Bibliotheksporträt: Jürgen von der Lippe - Gender Studies als Graus und Karl May als Allgemeinbildung

Der Komiker Jürgen von der Lippe liest Seneca und Sloterdijk, aber auch Lily Brett und Birgit Kelle. Am Anfang aller Lektüre standen die Flunkereien eines Fünfjährigen im Krankenhaus

Jürgen von der Lippe in seiner Bibliothek
Für Lippe, der mit seinem Bühnenprogramm „Wie soll ich sagen …?“ durch die Irrungen der deutschen Sprache führt, sind Genderstudies ein Graus / Foto: André Kowalski

Autoreninfo

Björn Eenboom ist Filmkritiker, Journalist und Autor und lebt im Rhein-Main-Gebiet.

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„Hereinspaziert in meinen Gemischtwarenladen“, begrüßt Jürgen von der Lippe den Gast hoch oben in seinem Penthouse im Berliner Süden und öffnet die Tür zur Bibliothek. Doch Gastfreundschaft gegenüber Journalisten in seinem privaten Habitat ist eine Ausnahme. Homestorys sind tabu. Die Liebe zum gedruckten Wort lässt ihn eine Ausnahme machen. 

Wir nehmen am Esszimmertisch Platz, trinken Madame Butterfly, grünen Tee mit Mangostückchen, aus Kaffeebechern. Vor uns erstreckt sich über die Länge des Raumes eine Bücherwand. Industriell gefertigt, in dunklem Holz, könnte die Regalkonstruktion eine tragende Rolle in der Statik des Hauses einnehmen. „Es geht überall weiter. Alles ist voll mit Büchern. Doch selbst wenn diese Wohnung doppelt so groß wäre, wäre sie binnen zwei, drei Jahren zu klein für die Bücher“, sagt der Comedy-Pionier. 

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Christa Wallau | So, 12. November 2017 - 11:39

... so gar nicht gefällt, ist seine mangelnde Rücksichtnahme auf den guten Geschmack, das Fehlen einer gewissen Form bzw. Etikette, die m. E. selbst bei unterschiedlichsten Interessen und einer
großen Offenheit für alle möglichen Genres der Literatur und Kunst bei einem gebildeten Menschen spürbar werden sollte.

Er hat etwas unverschämt Proletenhaftes, das
m. E. nicht zu seinem offenbar scharfen Verstand
paßt. Er weiß genau, daß die kleinen "Sauereien", die er immer mal wieder von sich gibt, viele Menschen abstoßen, aber er leistet sie sich trotzdem.
Wahrscheinlich geht es ihm auch gar nicht um Menschen wie mich, sondern vielmehr um den Beifall des Publikums der Privatsender.

Nun ja: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

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