn Ihre Artikel denen (politisch, moralisch, gesellschaftlich, …..) nicht passen, sind sie ein brotloser Journalist.
Eigentlich kann es nur der Verbraucher richten indem er konsequent handelt. Ohne Leser keine Abbo‘s, keine Klicks, keine Werbung, keine Einnahmen, keine Geltung ………

Jens Böhme | Do, 2. Dezember 2021 - 09:15

Die vorsichtige Kritik an den Corona-Maßnahmen hat einen handfesten Hintergrund. Flaßpöhler wie Precht und andere skizzieren mit der leisen Kritik die offene Zukunft der angeblichen "Zeit nach Corona". Je länger Ausnahmezustand, desto eindringlicher die Perspektivlosigkeiten in allen gesellschaftlichen Bereichen, da nichts mehr planbar ist. Das Gaststättengewerbe begibt sich auf absteigenden Ast, da investiert kaum noch wer, geschweige plant, die dortigen Arbeitskräfte orientieren sich um. Kultur, Musik und ähnliche Genüsse vermehrt online, diskreditiert die Kultur. Impfen jeden Monat mit Impfstoffe, die vermutlich nicht das versprechen, was sie vorgeben, muss demnächst thematisiert werden, um aus der getriebenen Politik auf Sicht herauszukommen. Letztlich ist das deutsche Corona-Management seit Beginn an ein großes gesellschaftspolitisches Desaster. Die Abschottung der Kinder für ein ganzes Jahr zeigt nun negative, gesundheitliche Auswirkungen, was Immunität und Psyche betrifft.

Stefan Bauer | Do, 2. Dezember 2021 - 09:22

Oh jeh - tu quoque?

Was Precht und Flaßpöhler, deren unsäglichen "hart, aber fair" Auftritt ich erleiden durfte, ebenso wenig wie der Autor dieses Artikels beachten, ist, dass es keine unendliche Freiheit gibt, sondern auch eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber.
Traurig, dass der Cicero hier weichgespült und ohne wirkliche Argumente ins gleiche Horn tutet.
Menschen, die sich derart den Fakten nicht stellen, benehmen sich verantwortungslos, das Dafürreden, derlei Monster-Egoismus auch noch zu verteidigen, ist nur noch eines: Asozial.
Natürlich gibt es Risiken. Wir sind allerdings, was hier nicht begriffen wird, im Krieg - gegen ein Virus.
Nach 2 Jahren muss dann auch mal ein Opfer gebracht werden, nämlich das, sich zu impfen - ohne (!) Wenn und Aber.
Nur so konnten die Pocken ausgerottet werden - ich habe noch die weit risikobehafteteren Narben davon, und trage sie im Bewusstsein, die einzig vernünftige Sache hier gemacht zu haben.
So wie die Covid-Impfung.
Trauriger Artikel, das.

Wolfgang Tröbner | Do, 2. Dezember 2021 - 11:42

In reply to by Stefan Bauer

" ... dass es keine unendliche Freiheit gibt, sondern auch eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber". Warum sollte es denn eine Pflicht der Gesellschaft gegenüber geben? Und überhaupt: Wer ist denn Ihrer Meinung nach die "Gesellschaft"? Die Politik, die Medien? Oder die Menschen? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, , dass für Sie "Gesellschaft" ausschließlich aus der Politikerkaste und den Medien besteht, nicht aber aus den Menschen, denen man im Alltag begegnet. Warum sollte sich jemand, der in der Offentlichkeit Maske trägt und Abstand hält (und somit seine Mitmenschen schützt), asozial verhalten, nur weil er sich selber den Risiken einer Impfung nicht aussetzen möchte? Es dürfte ja selbst Ihnen nicht entgangen sein, dass diese Impfungen einige Nebenwirkungen haben (schauen Sie sich mal die Zahlen aus dem Ausland an), ohne wirklich effektiv gegenüber Corona sind? Nur für das Protokoll: Ich selbst bin vollständig geimpft.

Ernst-Günther Konrad | Do, 2. Dezember 2021 - 12:22

In reply to by Stefan Bauer

Uih Herr Bauer, da haben Sie aber mal dick aufgetragen. Wenn Sie ein Verfechter des Impfens sind, bin ich der letzte, der Sie deswegen in irgendeiner Form angreifen würde. Wenn Sie davon überzeugt sind, dann von mir aus täglich und wie jetzt in einigen Bundesländern umgesetzt, trotzdem zur Wahrnehmung von Freiheitsrechten mit aktuellem Test, weil auch Geimpfte weiter das Virus verbreiten. Ich gebe Ihnen gerne meine Impfdosis. Ich habe mir die Passagen von Frau Flaßpöhler und Herrn Precht angeschaut. Beide sind geimpft, also haben sich doch in Ihrem Sinne verhalten und kritisieren nur einzelne Aspekte der Corona Politik und schon werden sie zerrissen, als rechts bezeichnet. Ihr Freiheitsverständnis wird deshalb niemals das meine werden. Sie wollen tatsächlich nach zwei Jahren, dass sich Ungeimpfte "opfern", sich impfen lassen? Sie wissen schon was ein Opfer ist? Opfer=in einer kultischen Handlung vollzogene Hingabe von jemandem, etwas an eine Gottheit. Ist Impfen die neue Religion?

Walter Bühler | Do, 2. Dezember 2021 - 17:50

In reply to by Stefan Bauer

ich bin dreimal geimpft, und ich praktiziere die von mir erwarteten Verhaltensweisen. Das tue ich, weil die Gesellschaft, in der ich lebe, in einer schweren Krise auch meine Solidarität braucht.

Aber es fehlt mir dabei die volle Überzeugung, dass das, was wir als Gemeinschaft tun, wirklich das absolut Richtige ist. Die vielen Impfdurchbrüche in meinem Bekanntenkreis und - vor allem - die strukturelle Arbeitsunfähigkeit der deutschen Gesundheitsämter mit ihrer völlig unbefriedigenden Datenermittlung, Datenweitergabe und Quarantäneüberwachung verunsichern mich tief. In zwei Jahren ist es der Politik nicht gelungen, diesen wichtigen Bereich des öffentlichen Dienstes arbeitsfähig zu machen. und es besteht keine Aussicht, dass sich das jemals ändern wird.

Die monokausale mediale Schuldzuweisung an die Nichtgeimpften kann ich daher nicht billigen. Die Politik muss endlich einmal ihre genuinen Aufgaben erfüllen und schleunigst die Handlungsfähigkeit der staatlichen Ämter herstellen.

Karl-Heinz Weiß | Do, 2. Dezember 2021 - 09:38

Nach den monatelangen Jubelarien für Frau Baerbock & Co.
kommt diese Entwicklung wenig überraschend. Erstaunlich ist eher, dass die FAZ solchem Twitter-Journalismus Raum bietet. Wenn nachdenkliche Stellungnahmen wie die von Frau Flaßpöhler als "rechts" eingestuft werden, ist der seit 2015 gewachsene Merkel-Haltungsjournalismus schon weit gediehen. Die geschäftsführende Kanzlerin hinterlässt beim Thema
"konservative Haltung " leider verbrannte Erde.

Annette Seliger | Do, 2. Dezember 2021 - 09:41

... man kann nicht sagen dass die bezahlten Schreiberlingen i "Kampf gegen Rechts" ihrer Aufgabe nicht nachkommen. Der Kampf gegen Rechts ist übrigens aus meiner Sicht "Fake News", denn es geht nur um den Machterhalt und die Falschentscheidungen der Regierung Merkel haben nicht nur die CDU geschrottet. Vor ein paar Tagen das Urteil des Verfassungsgerichtes, dass den Bürger nicht vor einem übergriffigen Staat schützt, sondern nach einem Abendessen im Kanzleramt aus meiner Sicht auch nicht anders zu erwarten war. Dieses Treffen im Kanzleramt soll einer "liebgewonnenen Tradition" gefolgt sein. s hat noch keiner der Journalisten nachgefragt seit wann es denn diese Tradition gibt? Ich tippe mal auf 16 Jahre und sie folgt sicher auch der Tradition die Intendanten der Öffentlich Rechtlichen Sender einmal im Jahr in`s Kanzleramt einzuladen. Agitation und Propaganda hat Merkel gelernt - wem fällt was auf? Nun die Angriffe von der bezahlten Links Propaganda hören auf, wenn das Geld weg ist!

Konstantin von Buttlar | Do, 2. Dezember 2021 - 09:56

Gab es den, rein auf Fakten beruhenden, Journalismus jemals?
Je nach Zeitung/Magazin werden Tatsachen veröffentlicht, vermischt, weggelassen und mit
Meinungen/Ansichten vermischt.
Früher überwog die eher konservative politische Berichterstattung die eine Mehrheit der Bevölkerung erreichte. Heute versucht eine eher
linke, grüne Presse eine Mehrheit in der Bevölkerung zu erschaffen.

Bernd Windisch | Do, 2. Dezember 2021 - 09:57

Der Kampagnen- und Überbietungsjournalismus hat sich schon seit einigen Jahren in Deutschland fest etabliert. Wer bestimmten Narrativen (Masseneinwanderung, Klima, Feinstaub, Corona etc.) nicht uneingeschränkt folgen mag ist Leugner, Aluhutträger und wenn das nicht hilft RECHTS. Gestern auch sehr schön in den Tagesthemen zu beobachten. Miosga war Stichwortgeberin für Pia Lamberty eine „Sozialpsychologin“, die auf eigene Rechnung zu Verschwörungsideologien forscht. Es kam wie es kommen musste. Nicht gegen Corona geimpfte Menschen sind Impfverweigerer mindestens aber Querdenker und von Rechts unterwandert. Ach ja nach Ida Oberstein auch gewaltbereit. Was ist nur aus der deutschen Debattenkultur geworden?
Vielen Dank für Ihren klugen Beitrag Herr Krischke!

Marius König | Do, 2. Dezember 2021 - 10:21

...es scheint es gibt gar nichts mehr was so abwegig ist, dass es ein sensationsgeiler, Daueraufgeregter Journalist oder ein infantiler FFF-Bengel nicht sagen oder schreiben würde...für Klicks.

Gerhard Hellriegel | Do, 2. Dezember 2021 - 10:24

1. Wenn ich nicht infiziert werde, dann ist es besser, sich nicht impfen zu lassen. Denn sonst trage ich ganz überflüssigerweise das Impfrisiko.
2. Wenn ich infiziert werde, dann ist das Ungeimpft-Krankheitsrisiko gegen das Geimpft-Krankheitsrisiko plus das Impfrisiko abzuwägen. Diese Einschätzung hängt sehr von den persönlichen Umständen ab. Das sieht für Kinder ganz anders aus als für Alte.
3. In jedem Fall gilt aber: ein infiziert Ungeimpfter ist eine größere Virenschleuder als ein infiziert Geimpfter. Das gilt für alle, auch für Kinder.

4. Außer Impfung hilft nur Abstand. Wir brauchen aus zwei Gründen eine Trennung zwischen Geimpften und Ungeimpften. Der eine ist der obige Punkt 3, der andere, dass Ungeimpfte sich noch weniger an Abstandsregeln (z.B. Maske) halten als Geimpfte.
Ich schlage vor: an zwei Tagen in der Woche dürfen alle, die wollen, Geschäfte und Restaurants ohne Impfnachweis besuchen, an den anderen fünf Tagen nur 2G. Nicht perfekt, aber ich könnte damit leben.

Werner Peters | Do, 2. Dezember 2021 - 10:29

Im Gegensatz zu dem Schönschwätzer Precht halte ich Frau Flaßpöhler für lesenswert, selbst wenn man ihre Meinung nicht teilt.

Brigitte Simon | Do, 2. Dezember 2021 - 12:39

In reply to by Werner Peters

... wohl lesenswert. Aber noch mehr hörenswert. In "Hart aber Fair" gestand sie, zweimal geimpft zu sein. Ihre Begeisterung für die Demonstranten der Quer-denker überstieg ihre Verantwortungspflicht. Wie beurteilen Sie die Doppel-züngigkeit werter Herr Herr Peters?

Natürlich treffen Sie in die Wunde, Frau Simon. Aber den Vorwurf der Doppelzüngigkeit könnte man vielen machen, da reicht der Platz hier gar nicht.

Martin Falter | Do, 2. Dezember 2021 - 10:32

ich bin Impfbeführworter, will aber eine Stokowski und ihre Mitstreiterinnen nicht an meiner Seite wissen. Diese sind mir zu unreflektiert und primitiv. Solche Leuten ( auch übrigens auf der anderen Seite ) sind das Problem und nicht die Lösung. Obwohl ich überhaupt nicht der Meinung von Precht und Flaßpöhler, bin so ist es wichtig das intellektuell was zur Diskussion beitragen.

Hans Jürgen Wienroth | Do, 2. Dezember 2021 - 10:35

Wo gibt es in diesem Land noch „konservative“ Blätter? Eine Zeitlang schien auch der Cicero auf dem Wege zum „Mainstream“. Er hat jetzt, mit neuen Autoren, wieder zur „Neutralität“ gefunden.
Die großen Verlage haben sich der Meinung der etablierten Politik angeschlossen und verbreiten seither überwiegend populistische Phrasen, die sie von Politikern und NGOs ohne jede Prüfung als Fakten übernehmen. Dabei besteht jeder darauf, DER Wissenschaft zu folgen, als sei SIE heilig. Auch der sonst kritische Herr Fleischhauer schloss sich den Impfpflicht-Forderern argumentfrei an, Politiker überbieten sich in den Maßnahmen-Forderungen zu Corona.
Die Politik wollte die AfD mit Argumenten entzaubern. Leider blieben diese zu fachlichen Themen aus. Dafür wird (fast) jede eigene Meinung von AfD-Politikern als „rechts(-extrem) eingeordnet. Ist das eine sachliche Diskussion? Aber sie zieht bei einem Großteil der Menschen, weil sie durchgängige Journalistenmeinung ist, und damit wahr sein muss!

gabriele bondzio | Do, 2. Dezember 2021 - 10:55

"Der Mann, der dem Monarchen thront im Herzen und reist im Sonnenscheine seiner Gunst, wenn er des Königs Schutz mißbrauchen wollte, ach, welches Unheil stiften könnt' er nicht im Schatten solcher Hoheit!" (William Shakespeare)

Frau Encke und anderen Journalisten wäre angeraten, derartige "Einsortierung" mit Blick auf die geschichtl. Realität und der Frage:
Warum die bürgerliche Mitte sich zunehmend, den( in ihren Augen) "haltlosen Behauptungen" zuwendet.

D.h. wie weit sie dem Individuum Mensch noch seine eigene Meinung, Gedankenwelt gestatten.
Oder ob sie es zweckmäßiger finden, das uniformierte Denken (ihrer Sicht) auszurufen.

G.Siegwart | Do, 2. Dezember 2021 - 11:08

Nicht bei jedem, der sich nachdenklich geriert, kommt etwas Vernünftiges dabei heraus. Precht ist ein Meister darin, sich zu allem, das gerade ansteht, "nachdenklich" zu äußern. Derzeit macht es sich gut, mit Reizworten gegen Coronamaßnahmen zu schleudern. Welche Freihei wird beschnitten? Dass ich nicht jehr überall und zu jeder Zeit mit möglichst vielen saufen kann? In D herrscht eine grundlegende Verwirrung zum Freiheitsbegriff. Vielleicht sollte sich auch Precht an den kategorischen Imperativ Kants erinnern. Als das Thema Schule und Unterricht noch aktuell war, gab er auch dazu hanebüchenen Senf ab. Und als "nachdenklicher" Mensch sollte er Kritik aushalten. Da muss ihm keiner zur Seite springen. Aber es macht sich gut, Freiheit gegen Pandemieschutz auszuspielen. Wenn er erkrankt, will er sicher auf einer Intensivstation behandelt werden.

... wird er eher einen ganz unauffälligen Verlauf haben und eben NICHT auf einer Intensivstation landen! Wie der Großteil der Corona-Patienten.

Walter Bühler | Do, 2. Dezember 2021 - 11:15

Viele Menschen - darunter auch ich - sind extrovertiert. Sie produzieren quasi automatisch zu allem und jedem eine Meinung, die sie aller Welt mitteilen wollen. Einige werden Lehrer, andere Politiker, und wieder andere eben Journalisten.

Journalist kann sich jeder nennen. Viele sind selbstkritisch und vergessen nicht, dass ihre Meinung auch falsch sein könnte. Selbstkritische Journalisten verlieren daher nie ganz den Respekt vor den Menschen, über die sie schreiben, selbst wenn sie deren Meinungen oder Taten dezidiert ablehnen.

Herablassende Hochnäsigkeit und lautstarke Verächtlichmachung von Menschen anderer Meinung sind für mich dagegen ein klares Zeichen für das Fehlen dieser Selbstkritik. Ein solcher Journalist bildet seine Meinung nur auf dem Boden seiner Ideologie und seiner Vorurteile. Das reduziert gewiss auch den Zeit- und Arbeitsaufwand, besonders wenn man dabei die Meinung seiner Chefs oder der Leit-Medien nachplappert, wie es im ÖRR und beim Spiegel üblich ist.

Urban Will | Do, 2. Dezember 2021 - 11:35

„verzeihen“ müssen, wird sich bewahrheiten. Dies hier ist nur ein Beispiel.
Irgendwie schwer vorstellbar, was man über diese Zeit mal zu lesen bekommen wird. Wie viele sich wohl schämen werden für das, was sie alles geschrieben und gesagt haben.
Und wenn sie es nicht tun, sich nicht dafür schämen, dann wäre alles noch schlimmer. Dann kommt man nicht darum herum, festzustellen, dass das Ausmaß an Dilettantismus in allen Bereichen des öffentlichen Lebens so groß ist, dass man sich fürchten muss.
Es gibt drei Erklärungen für solches Geschreibsel:
Eklatante Bildungslücken in Sachen Geschichte, Boshaftigkeit oder bedingungslose Unterwürfigkeit ggü der Obrigkeit.

Man hat nichts dazu gelernt in weiten Teilen unserer „Intelligenz“. Sie steht in der Tradition ihrer „Vorgänger“ zu Schnauzbarts Zeiten.
Auch ihm dienten sich viele an.
Sie hatten den „Vorteil“, dass es leichter war, nach '45, ihr Anbiedern zu leugnen. Aber diese Zeiten sind vorbei, das Netz vergisst nichts.

Gerhard Lenz | Do, 2. Dezember 2021 - 11:49

Das Lüftchen der gekünstelten Empörung weht wieder durch das Forum. Selbstverständlich sind Querdenker und Verbündete vom rechten Rand erzürnt. Und fühlen sich bestätigt: Man wusste ja schon immer, was man von der "Journaille" zu halten hat. Fehlt nur noch der bekannte Experte und seine Expertise, bei "alternativen Medien" würde man "besser" bedient.

Sind Precht und Flasspohler jetzt Rechte? Sicher nicht, aber Sie befeuern die Sache der Rechten. Denn diese glauben, man könne die gefühlte Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Situation dazu nutzen, Stimmung gegen die demokratischen Parteien zu machen.
Siehe dieses Forum.

Precht und Flasspohler haben anderswo wiederholt dezidiert linke Positionen vertreten. Gleichwohl demonstrieren sie, wie andere Philosophen, eine gewisse "Erhabenheit". Nicht auszuschliessen, dass sie aus Trotz jetzt nach "rechts" rutschen. Wie auch Sahra Wagenknecht.

Der konkrete Alltag zeigt eben, dass abstraktes Denken manchmal auf den falschen Pfad führt.

Dr.Andreas Oltmann | Do, 2. Dezember 2021 - 12:59

Herr Krischke hat, aus meiner Sicht, die Situation sehr deutlich dargestellt. Erschreckend finde ich, wieviele Kommentatoren hier im Forum die Freiheiten des Grundgesetzes, die uns gegeben sind, zu opfern, um eine Virus-Pandemie zu bekämpfen. Mal wieder soll der Zweck die Mitel heiligen, um vermeintlich Gutes zu tun und Leben zu retten, ohne das es für jeden nachvollziehbare wissenschaftliche und eindeutige Grundlagen gibt, halte ich für demokratiegefährdend. Jeder Diktator verspricht seinem Volk bessere Lebensbedingungen und Schutz vor Unbill, oder er predigt Angst und Furcht. Darauf sich einzulassen, ist nicht im Sinne Kants!

W.D. Hohe | Do, 2. Dezember 2021 - 13:05

damit haben Sie es auf einen der Motive gebracht, Herr Krischke
gleich Gebrüll in der Steppe...
Hört ! Hört
Je Brüll desto ...
damit haben Sie es auf einen der vielen Punkte gebracht, Herr Krischke
Gleich Gebrüll in der Steppe...
Hört ! Hört
Je Brüll desto Existenz(Hinweis)
Nicht zuletzt sich selbst

G.Siegwart | Do, 2. Dezember 2021 - 20:07

Demokratiegefährdend sind nicht Corona-Maßnahmen, sondern Dummschwätzer und Schwurbler wie Precht. Hauptsache Medienpräsenz. Da verkaufen sich die Bücher doch besser. Aber gefährlich nahe bei den Querdenkern. Na ja, demnächst zu den Reichsbürgern? Vermeintliches Nachdenken schützt nicht vor Dummheit. Dieser Mann ist unerträglich in seiner Selbstgerechtigkeit und Selbstverliebtheit.

Rob Schuberth | Fr, 3. Dezember 2021 - 15:40

Ich mag Prechts Interviews, auch wenn sie meist sehr spät laufen...geschenkt.

Auch einigen Fragen Frau Flaßpöhlers (bei Hart aber fair) konnte ich einiges abgewinnen.

M. E. zeigt unsere MSM-Presse gerade wie wenig bereit sie für offene Debatten ist.

Dabei lebt eine Demokratie geradezu von den Debatten.

Da haben einige Journalisten offenbar ganz andere (weit radikalere) Vorstellungen.

Übrigens waren es eben jene Medien die die Politiker mit ihren provozierenden Fragen dazu gebracht haben Dinge auszuschließen, die wir nun offenbar nötig haben.

Ich wünsche mir wieder mehr objektive Medien+Journalisten.

Der Einfluss dieser linksgrünen Journaille ist einfach zu stark geworden.

Marina | Sa, 4. Dezember 2021 - 14:19

Irgendwie muss man ja im Gespräch bleiben.
Insbesondere der Reflex eitler Wichtigtuer?
Was eignet sich mehr dazu, als die ,,linke Presse,, auf sich aufmerksam zu machen?

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