Ben Krischke Eva Engelken
Ben Krischke und Eva Engelken (Foto: Isabella Raupold)

Eva Engelken im Gespräch mit Ben Krischke - Cicero Gesellschaft Podcast: „Das ist ein Angriff auf Frauenrechte“

Die Ampelregierung will das „Selbstbestimmungsgesetz“ verabschieden, das ein entscheidender Schritt in ein postfaktisches Geschlechtersystem wäre. Dagegen regt sich starker Widerstand, auch von Grünen-Mitgliedern wie Eva Engelken. Jüngst ist ihr Buch „Trans*innen. Nein, danke! – Warum wir Frauen einzigartig sind und bleiben“ erschienen. Ben Krischke hat mit ihr über das Frausein, Kinder und Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie sowie die Risiken von geschlechtsangleichenden Maßnahmen gesprochen.

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„Was ist eine Frau? Was ist ein Mann?“: Über diese Frage ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Bundesregierung zum Beispiel will im Laufe des Jahres 2023 das sogenannte „Selbstbestimmungsgesetz“ verabschieden. Künftig soll jeder Bürger via reinem Sprechakt seinen Geschlechtseintrag ändern lassen können. Bei Minderjähren dürfte die Zustimmung der Eltern reichen. Im Gegenzug soll das „Transsexuellengesetz“ gestrichen werden, das dafür bestimmte Hürden vorsieht, psychologische Gutachten etwa. Dieses wird von Kritikern und Betroffenen als nicht mehr zeitgemäß empfunden. 

Was auf den ersten Blick nach radikal-liberaler Gesellschaftspolitik klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als erster, aber entscheidender Schritt in ein postfaktisches Geschlechtersystem, in dem Begriffe wie Mann und Frau nur noch relativ wären. Und weil damit weitreichende Folgen für unsere Gesellschaft einhergehen würden, regt sich starker Widerstand gegen den identitätspolitischen Kurs der Ampelregierung. Aber auch gegen allzu unkritische Berichterstattung über Trans- und Intersexualität in den Medien und die blinde Übernahme von Narrativen, die von Queer- und Transaktivisten gestreut werden.  

An vorderster Front kämpft seit geraumer Zeit etwa Eva Engelken. Jüngst ist ihr Buch mit dem Titel „Trans*innen. Nein, danke! – Warum wir Frauen einzigartig sind und bleiben“ erschienen. Im Cicero Podcast Gesellschaft spricht die Volljuristin und Wirtschaftsjournalistin mit Ben Krischke über das Frausein, ihre Kritik an den Grünen, denen sie im Jahr 2018 beigetreten ist, und liest abschließend einen kurzen Abschnitt aus ihrem Buch über Folgen, Risiken und Nebenwirkungen von operativen Maßnahmen im Sinne einer Geschlechtsangleichung („Transitionen“) vor. 

„Ich habe Verständnis für jeden Mann, der sich wünscht, eine Frau zu sein“, sagt Engelken etwa. „Ich halte aber gleichzeitig die Axiome und die Suggestionen der Genderideologie für ganz fatal.“ Engelken fürchtet etwa, dass ein transaffirmatives Klima dazu führen könnte, dass sich immer mehr junge Menschen für einen Transweg entscheiden, der gar nicht der ihre ist. Und sie stört sich daran, dass jeder Mann, der sich als Frau fühlt, auch gleichzeitig eine sein soll. Engelken sagt, Männer sollen gerne Lippenstift, Nagellack und Röcke tragen. Daraus aber bitte nicht ableiten, eine Frau zu sein: „Das ist einfach nur übergriffig und letztendlich sehr frauenfeindlich.“ 
 

Das Gespräch wurde am 24. Oktober 2022 aufgezeichnet.

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Ernst-Günther Konrad | Sa., 29. Oktober 2022 - 13:12

Neben der Buchwerbung und der sicher richtigen Aussagen frage ich Sie: Was wird das bewirken? Ihre Partei hat noch mehr solcher Absurditäten im Köcher. Wie stark ist Ihre Gegenbewegung bei den GRÜNEN Wird man Sie demnächst ruhig stellen, Sie zur Rücknahme des Buches bewegen, Sie aus der Partei ausschließen? Findet man irgendeine Äußerung von Ihnen, die man "rechts" konnotieren kann und ggfls. wird? Was Sie hier in dem kurzen Artikel thematisch anreißen kann ich ja durchaus unterstützen und ist für mich richtig. Dennoch frage ich mich, es gibt noch mehr Aussagen Ihrer Parteifreunde, die sich bei näherer Betrachtung als ausländerfeindlich, sexistisch, antisemitisch usw. darstellen, da hört man aber was von Ihnen? Wie halten Sie es mit dem Mullah Regime? Wieso ist die Partei der Pazifisten und Kriegsgegner, plötzlich so kriegsaffin? Ist das nur dieses Thema, dass sie konträr zur Parteiideologie sehen oder haben sie auch zu den anderen Themen eine kritische Haltung? Alles nur Buchwerbung?

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