Gendersternchen und generisches Femininum - Der Narzissmus der gendergerechten Sprache

Ein Gesetzentwurf aus dem Hause von Justizministerin Christine Lambrecht tritt wieder einmal eine Genderdebatte los. Denn in dem Text wird konsequent das generische Femininum verwendet. Mathias Brodkorb über das nie endende Rumbasteln an Zeichenketten.

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Will mal die Männer „mitmeinen“: Justizministerin Christine Lambrecht

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Mathias Brodkorb war Finanzminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gehört der SPD an.

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Porträt Mathias Brodkorb

Ausgerechnet den spröden Gesetzentwurf zum Sanierungs- und Insolvenzrecht hat sich Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD) ausgesucht, um einen staatlich verordneten Beitrag zur „geschlechtergerechten Sprache“ zu leisten. Erstmals soll nicht das generische Maskulinum, sondern sein weibliches Geschwisterkind zur Anwendung kommen, um alle Bürger zu bezeichnen. Für Bundesinnenminister Seehofer (CSU) kommt dies allerdings nicht in Frage. Immerhin sei das generische Femininum „zur Verwendung für weibliche und männliche Personen bislang sprachwissenschaftlich nicht anerkannt“.

Das wiederum stimmt so pauschal nicht. Immerhin seit rund 40 Jahren wird in Deutschland nun schon über eine gendergerechte Sprache diskutiert - auch und gerade in der Sprachwissenschaft. Eingebrockt hat uns das alles die „feministische Linguistik“. Ihre Vertreterinnen und Vertreter stören sich, an vorderster Front Luise F. Pusch, am so genannten generischen Maskulinum. Damit wird in der Grammatik der Umstand beschrieben, dass häufig „männliche“ Substantive verwendet werden, um Frauen mitzubezeichnen. Darin sieht die feministische Linguistik ein sprachliches Unsichtbarmachen von Frauen und damit die symbolische Überformung der männlichen Vorherrschaft in der real existierenden patriarchalischen Welt. Die Grammatik als Helfershelferin der Unterdrückung der Frauen durch die Männer - so simpel ist der Grundgedanke, der über viele Umwege zum Gendersternchen führte.

Die Suche nach dem Genderstern

Die einzelnen Stufen dahin waren wirklich steil - und man muss es manchmal rekapitulieren, um sich des Unsinns andauernder bloß symbolischer Umwälzungen überhaupt noch zu erinnern. Erst wurden Klammern und Schrägstriche eingeführt oder aber gefordert, künftig gefälligst Männer und Frauen beim Sprechen gleichberechtigt zu benennen. Aber das warf sofort das nächste Problem auf. Wen als Erstes und wen als Zweites nennen? Auch in dieser Unterscheidung können offenbar Herabsetzungen und Herrschaftsstrukturen schlummern. Also wurde das Binnen-I erfunden. Künftig sollte von „ChefInnen“ und „KanzlerInnen“ gesprochen und geschrieben werden, um Mann und Frau gleichberechtigt zu denken.

Dumm nur, dass sich kurze Zeit später all’ jene diskriminiert fühlten, die sich durch die bipolare Geschlechterwelt nicht repräsentiert sahen. Aber Abhilfe war schnell gefunden. An die Stelle des großen Binnen-I trat der gender-gap-Strich - als eine Leerstelle für alle, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen. Fortan hieß es in einschlägigen Kreisen „Chef_in“ oder „Kanzler_in“. Damit hätten sich eigentlich alle mitgemeint fühlen können, obwohl zumindest in diesen beiden Fällen eigentlich noch immer sprachlich „Männer“ an erster Stelle stehen.

Aber natürlich lässt sich die Welt noch ein klitzekleines bisschen besser machen. Besonders engagierte Aktivisten wollten den gender-gap zumindest noch um das große Binnen-I als besondere Ergebenheit an die Weiblichkeit ergänzen („Chef_In“ und „Kanzler_In“). Anderen wiederum gefiel es ganz und gar nicht, sich als Restgruppe in eine „Leerstelle“ einsortieren zu müssen. Das Gendersternchen war geboren! Offenbar verfügt ein Sternchen von Natur aus über größere okkulte Eigenschaften als ein schnöder Unterstrich, obwohl sie am Ende ja beide dasselbe bedeuten sollen. Überflüssig zu betonen, dass sich auch dieses noch mit dem großen Binnen-I kombinieren lässt.

Freundinne, Freundisse, Freundille

Und selbstverständlich gibt es auch Debattenvertreter, die dies alles immer noch für völlig unzureichend halten, darunter die schon erwähnte Luise F. Pusch: „Das Binnen-I, das sich nicht nur in feministischen Kreisen durchgesetzt hat, kommt der von mir bevorzugten Lösung, dem generischen Femininum, optisch noch am nächsten. Um diese wichtige Assoziation nicht zu zerstören und trotzdem Kompromissbereitschaft zu zeigen, habe ich eine Fusion des Binnen-Is mit dem Genderstern vorgeschlagen: Am hübschesten wäre ein kleines i mit Sternchen statt i-Tüpfelchen. Das geben aber unsere Tastaturen noch nicht her, deshalb benutzen wir stattdessen vorerst ein Ausrufezeichen: Hörer!nnen.“ Ich fände ein kleines „i“ mit Sternchen auch am hübschesten. Echt.

Aber das ist nur ein Kompromiss. Eigentlich will Frau Pusch etwas anderes, nämlich eine total gerechte Sprache - selbstverständlich unter Einbeziehung des diversen Geschlechts. Dazu will sie die grammatikalische Geschlechtlichkeit der Sprache völlig umbauen und letztlich das generische Femininum etablieren. Aber lesen und genießen Sie selbst: „Wir hätten dann etwa Freundin (Frau), Freundis (Mann) und Freundil (divers), Plural Freundinne, Freundisse, Freundille. Wenn das Geschlecht (welches auch immer) keine Rolle spielen soll, entfällt die Endung. Beispiel: Fragen Sie Ihre Freund, Arzt oder Apotheker. Wieso Ihre und nicht Ihren? Weil es (…) nur noch ein Genus gibt: Das Femininum.“ Nein, ich habe da nichts falsch abgetippt. Das steht da wirklich so. Bleibt nur ein Problem: Wenn das generische Maskulinum ungerecht ist, weil es zu Unterdrückung führt, nämlich der Frauen, wäre dann nicht auch das generische Femininum böse, weil es zur Unterdrückung der Männer und vor allem der Diversen führte?

Seit der höchstrichterlichen Anerkennung eines dritten Geschlechts, das sich allerdings auch noch in dutzende Spezialidentitäten zerlegen lässt, stehen Femistinnen und Feministen sowie Gendersprachbewegte daher vor einem unlösbaren Dilemma. Mit der postmodernen Vervielfältigung der Geschlechter werden Frauen unweigerlich von einer ehemals besonders zu fördernden Gruppe zu bloß einer unter vielen. Jeder Versuch, ihnen weiterhin einen förderungspolitischen Sonderstatus verschaffen zu wollen, macht sie zu den neuen Männern, die alle anderen genau dadurch benachteiligen. Auch der Gesetzentwurf zum Sanierungs- und Insolvenzrecht atmet diesen in manchen Kreisen als archaisch geltenden Geist. Das Imperium schlägt zurück.

„Banane“ schmeckt nicht nach Banane

Allerdings basiert schon die Grundannahme der gesamten Debatte auf einem fundamentalen Irrtum. Auch wenn es jetzt weh tut: Das Wort „die Banane“ schmeckt nicht nach Banane, „der Mond“ hat keinen Penis und „die Sonne“ keine Brüste. Diese Form der Männlichkeit und Weiblichkeit hat mit dem biologischen (oder sozialen) Unterschied zwischen Mann und Frau schlicht gar nichts zu tun. Den Unterschied zwischen der Welt der Grammatik sowie der Welt der Vulva und des Penis nicht zu akzeptieren, heißt schlicht, Grammatik und Biologie (oder Soziologie) letztlich für identisch zu erklären.

Wir wollen das Grundproblem der feministischen Linguistik einmal an einem Beispiel durchdeklinieren. Folgen können Sie mir aber nur, wenn Sie akzeptieren, dass die Grammatik und die Biologie (oder Soziologie) einfach völlig verschiedene Sachgebiete sind. Mit „der Mensch“ bezeichnen wir alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht. Es geht dabei gerade nicht darum, Frauen zum Verschwinden zu bringen. Zum Verschwinden gebracht wird vielmehr die Geschlechtlichkeit als solche, also zum Beispiel der Unterschied zwischen Mann und Frau. Wenn also die Bezeichnung „der Mensch“ Frauen unterdrückt, weil ihre spezifische biologische (oder auch soziale) Geschlechtlichkeit zum Verschwinden gebracht wird, trifft dasselbe auch auf den Mann zu. Er wäre in diesem Akt sogar besonders bemitleidenswert, weil das grammatikalische männliche Geschlecht durch ihn dazu benutzt werden müsste, seine biologische (oder auch soziale) Männlichkeit zum Verschwinden zu bringen. Ein masochistischer Akt also.

„Frau“ -  ein diskriminierendes Wort

Bereits „Frau“ ist, folgt man der Logik der feministischen Linguistik, eigentlich ein diskriminierendes Wort. Denn es bringt diese konkrete Frau Müller ebenso zum Verschwinden wie diese konkrete Frau Meyer. Im Grunde handelt es sich aber nur um eine gedankliche Abstraktion. Es gab Zeiten, in denen gerade dieses Denkvermögen, das Vermögen also, sich vom konkreten Einzelfall zu lösen und zum abstrakten Allgemeinen aufzusteigen, als bedeutendste Fähigkeit des Menschen angesehen wurde. Es gehen Gerüchte um, dass auf dieser Fähigkeit sogar Wissenschaft und Rechtsstaat basieren sollen.

Mit „der Mensch“ wird in der Ordnungsstufe lediglich noch einen Schritt höher geklettert. Nun wird nicht nur von dem abgesehen, was Frau Müller von Frau Meyer, sondern außerdem von dem, was Herrn Müller von Herrn Meyer sowie alle voneinander unterscheidet. Es wird ausschließlich auf jene Merkmale Bezug genommen, die uns alle als Menschen auszeichnen. Das generische Maskulinum tut also am Ende nichts anderes als Begriffe zu bezeichnen. Es dient dazu, all’ die zahlreichen Einzelfälle, die wesentliche Gemeinsamkeiten aufweisen, in dieser Gemeinsamkeit festzuhalten - und von allem anderen abzusehen. Das generische Maskulinum ist nichts anderes als ein Sammelcontainer von Eigenschaften, ein begriffliches Werkzeug. Das Vermögen, die Vielfalt der Welt begrifflich auf das wesentlich Gemeinsame zu reduzieren, ist kein Mangel von Sprache, gegen den man aus Gerechtigkeitsgründen ankämpfen müsste, sondern ihr eigentlicher Sinn.

Gender-Donquichotterie als narzisstisches Syndrom

Und? Merken Sie etwas? Genau dasselbe tun großes Binnen-I, gender-gap-Strich und Gendersternchen auch. Seit nunmehr 40 Jahren wird wie wild daran gebastelt, den Frauen (und nunmehr Diversen) in unserer Sprache einen angemessenen Ort zu geben und es kommt nach all’ den Büchern, Zeitschriftenaufsätzen, Diskussionen und politischen Initiativen funktional genau das dabei heraus, was wir vorher schon hatten. Das Gendersternchen ist - sprachlogisch betrachtet - nichts anderes als das generische Maskulinum durch die Hintertür. Es ist ein sprachlicher Sammelcontainer von Eigenschaften und die gesamte Debatte seit Jahrzehnten eine mit Inbrunst betriebene Donquichotterie.

Der Mensch hat die Sprache einst nicht ersonnen, um Gerechtigkeit zu schaffen, sondern um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Welt festzuhalten. Ohne Sprache und Symbolsysteme und ohne Fähigkeit zu denken, wäre er der Mannigfaltigkeit der empirischen Welt hilflos ausgeliefert. Er irrte zwischen ihn schier überwältigenden Eindrücken orientierungslos hin und her. Sprache und Denken sind jene Macheten, mit denen sich der Mensch einen Weg durch den Dschungel der Welt bahnt.

Im Zeitalter der Identitätspolitik bleibt von dieser Wahrheits- und Welterschließungsfunktion der Sprache nichts mehr übrig. Da alles nur noch aus subjektiven Konstruktionen bestehen soll, wandeln sich Sprache und Denken von Erkenntniswerkzeugen zu Instrumenten der Selbstbeweihräucherung und Anerkennungserzwingung. Da alles bloß konstruiert und beliebig ist, hat jeder mit allem gleich Recht und darf von allen verlangen, leistungslos so bezeichnet und damit anerkannt zu werden, wie er oder sie es wünscht. Die gendergerechte Sprache gehört zum narzisstischen Syndrom. Anders jedenfalls ist nicht erklärlich, in welcher Selbstüberbietung die Hüter der gendergerechten Sprache untereinander darin wetteifern, ob großes Binnen-I, gender-gap, Gendersterchen oder Gendersternchen-i der wahre Sammelcontainer sei. Das narzisstische Syndrom frisst seine Kinder.

Vom Neusprech zum Richtigdenk

Die Idee, durch Reglementierung der Sprache das Richtig-Denken regelrecht zu erzwingen, erinnert unweigerlich an George Orwells „1984“. Darin wurde u. a. beschrieben, wie ein totalitäres Regime mit dem „Neusprech“ eine Sprache erschaffen wollte, in der ein „ketzerischer Gedanke (…) buchstäblich undenkbar sein sollte, insoweit jedenfalls, als Denken an Worte gebunden ist. (…) Dies erreichte man zum Teil durch die Erfindung neuer, hauptsächlich aber durch die Eliminierung unerwünschter Wörter und indem man die verbleibenden Wörter aller unorthodoxen und soweit wie möglich überhaupt aller Nebenbedeutungen entkleidete.“ Allerdings wollte es nicht so recht gelingen. Die Unterdrückten kamen trotzdem immer wieder auf eigene dumme Gedanken.
 
Gewiss, weder leben wir in einer totalitären Gesellschaft noch hegen die Vertreter einer gendergerechten Sprache totalitäre Absichten. Aber beide Vorhaben basieren unweigerlich auf derselben, falschen Voraussetzung, nämlich einer Identifizierung von Denken und Sprache. Demnach soll unser Denken durch die Sprache determiniert werden, als würden wir in einem Gefängnis sitzen, aus dem wir nicht ausbrechen können: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ (Ludwig Wittgenstein) Eine „männlich“ dominierte Sprache würde demnach wie von Geisterhand und hinter dem Rücken der Akteure eine männlich dominierte Gesellschaft erzwingen und eine Umpolung der Sprache folglich das Gegenteil bewirken. Wenn das allerdings wahr wäre, hätte die feministische Linguistik nie entstehen können.
 
Wittgensteins Satz ist ein hübscher Aphorismus, aber er ist falsch. Wenn es so wäre, dass die Sprache das Denken erzeugte und regelrecht determinierte, hätte die Sprache selbst nie entstehen können. Das Umgekehrte ist vielmehr wahr: Das Denken, also das Festhalten von Unterschieden in der Welt, geht der Sprache sowohl zeitlich als auch systematisch voraus. Man muss erst Unterschiede in der Welt erkennen, um sie anschließend mit sprachlichen Zeichen markieren zu können. Menschen sind und bleiben „begriffliche Souveräne“ (Willard van Orman Quine). Machen Sie doch einfach, wenn Sie Frauen für weniger wertvolle Geschöpfe halten als Männer, selbst die Probe aufs Exempel und verwenden Sie künftig nur noch das generische Femininum oder das Gendersternchen. An Ihren Überlegenheitsgefühlen wird sich dadurch gar nichts ändern. Gedankliche Determination durch Sprache ist nämlich etwas anderes als Gedankenlosigkeit. Und gegen die lohnt es sich in der Tat vorzugehen, allerdings gelingt das nicht durch das Rumbasteln an Zeichenketten.
 

Holger Jürges | Di, 13. Oktober 2020 - 13:03

Ja, ja die Linken, mit staatlicher Willkür kennen sie sich aus, die ist denen einst ins Blut gewoben worden: Ist das Bürgerliche, sind also die eigentlichen Interessen der normalen Bürger, schwach, tanzt das verquere Abgehobene auf dem Dache. - Kennzeichnend für eine Zeit der sprachpolitischen Wirrnis ist ein ins Dekadente abdriftende "Problembewusstsein" sprich Genderei u.ä., das gar nicht als Probelm existent ist, sonder nur eine überflüssige Abgehobenheit kennzeichnet. - Wenn nach der Genderspache schlicht alles diskriminiert wird, was bisher als "normal" galt, werden solche dominanten Gedankenknoten geboren, denen eine burleske Blöddenke innewohnt: diese Bewegung torpediert sich selbst, weil niemand - außer diese Wichtigtuer höchstselbst - diesen Unsinn ernst nehmen.

Bei Christine Lambrecht ist es mehr als Wichtigtuerei – sie schafft es wirklich, von ihrem Parteigenossen Scholz abzulenken, mit dessen unschönen (höflich ausgedrückt) Aktivitäten sie sich eher beschäftigen sollte. Fällt nämlich auch ihr Ressort (Cum-Ex- und Wirecard-Skandal). Außerdem gibt es Wichtigeres von ihr zu berichten, nämlich die unschönen Bundesfinanzhof-Personalgeschichten. Jetzt beschäftigt sich die Presse nur noch mit ihrem völlig danebenliegenden Gesetzentwurf ...

gabriele bondzio | Di, 13. Oktober 2020 - 13:06

Generische Femininum oder das Gendersternchen, kommen bei mir nicht in Betracht.
Ich werde nicht mithelfen, die deutsche Sprache zu verhuzen.

Wenn es Menschen gibt, deren Lächerlichkeit nie sichtbar geworden ist, dann hat man zu wenig danach gesucht. (François de La Rochefoucauld)

Brigitte Simon | Di, 13. Oktober 2020 - 16:34

In reply to by gabriele bondzio

liebe Frau Bondzio, Ihre Worte brauche ich nicht abzuschreiben - ich ver-
zichte auf Plagiate - vollkommen richtig.Ich schreibe wie ich schon immer
schrieb, Flüchtigkeitsfehler ausgenommen. Lehrerinnen bevorzugen schrei-
ben nach Gehör, es wird immer schlimmer und unsere Kinder werden immer
dümmer.

Sollte ich gezwungen werden genderisch zu denken nur unter der Prämisse,
meiner männlichen Begleitung die Türe zu öffnen und auch nach ihm zu schlie-
ßen, im Restaurant für ihn und mich zu zahlen, die Sektflasche zu öffnen, ihm
den Stuhl zurechtzurücken, den Regenschirm über mich korrekt zu halten. Was
für ein lausiges Leben der Genderin und Genderinnen. Der nicht gegenderte
Mann lebt endlich wie der Hahn im Hühnerhaufen.

Dr. Oliver Strebel | Di, 13. Oktober 2020 - 13:11

Laßt die Leute doch stottern, wenn sich Politiker_innen so nennen wollen. Daß dadurch niemand geschädigt wird, ist klar.

Mein Queer ist, daß ich das ß wie früher verwende und auch gerne wie früher ein h dem t nachstelle. Und wehe jemand mokiert sich darüber. Der wird dann schnell in die intolerante Naziecke gestellt.

Stefan Welzel | Di, 13. Oktober 2020 - 16:50

In reply to by Dr. Oliver Strebel

Ich fühle mich durch th und ß entwürdigt.

Übrigens: 31 (!) deutschsprachige Universitäten haben eigenen Professuren für Gender, fünf davon mehr als drei Professuren dazu auf einmal (Stand 2019). Das kostet nicht nur unglaublich viel Geld und Nerven, es zwingt die Professorinnen, endlich irgend welche Ergebnisse (über Faltblätter hinaus) zu produzieren, und seien sie noch so irrwitzig. Dabei kommt halt so was raus ... Wer´s ernst nimmt, ist selbst schuld.

Christa Wallau | Di, 13. Oktober 2020 - 13:24

ist die Ursache alle dieser Verrücktheiten.
Das hat der Autor richtig beschrieben.

Oder - wie Herr Jürges das ganze Gender-Getue zutreffend nennt: "Dekadente Wichtigtuerei!".

Ich kann in diesem Zusammenhang immer wieder nur auf das verweisen, was man sich aus dem alten Byzanz erzählt:

Als die Osmanen schon vor den Toren der Stadt standen (1453), stritten dort die "Gelehrten"
noch immer über so wichtige Fragen wie "Wieviele
Engel passen auf eine Nadelspitze?" anstatt sich mit aller Kraft um die Verteidigung ihrer Kultur und Freiheit zu kümmern.
Kurz drauf wurde die Stadt erobert und das hochgebildete und -verfeinerte Oströmische
Kaiserreich ging für alle Zeiten sang- und klanglos unter!
Seitdem herrscht der Islam dort.

Ähnlichkeiten mit der heutigen Lage in Europa sind n i c h t rein zufälig...

Dietrich Bomm | Di, 13. Oktober 2020 - 13:31

Denn die ganze geistige Kraft wurde für Sternchen und Co verbraucht. Da reicht es nicht mehr für einen vernünftigen Inhalt.
Im Übrigen ist der feministische Gesetzentwurf aus dem Gender - Justiz- Ministerium juristisch nicht haltbar. Denn er erfasst nur die weibliche Bevölkerungsgruppe.

dieter schimanek | Di, 13. Oktober 2020 - 13:38

Ich schreibe deutsch und dabei bleibt es. Von mir aus können in Ministerien und Unis weitere Stilblüten die Runde machen. Von rechts nach links, von oben nach unten oder diagonal. Es läßt auf jeden Fall Rückschlüsse auf deren Geisteshaltung zu. "Hilfe wir verblöden"!

gerhard hellriegel | Di, 13. Oktober 2020 - 13:39

Zu dumm, dass die alten homines sapientes (oh je, die alte homina(?) ist natürlich mitgemeint) sich nicht zusammengesetzt und beschlossen haben (wie?), eine logische, gendergerechte und liberaldemokratische sprache zu entwickeln. Und wir haben jetzt den salat. Und müssen damit leben. Und das ist unsere heimat.

Stefan Bauer | Di, 13. Oktober 2020 - 13:40

Im Englischen kommt kein Mensch auf den Gedanken, dass ein "teacher" per se männlich oder weiblich wäre.
Im Deutschen ist es der einigermaßen willkürlich vergebene Partikel.
Würde man - analog zum englischen "the" ein deutsches "de" (bspw.) einführen, wäre das Problem damit erledigt.
Aber das reicht den Genderrist_Innen natürlich nicht, ist klar ... da wäre ja die schöne Aufregung und Umbenennung in "...Innen" flöten.

Was zeigt, wie sinnleer und falsch sowie rein ideologisch geprägt (im Sinne eines Aktivisten-Unfugs) die ganze Debatte eigentlich ist ...

Seit Jahren verfolge ich derartige Diskussionen und diese Lösung drehe ich auch immer wieder in meinen Kopf hin und her. Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen und das "maskuline" "r" am Ende der Berufsbezeichnung wegkürzen: "de Bäcke" reicht für mich, um zu wissen was gemeint ist und das Wort bekommt, quasi als Reperaturzahlung in einer grammatikalisch geschlechtsneutralen Zeit, durch das abschließende "e", einen dezent femininen Touch. Letztlich geht es doch nur um die Berufe und Gruppenbezeichnungen. Und trotzdem für ich es - wenn schon, den schon - umfassend durchsetzen. Und dann wird alles besser! Im Englischen, ohne den grammatischen Genus, gibt es ja zum Glück schon vollständige Gleichberechtigung!

Markus Michaelis | Di, 13. Oktober 2020 - 13:46

Mein Gefühl ist, dass sich Sprache und Denken gegenseitig "hochpuschen". Es gibt aber sicher auch den Aspekt, dass Sprache das Denken bestimmt. Dinge für die ich keinen Ausdruck habe, können politisch (also überdas Individuum hinweg) nur schwer Wirkung entfalten. Andererseits neigen die meisten Menschen dazu Begriffen eine definierte Realität zuzuordnen: das etwa "Demokratie" etwas klar umrissenes und nur positives bedeutet - weswegen jeder versucht sich solche Labels anzuheften oder sie von sich zu weisen.

Eigentlich geht es natürlich auch um die gelebte Realität hinter der Sprache: Frauen wollen ihren Anteil an Top-Jobs, Top.Bezahlungen, gesellschaftlichen Schlüsselfunktionen, Aufmerksamkeit in Sport, Kunst und Kultur etc. Das Hauptproblem hier scheint mir, dass (a) nicht mehr alle Unterschiede durch Diskriminierung zu erklären sind, und (b) es viele andere Gruppen gibt, die gleiche Repräsentation wollen (Ethnien, Zuwanderer, Religionen, Berufsstände etc.).

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 13. Oktober 2020 - 14:03

Manches ausprobieren, in der Art, dass auch Drohnen unter die Bienen fallen, dass es männliche Krankenschwestern gibt und auch da, wo man bisher das generische Masculinum nutzte.
Nicht im Sinne von Strafe bei Missachtung, sondern freigestellt, aber einstweilen gekennzeichnet.
Man wird dann sehen, was sich einbürgert.
Mein Schmerz in dieser Debatte wäre, dass wir ernstem und schwierigem Wirken für eine ausgeglichenere und reflektierte Sprache von durchaus Frauen und auch Männer nicht genügend Respekt entgegenbrächten.

Bettina Jung | Di, 13. Oktober 2020 - 14:10

es läuft wahrscheinlich auf Schriftzeichen und Symbole hinaus. Das ist gerecht - auch gegenüber denen, die weder lesen noch schreiben können; und Bücher - also die der alten weißen Männer (und Frauen)- gehören ja ohnehin auf den Müllhaufen der Geschichte, wegen Rassismus und Unterdrückung und so. Wenig zu wissen, ist ohnehin besser fürs Ego. Es kommt ohnehin nur auf die richtige Haltung an.

Heidemarie Heim | Di, 13. Oktober 2020 - 14:28

Ihnen und Ihren Erklärungen konnte ich gerade noch so folgen;) werter Herr Brodkorb! Aber bei den Ausführungen unserer Neusprech-Don Quijots schaltet mein Verstand sozusagen auf Durchzug. Denn ob ich nun denke bevor ich spreche oder sich durch eine mir von außen aufgezwungene Sprach-korrektur mein Denken so in zeitgemäße Bahnen gelenkt werden soll, so verhindert dies schlicht und ergreifend ein inzwischen erworbener Altersstarrsinn;)Sorry, but I`m to old for that sh..! In bestimmten Situationen hat das Alt sein, nicht alt aussehen!, halt doch so seine Vorteile;)Um alle neusprachlichen Fettnäpfe, z.B. die der korrekten Anrede zu vermeiden, werde ich mich demnächst der Dschungelsprache bedienen bei der Vorstellung wie etwa:" Ich Tarzan, Du Jane." "Ich Chef, Du nix" "Ich weiße alte Frau, Du bunter Mensch" usw. Und schon bin ich wieder auf dem neuesten Stand! Oder doch nicht? Wieder ein sehr guter Beitrag von Herrn Brodkorb zu einem offenbar wichtigen! bis heute unbewältigten Problem;)!

Frau Heim, die dürfte Ihnen umgehend den Vorwurf eintragen, dass Sie sich einer diskriminierenden Ausdrucksweise befleissigen, die das Gegenüber als intellektuell und/oder kommunikativ minderbegabt herabwürdigt. Und das geht gar nicht, da jedermann/jederfrau/jederes Anspruch auf eine respektvolle und achtsame Ansprache hat. Gerade mit der Achtsamkeit muss man/frau/es es heute genau nehmen, da der optische Eindruck nicht mehr zwingend etwas darüber aussagt, wen man/frau/es mutmasslich vor sich hat. Also vielleicht doch besser: "Ich bin Mensch!in Heim, und Sie sind Mensch!in?" Ja, ich weiss, ich fand es früher auch einfacher und lockerer, doch die Zeiten ändern sich, das wurde mir schlagartig klar, als ich kürzlich ein Schreiben eines Vereins in Händen hielt, das sich an die geschätzten Mitgliederinnen und Mitglieder richtete. Und sonst einfach beginnende Altersdemenz vorschützen, das klappt in aller Regel auch, wie ich als auch nicht mehr ganz taufrische Mensch!in zuverlässig weiss ;-)

Liebe Mensch!in Gafner! Allerbesten Dank für Ihr Bemühen, meine Kommunikationsfähigkeiten in Sachen Neusprech-Dschungel zu verbessern;)!
Sie haben natürlich recht was die Wirkung auf meinen Gegenüber bei der Anwendung solch unsinniger Anreden durch mich betrifft. Jedoch reizte mich der xte Artikel zu dieser für mich inzwischen "unsäglichen" Thematik, diese Art der persönlichen Kompensation zu wählen;). Über ein Anschreiben wie Ihres an die lieben Mitgliederinnen wäre ich wie Sie auch noch einigermaßen amüsiert, was jedoch das Ansinnen dieser "Zwangs-Genderisierungs-Fraktion" dahinter angeht, so setze ich dem Widerstand entgegen. Genauso stur;) , wenn Sie so wollen, setze ich Zeit meines Lebens meinen ureigensten Pfälzer Dialekt, erweitert um jeweils dem meiner Wohnorte in M und S ein, um meinen Gegenüber sozusagen zu fordern. Wie in "Wir können alles außer hochdeutsch", und ich liebe es der Authentizität wegen wenn man mir ebenso, wenn vorhanden, Dialekt antwortet. Alles Gute! LG

Rainer Mrochen | Di, 13. Oktober 2020 - 14:36

Am Ende versteht Niemand niemanden. Das eigentlich Gute ist doch, daß der "freie Wille" des Individuums die prinzipiell freie Entscheidung hat.
"Ich sage was ich denke und ich mache was ich sage". Vor allem aber sage(spreche) und schreibe ich, wie ich es für richtig halte (gelernt habe). Weitere Generationen werden es anders halten.

Tomas Poth | Di, 13. Oktober 2020 - 14:38

Eine sachliche und unaufgeregte Auseinandersetzung mit dem Thema die gleichzeitig das Unsinnige an der Genderei entblößt.
Das Gendern sehe ich als einen Teil des gesamten Dekonstruktivismus mit dem wir schon seit langem überzogen werden.
Es ist nutzlose Zerstörung unserer Sprache die ausschließlich die Bedürfnisse einer Minderheit zum Eigennutz bedient (z.B. Lehrstühle).

Wolfgang Tröbner | Di, 13. Oktober 2020 - 14:42

Schuldnerin ist, werde ich mich als Mann davon nicht angesprochen fühlen. Mit anderen Worten: Das, was sich Herr Lambrecht da ausgedacht haben, gilt nicht für mich. Ist doch nicht meine Schuld, wenn sie in Biologie nicht aufgepasst hat! Meiner Verantwortung obliegt es allerdings, dass Lambrecht und seine Partei nie wieder in Regierungsverantwortung kommen.

christoph ernst | Di, 13. Oktober 2020 - 14:57

zur Orwellschen Dystopie ist Sprache, das Vermögen, über uns selbst nachzudenken. Sprache prägt unser Fühlen und unsere Sinne, schenkt uns Phantasie, kann bezaubern und befreien. Sprachdompteure mochte ich nie, aber nahm sie lange nicht ernst. Bis sie immer größenwahnsinniger wurden. Heute terrorisieren sie mich. Nicht nur durch die Absurdität ihrer ideologisch gefärbten Konstrukte, sondern durch den achtlosen Umgang mit etwas, das mir lieb und teuer ist. Vordergründig folgt ihr barbarischer Angriff einer politischen Agenda. Hintergründig zerstören sie mutwillig Schönheit und Geist der Sprache, zertrampeln ihre Ästhetik und greifen das eben an, was kollektiven Sinn stiftet. Diese Selbstverstümmelung spiegelt gleichermaßen gespenstische Identitätslosigkeit und phänomenale Wut aufs Eigene, aber das eigentlich Erschreckende daran ist die Bereitwilligkeit, in der vermeintlich kultivierte Leute sich dem freiwillig fügen.

Kurt Walther | Di, 13. Oktober 2020 - 15:11

Ein ausgesprochen lehrreicher und gut strukturierter Beitrag zum aktuellen Rummel um eine „geschlechtergerechte Sprache“. Nun verstehe ich die Sache mit dem Gendersternchen und seine Schöpfungsgeschichte noch etwas besser. Folgen werde ich aber dem Genderwahn auf keinen Fall. Die Genderisierung unserer Sprache halte ich für überflüssig wie einen Kropf. Selbstverständlich geht das Denken "der Sprache sowohl zeitlich als auch systematisch voraus".
Was so mancher Minister, hier ehemaliger Finanz-und Bildungsminister in MeckPom, doch alles an Allgemein-und Spezialwissen anzubieten hat. Für mich, ehemoliger MINT-Worker, erstaunlich. Wie ich las, soll jetzt Herr Brodkorb die Unimedizin in MeckPom auf Vordermann bringen. Als bekennender AfD-Wähler wünsche ich diesem SPD-Politiker viel Erfolg. Nichts für ungut.

Ernst-Günther Konrad | Di, 13. Oktober 2020 - 15:19

Diese Frau Pusch sollte mal dringend zum Uhrmacher, ihre Denkgehäuse tickt nicht mehr im Einklang mit unserer Sprache. Dieses Land hat dringende, existenzielle Probleme und die machts sich über so etwas Gedanken und stellt absurde Forderungen auf. Sprache entwickelt sich im allgemeinen Sprachgebrauch weiter, nicht durch feministische Vorgaben. Das Gesetz von Frau Lambrecht entspricht nicht den verfassungsrechtlichen Vorgaben, wonach Gesetze aus sich heraus klar und verständlich sein müssen. Mit dem Schwachsinn kommt sie nicht durch. Man kan ja durchaus darüber reden, ob unsere Sprache an der ein oder anderen Stelle sinnvoll an die Jetztzeit angepasst wird. Was Frau Pusch will ist Sprachzerstörung. Nicht mit mir. Habe mich zu Dienstzeiten schon dem sprachpolizeilichen Diktat nicht gebeugt und fange auch jetzt nicht damit an.
Wenn Frau Pusch einen Therapeuten gefunden hat, sollte sie gleich Frau Lamprecht mitnehmen. Ist dieser Genderfeminismus eigentlich ansteckend? Etwa ein Virus?

Walter Bühler | Di, 13. Oktober 2020 - 15:28

Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Politiker, die von einer Sache wenig oder nichts verstehen, aber einer schriftlichen Festlegung nicht mehr ausweichen können, die Gender-Sprache wie eine milchige Plastikfolie über ihren fertigen Text legen.
Das lenkt nämlich ganz wunderbar vom Inhalt ab: manche verstehen den verschwurbelten Text schlicht nicht mehr, und die anderen richten ihren Ärger schnell auf die sprachliche Form und vernachlässigen so die Prüfung des Inhalts. Die Gender-Nebelkappe macht es also erheblich leichter, irgend einen einfältige Blödsinn in die Gesetzgebung und in die Verwaltung hinein zu schmuggeln. (Ist nur so ein Gedanke; siehe LADG Berlin.)

Jürgen Keil | Di, 13. Oktober 2020 - 15:45

Unser Land hat keine Probleme, es macht sich welche. Wir reißen unsere Kraftwerke ab, obwohl wir noch keine großtechnisch funktionierende und effektive Speichermöglichkeit haben, die volatile Energie versorgungssicher machen könnte. Das tun wir, weil wir den Klimawandel aufhalten wollen. Frage am Rande: Wer hat den Klimawandel im römischen Optimum und in der mittelalterlichen Warmzeit aufgehalten? Wir kaufen Strom aus Kernkraftwerken unserer Nachbarn, weil wir vor Kernkraft im eigenen Land noch mehr Angst haben als vor Nazis. Sie wissen, wie viele solcher selbst erzeugter, selbst verschuldeter Probleme ich noch aufzählen könnte. Nur noch dies Eine. Unsere Justiz pfeift kapazitiv auf dem letzten Loch. Gerichte, Richter, Staatsanwälte sind überlastet. Verbrecher werden auf freien Fuß gesetzt, weil es nicht gelingt innerhalb von Fristen zu verhandeln. Unsere Justizministerin hat aber wichtigeres zu tun. Sie feminiert generisch. Vielleicht kommt ja noch das „Gute Gendersprech- Gesetz"?

Tobias Schmitt | Di, 13. Oktober 2020 - 15:49

Für mich stellt sich nur eine Frage. Ist es genug, diesen Irrsinn einfach zu ignorieren oder muss ich tatsächlich dagegen kämpfen. Denn eines ist klar. Wer meint, das Sprache diskriminierend ist, bei dem passt seelisch wohl einiges nicht mehr. Wer so voller Geschlechter-Hass steckt, dass er in der Sprache eine Form der Unterdrückung sieht, die er durch Umformung und Aufzwingen beenden muss, den gilt es zu stoppen.

Maik Harms | Di, 13. Oktober 2020 - 17:03

Das Austreibenwollen des Maskulinen durch die Gendersprache ist eine Art Voodoo, wo mit symbolischen Handlungen die reale (und oft ungerechte) Welt beeinflusst werden soll. Gegen einen Mangel an weiblichen Ärzten, Politikern und Mechanikern hilft aber nur die tatsächliche Förderung von Mädchen und Frauen, nicht der sprachliche "Geleitschutz". Mehre weibliche Chirurgen würden von selbst dafür sorgen, dass unter "Chirurg" nicht ausschließlich Männer verstanden werden. Das klappt bei "Journalist" schon ganz gut.

Leider hat sich die Gendersprache inzwischen mit einem bestimmten politischen Lager verbunden, ist also eine Machtfrage geworden; hierfür ist Frau Lambrechts Aktion ein gutes Beispiel. Sachlich-fachliche Argumente wie von Herrn Brotkorb spielen dann kaum eine Rolle mehr.

Benno Pluder | Di, 13. Oktober 2020 - 17:11

Ich für mein Teil, mache diesen sprachlichen "Unsinn" einfach nicht mit und bin mir sicher, verstanden zu werden.

Bernd Muhlack | Di, 13. Oktober 2020 - 17:17

Es könnte auch ein anderes der 709 (?) Wesen des aktuellen Bundestages sein.
Frauen, Männer sind virtuelle Kunstgebilde, quasi Avatare, von einem Überwesen gesteuert.
Diese willkürliche Unterscheidung hat sich überlebt, entspricht nicht mehr der heutigen Auffassung des Seins, des Systems.

Wo sich das Neue Bahn bricht, wehrt sich das Alte!
Und die Vertreter des Neuen sind ja die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, äh der Wesen in Deutschland, äh in diesem grenzenlosen Gebiet ohne jegliche Kultur.
Das erinnert an die angebliche Zustimmung von 85% für das Wesen Kanzler_In**.

Das Wesen (Dr.) Giffey spricht sich dafür aus, die Begriffe Mutter u Vater durch Elternteil 1 u 2 zu substituieren.
Wichtig und erstrebenswert ist die absolute Gleichschaltung, das Verdammen jedweder Diskrie und des per se faschistischen Rassismus.

Alte Bücher, Filme?
Teufelszeuch, hinwech tamit, schleutert es zu Poden!

Wir haben etwa 30.000 (?) Gesetze: Frisch ans Werk GesellWesen!

Ich Tarzan, du Jane!

Wolfgang Borchardt | Di, 13. Oktober 2020 - 18:39

Schlimm genug, dass das starke Bibeldeutsch M. Luthers durch die "gerechte" Sprache ihrer Farbigkeit und Einfachheit beraubt wurde. Nun noch eine Frage: Wie diskriminierend ist das Wort "Muttersprache"?

Robert Zydenbos | Mi, 14. Oktober 2020 - 17:26

In reply to by Wolfgang Borchardt

Ganz schlimm ist das! Sofort sollten wir von Erzeuger*Innenpaarhälftesprache reden. Oder, noch ‹besser›: Erziehungsbetreuer*Innenpaarhälftesprache.

Horst Sulz | Di, 13. Oktober 2020 - 18:49

Der Gender-Schwachsinn treibt immer neue Blüten. Schließlich muß er seine Existenz rechtfertigen.
Die absurde Vergewaltigung unserer Sprache ist ein weiteres Indiz für die fortschreitende Infantilisierung unserer Gesellschaft. Dabei haben wir ganz andere Probleme.

Gerhard Weißenberger | Di, 13. Oktober 2020 - 18:58

Sagt der Mann zur Frau: Du bist ein Engel. Sagt die Frau: Danke, aber ich bin jetzt für eine gender gerechte Sprache. Das heißt jetzt Engelin als generisches Femininum.

Simone Buechl | Di, 13. Oktober 2020 - 20:22

Hat der Mond nun ein XX- oder ein XY-Chromosom?

Wie verhält es sich mit DEM bayerischen Butter oder der Tür?

Die arme deutsche Sprache muss derzeit viel aushalten.

"Fragen Sie Ihre Freund, Arzt oder Apotheker"

Dieser Satz tut einem doch im Ohr weh!

Man kann nur hoffen, dass sich irgendwann die Männer diskriminiert fühlen und damit wieder Vernunft einkehrt.
Schließlich können sie weder ein Baby gebähren noch Stolz auf ihr Menstruationssblut sein ;).

Brigitte Simon | Di, 13. Oktober 2020 - 22:19

In meinem weniger als restlichen Kauderwelsch übersetze ich Mann und Frau lateinisch in
"Dominus et Domina". Ist das genderisch exakt
liebe Genderinnen oder bereits diskrimisierend"
Was für eine hintergründige Frage.

Jens Böhme | Di, 13. Oktober 2020 - 23:59

Abwarten bis die ersten Romane und Kinderbücher mit dem Pseudo-Klingonisch erscheinen. Vermutlich werden eher die Hörbücher und Bücher aussterben.

helmut armbruster | Mi, 14. Oktober 2020 - 08:20

wurde lt. Bibel von Gott geschickt um die Kommunikation zu stören und zu unterbrechen und so das Projekt Turmbau zum Erliegen zu bringen.
Wie wahr! Denn ohne funktionierende Kommunikation geht nichts mehr in einem Gemeinwesen.
Ich sehe daher in diesem Genderwahnsinn einen Angriff auf unsere Sprache und damit auf unsere Kommunikationsmöglichkeiten. Ob das alles mit Absicht geschieht oder aus Dummheit, sei dahin gestellt.
Tatsache ist, es ist nicht nur überflüssig, es ist höchst schädlich.

Gunther Freiherr von Künsberg | Mi, 14. Oktober 2020 - 14:28

Goethes Faust (Literatur) wurde lange Zeit als das bedeutendste deutsche Kulturgut angesehen. Dies war falsch und muss geändert werden. Die Story ist frauenfeindlich und damit genderungerecht.
Zum einen wettet Mephisto mit einem/einer Gott*in. Schon im alten Rom und in Griechenland gab es Göttinnen. Goethe sieht nur einen (männlichen) Gott vor.
Des Weiteren hat sich Mephisto (Bösewicht und damit unbestritten männlich) Faust ausgesucht um diesen so weit zu bringen, dass er ihm seine Seele überlässt. Die von Mephisto angewandten Mittel sind frauenfeindlich. Nicht nur dass er Faust ohne Botox verjüngt; viel schlimmer ist es, dass er Gretchen (weiblich) dazu missbraucht Faust gefügig zu machen, wo Gretchen doch die Unschuld repräsentiert.
Das einzig realistische und akzeptable an der Story ist, dass Mephisto Mephisto genannt wird. Dafür gibt es keine feminine Ausdrucksweise im Gegensatz zu Teufel*in.

Rudi Wedekind | Mi, 14. Oktober 2020 - 15:28

Man (!) kommt ja immer wieder mit nettesten Menschen ins Gespräch, die der Genderitis verfallen sind. Meist besteht nicht die Zeit, aber vor allem nicht die Bereitschaft, Argumente wie die obigen auszutauschen. Dann führe ich gerne das knappste und unschlagbare Argument gegen das Gendern an: Es gibt Sprachen völlig ohne Genus wie Türkisch, Ungarisch, Japanisch und es gibt Sprachen, in denen die Dominanz des männlichen Genus noch ausgeprägter ist als im Deutschen, z. B. in den romanischen Sprachen. Aber es gibt nicht einen einzigen Hinweis darauf, dass die Rolle der Frau in irgendeiner Weise davon abhängig ist. Oder geht es den türkischen Frauen besser als den französischen? Genderismus: eine Seifenblase. So gehaltvoll wie jeder religiöse Wahn.

Robert Zydenbos | Mi, 14. Oktober 2020 - 17:50

Nicht nur inhaltlich, sondern auch im Ton hat dieser Beitrag fast alles gesagt.

Zu meinem Kommentar zu https://www.cicero.de/kultur/gendergerechte-sprache-gendern-argumente-g… möchte ich noch die Frage hinzufügen: was machen wir mit dem Wort ,Person‘ (weiblich)? Vielleicht brauchen wir neben dem neuen ,Menschin‘ auch ,Personus‘ (damit wir ‚Mensch*Innen‘ und ‚Person*Ien‘ schreiben).

Zu „vom Neusprech zum Richtigdenk“: Es gibt schon Sprachen, in denen nicht zwischen männlich und weiblich differenziert wird. Im Indonesischen gibt es kein Wort für ‚er‘, ‚sie‘, ‚Sohn‘, ‚Tochter‘ usw.: man spricht von ‚[dritte Person]‘ und ‚Kind‘. Heißt dies, dass in der Gesellschaft alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern völlig weggefallen sind? Gar nicht. So funktioniert es einfach nicht.