Landtagswahl in Hessen und die Folgen - Wie Not und Elend

Nach den desaströsen Ergebnissen der Landtagswahl in Hessen versprechen die Parteien der Großen Koalition Besserung. Doch aus der bundespolitischen Lethargie kann es jetzt nur noch einen Ausweg geben

Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel
Opfer der Bundespolitik? Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Seils ist Ressortleiter „Berliner Republik“ von Cicero. Im Januar 2011 ist im wjs-Verlag sein Buch Parteiendämmerung oder was kommt nach den Volksparteien erschienen.

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Erst Bayern, dann Hessen. Es war die zweite brutale Klatsche, die die Wähler den Parteien der Großen Koalition innerhalb von 14 Tagen verpasst haben. Wieder rauschten die Balken am Wahlabend zweistellig nach unten. Minus 11,3 Prozentpunkte für die CDU, minus 10,9 Prozentpunkte für die SPD. Rumms. Wieder saß der Schock tief. Und wieder waren in den beiden Parteizentralen als Erklärung für das historisch beispiellose Debakel vor allem Durchhalteparolen zu hören. Immerhin leugnete niemand, dass nicht die Landespolitik, sondern die Bundespolitik daran schuld war.

Eines haben die Wähler bei den beiden Landtagswahlen in diesem Herbst unmissverständlich deutlich gemacht: Sie sind frustriert und wütend angesichts des Zustandes der Großen Koalition. Sie sehnen sich in Berlin nach einer Regierung, die regiert, die die Zukunftsfragen der Gesellschaft stellt und auch beantwortet: Migration, Zukunft der sozialen Sicherungssysteme, Digitalisierung, Klimawandel. Und sie fühlen sich zugleich abgestoßen von drei Regierungsparteien, die sich permanent nur mit sich selbst beschäftigen.

Ein schwacher Trost für die CDU

Wie schon die CSU in Bayern, versucht sich auch die CDU in Hessen über den Absturz mit der Tatsache hinwegtrösten, dass größeres Unheil mit der Last-Minute-Mobilisierung von Anhängern verhindert wurde und der eigenen Spitzenmann Volker Bouffier aller Voraussicht nach Ministerpräsident bleiben kann. Denkbar knapp haben CDU und Grüne ihre Mehrheit im Landtag verteidigt. Dass die Grünen stattdessen zusammen mit SPD und FDP eine Ampelregierung bilden, ist unwahrscheinlich. Bei der SPD hingegen ging der freie Fall am Sonntag weiter. Dass die hessischen Sozialdemokraten im vorläufigen amtlichen Endergebnis sogar noch mit 94 Stimmen hinter den Grünen landeten, macht deren Demütigung perfekt.

Immerhin: Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles war am Abend der Hessenwahl besser vorbereitet als am Abend der Bayernwahl. Statt 87 Sekunden Gestammel eine scheinbar klare Absage: In der SPD müsse sich genauso etwas ändern, wie in der Großen Koalition. Von der Regierung forderte Nahles einen „vernünftigen Arbeitsmodus“ und einen „klaren, verbindlichen Fahrplan“, an dessen Umsetzung sich bis zum Herbst kommenden Jahres, also bis zur innerhalb der SPD verabredeten „Halbzeitbilanz“ entscheiden werde, ob die SPD in der Koalition noch „richtig aufgehoben“ sei. Und auch die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte, „so kann es nicht weiter gehen“ und forderte eine „neue Arbeitskultur“ der großen Koalition.

Angst vor dem bundesweiten Absturz

Doch so sehr sich beide Politikerinnen bemühten, das Brodeln in beiden Parteien einzudämmen – hier einen unkontrollierten Aufstand der SPD-Basis gegen die Regierungsbeteiligung und dort eine unkontrollierte Diskussion in der CDU über die Zukunft von Angela Merkel – so waren die Beschwörungsformeln der Parteien nichts als Not und Elend. Von zwei Parteien, die in der Krise aneinander gekettet sind. Denn das einzige, was die Große Koalition nach den beiden Landtagswahlen dieses Herbstes noch zusammenhält, ist die gemeinsame Angst von CDU, CSU und SPD vor Neuwahlen. Denn solche hätten angesichts des aktuellen Zustandes der drei Parteien auch den gemeinsamen Absturz im Bund zur Folge.

Es wird der Großen Koalition kaum gelingen, die Stimmung noch einmal zu wenden, auch wenn sie in dieser Woche noch einmal einen Aufbruch verkündet. Wenn sie nach dem Willen der SPD einen verbindlichen Fahrplan für die Regierungsarbeit der kommenden Monate präsentiert, denn eigentlich gibt es diesen schon: in Form des Koalitionsvertrages. Es wird der Regierung auch nichts nutzen, wenn sie nach dem Willen der CDU drei Regierungsprojekten zu besonderer Priorität verhilft. Denn auch das könnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein politischer Aufbruch nicht in Sicht ist, dass diese Regierung am Ende ist. Sie hat sich politisch aufgerieben, personell ausgelaugt. Die Orientierungslosigkeit in den ehemaligen Volksparteien ist groß, der innerparteiliche Druck gewaltig. Tief hat sich die Krise seit der Bundestagswahl in sie hineingefressen und an der Spitze stehen drei angeschlagene Parteivorsitzende, deren Autoritätsverlust mit Händen zu greifen ist.

Rückzug und Nachfolgeregelungen

Es wird in der SPD weiter über den Ausstieg aus der Großen Koalition diskutiert werden. Wenn es Parteichefin Andrea Nahles gelänge, eine Panikreaktion der Basis und die Implosion der Partei zu verhindern und die Sozialdemokraten geordnet aus der Großen Koalition zurückzuziehen, dann hätte sie viel erreicht.

In der CDU wird seit Sonntag nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand, sondern offen über die Merkel-Nachfolge diskutiert und zwar sowohl an der Parteispitze als auch im Kanzleramt. Die Diskussion wird in den Wochen bis zum CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hamburg an Fahrt gewinnen.

In der CSU schließlich wird weiter am Stuhl von Horst Seehofer gesägt werden, denn zu viele Christsoziale haben mit dem Parteivorsitzenden und Bundesinnenminister noch eine Rechnung offen.

Solange die drei Regierungsparteien sich personell nicht erneuern und solange sie nicht neue politische Ideen präsentieren, wird der Druck in ihnen weiter wachsen. Und wenn sie nicht mehr die Kraft aufbringen, diese Veränderung von oben einzuleiten, dann wird sich dieser Druck irgendwann in den kommenden Wochen oder Monaten in den Parteien und auch in der Wählerschaft unkontrolliert entladen.

Man nennt es Demokratie

Solange CDU, CSU und SPD in der Großen Koalition aneinandergekettet sind, werden sie diese Kraft kaum aufbringen. Aus der bundespolitischen Lethargie gibt es deshalb nur den einen Ausweg: baldige Neuwahlen. Mit neuem politischem Personal, neuen programmatischen Ideen und politischem Streit über die Zukunftsfragen dieses Landes, sowie mit einem Wahlkampf, in dem deutlich wird, worin sich das Angebot der Parteien unterscheidet. Und wenn bei Neuwahlen andere Parteien zulegen, wenn die Grünen als neue bürgerliche Partei reüssieren und die AfD die Protestwähler am rechten Rand mobilisiert, dann ist das eben so. Man nennt es auch Demokratie.

Wenn CDU, CSU und CDU hingegen aus Angst vor dem Wähler noch drei Jahre weiter machen wie bisher, wenn sie aus dem Zustand der Bundesregierung und dem Frust und der Wut der Wähler keine Konsequenzen ziehen, dann hingegen könnte sich die Krise der ehemaligen Volksparteien zur Krise der Demokratie ausweiten. Mit unkalkulierbaren Folgen.

Dr. Florian Bode | Mo, 29. Oktober 2018 - 08:35

Es wäre schon mal schön, wenn sich die Berliner Damen dazu herabließen, die echten Probleme zu benennen: Migration, drohender Kollaps der Sozialsysteme, überzogene Hysterie bez. Aabgasgrenzwerte und „Klimawandel“, desolater Zustand der Bundeswehr in Zeiten zunehmender Risiken, Überschuldung der €-Länder, islami(sti)scher Hegemonialanspruch, verlorene Technologieführerschaft, gefährdete Energieversorgung.... Aber was bekommen wir serviert? Siehe jeden Abend inder „Tagesschau“.

aber das ist von beiden Berliner Damen nicht ansatzweise zu erwarten. Am tollsten verhalten sich mal wieder die Medien, die Kommentatoren huldige Merkel für 13 Jahre Kanzlerschaft, und ihr Verzicht wird als große Geste gelobt. Dabei hat sie alles was man falsch machen konnte auch falsch gemacht, leider sind schon zuviele Einheimische Opfer dieser Fehlentscheidungen geworden, wie jetzt wieder in Freiburg. Aber das ist nur der Anfang, das dicke Ende kommt erst noch...

Und man darf auch die Frage stellen, ob denn durch die Machtverschiebung von Männern auf Frauen irgendetwas besser geworden ist in der Politik.

Birgit Fischer | Mo, 29. Oktober 2018 - 08:47

Ist doch gar nichts passiert. Dass Polit-Bonzen-Pack regiert weiter, wetten? Auch die Farbenlehre ist völlig wurscht. Es bleibt alles, wie es ist. Nix ändert sich zugunsten der Herkunftsdeutschen. Im Gegenteil. Wir sind nur die Deppen, die arbeiten gehen und den Rest durchfüttern. Dr. Daniel Stelters Buch "Das Märchen vom reichen Land - Wie die Politik uns ruiniert" sollte in jedem herkunftsdeutschen Haushalt Pflichtlektüre sein. Die Kanzlerschaft Merkels hat unseren Wohlstandssockel verfrühstückt. Diese Person hat uns arm gemacht, jeden von uns. Und die Zeche wird kommen. Und sie wird beglichen werden. Von wem? Wieder von uns.

Andreas Löw | Mo, 29. Oktober 2018 - 08:49

Guter Artikel Herr Seils!
Genau ins Schwarze getroffen.
Ob aber die machtversessene Frau Merkel dies auch für sich selbst einsieht, wage ich mal ganz stark zu bezweifeln! Beim Abgang von Obama hat sie noch geflötet: "Demokratie lebt vom Wechsel!" Für sich selbst gelten bei dieser Dame aber andere Maßstäbe!
Merkel hat ja schon den Willen durchscheinen lassen auch das nächste Mal wieder als Kanzlerkandidatin antreten zu wollen.
Alternativlos!

Eduard Milke | Mo, 29. Oktober 2018 - 08:51

Wetten, dass wieder alles so weiter läuft wie bisher. Ich kann in AM Gesichtsausdruck sehen, wie sie jegliche Realität ausgeblendet hat. Sie hat schon seit einiger Zeit diesen fahlen Gesichtsausdruck, den auch Erich Honecker 1989 hatte. "Vorwärts immer, Rückwärts nimmer!".

Deswegen wette ich:
- Die Groko läuft weiter bis zu nächsten BTW
- Merkel regiert weiter bis zur nächsten BTW
- Merkel tritt zur nächsten BTW wieder als Kanzlerin an

Fazit: Alles bleibt wie´s ist.
Ihr werdet sehen!

(Was ich in dem Text oben nicht verstanden habe: "... dann wird sich dieser Druck ... und auch in der Wählerschaft unkontrolliert entladen."
Wie soll sich den der Druck entladen? Gehen die Bürger auf die Straße? Oder wie ist das zu versehen?)

Michaela Diederichs | Mo, 29. Oktober 2018 - 09:11

Die Selbstzerstörung geht ungebrochen weiter. Größter Gewinner ist eben nicht die Partei die Grünen, sondern die AfD - wenn ich die Zahlen richtig lese. Nächstes Jahr wählt der Osten. Die Zeichen stehen auf Sturm. Aber die Etablierten machen weiter, immer weiter so - die Lust am Untergang ist ungebrochen. Deutsche Bunkermentalität dominiert mal wieder alles.

Robert Müller | Mo, 29. Oktober 2018 - 09:20

Neuwahlen lösen das Problem von Schwarz-Rot nicht. Sollten die Grünen weiter zulegen, wird bei der nächsten BuWa dann Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz, eventuell mit SPD oder FDP regieren. Die AfD wird weiter außen vor bleiben.

Das ist dann das selbe was wir heute haben, weil Merkel schon Grüne Politik gemacht hat.

Entscheidend ist also nicht welche Partei, sondern welche Politiker dann regieren werden und wer Kanzler wird. Interessant ist, dass erstmals ein Kanzler von den Grünen denkbar ist und damit der Merkel-Nachfolger nicht automatisch Kanzler werden wird. Imho ist das die eigentliche Zäsur. Die andere Frage ist, wie es mit der AfD weiter gehen wird. Offenbar wachsen deren Bäume im Westen nicht in den Himmel, nur im Osten kann das anders werden. In gewisser Weise ähnlich wie einst bei der PDS, die auch stark im Osten und schwach im Westen war. Die PDS hat dieses Problem nicht lösen können, die Linkspartei ist heute DEweit gleich stark/schwach.

helmut armbruster | Mo, 29. Oktober 2018 - 09:23

unsere Demokratie hat ihre Handlungsfähigkeit und Effizienz verloren. Nichts gelingt mehr. Nichts begeistert mehr.
Trotz mehrerer Tausend Parlamentarier in Landesparlamenten und Bundestag, bewegt sich nichts. Oder wäre es richtiger zu sagen, gerade, weil hier Tausende Nichtskönner glauben mitreden zu müssen, geht nichts mehr?
Jedenfalls ist der böse Eindruck entstanden, dass Parlamentarier und Regierung sich selbst viel wichtiger nehmen als ihre eigentliche Aufgabe.
Der Fall ruft geradezu nach dem Sanierer. Kann man nur hoffen, dass der Sanierer kein Demagoge sein wird, sondern ein wirklicher Patriot.

Laurenz Manfred | Mo, 29. Oktober 2018 - 09:26

...muss sich in den letzten Jahren drastisch nach links verschoben haben, wenn die Grünen schon als "bürgerliche Partei" gehandelt werden, während die AfD im Beitrag nur als Protestpartei am rechten Rand bezeichnet wird. Das ist eine Abwertung ehemaliger konservativer Unionswähler.

Luwig Stassen | Mo, 29. Oktober 2018 - 09:37

Der Wähler hat von seinem Wahlrecht gebrauch gemacht und nun haben die Gewählten die Freiheit Mehrheiten zu finden, Entscheidungen zu treffen und Politik zu machen. Das hat dann Auswirkung wenn die Wiederwahl ansteht. Alternativlos ist eine Entscheidung, nie sonst wachsen die Alternativen so wie jetzt trotz 5% Hürde. Die FDP hat sich im Bund der Mitarbeit verweigert, die Grünen profitieren von Ihrer Bereitschaft. Die Volksparteien verlieren die Ge-VOLK-schaft der länger hier lebenden Wahlberechtigten.

Horst Weber | Mo, 29. Oktober 2018 - 09:40

Wer sich die politischen Ziele von AfD oder - im europäischen Rahmen - aller sogenannten "Populisten" anschaut, müsste die eklatanten Defizite der Zielsetzungen ehemaliger Volksparteien deutlich vor Augen haben.
Aber im Konzert mit den Medien ist die durchaus konservativ geprägte Politik "für" das eigene Land
längst auf den Index gesetzt, sozusagen als Blasphemie stigmatisiert. Der ideologische Kometenstreif der Nazis wird als die drohende Apokalypse beschworen, obwohl es dafür keine logische Erklärung gibt. Das erinnert an Ufos, an Aliens und an Untote, die uns bedrohen könnten.
In Wills Talkrunde am Wahlabend in Hessen war deshalb auch kein Vertreter der AfD - trotz über 13% Stimmenanteil - zugelassen. Stattdessen faselte der vor Selbstüberschätzung aufgeblähte FDP-Lindner von einem "kleinen Sieg" seiner Partei mit etwas über 7% !
Derlei mediale Korrelationen sind auch ein Grund zur Wut über die etablierte Politik.
Zur Erkennung benötigt man einen Wink mit dem Braunkohlenbagger.

aber weder der Bundeswehrverband (der die AfD als einzige Partei zu einer Veranstaltung nicht eingeladen hat) noch die ÖR wollen die o.g. Weisheit erkennen. Demokratie lebt von Widerspruch, alles andere wäre Diktatur.
Ihre Wut wird geteilt und ich wehre mich wo ich kann gegen das Wortungetüm "rechtspopulistisch".
Es heißt doch auch nicht "linkssozialistisch".
Ich hoffe auf einen Ruck in der Bevölkerung und ganz besonders auf einen Aufstand bei CDU/CSU und SPD.

Lothar Werner | Mo, 29. Oktober 2018 - 09:44

Dies ist eine richtige Analyse. Wenn es den ehemaligen Volksparteien nicht gelingt, endlich inhaltlich ihre Politik an den Menschen dieses Landes besser auszurichten, wenn man die Migrationspolitik versucht, durch Schweigen (AKK) über begangene fataler Fehler als ein „Weiter-So“ zu betreiben, wenn die Industriepolitik sich - etwa beim Diesel-Skandal - in Bitten der Regierung bei den Fahrzeugherstellern erschöpft, dann ist nicht der Umgang der Koalitionäre untereinander das eigentliche Problem für die Abstürze sondern es sind sachpolitische Themen, von denen hier nur zwei genannt sein sollen. „Fahrpläne“ als Gegenstrategien werden hierfür keine Lösungen sein.
Wenn das nicht endlich verstanden wird, werden die verantwortlichen Parteien weiter zur Ader gelassen - und das ist dann gut so. Leider sind die Leidtragenden die Menschen dieses Landes. Eine solche Politik hat abgewirtschaftet, und die dafür Verantwortlichen müssen schnellstens gehen, um sachpolitisch wirklich umsteuern zu können

Luwig Stassen | Mo, 29. Oktober 2018 - 10:12

Der Wähler hat von seinem Wahlrecht gebrauch gemacht und nun haben die Gewählten die Freiheit Mehrheiten zu finden, Entscheidungen zu treffen und Politik zu machen. Das hat dann Auswirkung wenn die Wiederwahl ansteht. Alternativlos ist eine Entscheidung, nie sonst wachsen die Alternativen so wie jetzt trotz 5% Hürde. Die FDP hat sich im Bund der Mitarbeit verweigert, die Grünen profitieren von Ihrer Bereitschaft. Die Volksparteien verlieren die Ge-VOLK-schaft der länger hier lebenden Wahlberechtigten. In der GRO KO durch Seehofer die AFD klein zu machen funktionierte in Bayern nicht gut, Treue zu Merkel zahlte sich für die Hessen CDU nicht aus. Also gut regieren, die Nachfolger einarbeiten...

Norbert Heyer | Mo, 29. Oktober 2018 - 10:33

Die Volksparteien sind mal wieder vom Wähler zu Recht brutal bestraft worden. Wer so eine Politik betreibt, die nur verwaltet und verhindert, bekommt das Vertrauen entzogen. Alle wichtigen Probleme - Griechenlandkrise, Euro-Krise, Rettungsschirme, Energie, Diesel-Krise, Migration, Target-Konten - sind nur aufgrund hoher Steuereinnahmen unter den Deckel zu halten. Wenn die Konjunktur einbricht, ist hier Heulen und Zägneknirschen angesagt.
In dieser Situation entscheidet sich der Wähler für die Partei, die moderner, jünger, beweglicher und frischer daherkommt und macht dabei den Teufel zum Beelzebub. Nichts, absolut nichts unterscheidet die jungen Grünen von ihren Vorgängern. Immer noch ist diese Partei stramm links auf der Verbots- und Ausverkaufsschiene unterwegs.
Die AfD wird nie die Zustimmung bekommen, um allein regieren zu können. Diese Partei muss radikale Kräfte entfernen, um damit Wähler und Medien von sich zu überzeugen.
Ansonsten steuern wir auf Weimarer Zeiten zu.

Robert Flag | Mo, 29. Oktober 2018 - 10:57

Daß Andrea Nahles´ einzige Sorge darin besteht sich zu fragen ob die SPD in der Groko noch gut aufgehoben ist, ist bezeichnend für den Zustand der SPD. Sie kapieren´s einfach nicht !

Dr. Rainer Berger | Mo, 29. Oktober 2018 - 11:11

nicht so deutlich wie in Bayern, aber landesweit mit 94 Stimmen mehr wurden sie zweitstärkste Kraft und können folglich in einem Bündnis mit der SPD (und der FDP) den Ministerpräsidenten stellen. Politisch legitim wäre ein Bündnis gegen die Union allemal, sie sind die Gewinner, ihr Partner der Verlierer der Wahl. Die Sache hat nur zwei Haken, die FDP will diese Konstellation (noch) nicht. Vielleicht wichtiger, die Presse wünscht sich schwarz grün, numerisch soll die Union führen, politisch sollen die Grünen die Themen setzen - also die eigentliche Leitpartei sein. Dieses wäre auch das Modell für den Bund, die Union als Mehrheitsbeschaffer für die Grünen. Damit hätten dann das Juste Milieu und die Davos People in einem der wichtigsten Länder des Westens endlich nicht nur die Presse und die Justiz, sie hätten auch die politische Macht erobert. Gratulation. Merkel darf den GCM noch unterzeichnen, dann hat sie ihre Mission erfüllt.

wilhelm kröger… | Mo, 29. Oktober 2018 - 11:28

danke Herr Seils. Kommentar mit Abstand zur Blase, aus eigener Gegenüberstellung geboren. Distanz! Die 3 Großen Vorsitzenden sind längst betriebsblind - und würdige Vorläufer eines Volks von Lemmingen. Bayern und Hessen dokumentieren nunmehr ein Wunder : ein annähernd zählbarer Teil der deutschen Wähler haben die Wohlfühlblase verlassen, und kündigen die Untertanenschaft - verloren wie Waisen, zuerst wackelig auf eigenen Beinen. Quo vadis? - doch eins ist dabei klar : nicht mehr zur vorgezeichneten Kante des Mitmacher-Anpaser-Lemmingen-Schicksals. "Man nennt es Demokratie"! - die deutsche wird, 80 Jahre nach Anzugprobe, (hoffentlich) mündig! - der Schock, den das auslöst, wird sich schon legen. Und PS : dies ist KEIN Plädoyer für AfD - sondern die wird, somit, zum ersten Mal diskutabel - und widerlegbar! -ja, vernichtbar. (was ihr Geist unter "Konservativismus" heimelig unisono mitversteckt nie war)

dieter schimanek | Mo, 29. Oktober 2018 - 12:08

Wie man aus gut informierten Kreisen hört, soll Mutti beschlossen haben, 4 Schaltjahre nacheinander folgen zu lassen. Die normalen Jahre werden irgendwann nachgeholt. Die in Frage kommenden Nachfolger, sind bis dahin altersgerecht für eine Kanzlerschaft.
Vorher geht nichts - Mutti ist dagegen.

Gottfried Meier | Mo, 29. Oktober 2018 - 16:17

Seehofer muss zurücktreten! Er ist an allem Schuld!
Nicht nur, dass er die CSU ruiniert hat, nein er hat auch gleich die CDU und die SPD mit in den Abgrund gerissen.

Verehrter Herr Meier, es gibt nur einen Verantwortlichen b.z.w. Verantwortliche für den Unionsabsturz, diese sitzt im Kanzleramt. Seehofer hat das Übel nur beim Namen genannt.

Nicolas Chauvin | Mo, 29. Oktober 2018 - 17:12

Was in D als Demokratie verkauft wird zwingt die Wähler bei Landtagswahlen nicht die Politik im Land zu werten, sondern als Notbehelf für falsche Bundespolitik ihr Urteil zu fällen. So blöd wie manche Politiker ihre Entscheidungen fällen, so blöd kann die gesamte deutsche Bevölkerung nicht sein. Volksabstimmungen in den Ländern und später im Bund wären ein Zukunftsprojekt.

Monika Templin | Mo, 29. Oktober 2018 - 20:18

Ein sehr guter Artikel, Herr Seils. Leider lesen die verantwortlichen Politiker in Berlin diesen sicher nicht! Sie haben es auf den Punkt gebracht und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Manfred v.Falk… | Di, 30. Oktober 2018 - 15:44

Gott sei Dank haben die Wähler in beiden Wahlen ihren Verstand nicht zu hause gelassen sondern an
Wahlurnen.Hat ja lange gedauert. Hoffen wir, das
es keine Eintagsfliege bleibt. Nur so ist es möglich,
den Politikern Feuer unter ihrem H.... zu bringen und
Spreu vom Weizen zu trennen.

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