CSU - Die Krise der Anderen

Bayern geht es blendend. Und doch wird die CSU von allen Seiten scharf kritisiert. Dabei kann man nicht das schöne Bayern loben und zugleich dessen „Staatspartei“ verdammen. Trotzdem bleibt Horst Seehofer eine doppelte Schmach wohl nicht erspart

Söder und Seehofer auf dem CSU-Parteitag
Neuer und alter Gestalter des erfolgreichsten Bundeslands: Markus Söder und Horst Seehofer auf dem CSU-Parteitag / picture alliance

Autoreninfo

Wolfgang Bok war Chefredakteur und Ressortleiter in Stuttgart und Heilbronn sowie Direktor bei der Berliner Agentur Scholz & Friends. Der promovierte Politologe lehrt an der Hochschule Heilbronn Strategische Kommunikation.

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Verkündet werden demoskopische Tiefs lustvoll. So auch das der CSU. Auf kümmerliche 35 Prozent soll sie gefallen sein, verkündete unlängst der „Bayerntrend“ des Bayerischen Rundfunks. Nach solchen Werten würden sich zwar alle anderen Parteien die Finger lecken. Doch für die „bayerische Staatspartei“ ist alles ein Debakel, was ihr einen Koalitionspartner aufzwingt. Immerhin regiert man seit 1962 nahezu allein. Auch ist es noch nicht lange her, als „50 plus x“ zum regelmäßigen Wahlziel in Bayern ausgerufen wurde. Dass die Volkspartei SPD in Bayern mit der Zweistelligkeit ringt, die Zerklüftung des Parteiensystems samt buntscheckiger Koalitionen andernorts längst selbstverständlich ist – geschenkt. Jetzt werden die ewigen Quengler und Quertreiber aus dem Süden an ihren eigenen Maßstäben gemessen. Und nach denen komme es einem „politischen Erdbeben“ gleich, wenn die CSU bald die absolute Mehrheit verliere.

Grüne Lobhudler und ihre Widersprüche

Die Großdeuter außerhalb des Freistaates lassen nichts unversucht, den verschärften Flüchtlingskurs von Seehofer, Söder & Co. als Grund für den „Niedergang der CSU“ auszumachen. Ignoriert wird bei dieser Schuldzuweisung allerdings, dass die AfD in Bayern deutlich schlechter als in Ostdeutschland oder jenen Bundesländern abschneiden dürfte, die eher auf Angela Merkels Willkommens-Linie liegen. Vielleicht ist genau das Gegenteil der Fall: Dadurch, dass die CSU einen klaren Begrenzungskurs bei der „Mutter aller politischen Probleme“ fährt, hält sie die AfD erst auf Abstand. Genaues weiß man nicht. Was freilich weder Medien noch politische Konkurrenz hindert, das mögliche Wahlergebnis schon mal mit der eigenen politischen Agenda zu begründen.

Fast sehnsüchtig werden die Grünen als idealer Koalitionspartner hochgeschrieben – vor allem von der Süddeutschen Zeitung in München, die endlich ihr Ziel in greifbarer Nähe sieht. Den grünen Lobhudlern fallen die Widersprüche der journalistischen Lieblingspartei nicht einmal mehr auf. Denn die einstige „Antipartei-Partei“ (Petra Kelly), die durch Angstkampagnen (Atom, Waldsterben, Gentechnik, Klimagau) groß geworden ist, geriert sich jetzt mit dem Slogan „Mut geben statt Angst machen“. Sie fordert „bezahlbaren Wohnraum“, und treibt mit ihrer Politik (Verknappung von Bauland, Energiesparauflagen und offene Grenzen) die Kosten für Bauen und Wohnen nach oben. In Bayern wird das Voralpenland weder durch gigantische Wind-Parks verschandelt noch durch Flächen-fressende Maisplantagen, wie etwa in Ländern mit rot-grüner oder grün-schwarzer Regierung. Von Grünen-Chef Robert Habecks Schleswig-Holstein ganz zu schwiegen.   

Die Verdienste der CSU

Was die Kritiker der CSU gerne übersehen: Hätten in Bayern SPD und Grüne das Sagen gehabt, gäbe es weder einen Großflughafen München, noch ein dichtes Autobahnnetz und auch kein Airbus/EADS. Die vorzügliche Infrastruktur samt der vielen Dax-Konzerne ist auch das Ergebnis einer wirtschaftsfreundlichen CSU-Politik, die den Freistaat in beinahe allen Rankings an die Spitze geführt hat. Man kann nicht das schöne Bayern in den Himmel loben und zugleich die CSU verdammen. Es war Franz Josef Strauß, der die arme Agrarregion zum Hightech-Land umgebaut hat. Etwa in der Oberpfalz. Lederhosen und Laptop wurden hier gelebt, noch bevor Marketing-Berater derlei Slogans überhaupt ersonnen hatten.

Dass sich die SPD in Berlin zum Großkritiker von Seehofer und seiner CSU aufspielt, ist fast schon makaber. In Bayern sind die Genossen dem Status der Splitterpartei jedenfalls näher als dem Anspruch, noch Volkspartei zu sein. Die Spitzenkandidatin Natasche Kohnen wirbt mit „mehr Gerechtigkeit“ und dem Slogan „Aus Liebe zu Bayern. Für mehr Europa“. Einem Europa, in dem mittlerweile rechtsnationale Parteien den Ton angeben, an denen gemessen die CSU als liberale Kraft erscheint. Macht nichts: Das Böse kommt nicht aus Rom, Prag, Budapest oder Warschau, sondern aus der Münchner CSU-Zentrale.

Die Mär vom Linksruck in Bayern

Auch die Hoffnung, dass am 14. Oktober das Ende der „Mia-san-Mia“-Überheblichkeit eingeläutet wird, hält einer genaueren Analyse nicht stand. Denn rechnet man zu den 35 Prozent der CSU die prognostizierten elf Prozent der Freien Wähler und die sechs Prozent für die FDP sowie etwa ein Drittel der AfD-Protestwähler hinzu, so ergibt sich für das bürgerlich-konservative Bajuwaren-Lager noch immer eine satte absolute Mehrheit. Der Aufwind für die Grünen geht hingegen mit dem Absturz der SPD einher. In der Summe ist von einem erhofften „Linksruck“ nichts zu spüren.

Das alles hilft freilich Horst Seehofer wenig. Der CSU-Vorsitzende, der mit seiner Sprunghaftigkeit Kritiker wie Getreue anhaltend verärgert hat, ist als Sündenbock bereits jetzt ausgemacht. Da zählen alle Erfolge nicht mehr, die er als bayerischer Ministerpräsident und Bundesinnenminister vorzuweisen hat. Die CSU mag hie und da Positionen abrupt wechseln, ihr Markenkern bleibt unangetastet: keine Gnade für die Erfolglosen, oder genauer: Für die, die man der Erfolglosigkeit bezichtigen kann. Seehofer droht die doppelte Schmach: Nicht nur der Verlust aller Ämter, sondern auch die Aussicht darauf, vor Angela Merkel aus dem Amt zu scheiden. Das ist für den Ingolstädter besonders bitter: Machtlos einer weiter frohgemut regierenden Angela Merkel zusehen zu müssen.

Am 07. Oktober, unmittelbar vor den Landtagswahlen 2018 in Bayern, diskutiert der bayerische Ministerpräsident Markus Söder mit den beiden Cicero-Chefredakteuren Alexander Marguier und Christoph Schwennicke über das Thema „Wie weiter mit  Bayern“. Ort: BMW-Welt, Doppelkegel, Zeit: 11 Uhr (Einlass ab 10.30 Uhr). Tickets kosten zwölf, für Schüler und Studenten ermäßigt 10 Euro

Gerd Risse | Mo, 17. September 2018 - 16:23

Was nützen gute Gehälter wenn 50% des Verdienstes oder das 2 Gehalt der Ehefrau für Miete und Abgaben an die Gemeinden drauf gehen. Mehr vom Netto muss bleiben, das ist das Geheimnis. Man arbeitet sich den Buckel krumm für den Staat und die Großkopferten. Und die Gemeinden erhöhen die Steuern weil sie mit den Kosten für die Migranten nicht mehr klar kommen, das sieht doch jeder wenn er nicht Tomaten auf den Augen hat. Die Zeit der Volksverblödung ist vorbei - man sieht und liest es hier im Forum. Gute Beiträge für Daumen hoch, geht leider nicht ;-)

Ich kann nur zustimmen.
Ich denke oft daran was Georg Leber, SPD, vor vielen vielen Jahren gesagt hat.
Jedes Volk erträgt Fremde nur bis zu einem gewissen Grad. Wenn es mehr
werden, geht es schief. Und das vor 30 oder 40 Jahren, ich weiß es leider nicht mehr.
Und wieviele waren es damals ? Zu dem Heute kein Vergleich.

Ob in Bayern „50% der Gehälter für Miete und Abgaben an die Gemeinden draufgehen“ kann ich nicht überprüfen, aber für den Durchschnittsverdiener scheint mir die Zahl deutlich zu hoch gegriffen. Abgesehen davon: Ich halte die Mieten, mehr noch die Hauspreise, in Städten wie München und Nürnberg ebenfalls für irre. Dennoch: Mieten bilden sich am Markt und sind da, wo sie besonders hoch sind, Ausdruck boomender Wirtschaft und hoher Lebensqualität in den jeweiligen Städten. Beides - niedrige Mieten und hohe Durchschnittseinkommen - kann man nicht haben. Sorry, aber so ist nun mal die wirtschaftliche Logik.

Petra Horn | Di, 18. September 2018 - 14:21

In reply to by Dr. Roland Mock

Die hohen Preise sind eine Folge der desaströsen Geldpolitik der EZB.
Diese besteht im wesentlichen darin, Geld zu drucken und an Banken und Großinvestoren zu verschenken.
Dafür gibt es dann für diejenigen, die etwas gespart haben, keine Zinsen mehr.
Damit wird das ganze Geld in die Immobilien gedrückt, wodurch die Immobilienpreise und die Mieten so exorbitant steigen.
Mieter mit etwas Geld auf dem Sparbuch werden so gleich dreimal enteignet.
Ein Erwerb eines Häuschens wird für den Normalverdiener unmöglich.

Richtig ist, daß die Niedrigzinspolitik der EZB die Immobilienpreise steigen läßt. Falsch ist, daß sich dadurch weniger Normalverdiener Wohneigentum leisten können. Das Gegenteil ist der Fall: Die Wohneigentumsquote in Deutschland steigt, da die Darlehenszinsen rapide gesunken sind; von ca. 7-9 % in den Neunzigern auf ca. 1,5-2% aktuell. Gleichwohl halte auch ich die EZB- Politik für desaströs, ist hier aber nicht Thema. Und: Die Mieten steigen (gottlob) weit weniger stark als die Preise für Wohnungen und Häuser. Daß sie dennoch für viele kaum bezahlbar sind, liegt weniger an der EZB als an der nationalen Gesetzgebung; was die Nebenkosten betrifft, nicht zuletzt an dem Wahnsinn der sog. „Energiewende“.

Joachim Wittenbecher | Mo, 17. September 2018 - 16:30

Ein guter Beitrag von Herrn Bok. Die CSU ist die erfolgreichste Volkspartei in Europa seit 1945. Sie hat aus dem Agrarland einen Sehnsuchtsort für die Welt gemacht. Wir leben aber in einer Demokratie; Demokratien haben die Tendenz zum Machtwechsel. Gut so - die andere Seite soll auch ihre Chance bekommen.Egal wie gut die Regierenden ihre Arbeit verrichten. Im politischen System Bayerns ist z.B. ein Stück Oppositionsmacht in den SPD-Erfolgen bei OB-Wahlen (München/Nürnberg/ Passau u.s.w) eingebaut. Die absoluten Mehrheiten für die CSU kommen nicht wieder - die Partei hat das längst eingepreist. Man kann Bayern nur wünschen, dass es nicht schwarz-grün gibt, Baden-Württemberg (grün-schwarz)ist kein gutes Beispiel. Wünschbar wäre CSU/Freie Wähler und ggf. FDP. Die Freien Wähler als erfolgreiche Landespartei sind eine weitere bayrische Besonderheit, die es zu stärken gilt. Die FDP kommt allerdings zu leichtfüßig daher ("Kein Münchner soll wegen der Miete nach Berlin umziehen müssen").

Dieser Beitrag klingt für mich masochistisch...
Die Politik der CSU ist gut, aber wir brauchen aus Prinzip einen Wechsel? Dies soll passieren, "egal wie gut die anderen ihre Arbeit verrichten"? Wo ist dann noch Motivation, gute Politik zu machen und sich nicht einfach die Taschen zu füllen?
Hauptsache Prinzipien reiten...

Wechseln nur um des Wechsels Wille ist keine gute Idee. Das haben wir hier Baden-Württemberg erlebt. Über Jahrzehnte hatten wir erfolgreiche "Landesfarbenregierungen". Dieses Bundesland wurde von CDU und FDP erfolgreich aufgebaut. Wie schwer der Wechsel durchgeschlagen hat, sieht man z. B. an der aktuellen Lage der Schulen im Land. Ohne Not wurde eine funktionierendes, dreigliedriges, für Leistungswillige und Leistungsfähige jederzeit durchlässiges System vernichtet und die Leistungsergebnisse in der Vergleichstest sackten innerhalb kürzester Zeit rapide ab. Warum das alles? Weil SPD und Grüne ihre Better-World-Ideologie in eine bewährte Schulpolitik gekübelt haben, die sich bisher gerade eben durch ihre langjährige ideologieferne ausgezeichnet hat. Nichtsdestotrotz haben sich die Grünen nun in BW zeckenartig festsetzen können, wie ich es niemals geglaubt hätte. Wir werden die nur schwer wieder los. Die CSU darf sich niemals mit den Grünen in die Kiste legen. Es endet sonst wie hier...

Werter Herr Wittenbecher, habe ich etwas verpaßt. Mein Großvater Oskar ssgte immer zu mir:" Ich habe Kaiser Wilhelm mitgemacht, dann die Braunen und jetzt die Roten. Aber eins kannst du mir glauben. Der Trog bleibt der gleiche und meistens die Schweine auch". Da ich als DDR-Bürger viel den Deutschlandfunk mit den herrlichen Debatten gehört habe, konnte ich auch noch die Demokratie mit ihrer Lust am debattieren mitbekommen.
Heutzutage ist es doch nur eine Abnickkultur geworden alla DDR. Ringen um die beste Problemlösung gibt es schon lange nicht mehr. Und da ist auch das Problem der Establis-Parteien inklusiv der CSU. Diese haben ja auch zu 90% !!!! Ihre Stimme der Frau Merkel gegeben. Jeder Wähler sollte sich genau überlegen, wem er seine Stimme gibt. Diesmal kein keiner sagen, ich habe es nicht gewußt bzw. wollte ich das Beste. Wie ich schon schrieb: Demokratie ist das ringen mit Argumenten für die beste Lösung einer Volksgruppe (griechisch für die Krümelsucher)

Dem Grundtenor des Artikels und Herrn Wittenbecher mag man ja zustimmen: Es ist richtig, 1. daß das „bürgerliche“ Lager in seiner Gesamtheit nicht schwächer geworden ist und 2. die CSU in Bayern selbst fast alles richtig gemacht hat. Aber: Es bleibt, daß sie sich weiter in der Gefangenschaft mit der Merkel-CDU befindet. Und solange sie dieses Problem nicht löst wird es weiter abwärts mit ihr gehen. Daß Söder bis auf den heutigen Tag nicht eindeutig geäußert hat, keinesfalls mit den Grünen zu koalieren, kostet die CSU zusätzlich ein paar Prozent Wählerstimmen.

Hallo Herr Wittenbacher,
mit Ihrem guten Kommentas stimme ich voll und ganz zu. Aber Ihre Angst
CSU und Grün kann ich Ihnen, und uns, nicht nehmen. Denn:
In der heutigen SZ, Bayernteil, folgende Überschrift "Streit ums Fernsehduell".
SPD und Freie Wähler werfen dem BR Manipulation des Wahlkampfes vor, weil er
den Ministerpräsident Söder mit dem grünen Ludwig Hartasnn diskutieren lassen
will. In diesem TV "Duell" geht es um eine der größten politischen Bühne, die der
Landtagskampf zu bieten hat. Söder bevorzugte bis "heute Nacht" eine Koalition
mit den FW und eventuell der FDP. Der BR-Chefredakteur Nitsche begründete seine
Entscheidung "Auf die demokratische Auseinandersetzung zwischen der CSU und den Grünen hätten die Bürger gewartet".
Außer den Grünen fürchten die Bayern eine Koalition CSU/Grüne" wie der Teufel das
Weihwasser".
Trotzdem liebe Grüße, Brigitte Simon, München

Peter Beutel | Mo, 17. September 2018 - 17:55

Der Kommentar kann kurz ausfallen, aus meiner Sicht hat Herr Dr. Bok wie immer recht. Ich kann nur zusetzen, leider ist dies so.

Adelbert Frei | Mo, 17. September 2018 - 18:33

die CSU schafft es nicht ihre gute Politik professionell zu verkaufen. Angesichts der linkslastigen Medien ist dies auch nicht so einfach. Die Kirchen lassen nichts unversucht diesen Trend noch zu verstärken. Wenn lt. Medien aus dem Osten ständig "Hiobsbotschaften" kämen , dann sei die Demokratien in Gefahr. Wenn aber beim G 20 Gipfel im Hamburg bürgerkriegsähnliche Zustände durch einen linksradikalen Mob herrschen kommt weder die Politik noch die Medien zu fragen was dort schief gelaufen ist.

Bernhard K. Kopp | Mo, 17. September 2018 - 18:37

Die rechnerische Mehrheit für das Lager mag ja stimmen, aber warum will das Lager keinen fortgesetzten Einfluss in der Union, im Bund und am Kabinettstisch ? Wenn die 35-36% tatsächlich eintreten, dann müsste die CSU eigentlich Seehofer in Rente schicken und die Koalition verlassen. Bei Neuwahlen im Bund im ersten Quartal 2019 hätten sie eine neue Chance - wenn sie sich denn trauen. Wenn sie Hermann nach Berlin schicken um Seehofer zu ersetzen, dann würden sie das Risiko wahrscheinlich vergrössern und auf 2021 verschieben. Wenn das Bajuwaren_Lager klug wäre, dann würden sie einfach CSU wählen, oder mindestens eine shwarz-gelbe Koalition ermöglichen.

Per L. Johansson | Mo, 17. September 2018 - 18:48

Die CSU hat gerade die undankbare Aufgabe, einen Zweifrontenkrieg zu führen.
Denn sie schlägt nicht nur verbal (wie immer schon) auf „die Linken“ ein, sondern neuerdings auch auf „die Rechten“.
Was man glatt als Form der Autoaggression bezeichnen kann. Denn glaubwürdig ist das nicht, gegen eine Partei zu hetzen, die zum Großteil die eigene Agenda vertritt und sich aus der eigenen Wählerschaft rekrutiert.
Man kann nur hoffen, daß auch die deutschen Konservativen endlich bereit sind, mit den als „Rechtspopulisten“ geschmähten Mitbürgern zu kooperieren, so wie das europaweit längst funktioniert.
Und siehe da, ob nun Norwegen, Finnland oder Österreich, niemand ist zu einer Nazidiktatur mutiert. Es wird dort vielmehr vernünftige Politik zum Wohle des Landes gemacht.
Aber ich fürchte, der CSU geht es nicht mehr primär darum, sondern eher um das Verteidigen eigener Mandate, sprich Einkünfte.
Anders läßt sich ihr Abnickverhalten in Bundestag und Europaparlament nicht mehr erklären.

Heinrich Niklaus | Mo, 17. September 2018 - 19:18

Dreh-und Angelpunkt bleibt die unkontrollierte Migrationspolitik der Kanzlerin. Die Medien tun alles um diesen Sachverhalt zu kaschieren. Es werden Umfragen in Auftrag gegeben, bei der die Mehrheit der Deutschen die unkontrollierte Migration als „Bereicherung“ angeblich als empfindet.(WELT)

Schaut man nach, sind von den ca. 8000 befragten Personen nur ca. 2000 ohne Migrationshintergrund. Das ist so als befragte man Bäcker und im Ergebnis kommt raus, dass Brot –und Backwaren beliebt sind. Es ist so schrecklich erbärmlich, dass man es kaum noch ausdrücken kann.

Gottfried Meier | Di, 18. September 2018 - 13:49

In reply to by Heinrich Niklaus

Und diese gefakten Umfragen werden von den Medien aufgeblasen zu einer Top-Nachricht. Fehlt gerade noch, dass sie deswegen einen Brennpunkt gemacht hätten. Orwell lässt grüßen!

Stefan Schlegel | Mo, 17. September 2018 - 19:32

Man kann nur hoffen, dass die Bayern auch wissen, was sie an der CSU haben. Klar man kann es nicht jedem Recht machen, aber in Sachen: Bildungspolitik, innere Sicherheit, Finanzen, Wirtschaft… sind die BAYERN TIPTOP unterwegs! Es ist eine Schande wie ein Großteil der Medien, Kirche, Verbände und Parteien diese CSU verleumdet und für sinkende Umfragewerte sorgt. Meiner Meinung arbeitet sogar die CDU gegen ein gutes CSU-Ergebnis. Wenn man CDU/CSU als Geschwister sieht, kommt man zu dem Schluss, dass die CSU normal ist und 15 Geschwister mit „Handicap“ hat. Die CDU ist meiner Meinung, zu einem Honecker-Abklatsch verkommen. Das sich die CSU beim Durchsetzen ihrer Politik schwertut ist doch klar. Aussteigen aus Bundesregierung ist auch nicht so einfach, Angela Merkel würde sich mit fast jeder anderen Partei ins Bett legen, solange sie Kanzlerin bleiben kann. Als Nicht-Bayer hoffe ich, dass die CSU bei der Landtagswahl stark abschneidet. Das würde auch der Bundespolitik guttun.

Christoph Kuhlmann | Mo, 17. September 2018 - 19:38

Man wird sehen, ob die CSU nach dem absehbarem Wahldebakel Seehofer zum Sündenbock stempelt. Bei den Unmengen an Kreide, die Söder inzwischen gefressen hat unterscheidet er sich kaum noch von Seehofers Schlingerkurs bei der "Willkommenskultur". Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die CSU weiß was sie will und nicht ausgerechnet mitten in der Phase der Neuorientierung bei der CDU das konservative Lager schwächt und damit Merkel das regieren leicht macht. Nochmal vier Jahre Merkel müssten auch in München traumatische Erinnerungen wecken.

Michael Sauer | Mo, 17. September 2018 - 19:53

Also alle Wähler einer Partei tun dies aus verschiedenen Motiven. So könnte man die eventuellen Wähler (laut Umfragen) der Grünen auch zur Hälfte als "Leih"wähler der SPD bezeichnen. Es gilt, dass es in Bayern eine satte (65%) Mehrheit laut Umfragen für eine bürgerliche oder rechte (kann auch demokratisch sein!) Politik gibt. Die Vorstellung, dass die Grünen auch noch dieses Land zu Grunde richten könnten, macht einen fast wahnsinnig!

Dimitri Gales | Mo, 17. September 2018 - 20:13

gibt es natürlich auch in Bayern: horrende, meistens unbezahlbare Mieten (daran trägt die Regierung eine grosse Mitschuld), steigende Altersarmut usw.
Trotzdem ist Bayern noch immer das attraktivste Bundesland, für mich ist das die einzige Alternative in Deutschland, ich bin gerne hier im Landkreis Starnberg.
Seehofer hat viele politische Fehler gemacht, für die er jetzt bezahlen muss. Die einst mangelnde Abgrenzung von Merkel bleibt für ihn eine belastende Hypothek. Aber auch andere politische Verfehlungen gehen auf sein Konto. Ganz allgemein kann man sagen, dass die noch existierende, lädierte Parteilandschaft in einem unausweichlichen Umbruch ist, da helfen auch alle Bierzeltreden nichts.

Irene Dilger | Mo, 17. September 2018 - 20:27

In einer Demokratie hat jede politische Aussage den gleichen Stellenwert. Die Abgeordneten sind vom Volk gewählt.
Unerträglich ist die zunehmend zu beobachtende
Meinungsdiktatur, die das ganze land mittlerweile im Griff hat. Die Parteien stehen sich verfeindet gegenüber. Mit unflätigen Worten werden Andersdenkende als rechtsterroristisch gebrandmarkt. Sachliche Argumente laufen ins Leere.
Mit Erpressungsversuchen werden Menschen, die
dem Land verantwortungsvoll dienen, aus ihren Ämtern verjagt.
Mit Demokratie hat dies alles nichts mehr zu tun.
Es gibt nur noch eine einzige Möglichkeit, das
Dilemma aufzulösen: Neuwahlen

georg gilg | Mo, 17. September 2018 - 21:48

im jahr 1992 habe ich als ehemaliger bürger der ddr in einer fa. in bayern wieder arbeit halt und selbsvertrauen gefunden im alter von 42 .dies hat 20 jahre angedauert.daher bin ich den bayern in meinen und den nahmen meiner familie zu dank und anerkennung verpflichtig und hoffe sie werden sich bei der kommenden ltw weiße enscheiden

Mathias Trostdorf | Mo, 17. September 2018 - 22:18

Genauso, wie es "Deutschland gut geht"!
Jedenfalls, wenn man das Land- so wie es unsere Medien gerne tun- aus Schönschreibe-Gründen mit vielen anderen Ländern vergleicht, denen es schlechter geht.
Viele Bürger wissen aber noch, daß es ihnen vor zwanzig Jahren oder dreissig Jahren viel besser ging, da für eine größere Anzahl von ihnen das Verhältnis von Verdienst und Ausgaben ein weitaus besseres war, und somit die Lebensqualität und Teilhabe materiell wie kulturell höher war. Mal ganz abgesehen davon, daß Deutschland mal ein optimistisches und gesellschaftlich stabiles Land war, in dem der allergrößte Teil der Bevölkerung tatsächlich- und das ist wichtig- weitestgehend unbeschwert leben konnte, während nun keinesfalls nur "diffuse" sondern ganz (Existenz-)Ängste immer mehr Bürger umtreiben. Das ist einer der Gründe, warum sich immer weniger Leute hinter den etablierten Parteien versammeln können und wollen. Die fühlen sich einfach nicht mehr von denen vertreten.

Günter Johannsen | Di, 18. September 2018 - 00:51

Man könnte es denken. Dass die SPD mit großer Wahrscheinlichkeit in Bayern verdientermaßen unter 10 % landet, davon redet kein "Journalist"!
Ministerpräsident Söder hätte evt. eine Stimme von mir bekommen, nachdem er aber in undemokratischer Weise die AfD beschimpfen und besudeln musste, werde ich alle beiden Stimmen der AfD zukommen lassen. So werden es wohl viele Menschen in Bayern tun. Und: ich bin gespannt, ob es Herrn Söder und der CSU gut tun wird, wenn er eine Koalition mit den Grünen oder der SPD eingeht. Denn mit der FDP wird es nicht zu einer Landtagsmehrheit reichen …. !

Ich denke genauso wie Sie, bin aber zu einem anderen Schluß gekommen. Wenn ich AfD wähle, dann stärke ich dadurch indirekt die Grünen. Für mich ist es eine schwer zu ertragende Vorstellung, diese Partei in der Regierungsverantwortung zu sehen. Darum heißt die Konsequenz für mich: Freie Wähler stärken, damit die CSU nicht auf dumme Gedanken kommt.

Was will ich mit einer CSU, die mit den Grünen eine Hochzeit eingeht? Die kann man doch vergessen .... Außerdem wird sich das ein Markus Söder nicht leisten können, denn dann geht auch eine künftige absolute Mehrheit und seine Amtszeit gänzlich jetzt schon den Bach runter! Taktisch Wählen ist eben: die Parteien zu zwingen, demokratisch zu und ehrlich zu entscheiden .. nicht nur um der Macht willen. Ansonsten ist diese CSU sowieso für den Ar... ! Die Grünen werden nicht über 10 % kommen, weil das Ganze doch nur getürkt ist: Wahlumfragen werden gezinkt - wahrscheinlich zum Grünen Parteitag gemacht?! Wer den Schwachsinn glaubt, wird NICHT selig …. ! ;-)

Norbert Heyer | Di, 18. September 2018 - 06:12

Es ist einfach nicht vorstellbar, das Schwarz/Grün in Bayern die nächste Regierung stellt. Diese Kombination würde mittelfristig alle unbestreitbaren Erfolge der CSU vernichten. Frau Merkel hat aber wieder mal bewiesen, dass sie Kritiker ihrer Politik eiskalt abserviert oder kaltstellt. Herr Seehofer ist die tragische Figur in diesem miesen Spiel. Er hat fast immer das Richtige gesagt und dann das Falsche ( Rückzieher ) gemacht. Seine Partei wird im alle Schuld an dem möglichen Debakel geben. Nur die Hauptverursacherin dieser Krise kommt wohl wieder einmal fast unbeschadet davon. Man kann ein solches Agieren der Bundeskanzlerin schäbig finden, muss jedoch eingestehen, dass diese unscheinbare Person es geschafft hat, alle - wirklich alle - auf ihre Seite zu ziehen und Kritiker kaltgestellt hat. Jetzt hat sie vielleicht die stolze CSU plattgemacht, danach kommt ihre eigene Partei dran und dann ist die Zukunft grün-rot im Einheitslook und Deutschland am Ende.

Walter Drechsler | Di, 18. September 2018 - 07:15

Wirtschaftlich mag es Bayern besser gehen als anderen Bundesländern. Geht man aber durch unsere Städte sieht man schnell das Bayern nicht mehr das Bayern ist das sich die die schon länger hier leben wünschen sondern das man auch hier längst dem bunten Weg von NRW Berlin Hamburg etc. folgt. Geld und wirtschaftlicher Erfolg ist aber nicht alles. It's identity stupid ! Dafür ist die CSU aber längst kein Garant mehr. Sie ist nur Steigbügelhalter des Merkelismus und das wider besseren Wissens. Ich hoffe die Bayern lassen sich nicht hinter die Fichte führen am 14. Oktober.

Volker Leyendecker | Di, 18. September 2018 - 08:15

Erst wenn die CDU / CSU das Berührungsverbot gegen die AFD zurück nimmt wird es in Deutschland wieder normale Politik geben. Die Verteufelung der AFD ist schon sehr Merkwürdig, denn nach Links gibt es scheinbar keine Berührung Ängste. Die Linken haben keinerlei Scham sich mit der Antifa zu verbünden. Doch wer in Deutschland fordert, das Recht und Gesetze eingehalten werden müssen ist sofort nicht mehr auf den Boden des FREIHEITLICHEN RECHTSSTAATs. Die Diktatur der Linken über die Meinung ist Perfekt Organisiert. Zeitungen und Fernsehen zeigen in nie gesehener Eintracht immer wieder Bilder von bösen Deutschen und von den guten Flüchtlingen. Nach Herrn Schulz tatsächlich ALLES GOLDSTÜCKE. In Deutschland ist die Wahrheit ein Strafbestand geworden. Siehe Verfassungsschutz.

wie so manche Foristen, jeden Artikel dazu zu nutzen, für die AfD Stimmung zu machen, indem sie sich über Flüchtlinge, Linke, Rote usw. "abkotzen". Der vorliegende Artikel ist dabei inhaltlich nebensächlich, wie jedes andere Thema auch für ihren instrumentalisierenden Zweck austauschbar ist. Und das funktioniert nur, wenn das eigene Denken und Reden interessiert falsch eingesetzt wird, daß es einen schon wieder - oder auch nicht - grausen kann, welche kreative Verfälschungen der Realität dabei zustande kommen.
Weder regierten in dem letzten Jahrzehnt in Bayern sowie deutschlandweit die Linken und Grünen, noch ist die CDU linkslastig oder Merkel eine Linksgrüne im schwarzem Tarnkleid.
Vor einem Bündnis der CSU mit der AfD möge uns "Gott" bewahren, ist schon schlimm genug für den deutschen Michel, was SPD-CDU/CSU-Grüne in der Vergangenheit für ihn zustande gebracht haben. Und dennoch wählt er sie wieder:
"die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber" sagte Tucholsky ...

Gerdi Franke | Di, 18. September 2018 - 08:41

Na ja, wie im Bund auch steht die Wirtschaft gut da. Den Bürgern geht es nicht besser oder schlechter als in den anderen Bundesländern. Aber die bayerische politische Führung ist seit Stoiber größenwahnsinnig geworden und überzieht bei allen Themen. Da muss wieder Vernunft einkehren. Aber davon ist zumindest bei Seehofer und Söder nichts zu merken.

Dietmar Deibele | Di, 18. September 2018 - 08:46

es ist zwar nicht die optimale Zeit für Historisches, doch eine kleine Chance sehe ich für den Horst und die CSU. Wenn Mutti (aller Probleme) Maaßen opfert, sollte Horst die Koalition sprengen. Ohnehin bekäme die CSU alle konservativen CDU Stimmen, wenn sie denn bundesweit antreten würde. Da dürfte Mutti aber dumm aus der Wäsche gucken! Und die Wahl in Bayern wäre sofort bei 40 + X für die CSU

Konrad Perfeud | Di, 18. September 2018 - 08:48

Die Analyse stimmt, wenn man vielleicht noch klar sagt, dass die CSU bei ihrem Erfolg über die Jahre oft nicht gerade sympathisch auftrat. Der aktuelle Spitzenkandidat? Oh je! Aber in Bayern ist man viel pragmatischer als meist sonst in Deutschland. Dort will man keine Gesellschaftsexperimente, bei den linken Medien schon. Und die schiessen scharf auf alles, was ihrem Ziel im Weg steht. Das führt zu scharfen Kanten in der Parteienlandschaft. Das kleine linke bayerische Lager wandert nach Grün und das große konservative differenziert sich durch eine weitere Partei. Eben weil Seehofer der Mut gefehlt hat. Der Pragmatismus richtete es dieses Mal nicht.

Ralph Huber | Di, 18. September 2018 - 08:59

Warum ? Weil wir täglich zur Arbeit gehen. Außerdem ist das nur ein statistischer Wert. Unter 5000 Euro monatlich überlebt man in München und den Ballungsgebieten keine 6 Monate. In Bayern geht es den Millionären gut, wie überall auf der Welt. Und ins bayrische Hinterland, wer will da schon hin. CSU /FDP wäre eine Möglichkeit - auf keinem Fall die Grünen.

Herbert Rehm | Di, 18. September 2018 - 09:09

Stellen wir uns einmal vor - rein theoretisch - in Bayern würde links - grün die Wahl gewinnen. Innerhalb von zwei Jahren würde dieses Bundesland genau so abgewirtschaftet sein wie etwa Berlin. Und wer frag ich - zahlt dann im Länderfinanzausgleich Berlin ca. 3,6 Milliarden und Niedersachsen eine Milliarde, insgesamt 6 Milliarden? Grüne, Linke, SPD - ler geht in die Kirche, spendet eine Kerze für einen Wahlsieg der CSU - dann könnt Ihr weiter so erfolgreiche Projekte wie Unisextoiletten oder auch kostenlose Kita - Plätze auf Kosten der Bayern verwirklichen.

robert renk | Di, 18. September 2018 - 09:16

Vor etwas mehr als einem Jahr, war der Konflikt der Schwesterparteien CDU/CSU auf seinem Höhepunkt.
Auslöser war, wie soll es anders sein, die Zuwanderungspolitik der Kanzlerin.
Unterschwellig war es der seit Jahren andauernde Linksruck der von Merkel geführten CDU.
Da hatte sich plötzlich ein Zeitfenster geöffnet, die CSU hätte sich aus der Umklammerung Merkels lösen können. Umfragen hatten damals der CSU bundesweit 18 % verheißen. Den Deutschen hätte sich eine wirklich demokratische konservative Alternative zu den "Linksparteien" geboten.
Die AFD, dieses Zwittergewächs aus Demokraten und rechten Freaks wäre auf eine passende Form zurechtgestutzt worden. Horst Seehofer fehlten dazu die "Eier" ! Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, das scheint seither das Schicksal der CSU zu sein. Die Wahl in Bayern wird zum Desaster werden, die Grünen stehen in den Startlöchern, ein weiterer Linksruck wird die AFD beflügeln. Gott mit dir, du Land der Bayern !

Ekkehard Möller | Di, 18. September 2018 - 09:26

Wie immer ein detaillierter fundierter Kommentar von Wolfgang Bok, der auf nüchternen Wahrheiten und nicht auf Wünschen von Traumtänzern beruht. Bayern ist von einem Agrarland längst zum Hightec-Staat und führend in Deutschland geworden, irgendwie müssen da ja wohl auch die ungeliebten Politiker der CSU mit dazu beigetragen haben. Rotgrün und die Süddeutsche Zeitung rührt das nicht, sie rechnen sich lieber fanatsievolle linke Mehrheiten im Land zusammen - wie sie uns im Bundestag 2013 bis 2017 durch die merkwürdige Sitzverteilung vorgegaukelt wurde. Dabei müsste für jeden klar ersichtlich sein: Bayern toppt, Berlin floppt.

Fritz Gessler | Di, 18. September 2018 - 11:25

jede partei, die JAHRZEHNTELANG ein land mit ABSOLUTER mehrheit regiert, ist eine strukturelle gefahr für die demokratie.
die CSU noch dazu eine erzkorrupte, durch und durch verknöcherte mafiöse struktur (ganz a la demochristiani seinerzeit in sizilien). die CSU muss endlich einmal in OPPOSITION! ist das in der demokratie denn so schrecklich?
das schlimme ist, es bräuchte mindestens 30% für die AfD, um hier endlich einen kleinen regimewechsel zu erzwingen... und dann stehen schon willig die grün*Innen bereit, sich für's mitregieren zu prostituieren.
seehofer/drehhofer ist ja selbst auch nur ein symptom für den prinzipienlosen polit-kretinismus der CSU seit strauss' tod. und der war schon politisch charakterlos bis zum geht nimmer :))
in basyern wären gute, ehrliche, parteiunabhängige BÜRGERLISTEN eine alternative, nicht ewiges rumgejammere, wie denn die CSU noch zu retten. wenn an merkel was gutes, dann dass sie auch noch die CSU mit ins grab nimmt :)

Die Linke hat sich nach fünfmaliger Umbenennung nun an die Spitze der "Linken" (wer ist das eigentlich???) gesetzt: wer nicht unserer Meinung ist, ist nicht Links! Zu DDR-Zeiten hieß das SED-Spiel: wir sind für den Frie34den. Wer nicht für uns ist, ist gegen den Frieden!
FSJ hat mal einen guten Satz formuliert: "lieber Tod als rot!" Seine Parteifreunde haben das sicherlich vergessen. Das zu vergessen ist das Einzige, was ich an dieser CSU nicht gut finde, weil aus diesem Vergessen auch die Hetze gegenüber einer demokratischen Partei AfD erwachsen ist. Das ist Populismus: dem Mainstream nach dem Mund zu reden und gleichzeitig zu hoffen, dass man damit Wahlen gewinnt. Ich denke, das wird SO nicht funktionieren!

Wolfgang Tröbner | Di, 18. September 2018 - 11:33

"Die vorzügliche Infrastruktur samt der vielen Dax-Konzerne ist auch das Ergebnis einer wirtschaftsfreundlichen CSU-Politik, die den Freistaat in beinahe allen Rankings an die Spitze geführt hat. Man kann nicht das schöne Bayern in den Himmel loben und zugleich die CSU verdammen". Dieser Satz, Herr Bok, fasst die Verdienste der CSU wunderbar zusammen. Bayern ist das mit Abstand am besten regierte Bundesland, während die von der SPD und den Grünen regierten Länder (Beispiel Berlin) überall das Schlusslicht bilden. Wo stünde Deutschland ohne die Bayern und ihr Geld. Dass man die CSU nicht gerade liebt, ist mehr als verständlich. Wer liebt schon den Klassenprimus. Bezeichnend (und naiv), dass die CSU von den rot-grün dominierten Medien heruntergeschrieben wird, während die Grünen hochgeschrieben werden. Ausgerechnet die Grünen, die die Basis für den Wohlstand gerne abschaffen möchten. Ich hoffe nur, dass die CSU den Avancen der Grünen widersteht - es wäre ihr Ende als letzte Volkspartei

Juliana Keppelen | Di, 18. September 2018 - 11:39

sie sind schon oft als Löwen gestartet und als Bettvorleger gelandet. Und die Bilanz der CSU Minister/innen im Bund ist so weit ich zurück denken kann ausgesprochen mager. (Vielleicht schickt die CSU auch nicht gerade die hellsten nach Berlin). Unbestritten ist aber, dass Bayern ein sehr schönes und erfolgreiches Bundesland ist kommt gleich nach Baden-Württemberg (schmunzeln). Wenn der Autor schreibt "ohne Gnade für die Erfolglosen" so kann gut sein, dass die "Erfolglosen" jetzt aufbegehren und Protest wählen.

Paul J. Meier | Di, 18. September 2018 - 11:53

Die CSU hat den richtigen Zeitpunkt zum Absprung längst verpasst. Sie haben zähneknirschend eine Politik mitgetragen, deren Menetekel ihr nun anhaftet. Statt sich gegen die Urheber/in ihres eigenen Abstiegs und ihrer Überzeugung zu wehren, attackieren sie nun die Auswirkungen dieser Politik. Eine klassische Symtombehandlung!
Das zeigt fast Züge einer griechischen Tragödie. Vielleicht denken sie bei den Koalitionsverhandlungen einmal an ihren fehlenden Mut und wie teuer dieser nun bezahlt werden muss.
Immerhin gibt es zu den "Grünen" noch Alternativen, so dass das Worst-Case-Szenario vorerst noch erspart bleibt. Vielleicht fragen sie den ehemaligen Torwart von Bayern München, was sie gebraucht hätten...

Steffen Kahnt | Di, 18. September 2018 - 12:58

Gegen den angeblichen Siegeszug der Grünen stehen immer noch die bürgerlichen Parteien und dazu zähle ich die CSU / Freien Wähler/ FDP und in BAYERN auch die AFD. Klare Mehrheit gegen die Roten, Linken und Grünen.

RA Ullrich Dobke | Di, 18. September 2018 - 13:45

Ja und nochmals ja und das ist gut so! Woran es liegt? Die SPD kommt noch nicht einmal auf 1/3 der Stimmen der CSU!

Gottfried Meier | Di, 18. September 2018 - 13:53

Eine Koalition mit den Grünen wäre der Selbstmord der CSU. Die Folge wäre ein weiters Anwachsen der AfD. Ich werde dieses Mal AfD wählen, weil ich auf keinen Fall Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot in Bayern möchte.

Alex Preiss | Di, 18. September 2018 - 16:39

1. Bayern geht es nicht blendend. Immobilien- und Mietpreise sind derart gestiegen, dass ein Eigentumserwerb für Normalsterbliche mit einem Arbeitseinkommen nicht mehr bezahlbar sind. Das ist aber eine Voraussetzung für mich, wenn man davon spricht, dass es einer Bevölkerung blendend gehen soll.

2. "Da zählen alle Erfolge nicht mehr, die er als bayerischer Ministerpräsident und Bundesinnenminister vorzuweisen hat."

Welche Erfolge hat Herr Seehofer als Innenminister vorzuweisen ? Mir fällt keiner ein.

Ulrike Grams-Wieler | Di, 18. September 2018 - 18:29

Ich stimme dem, was Herr Bok schreibt, zu. Abgesehen von dem Kladderadatsch, in dem dieses Land steckt, halte ich es nach rund 70 Jahren nach Gründung unseres Landes für an der Zeit, dass das wirtschaftlich stärkste Bundesland, Bayern, endlich unter Beweis stellen darf und sollte, dass es neben Laptop und Lederhose auch Kanzler kann. Joachim Hermann wäre (m)ein guter Kanzlerkandidat. Gäbe es in der CDU vorausschauende aktive Politiker und Aktive, die weniger ihr eigenes Fortkommen im Blick habend, stattdessen eine solche Kandidatur aktiv mutig mittragen würden,könnte es was werden. Aber ist das so? Ist dieser Mut vorhanden? Gibt es gedanklich diese Möglichkeit für etwas neues innerhalb der CDU? Ich erhoffte mir neue, gute Perspektiven für dieses Land. Aber noch ist das Geschrei von SPD und vor allem der Grünen horrend. Und die CDU weiss nur, was die Kanzlerin will, nicht was sie als Partei selber will - ausser regieren.

Hans Schäfer | Di, 18. September 2018 - 18:37

Sein Erfolg: Er erhält seinen 9, in Worten Neunten Staatssekretär: Maaßen!

Wer jetzt noch daran zweifelt das wir eine Bananenrepublik sind , dem ist nicht mehr zu helfen.
Das ganze ist ein Scholdbürgerstreich.

Es ist schlimm und man kann nicht darüber lachen. Das schlimmste ist, dass immer mehr Wut und Unverständnis in einen aufkommt. Das sind aber sehr schlechte Ratgeber, die man meiden sollte. Gäbe es wirklich einen Zusammenhalt in der Gesellschaft, würden und müssten 2/3 der Bürger eine Kerze gegen das bisherige tun & nichts' tun der Regierenden zu einer bestimmten Zeit ins Fenster stellen. Durch diese Kraft des Lichtes können Sie auch ihren Unmut den Regierenden mal zeigen, das Sie nicht nur alle vier Jahre als Wähler, Konsument und Steuerzahler gebraucht werden.

Richard Unterburger | Mi, 19. September 2018 - 12:27

Meiner Meinung nach, müsste sich die CSU von der CDU lossagen und die Groko platzen lassen. Solange die CSU den Steigbügelhalter für Merkel macht, bleibt sie für viele ihrer potentiellen Wähler unwählbar. Das gleiche Problem, sozusagen in Grün, haben wir in München. Hier ist die CSU vollkommen profillos und der Seppi hat sich gemütlich auf seinem Bürgermeiser Posten eingerichtet.