Gewalt an Schulen - „Schulen können nicht bewältigen, was ihnen Politiker zumuten“

Die allermeisten Lehrer machen einen guten Job, schreibt Josef Kraus, früherer Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Aber sie können nicht jene Aufgaben erledigen, die von Politikern und Eltern gelöst werden müssen

Migranten vor Tafel
Stellen Migranten an Schulen ein Problem dar? / picture alliance

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Josef Kraus ist pensio­nierter Gymnasialdirektor und war von 1987 bis 2017 Präsident des Deutschen Lehrerverbands.

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Lieber Mesut Göre,

Sie haben als Sozialarbeiter in Berlin einen äußerst herausfordernden Beruf. Respekt! Aber in einigen Punkten muss ich Ihren Aussagen im Interview „Wären Lehrer besser, bräuchten wir weniger Sonderpädagogen“ entschieden widersprechen. Dieser Satz klingt wie die Übersetzung des Satzes „Wir schaffen das.“ Nein, wir schaffen es nicht. Die Schulen können mit noch so multiprofessionell ausgebildeten Lehrern nicht schultern, was ihnen Gesellschaft und Politiker zumuten. Ein zunehmender Anteil von Eltern schiebt immer mehr Erziehungsaufgaben an die Schule ab, anstatt der elterlichen Verantwortung gemäß Grundgesetz Artikel 6 nachzukommen. In der Folge sollen Schulen gefälligst auch noch für Freizeiterziehung, Verbrauchererziehung, Umwelterziehung, Gesundheitserziehung, Medienerziehung und vieles mehr sorgen. Die herkömmlichen Unterrichtsfächer, die die jungen Leute fit machen sollen für das Nachfolgende, leiden darunter, weil ihnen wegen stets neuer Aufgaben die Zeit fehlt.
 
Sie haben, lieber Mesut Göre, ein maßlos überfrachtetes Bild von Lehrern, die heute – ich zitiere professorale Visionen – Sozialarbeiter, gesellschaftliche Feuerwehr, Mediatoren, Interaktionsanwälte, Gemeinwesenarbeiter und Multi-Kulti-Experten sein sollen. Eine völlig verkorkste und ideologisierte Vision von Inklusion tut ein Übriges. All diese Erwartungen erinnern an einen gewissen Friedrich Adolf Diesterweg, der den Lehrern vor mehr als hundert Jahren folgendes wünschte: den Scharfsinn eines Lessing, das Gemüt eines Johann Peter Hebel, die Begeisterung eines Pestalozzi, die Kenntnisse eines Leibniz, die Weisheit eines Sokrates, die Liebe Jesu Christi und an erster Stelle die Gesundheit und die Kraft eines Germanen. Von der offiziellen Pädagogik wird das heute noch getoppt mit folgenden Erwartungen: Lehrer sollen mit dem Entertainer-Talent eines Show-Masters, dem Öko-Engagement eines Greenpeace-Aktivisten sowie der Güte einer Mutter Teresa ausgestattet sein.  

Muslimische Familien schotten sich ab

Bei aller Bedeutung „kultursensibler“ Schulbildung: Viele Probleme an vielen Schulen haben mit der multikulturellen Zusammensetzung zu tun. Das sind keine Einzelfälle, wie Sie glauben machen möchten. Beispiele gefällig? Anfang November 2017 kam über die Welt ein Bericht der Leiterin der Berthold-Otto-Grundschule in Frankfurt-Griesheim an die Öffentlichkeit. Es ist eine Schule mit einem Anteil von 90 bis 100 Prozent Migrantenkindern. Die Rektorin beklagt  „schlimmste soziale Verhältnisse“ und dass an regulären Unterricht nicht mehr zu denken sei. Besonders schwerwiegend ist für die Schulleiterin, dass sich muslimische Familien völlig abgeschottet und durch den Islam radikalisiert hätten. Diese Eltern würden ihre Kinder nicht zum Lernen anhalten und nicht dazu verpflichten, Lehrer zu respektieren.
 
Bald darauf wurde ein Brief des Lehrerkollegiums der Gemeinschaftsschule Bruchwiese in Saarbrücken bekannt. Die Saarbrücker Zeitung hat ihn am 13. Dezember 2017 zum Aufmacher gemacht und getitelt: „Dramatischer Hilferuf von Saarbrücker Lehrern“. Dort ist von folgenden Zuständen die Rede: physische und verbale Gewalt gegen Mitschüler und Lehrer, Messerattacken, schwere Körperverletzungen, Drogen, Alkohol seien Alltag. Wörtlich: „Viele Kolleginnen haben Angst, bestimmte Schüler zu unterrichten.“ Es kommt hinzu, dass sich die saarländischen Schulpolitik der Ideologie der Totalinklusion verschrieben und damit Schüler mit extremem sonderpädagogischem Förderbedarf in Regelklassen gesteckt hat.

Schulen können Problem nicht ausbügeln

Mich erreichen zudem immer wieder weitere drastische Schilderungen. Zum Beispiel: „Migrantenkinder haben ein exorbitantes Selbstbewusstsein. Fast alle Schülerinnen sind der Überzeugung, dass sie kurz vor der Anstellung als Tierärztin oder Architektin stehen. Dabei reicht es nicht einmal für den Hauptschulabschluss. Zu diesem Selbstbewusstsein gesellt sich ein ausgeprägter Nehmermodus – unterstützt durch verständnisvolle Rechtsanwälte.“ Oder ein anderes Beispiel: „Es sind nicht nur die Eltern, die ihre Kinder vom Lernen abhalten, sondern die Imame in den Moscheen, die eine Lernbereitschaft als obsolet erscheinen lassen. Das deutsche Bildungsangebot ist für sie entbehrlich, weil es in absehbarer Zeit abgelöst werde von Instanzen des Koran. Wozu dann Anstrengungen für Minderwertiges?“
 
Natürlich sind nicht alle fast 800.000 Lehrer in Deutschland pädagogische Helden und Heilige. Aber die allermeisten kommen ihrer Verantwortung mit viel pädagogischem Engagement und – wo nötig – auch mit pädagogischem Trotz nach. Beschimpfungen, dass sie sich um Schülerprobleme nicht kümmern wollten, sind beleidigend - „nicht hilfreich“, würde jemand im Raumschiff Kanzleramt in einem Anflug von Realitätssinn sagen. Aber klar ist auch: Die Schulen können nicht ausbügeln, was ihnen Gesellschaft und Politiker zumuten und nicht lösen. Damit würde Schule zu einer Alibi-Veranstaltung. Also bitte etwas mehr Ehrlichkeit und Realitätssinn!
 

Helmut Bachmann | Fr, 9. März 2018 - 07:26

Die Zeiten, in denen Lehrern nur weil sie Lehrer sind gehuldigt werden muss, ist Gott sei Dank vorbei. Herr Kraus beschreibt wichtige Dinge. Doch ohne Selbstkritik ist seine Retourkutsche etwas hohl. Lehrer werden nicht auf das vorbereitet, was sie leisten müssten. Und das war schon immer so, weil sich die Pädagogik in den Schulen seit 150 Jahren nicht wirklich weiterentwickelt hat. Engagement allein reicht nicht aus. Dennoch stimmt es, dass Lehrer heute zuviel machen sollen.

"weil sich die Pädagogik in den Schulen seit 150 Jahren nicht wirklich weiterentwickelt hat"

Herr Bachmann, das ist ganz einfach die Unwahrheit.
Dass die Ausbildung hinter den aufgezwungenen und rasanten gesellschaftlichen Veränderungen nicht hinterherkommt - auch weil die Tatsachen von der Politik immernoch verleugnet werden - macht Ihre Aussage nicht richtig.

Die gesellschaftlichen Entwicklungen sind das eine. Hier stimme ich Herrn Kraus voll und ganz zu. Dass Lehrer ein beratungsresistentes Publikum darstellen und mangels guter Ausbildung oft in einer Wagenburgmentalität feststecken, dass die Schule immer noch die selben Ideen von Lehren und Lernen hat, wie vor 150 Jahren und dies unter völliger Ausblendung z.B. der Neurowissenschaften stellt die andere Seite des Dramas dar.

Sehr geehrter Herr Bachmann, wer definiert, was Lehrer "leisten müssten"? Und wer berücksichtigt dabei, was Lehrer leisten können? Von einem Zahnarzt erwartet niemand, dass er zugleich Fachmann in Kardiologie ist, bei Lehrern aber wird erwartet, dass sie mehrer Studiengänge gleichzeitig beherrschen. Warum müssen Sozialpädagogen/-arbeiter ein sechssemestriges FH-Studium absolvieren, wenn Lehrer das sozusagen von Natur aus können (sollen)?

... ein Zahnarzt muss übrigens sehr wohl auch oft die Rolle des Psychologen, Sozialarbeiter, etc. übernehmen und das auch ohne eine zusätzliche Ausbildung, ebenso hat man allgemeinmedizinische Kenntnisse. Die Ansprüche an die meisten Berufe sind in den letzten Jahren gestiegen, bzw. haben sich verändert. Das kann man mögen oder nicht, darüber zu jammern bringt jedoch wenig.
Um beim Thema zu bleiben: Mir scheint es so, als würden die Schulen immer größer und unübersichtlicher. Vielleicht bin ich da etwas naiv aber das halte ich tatsächlich für eine problematische Entwicklung. Organisation und Übersicht werden dadurch erheblich erschwert.

Sebastian Wagner | Fr, 9. März 2018 - 07:56

Danke Herr Kraus für Ihr Statement, auch wenn gesellschaftlich vermutlich nicht erwünscht bzw. als unangenehm empfunden. Es ist wie Sie schreiben - viele Schüler haben große Nehmerqualitäten bringen aber oft nicht einen einzigen deutschen Satz gerade heraus. Ich denke es wird wie in anderen Ländern werden - qualitativ hochwertige Bildung wird zunehmend privatisiert und ist nurmehr für viel Geld für eine priveligierte Oberschicht zu haben. Für die gesellschaftliche Resterampe gibts dafür jede Menge Fack ju Göhte und dafür wenig Zukunft.

Sehr geehrter Herr Wagner, Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Eine "Dame" aus der SPD hat es ja vorgemacht. Sie schickt ihren Sohn auf eine Privatschule. Sie trägt zur Delegitimierung des Systems bei u. verschafft der AfD mehr Stimmen. Scham ist ein Fremdwort geworden. Lieber das Gewissen sein als eins zu haben.

wir sollten uns schon mal an amerik. Verhältnisse gewöhnen. Eine Minderheit, die sich die besten Schulen und Universitäten leisten kann und ein Heer von Angelernten ohne Bildung und Berufsausbildung. Wenn nicht sehr bald gegengesteuert wird, endet es genau so. Und ich behaupte immer wieder, die meiste Schuld haben die Eltern, dann die Politik, aber sicher nicht die Lehrer.

Erika Rojas | Fr, 9. März 2018 - 17:59

In reply to by Josef Garnweitner

Sollen jetzt die Eltern schuld sein, weil sie nicht alle genug verdienen, um ihre Kinder an Privatschulen zu schicken? Aber wirklich Schuld an dem ganzen Elend ist der deutsche Wähler.

Peter Silie | Sa, 10. März 2018 - 18:50

In reply to by Josef Garnweitner

. . aber auch hier die Frage nach der 4. Gewalt ! Seit Jahren vermisse ich die Frage nach der "Elternhaftung" ! Regelmäßig wird über Fälle berichtet, wo Kinder Opfer einer Tat werden und niemand fragt danach, was Minderjährige um Mitternacht unbegleitet in einer Disko, im Park oder bei McDonalds zu suchen haben. Ich habe noch nie einen Bericht gelesen über einen Staatswanwalt der Anklage erhoben hätte, wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Und die Eltern, die nicht wissen wo um 23:30 h ihr Zögling ist, wissen erst recht nicht von dessen Performance in der Schule !

Martin Arndt | Fr, 9. März 2018 - 08:09

Sehr geehrter Herr Kraus, woher nehmen Sie bloss den Mut für diesen Artikel? Sie rennen gegen den staatlich verordneten newsspeak an u. riskieren, von Frau C Roth et al. ostrazisiert zu werden? Nach der Deutungshoheit der 'neuen' Deutschen liegt die Schuld doch immer nur bei den (indigenen) Deutschen. Die sich fälschlicherweise 'links' nennende Elite wird weiterhin in ihren Blasen leben u. den Sündenbock im (Dunkel-) Deutschen finden, um weiterhin hedonistisch von dem System zu profitieren, das mit seinen Antagonismen die Probleme produziert.

Peter Krebs | Fr, 9. März 2018 - 15:53

In reply to by Martin Arndt

Sehr gut kommentiert Herr Arndt. Muß man sich da noch wundern, daß vornehmlich im Osten gegen die Islamisierung protestiert wird? Aber die Integrationsromantik geht immer weiter, bis das Faß überläuft.

Jürgen Althoff | Sa, 10. März 2018 - 17:32

In reply to by Martin Arndt

zu schreiben, kann sich in diesem Gesinnungsstaat nur jemand leisten, der als staatlicher oder privater Rentner keine Angst mehr vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes haben muss. Das erklärt übrigens auch, warum die fachlich klarsten und in der Sache vernichtendsten Kommentare zur "Energiewende" von pensionierten Professoren und Führungskräften aus der Energiewirtschaft kommen.
Wer medizinisch-pädagogische oder physikalisch-elektrotechnische Naturgesetze gegen die herrschende Gesinnung ins Feld zu führen wagt, gilt als gesinnungsloser Abschaum und ist für alle Gutmenschen und Gutmedien zum Abschuss frei gegeben.

Andreas Gary | Fr, 9. März 2018 - 08:10

Sehr geehrter Herr Kraus,
ich bin zwar kein Lehrer, habe aber genügend engagierte LehrerInnen in meinem nahen Umfeld, die vieles bestätigen. Von daher DANKE für Ihre offenen Worte.

Peter Lieser | Fr, 9. März 2018 - 08:51

Genauso, schaut's aus Herr Kraus. Frankfurt Griesheim ist nur EINE von VIELEN Problemschulen im Rhein/Main Gebiet. Neben einer Ausbildung in Pädagogik, sind Nahkampf-Kentnisse unbedingt erforderlich - am besten bei den US Marines !

Bernd Lehmann | Fr, 9. März 2018 - 08:52

So ähnlich habe ich ihm auch geantwortet, aber wurde(noch ?) nicht veröffentlicht. Und da war ich bestimmt nicht der einzige , der ihm geantwortet hat.

helmut armbruster | Fr, 9. März 2018 - 09:11

bravo, bravo und großes Kompliment an Herrn Kraus.
Objektiv, vorurteilslos und mit den richtigen Worten beschreibt der Artikel die Wirklichkeit in unseren Schulen.
Eine Regierung, die wissend und ohnmächtig solche Zustände als gegeben hinnimmt, hat vor den Schwierigkeiten kapituliert.
Und eine Gesellschaft, die eine solche Regierung duldet und akzeptiert, ist auch zu keiner Reaktion mehr fähig.
Dabei müssen weder Regierung noch Gesellschaft hellseherische Fähigkeiten haben um voraus sagen zu können, wo das hinführen wird und wo es endet.
Ich erspare mir hier noch deutlicher zu werden.

Wolfgang Tröbner | Fr, 9. März 2018 - 09:59

Politiker zumuten". Vielen Dank, Herr Kraus, für Ihre offenen Worte.
Leider trifft das nicht nur auf die Schulen zu. Polizei, Justiz, Kommunen und auch die Bevölkerung - keiner kann das mehr bewältigen, was ihnen unsere Politiker mit ihrer völlig verfehlten Zuwanderungspolitik aufbürden. Wie lange wollen die Politiker fortfahren mit dieser planlosen, chaotischen Politik, die unser Land immer mehr ruiniert?

… das ist ganz einfach Herr Tröbner: die Politiker werden so lange mit dieser planlosen, chaotischen und das Land und die Gesellschaft ruinierenden Politik fortfahren, solange immer noch die Mehrheit der Wähler ebendiesen Politikern und ihren Parteien das Mandat gibt.

Das nennt sich Demokratie!

Wenn wir das ändern wollen, müssen wir aufhören hochgeistige und elegante Texte zu schreiben, uns aus unserem Haus auf die Strasse begeben, und unser Demonstrationsrecht in Anspruch nehmen …

… oder wir warten einfach so lange, bis alles so schlimm geworden ist, dass es auch noch dem letzten „schon länger hier lebenden Schlafmichel“ aufgegangen ist, was hier eigentlich abgeht.

Dummerweise dauert das bei der typisch deutschen Mentalität (die es ja angeblich gar nicht gibt ;-) etwas länger als bei anderen Völkern, die bei weitem nicht so geduldig sind.

Schönen Tag noch
J. Walter

Elena Focht | Fr, 9. März 2018 - 17:12

In reply to by Joachim Walter

Verehrter Herr Walter,
ich frage mich auch ständig: hat denn dieses Land und dieses Volk keine Demonstrationskultur? Warum machen wir nichts? Ich ersticke an guten Texten von beiden Seiten.

Michael Ludwig | Fr, 9. März 2018 - 18:10

In reply to by Joachim Walter

solange das Geld noch sprudelt geht das ganze 70% der Deutschen am Hintern
vorbei. (Brot und Spiele)Ich habe die Hoffnung aufgegeben. In meinem
Umfeld erzählte ich einigen Freunden, von dem für mich unsäglichen Interview des Harvard Professors in den Tagesthemen vom 20.02.2018 ."Wir sind dabei aus einer
monokulturellen eine multikulturelle Gesellschaft zu machen". Dies hat noch nie jemand so öffentlich benannt. Keine Rückfrage wer "wir" ist. Die Reaktion in meinem Umfeld, Stirnrunzeln und das war alles. Noch Fragen?

Gisela Fimiani | Fr, 9. März 2018 - 10:00

Danke für Ihre Gegenrede, Herr Kraus. Der Artikel von Herrn Göre wies, man ist es bereits gewohnt, auf die Bringschuld der deutschen Gesellschaft hin. Defizite auf der anderen Seite, werden, auch dies ist gängige Diktion, umgehend relativiert. In meinem Bekanntenkreis gibt es nicht wenige Lehrer, die Ihnen vollkommen zustimmen.

Gerdi Franke | Fr, 9. März 2018 - 10:29

Die Sozialromantik einer Kanzlerin Merkel hat sich inzwischen verlagert auf ein "Ihr schafft das schon". Wobei die Politik selbst heute noch die Voraussetzungen für eine Aufnahme der "Gäste" der Kanzlerin nicht geschaffen hat. Die Kosten gehen momentan zwar nicht merkbar auf den Bürger, aber es fehlt merkbar an Kitas, Schulen, Betreuern, Lehrern, Psychologen, Sicherheitskräften, Juristen usw. Hier werden vom Bürger Leistungen und Zugeständnisse gefordert die nur wenige übernehmen wollen. Der Bürger wäre auf viele Jahre hinaus gefordert, schafft er nicht, einen grundlegenden Politikwechsel herbeizuführen. Schaun mer mal!

Ich glaubte im September 2015 nicht an humanitäre Motive Merkels und was sie inzwischen ablieferte in Sachen Immigration scheint mich zu bestätigen.

Lehrer, Erzieher? Wer will denn das noch werden? Integration, Inklusion und renitente Kinder und Eltern aus -zig Kulturkreisen? Da muss man ja - auf gut deutsch - bescheuert sein. So gut sind diese Jobs nun auch nicht bezahlt und verbeamtet wird auch nicht automatisch. In NRW fehlen 800 Schulleiter. Warum wohl? Und - je dümmer die Bevölkerung, desto leichter ist sie lenkbar. Blöde Konsumenten werden produziert. Ist doch ganz im Sinne der Politik
http://www.nw.de/nachrichten/regionale_politik/21913826_In-NRW-fehlen-k…

Clara Viveka | Fr, 9. März 2018 - 10:44

Danke. Das war ein klares Wort. Und es entspricht nach meiner Erfahrung den Realitäten, auch wenn es ein weinig zugespitzt formuliert ist.
Natürlich treffen die angeführten Beispiele nicht auf alle Mitglieder der betreffenden Personengruppen zu, aber sie beschreiben einen Trend, der sich hochschaukelt. Je unrealistischer die Forderungen an Schulen und Lehrer werden, desto mehr Reibung und Frustration entsteht, was wiederum zu neuen Konflikten führt. Ein Teufelskreis. Dazu kommen dann heute noch sogenannte Qualitätsentwicklungsprogramme mit endlosen Konferenzen und Papierproduktion, die nur dazu dient, Erfolge zu simulieren, die nicht existieren, weil man sonst nur noch mehr Druck von außen und oben bekäme.
Die Planwirtschaft der DDR ist längst im gesamtdeutschen Bildungssystem angekommen.

Angela Prindesis | Fr, 9. März 2018 - 16:01

In reply to by Clara Viveka

Sie bringen es auf den Punkt. Genau das, endlose Konferenzen, die nichts bringen, aber verpflichtend sind, Papierproduktion für die Schublade, Förderpläne, Schulentwicklung und keine Zeit mehr für die eigentliche Arbeit haben mich nach 35 Jahren aus dem Job getrieben. Ich habe mich an unsinnigen Verordnungen aufgerieben und die Kinder blieben dabei auf der Strecke. Und gerade die hätten die Zeit und Zuwendung gebraucht.

Gunvald Steinbach | Fr, 9. März 2018 - 11:07

Genau das habe ich getan: Ich habe mich wieder hingesetzt, nachdem ich zum Applaudieren für diesen Text aufgestanden war! Sehr geehrter Herr Kraus, herzlichen Dank für diese klare, offenen Worte. Hätte damals am "Gymi" nie gedacht, dass ich mal einem Gymnasialdirektor applaudieren werde :-) Ich hoffe nur, Sie sind für die Schelte gewappnet, die jetzt von "interessierter Seite" sehr wahrscheinlich auf Sie herniederprasseln wird. Es ist ein Graus wie mit ideologiegetränkten "Verschwurbelungen" Realitäten verschleiert und Schuldzuweisungen in die falsche Richtung gelenkt werden. Soll das Bildungssystem denn mit Gewalt in die Knie gezwungen werden? So wie es momentan aussieht wohl eher eine rhetorische Frage...

Michaela Diederichs | Fr, 9. März 2018 - 21:08

In reply to by Gunvald Steinbach

Das Bildungssystem ist bezwungen. Mit Millionen Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen kann es keinen Erfolg geben. Ich gehe davon aus, dass das politisch so gewollt ist. Alle bleiben gleich dumm. Das Land der Dichter und Denker und der Wissenschaftler hat sich aufgegeben - und das gerne und ganz demokratisch. Dafür wird sogar richtig viel Geld hin die Hand genommen, dass vorher nicht da war. Es ist ein herrliches Land, in dem alle gut und gerne leben, ohne die geringste Leistung erbringen zu müssen. Soviel traumhafter Sozialismus war nie in Deutschland. Das kann zwar nicht lange gut gehen, aber wie war das schon in den 30er Jahren - nach uns die Sintflut. Je schneller es knallt, desto besser.

Klaus Decker | Fr, 9. März 2018 - 11:07

Diese Erwiderung war dringend nötig - es liegt eben nicht an den Lehrern, sondern an den unzumutbaren Anforderungen, die an sie gestellt werden. Solange
Gesellschaft und Politik die Probleme nicht wahrneh-
men wollen, ist Besserung leider nicht zu erwarten.

Heidemarie Heim | Fr, 9. März 2018 - 11:45

Endlich! Nur wieder viel zu spät! Was hat Sie, insbesondere in Ihrer sehr langjährigen Funktion als Präsident des obersten Verbandes der Lehrer davon abgehalten dieses Kind nicht sehr viel früher beim Namen zu nennen? Ich kann mir dazu einiges vorstellen. Das Bundesministerium verweist auf die Zuständigkeit der Länder mit gleichzeitiger "Forderung" bestimmte heiße Eisen mit der erforderlichen Kneifzange anzupacken. Insbesondere was Öffentlichkeitsarbeit und deren Außenwirkung betrifft. Die ziehen sich den gleichen Schuh an und delegieren es Richtung Basis an die Schulleitungen, die in all den Jahren einen Teufel taten zuzugeben, was an "ihren" von ihnen geleiteten Schulen abgeht. Von maroder Gebäudesubstanz über Lehrermangel bis hin zu nicht mehr händelbaren Zuständen aufgrund defizitär Erzogenen, die motivierte Mitschüler mit runterzogen. Und wenn sich Lehrkraft, ausgelaugt , resigniert, "ohne Händedruck" oder gar bedroht an seinen Vorgesetzten wandte, was geschah da?! MfG

Dann recherchieren Sie mal bitte, was ich dazu seit den 1990er Jahren an Büchern geschrieben sowie Rundfunkstreitgesprächen und Talkshows bestritten habe!

Mathias Trostdorf | Fr, 9. März 2018 - 12:01

Ich kann diesem Artikel nur uneingeschränkt zustimmen.
Die verfahrene Situation wurde ohne rosa Brille analysiert, und und einiges davon hatte ich auch schon unter den Artikel zu Mesut Göre geschrieben, was aber der Redaktion offenbar nicht genehm war.
Wahrscheinlich hat Deutschland weltweit bereits die höchste Dichte an Sonderschulpädagogen und Sozialarbeitern, aber wie sollen die an Schichten rankommen, die das System verachten und ihre eigenen Werte zur Abgrenzung von den hiesigen nutzen? Dazu kommt ja die Tatsache, daß die weiblichen Vertreter der Bildungs- und Erziehungsfraktion aus "kulturellen Gründen vielfach nicht respektiert werden.
Wo soll also das geforderte Traumpersonal herkommen?

Alexander Steinmann | Fr, 9. März 2018 - 12:32

Durchaus nachvollziehbar, dass bei einem hohen Anteil von Schülern mit Migrationshimtergrund es in der Schule schwierig wird. Wenn diesen Schülern zu Hause noch auf den Weg gegeben wird, dass Schule ohnehin Mist ist und das minderwertige Treiben der Ungläubigen bald abgelöst sein wird, vgl. die im Artikel verlinkten Beiträge, dann braucht man sich auch nicht weiter wundern. Unnötig allerdings die anscheinend obligatorische Inklusionsschelte. Wo ist da der Zusammenhang? Seit 2009 gilt die UN-BRK, die Anzahl von Kindern mit Behinderung ist bekannt, ihr Förderbedarf planbar. Leider ist man hier weniger freigiebig mit öffentlichen Mitteln. Würde man die finanziellen Ressourcen, die man unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gewährt, jedem Minderjährigen mit Behinderung an die Hand geben, dann wäre schulische Inklusion ein Selbstläufer.

"2009 gilt die UN-BRK"
Allerdings folgt daraus nicht, dass Kinder mit jedweder Behinderung aus gut funktionierenden spezialisierten Förderschulen herausgenommen und unter allen Umständen in den Regelschulbetrieb inkludiert werden müssen. Hier ist Augenmaß angesagt, und genau das hat der Autor gemeint. Ein Kind mit einer Körperbehinderung lässt sich sicher bei Schaffung der baulichen und personellen Voraussetzungen leichter und für beide Seiten gewinnbringend - körperbehindertes Kind /Kinder ohne Behinderung - inkludieren. Ein geistig behindertes Kind (diese Behinderungen manifestieren sich sehr unterschiedlich) kann bspw. nach meiner Auffassung nicht optimal in einer Regelschule gefördert werden. Richtig wäre daher zum einen eine Stärkung der spezialisierten Förderschule und zum anderen eine gut durchdachte Inklusion sowie letztlich eine bereit gefächerte Zusammenarbeit zwischen Regel- und Förderschule. Die UN-BRK fordert kein Zerschlagung von funktionierenden Förderschulen.

Die UN-Konvention fordert NICHT die Auflösung von Förderschulen. Das ist eine hinzu erfundene Bedingung deutscher Fundamentalisten, die eine Einheitsschule wollen, koste es - gerade auch die behinderten Kinder - was es wolle.

....man braucht sich nicht weiter zu wundern. Aber davon abgesehen hat Herr Kraus ein Gesamtbild gezeichnet und da gehört die Inklusion wohl dazu. Dass die nicht als gelungen bezeichnet werden kann, kann man kaum als üble Nachrede bezeichnen.

Christa Wallau | Fr, 9. März 2018 - 13:04

in meiner 40jährigen Tätigkeit als Lehrerin habe ich zu meinem Leidwesen erleben müssen, daß weder Realitätssinn noch Ehrlichkeit wichtige Kriterien waren, nach denen sich die Entscheider im Schul-/ Unterrichtswesen richteten. Vielmehr herrschte schlicht und einfach W u n s c h d e n k e n vor. Von Jahr zu Jahr mehr übernahmen Schulpolitiker u.
Chef-Pädagogen das Ruder über Pädagogik, Didaktik und Methodik, die sich mit immer neuen populistischen Ideen und "Reformen" weiter denn je von Machbarkeit, Effektivität und Realität entfernten.
Alles Bewährte (z. B. regelmäßiges Üben, das Aufrechterhalten einer
Grund-Disziplin, pädagogischer
Standards u. eines hohen Leistungsniveaus, ein vernünftiges, dreigliedriges Schulsystem usw. )
wurde leichtfertig als überholt abgetan bzw. sogar als Ursache
allen Übels dargestellt.
Kein Wunder, daß ein junger
Sozialarbeiter wie Mesut Göre heute mit diesem Wunschdenken
fortfährt, indem er allen Ernstes
Wundertaten von den Lehrern erwartet.

Manfred Gimmler | Fr, 9. März 2018 - 14:22

Herr Kraus, Sie schreiben: „Viele Probleme an vielen Schulen haben mit der multikulturellen Zusammensetzung zu tun.“

Das mag durchaus zutreffend sein. Dennoch darf dies nicht die Auffassung befördern, daß die Schule ohne Migrationsprobleme heute in einem vorzeigbaren Zustand wäre. Selbstverständlich machen viele Lehrer einen guten Job. Allerdings gibt es auch viele „Pädagogen“, die ihrer Verantwortung nachweislich nicht gerecht werden, indem sie beispielsweise für jeden Unsinn an Schulreformen in den vergangenen Jahren die Hand gehoben hatten und gegenwärtig an ihren Schulen unbeirrt daran festhalten zum Schaden der späteren Wettbewerbsfähigkeit der jungen Menschen.

Wenn ein Großteil der Oberstufenschüler und Studenten bereits an einer gemischt-quadratischen Gleichung scheitert oder ein Genetivobjekt nicht von einem Genetivattribut unterscheiden kann, dann sind das doch wohl deutliche Hinweise für die vielen pädagogischen Irrläufer, bei denen Bildung zur Scheinbildung verrottet.

Heinz Burgdorf | Fr, 9. März 2018 - 14:35

Mit Blick auf den Artikel von Herrn Josef Kraus und den diesbezüglichen Kommentaren kann ich für mich resümieren: In den vergangenen fast 3 Jahrzehnten hat sich in der schulischen Situation {Hauptschule} wenig geändert, es ist eher schlimmer geworden. Zu meiner aktiven Zeit als Lehrer hatten die SchülerInnen als AbgängerInnen der Hauptschule Berufswünsche wie z.B. Hotelfachfrau, Zahnarzthelferin, Autoschlosser etc.. , die mit ihren erzielten Zeugnisnoten schon damals eine reine Illusion waren.
Wenn nun fast alle Schülerinnen der Überzeugung sind, dass sie kurz vor der Anstellung als Tierärztin oder Architektin stehen {wie J. Kraus meint}, dann zeigt es einmal mehr, dass wir hinsichtlich der Entwicklung des Selbstbewusstsein der Migrantenkinder gutes Stück vorangekommen sind.
Immensen Bedarf gibt es aber noch für eine gesunde Förderung von Realitätssinn. Hilft hier vielleicht auch Inklusion?!

Johannes Luig | Fr, 9. März 2018 - 15:16

Danke
Danke
Danke

Claudia Westphal | Fr, 9. März 2018 - 15:29

Es ist alles eine Frage der Perspektive. So wie Herr Kraus - aus seiner Sicht vielleicht auch berechtigt - das Gefühl hat, dass immer mehr den Lehrern aufgebrummt wird, so haben Eltern wie wir oft das Gefühl, dass Schule kaputtreformiert wird und stillschweigend vieles in die Elternhäuser verlagert wird. Damit meine ich nicht nur umfangreiche Renovierungs- und Bauaktivitäten von Klassen- und auch Lehrerzimmern sondern auch Lehraktivitäten, wie z.B. schriftliches Multiplizieren und Dividieren, weil es aus dem Lehrplan der Grundschulen genommen wurde und die Kinder den Taschenrechner nehmen sollen. Digitalerziehung kommt dazu, weil Kinder mit den Sätzen "Sucht euch mal was aus dem Internet" völlig überfordert sind. Lesen durch Schreiben, Vereinfachte Ausgangsschrift, G9 - G8 - und jetzt wieder G9 und viele andere unausgegorene Experimente jagen einander und lassen die Versuchskaninchen hilflos zurück.
Schulpolitik hat nichts mit Kindern zu tun. Sie käme völlig ohne Kinder aus.

Roland Muck | Fr, 9. März 2018 - 15:44

Meine Lebensgefährtin ist seit fast vierzig Jahren mit Leib und Seele Grundschullehrerin. Täglich lassen wir ihren Schultag im Gespräch Revue passieren. Von Sprüchen wie denen von Herrn Göre fühlt sie sich nicht adressiert, auch ihre Kollegen nicht.
Ach ja, ich bin Dipl.Soz.Päd und habe bis zu meinem Ruhestand als Bewährungshelfer an einem Landgericht gearbeitet und lese in Herrn Göres Interview nur durch nichts gestützte ideologische Plattheiten.
Die Ausführungen Herrn Krauses sind die passende Replik, auch wenn er Recht zurückhaltend formuliert.

Margrit Morf | Fr, 9. März 2018 - 17:15

Ergänzend ist es empfehlenswert auch das Video in dieser Zeitung: "...die Wahl in Italien" anzuhören. Darin ist nämlich viel von Deutschland und auch
zu diesem Thema die Rede,

Mathias Trostdorf | Fr, 9. März 2018 - 17:20

Wer selbst nicht betroffen ist, aber sich einen kleinen, verstörenden Eindruck vom Alltag vieler Lehrer an deutschen Schulen verschaffen will, und von dem, was viele Lehrer und Schüler dort erdulden müssen, empfehle ich die Doku "Kampf im Klassenzimmer".

Manfred Westphal | Fr, 9. März 2018 - 18:59

Ja, ich stimme zu, Lehrer haben es sehr schwer an den Schulen, aber........
Lehrer 2016 zu meinem 12jährigen Enkel Henrik
„Du egoistisches Arschloch“
Lehrerin 2018 zu meinem 11jährigen Enkel Tom „Du arrogante Sau“
jeweils vor allen Schülern der Klasse lautstark geäußert

Mercedes Kreuter | Fr, 9. März 2018 - 21:39

Es gibt bereits genügend Menschen, die sinnvolle Vorschläge gemacht haben. Aber dazu müsste man dieses Thema wirklich dahin bringen, wo es hingehört, nämlich in den Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen. Diese Diskussion wird aber aus Angst vor der AfD nicht geführt, viel zu groß ist die Sorge vor „Gemeinsamkeiten.“ Daher wird alles vermieden, um die Pestilenz dieser Partei zu entgehen.

Genau das fördert aber den Vertrauensverlust der Bürger, die mutiger sind, genau da hin zu schauen, wo andere sich etwas vormachen. Wenn man genauer schaut, erkennt man ein gewisses Muster auch in anderen Ländern. Islamisten denken in größeren Zeitspannen, setzen ihre Figuren wie in einem Schachspiel.
Die liberalen Muslime, die säkularen Türken, Araber werden geopfert und werden die ersten Opfer seien, weil man irgendwann davon zurückscheut sich mit ihnen zu solidarisieren.
Durch zunehmende Segregation wird sich die Situationen an bestimmten Schulen weiter zuspitzen.
Es konzentriert sich auf.

Felix Berthold | Sa, 10. März 2018 - 06:00

Dieser alte verschrobene Mann möchte uns immer noch die (Schul-) Welt erklären? Mit Sarrazin-Antworten aus der Mottenkiste der Nicht-Pädagogik.
Da ich aus der Antwort nur eine Ratlosigkeit höre und dies als Armutszeugnis für Lehrer und Schule sehe, was die meisten Kommentare hier fatalistisch (fast in AfD-Manier) bejubeln, möchte ich dem entgegen halten: selbst wenn das "Migrantenproblem" gelöst würde, bleiben soziale Probleme und eine Pubertät, die sich in einer digitalen Welt abspielt. Soziale Verwahrlosung gibt es in vielen Milieus. Darauf hat Schule Antworten zu geben und nicht zu jammern. Viele junge Lehrkräfte tun das. Und Schule muss sich ändern, auch wenn es schwer fällt. Was ist denn nach Herrn Kraus "offizielle Pädagogik"? Peinlich.

Ich kann dieses: "Früher war alles besser" nicht mehr hören! Gewalt war außerdem in den 50er Jahren an den Schulen, unter Jugendlichen und in der Gesellschaft viel ausgeprägter als heute - für die, die der "guten alten Zeit" hinterher hängen.

Walter Meiering | Sa, 10. März 2018 - 09:29

Wir wollen ja unbedingt 'Einwanderungsland' sein. Andererseits wollen wir die hierzu notwendige Selektion der Bewerber nicht vornehmen. Denn das könnte ja bedeuten, dass wir auch Bewerber ablehnen müssten - was wir aber nicht wollen, da wir ja von der ganzen Welt geliebt werden wollen. Und so kommen vor allem die, die richtige Einwanderungsländer niemals akzeptieren würden. Die Folge: wir importieren massenhaft eine neue Unterschicht aus kulturfremdem Ländern, spalten damit unsere Gesellschaft immer mehr und schaffen Verhältnisse, wie man sie sonst nur aus Entwicklungsländern kennt.

Roland Lissowski | Sa, 10. März 2018 - 17:00

Völlig richtig, was Herr Kraus schreibt. Er hat auch beschrieben und nachgewiesen, "wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt". Ich kann alles aus eigerner Erfahrung bestätigen nach 40 Jahren Schuldienst in einer hessischen Kleinstadt, die in vielerlei Hinsicht noch eine "Insel der Seligen" war und ist, aber mit Verzögerung kommen alle von Herrn Kraus beschriebenen Zustände auch hier an, frei nach dem Motto "Neukölln ist über all". Früher oder später!

Brigitte Simon | Sa, 10. März 2018 - 20:59

Aus vollem Herzen

Aus vollem Herzen:
Danke Herr Kraus für Ihren - mittlerweile in
Deutschland - mutigen Brief an Herrn Mesut
Göre.

Danke Cicero für Ihre - mittlerweile in Deutsch-
land - mutige Veröffentlichung des hervorra-
genden Briefes von Herrn Josef Kraus an Mesut
Göre.

Nochmals vielen Dank, Brigitte Simon

Alexander Mazurek | So, 11. März 2018 - 02:38

… die Welt -wie's der Pippi Langstrumpf gefällt- stimmt nicht mit der Realität überein?!
Nur die Wirklichkeit ist schuld und gehört somit abgeschafft! Das Sein an sich diskriminiert und beeinflusst, welch ein Verbrechen!
Wie stehen unsere Volksver(tre/rä)terInnen dazu, in pursuit of prey or happiness, oder zu ihrem Amtseid? ...

Mathias Trostdorf | Mo, 12. März 2018 - 16:07

Deutschland Lehrerin in Wien

„In einer Klasse von 25 Kindern muss man 21 integrieren“

Eine Lehrerin aus Wien berichtet über große Probleme mit muslimischen Schülern. Diese interessierten sich mehr für ihren Glauben als für den Unterricht. Die Wiener Schulbehörde widerspricht der Frau aus der sozialdemokratischen Lehrergewerkschaft.

Peter Stichaner | Mo, 12. März 2018 - 17:54

Nachdem der Artikel von Herrn Krause durchwegs allgemein bewertet wurde , möchte ich konkret meine Unterrichtserfahrungen schildern.
Ich habe Mathematik und Physik an Gymnasien, Fachoberschulen, einer Berufsoberschule und einer Realschule unterrichtet und kann bezeugen, welche Rückwirkungen die verschiedenen Klassenatmosphären auf meinen Unterricht hatten. So habe ich problemklos Schülern an der FOS kleine Termumformungen an der Tafel ausführen lassen, ohne dass ich dafür Noten ausgeteilt hätte. Dadurch war ich in der Lage "einzusagen" und Hilfestellungen zu geben. Es gab weder Sechsen noch Einser. Dieses Vorgehen hätte ich an der Realschule nicht gewagt. An der Realschule war ich mit dem Ruhigstellen von ein paar aufsässigen Schülern mehr beschäftigt als mit dem Unterrichten der vielen ruhigen und aufmerksamen Schüler. So stellte sich mir die Frage, ob ich damit den handsamen Schülern gerecht würde und bin in die BOS zurückgegangen.

Gunther Siegwart | Mi, 14. März 2018 - 09:53

Wenn der Lehrerberuf der Traumjob par excellence ist, bleibt die Frage, warum bundesweit ein eklatanter Lehrermangel besteht, warum Seiteneinsteiger ohne wissenschaftliche und pädagogische Ausbildung und ohne begleitende Fortbildung beschäftigt werden.
Lehrer arbeiten nichts, haben ständig Freizeit und bestimmen über sich selbst. Welche Schreiber hier standen schon einmal im Unterricht? Wovon reden die?
Zusätzlich und ohne Bezahlung: Theaterbesuche, Kino, Lesungen Studienfahrten. Alles mit Vor- und Nachbereitung.
Zusätzlich und ohne Bezahlung: Erstkorrektur von mindestens 20 Arbeiten in Deutsch, noch einmal Zweitkorrektur und in Baden-Württemberg Drittkorrektur. Jeweils mit verbaler Begründung der Note. Alles in meiner Freizeit. Arbeitsaufwand pro Arbeit: 3-4 Stunden.
In den Ferien mache ich Stoffverteilungspläne, erstelle Unterrichtseinheiten, lese Literatur zum Unterricht. Alles in meiner Freizeit.
Wenn dieser Job so toll ist, warum wollen nicht alle Lehrer werden?

Wolfram Wiesel | Mi, 14. März 2018 - 15:59

Jenseits von "richtig" oder "falsch": es fehlen angeblich schon jetzt zwischen 20 000 und 30 000 Lehrer. Je nach Berechnungsweise. Wollte man die Kinder der Zuwanderer (zwischen 300 000 und 400 000) in kleinen Klassen a 15 Schülern unterrichten, dann wären nochmals
20 000 Lehrer notwendig. Fast 50 % aller Lehrer/Ausbilder sind älter als 50 Jahre. 2030 werden sie "in Rente" sein. Schau'n wir mal woher die notwendigen Lehrer kommen ....
Schau'n wir mal, was aus dem deutschen Schulwesen wird, dessen Schüler mehrheitlich aus muslimischen Unterschichtfamilien kommen ....