Groko-Aus? - Kevin – der Herr im Haus

Die Mission „Groko Aus zu Nikolaus“ wurde abgeblasen. Juso-Chef Kevin Kühnert hat Entwarnung gegeben: Die SPD werde die Koalition mit ihrer neuen Parteispitze nun doch nicht aufkündigen. Von einer 180-Grad-Wende will er jedoch nichts wissen

30.11.2019, Berlin: Norbert-Walter Borjans geht nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der Abstimmung zum SPD-Vorsitz im Willy-Brandt-Haus neben Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, durch die SPD-Parteizentrale. Borjans und Esken haben die Abstimmung gewonnen. Bestätigt wird die neue Führungsspitze dann auf dem Parteitag am 6. Dezember.
Ein Mann, ein Kommando: Kevin Kühnert / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Achtung, Achtung, an alle Teilnehmer des politisch-publizistischen Komplexes, eine wichtige Durchsage: Die abgesagten Weihnachtsurlaube können wieder gebucht werden. Der Meister hat uns jetzt doch freigegeben über die Feiertage. Die Koalition wird seitens der SPD nun doch nicht postwendend beendet. Frohes und geruhsames Fest also allerseits. Und Neujahr spricht die Kanzlerin zu uns. Alles wie immer.  

Es hätte dieses Belegs nicht bedurft, und bezeichnend ist es eben doch. Mit einem Tweet verkündet der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, dass die neue SPD-Spitze aus Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nun entgegen völlig anderer Aussagen vorher (einschließlich einschlägiger von KK selbst) die Große Koalition nicht unmittelbar aufkündigen wird. „Wer eine Koalition verlässt, gibt einen Teil der Kontrolle aus der Hand, das ist doch eine ganz nüchterne Feststellung“, sagte Kühnert der Rheinischen Post und verband das noch mit einer Erklärung dazu auf Twitter, die nur Erklärung hieß, aber keine war.

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Michaela Diederichs | Mi, 4. Dezember 2019 - 17:09

Politische Verelendung nenne ich das.

Es war einmal ... ein Flaggschiff, das hatte sich im Zeitablauf
über ein Schlauchboot in eine wassertaugliche Luftmatratze
herunterdekliniert, um nun endgültig auf den ... Rotzlöffel
gekommen zu sein. Ein happy end. Bei den Grimms geht es
sogar so weit, daß der "Hans" mit leichtem Herzen und frei
von aller Last fortsprang ... vor lauter Glück.

Rente in Frankreich: Rente nach 41,5 Jahren mit 62. und Durchschnittsrente 1650 Euro.

Rente in Deutschland: Nach 45 Jahren und die reguläre Altersrente steigt seit 2012 stufenweise von 65 Jahre auf 67 Jahre an.

Bruttorente in Deutschland:

Laut einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung erhielten männliche Rentner Ende 2017 durchschnittlich 1.095 Euro, wenn sie in einem der alten Bundesländer lebten.

In den neuen Bundesländern lag die Durchschnittsrente 2017 hingegen bei 1.198 Euro im Monat.

Rentenberechtigte Frauen bekamen in den alten Bundesländern 2017 hingegen eine durchschnittliche Rente von 622 Euro, während der Rentendurchschnitt der Rentnerinnen in den neuen Bundesländern bei 928 Euro lag.

Buch und Lese-Empfehlung:

● Warum schweigen die Lämmer? Von Rainer Mausfeld. Westend Verlag.

● Der [opportunistische und sozialdemokratische] Verrat 1918/1919 -- als Deutschland wurde, wie es ist. Von Sebastian Haffner. Verlag 1900 Berlin.

gabriele bondzio | Mi, 4. Dezember 2019 - 17:20

Kevin versucht sich als gütiger Nikolaus, dabei bleibt in seinem Bauchladen der Beliebigkeit, die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen von mal zu mal auf der Strecke.
Nie hat das Zitat von G.B.Shaw besser gepasst, als auf die SPD: „Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer.“ Die Genossen, welche sich darauf verlassen haben, dass mit Borjans/Esken ein Wandel kommt. Sind schön angeschmiert!

Das Problem ist doch nicht Kevin. Keinen würde scheren, was der Linksaußen einer 14%-Partei von sich gibt. Das Problem ist Merkel. Deren Partei gibt jedem, egal welcher Position, einen Ministersessel, sofern er sie Kanzlerin bleiben läßt. Und genau deshalb haben im Vereinigten Königreich und in den USA die Corbyns und die Sanders keine Chance, ein Regierungsamt zu kriegen. Sozialisten bleiben dort in der Minderheit und finden auch keinen Koalitionspartner, der ihren Unsinn mit macht. In Deutschland hingegen darf auch der Unbedarfteste aller Unbedarften an Muttis Kabinettstisch.

Joachim Kopic | Do, 5. Dezember 2019 - 13:09

In reply to by Gast

Gestern beim Durchzappen doch mal an einem ÖR-Sender hängen geblieben: "Maischberger befragt Kevin Kühnert" ... mir tat nur sein Hals leid von dem Vielen Wenden ;)

durch die scheinbare Wendung hat Kevin die Grundrenteneinigung gerettet !
Durch dieses Verhalten kommt die angedrohte Wende der CDU/CSU in der GroKo nicht zum Tragen, da sie sich hier nun nicht mehr verweigern kann !

Lieber einen grimmigen, furchteinflössenden Knecht Ruprecht als Kühnert als gütiger Nikolaus.

Das beste an Kühnert und Heil ist die Renaissance der ersehnten Männerquote.

Ohne den Ausspruch von G.B.Shaw gekannt zu haben(„Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer“) - ich vertrete diese Meinung schon seit langem, stelle aber immer wieder fest, dass viele Menschen gar nicht bemerken, dass die meisten Politiker nur so vor sich hin quasseln(redundantes ,unkonkretes,mehrdeutiges belangloses und selbstverständliches Zeug). Dringend von Nöten wäre eine Art Schulung,angefangen schon bei den Kindern, mit dem Ziel zu lernen, die Sprache der Politiker zu analysieren.

Werner Peters | Mi, 4. Dezember 2019 - 17:37

Es sind die Hinterbänkler, die bei Neuwahlen (Folge eines AUS der GRoKo) Angst um ihren Sitz haben. Daher der Schwenk. Große Klappe, aber nichts dahinter bei Kühnert und Co.

Bernd Muhlack | Mi, 4. Dezember 2019 - 17:59

Jegliche weiteren Berichte zur SPD sind unnötig. Lasst sie in Ruhe und mit sich selbst befassen.
Und Paderborn wird absteigen und Heidi heißt nicht mehr Klum!
Das sind die Meldungen, heißen Eisen nach denen der interessierte
Leser lechzt!

Hermann Klopsch | Mi, 4. Dezember 2019 - 17:59

So was nennt man Bauernschläue. Er wird versuchen die CDU maximal zu erpressen und weiß das er gute Chancen hat. Da jeder am Machterhalt interessiert ist. Also weiter so, nach der Pfeife der SPD.

Norbert Heyer | Mi, 4. Dezember 2019 - 18:03

Jedes Wort über diese SPD ist nutzlos. Sie wählen und sortieren über 6 Monate, um einen neuen Parteivorsitz zu finden. Überraschend verliert der profilierteste Politiker und seine Partnerin. Es gewinnt die Kombination, die ganz klipp und klar aussagt, diese Groko zu beenden. Am Wochenende sollte eigentlich die Thronfolge inszeniert werden. Jetzt scheinen aber die Inhaber der gepolsterten Sessel aufgewacht zu sein und machen Dampf für eine Kehrtwendung. KK, der Jungstar und Königsmacher der Überraschungssieger findet den sofortigen Ausstieg auf einmal nicht mehr als so wichtig. Er will aber als Mitglied zum Parteivorstand kandidieren, was andere Posteninhaber, Bewerber und Hoffnungsträger wiederum in helle Aufregung versetzt. Zum weiteren Ablauf jetzt noch Prognosen abzugeben, ist völlig unmöglich. Tatsächlich ist jetzt auch eine weitere Kehrtwendung möglich, sozusagen ein zurück „auf Neustart“. Nein, nein und nochmals nein, dieser Kindergarten und dann Regierungsverantwortung - nein!!!

Reinhard Oldemeier | Mi, 4. Dezember 2019 - 19:06

Nachdem Andrea Nahles von dem Kevin heraus gemoppt war. Der Pulverdampf verzogen ist. Der neue Vorstand von Kevins Kühnert Gnaden installiert ist, merken viele Altvorderen der SPD das die Partei fürchterlich hinter die Fichte geführt wurde. Die ganzen Kandidaten die Frau Nahles beerben sollten waren keine „Kracher“, aber das Größte Problem bleibt. Wohin soll die Reise gehen? Programmatisch sehe ich unter Kevin Kühnert nur den alten Spruch „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“. Ich kann nur da antworten „nur die dümmsten Kälber wählen Ihren Metzger selber“

Klaus Peitzmeier | Mi, 4. Dezember 2019 - 19:10

Wie dumm müssen sich Eskens/Walter-Borjans vorkommen? Jeden Morgen müssen die sich erst einmal den Tagesbefehl von Kühnert abholen u dann müssen die das nachschwätzen was ihm in der Nacht in den Sinn gekommen ist.
Da tingeln Eskens/Walter-Borjans seit einem halben Jahr durch Deutschland mit dem Slogan: Wir beenden die GroKo sobald wir gewählt sind. Dafür sind sie gewählt worden. Nun machen sie genau das, was das Verliererpaar Geywitz/Scholz wollte, nämlich in der Koalition bleiben. Wofür haben die SPD Mitglieder eigentlich abgestimmt u wofür haben die Kandidaten eigentlich die Tortur auf sich genommen, wenn hinterher alles anders gemacht wird? Das ist doch exakt wie nach der Europawahl gelaufen. Da mühen sich Kandidaten monatelang u erzählen uns von ihren Absichten u hinterher kommen von der Leyen u Kühnert u machen uns klar, daß wir nur Pseudowähler, also Deppen sind. Das hat doch nichts mehr mit Demokratie zu tun.

Günter Johannsen | Mi, 4. Dezember 2019 - 19:18

Kevin wird wohl sehr bald allein zu Haus sein, denn er wird den Untergang der SPD nur noch beschleunigen. Wer noch weiter nach SED-links abdriften will, der nimmt eine weitere kommunistische Diktatur in Kauf und trampelt erneut auf den Opfern des Linksfaschismus in der untergegangenen DDR herum. Ein unerfahrener und sich selbst überschätzender Jung-Genosse wird nur den Untergang dieser früher stolzen und deutschlandbewegenden SPD beschleunigen!

Heidemarie Heim | Do, 5. Dezember 2019 - 08:43

Schmierenkomödie vom Feinsten! Und zwar von allen Beteiligten in dieser GroKo. Wer kann sich das eigentlich noch antun als Beobachter?! Ich selbst nehme es inzwischen sehr persönlich, was vonseiten dieser Politiker und unserer Regierung da abgeliefert wird bezüglich DEREN Zweifel an MEINER Intelligenz! Scheinbar haben wir tatsächlich keine anderen Probleme die es zu lösen gilt als den politischen Karriereverlauf eines
Herrn K. Ich kann mir dieses Verdummungs-Polit-Gephrase in die Mikrophone irgend einer PK oder in einem anderen Medium nicht mehr länger zu Gemüte führen! Es macht mich mittlerweile aggressiv und krank den Niedergang der Politik und unseres Rechtsstaats wie ich ihn lange Zeit kannte durch diese Laiendarsteller gefährdet zu sehen. Andererseits, das zeigen die üblichen Umfragen,gehöre ich wohl immer noch einer Minderheit an. Gleichwohl beherzige ich übermorgen den Rat unseres geschätzten Herr Chefredakteurs und begebe mich auf eine Insel mit eingeschränktem W-Lan;-) MfG

Fritz Barth | Do, 5. Dezember 2019 - 15:50

In reply to by Gast

Ich hätte es nicht besser sagen können.Die größte Frechheit ist ,dass sie diese Politiker und ich meine fast alle , den Bürger für so Bekloppt halten.Aber vieleicht haben sie auch recht.

helmut armbruster | Do, 5. Dezember 2019 - 08:50

Täglich im Gebrauch im politischen und diplomatischen Geschäft.
Und das geht so:
Wenn du willst, dass ich meine Position aufgebe, dann möchte ich einen Ersatz dafür haben.
Vielleicht hat Kevin auch schon von dieser Praxis gehört?
Denn er macht eine 180° Gradwende, die er zwar abstreitet, die aber trotzdem eine ist.
Ob er dafür eine Kompensation bekommen hat und von wem, das werden wir nie erfahren.
Wir dürfen aber vermuten, dass die Sache so gelaufen ist.
Denn wenn es nicht so wäre, dann müsste man vermuten, dass Kevin ein Wirrkopf ist, der nicht weiß, was er will.

Ernst-Günther Konrad | Do, 5. Dezember 2019 - 09:04

Ich warte erstmal ab, ob die beiden designierten Vorsitzenden tatsächlich bestätigt werden. Nun, Kevin ist wohl eingefallen, wieviele "arbeitslose" SPDler er produziert, wenn seine "persönliche" Meinung vom Groko-Ausstieg von einer Mehrheit der SPD-Versammlung übernommen werden würde. Ob der Parteitag so abstimmt, wie es die Medien derzeit umfunktionieren, wage ich zu bezweifeln. Diese SPD hat ein riesiges Arsenal selbstzerstöririscher Waffen, um sich selbst zu geißeln. Aber letztlich wird alles nicht dazu führen, Frau Merkel vorzeitig aus dem Rennen zu nehmen. Ob mit oder ohne SPD, sie wird bis zum bitteren Ende machen und da geht noch einiges, um unser Land weiter zu demontieren. Insofern ist Kevin nur ein schmückendes Beiwerk. Nun, was die Garde politischer Umfaller anbetrifft, ist Kevin bei weitem nicht der erste, der heute so sagt und morgen so und übermorgen nochmal ganz anders. Ich mag ihn nicht, halte ihn für einen Emporkömmling. Er passt aber bstens zum SPD-Desaster.

Bettina Jung | Do, 5. Dezember 2019 - 14:05

"lieber schlecht regieren, als gar nicht regieren", dachte sich Kevin K.

Hard Richbern | Do, 5. Dezember 2019 - 17:40

erledigt, Künert steuert, die zwei Marionetten folgen.
Unglaublich, wie einer , der mir nichts aber auch gar nichts zu sagen hat, in der Öffentlichkeit so hochwertig behandelt wird.
Lebensleistung? Eigenverantwortung? Was will er der Bevölkerung erklären? Dieser wahre Parteivorsitzende rettet die SPD? Ja, denn alle anderen sind ausnahmslos nur Vize hinter Künert. Der räumt unser Land mal so richtig auf und wird mich retten, vor was? Was ist in der SPD los?

Alfred Simon | Do, 5. Dezember 2019 - 18:34

Die SPD liegt weinend im Garten
im Grase steht Meister KK.
Er schwingt jetzt die große Peitsche
die Partei macht fast was er will.
(frei nach dem bekannten Volkslied)

Wohin will die SPD denn noch schleichen
mit all ihren GroKo`s und No GroKro`s.
Das linke Chaos liegt auf der Hand, weiter
kann sich die SPD nicht mehr entblößen.