Malerei mit weiblichen Superhelden
Ausstellung unter dem Titel „Feminismus in Comic und Illustration“ auf dem Comic-Salon in Erlangen / dpa

Debatte um Selbstbestimmungsgesetz - Warum bloß will sich der Feminismus selbst abschaffen?

Waren das noch Zeiten, als Frauen ihren Platz in der Gesellschaft offensiv einforderten und sich dafür mit Männern anlegten. Doch das neue Jahrtausend wäre eben nicht das neue Jahrtausend, wenn nicht auch in Teilen des Feminismus plötzlich vieles nicht mehr so wäre, wie es einmal war. Heute fordern Frauenverbände nämlich Plätze, die bisher für Frauen gedacht waren, für Männer ein, die sich als Frauen identifizieren – und legen sich dafür mit gestandenen Feministinnen an, die sie als „TERFs“ bezeichnen. Da kann Mann sich nur wundern.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero. Er studierte Journalistik und lebt in München.

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Seit geraumer Zeit verfolge ich nun die Debatten über Trans- und Intersexualität und all die vielen Geschlechter, die es mittlerweile geben soll, mit einer gewissen Verwunderung. In einer Mischung aus journalistischer Neugier vielleicht und meinem Dasein als weiße Person, die heterosexuell ist und auch noch im Reinen mit dem ihr „bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht“ – wie das in Beiträgen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mittlerweile heißt, wenn ein Arzt ein Kind bei der Geburt auf Basis biologischer Tatsachen als kleinen Mann oder kleine Frau identifiziert. 

Unterm Strich bin ich dafür, dass jeder nach seiner Façon glücklich werden soll. Meinetwegen können sich Menschen dafür als alles Mögliche identifizieren, auch als gender-fluid oder non-binär. Ich las neulich sogar von einer Frau, die im Alter von 16 Jahren festgestellt haben soll, dass sie eine Katze im Körper einer Frau ist und damit, genau genommen, auch nur tut, was andere derzeit mit großer Begeisterung tun. Bei der FDP, bei den Grünen, bei der SPD, in ARD und ZDF und in vermeintlich linken Redaktionen: biologische Tatsachen leugnen oder zumindest relativieren.

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Christoph Kuhlmann | Mo, 20. Juni 2022 - 16:02

Eine Geschlechtsumwandlung durch die Krankenkasse ist eine kostspielige Angelegenheit inklusive mindestens einem Jahr bei einem Psychotherapeuten und allen möglichen impliziten medizinischen Komplikationen. Ich finde es absurd diesen Prozess während oder gar vor der Pubertät einzuleiten. Es gibt auch Transgender, die sich nicht entscheiden können und hin und her schwanken. Wie viele Millionen ist uns solch eine Person denn wert?

Tomas Poth | Mo, 20. Juni 2022 - 16:03

... was sagen die Katzen dazu?
Tja, warum nicht auch als Mann sich im Körper eines Einhorns fühlen oder was auch immer.
Einen Transmann, so ca. 8000 Personen in Deutschland, würde ich unter der Dusche immer noch als Frau einstufen oder als total verstümmelt.
Eine Transfrau, so ca. 2000 Personen in Deutschland, würde ich unter der Dusche immer noch als Mann ansehen, auch wenn er sich Silikonimplantate in der Brust hat setzen lassen.
Besonders aggressiv scheinen die Transfrauen daher zu kommen, die nun unbedingt in die Frauenduschen oder an Frauenwettbewerben teilnehmen wollen.
Einige sagen dadurch würde niemanden etwas genommen, was meines Erachtens falsch ist, den Frauen wird ihr Frausein und ihre Intimität genommen!
Geschlechter seien ein Konstrukt? Dann sind Transmann/Frau doch wohl eher Konstrukt! Durch operative Schnippelei bestens bestätigt!!

Gerhard Lenz | Mo, 20. Juni 2022 - 16:34

wenn sich Männer mit feministischen Fragen oder der Transgender-Problematik beschäftigt.

Da bleibt immer ein Geschmäckle.

Fürchtet der Herr im Haus um den Vorstandssitz am Küchentisch? Fordert Frau Gemahlin plötzlich, mit dem dicken SUV zur Freundin zu fahren (und das auch noch während ihrer Arbeitszeit als Hausfrau) und nicht mehr (nur) den kleinen Zweitwagen zu benutzen, den ihr der Chefmaxe doch extra "gewährt" hat, damit er in Ruhe Sportschau (oder AfD-Parteitag oder österreichisches Schwurbelfernsehen) schauen kann, während die Nachgeordnete die Einkäufe macht?

Zieht sich der Sohnemann plötzlich etwa Frauenkleider an? Oder sieht das Töchterlein zunehmend burschikos aus, mit entsprechendem Haarschnitt, Männerklamotten und Interesse an Dingen, die doch für eine "ordentliche Frau" nichts sein sollten?

Da ist die "Welt" wohl ein wenig "verrückt" geworden, und der alte weisse Mann kapiert nix mehr...

nicht wahr, sich in die Lage von Frauen zu versetzen, die im Umkleideraum eine Frau mit Penis zu ertragen haben. Und nicht wahr, es ist noch schwerer, sich in die Lage der Lesben zu versetzen, die partout nicht mit einer "Frau mit Penis" schlafen wollen.
Transaktivismus ist Patriarchat in Reinkultur.

Im Beitrag geht es vor allem darum, dass wir „uns am Beginn eines Paradigmenwechsels befinden", wie weiter unten kommentiert wird. Es geht um die Umwertung, anstelle des binären biologischen das soziale, 'gefühlte" Geschlecht als maßgeblich zu etablieren.
Das ist schon eine gruselige, weil so tiefgreifende Variante der ich-wünsch-mir-was-Philosophie.

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 20. Juni 2022 - 16:52

Ihr Glaube in allen Ehren, dass bei Klima und Corona der Wissenschaft gefolgt wird. Die ist jedoch nicht so alternativlos wie derzeit dargestellt, sondern sollte sich selbst infrage stellen. Dazu passt vielleicht dann auch, auf dem Siegeszug der Gleichstellung, das Geschlecht infrage zu stellen. Schließlich ist die Gleichstellung das Ende jeder Gleichberechtigung, weil dabei viele nur ihren eigenen Vorteil suchen.
Das Matriarchat hat mit der Forderung nach Gleichstellung längst das Patriarchat abgelöst. Es wäre gut für uns alle, wenn Posten nicht nach modernen oder liberalen Gesichtspunkten, nach Minderheitenquoten oder sonstigen Gruppenmerkmalen, sondern nach Fähigkeit, Ausbildung oder anderen objektiv quantifizierbaren oder qualifizierbaren Eigenschaften vergeben würden. Dann könnten in diesem Lande Krisen vielleicht nicht nur verwaltet, sondern auch gelöst werden. Bei allem, auch bei den so „alternativlosen Wissenschaften“ und deren Erkenntnissen, gilt die Frage: Qui bono?

Manfred Bühring | Mo, 20. Juni 2022 - 16:58

Eine Gesellschaft, die sich ernsthaft mit solchen Auswüchsen der Genderities beschäftigt und dabei mit einem Federstrich den Feminismus der letzten 50 Jahre ("Ich habe abgetrieben", Stern 1971) vom Tisch wischt, kann nur noch als dekadent bezeichnet werden.

Maria Arenz | Mo, 20. Juni 2022 - 18:03

der "Penetranz des negativen Restes" habe ich bisher immer mit dem Fussel auf dem schwarz lackierten Klavier erklärt. Inzwischen nehme ich lieber die "Trans-Frauen" als Beispiel. Bezeichnenderweise gibt es ja keine Trans-Männer -also Frauen, die sich als Männer fühlen- die ein solches Bohei um ihr bißchen untenrum samt entgegenstehder Befindlichkeit veranstalten und sogar die Gerichte bemühen, um in Männergefängnisse zu kommen oder beim Rugby und anderen Sportarten mittun zu dürfen, in denen es eben auf genau die Körpereigenschaften ankommt, die sich -das ist nunmal wissenschaftlich bewiesen- in der Pubertät von Knaben herausbilden. Es ist einfach nur noch ätzend. Wir befinden uns am Beginn eines Paradigmenwechsels, der uns Hören und Sehen vergehen lassen wird, und die Republik arbeitet sich am Wunschzettel einer winzigen Teilmenge einer eh sehr kleinen MInderheit ab, die den Hals nicht voll bekommt an Selbstbestätigung für ihre Leiden an einer einfach nur kranken "Identität.

Alexander Brand | Di, 21. Juni 2022 - 10:46

In reply to by Maria Arenz

Gesellschaft sind der Grund, warum Dinge die keine gesellschaftliche Relevanz haben, überproportional thematisiert werden. Es sind Scheindebatten zu Scheinthemen die von dem was gerade abläuft, ablenken sollen! Nebelkerzen!

Wir leben in einer Scheinrealität mit Scheinthemen und Scheingefahren!

Die Themenvielfalt im ÖRR nimmt seit Jahren stark ab, es gibt wenige vorgegebene/gesteuerte Hauptthemen: Kampf gegen „rechts“, Klima, Genderirgendwas, xxxx-ismus, „Haltung“. Je irrelevanter ein Thema ist, desto intensiver wird es „behandelt“ um so seine Wichtigkeit beim Empfänger zu steigern!

Relevante Themen wie Überlastung der Sozialsysteme, Deindustrialisierung, Massenzuwanderung, religiöser bzw. Linksterror, Wohlstandsabnahme, Entmündigung des Bürgers, etc. werden strikt gemieden.

Um den linken Umbau der Gesellschaft nicht zu gefährden, wird das Volk mit Scheindebatten zu Scheinthemen abgelenkt. Wer die Wahrheit ausspricht wird stigmatisiert, kriminalisiert, vom „Kollektiv“ geächtet!

Jens Böhme | Mo, 20. Juni 2022 - 18:30

Idealistische Gleichmacherei und Gleichschaltung. Das ist Post-Anarchie und man lässt die Verrückten gewähren, wählt sie sogar in Parlamente, damit sie mit hanebüchenden, naturfernen Argumenten Gesetze durchbringen, die "Zeitenwende" einläuten und das jahrzehntelang erfolgreiche Rechtssystem einer funktionierenden Grsellschaft aushöhlen.

Ernst-Günther Konrad | Di, 21. Juni 2022 - 09:02

Egal was da derzeit für Diskussionen geführt werden, die Natur wird sich nicht ins Handwerk fuschen lassen. Dieser ganze übertriebene Hype schadet sowohl den Betroffenen selbst als auch den Frauen. Noch gebären Frauen die Kinder und zeugen Männer dieselben, ob auf natürlichem Weg oder mit medizinischer Hilfe. Es sei denn, man strebt nur noch künstliche Intelligenz an. Um diese entstehen zu lassen, braucht es zuvor den intelligenten Menschen. Die sehe ich bei den Transgenderdiskutanten nicht also bleibe ich gelassen. Ich frage mich nur, wo der Aufstand der Frauen insgesamt bleibt. Wo sind die Heteros, die Mütter und Väter, die für ihre Lebensweise eintreten? Wo sind die Frauen, die zurecht auf ihr Frausein pochen und ihre Kinder vor solchen Beeinflussungen bereits in der Kita und Schule schützen? Wahrscheinlich interessiert es sie nicht, weil erstmal selbst nicht betroffen. Aber wehe, ihre Kinder kommen aus der Schule und wollen "plötzlich" anders behandelt werden. Wehret den Anfängen.