Streit über Impfstoffe und Terminvergabe - Keine Zeit für Wunschkonzerte

Während in anderen Staaten alle verfügbaren Vakzine so schnell wie möglich verabreicht werden, leisten wir uns eine bizarre Debatte über die Priorisierung von Impf-Terminen sowie über Vor- und Nachteile bestimmter Präparate. Aber auch die deutsche Bürokratie richtet großen Schaden an.

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Polizisten sind in der Impfreihenfolge nach oben gerutscht – nicht allen gefällt das / dpa

Autoreninfo

Dirk Metz, Staatssekretär a.D., war von 1999 bis 2010 Sprecher der Hessischen Landesregierung. Er ist Gründer, Inhaber und Geschäftsführer einer Agentur für Kommunikation und Krisenkommunikation mit Sitz in Frankfurt.

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Seit über einem Jahr wache ich morgens mit Corona auf und schlafe abends damit ein. Nicht, weil ich mich mit dem Virus infiziert habe. Sondern weil Radio, Fernsehen und Internet mich den ganzen Tag mit Corona auf Trab halten; sämtliche Gespräche drehen sich ohnehin früher oder später darum.

In meiner Lokalzeitung habe ich schon vor vielen Monaten mal in einer Ausgabe alle Artikel markiert, in denen das Schlüsselwort vorkommt. Und siehe, es waren weit über 80 Prozent – im politischen Teil wie auf den Wirtschaftsseiten, im Sport und in der Kultur – und natürlich auch im Lokalen. Ich selbst habe versucht die Vorschriften und Empfehlungen der Politik einzuhalten, soweit man den Überblick haben konnte – Kontakte heruntergefahren, auf Urlaub verzichtet. Ich trug die Stoff- und trage nunmehr seit Monaten die FFP2-Maske.

Luftfilter im Büro 

Zunächst bin ich noch viel mit dem Zug und der U-Bahn ins Büro gependelt. Meine Bahncard ist im Dezember abgelaufen, aber schon von Oktober an wurde es mir so mulmig, dass ich auf das Auto umgestiegen bin. Längst ist Homeoffice angesagt, was mir zugegebenermaßen nicht sehr behagt, weil ich einerseits meine Mitarbeiter gerne um mich habe (zumal in einem Unternehmen, das sich mit Kommunikation beschäftigt), was andererseits aber auch einen echten Mehrwert hat.

Um auf Homeoffice zu setzen, brauchte ich keine Regelung der Bundesregierung, weil ich ja will, dass mein Team gesund und munter bleibt und wir trotz allem weiter arbeiten können. Deswegen läuft inzwischen auch ein Luftfilter im Büro. Fast alle Kundentermine finden ohnehin per Zoom, Teams, Webex und Co. oder via guter alter Telefonkonferenz statt. Schön, so das eine oder andere Wohn- oder Arbeitszimmer kennenzulernen. 

Die App ist nutzlos

Auch die Corona-Warn-App habe ich als pflichtbewusster Staatsbürger gleich zum Start runtergeladen, muss aber zugeben, dass sich nach kurzer Zeit Ernüchterung eingestellt hat, da ich einen wirklichen Mehrwert nicht erkennen konnte. Weniger Datenschutz und mehr Freiheitsrechte, wären mir klar lieber gewesen. Die App ist letztlich nutzlos.

Stolz bin ich, dass trotz aller Bürokratie in Deutschland tolle Wissenschaftler einen offenbar sehr wirksamen Impfstoff gegen das Virus entwickelt haben. Dass Unternehmen zusammengearbeitet und die Produktionskapazitäten ausgeweitet wurden, Stück für Stück, aber schneller als je zuvor. Auch wenn bei uns eher darüber gemeckert wurde und sogar nach staatlicher Produktion gerufen wurde: Ich will gar nicht ausdenken, was dabei herausgekommen wäre.

Regelungswut statt funktionierende Regeln 

Es ist eine Meisterleistung, wie schnell der Hoffnung gebende Impfstoff entwickelt wurde. Und obwohl die Briten schneller waren, ging sogar die Zulassung bei der EU ziemlich flott über die Bühne. Dies alles geht in Deutschland aber im Bestell-Chaos auf EU-Ebene, in Regulierung und Bürokratie für alles und jedes fast völlig unter. 

Zum Thema Testen: Wie lange konnte man aus dem Flieger steigen, ohne dass man sich einem Test unterziehen musste? Andere Staaten hatten längst funktionierende Regelungen; bei uns gab es Bürokratie und Regelungswut, aber ohne Umsetzung.

Und dann das Impfen: Wir blicken auf Impfzentren, die in kürzester Zeit mit deutscher Gründlichkeit und viel beherztem Engagement aus dem Boden gestampft wurden, um dann jedoch zunächst gänzlich stillzustehen. Impfzentren, die auf 1.000 Impfungen pro Tag angelegt sind und nicht mal 100 Dosen verimpfen konnten. Mit hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Däumchen drehten. Was für ein Bild!

Mit der Geduld am Ende

Zumal wir jetzt alle oder jedenfalls die meisten nach dem Impfstoff gieren. Aus anfänglicher Skepsis ist längst Ungeduld geworden. Bislang hat die Gesellschaft akzeptiert, dass Ältere beim Impfen Priorität haben, weil das Virus für diese Gruppe am gefährlichsten ist. Bei einer Impfquote von 5 Prozent und mit Distanz zum 80. Geburtstag sind die Menschen da noch recht entspannt, jedenfalls geduldig.

Je mehr aber geimpft werden, um so ungeduldiger werden wir anderen. Denn auch wenn es anfangs ausgeblendet oder ausgeschlossen wurde: Selbstverständlich werden die Geimpften beanspruchen, dass sie ihre Freiheitsrechte zurückbekommen, die seit einem Jahr mehr oder weniger außer Kraft gesetzt sind. Um es unmissverständlich zu sagen: Selbstverständlich werden Einzelhändler, Restaurantbesitzer, Sport- und Kulturveranstalter Schließungen nicht mehr hinnehmen, wenn genügend Menschen geimpft sind, die wieder einkaufen, Essen gehen, Konzerte besuchen und Sport treiben wollen. Und auch Urlaub halten die meisten ja für eine Art Menschenrecht. Warum sollten dann Einschränkungen weiter bestehen? Das würden die Menschen nicht mehr mitmachen!

Widerstand gegen Astra-Zeneca 

Das Kernproblem ist die Bürokratie, angesichts der Kleinteiligkeit der Impfgruppen möchte man von Regelungswut sprechen. Je mehr Zentralität, umso schlimmer. Erfolgreich sind die Staaten, die schnell vorgehen. Jeder Impfstoff, der einen Tag herum liegt, zerstört Vertrauen. Liefertermine stehen fest, werden eingehalten, es kann also alles verimpft werden. Worauf warten wir noch?

Wenn es nicht länger erforderlich ist, den Biontech-Impfstoff bei minus 80 Grad zu lagern, dann muss der Impfprozess beschleunigt werden, dann müssen die Ärzte vor Ort, die jedes Jahr und 20 Millionen Menschen gegen Grippe impfen, eingebunden werden. Und wenn Menschen einen Impfstoff ablehnen, dann rückt die nächste Person nach und wird damit geimpft. Nachdem alle Studien auch Astra-Zeneca hohe Wirksamkeit bescheinigen, können wir uns Diskussionen und „Wunschkonzerte“ nicht länger leisten. „Impfstau“ ist für mich schon jetzt das „Unwort des Jahres“!

Nicola Beer, FDP-Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, hat dieser Tage mit Blick auf den teilweisen Widerstand gegen diesen Wirkstoff in unserem Land von einer Psychose der Deutschen gesprochen. Eine Korrespondentin des Deutschlandfunks erklärte – von einer Redakteurin darauf angesprochen, wie die Diskussion um Astra-Zeneca in Großbritannien laufe – in entwaffnender Klarheit, es gebe dazu keine Diskussion. Sondern es werde einfach geimpft.

Ein „Volk der Vorerkrankten“

Das ist bei uns ebenso dringend geboten. Ein aggressiver Wettlauf um den Impfstoff wäre für die Gesellschaft schlimm. Schon jetzt sind Versuche zu beobachten, sich Bescheinigungen zu „ergattern“, um früher geimpft zu werden. Es ist absehbar, dass Deutschland alsbald zum „Volk der Vorerkrankten“ wird. Oder zu einem Volk, in dem jeder einen Vorerkrankten betreut.

Eine anhaltende Diskussion über weitere Veränderungen der von der Ständigen Impfkommission festgelegten Impfreihenfolge erhöht den Schaden weiter. Es gibt gute Gründe dafür, dass Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, in anderen Bundesländern Polizistinnen und Polizisten in der Priorisierung „nach oben rutschen“ sollten – und sicher gibt es dafür auch spontan demoskopische Zustimmung.

Streit um die Impfreihenfolgen 

Aber wenn damit eine einzelne Gruppe an anderen „vorbeizieht“, dürfte es alsbald dämmern, dass alle anderen zwangsläufig später geimpft werden. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass sehr bald auch die Hochschullehrer für sich beanspruchen, prioritär geimpft zu werden, auch wenn sie nicht wirklich einer Risikogruppe angehören. Dass das Verkaufspersonal im Handel oder die Beschäftigten an den Supermarktkassen, die zu Beginn der Pandemie als „Helden der Arbeit“ gefeiert wurden, einfordern, ebenfalls bevorzugt zu werden, weil sie doch im ständigen Kundenkontakt stehen, liegt auf der Hand.

Und Handwerker, die sich vor Ort darum kümmern, dass das Wasser läuft und die Heizung wieder ihren Dienst tut, dürften dann – verständlicherweise – auch ihr Vorrecht anmahnen. Und was ist eigentlich mit all den Lkw-Fahrern, die unsere Versorgung sicherstellen? Die einzig beruhigende Nachricht in diesem Wettlauf ist, dass wir jetzt von Woche zu Woche mehr Impfstoff zur Verfügung haben werden.

Impfen, Impfen, Impfen 

Und alles tun sollten, um nicht wochenlange Gerechtigkeitsdebatten über zu priorisierende Gruppen zu führen, sondern bürokratische Hemmnisse abbauen, Terminvergabeverfahren vereinfachen und damit das Verimpfen so schnell und einfach wie möglich machen – in Impfzentren wie bei Ärzten, wo es anfangs für unmöglich erklärt wurde. Wir haben in diesem Wettrennen keine Zeit zu verlieren. Impfen, Impfen, Impfen muss das Gebot der Stunde sein! Pragmatismus statt Bürokratie!

Also verimpft endlich den vorhandenen Impfstoff, bindet die Haus- und Betriebsärzte ein. Und wenn dann einmal eine Lieferung wirklich zu spät kommt oder jemand „zu früh“ geimpft wird, geht die Welt auch nicht unter. Hauptsache es läuft. Dann und nur dann kann ich gelassener auf „meinen“ Impfstoff warten.

Ernst-Günther Konrad | Di, 2. März 2021 - 11:52

Jeder Impfgläubige müsste sich doch folgende Fragen stellen:
1. Wieso wurde plötzlich so schnell von verschieden Herstellern Impfstoff gefunden?
2. Was bewirkt er denn wirklich?
3. Wenn er doch unbedenklich zu sein scheint, warum dann Unterscheidungen?
4. Warum muss der eine gekühlt und schnell, sogar mehrfach verimpft werden und bei anderen reicht einmal und ungekühlt?
5. Werden bereits mögliche Impfschäden statistisch erhoben und in Schweregrade eingeteilt?
6. Wenn doch Impfstoff vorhanden ist, warum nicht alle die impfen, die wollen und können?
7. Will die Politik eigentlich Massenimpfung vor dem Hintergrund, dass dann ihre eigenen Maßnahmen hinfällig werden?
8. Warum lässt sich das alles nicht organisieren im Land der Bürokratie?
9. Warum lässt sich Frau Dr. Merkel nicht endlich öffentlichkeitswirksam impfen, um den angeblichen Impfgegnern oder Kritikern Vorbild zu sein?
10. Macht impfen immun oder nicht mehr ansteckungsfähig?
Die Politik braucht die Angst und Panik zum Regieren.

Leider basieren viele Ihrer rhetorischen Fragen 'für Impfgläubige' auf völlig unzutreffenden Annahmen / Mutmaßungen (:"Wenn doch Impfstoff vorhanden ist ...", das ist ja für jeden, der die öffentlich zugänglichen Informationen zur Kenntnis nehmen möchte offensichtlich gerade nicht annähernd in ausreichendem Maße der Fall -z.B.). Die meisten Ihrer Fragen hätte man sich sehr leicht & gründlich aus der Tagespresse und aus allen anderen öffentlich zugänglichen Quellen im zurückliegenden halben Jahr beantworten können, sofern es da ein tatsächliches Klärungsinteresse geben sollte (z.B. bzgl. Wirkweise & Charakteristik von mRNA- oder Vektor-Vakzinen) Ihre abschließend stark generalisierende Unterstellung "Die Politik braucht die Angst und Panik zum Regieren" lässt allerdings erkennen, dass es hierbei weniger um Klärungsinteressen, als um rhetorische Nebelkerzen & pol. Unterstellung geht und das ist schade.

Herr Fleischhauer (Focus) berichtete in seinem schwarzen Kanal von einer Äthiopierin, die hustend bei der Einreise von dem Beamten nach ihrem Einreiseformular gefragt wurde. Eine Frage nach dem Corona-Testergebnis oder Weiterleitung zu einem Test: Fehlanzeige, nicht vorgesehen, nicht auf der Liste der Risikoländer.
Die Frau hatte die RSA-Variante von Corona im Gepäck. Hat sie gut verteilt? Scheint niemand zu interessieren.

Warum impft Deutschland so langsam? Warum dauert das? Sterben bis dahin nicht ein Haufen Leute? Ist das einkalkuliert? Meine These ist: Merkel will erst die Welt retten, dann ist irgendwann Deutschland dran. Tja, wenn man auf den Sessel der UN-Generalsekretärin will, da braucht man ein Mitbringsel. Und dann zum Zweiten soll es ja in Deutschland Wahlen geben. Und die Stimmung ist nicht unbedingt regierungsfreundlich. Was also tun? Man muss alles unter der Decke lassen. Die Opposition darf keine Gelegenheit kriegen, auch nicht die Querdenker. Stille, leere Straßen - das muss erstmal so bleiben. Merkel ist eine Virtuosin der Macht. Nichts beherrscht sie so wie die Spiele um die Macht. Dann Mitte August geschieht das Wunder: Infektionszahlen im Sturzflug - Öffnungen all over - Merkel die Retterin - überall Freude - alles wird verziehen - kurz ist das Gedächtnis der Wähler - Sieg, großer Sieg - alles ist gerettet - Abflug nach NY - und wer ist der Dumme? - Wir!!

...ist mehr als seltsam. Im übrigen ist die Stimmung (immernoch, und wie ich inzwischen finde leider) durchaus regierungsfreundlich. Und was genau muss man unter der Decke lassen? Dieses seltsame Schwadronieren ist leider einer der Mitgründe geworden, warum es ernsthafte und durchaus berechtigte Kritik an den aktuellen Massnahmen so schwer hat, nicht als Verchwörungstheorie abgetan zu werden. Da wird die Unfähigkeit der Regierung einfach umgemünzt in Fähigkeit zum bösen Willen. Was für ein Unfug.

Dr.Andreas Oltmann | Di, 2. März 2021 - 12:09

Es ist dem Artikel nichts hinzuzufügen.
Die Lösung ist bekannt: Impfen, Impfen, Impfen.
Allein, es fehlt den Verantwortlichen in Berlin an dem Willen, es anders und vor allem besser zu machen, als bisher.
Dafür werden unsinnige Sonderregelungen und Vorgeschädigte und sonstige Benachteiligte unserer Gesellschaft als „systemrelevant“ behandelt.
Der Hinweis auf Marokko erklärt die Situation im Lande hier, wir müssen uns schämen ! Und Wiederspruch leisten!
„Zu Tode geschützt ist auch gestorben“ (Zitat aus der NZZ von heute).

Brigitte Miller | Mi, 3. März 2021 - 09:24

In reply to by Dr.Andreas Oltmann

wird man auch weiter müssen, jedes Jahr, wie bei der Grippe.
das muss bekannt sein auch bei denen, die jetzt den eindruck erwecken, die Impfung sei die Rettung und dies sogar endgültig.

gabriele bondzio | Di, 2. März 2021 - 12:23

Ehrlich gesagt, kann ich das Gezerre über die Impfreihenfolge auch nicht verstehen. Wer will der bekommt (wenn Impfstoff da ist) und wer nicht will, soll halt warten.
Aber in DE müssen erst mal alle Impfwillige , falls sie aus der Reihe tanzen und einen bestimmten Bekanntheitsgrad haben und Impfunwillige genüsslich durch die Presse gezerrt werden.
Anstatt nach der Reihenfolge eines Impfbegehrens die Impfung abzuarbeiten. Der Amtsschimmel wiehert (wie üblich) eben in DE besonders laut.

Weil man hier das Pferd beim Schwanz aufzäumt. Sicher auch aus der Tatsache, dass einflussreiche Politiker den Corona-Lockdown als bequemes Züchtigungsmittel für ihre Bürger begreifen.

Heidemarie Heim | Di, 2. März 2021 - 12:37

Auf den nicht ausreichend bestellten bzw. gelieferten Impfstoff? Angeblich sollen erst Ende März! weitere 10 Millionen Impfdosen für ganz Deutschland ankommen. Also weitere 4 Wochen Zeit für "Drumherumgeschwurbele" seitens der Politik und der Medien, die es noch nicht mal fertig bringen ein aussagekräftiges TV-Interview mit einem Stikovertreter zu führen, der völlig unbeirrt aller Eile und Erfordernissen an seinem "Prüfverfahrensanspruch" festhält und somit ebenfalls dazu beiträgt, das inzwischen vehemente Versagen seitens der Regierung und der EU-Kommission zu tarnen! Und um das Maß voll zu machen, wird man dann noch mit staatstragenden
Umfragen "beglückt" deren Ergebnisse besagen, dass die Hauptverantwortliche(n) für die ganze Misere Spitzenplätze in Sachen Beliebtheit belegen!
Sorry! Aber da frage ich mich langsam wirklich ob wir inzwischen zu einem Volk von politisch Gehirngewaschenen geworden sind! Also künftig blühende Zeiten für Ihr Geschäft werter Herr Metz;)! MfG

Werner Peters | Di, 2. März 2021 - 12:46

Wenn das alles evtl. in einem Jahr weitgehend vorbei ist, werden viele Deutsche feststellen, dass ihr Land in der Tabelle der besten Länder deutlich abgerutscht ist. Wegen Astra: das war ein übles Foul an England aus Brüssel, den Wirkstoff über die Medien schlecht zu machen und bei den Älteren auszuschließen, bar jeder Vernunft. Jetzt haben wir den Irrsinn, dass die Dosen rumliegen.

Annette Seliger | Di, 2. März 2021 - 13:28

Bei allem Respekt vor den Toten. Noch nicht einmal ein Promille der Bevölkerung wurde von dem Virus dahingerafft. Es sterben mehr Menschen pro Jahr in D an einer Blutvergiftung als an Corona. Haben wir es mit einer "nationalen Katastrophe" zu tun? Jeder, der über einen einigermaßen klaren Verstand verfügt muss zu einem klaren NEIN kommen. Warum lässt man sich so viel Zeit mit dem Impfen, wenn wir es mit einer Katastrophe zu tun haben? Weil die EU Kommission, namentlich Frau von der Leyen, es schlichtweg versemmelt hat ausreichend Vakzin zu bestellen. Wie viele Betagte haben wegen diesem Versagen ihr Leben verloren?

Es ist eine Farce was in diesem Land abläuft und was die Menschen bereit sind für einen Unsinn zu ertragen.

Ich hoffe das bei den kommenden Wahlen in BW und RP zuerst und dann bei den Wahlen im Bund im September die Quittung ausgestellt wird.

Demnächst werden Sie uns noch erzählen, jede Stubenfliege wäre gefährlicher als das Corona-Virus.

Ich wusste auch noch nicht, dass sich Blutvergiftung durch Übertragung ausbreitet. Aber man lernt ja ständig dazu. Von Leuten, die lieber an alternative Fakten glauben, und Corona ständig verharmlosen. Aus welchen Gründe auch immer.

Mittlerweile 2.5 Millionen Tote weltweit dank Corona.
In Deutschland sind bislang 70.000 Menschen an oder mit Corona verstorben.
Die Zahl der sonst irgendwie Geschädigten, auch jüngeren Alters, ist überhaupt nicht erfasst.

Trotzdem, so liesst man hier ständig, sind ja nur ein paar Alte betroffen, ansonsten ist Corona gesamtgesellschaftlich irrelevant.

Wer so denkt, sollte weniger Zeit vor dem PC, und mehr Zeit als Freiwilliger in einer Einrichtung arbeiten, die Covid-Erkrankten hilft.

Ach ja. Laut Deutscher Sepsis-Hilfe sterben pro Jahr bei uns 50.000 Menschen an einer Blutvergiftung.

Covid-19 wird dadurch aber angeblich nicht weniger gefährlich.

..2,5 Millionen Tote weltweit - woher wissen Sie das? Selbst bei uns heißt es offiziell an und mit Corona verstorben, d.h. von den gemeldeten kann man sicher den größten Teil abziehen.
Sie sollten sich einmal schlau machen in welchen Ländern die Hinterbliebenen "Corona Zuschüsse" erhalten, wenn der verstorbene Angehörige mit Corona infiziert war. Überall wird mit Corona Geld verdient und selbst Bundestagsabgeordnete sollen sich bereichern habe ich gehört.

Schauen Sie Herr Lenz, unsere Regierung hat sich verrannt! Und schlichte Gemüter wie Sie, welche die Daten rational nicht einordnen können, lassen sich auch noch vor die Panik Lokomotive spannen.

Das Todesalter der an/mit Corona Verstorbenen liegt bei über 82 Jahre und die allermeisten Toten haben wir in den Altenheimen zu beklagen - was eine Schande ist.

Wir wissen nicht wo das Virus übertragen wird, aber wir wissen wo es tötet. Und anstatt die Altenheime bestmöglich zu schützen fahren wir den Handel an die Wand.

Lesen Sie mal die WHO-Berichte. Es lohnt sich. Frau Seliger hat es gut formuliert. Schlichte Gemüter glauben den Schwachsinn unserer Regierung. Man will Zeit gewinnen - für die Wahlen. Bis dahin Lockdowns bis die Schwarte knackt. Aber siehe, selbst der kleine Herr "Klabauterbach" (leider nicht von mir, sondern von Herrn Mathias Richling) wechselt die Argumentationsschiene. Warum wohl? Sie müssen aufpassen, lieber Herr Lenz, dass Sie nicht hängenbleiben. Es werden gerade die Fronten gewechselt.

"Ich hoffe das bei den kommenden Wahlen in BW u RP zuerst ... die Quittung ausgestellt wird."

Hallo Frau Seliger!
Ja, am 14. März wird HIER gewählt.
Es wird wohl beim Status Quo bleiben - kein Meuchelmord wie am 15.03.44 v. Chr. im SENAT an Gajus Julius Cäsar - SPQR!

Meist teile ich Ihre Meinung, insbesondere was den "nationalen Notstand" betrifft.
Wenn eine Regierung eine sehr bequeme Mehrheit hat, kann man ALLES in Gesetze gießen - die Gerichte müssen das in ihrer Abwägung berücksichtigen.
Inzidenzwert 50 steht im G/VO - das Parlament hätte JEDEN Wert abgenickt!

Es ist müßig und sinnfrei Tote aufzurechnen; Alter ist egal.
Der Forist Lenz ist wie Sie meist sehr "Zahlenaktiv" (?).
Das ist doch ein Streit um des Kaisers Bart, oder?

Sepsis? Dazu würde ich sehr gerne einen "Fall" schildern: just 1.000 Zeichen!
Mein Stiefvater (86) starb in 2005 im KH, Sepsis. Qua der Umstände wäre das ein perfekter "Corona-Fall".
Ich denke, dass Sie & Forist Lenz dass ebenso sehen würden.

Alles Gute!

Michael Sauer | Di, 2. März 2021 - 15:21

Toller Artikel, aber bitte entweder immer oder lieber aber überhaupt nicht, gendern. Also "Polizistinnen und Polizisten" aber "Haus und Betriebsärzte" geht dann gar nicht, zumal bei letzteren die Frauen im Verhältnis 3:1 vertreten sind.

Norbert Heyer | Mi, 3. März 2021 - 07:29

Wir konnten mal Organisation, jetzt können wir nur noch regulieren. Man legte eine Reihenfolge beim Impfen fest, das war und ist richtig. Dann waren die Impfzentren alle fertig - nur das Wichtigste fehlte. Mitte Januar ging es langsam los mit den ältesten Mitbürgern. Dann wurden die Lehrer aktiv, sie wollten bevorzugt werden, kann man auch akzeptieren, Polizei, Feuerwehr, Ärzte und Pflegepersonal und alle, die viel mit Öffentlichkeit in Berührung kommen. Jetzt haben wir noch einen Impfstoff, der "schlecht" geredet wird und man versucht deshalb krampfhaft, diesen Impfstoff denen zu verabreichen, die noch garnicht "dran" sind. Bevor man Impfstoff vernichtet, sollte er auch Menschen verabreicht werden, die noch nicht zu den Bevorzugten gehören. Warum werden die vielen niedergelassenen Ärzte nicht mit einbezogen? Hat man Angst, dass dann die ganze geplante Reihenfolge den Bach runtergeht? Wer geimpft ist, stellt für die Ungeimpften keine Gefahr mehr dar - oder etwa doch? Panik ohne Ende.