Paella
Paellapfanne / picture alliance

Reis und Nudeln braten - Upcycling statt Resteverwertung

Unser Genusskolumnist hat eine tief verwurzelte Abneigung gegen die Vernichtung von Lebensmitteln. Jetzt hat er sich wieder mal damit beschäftigt, was für Köstlichkeiten man mit „Resten“ zubereiten kann.

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Nein, ich schwinge heute mal nicht die Moralkeule und werfe auch nicht Millionen hungernder Kinder in verschiedenen Teilen der Welt in die Schlacht, wenn es um die gigantische Verschwendung von Lebensmitteln geht. Das heißt allerdings nicht, dass ich es nicht trotzdem ziemlich daneben finde, dass hierzulande pro Jahr knappe elf Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne landen, und nicht wenige davon uneingeschränkt verzehrfähig. 61 Prozent der Lebensmittelabfälle entstehen in Privathaushalten, pro Kopf der Bevölkerung sind das im Durchschnitt 78 Kilo.

Auch das ist eine Art „Wohlstandsindikator“, denn in früheren Zeiten konnten es sich die meisten Menschen schlicht nicht leisten, so verschwenderisch mit Ernährungsressourcen umzugehen. Tatsächlich sind viele bekannte internationale Gerichte aus dem Prinzip der Resteverwertung entstanden, bevor sie – deutlich verfeinert – ihren Siegeszug durch die Restaurants dieser Welt antraten. Dazu gehört die Paella  und natürlich auch die Bouillabaisse.

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Jens Böhme | Sa., 26. August 2023 - 07:50

Das Problem ist nicht das Wegwerfen der Reste, sondern nach spätestens einem Tag Kühlung der Reste keinen Appetit mehr für die entsprechenden Reste zu haben, deshalb landet Rest nach drei Tagen im Müll. Meine Frau bunkert z.B. im TK über Jahre vieles, warum und wieso, wird mir nie klar. Der TK ist gerammelt voll, Neues aus dem Laden passt nicht rein, nicht mal ein Eis.

Sabine Lehmann | Sa., 26. August 2023 - 17:09

Antwort auf von Jens Böhme

Ihre Frau muss mit mir verwandt sein, Herr Böhme;-) Und nein, mir ist auch nicht klar warum und wieso, aber die Seele einer Frau ist eben unergründlich........;-)

Alice Friedrich | Sa., 26. August 2023 - 08:22

und zwar schon deshalb, weil solche Mahlzeiten sehr schnell zubereitet und, wie im Artikel gezeigt, auch vollwertig ergänzt werden können. Sie sparen Zeit und Geld.
Voraussetzung allerdings sind gute Kochkenntnisse und Phantasie.
Wer ein geübtes Auge hat, kann erkennen, dass auch in Restaurants und Kantinen sytematisch Reste verwertet werden, häufig in Suppen oder gemixt in Vorspeisen und Amuse-gueules. da findet noch die letzte Erbse ihren Platz. Resteverwertung ist nämlich nicht nur hip, sondern auch ein kostensparender Faktor, den jeder nutzen sollte.
Schöner, entspannter Artikel!

Gisela Hachenberg | Sa., 26. August 2023 - 13:03

Da meine beiden letzten Kommentare nicht veröffentlicht wurden, werde ich nicht mehr kommentieren. Da das Schreiben ja immer etwas Aufwand erfordert, ist es ärgerlich, wenn der Kommentar dann nicht erscheint! Schade, denn an sich lese ich die Kolumne recht gerne. Trotzdem beste Grüße an Sie, lieber Herr Balcerowiak!

Bitte nicht Frau Hachenberg, bleiben Sie uns doch bitte erhalten. Ich lese Ihre und viele andere Kommentare immer so gerne. Genauso gerne wie ich die vielen gelungenen und interessanten Artikel hier im cicero lese. Mir ging es ähnlich, sogar nach meiner aufwändigen Recherche gab dieser Tage keine Freischaltung dazu. Ich versuche, es nicht persönlich zu nehmen, auch wenn natürlich fast alles im Leben irgendwie persönlich ist. Wie sagte Meg Ryan in dem bekannten Film "e-m@il für dich" so schön:
"Alles im Leben sollte damit anfangen persönlich zu sein" (oder so ähnlich). Darüber hinwegzusehen ist manchmal nicht leicht, aber ich denke nicht, dass es jemand hier in der Redaktion auf uns abgesehen hat;-)

Nicht bei Herrn Balcerowiaks Artikeln zum Thema Essen, da schreibe ich selten. Ich stelle nur fest, dass Artikel freitags eingestellt, aus Zeitgründen erst sonntags kommentiert, nicht selten montags geschlossen sind, ohne Veröffentlichung meines Kommentars oder gar Antworten an Foristen. Offenbar denkt die Redaktion, 48 Stunden rum, Artikel zu, egal ob vorher noch was kommentiert wurde oder nicht. Das ist äußerst schade. Wie da eine Diskussionskultur aufrecht erhalten soll ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich komme erst heute Artikel vom Freitag zu kommentieren, kann mir das ersparen, weil eben nicht veröffentlicht wird. Auch unter der Woche, häufig erst ab 13.00 Uhr wird veröffentlicht. Antworten darauf fallen nicht selten dann der 48 Stunden "Öffnungszeit des Artikels" zum Opfer. Man merkt das auch daran, dass unter der Woche viel mehr Kommentare freigeschaltet werden als nach dem Wochenende. Dennoch sollten wir nicht aufgeben. Gerade auch Ihre Kommentare sind hier wichtig.

Ernst-Günther Konrad | So., 27. August 2023 - 12:31

Meine Frau macht nicht selten mehr als wir sofort essen, eben weil, wie Frau Friedrich zurecht schreibt, die Reste schnell aufgewärmt und mit verschiedenen ergänzenden Fleisch- oder Gemüsezutaten oft einen Tag später noch besser schmecken. Und ja, ich bin ein Fan von sog. "arme Leute" essen, weil es mich zum einen an meine Kindheit erinnert, wo Muttern nicht viel hatte, aber immer etwas "zaubern" konnte und weil es selbst gekocht, nicht aus der Dose aufgewärmt einfach nur gut schmeckt. Unser Kühlschrank in der Wohnung wird entsprechend verräumt, damit angebrochenes sofort sichtbar zu Ende gegessen wird, bevor was neues geöffnet wird. Das funktioniert einfach nur gut. Insofern Herr Balcerowiak bin ich jemand, der lauthals schimpft, wenn geöffnete Lebensmittel nicht bis zum Ende aufgebracht werden. Und ja, neben Pfannengerichten lassen sich Nudeln und Reise auch zu leckeren Salaten umgestalten. Da ich nicht kochen kann/will, bin ich der Schnippler vom Dienst. Muss ja auch gemacht werden.