Islam in Deutschland - „Angst kenne ich gut“

Agnostiker trifft auf Moslem, Islamkritiker auf Islamwissenschaftler: Thilo Sarrazin und Abdel-Hakim Ourghi streiten über den Glauben, die Gewalt und das künftige Deutschland

Thilo Sarrazin und Abdel-Hakim Ourghi stehen vor einer Wand im Herbstlaub
/ Antje Berghäuser

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

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Herr Sarrazin, Sie sind promovierter Volkswirt, ehemaliger Politiker und Agnostiker ohne Kirchenmitgliedschaft. Warum interessieren Sie sich so sehr für den Koran?
Thilo Sarrazin: Als gelernter Christ kenne ich religiöse Texte. Mit dem Koran bin ich umgegangen wie früher mit der Bibel. Etwa einen Monat lang habe ich ihn voraussetzungslos gelesen. Er stellte sich als chaotisch und stellenweise kaum verständlich heraus. Das Bild, das ich gewann, als ich die Aussagen nach Themen ordnete, war jedoch erstaunlich klar.

Die Frage nach dem Warum Ihrer Lektüre ist damit nicht beantwortet.
Sarrazin: Mein Eindruck war, dass die Muslime sich in einer bestimmten Art und Weise systematisch unterscheiden von anderen Kulturen, Völkern, Staaten, Individuen. Dem Grund für diese Besonderheit wollte ich auf die Spur kommen – aus erster Hand. Also musste ich den Koran lesen.

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Birgit Fischer | Do, 1. November 2018 - 09:18

Die Wahrheit ist doch: Überall auf der Welt, wo es schlecht läuft, herrscht der Islam, oft als Staatsreligion. Das Ergebnis sind Armut, Krieg und Vertreibung. Der Islam hat nach westlichem Verständnis nichts Positives, vorteilhaft Messbares hervorgebracht. Islamische Staaten können keine Produkte, keine Freiheit, keine Nobelpreisträger. Das einzige was der Islam hervorbringt, ist Überbevölkerung und Migrationsdruck. Der Islamwissenschaftler möge diesen Befund einmal erklären anstatt nebulös zu schwadronieren.

Wolfgang Tröbner | Do, 1. November 2018 - 16:52

In reply to by Birgit Fischer

Ich stimme Ihren zu, dass es in der Welt überall dort Probleme gibt, wo der Islam herrscht. Wenn der Islam nicht die Ursache dieser Probleme ist, ja was ist denn dann die Ursache? Irgendeine Ursache muss es ja wohl geben.

bruno leutze | So, 4. November 2018 - 17:08

In reply to by Wolfgang Tröbner

was meinen sie mit "Probleme"?
Sollten sie damit die materielle Armut, Hunger usw. meinen, also die Konsequenzen aus einer jeweiligen Marktwirtschaft, die sich ein Staat zugelegt hat, fallen mir neben Staaten mit (mehrheitlich) islamischer Religion ein ganze Menge solcher mit christlicher oder anderer Glaubensausrichtung ein. Das sollte zu denken geben. Es liegt womöglich gar nicht an der Religion, die Bürger eines Landes sich zulegen, sondern mehr an der wirtschaftlichen Konstruktion und der Staatsgewalt, die in der ökonomischen Konkurrenz Land und Leute ausbeutet oder dem potenteren Konkurrent überläßt.
Genauer: es sind doch nicht Probleme die der Islam macht (wem übrigens?). Es sind doch die Staaten, die den Mächtigeren mit ihrer Eigensinnigkeit, nämlich selbst über ihr Volk zu herrschen, Probleme bereiten. Oder?!

Karl Müller | Do, 1. November 2018 - 16:52

In reply to by Birgit Fischer

Abgesehen von einer meist bizarr niedrigen Produktivität sind die Zahlen bei Patentanmeldungen aus religiös geschädigten Volkswirtschaften meist extrem bescheiden. Folgerichtig ist auch die Zahl der Nobelpreisträger entsprechender Herkunft stetig gegen Null strebend.
Religiöser Wahn ist eine pathologische Diagnose, mit ungünstiger Prognose.
Da sind noch nicht einmal die antidemokratischen, frauenfeindlichen und jeder Selbstbestimmung abgeneigten Tendenzen enthalten.

gabriele bondzio | Do, 1. November 2018 - 09:52

aus seinem sprachlichen und historischen Kontext."...wenn man das in beliebige Richtung tun kann (Agnostiker /Salafist). Ist das schon sehr bedenklich. Sarrazin hat völlig recht: „Man muss immer unterscheiden zwischen den Menschen und der Religion, die sie prägt.“ Auch ist es eine einfache mathematische Tatsache, dass es bei weiterer Zuwanderung und Stagnation der Menschen mit christlichen oder keiner Religion, zu einer demografische Überwältigung durch den Islam kommen wird. Da muss Ourghi nicht mit „Experte der Angst“ kontern. Auch bin ich durch vielfältig-gelesene Literatur über den Islam und seine Menschen, auch dem Meinung, dass er ein großer Hemmschuh in Sache selbstständigen Denkens seiner Anhänger ist. Wozu auch denken wenn alles, bis auf den i-Punkt, geregelt ist.

wolfgang spremberg | Do, 1. November 2018 - 10:08

betrachtet brauchen wir, zu beginn von Industrie 4.0, auf dem EU Arbeitsmarkt kaum Zuwanderung von außerhalb der EU.
Wenn uns das Zusammenleben mit Muslimen (von wem auch immer "verschuldet") problematisch erscheint nehmen wir halt Zuwanderer aus anderen Kulturen. Wo ist das Problem ?
Angesichts des enormen Bevölkerungswachstums in Afrika und Nahost werden wir früher oder später (besser früher.) so wie so zu der Erkenntnis kommen, dass wir Zuwanderung, aus welchem Grund auch immer, stark begrenzen müssen.
Es wird sonst in Europa nicht friedlich bleiben, weil wir es nicht besser können (das friedliche Zusammenleben.) und wirtschaftlich werden wir auch schnell, spürbar an unsere Grenzen kommen. Das müsste eigentlich jeder verstehen können. Unabhängig vom Koran und versuchen den Islam (den es ja nicht gibt.) zu reformieren.
Wir müssen keine zusätzlichen Probleme importieren. Liegt nicht in unserem Interesse. Die Wahrnehmung dieser Interessen erwarte ich von Volksvertretern.

Rotmann Jens | Do, 1. November 2018 - 13:19

Glauben heißt Nichtwissen. In welcher Form das eine Bereicherung sein soll erschließt sich mir nicht. Und ob wir diese "Bereicherung Nichtwissen", gerade auf dem Arbeitsmarkt brauchen......... ?

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 2. November 2018 - 14:19

In reply to by Rotmann Jens

von "geloben" ab.
Ich glaube an Dich, ich traue Dir das zu etc.
und wäre damit für mich die praktische Konsequenz von Erkenntnis.
In dem Sinne glaube ich an Jesus Christus.
Jetzt habe ich doch bei Wiki nachgeschaut.
Gelouben (mhd.), Gilouben, etwas für gut halten, lieb haben...
Nu?

Karla Vetter | Fr, 2. November 2018 - 20:11

In reply to by Rotmann Jens

Frei nach Paulus heißt" glauben",seine Hoffnung auf jemanden oder etwas setzen.In seinem Fall war es Jesus Christus. Andere g l au b e n (also setzen ihre Hoffnung ) z.B . an ihren Fußballverein oder an die Demokratie.

Heidemarie Heim | Do, 1. November 2018 - 14:18

Dieser und weiterhin täglich stattfindender Fälle von missbräuchlich islamistisch angewandtem Recht durch Nachbarn, also einfache Mitbürger, die sich wie auch immer im "wahren Glauben und Recht" damit wähnen, sagt mir eigentlich alles über den immer wieder geleugneten Zusammenhang zwischen Religion und Kultur. Schaut man sich aktuelle Bilder aus Pakistan an, diese völlig im Hass Enthemmten, den Staat und Richter mit Todesdrohungen überziehenden , normalen Religionsanhänger, braucht es viel Fantasie, sich den Islam als allgemein friedfertige Religion vorzustellen. Die nun von der Todesstrafe, wegen durch Nachbarn angezeigter Blasphemie, freigesprochene Christin Asia Bibi, entspricht historisch betrachtet einer im Mittelalter denunzierten völlig unschuldigen Frau, die im Wahn einer von Religion angefachten Inquisition als Hexe gebrandmarkt wurde. Wir müssen also nicht bis zur Steinzeit oder Mohammed zurückblicken.Sondern auf die Zeit der bis heute gültigen Aufklärung. Sonst nichts! FG

Michaela Diederichs | Fr, 2. November 2018 - 17:21

In reply to by Heidemarie Heim

Bilder vom Mob in Pakistan gesehen. Das sagt alles über den Islam. Jede Diskussion ist im Grunde überflüssig.

Georg Silva | Do, 1. November 2018 - 14:19

und ob nach 3ooo Jahren noch da ist, möglich, aber nur dann, wenn sie vom Krieg sich verabschieden, wie fast alle andere Religionen.
Sonst geht sie unter.
Ich würde Sarrazin zum Kanzler machen, basta....

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 1. November 2018 - 14:39

vor allem ein guter Anfang.
Die Muslime sind eben nicht blöd.
Sarrazin aber auch nicht wirklich.

Rolf Pohl | Do, 1. November 2018 - 18:49

In reply to by Dorothee Sehrt-Irrek

Wer liebe Frau Sehrt-Irrek, stellte das denn so je irgendwo, irgendwann in Frage?
Übrigens, auch Herr Sarrazin ist selbstverständlich nicht blöd. Dies wiederum weder wirklich noch unwirklich.

Meine Sicht auf die Ideologie eines Islam ist allerdings eine Andere.

rainer redeker | Do, 1. November 2018 - 16:41

Im Islam ist der Mensch nicht frei, sondern gehorsam. Demokratie ist die Herrschaft des Volkes. Der Islam aber will die Herrschaft Allahs.
Der Islam fordert unbedingte Anerkennung seiner Lebens- und Handlungsweise von den Gesellschaftsformen, wo er einwandert. Gerade viele Frauen hier, im in sozialen oder religiösen Bereichen, setzen sich zum Teil unwissend oder unbewusst für islamisches Gedankengut ein und vergessen das sie in einem Käfig leben, einem Käfig geschweißt aus Koran, Männerherrschaft, Familienclan, Gewalt und Ehre. Fatal ist vielerorts auch die Tatsache, dass sich viele politische Ebenen vom gemeinen Volk entfernt haben. Sorgen, Nöten und Fragen können nicht beantwortet werden, da diese politischen Kreise ständig andere Schwerpunkte haben. In der Tagespolitik wird ein größerer Augenmerk den Muslimen gewidmet, anstatt auch die zum Teil großartige Integrationsleistung der ausländischen Mitbürger zu würdigen,die die gleiche Werteordnung wie wir haben, im Gegensatz zum Islam

Klaus Maver | Do, 1. November 2018 - 19:33

In reply to by rainer redeker

War das ein Kommentar auf die Äusserungen von Frau Dorothee Sehrt-Irrek ?

Heinz Meier | Do, 1. November 2018 - 17:07

ist ein gewaltiger Beschöniger und Vereinfacher.
Vor einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit muß sich die gnze Welt fürchten, auch Ourghi. Es sei denn, er wird geehrt dafür, dass er dem schläfrigen Westen Sand in die Augen gestreut hat.

Christa Wallau | Fr, 2. November 2018 - 00:44

In reply to by Heinz Meier

...habe ich nichts Wichtiges hinzuzufügen, lieber Herr Meier.

"Beschöniger und Vereinfacher" gibt es leider
in unserer Gesellschaft viel zu viele, seien sie nun christlich,
muslimisch oder agnostisch.
Eine mühsam errungene, freie und offene Gesellschaft läßt sich aber nicht mit
schönen Worten verteidigen, denen man zudem durchaus
nicht immer Glauben schenken darf.

Brigitte Miller | Do, 1. November 2018 - 18:23

allein dafür , dass dieses Streitgespräch hier erscheint, möchte ich mich bedanken. Die zwei sind auf dem richtigen Weg, wenn sie zusammen sprechen, als Gegenstück zu denteils bösartigen einseitigen Verrissen von Sarrazins Buch.

RA Ullrich Dobke | Fr, 2. November 2018 - 10:34

Ich mache es mir ganz einfach und stelle die Frage:
Cui bono? Wem nutzt ein Islam in der konkret hier und heute in "D" von Muslimen gelebten Weise? Intelligentes antäuschen und verschleiern der wirklichen Ziele, das erinnert an die Dribbeltricks aus dem Fußball in frappanter Weise. Die Vorgehensweise Erdogans, also der Türkei in heutiger Zeit, ist nichts anderes, als das unterminieren einer anderen Gesellschaft durch Veränderung der Mehrheitsverhältnisse. Dazu wird mit religiösem Hintergrund mit staatlichen bzw. halbstaatlichen Mitteln versucht, hier lebende muslimische Migranten insbesondere aus der Türkei zu manipulieren. Dagegen heißt es auch "AUFSTEHEN"!

Selma Palmer | Fr, 2. November 2018 - 22:12

gehen in ihren Ländern den Weg, den der Koran vorschreibt. Der Zugriff auf jegliche Rechtsform ist somit systemimmanent, denn die Scharia steht über allen irdischen Gesetzen. Deshalb sind dem Islam unser Wertesystem, unser GG und unser Recht auf Selbstbestimmung völlig wesensfremd und damit inkompatibel zu jeder freiheitlichen Ordnung. Vor allem die Toleranz gegenüber Andersgläubigen und -denkenden , die hier von Muslimen immer wieder eingefordert wird, findet man in deren Gesellschaftsstrukturen vergebens; dort kann schon das bloße Tragen eines Kreuzes eine schwere Straftat darstellen.
Und wir - die hier schon länger Lebenden - müssen höllisch aufpassen, dass unsere Rechtsordnung nicht auch noch weiter ausgehöhlt wird - durch eine nicht mehr nachvollziehbare Beschwichtigungspolitik gegenüber dem islamischen Recht! Wenn es uns nicht gelingt, diese Entwicklung zu stoppen, werden religiös motivierte Unruhen bis hin zum Bürgerkrieg europäisches Tagesgeschäft werden!

Norbert Heyer | Sa, 3. November 2018 - 05:43

Wer wie ich im Ruhrgebiet vor über 60 Jahren geboren ist, hat die schleichenden Veränderungen mitbekommen. Wenn in ein Gebiet türkische Menschen in die Wohnungen einzogen - auch weil vielen Deutschen diese nicht mehr komfortabel genug waren - fand hier bereits im kleinen ein Austausch der Kulturen statt. Geschäfte wurden türkisch, Moscheen entstanden, die letzten
Deutschen verstarben oder zogen aus, das Viertel
wurde „umgestaltet“. So wurde nach und nach mit dieser Taktik ein immer größerer Anteil des Stadtgebietes für Deutsche fremd. Wochenmärkte in diesen Revieren hat mehr orientalischen als heimischen Charakter. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese allumfassende Religion das Heft des Handelns in die Hand nimmt. Unsere Art des Lebens wird als schwach und schlecht wahrgenommen, unser Stolz und das Bestehen auf Einhaltung unserer Gesetze ist nicht vorhanden - im Gegenteil: Alle unsere Handlungen bestärken den Islam auf seinen Weg zur staatstragenden Macht, ein Weg ohne Umkehr