gil-ofarim-leipzig-westin-antisemitismus-legida-judenstern
Demonstranten vor dem Westin treffen auf Hotel-Mitarbeiter, die sich in die israelische Flagge gehüllt haben / dpa

Der Fall Gil Ofarim - Ein Lehrstück in journalistischer Sorgfaltspflicht

Reihenweise Solidaritätsbekundungen und Proteste am Tatort: Die Antisemitismusvorwürfe des Sängers Gil Ofarim gegen einen Hotelmitarbeiter des The Westin Leipzig schlagen hohe Wellen – werfen aber auch Fragen auf. Etwa die nach der journalistischen Sorgfaltspflicht und dem Einfluss der sozialen Medien.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Redakteur bei Cicero und lebt in München.

So erreichen Sie Ben Krischke:

Autoreninfo

Antje Hildebrandt hat Publizistik und Politikwissenschaften studiert. Sie ist Reporterin und Online-Redakteurin bei Cicero.

So erreichen Sie Antje Hildebrandt:

Antje Hildebrandt

Gut zehn Fußminuten vom Leipziger Bahnhof entfernt, am Rande des Flusses Parthe, ragt ein grauer Kasten in den Himmel. 436 Zimmer und Suiten warten auf die Gäste des The Westin Leipzig. „Genießen Sie unsere ungeteilte Aufmerksamkeit für Ihr Wohlbefinden“, ist auf der Webseite zu lesen.

Was die Aufmerksamkeit betrifft, davon würde sich das Hotel derzeit wohl weniger wünschen. Und auch das mit dem Wohlbefinden ist so eine Sache. Denn der Sänger Gil Ofarim hat am Montagabend Antisemitismusvorwürfe gegen einen Mitarbeiter des Hotels erhoben. Er soll Ofarim beim Check-In aufgefordert haben, seine Kette mit dem Davidstern abzunehmen. Seitdem ist an der Gerberstraße 15 in Leipzig Feuer unterm Dach. 

„Volle Solidarität mit Gil Ofarim“ 

In der Presse schlugen die Vorwürfe, die Ofarim im Rahmen eines Instagram-Videos erhebt, hohe Wellen. Die Leipziger Volkszeitung verurteilte den Vorfall und schlug einen direkten Bogen von der Causa Ofarim zur AfD und den Querdenkern. Der MDR titelte „Sänger Gil Ofarim in Leipzig offenbar antisemitisch beleidigt“. T-Online schrieb vom „Antisemitismus-Eklat um Gil Ofarim“. Und die Süddeutsche Zeitung urteilte: „Überraschen darf der antisemitische Vorfall, den der Musiker Gil Ofarim publik gemacht hat, eigentlich niemanden.“ 

Cicero Plus weiterlesen

  • i
    Alle Artikel und das E-Paper lesen
    • 4 Wochen gratis
    • danach 9,80 €
    • E-Paper, App
    • alle Plus-Inhalte
    • mtl. kündbar
Hans Jürgen Wienroth | Fr, 8. Oktober 2021 - 08:36

Ein hervorragender Kommentar zur „Causa Ofarim“. Hier wird von den Medien auf die „AfD-Hochburg“ Sachsen und nicht auf die Hochburg linksradikaler Autonomer, die Stadt Leipzig abhoben. Dabei ist Antisemitismus in letzteren Kreisen verpackt als Kritik am Staat Israel keine Ausnahme. Man kann mit dieser „Aufregung“ auch gut eine allgemeine Kapitalismuskritik verbinden.

Urban Will | Fr, 8. Oktober 2021 - 08:39

etwas anderes erwartet?
Das Opfer ist bekannt und wusste sich in Szene zu setzten. Jetzt ist es noch bekannter (mir war Gil Ofarim bis dato unbekannt).
Und gleich die AfD mit rein holen, das passt doch perfekt!

Sollte die Geschichte stimmen, wenn also alles bewiesen ist, dann wird der Hotelangestellte die längste Zeit dort gearbeitet haben und das zu Recht.
Aber erst dann.

Ich kann den beiden Autoren dieses Artikels nur danken, dass sie – wohl die Ausnahme – die Sorgfaltspflicht ebenso wahren wie die Unschuldsvermutung.

Die landesweite Empörung, als jüdische Mitbürger, bloß weil sie die Kippa trugen, von muslimischen „Mitbürgern“ belästigt und teilweise schwer verletzt wurden, schlugen weit weniger hohe Wellen.

Tja, in D ist Opfer nicht gleich Opfer, es kommt immer auf den Täter an.

Es ist wie es ist in diesem durch und durch verunsicherten, verwirrten, von einem durch und durch irrsinnigen, intoleranten, in Teilen dummen, naiven links – grünen Mainstream beherrschten Land.

Achim Koester | Fr, 8. Oktober 2021 - 08:51

sagten schon die Römer (Auch der andere Teil-die andere Meinung- sollte gehört werden). Wenn unsere Medien und Aktivisten aber einen vermeintlichen Fall von Antisemitismus wittern, wird diese Forderung zugunsten einer Sensationsmeldung gern mal außer acht gelassen. Es gab vor einiger Zeit schon einmal einen ähnlichen Fall, einen Restaurantbrand, der "Rechten" zur Last gelegt wurde, aber bei näherer Betrachtung wohl ein Versicherungsbetrug war, seitdem hört man in den Medien nichts mehr davon.

Christoph Kuhlmann | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:00

bis die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt geklärt hat, ist es keine Sensation mehr. Unabhängig davon ist das Trage religiöser Symbole kein Grund für Diskriminierung. Selbst im Streit nicht. Man könnte jetzt noch ausführen, dass das anstehen in der Warteschlange, die eine Reihenfolge vorgibt in vielen Kulturen wesentlich stärker die Norm ist als in Deutschland. Alle anderen zurück zu setzen indem man einzelne bevorzugt stellt an sich schon eine Diskriminierung da, die in vielen Kulturen hart sanktioniert wird. Das Vordrängeln in der Schlange gibt es in England zum Beispiel nicht.

...werter Herr Kuhlmann.

Mich erinnert Ihre Erwähnung der sanktionierenden Engländer für alle die sich nicht in der Schlange korrekt verhalten, an einen längeren Aufenthalt in Sussex (Sprachreise z. m. Schulzeit).

Nachdem ich mir in Brighton die neuesten LPs angehört hatten (da gab es eine irre gr. Auswahl) wollten ich mit dem roten Doppeldecker wieder zurück zu meinen sehr freundlichen Gasteltern.

An der Haltestelle war nur dieses typische ca. 2 m lange Geländer, ca 80 cm parallel zur Straße.
Damit wusste ich nichts anzufangen u. setze mich auf einen Mauersims in der Nähe.
Langsam entstand eine Schlange hinter jenem Geländer.

Als dann der Bus kam lief ich vor und wollte, die 80 cm nutzend, als Erster einsteigen, aber der freundliche Schaffner nahm nur seinen Arm und wies mich an zur Seite zu treten.
Dann stiegen alle anderen, die sich in die Schlange eingereiht hatten, ein und ich als Letzter. Aber niemand hat sich negativ über mich geäußert.
Respekt vor diesem Verhalten.

Dieter Freundlieb | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:08

Die Unschuldsvermutung muss uneingeschränkt gelten. Andernfalls ist sie wertlos. Ich hatte bisher eine hohe Meinung von Herrn Mansour. Mit seiner Twitter-Aussage hat er sich für mich moralisch disqualifiziert, zumindest was diesen Fall angeht.

Dass auch im ÖR als selbstverständlich angenommen wird, dass Gil Ofarims Aussage wahr ist, ist völlig inakzeptabel.

Thomas Hechinger | Fr, 8. Oktober 2021 - 21:29

In reply to by Dieter Freundlieb

Auch ich hatte eine hohe Meinung von Herrn Mansour. Im Unterschied zu Ihnen würde ich aber nicht den Stab über ihm brechen. Auch Herr Mansour hat ein Recht auf Irrtum. Es ist das Twitter-Gift, das dazu verleitet, vorschnell Urteile abzugeben. Und auch Herr Mansour ist dagegen nicht gefeit. Als vor ein paar Tagen die Meldung herumging, Facebook und WhatsApp seien für ein paar Stunden ausgefallen, dachte ich nur: Warum nicht für ein paar Tage oder Wochen! Und am besten wäre auch Twitter noch gleich ausgefallen! Schade, es wäre die Gelegenheit für alle gewesen, sich zurückzunehmen. Ein wenig zumindest.
Was den Leipziger Fall angeht, sage ich: abwarten. Auch ich war in einer ersten Reaktion empört. Und wäre ich ein Twitterer, hätte ich vermutlich Ähnliches wie Herr Mansour geschrieben. Meine Nichtmitgliedschaft bei diesem asozialen Medium hat mich vor einem vielleicht falschen oder teilweise falschen Urteil bewahrt. Der Beitrag von Herrn Krischke und Frau Hildebrandt ist verdienstvoll.

Ellen Wolff | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:16

Es ist erschreckend, wie auf allen Seiten vorverurteilt wird. Es ist genauso erschreckend, wenn „Opfern“ nicht geglaubt wird, wie wenn „Opfern“, wenn sie die richtigen sind, bedingungslos geglaubt wird. Möglicherweise sind das Auswüchse der Identitätspolitik. Es ist gefährlich und zutiefst ungerecht, Menschen in Schubladen zu stecken, besonders dann, wenn sie in Täter- und Opfergruppen eingeteilt werden. Ein Teil der Menschheit waren da schon mal weiter. Die Irrationalität nimmt zu, offenbar auch bei jenen, die sich in der Vergangenheit häufig gegen das zunehmende Lagerdenken positioniert haben. Es herrscht ein Krieg der Ideologen, bei dem such gerne mal die Fronten gewechselt werden. Es herrscht in weiten Kreisen ein unappetitlicher Opportunismus. Dinge zu hinterfragen kann gefährlich sein und ins soziale Abseits führen. Wo ist sie geblieben, die Aufklärung, der Geist der Freiheit, die Lust darauf, die Dinge zu ergründen? Mit Rationalität lässt sich wohl nicht genug verdienen?

Gerhard Hellriegel | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:24

Ich teile die Ansicht von Herrn Mansour, dass der Sänger die Äußerung wohl kaum erfunden hat. Im Zweifel für den Angeklagten gilt - zu Recht - im Strafprozess, für meine Einschätzung gilt das nicht.
Das gilt nicht einmal im Zivilprozess. Klar, die Äußerung ist anti-jüdisch, aber für mich die ganze Aufregung nicht wert. Die Medien sind Getriebene, der Zwang Erster zu sein, lässt seriöses Handwerk nicht zu. "Wer zu spät kommt, den bestraft die Auflage". Oder ist es nicht eigentlich das Publikum?

Karl Napp | Fr, 8. Oktober 2021 - 11:08

In reply to by Gerhard Hellriegel

. . lassen sich treiben.
Sie sind oft gleichermaßen Getriebene wie Treiber.
Der CICERO macht da vorläufig anscheinend noch nicht mit. Die NZZ auch nicht; gut so!

Susanne Kieckhöfer-Bundt | Sa, 9. Oktober 2021 - 10:36

In reply to by Karl Napp

Sie treffen den Nagel auf den Kopf! Cicero und die NNZ werden auch von mir bevorzugt gelesen . Denn Journalisten müssten sich ihre großen Verantwortung für die Gesellschaft bewusst sein. Es sollte sie zu aufrichtiger und unabhängiger Berichterstattung befähigen. Journalisten können entscheidend dazu beitragen , die Gesellschaft voranzubringen und nicht wie zu oft erfahren zu spalten. Wie im Artikel beschrieben gibt es kaum zu glaubende Übergriffe auf jüdische Menschen. Unglaublich wie auch hier Antisemitismus " benutzt" wird. Mein Urgroßvater war ein Jude aus Teterow, was mir erst seit einiger Zeit bekannt ist. Dies macht mich stolz und um so aufmerksamer. Ja, es gibt zu viel Alltags- Antisemitismus !

G.Siegwart | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:39

Das "Lehrstück" setzt "Cicero" fort. Wo sind die Beweise, dass in diesem Fall Sachsen und die AFD verleumdet werden soll? Keine? Ach so.

Die aufgeführten antisemitischen Vorfälle wurden sehr wohl in den Medien behandelt. Wer lesen kann, ist im Vorteil.

So bleibt der Versuch, mittels angblicher moralischer Überlegenheit den Antisemitismus kleinzureden. Ganz schlechte Schmierenkomödie.
Grundsätzlich kann einem Juden nicht geglaubt werden. Das weiß man doch. Der Höhepunkt der journalistischen Heuchelei: Der Beschuldigte muss unsculdig sein, denn er wurde schon mehrfach als Weinkenner ausgezeichnet. Na, wenn das kein Argument ist.
Geht's noch unterirdischer? Hier hat sich nicht Mansour disqualifiziert, sondern "Cicero".

Ilse Brunner | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:45

Ja! Es ist erschreckend, wie sich - vor allem auch - "Qualitätsmedien" verhalten. Aktuell sieht man das auch besonders krass in Österreich! Die Österreicher scheinen überhaupt kein "Briefgeheimnis" (SMS, Chats) mehr zu kennen, wenn es darum geht, einen Bundeskanzler der FALSCHEN Farbe zu erledigen. Es macht fassungslos, was sich in der Alpenrepublik abspielt.
Es geht immer nur darum, die "richtigen!" Themen voran zu treiben, egal, wie sehr man einen anderen Menschen damit beschädigt und ihn meistens mit derartigen Aktionen einfach "vernichtet". Erschreckende Zeit, in welcher wir leben!

Maria Arenz | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:53

als Sünder noch an den Pranger gestellt oder - in ernsthafteren Fällen- auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, war das mit ganz schön Arbeit verbunden. Man mußte den Deliquenten körperlich ergreifen, festhalten, faules Gemüse und anderen Unrat zusammensuchen für den Pranger und Reisig und geeignete Holzscheite für den Scheiterhaufen. Auch brauchte es Fachkräfte, die den Prangerverschluß bedienen und den Scheiterhaufen sachkundig aufschichten konnten. Heute kann jeder Mißvergnügte seinen aktuellen- möglicherweise aus ganz anderen Quellen herrührenden- Brass in weniger als fünf Minuten in die Tasten hauen, auf "Senden" drücken und hat sich schon als Besser-Mensch verewigt. Langsam sollten wir es doch gelernt haben, was solche Meldungen wert sind und auch von Journalisten erwarte ich immer noch die Beherzigung des alt-römischen Grundsatzes "audiatur et altera pars". Jedenfalls weiß ich jetzt, daß es einen Gil Ofarim gibt und vielleicht war das ja der Zweck des Boheis.

gabriele bondzio | Fr, 8. Oktober 2021 - 09:55

Ja...dieses "Dunkeldeutschland muss eben immer besonders betont werden. Die ideologische Beleuchtung/Bestrahlung ist hier zum großen Teil ausgefallen. Viele Journalisten sehen da völlig schwarz und machten sich gar nicht mehr die Mühe, zu hintefragen.
Die Metapher „Dunkeldeutschland“ und der abwertende Blick auf den Osten, steht im Vordergrund.

Manfred Bühring | Fr, 8. Oktober 2021 - 10:22

Die Berichterstattung insbesonere in den sog. sozialen Medien strotzt nur so vor unbewiesenen Behauptungen im Stil der Bildzeitung der 70er und 80er Jahre. Journalisten scheinen heutzutage keine solide Ausbildung zu genießen, sondern müssen als Qualifikation einfach nur sensationsaffin sein. Die Relotiusinierung lässt grüßen; Qualität gibt es nicht mehr - mit Außnahme des Cicero und in diesem Falle von Frau Hildebrandt!

Stefan Bauer | Fr, 8. Oktober 2021 - 10:23

Nur sehr schade, dass man bei Verfolgung der Schilderung des Angestellten ein komplettes Abo bei der Leipziger Volkszeitung abschließen muss (auch wenn man dies kostenlos kündigen muss) - aber dass ich hier meine Kreditkarte angeben muss, geht etwas weit.
Hier würde ich mir vom Cicero geschickteres Zitieren wünschen.

H.Altmeyer | Fr, 8. Oktober 2021 - 11:02

Gibt es im Bereich der Rezeption
keine Video-Installation?

Joachim Kopic | Fr, 8. Oktober 2021 - 15:21

In reply to by H.Altmeyer

... wenn wieder mal "was" passiert ist: Videos von Augenzeugen sollen bitte nicht veröffentlicht werden ... zum Schutze der Opfer ... wobei mich da oft der Verdacht beschleicht, es solle mehr die Täter schützen bzw. die Öffentlichkeit vor der Wahrheit.
Wie es sich wohl hier verhält? Würd mich schon interessieren.
NB Dass die ÖRlichen sofort auf dieses Pferd setzen und die AfD aufschnallen, eh klar...

Ernst-Günther Konrad | Fr, 8. Oktober 2021 - 11:12

Natürlich habe ich von dem Vorfall auch in den Msm gelesen, die öffentliche Empörung und die seit Jahren bei fast allen medial ausschlachtbaren Themen wahrgenommen. Bedauerlicherweise haben das auch die s.g. "seriösen" Medien inzwischen unisono übernommen. Wieder eines von vielen Beispielen, wie medial die Emotionen der Menschen nach Bedarf mal für und mal gegen gesteuert werden. Ich habe solche Delikte früher auch bearbeitet und selten waren an einem verbalen Streit nur die eine Seite schuld. Nicht selten wurden beleidigende Aussagen vom "Opfer" provoziert oder gar selbst getätigt und weil der "Täter" nicht widersprach oder genervt zustimmte, dem selben dann unterstellt, er hätte es gesagt. Für mich nichts neues. Anders als in vielen anderen Fällen, wo Aussage gegen Aussage steht, gibt es Zeugen. Mal sehen was die sagen. Das Herr Mansour, der mir sonst doch sehr zurückhaltend und differenziert analytisch zu den Problemen sich äußert, hier sofort dem Twitter Drang erlag, wundert mich.

Klaus Funke | Fr, 8. Oktober 2021 - 12:51

Hat er nun oder hat er nicht? Für mich sind solche Aussagen, "Du must Deinen Davidsstern ablegen..." unterirdisch und unglaubwürdig. Kein Hotelangestellter, außer in einer miesen Absteige im Ruhrpott oder in Niederbayern, befleißigt sich solch einer Aussagen. Das kann nicht stimmen... weiß ein kleiner Hotelangestellter überhaupt, was ein Davidsstern ist und wie er aussieht? Das riecht nach gezielter Fake-Aktion. Vielleicht brauchte Herr Ofarim ein bisschen PR?? Ich wünsche eine seriöse Recherche, mit zeitlicher Abfolge und Zeugen. Alles andere ist dummes Social-Media-Geschwätz von Wichtigtuern. Sollte der Mitarbeiter tatsächlich derart blöd geredet haben, gehört er sofort gefeuert... auch eine offizielle Verlautbarung des Hotels ist angebracht. Journalisten der Yellow-Press glaube ich grundsätzlich kein Wort.

Markus Michaelis | Fr, 8. Oktober 2021 - 13:02

wie Dulig sagt, ist auf jeden Fall nicht klar auf der "richtigen" Seite, denke ich zumindest. Dass solchen Verbalgefechten solche Aufmerksamkeit gegeben wird, liegt daran, dass die Mehrheit inzwischen eher Zweifel hat, welche Ansichten und Regeln noch gelten, und dass es ziemlich viele gibt, die "kreuz und quer" denken. Man versucht das dann vereinfacht als "Mehrheit gegen Rechts" oder ähnlich in den Griff zu bekommen. Realistischer ist wahrscheinlich das Bild, dass viele Gruppen in viele Richtungen denken und das Misstrauen allgemein größer wird. Daher auch heftige Aktionen und Reaktionen.

Lisa Werle | Fr, 8. Oktober 2021 - 13:43

Was unterstellt Cicero da gerade - mindestens implizit? Ofarim hat die Geschichte erfunden? Es ist Ordnung, wenn reiche Leute in Hotels an einer Schlange vorbei wandern dürfen? Angeblich preisgekrönte Sommeliers können nicht antisemitisch sein? Der antisemitische Spruch ist entschuldbar, weil er während einer Auseinandersetzung gefallen ist? Sind Sie noch bei Trost? Das ist ja vollkommen daneben. Es wird Zeit, das Cicero-Abo zu überdenken!

Da muss ich Cicero verteidigen. Was Sie hier vorbringen, halte ich für weitgehend haltlos.

Das Festhalten am Unschuldsprinzip ist keine Unterstellung, dass der Sänger etwas erfunden hat. Warten sie bitte ab, was die Staatsanwaltschaft herausfindet.

Stört es Sie auch, wenn beim Boarding am Flughafen, Passagiere mit teuren Businessclass-Tickets schneller einsteigen können, als diejenigen, die nur Economy-Tickets gekauft haben? Dass im Hotel Stammkunden beim Einchecken gewisse Vorrechte bekommen, muss man nicht für richtig halten. Aber ungewöhnlich finde ich das nicht.

Sie erwecken den Eindruck, dass Sie Vorverurteilungen für richtig halten, wenn es einen Verdacht anti-semitischer Äußerungen gibt. Damit tun Sie niemandem einen Gefallen.

…werden. Ich haben in meinem Leben viel Geld für die bevorzugte Bedienung ausgegeben. Sogar in den Billig-Airlines in Asien kann man bestimmte „Bevorzugungen“ buchen. Wenn ich als Hotel-Angestellter ein Ehepaar identifiziere, daß dauernd kommt, dann reagiere ich entsprechend. Vielleicht war das Ehepaar ja auch viel älter, als dieser junge Sänger. In diesem wahrscheinlichen Fall, hätte er leise zurückstehen sollen, wenn das sein Ego erlaubt. Ofarim hat bestimmt „gemeckert“ und die Souveränität des Personals in Frage gestellt. Dazu kommt, daß er wohl nicht die Berühmtheit ist, die jeder kennen muß. OK - Sebstwertgefühl verletzt. Da wird dann eine bestimmte Karte gezogen und schon klappt es mit der Publicity und dem Shitstorm. Es wird sich sicher auflösen und zwar anders als die vielen „Betroffenen“ denken!

... Reisende soll man nicht aufhalten! - Ich empfand die Artikel wohltuend, da er sich von den anderen Vorverurteilungen, die bis hin zur Bedrohung und vor allem der Abwertung des Hotels auf wenige Sterne (durch Leute, die sich wahrscheinlich einen Aufenthalt dort niemals leisten können aber eben erstmal Frust ablassen) unterschieden hat. Wieso soll man nicht beide Aussagen hören? Was dran ist, muß wohl jetzt ein Gericht entscheiden. Hilfreich wären wirklich Videoaufnahmen.
Ich würde Herrn Ofarim von einem Gang durch Connewitz mit Kette auch dringend abraten.
Aber schon klar, Sachsen und auch Thüringen MÜSSEN wegen des Wahlergebnisses abgestraft und medial zur Schnecke gemacht werden als Hort des braunen Ungeistes. Wie voraussehbar. Komisch nur, daß nach dem ins Krankenhaus geprügelten Mann in Hamburg das Medienecho weitgehend ausblieb, war halt der "falsche" Täter, kein Nazi. Schade. Hätte sich nicht ein Sachse auftreiben lassen...?

als Rache an der AfD für deren berauschende Wahlerfolge in Sachsen und Thüringen?

Da (in Leipzig) wird was aufgebauscht, was man besser nicht erwähnen sollte, und in Hamburg wird vertuscht, was an die große Glocke gehört?

Das I-Tüpfelchen: Nicht von Über-Deutschen, die schon mal ein jüdisches Restaurant in Chemnitz bedrohen, nein von den Linken in Connewitz droht Herrn Ofarim Gefahr!

Ziemlich plump, Frau Stange. Man weiss halt, was man an Ihnen hat. Und mehr noch: Was man von Ihnen erwarten kann.

Aber nicht so schön wie der Hinweis auf die afghanischen Flüchtlinge, die sich auf dem Weg nach Russland befinden, um dort die Bodenschätze zu plündern.

.. ich weiß nicht, was Sie sich zusammenreimen, aber da Sie des verstehenden Lesens nicht fähig zu seinen scheinen, ist es nur ein weiterer (sicherlich sinnloser) Versuch, Sie darauf hinzuweisen, daß ich NIRGENDS das Opfer zum Täter gemacht habe, lesen Sie einfach nochmal meinen Kommentar. Und zu den afghanischen Flüchtlingen, die in Rußland Bodenschätze stehlen, auch das haben Sie nicht richtig gelesen bzw. interpretieren Sie, ich habe derartigen Schwachsinn niemals geschrieben. Aber glauben Sie das nur weiter, es ist eh Hopfen und Malz verloren. :-P

„implizierte Unterstellungen“?
Niemand behauptet, Ofarim hätte diese Geschichte erfunden.

Es ist in der Tat nichts „Ungewöhnliches“, wenn Stammkunden, die offensichtlich mehr als ihr halbes Leben in diesem Hotel verbringen, an einer Warteschlange vorbei geholt werden.
Ich hätte für so etwas immer Verständnis.

Oder lehnen Sie generell Stammkunden-Programme, etc. ab?
Seien Sie ehrlich, wie würde Sie sich fühlen als Stammkunde, der x Tausend Euro pro Jahr in dem Hotel lässt, wenn Sie ewig in einer Schlange stehen müssten?
Nun denn, das ist für diesen Fall kaum relevant, Ofarim hatte kein „Recht“, vor diesen beiden Herrschaften dran zu kommen.
Ob preisgekrönte Sommeliers antisemitisch sein können, ist völlig irrelevant, es geht darum, ob dieser Herr das wirklich so gesagt hat und das wissen auch Sie nicht.
Wäre d Hotel – Angestellte ein stadtbekannter, bekennender Antisemit gewesen, dann sähe die Sache wohl anders aus.
Und das mit der "Entschuldbarkeit" haben Sie frei erfunden.

Gerhard Lenz | Fr, 8. Oktober 2021 - 15:19

Der Antisemitismus wird verharmlost. Das Opfer wird zum Schuldigen, oder mindestens als unglaubwürdig eingeschätzt.
Nebenbei gibt es das übliche Gejammer über die ungerechtfertigte, ja diffamierende Behandlung der AfD.
Und für ein paar Keile gegen Menschen mit arabisch-migrantischem Hintergrund, die ja in der Tat Stimmung gegen Juden machten, gegen alles, was links sein könnte, sowie gegen den journalistischen Mainstream muss immer Zeit und Raum sein.

Die durch und durch erwartbare Reaktion der dafür bekannten Foristen. Es gibt keinen Antisemitismus von Rechts?
Wer lesen kann, ist klüger.

Wenn sich jemand gegen den Vorwurf des Antisemitismus wehrt, dann ist er doch noch lange kein Antisemit. In Ihren Augen schon. Ziemlich unlogisch. Ich bleibe dabei, in diesem Fall ist hyperventiliert worden. Auslöser ist der bis dahin weitestgehend unbekannte Herr Ofarim selbst. Mit der Larmoyanz auf dem Bürgersteig ….Der hat ein Problem mit seinem Ego. In keinem Land, außer in Deutschland, hätte er mit seinem Selfie so eine Lawine lostreten können.
Warten wir doch mal, was die vom Hotel beauftragte Kanzlei und die Staatsanwaltschaft herausbekommt.

Bernd Muhlack | Fr, 8. Oktober 2021 - 15:43

... sollten auch Zeugen sein, nicht wahr?

In der Tat steht hier Aussage gegen Aussage.
Es gibt diesen Joke mit dem zweifelnden Staatsanwalt:
"Also nochmals: wie haben sie das Opfer getötet?"
"Nun ja, da lag dieses Beil und ich habe dann geschossen bis das Magazin leer war - immer wieder habe ich zugestochen!"
Jedoch wurde das Opfer erwürgt -
"Sie können gehen!"

Das Abfackeln von israelischen Flaggen unter den Rufen "Juden ins Gas" am Brandenburger Tor am al Quds-Tag nahm man schlicht hin - die meinen das nicht so!

Nehmen wir an, die Version von Gil Ofarim (wer ist das überhaupt?) stimmt.
Und dann?
Dann wird dieser Weinkenner eben verurteilt -
das wars!
Wie gesagt: bisher Aussage gegen Aussage;
mehr nicht.
Unerheblich davon, wird der Weinkenner sicherlich seinen Job verlieren - im gegenseitigen Einverständnis.

Wäre es für einen "Künstler" nicht naheliegend gewesen, sofort am Counter Rabatz zu machen, sich an die "Schlange" zu wenden?
"Haben Sie das gehört?"

ein advocatus diaboli

Richtig, aber erst wenn zweifelsfrei feststeht das er es war.

Ich erinnere an die Spendenaffäre von Alice Weidel.

Als die Meldung aufkam, wurde im Mainstream ihre Schuld sofort als erwiesen dargestellt. Noch bevor Anzeige bei der Koblenzer Staatsanwaltschaft gestellt worden war.
Beispiel: Für Terrorismusexperte Elmar Theveßen war sie laut seiner Einlassung bei Anne Will, "zweifelsfrei schuldig" und schon verurteilt.
Ergebnis nach drei Jahren: Verfahren eingestellt.
Verkündet im Mainstream mit einer Randmeldung.

Das ist für die AfD Kritiker zwar ärgerlich gewesen, aber das Ziel negative Unterstellungen im Umlauf zu bringen, dass man zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erreichen wollte, wurde erreicht.
Otto Normal, ich taufe meinen Otto in Gerhard Normal um, der sich ausschlieslich im Mainstrem informiert, glaubte es damals natürlich sofort,
Wichtig ist auch: Bei solchen Enthüllungen kommt es immer auf dem Zeitpunkt, zu dem sie wirkungsvoll durchgestochen werden muss, drauf an.

Ich bin ja Koblenzer - e Schängelsche.

Koblenz, DIE Behördenstadt in Rh-Pf!
Alles was das Herz begehrt!

Jedoch hat die StA Koblenz (Confluentes - Deutsches Eck) mit Frau Dr. Alice Weidel nichts am Hut.
Zuständig war die StA Konstanz (Bodensee).

Das ist jedoch unerheblich denn die Einstellung erfolgte qua §§ 153 ff StPO;
und das ist Bundesrecht!
Schönen Sonntag!

Werner Kahn | Fr, 8. Oktober 2021 - 17:42

Eine Demokratie lebt von der Gewaltenteilung:
Legislative - Exekutive - Judikative
Wenn sich Herr Ofarim von jemanden beleidigt oder diskriminiert fühlt, dann kann ( muss ) er eine Anzeige erstatten und ein Gericht wird ein Urteil fällen. dass er sein Recht bekommt und der Auslöser wird verurteilt.
Herr Ofarim verhölt sich jedoch nicht an die Geflogenheiten der Demokratie, sondern stellt Behauptungen in den öffentlichen Raum, die nicht bewiesen sind. Ich will ihm nicht unterstellen, dass man durch so eine Maßnahme mal wieder auf sich aufmerksam machen kann. Aber diese Masche, Menschen in der Öffentlicheit anzuprangern ist in diesem Land zu einer erschreckenden Mode geworden, die mit demokratischen Zusammenleben nichts, aber auch garnicht zu tun hat. Wir entwickeln uns zurück ins Mittelalter: An den Pranger stellen! Nur mit dem Unterschied: Der am Pranger stand, war bereits rechtmäßig verurtelt.

Hans Schäfer | Fr, 8. Oktober 2021 - 17:43

<<Mansour sagt, er könne sich nicht vorstellen, dass sich der Sänger die Geschichte ausgedacht habe.>>
Das ist natürlich der stichhaltige Beweis dafür, dass es so abgelaufen ist, wie Herr Gil Ofarim es schildert. Weitere Recherchen sind nicht erforderlich. Vorfälle, die sich eignen der AfD negativ etwas unterstellen zu können brauchen nicht weiter vom Mainstream geprüft zu werden.
Die Unschuldsvermutung kommt bei der AfD nicht zum Tragen, sie hat immer Schuld.

... wär ja gelacht, wenn man den Sachsen und Thüringern nach den Wahlen, wo die AfD flächendeckend gewonnen hat, nicht irgendwelchem Rassismus, made in AfD, vorwerfen könnte. Passt doch wunderbar. Kommt wie bestellt. Und das ist auch die wahre Absicht. Eine inszenierte Provokation und Herr Ofarim macht den Dressman... made by Lenz!

Nicola Chauvin | Fr, 8. Oktober 2021 - 18:57

Als Fremder in einem Kaff in Niedersachsen konnte
ich mich in einem politischen Streitgespräch mich nicht richtig durchsetzen, deshalb fragte ich den Kontrahenten. ob er etwas gegen Ausländer hätte, hatte er nicht, als ich dann fragte, ob er etwas gegen Juden hätte, wurde ich mit einem Bier besänftigt. Ich weder Jude, sondern überzeugter Atheist.

Bernd Haushalter | Fr, 8. Oktober 2021 - 22:22

Es schmerzt den Niedergang zu sehen und es freut den Niedergang nicht mehr zu erleben.

christoph ernst | So, 10. Oktober 2021 - 18:32

Großartiger Artikel, der die eigentlichen Übeltäter, die irren Medien, vorführt. Die gucken anderswo nicht hin oder sehen angestrengt weg (Angriff in Hamburg eines 16jährigen Arabers auf einen 60 Jahre alten Juden), und vorverurteilen ausgleichend ohne überhaupt die Fakten geprüft zu haben. Audiatur et altera pars entfällt, sobald sie die Chance wittern, dem bösen, AfD-affinen Osten etwas zu verpulen.
Nichts Genaues weiß keiner, und der Mansour, den ich sonst schätze, ist auch vorschnell, vermutlich, weil er dauernd von echten, bösen Vorfällen erfährt - wie dem in Hamburg, der die postmodernen Medienhansel kaum kratzt. Schon grauenhaft.
Umso erfreulicher ein so reflektierter Artikel. Herzlichen Dank dafür!

Ingo Kampf | So, 10. Oktober 2021 - 22:32

….für die Zulassung der Diskussion hier im Forum über den Fall. Die FAZ hat die Diskussion zunächst auch zugelassen, dann aber das Forum ohne Veröffentlichung eines Kommentars geschlossen. Das zeigt, wie kitzelig der Fall ist. Ich bin in einer Schlange vor einem Counter aus berechtigten Gründen, die für andere nicht einsehbar waren, vorgelassen worden. Ja - das ist für die in der Schlange eine gewisse Demütigung. Aber da kann man ja konsequent sein und die Buchung sofort stornieren und das Hotel in Zukunft meiden. Ich könnte mir gut vorstellen, daß dieser Sänger Ofarim ein Problem mit seinem Selbstwert hat. Wer jung und kräftig ist, kann auch schon mal Schlange stehen und lächeln, wenn er nicht gleich dran kommt. Die Sache explodiert doch nur, weil man aus einer alltäglichen Situation einen Angriff auf Juden konstruiert. Wenn mein Haus beschmiert wird, passiert nichts. Wenn ein bestimmtes Grabmal beschmiert wird, ermittelt der Staatsschutz. Hyperventilieren nützt der jüd. Sache nichts