Gewalt an Schulen - "Wären Lehrer besser, bräuchten wir weniger Sozialarbeiter"

In einer Berliner Grundschule muss ein Sicherheitsdienst für Ordnung sorgen. In Sachsen-Anhalt gehen Schüler mit Eisenstangen aufeinander los. Geraten Schulen außer Kontrolle? Im Interview spricht der Sozialarbeiter Mesut Göre darüber, was sich tun muss

Rütli-Schule
Ehemals Chiffre für Problemschule: Die Berliner Rütli-Schule / picture alliance

Autoreninfo

Yves Bellinghausen ist freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und schreibt für den Cicero.

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An einer Schule in Sachsen-Anhalt kommt es zu schweren Gewalttaten unter Schülern. Die Spreewald-Grundschule in Berlin muss jetzt sogar einen privaten Sicherheitsdienst engagieren, um die Lage in den Griff bekommen. 

Herr Göre, wird es rauer an deutschen Schulen?
Insgesamt gesehen muss man sagen: Die Anzahl der Gewalttaten hat tatsächlich abgenommen. Vor zehn Jahren gab es noch wesentlich mehr Fälle, in denen es an Schulen zu Gewalt gekommen ist. Auf der anderen Seite gibt es momentan zwei Tendenzen, die besorgniserregend sind: Zum einen werden die Gewalttäter immer jünger. Zum anderen nimmt die Intensität der verübten Gewalttaten immer mehr zu. Wo früher gerangelt wurde, da wird heute mit Fäusten gekämpft. Wenn jemand auf den Boden liegt, dann wird heute auch mal nachgetreten. Vor einigen Jahren war das die absolute Ausnahme. 

Was ist denn da los?
Da gibt es viele Gründe. Vor allem aber liegt es daran, dass Lehrer nicht gut geschult sind und kaum Zeit haben. Und wenn sie Zeit haben, dann haben sie häufig auch einfach keine Lust, sich um prügelnde Schüler zu kümmern, sondern denken sich: Das ist doch nicht meine Aufgabe, ich bin zum Lehren hier und nicht zum Streitschlichten. Manche Lehrkräfte lassen sich auch einfach zu lange auf der Nase herumtanzen, bis sie eingreifen. 

Gibt es denn Gemeinsamkeiten bei sogenannten Problemschulen?
Nein, das sind alles Einzelfälle.

An vielen Problemschulen ist der Migrantenanteil überdurchschnittlich hoch.
Ja das stimmt und diese Tatsache wird häufig für Ressentiments missbraucht. Es ist aber natürlich völlig absurd, zu denken, dass jemand überdurchschnittlich gewalttätig ist, weil er keinen deutschen Pass hat. Vielmehr sind gerade Kinder aus migrantischen Familien von Armut betroffen, was wiederum auch eine soziale Armut und Verrohung mit sich bringt. Aber das hat natürlich nichts damit zu tun, dass sie Ausländer sind, sondern weil sie häufig Kinder von Gastarbeitern sind. Die leben zwar schon in der dritten Generation hier, aber wegen der mangelhaften sozialen Mobilität in Deutschland fällt es vielen Kindern aus Einwandererfamilien noch immer schwer, aufzusteigen.

mesut göre
Mesut Göre ist Sozialarbeiter
und Geschäftsführer des
Gemeinnützigen Unternehmens
Selam Berlin

Die Schule in Berlin-Schöneberg, die Spreewald-Grundschule, hat jetzt einen privaten Wachschutz beauftragt, um die Lage in den Griff zu bekommen. Helfen solche Maßnahmen?
Kurzfristig kann das helfen, ja, aber langfristig können die privaten Sicherheitskräfte das Problem sogar noch schlimmer machen. Wenn die Lehrer sich externe Bodyguards ranholen müssen, dann verlieren die Schüler auch noch den Respekt vor den Lehrern. Die Lehrer müssen das Problem lösen oder es müssen andere Lehrkräfte her.

So wie damals an der Rütli-Schule.
Ja, da wurden damals große Teile des Lehrpersonals ausgetauscht, bis hin zur Schulleitung. Das neue Personal war pädagogisch geschult und seitdem läuft es da wesentlich besser. Übrigens kann man hier auch sehr schön sehen, dass es nicht per se an Migranten liegt, wenn die Gewalt an einer Schule zunimmt, denn die Migrantenquote ist dieselbe geblieben, die Gewalt aber deutlich zurückgegangen. Das liegt am neuen Lehrpersonal. 

Nun können wir aber auch nicht in jeder Schule das Lehrpersonal einfach so auswechseln.
Das stimmt, aber wir können etwas an der Lehrerausbildung ändern. An den Universitäten wird viel zu wenig pädagogisches Wissen vermittelt und viel zu viel fachliche Kompetenz erwartet. Was passiert, wenn Lehrer fachlich sehr gut ausgebildet sind, aber pädagogisch versagen, dass hat man an der Berliner Rütli-Schule gesehen und das sieht man aktuell an der Spreewald-Grundschule in Berlin-Schöneberg.

Hat Berlin da ein besonderes Problem?
Naja, ich denke, in anderen Städten mit einer ähnlichen Bevölkerungsstruktur, wie etwa Frankfurt oder Köln, gibt es die gleichen Probleme. Im Übrigen bin ich kein großer Freund davon, so pauschal über die Berliner Schulen abzuurteilen. Hier hat sich in den letzten Jahren echt viel Positives getan. Vor 10 bis 15 Jahren zum Beispiel, da gab es kaum Sozialarbeiter in Berliner Haupt- und Realschulen. Heute gibt es die beinahe flächendeckend. Auf der anderen Seite: Wenn das Lehrpersonal pädagogisch besser geschult wäre, dann würden wir auch nicht so viele Sozialarbeiter benötigen.
 

Andreas Gary | Mi, 7. März 2018 - 17:47

Was mir hier fehlt, ist die Rolle der Eltern. Müssen wir uns damit abfinden, das grundlegendste Elemente eines zivilisierten Zusammenlebens von staatlichen Institutionen vermittelt werden? Ich fände das traurig und frage mich, warum wir dann "Erziehungszeiten" bei der Rente anrechnen, wenn gar nicht mehr erzogen wird (Provokation!).

die Eltern müssen den Kindern Werte vorleben. Erziehung im Sinne des Wortes gibt es nicht. Die Kinder brauchen von klein an Vorbilder im positiven Sinne, klare Regeln und Disziplin. Die Schulen können nicht der Reparaturbetrieb für das sein, was die Eltern verbockt haben. Das hat noch nie funktioniert. Die Eltern verlassen sich viel zu sehr auf die Politiker. Auch das hat noch nie funktioniert. Besonders wenn man sich mal anschaut, was da so in der Politik ist und dort das Sagen hat.

Fritz Richter | Sa, 17. März 2018 - 08:20

In reply to by Josef Garnweitner

Machen wir uns nichts vor: Muslimische Eltern sind ihren Kindern - gerade was Verhalten und Werte betrifft, massive, patriarchale Vorbilder. Aber nur - die dabei vermittelten Werte - stehen diametral den unsrigen hier gelebten Werten gegenüber. Da liegt doch das Problem. Warum schauen wir da immer wieder vorbei? In manchen Schulen meiner Heimat geht gar nichts mehr. Nicht wegen Gewalt, sondern Konfrontation.

Helga Raun | Mi, 7. März 2018 - 18:13

Lahrer, wie Mesut und basta!
Die meisten Lehrer von D. haben nur Interesse um ihr Geld, wobei wir müssen auch dagegenhalten, die enorme Moralverlust der Menschen durch Freiheit ohne Grenzen, die Auswirkung der 68-er, die Verrohung der Gesellschaft und der Verlust der Leitkultur.
Eine friedliche Besserung ist nicht in Sicht.....

Schade, daß man hier kommentieren muß, statt einen Daumen hoch zu setzen.

So wird es nicht spannender.

Mir reicht es, wenn dies gelesen und bedacht und dann gelöscht wird.

Dieses Gerede von den angeblichen Folgen von 68 ist nur ein Totschlagargument. Glaubt wirklich jemand, dass die 68er eine gesellschaftliche Verrohung verursacht haben? Dann müsste die Gesellschaft vor 1968, die noch stark von alten Idealen aus der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts und davor geprägt war, friedlichere Menschen hervorgebracht hätte.

Wolfgang Wirth | Mi, 7. März 2018 - 18:19

So so, alles nur Einzelfälle?? Statistisch hoch signifikante Zusammenhänge werden im Interview schlichtweg ignoriert, ja geleugnet.
Willkommen im postfaktischen Zeitalter!
Das Ende der Rationalität!

Das Interview hätte man sich auch schenken können.

Ralph Lewenhardt | Mi, 7. März 2018 - 18:27

Ein weiteres Symptom dafür, dass in unserer Gesellschaft außer der autarken Wirtschaft vieles verludert, was die Stärke eines Landes in seinen Wurzeln ausmacht. Da meine ich nicht mal die abgehalfterte Armee oder die verkümmerte Digital- und Infrasstruktur oder den Zustand der Schulen an sich usw. usw.. Der demokratische Zusammenhalt der Staatsbürger und die verbindenden traditionellen Werte ihres Handelns werden auf dem strukturlosen, agitatorischen Altar von Pseudodemokratie und Humanitätsideal geopfert, statt sie zu lehren und zu fordern. Ein Heimatministerium zeigt in die richtige Richtung. Die Lösung aber liegt in der schnellen grundgesetzkonformen Reform unserer Demokratiegesetze als Basis für Integration und EU-Reform. Dagegen wehren sich jene Polit-Eliten die nur einen Wert kennen, ihre Machtsicherung.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mi, 7. März 2018 - 18:35

an der Migration, dass die Gewalt in den Schulen, wie Herr Göre klarstellt, WIEDER stärker wird.
Es dürfte viele Gründe dafür geben, evtl. zu große Klassen, zu wenige Lehrer etc.
Man könnte nun schliessen, dass heutzutage gute Lehrer am besten gleich Sonderpädagogen sein müssen?
Wahrscheinlich nicht überall, vor allem dort nicht, wo der Leistungsgedanke auch für Schüler im Vordergrund steht, ich nehme mal an bei den meisten Privatschulen.
Ich würde nach wie vor zwischen Sonderpädagogen und Lehrern trennen wollen, es sei denn, dass die fachliche Kompetenz in Hinblick auf den Lehrstoff bei beiden Gruppen gleich wäre.
Es kann doch schlicht in Schulen nicht nur um den kleinsten gemeinsamen gesellschaftlichen Nenner gehen, à la, warum darf ich meinen Banknachbarn nicht krankenhausreif schlagen.
Wäre ein gesonderter "Zug" für schwer erziehbare Kinder in jeder Schule besser?
Es ärgert mich, wenn Lehrer NUR nach der Nicht-Beschulbarkeit von Kindern beurteilt werden.
Früher ansetzen

Wolfgang Kaufmann | Mi, 7. März 2018 - 19:10

„Früher“ gab es weniger Nachtreten und weniger Messer. „Früher“ war es an weiterführenden Schulen auch die Aufgabe der Lehrer, komplexe Inhalte zu vermitteln; dafür sind sie ausgebildet. — Vor vierzig Jahren ging aber auch der größte Teil der Schüler nur neun Jahre zur Schule und machte dann eine Lehre, die ihren intellektuellen Fähigkeiten entsprach. Maximal ein Zehntel vertiefte sich auf dem Gymnasium in Integralrechnung, zwei Fremdsprachen und vier Naturwissenschaften. — Dafür gab es keine Helikopter-Eltern, die in völliger Verkennung der Realität versuchen, der Schule den Schwarzen Peter für die Beschränktheit des eigenen Nachwuchses anzuhängen.

Bryan Hayes | Mi, 7. März 2018 - 19:12

in Berliner Haupt- und Realschulen. Heute gibt es die beinahe flächendeckend."
Was soll diese Sch....?
Schulen sind Schulen und zum Lernen da.
Und nicht um Sozialxyz-Leuten Pfründe zu besorgen, weil die Eltern ihrer Erziehungspflicht nicht nachkommen.

Barbara Küchen… | Mi, 7. März 2018 - 19:19

Es gibt zu wenig gute Pädagogen? Das mag sein, aber die Aufgabe eines Lehrers liegt in erster Linie im Unterrichten und nicht im erziehen von rüpelhaften Kindern. Hier sind die Eltern gefragt.

Thomas Baader | Mi, 7. März 2018 - 19:43

"Im übrigen bin ich kein großer Freunde davon, so pauschal über die Berliner Schulen abzuurteilen." ... aber dafür urteilt der Herr Göre gerne mal pauschal über Lehrer. Die sind seiner Ansicht nach nämlich schuld, wenn etwas schief läuft. Nicht die Schüler, nicht die Eltern, nicht das Milieu, aus dem sie stammen - nein, die Lehrer sind's! Belastbare Zahlen wird er dafür wohl kaum vorlegen können.

Lucas Schult | Mi, 7. März 2018 - 19:44

Die Kausalität ist umgekehrt, wie uns der nette Mesut erklären möchte. Die Leute sind arm, weil sie gewaltätig sind (bzw. Persönlichkeiten haben, die zur Gewalt neigen). Dieses klassistische Argument, Aggression käme von Armut, ist mehrfach schon im letzten Jahrtausend widerlegt worden. Warum wollen das sozialistisch und Anthropokreationisten immer einreden?

Stefan W | Mi, 7. März 2018 - 19:58

Mesut Göre hat für jeden Einzelfall recht, wenn er sagt, es sei "völlig absurd zu denken, dass jemand überdurchschnittlich gewalttätig ist, weil er keinen deutschen Pass hat."

Damit aber ist das Problem nicht erfaßt. Zu uns kommt ein überdurchschnittlich hoher Anteil derer, die auch im Heimatland gegen die Regeln verstosen würden. Nur: Dort wäre man dem als Staat und Gesellschaft gewachsen, wir hingegen reagieren hilflos, sprich gar nicht.

So schauen Lehrer also weg, aus Bequemlichkeit oder, wie ich vermute, auch aus Angst. Ähnlich geht es Polizisten, die schon einmal von Clans verprügelt wurden, ebenso Bahnschaffnern, Ordnungsdiensten usw usf.

Der Paß allein ist es nicht und darf es nicht sein. Aber er gehört zur Betrachtung dazu. Sonst bleiben wir an der Oberflache und weiterhin hilf- und wehrlos.

Mesut Göre | Mi, 7. März 2018 - 21:01

Mit mir wurde dieses Interview geführt worden. Leider wurde ich an vielen Stellen nicht korrekt wiedergegeben. Zunächst distanziere ich mich von der Überschrift. Wir brauchen sowohl in Bezug auf Gewaltprävention und Konfliktmanagement geschulte Lehrkräfte als auch SozialarbeiterInnen.
Das abgestimmte Zusammenspiel beider Professionen im Kontext von Gewalt ist notwendig.
Der Autor schreibt "Sonderpädagogen" meint aber SozialpädagogInnen bzw. SozialarbeiterInnen.
Natürlich gibt es Lehrkräfte, die "keine Lust" auf eine Intervention bei Gewaltvorfällen haben. Glücklicherweise sind diese eine Minderheit. Die allermeisten Lehrkräfte zeigen ein hohes Maß an Engagement und sind ihren SchülerInnen sehr zugewandt. Hier habe ich unzureichende Ausbildung von Lehrkräften bemängelt.

Mesut Göre | Mi, 7. März 2018 - 21:05

Zu dem Punkt "gibt es Gemeinsamkeiten bei sogenannten Problemschulen?" habe ich angemerkt, dass jede Schule individuell betrachtet werden muss und ihre Besonderheiten hat. Betrachtet man eine große Vielzahl von Schulen, lassen sich selbstverständlich Gemeinsamkeiten erkennen.
Das ist insofern wichtig, denn bei der Suche nach Lösungen müssen die vorhandenen Ressourcen und Entwicklungsfelder jeder Schule explizit betrachtet werden.
„Die Lehrer müssen das Problem lösen oder es müssen andere Lehrkräfte her.“ Das ist sehr überspitzt formuliert worden. Lehrkräfte wachsen nicht auf Bäumen. Wir haben viel zu wenig Lehrkräfte. Im Kontext der Gewaltprävention und des Konfliktmanagements mit Ziel der Verbesserung des Klassenklimas und des Schulklimas stehen Lehrkräfte im Zentrum. Sie sind es, die täglich vor den Schülern stehen und mit all ihren schulischen und außerschulischen Problemen konfrontiert werden, nebenbei viel administrative Arbeit an der Schule leisten.

Mesut Göre | Mi, 7. März 2018 - 21:15

Natürlich müssen Sie auch die SchülerInnen optimal unterrichten. Bei der Eskalation von Gewalt brauchen sie fachkundige Unterstützung (Schulpsychologie, Sozialarbeiterinnen …) - Unterstützung bei der Intervention und Unterstützung bei der eigenen methodischen Weiterentwicklung. Ich empfehle „Hilfe zur Selbsthilfe“. Aktive Lehrkräfte und Schulleitungen sind ein Teil der Lösung.
„Was passiert, wenn Lehrer fachlich sehr gut ausgebildet sind, aber pädagogisch versagen, dass hat man an der Berliner Rütli-Schule gesehen und das sieht man aktuell an der Spreewald-Grundschule in Berlin-Schöneberg." Ich möchte mir nicht anmaßen, ohne dass ich die tatsächlichen Ursachen für die Problematik an der Spreewald-Grundschule kenne, aus der Ferne,der Schulleitung und den Lehrkräften Vorort Versagen vorzuwerfen.
Es wäre von mir ungerecht und unprofessionell!
Die Verantwortlichen haben zum Schutz Ihrer SchülerInnen und Lehrkräfte eine Interventionsmaßnahme ergriffen: Wachschutz.

zu sozialem Verhalten obliegt in erster Linie den Eltern und kann nicht Aufgabe der Lehrer sein, die für Wissensvermittlung zuständig sind. Offensichtlich haben sich in manchen Stadtbezirken soziale Millieus etabliert, wie wir sie früher nicht kannten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Wachschutz verhindern soll, dass Eltern in die Schule gelangen. Der Grund dafür waren Übergriffe von Eltern auf Kinder, mit denen die eigenen Sprösslinge Probleme hatten, anstatt die Kinder ihre Probleme selber lösen zu lassen. Dagegen helfen weder Sozialarbeiter an den Schulen noch eine bessere Lehrerausbildung. Das eigentliche Problem ist die gestiegene Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft, beginnend in den Familien und die Akzeptanz von roher Gewalt und der Anwendung diverser Waffen in der Jugendszene.

Werter Herr Göre-
wo bleibt bei Ihren Ausführungen eigentlich die Problemanalyse? Haben Leute, die in dieses Land einwandern, und dann die Chancen, die sich ihnen bieten, nicht nutzen, nicht auch sowas wie eine Bringschuld? Warum schaffen es bestimmte Kreise einfach nicht, ihren Kindern einfachste Schulvoraussetzungen zu vermitteln? Warum verwehren sie ihnen staatliche vorschulische Bildung? Warum gelingt es denen nicht, ihren Kindern Respekt vor den Lehrkräften und Disziplin beizubringen, die für ein gemeinsames lernen in größerem Kreis einfach nötig sind? Wo doch "Respekt" gerade in den betreffenden Kulturkreisen so ein hohes Gut zu sein scheint?
Das wären doch mal interessante Ansätze zur Lösung der Probleme.

Stefan Leikert | Mi, 7. März 2018 - 21:29

Nein, das sind alles Einzelfälle. Bei dem Satz habe ich sofort aufgehört zu lesen, ob der "Cicero" da mal endlich eingreifen will? Das ist kein Einzelfall mehr!

Per L. Johansson | Mi, 7. März 2018 - 22:12

ZITAT"..migrantischen Familien von Armut betroffen, was wiederum auch eine soziale Armut und Verrohung mit sich bringt. Die leben zwar schon in der dritten Generation hier, aber wegen der mangelhaften sozialen Mobilität in Deutschland fällt es vielen Kindern aus Einwandererfamilien noch immer schwer, aufzusteigen."

Sie stilisieren Täter zu Opfern und schieben der deutschen Gesellschaft die Schuld für deren Tun zu.

ZITAT"Das neue Personal war pädagogisch geschult und seitdem läuft es da wesentlich besser. Übrigens kann man hier auch sehr schön sehen, dass es nicht per se an Migranten liegt,"

Sprich, nicht die Migranten sollen sich dem deutschen Schulsystem anpassen, sondern umgekehrt ?

ZITAT"An den Universitäten wird viel zu wenig pädagogisches Wissen vermittelt und viel zu viel fachliche Kompetenz erwartet."

Das Gegenteil ist nicht besser. Nämlich die unter genau solchen Vorwänden betriebene Reduzierung des Fachstudiums und zunehmende Absenkung des Unterrichtsniveaus.

Genau so ist es.
Aber die Opferperspektive ist ja eine sehr bequeme.
Janicht hinterfragen, warum ausgerechnet viele türkisch-arabische Jugendlichen so bildungsfern und bildungsunwillig sind. In der Abendschau wurde mal berichtet, daß jeder zweite männliche türkische Gesamtschulschüler in Neukölln seinen Abschluß nicht schafft.
Lehrer, die 25 bis 30 Schüler betreuen, können nicht leisten, was Eltern in Erziehung und vorschulischer Bildung versäumt haben. Man kann auch nicht die halbe Gesellschaft zu Lehrern, Sonderpädagogen oder Krisenteam umschulen.

Marc ten Busch | Mi, 7. März 2018 - 22:12

Man ringt um Fassung: Lehrer brauchen Bodyguards an einer Grundschule. Sind die Kinder dort immer noch zwischen sechs und zehn Jahren alt?
Der Zielpunkt des Artikels scheint unklar: geht es vor allem darum zu beweisen, dass was nicht sein darf, nicht sein kann oder besteht Offenheit, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen? Habe bei Cicero schon mehr Mut zur Wahrheit gesehen.
Entscheidend sei nur, ob eine Familie migriert sei oder nicht? Ich schlage vor, die Faktoren Integrationsbereitschaft und Bildungsbereitschaft mit hineinzunehmen. Die sind nämlich, hinlänglich bekannt, unter Migranten durchaus ungleich verteilt je nach "Kultur". Der Satz, dass die "soziale Mobilität in Dland nicht genügend gross sei" ergo die Integrationsbereitschaft der deutschen Gesellschaft, als vornehmliches Hindernis anzufügen, wird durch tausendfache Wiederholung nicht wahrer.
Welche Gesellschaft sonst in der Welt ist denn um den Preis der Selbstaufgabe bereicht, Millionen von Flüchtlinge aufzunehmen?

Mathias Trostdorf | Mi, 7. März 2018 - 23:16

Ich kann Herrn Göre nicht zustimmen.
Man muß schon Roß und Reiter benennen: Von wem gehen Respektlosigkeiten und Gewalt vor allem aus. Und was sind die Ursachen dafür. Warum schaffen bestimmte Migrantengruppen Bestabschlüsse und ihre Mitschüler in der selben Klasse zeigen sich sowohl lernunfähig als auch lernunwillig. Und warum soll ein Lehrer/ Sonderpädagoge/ "Krisenteam" bei 25 Schülern das wettmachen können, was deren eigene Eltern nicht nur versäumt haben, sondern ja vielfach regelrecht boykottieren und ihren Kinder die Ablehnung, die sie empfinden, schon mitgeben?
Es sind weder "das System" oder "die Gesellschaft" schuld noch die angebliche schlechte Ausbildung der Lehrer. Und ein wachsendes Heer von Sozialarbeitern, Sonderpädagogen, Krisenteams, Wachschützern etc. (wer soll das alles bezahlen?) werden die Probleme auch nicht lösen, wenn man auch in Zukunft Parallelgesellschaften mit eigenen Wertvorstellungen zuläßt.

Peter Wagner | Do, 8. März 2018 - 02:59

Unsere Schulen sind ein Spiegelbild der Gesellschaft. Die Lehrer haben nicht selten Angst vor gewaltbereiten Schülern und können sich im Unterricht kaum noch durchsetzen! Die tätlichen Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter und viele andere Mitmenschen, die sich für die Gesellschaft einsetzen, zeigen deutlich, dass sich die Respektlosigkeit wie ein Virus verbreitet! Auch die Probleme an der Essener Tafel und nicht nur da, haben verdeutlicht, dass viele die noch nicht lange hier leben, mit unserer Kultur nicht kompatibel sind! Das Klima in D. ist rauer geworden. Die Gemütlichkeit hat sich verflüchtigt!
Nicht nur die Lehrer müssen sich ändern, nein die ganze Gesellschaft. Wir müssen dehnen die uns auf der Nase herum Tanzen, unmissverständlich klar machen, wie man sich in D. zu benehmen hat! Wenn wir unser Verhalten nicht radikal ändern, wird das Chaos uns überwältigen!

paul peters | Do, 8. März 2018 - 06:29

ausufernde gewalt an schulen - und worin erkennt man die ursachen?
zitat "...Da gibt es viele Gründe. Vor allem aber liegt es daran, dass Lehrer nicht gut geschult sind und kaum Zeit haben. ..."
aha, die gewaltbereitschaft und brutalität der lieben kleinen geht also in erster linie aufs konto der lehrerInnen. und an denen arbeitet man sich nun ab - glückwunsch für das erfolgreiche bestimmen des sündenbocks.
dass das verhalten der lieben kleinen evtl. auch maßgeblich durch deren sozialisation bis zur einschulung bestimmt wurde, ist sicherlich völlig abwegig, da sie erst ab dem schulbesuch durch den einfluss der lehrerInnen zu den gewaltbereiten raufbolden mutierten. kaum gehen sie zur schule, verlieren sie jegliche lust auf klavierunterricht, balletstunde und jugendfeuerwehr. ja, so und nicht anders muss es sein.
und an der rütli-schule läuft es jetzt also wesentlich besser. nun, wesentlich besser bedeutet aber nicht gut - also ein ungeeigneter beleg. und nein, ich bin kein lehrer

Celine Schmidtke | Do, 8. März 2018 - 07:11

Ich vermisse etwas die Erwähnung der Rolle des Elternhauses und der familiären Sozialisation sowei die Compliance der Erzeihungsberechtigten(=verantwortlichen).
Darüberhinaus ist die moralisch legitimierte Gewalt in mancherlei Kulturkreisen als Mittel der Durchsetzung-sowie der Erziehung- ein weiterer unerwähnter Faktor.
Schlechtes Benehmen mit Armut zu korrelieren, ist möglich, aber kann genauso anders herum gewertet werden.("Armut" kann ja auch eine Motivation sein, sich anzustrengen, um es besser zu haben. Die Bedingungen dafür sind in D hervorragend.) Eine Tradierung von Bildungsferne greift evtl. eher.
Insgesamt empfinde ich die Thesen von Hr. Göre als etwas einseitig & wenig differenziert .

Mesut Göre | Do, 8. März 2018 - 09:05

"Rütli-Schule, Veränderungen liegen nur am neuen Schulpersonal"
Es wäre zu kurz gegriffen, die Verbesserungen an der Rütli-Schule lediglich der Veränderungen am Schulpersonal zu zuschreiben. Dazu gehörte mehr: Öffnung der Schule zum Umfeld, Bindung neuer Kooperationspartner an die Schule, Unterstützung durch Experten, konsequente Schulentwicklung etc.

helmut armbruster | Do, 8. März 2018 - 09:10

Ich kenne keinen anderen Beruf mit so viel Freizeit, freier Zeiteinteilung und Ferien.
Natürlich nerven die Schüler und der Umgang mit ihnen kann sehr stressig sein. Das ist so.
Stress gibt es aber in jedem Beruf, nicht nur im Lehrerberuf. Nur klagen andere nicht andauernd über Stress wie viele Lehrer es tun.
Die vielen Ferien verführen vielleicht dazu auch eine Parallelexistenz zu führen. Etwa in der Art, dass die Schule und die Schüler als notwendiges Übel für den Broterwerb gesehen werden während die Ferien- und Freizeitgestaltung als der eigentliche Lebenszweck wahrgenommen wird.
Woher ich das alles weiß?
Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich R... heiß.

... und wissen gar nichts über den Lehrberuf. Damit sie aber nicht ganz unwissend sterben, empfehle ich ihnen einmal den Artikel bei FOCUS "Neue Studie warnt vor Überlastung: So viel müssen Lehrer wirklich arbeiten" aus dem Januar 2018.
Desweiteren nehme ich an, dass sie selbst kein Lehrer sind. Wenn sie sich jetzt darüber echauffieren, dass Lehrer zu viel Freizeit haben, dann haben sie offenbar bei der Berufswahl etwas falsch gemacht, denn anscheinend ist der Lehrberuf ja ein absoluter Traumjob für jeden hart Arbeitenden in diesem Land. Warum machen sie ihn dann nicht? Berufswahl hat auch was mit Intelligenz zu tun. Ja, ich bin Lehrer und ich langweile mich gerade nicht (eigentlich nur recht selten). Es ist jetzt 22 Uhr vorbei und ich bin gerade mit meinen Korrekturen fertig. Morgen am Samstag geht's weiter damit. Sind sie gerade schon am Sofa eingeschlafen? Schön für sie.
Ich könnte meinen Beruf auch entspannter ausüben, aber ich habe den Anspruch meinen Schülern was beizubringen.

vielleicht ist Ihnen nicht bewusst wie sehr Sie mit Unterstellungen arbeiten. Sie behaupten Dinge über mich, die Sie unmöglich wissen können.
Außerdem vertragen Sie keine Kritik. Und Sie gehen Richtung Beleidigung indem Sie meine Intelligenz indirekt anzweifeln.
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich nicht Ihr Schüler bin.

Jan Werner | Do, 8. März 2018 - 09:41

Ich finde es erschreckend wie Mesut Göre den Sachverhalt zu beschönigen versucht und nicht mal bei seiner eigenen Analyse ins grübeln kommt. Ich bin selbst Lehrer an einer Gesamtschule, an der es Real- und Hauptschüler gibt. Das Einzugsgebiet liegt in einem sozial schwachen Teil der Stadt Leipzig. Viele Kinder sind arm, Kinder von Alleinerziehenden, Kinder von Harz 4 Empfängern. Nicht nur, aber auch in hoher Zahl. Gewalt spielt dennoch eine untergeordnete Rolle. Aber zu behaupten, die drastische Gewalt an Schulen mit hohem Migrationshintergrund habe mit eben diesem nichts zu tun, ist fraglich und widerspricht seiner eigenen Beschreibung. Ehrlichkeit tut weh und um es zuzuspitzen, wir haben auch Einwanderer aus Asien. Von denen habe ich noch nie was negatives gelesen. Eher im Gegenteil. Teilweise tragen diese Kinder sogar einen ersten deutschen Vornamen. Darüber sollte mal nachgedacht werden oder will jemand behaupten die bekommen mehr Integrationshilfe?

Bernd Eifländer | Do, 8. März 2018 - 09:41

Natürlich hat sie Gewalt an den Schulen seit der unkontrollierten Zuwanderung zu genommen. Ich kann mich nicht erinnern, dass Hans,Karl, Josef und Marie mit Messern und Eisenstangen auf einander zugegangen sind und am Boden liegende getreten haben. Mehr sage ich dazu nicht - kann man in diesem lupenreinen, demokratischen Land nicht mehr. Mein Betreff sagt alles !

Josh Nesseldreher | Do, 8. März 2018 - 10:08

Die Schlussfolgerung, mit besser motivierten oder ausgebildeten Lehrern würde alles besser, scheint mir reichlich oberflächlich zu sein. Fakt ist, Lehrer werden nicht für solche Situationen ausgebildet und sie erhalten auch keine hinreichende Unterstützung, um Konflikte beilegen zu können. Ganz im Gegenteil. Engagieren sich Lehrerbei Konflikten zwischen Schülern, geraten Sie nicht selten zwischen die Fronten der Eltern. Und Eltern sind meist das eigentliche Problem. Kinder tragen Aggressionen, die sie zu Hause erleben, mit in die Schule. Sie schicken ihre Kinder zunehmend nicht in die Schule, wenn Schule gerade nicht passt, sie erwarten häufig eine Einzelbetreuung für ihr Kind, obgleich Inklusion und Migration dafür keinen Raum lassen usw. Der Ansatz zur Problemlösung kann nur bei den Eltern liegen. Die Schule kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme lösen und sie kann auch keinen 1:1 Unterricht anbieten. Artikel mit einer solchen intellektuellen Qualität brauche ich nicht.

Clara Viveka | Do, 8. März 2018 - 10:12

Es sind eigentlich immer dieselben Simplifizierungen, die diese Debatte so unfruchtbar machen.
"Es .... natürlich völlig absurd, zu denken, dass jemand überdurchschnittlich gewalttätig ist, weil er keinen deutschen Pass hat."
Natürlich. Aber das ist eine Binse. Dann kommt die Moralkeule. Die armen Benachteiligten. Da muss man doch Verstandnis haben, wenn die ihren Frust raushauen.
Natürlich darf man sich bessere Lehrer wünschen. Aber das kostet dann eben auch. Die Lehrer waren ja früher nicht besser. Die Gesellschaft war mit weniger ethnischer, kultureller und religiöser Vielfalt und strengerer Hierarchie nur weniger komplex. Es ist die Quantität und die Geschwindigkeit der Plurifizierung, die die Probleme verschärft.
Ist es wirklich immer nur Naivität und Unkenntnis, wenn so genannte Experten regelmäßig mangenlnde gesellschaftliche Analyse durch Moralismus ersetzen? Es ist halt politisch korrekt, so zu argumentieren. Und billiger.

Markus Michaelis | Do, 8. März 2018 - 11:12

An der Rütli-Schule geht es mit anderen Lehrern besser und Ausbildungen an die Zeit anzupassen und zu verbessern ist immer richtig.

Mir fällt es aber trotzdem schwer zu glauben, dass es nur an den Lehrern liegen soll und dass tragfähige Lösungen alleine mit Maßnahmen bei den Lehrern zustande kommen.

Alexander Weber | Do, 8. März 2018 - 11:16

Ich arbeite selbst als Sonderpädagoge in einer Grundschule in Wedding und habe beim lesen dieses Artikels ein mulmiges Gefühl gehabt. Die primäre Aufgabe eines Lehrers, ist die Wissensvermittlung in einer pädagogisch attraktiven Form. Die Arbeit mit verhaltensauffälligen, gewaltaffinen Kindern verlangt eine intensive pädagogische Beziehungsarbeit, die in Klassenstärke unmöglich zu realisieren ist. Gerade hier zeigen sich die eklatanten Schwächen des inklusiven Schulsystems. Die Pädagogen vermeiden auch aus guten Grund, jeden Streit zu schlichten. Die Gewalt richtet sich oft dann gegen die Lehrkraft selbst. Das macht man ein Jahr lang, und dann ist man reif für eine Burn-out-Diagnose. Ich möchte auch ganz klar betonen, dass der Einsatz von Gewalt als Erziehungsmittel in afrikanischen und arabischen Familien weit verbreitet ist und auch prägend für das Verhalten der Jugendlichen ist. Aus Gründen der Kultursensibilität, melden viele Pädagogen Berichte über häusliche Gewalt nicht weiter.

nicht vorstellen, obwohl ich kulturelle Unterschiede durchaus für möglich halte.
Ich habe muslimische Verwandte, von denen ich Gewaltbereitschaft überhaupt nicht kenne, eher eine sehr große Zurückhaltung.
Allerdings kommen die eher aus einer `gehobenen Schicht´.
Nur mal überlegt, (Hoch)gebildete Menschen gehen eher weniger fort aus Gebieten, in denen sie "Herren" ihrer selbst sind.
Sie sind in der Lage, sich einer gesellschaftlichen Ordnung einzupassen.
Die Familie meines Verwandten ist nicht übergesiedelt, sondern hatte ihr Auskommen z.B. als Ärzte in ihrem Land.
Es ist im Zuge der Globalisierung keinesfalls ungewöhnlich gewesen, dass Leute in andere Länder gingen, gerne bewunderte, um sich dort weiterzubilden oder auch zu bleiben.
Ein Kopftuch habe ich nicht sehen können.
Andere in meiner großen Familie vorkommenden "Kulturkreise" zeigen ebenfalls keine Gewalt.
Ich komme dann doch zu der Frage, ob die Gewaltbereitschaft nicht durch die ehemalige Schicht geprägt ist?

Christa Wallau | Do, 8. März 2018 - 11:34

Vom Erziehungsauftrag der Eltern ist in diesem Beitrag nirgendwo die Rede. Ist dieser stillschweigend abgeschafft worden o. kapituliert der Staat ganz einfach vor der Tatsache, daß viele Eltern in diesem Punkt versagen?
Welche Vorbilder stellen heutige Eltern in den unterschiedlichen Milieus (ohne o. mit Migrationshintergrund) für ihre Kinder dar bzw. welche Lehren für den Umgang miteinander erteilen sie?
Gewaltbereitschaft und Brutalität entstehen nicht erst in den Schulen. Eltern müssen hier wieder in die P f l i c h t genommen werden!
Meines Erachtens muß man sich auch dringend (ergebnisoffen!) damit beschäftigen, welche Auswirkungen die frühkindlichen, außer-familiären Aufenthalte in Krippen usw. auf das Seelenleben kleiner Kinder haben. In den ersten Lebensjahren wird die Basis geschaffen (oder eben auch nicht!) für Bindungsfähigkeit, gesundes Selbstbewußtsein, Vertrauen, Einfühlungsvermögen, Mitgefühl ... kurz: für die psychische Grundaustattung eines Menschen.

Yvonne Walden | Do, 8. März 2018 - 11:35

Der Autor gesteht selbst, daß die Probleme an unseren Schulen geringer wären, wenn das Lehrpersonal pädagogisch besser geschult werden würde.
Das ist der Knackpunkt.
Die Schwierigkeit liegt bei den Hochschulen. Die dortigen Dozentinnen und Dozenten sind ganz überwiegend Theoretikerinnen und Theoretiker.
Vom schulischen Alltag wissen sie lediglich aus der eigenen Schulzeit.
Deshalb wäre es notwendig, nur solche Bewerberinnen und Bewerber als Hochschullehrende einzustellen, die über eine genügende (möglichst fünfjährige) Schulpraxis verfügen.
Das war an früheren Pädagogischen Hochschulen durchaus so, aber ob dies an Universitäten immer noch gilt, entzieht sich meiner Kenntnis.
Das gilt im übrigen nicht nur für das Schlichten von Konflikten, sondern auch für die Didaktik des Unterrichts.
Viele Lehrerinnen und Lehrer müssen noch immer einen "Praxisschock" erleiden, bevor sie sich freischwimmen und selbstbewußt unterrichten können. Muß das so sein?

Maja Schneider | Do, 8. März 2018 - 11:39

Lehrerbashing vom Feinsten! Was sollen die Lehrer und Lehrerinnen eigentlich noch alles leisten? Neben dem selbstverständlich jeden einzelnen Schüler und jede Schülerin mit ihren individuellen Fähigkeiten berücksichtigenden Unterricht sollen sie sich auch um Integration, um Inklusion, um richtiges Benehmen, das Binden der Schuhe etc. kümmern. Erziehung findet in erster Linie immer noch im Elternhaus statt, auch die Erziehung zum Umgang mit Gewalt. Greift eine Lehrkraft durch, wird ihr oft genug von seiten der Politik in den Rücken gefallen.Schule ist seit langem ein Experimentierfeld einer einseitigen, oft von links-grüner Ideologie, geprägten Schul -
und Bildungspolitik, dazu wurden Lehrerstellen gestrichen und Finanzmittel für Sachausstattung gekürzt. Diese Versäumnisse lassen sich - wie viele andere in diesem Bereich - nicht so schnell korrigieren.

Heinrich Niklaus | Do, 8. März 2018 - 12:23

Mesut Göre: „Vor allem aber liegt es daran, dass Lehrer nicht gut geschult sind…“

Hätte mich auch gewundert, wenn es an den Schülern gelegen hätte. Aber deren Aggressivität wird durch das Wegschauen der Lehrer regelrecht entzündet. Und komme mir bloß niemand damit, dass diese Aggressivität ihre Wurzeln im Elternhaus hat. Nein, die Lehrer sind es.

Heidemarie Heim | Do, 8. März 2018 - 16:30

Sorry! Aber diese Analyse(?) erscheint mir zu flach. Quasi mal eine ganze Gruppe Lehramtspädagogen gegen Sonderpädagogen auszuspielen, bzw. zum Sündenbock für sozial-erzieherische Inkompetenz im Elternhaus/Familie verantwortlich zu machen. Welche Möglichkeiten hat eine Lehrkraft denn wenn sie so ein paar defizitär erzogene Prachtstücke in einer Klasse hat? So sie denn überhaupt noch regelmäßig am Unterricht teilnehmen! Das die Lehrkräfte neben den zu vermittelnden Lehrinhalten nicht so nebenbei auch noch "Grunderziehung" leisten können ist doch schon seit Jahren sozusagen kalter Kaffee. Und das die Truppe immer bunter und sprachlich differenter wird, macht dies alles wahrscheinlich nicht leichter händelbar. Die bestehenden und sich ausweitenden Probleme relativieren sich nicht dadurch, das man das Ganze als Ressentiments oder Einzelfälle abtut. Aber vielleicht können ja demnächst die Schimmelpilzkulturen in der maroden Bausubstanz einzelner Schulruinen als Ursache herhalten;( MfG

Reinhard John | Do, 8. März 2018 - 16:46

Es ist oft aus politischen Reihen zu hören, dass Lehrer die verbeamtet sind, die besseren Lehrer sind, was letztendlich auch deren Alimentation durch den Steuerzahler rechtfertigen würde. Die Realität ist jedoch völlig anders, wie der Beitrag bestätigt. Wer brauchen endlich eine öffentliche Diskussion, ob Beamte ihr Geld noch Wert sind.

Bernd Wollmann | Do, 8. März 2018 - 17:32

Herr Mesut Göre sieht natürlich keinen Zusammenhang zwischen Gewalt an Schulen und einem hohen Migrantenanteil in den Klassen. Die Gastarbeiterkinder der 2. u. 3. Generation wären immer noch nicht integriert. Falsch, die Kinder unserer spanischen, italienischen, griechischen u. portugiesischen Nachbarn, die vor ca. 50 Jahren zu uns kamen, sind voll integriert weil sie es auch wollten (das ist ihnen auch hoch anzurechnen). Das trifft leider nur auf einen Teil der bei uns lebenden musl. Mitbürger zu.

Brigitte Simon | Do, 8. März 2018 - 17:56

Das ist von Herrn Göre zu kurz gedacht. Das ist kein
Phänomen, das ist hausgemacht. Von den deutschen
Behörden und ist kein Novum.
Bereits vor 10 Jahren, genau am 16.11.2010, nahm
sich die prominente Berliner Jugendrichterin, Kirsten
Heisig, das Leben. Aufgehängt fand man sie im Wald.
Die Todesumstände sollten geheim, unter Ver-
schluß, bleiben.
Frau Heisig arbeitete 20 Jahre als Jugenrichterin
in der Berliner Strafjustiz. Die totale Wahrnehmung
ihres Berufs aus Berufung, wurde von den deut-
schen Behörden zerstört.
Ich empfehle Allen, die sich mit den Problemen,
wie von Herrn Göre angedacht, das Buch zu lesen.
Frau Heisig schrieb vor 10 Jahren:
"Wenn wir nicht rasch und konsequent handeln,
wenn wir unsere Rechts- und Werteordnung
nicht entschlossen durchsetzen, werden wir den
Kampf gegen die Jugendgewalt verlieren"

Dr. Karl Landscheidt | Do, 8. März 2018 - 19:43

Seit mehr als dreißig Jahren gibt es diese, mit Verlaub, naiven Analysen. "Wären die Lehrer besser...". Vorgehensweisen zum Umgang mit Gewalt sind seit den 80ern auf dem Markt und kaum zu überblicken. Die Bandbreite reicht von operettenhaften Inszenierungen bis zu ernstzunehmenden Vorschlägen. Sport in allen möglichen Variationen, Klettern, Theaterspielen, Tanzen, Singen, Musizieren, Zeichnen, im Grunde gibt es kaum eine Freizeitbeschäftigung, der nicht gewaltmindernde Qualitäten zugesprochen werden. Dem stehen leider wenig ermutigende empirische Befunde gegenüber. Die Beeinflussung von antisozialem Verhalten ist leider ein mühseliges Geschäft, das mit wenig spektakulären Erfolgen verbunden ist. Verfahrensweisen, die es Lehrern ermöglichen würde, gravierenden Störungen des Sozialverhaltens wirksam zu begegnen, gibt es nicht. Antisoziales Verhalten ist extrem resistent gegenüber Beeinflussungsversuchen Erwachsener. Wer anderes behauptet, weiß nicht, wovon er redet.

Angela Bösener | Do, 8. März 2018 - 20:45

Wenn der Hauptgrund für die gegenwärtige Situation an vielen Schulen hinsichtlich von Gewalt, Lehrunwillen, Respektlosigkeit etc. lediglich auf eine mangelhafte Schulung der Lehrer und Zeitdefizite reduziert wird, trifft das nicht den Kern des Problems. Es gibt m. E nämlich nicht eine Hauptursache, sondern viele kleine Ursachen (Mosaiksteine), die in ihrem Zusammenspiel/in ihrer Wechselwirkung diese Erscheinungen hervorbringen. Im Zentrum des Ganzen sehe ich persönlich die Unfähigkeit der Elternhäuser. Eltern, die selbst bildungsfern aufwuchsen, selbst keine elterliche Erziehung in Gestalt von Fürsorge, Liebe, Vermittlung von Werten, Kulturtechniken, Tugenden und dgl. genossen, sind oftmals erziehungsunfähig.

Christiane Bohm | Do, 8. März 2018 - 21:48

Lehrer haben kaum Möglichkeiten, zu sanktionieren. Das ist ihnen verboten, nachsitzen Strafarbeiten machen oder, wie bei meinem Deutschlehrer-wir mussten auswendig lernen. Wer meckerte, bekam noch einen Absatz dazu. Die Politik fällt den Lehrern in den Rücken, statt sie zu unterstützen. Den armen Kindern wird nichts abverlangt. Meine Freundin ist Lehrerin. Sie hat es so satt. Sie sagt, am schlimmsten sind die tschetschenischen Kinder und deren Eltern. Chinesen sind eine Erholung. Deutsche gibt es nur im Promillebereich. Und kein Lehrer wird bis zur Rente im Beruf bleiben.

Detlev Dinter | Do, 8. März 2018 - 21:58

Kurz erwähnt: Meine Mutter, alleinerziehend, ist mit fünf Geschwistern in Armut groß geworden. Keiner ist gewalttätig geworden! So viel zur These ....
Sozialarbeiter haben es an Schulen tatsächlich mit Einzelfällen zu tun; Lehrer hingegen haben den Klassenverband zu unterrichten und zu erziehen, das ist ein gravierender Unterschied, also eine Doppelaufgabe.

Unsinnig ist es, aus Erfahrungen mit einzelnen Schülern, Verhaltensmaßnahmen für die Lehrerschaft abzuleiten oder ihnen gar Lustlosigkeit oder Unfähigkeit zu unterstellen!

Herr Mesut sollte doch mal zum "Wirkungsgrad" von Sozialarbeitern Stellung nehmen ....

Stefan Urban | Fr, 9. März 2018 - 07:18

Die würde des Menschen ist unantastbar - das gilt auch für Schüler.
In der Schule ist es die Aufgabe der Lehrer dafür zu sorgen, dass die körperlich schwächeren Schüler ohne Furcht vor den stärkeren Schülern ihre Persönlichkeit entfalten und lernen können.

Stefan Zotnik | Fr, 9. März 2018 - 07:49

Und das liegt auch an Ihnen, Herr Bellinghausen.

Der Herr Göre tätigt Aussagen, die viel Angriffsfläche bieten und es kommen quasi keine Nachfragen, obwohl dringend angebracht.

Zum Beispiel bei dem Punkt der pädagogischen Ausbildung von Lehrern.
Was konkret meint denn der Herr Göre damit?
Der Leser erfährt es nicht, weil sie nicht nachfragen.

Weiterhin: Die Lehramtsstudenten werden ohnehin schon allerorten aufgrund der niedrigen fachlichen Anforderungen, die sie an den Unis erfüllen müssen, ausgelacht.
Wie wie fachlich inkompetent hätte es Herr Göre denn noch?

Der Punkt ist, dass Lehrer, die wirklich unterrichten, in Schulen mit hohem Migrantenanteil heut kaum noch gebraucht werden.Sicherheitskräfte, Streitschlichter, Polizei und Sonderpädagogen werden heut vornehmlich benötigt.
Absolventen, die kritisch denken, rechnen und schreiben können oder gar studierfähig sind, bekommt man so aber freilich nicht.

Die Ausbildung der Lehrer ist NICHT das Problem.

Wolfgang Tröbner | Fr, 9. März 2018 - 09:50

Beim Lesen dieses Artikels kamen mir spontan einige Fragen.
1) Nach Ansicht von Herrn Göre machen die Lehrer offensichtlich ihren Job nicht gut. Wieso sucht Herr Göre die Schuld für den Zustand der Schulen ausschließlich bei den Lehrern und nicht auch bei den Eltern? Wer ist denn eigentlich verantwortlich, wenn viele Schüler keine Lust haben zu lernen und kein gutes Sozialverhalten (Benehmen) zeigen? Tatsächlich nur die Lehrer und nicht auch das Elternhaus?
2) Herr Göre kritisiert die Lehrer, aber was ist eigentlich mit den Sozialarbeitern? Machen die an den Schulen einen guten Job? Tragen die Sozialarbeiter nicht auch Verantwortung dafür, ob und wie sich Schüler benehmen?
3) Ist Herrn Göre schon mal in den Sinn gekommen, dass das Problem ganz woanders liegen könnte, zumindest teilweise? Wie sieht es denn mit dem Leistungsgedanken aus, den die Schulen vermitteln sollten? Oder sind unsere Schulen nur noch Verwahranstalten?

Wolfgang Brocke | Sa, 10. März 2018 - 11:37

Das wäre dann doch zu einfach und grundfalsch!
Diese idiotische Einwanderungspolitik mit Kindern, die von haus aus keinen Resprekt gegenüber den Lehrkräften beigebracht bekommen und die gesamte
68-Politik mit der anti-autoritären Erziehung ist ein Grundsatzproblem, welches die Politik verursacht hat und bis heute auch an den Universitäten, die ja die Lehrer ausbilden, nicht begriffen hat, bzw. direkt ignoriert! Wenn die Politik nichts dagegen unternimmt, sind wir auf dem besten Weg in eine Anarchie des sogenannten Kultur-Kommunismus!
Wer bitte wollte dann noch Lehrer sein?

Wolfgang Brocke | Sa, 10. März 2018 - 11:50

Diese Zustände in unseren Schulen sind seit vielen Jahren bekannt und sind seit Merkels "Wir schaffen das" nur noch aggressiver geworden. UND DIE POLITIK SCHLÄFT! Eine gute Bildung ist die absolute Grundlage für den Wohlstand eines Volkes! Als Lektüre kann ich empfehlen : "Wunschdenken" von Sarrazin!
Das gesamte Palaver über die Bildung während der langen Vorbereitungszeit zur GROKO ist doch leeres Stroh! Und : Ohne Bildung brauchen wir über Digitalisierung gar nicht erst zu reden!
Man kommt zu dem Schluß, daß diese Politik die Bildung planmäßig herunterfährt!
Ich bin froh, daß ich zu DDR-Zeiten gelernt und studiert habe! Da brauchte es keine Sozial-Arbeiter!

Angela Seegers | So, 11. März 2018 - 10:08

.... und verklage die Schule, weil sie das Kind nicht richtig erzieht. In Zeiten grenzenlosen Egoismus und Anspruchshaltung funktioniert das "perfekte Hochglanzleben" eben nicht mehr, weil Erziehung mit Konfrontation und Grenzen zu tun hat. Und klaren Regeln. Und Respekt. Von allen Seiten. Da sich diese Werte zunehmend durch die Hintertür verabschieden, muss sich eigentlich keiner wundern. Kinder sind nur unser Spiegel. Sie brauchen Vorbilder. Schwer in Zeiten von Coolness und nicht zuhören. Aber wenn ein Kind da ist, hat man eine Verpflichtung ihm gegenüber.

Christian Glöckl | Mo, 12. März 2018 - 09:40

..total realitätsfremd ...linksgrünwirr der Mann....... Anstand und Benehmen hat nichts mit Armut zu tun sondern mit Erziehung.....und das sollte Basic sein vor der Einschulung.........