Eine Frau hält ein Glas in einer Mainzer Weinstube / picture alliance

Alkoholkonsum in Deutschland rückläufig - Genussvoll leben mit Wein und Bier

Erstaunt nahm unser Genusskolumnist zur Kenntnis, dass der Alkoholkonsum in Deutschland merklich gesunken ist. Und macht sich Gedanken über die Gründe. Abstinenzler mag er aber nicht werden.

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Ja, was ist denn hier los? Den Deutschen ist offenbar die Lust auf Bier vergangen. Jedenfalls ein bisschen. Laut dem Statistischen Bundesamt setzten die rund 1500 deutschen Brauereien im vergangenen Jahr nur 8,4 Milliarden Liter ab. Das ist gegenüber 2022 ein Minus von satten 4,5 Prozent.

2023 sei „ein rabenschwarzes Jahr für die deutsche Brauwirtschaft gewesen“, kommentierte Holger Eichele, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, die Zahlen. Als strukturelle Gründe für diese Entwicklung sieht Eichele vor allem den Trend hin zu einer gesünderen Ernährung und die alternde Gesellschaft. Auch 2024 werde voraussichtlich ein „schwieriges Jahr“. Allerdings erhoffe man sich von der Fußball-Europameisterschaft einen merklichen Sondereffekt.

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Achim Koester | Sa., 10. Februar 2024 - 09:56

weniger geworden ist, sehe ich es als positiv an, ansonsten liebe ich mein Feierabendbierchen oder das Glas Rotwein, und möchte keinesfalls darauf verzichten.

Naumanna | Sa., 10. Februar 2024 - 10:04

Mir ist aufgefallen, dass es immer schwieriger wird, gutes Bier oder Wein zu bekommen. Ich reagiere sehr sensibel auf Panschereien und trinke nur sehr reine Produkte. Die sind nur noch selten zu bekommen. Es reduziert sich immer mehr. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass weniger Alkohol getrunken wird. Jedenfalls bei mir ist das so.

roswitha lasser | Sa., 10. Februar 2024 - 16:36

Antwort auf von Naumanna

Werter naumanna,
ich weiss ja nicht, wo Sie leben, aber vielleicht machen Sie einfach im Sommer Ferien in der Südpfalz. Z.B. in Siebeldingen. Da besuchen Sie dann das Weingut Rebholz und Sie finden eine grossartige Auswahl allerbester deutscher Weine.
Sie werden eher Schwierigkeiten haben, sich zwischen all den feinen Tröpfchen zu entscheiden. Oder Sie nehmen einfach eine Kiste von allen mit, dann haben Sie für den Rest des Jahres im Restdeutschland vorgesorgt. Gleich gegenüber liegt der Wilhelmshof, auch da kann Ihnen geholfen werden, wie in vielen anderen Pfälzer Weingütern auch. Doch es gibt sie noch, Winzer, die nur das Beste in die Flaschen füllen. Hoffen wir nur, dass Özdemir das nicht weiss, sonst verfällt er auch noch auf die Idee, einen Weincent zu verlangen- natürlich nur für die Winzer und keineswegs für die Förderung des Hanfanbaus 100tausende Km entfernt in jenen Ländern, die unsere Oberfeministin besucht, und auch nicht für Berliner Balkonpflanzen.

Brigitte Miller | Sa., 10. Februar 2024 - 10:37

Text über wünschenswert vernünftigen Umgang mit Alkohol.
Abgesehen von jenen Personen, die aus nachvollziehbaren Gründen (Krankheit, bestehender Alkoholismus, Interesselosigkeit)
besser nicht trinken, finde ich die Versuche, Alkoholabstinenz zur einzig wahren Lebensweise zu erklären und den Abstinenten zum besseren Menschen zu machen, einseitig und traurig.
Abgesehen davon: wieso gibt es immer wieder Ideologen, die glauben, sie könnten eine Lebensweise für die ganze Welt und für alle Zeiten den Leuten überstülpen und konservieren?
Immer wieder, in jeder Generation und immer wieder erfolglos, weil der Mensch nun einmal nicht so ist.

Ernst-Günther Konrad | Sa., 10. Februar 2024 - 10:45

Das ist der Zahn der Zeit. Bereits ab Kindesalter werden die Kinder ans Tablett herangeführt und die soziale Vereinsamung gefördert. Sportverein ist out, Volksfeste sollen nach Möglichkeit traditionsfrei und "steril" gefeiert werden. Man isst vegan und schaut ansonsten lieber TikTok oder irgendwelchen Influencern zu. Eigentlich müsste man doch froh sein. Die jahrelangen Warnungen vor, sicher auch berechtigter Alkoholabhängigkeit trägt nun Früchte. Und die Preise machen den "Stoff" nicht wirklich mehr erschwinglich. Und blieb man früher nach dem gemeinsamen Essen im Lokal noch in gemütlicher Runde sitzen, trank das ein oder andere Getränk, Wein, Bier oder Schnaps, ist meist nach einem Glas zum Essen schnell die Runde zu Ende. Es ist einfach auch zu teuer und nicht wenige Ältere haben ihre Sturm- und Drangzeit überschritten und trinken nur noch selten oder gar nicht, so wie ich z.B.
Und mal ehrlich. Straftäter unter Alkoholeinfluss gibt es noch genug. Und weniger ist manchmal mehr.

Thomas Hechinger | Sa., 10. Februar 2024 - 11:00

Alkohol ist ein schwieriges Thema.

Einerseits kann ich mir keine größere Familienfeier, keinen runden Geburtstag, keine Feier eines Jubiläums ohne Wein und Bier denken. Erst dadurch bekommt die Feier Stil. Der Alkohol hebt die Stimmung und lockert die Atmosphäre. Er entkrampft. Und heute wird niemand mehr scheel angesehen, der sich dennoch nur ein Wasser oder einen Tee bestellt.

Andererseits habe ich in meiner größeren Familie zwei Onkel verloren, die dem Alkohol verfallen waren. Ich kenne daher auch die Abgründe dieses Nervengifts.

Μηδὲν ἄγαν – nihil nimis – nichts im Übermaß. Dieser alte philosophische Grundsatz ist der Kern der Lösung.

Karl-Heinz Weiß | Sa., 10. Februar 2024 - 11:12

Besteht zwischen dem Vordringen der KI und dem Rückgang des Alkoholkonsums in Deutschland ein Zusammenhang ? An der Geschmackspolizei (sic!) kann es kaum liegen, denn die beschäftigt sich hierzulande mit anderen Dingen. Mehr menschliche Intelligenz, in geselliger Gesellschaftsrunde bei (mäßigem) Alkoholkonsum wäre eher hilfreich. Dank an den Autor für die gute genussvolle Begleitung der Faschingszeit.

Ronald Lehmann | Sa., 10. Februar 2024 - 15:11

Und Wert-Schätzung wird immer weniger in der Gesellschaft geschätzt

Entweder die extreme linke Seite vom Pendel, die maßlos übertreibt (Spaßgesellschaft), wie ich es auf Mallorca erlebt habe
PS & ich habe in meinen Leben keine Feier ausgelassen, aber es gab WERTE

oder die andere Seite des Pendels, wie ich es oft bei den Grünen Kirchen erlebt habe
>>> Der totale Verzicht
PS >>> Das einzige, wo ich STRIKTER GEGNER bin, sind Rauschmittel - DROGEN, wo ich persönlich die harte Rangehens Weise von z.B. Südkorea richtig finde

Aber egal was

GIFT IST MEDIZIN & MEDIZIN IST GIFT,
die Dosis ist entscheidend

>>> deshalb hat mir in der katholischen Kirche (war früher evangelisch >> > jetzt konventionsloser Christ)
das selbst auferlegte Fasten gefallen,
damit man in DEMUT

>>> SCHÄTZEN LERNEN VON DINGEN NICHT VERLERNT
& alles eine Gabe GOTTES ist
>>> GESEGNET SEI DEIN NAME <<<🙏💓
denn es könnte auch anders hier auf Erden verlaufen bzw. sein

Bon Appetit für jeden sein Lebens-Weg 😍🥰

Gunther Freiherr von Künsberg | Sa., 10. Februar 2024 - 15:34

Auch eine Ampel-Regierung kann reagieren, wenn es darum geht Mittel zu benennen, um diese besser ertragen zu können. Um zu vermeiden, dass ganz Deutschland dem Alkoholismus unterfällt und alle Bürger zu Alkoholikern werden hat die Regierung als Gegenmaßnahme Cannabis legalisiert und damit der deutschen Landwirtschaft insbesondere dem Weinbau und den Braugerste-Bauern einen schweren Schaden zugefügt. Diese Regierung mutet Bundesdeutschen zu auf ein ausländisches Mittel zum Ertragen diese Regierung zurückgreifen zu müssen anstatt auf die historischen, seit über 1000 Jahren und damit erprobten Mittel wie Wein, Bier oder sogar Schnaps abzustellen. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass der Cannabiskonsum als Vorstufe zu härteren Drogen eine Maßnahme der Entwicklungshilfe ist um südamerikanischen Landwirten neben Fahrradwegen zu finanzieren auch landwirtschaftliche Produkte Euro-subventioniert für den Export herzustellen.

Henri Lassalle | Sa., 10. Februar 2024 - 16:10

Weingeniesser; Wein und franz. Champagner gehören zu einem entspannten Abend. Vielleicht sind es die gestiegenen Lebensmittelpreise, die vom Kauf alkoholischer Getränke abhalten - auch Wein ist teurer geworden.
Ich wundere mich jedoch über das Absinken des Bierkonsunsum ausgerechnet in Deutschland. Bier und Deutsche, das gehörte nach meiner Beobachtung zusammen. Vielleicht ein Mentalitätswandel?