Dienstpflicht - Alt und Jung müssen zusammenstehen

Mit ihrer Forderung nach einer Wiedereinführung der Wehrpflicht haben CDU-Politiker eine Kontroverse ausgelöst. Als Angriff auf die Jugend hatte Constantin Wißmann diesen Vorstoß bezeichnet. Dabei könnte der Dienst für junge Leute ein wichtiger Beitrag zur res publica sein

Soldaten in der Grundausbildung bauen mit S-Draht (Stacheldraht) am 14.12.2016 auf dem Gelände der Marinetechnikschule (MTS) in Parow (Mecklenburg-Vorpommern) bei Stralsund eine Drahtsperre auf.
Der Zustand der Bundeswehr ist desolat. Aber würde die Wiedereinführung der Wehrpflicht daran etwas ändern? / picture alliance

Autoreninfo

Dr. Klaus-Rüdiger Mai, geboren 1963, Schriftsteller und Historiker, verfasste historische Sachbücher, Biographien und Essays, sowie historische Romane. Sein Spezialgebiet ist die europäische Geschichte. Am 10. April erscheint sein Buch „Geht der Kirche der Glaube aus?“

Foto: Herder

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Die Diskussion über die Dienstpflicht, die in der Union aufgekommen ist, ist eine typische Sommerlochdebatte. Eigentlich lohnt es nicht, diese Debatte zu führen, denn schon jetzt zeichnet sich ab, dass sie ein bewusst in die Runde geworfenes Placebo ist, weil sie nicht mit europäischem Recht vereinbar ist. Aber was ist das für ein europäisches Recht, das einem Volk nicht erlaubt, für seine Verteidigung zu sorgen? Es stellt sich die Frage, ob es der CDU-Generalsekretärin Annegret Kamp-Karrenbauer nicht lediglich darum geht, die Konservativen in der Partei zu beschäftigen. Wäre es so, wäre das unehrlich den Parteimitgliedern, aber auch den Bürgern gegenüber. Es würde zeigen, wie unwichtig der Union inzwischen Deutschlands Sicherheit ist. Wie zur Bestätigung dieser Interpretation hat die stellvertretende Regierungssprecherin gestern bekannt gegeben, dass die „Widerrufung der Aussetzung der Wehrpflicht nicht zur Debatte“ stehe. Auch, wenn man im Kanzleramt alles, was man sagt, für alternativlos hält, wird die Debatte weitergehen, weil sie dringend weitergehen muss. 

Öffentlich wird darüber nachgedacht, ob man die Wehrpflicht wieder einführt und als Äquivalent dazu eine Dienstpflicht für diejenigen einrichtet, die es ablehnen, an Waffen ausgebildet zu werden. Constantin Wißmann hat die Vorstellung, junge Männer und Frauen zum Dienst für ihr Land im militärischen oder sozialen Bereich zu verpflichten, einen Angriff auf die Jugend genannt. Er führt ins Feld, dass die Perspektiven auch ohne ein Dienstjahr für die Jungen nicht rosig sind und dass die Hälfte der Singles zwischen 25 und 35 von Armut bedroht sind. Zudem verweist er auf die Beitragsbelastung der Jüngeren, wenn die sogenannten Babyboomer in Rente gehen. Damit hat er recht. Nicht recht hat er mit der Gegenüberstellung von Jungen und Alten. 

Die Verrentung der Babyboomer und ihre Folgen 

Viele der Babyboomer sehen die Politik der CDU unter Angela Merkel, die Umsetzung von grünen Ideen, wie sie auch die Abschaffung der Wehrpflicht war, gerade deshalb sehr kritisch, weil sie befürchten, dass diese Politik auf Kosten der Jungen geht, nämlich auf Kosten ihrer Kinder und Enkel. Ältere sind auch Eltern, die hoffen, dass es ihren Kindern einmal besser gehen wird. Bis jetzt haben die Babyboomer salopp gesagt, den Laden am Laufen gehalten. Sie finanzieren zu großen Teilen den Staat, die Sozial- und Rentensysteme und haben auch in die  Ausbildung ihrer Kinder investiert. Was man ihnen vorwerfen kann, ist, dass sie nicht genügend Kinder gezeugt haben. Es ist kein Zufall, dass die Bundesregierung das Rentenniveau nur bis zum Jahr 2025 garantiert. In diesem  Jahr werden mehrere negative Entwicklungen zusammentreffen: Explodierende Sozialkosten werden auf eine schwächelnde Wirtschaft treffen. Potenziert wird das Problem durch die Einwanderung von Migranten. 

Alt und Jung sitzen in einem Boot 

Schaut man sich die Probleme an, so betreffen sie in unterschiedlicher Weise die Älteren und die Jüngeren gleichermaßen. Jüngere werden unter hohen Beitragslasten leiden, Ältere gehen in Altersarmut. Sie werden nicht einmal einen Bruchteil von dem ausgezahlt bekommen, was sie jahrzehntelang eingezahlt haben. Deshalb müssen Ältere und Jüngere hier gemeinsam für Problemlösungen eintreten. Sie dürfen sich nicht  nach dem berühmten Teile-und-Herrsche Spiel gegeneinander aufhetzen lassen. Das wird aber von Politikern und Medien sehr gern aufgeführt, um von der Misere abzulenken, die sie zu verantworten haben. Es existiert kein Konflikt zwischen jung und alt, sondern zwischen den Interessen der Bürger und der desaströsen Politik der Bundesregierung, die das Land in die Krise steuert. Der hochgeschriebene vermeintliche Generationenkonflikt soll das lediglich kaschieren. 

Der römische Historiker Tacitus machte die Dekadenz des Imperiums Romanums an der Abschaffung der Wehrpflicht fest. Wenn der Bürger nicht mehr mit Leib und Leben für die res publica eintritt, diese allerhöchste Verantwortung nicht mehr übernimmt und stattdessen einen Sklaven oder einen Söldner schicken kann, dann ist das Gemeinwesen nichts mehr wert und wird zerfallen. In seiner Antrittsrede 1961 sagte der amerikanische Präsident John F. Kennedy: „Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt. Meine Mitbürger in der ganzen Welt: Fragt nicht, was Amerika für euch tun wird, sondern fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“

Dem Land dienen gehört zur Demokratie

Freiheit und Verantwortung gehören zusammen, Freiheit ohne Verantwortung ist Verwahrlosung. Seinem Land ein Jahr zu dienen gehört zur res publica, ist eine zutiefst demokratische Frage. 1989 hat die DDR-Führung auch deshalb die Nationale Volksarmee (NVA) nicht gegen das Volk eingesetzt, weil sie sich nicht sicher sein konnte, ob die Soldaten auf ihre Brüder und Schwestern, auf ihre Eltern, Großeltern und Freunde schießen würden. Alle Aufstände im Ostblock wurden in der Hauptsache von sowjetischen Besatzungstruppen niedergeschlagen. Aber - und da stimme ich Constantin Wißmann vollkommen zu – , dann muss der Bund junge Bürger auch effizient ausbilden. Er darf nicht ihre Zeit verschwenden.

Übrigens führt Schweden die Wehrpflicht wieder ein, auch weil durch die Kriminalitätsentwicklung infolge der Migrationspolitik die Polizei überlastet ist. 

Existenzielle Fragen der Sicherheit

Wenn wir ehrlich sind, haben wir keine Bundeswehr mehr. Sie wurde unter Merkel, Guttenberg, de Maizière und von der Leyen in einen beunruhigenden Zustand versetzt. Die Wahrheit ist: Deutschland ist nicht verteidigungsbereit. Wie groß die Not ist, zeigen die Überlegungen, Söldner im Ausland anzuwerben. Wie soll man sich das vorstellen? Will Frau von der Leyen mal beim IS oder bei den Taliban anfragen, ob die zufällig ein paar Söldner übrig haben? Die Gesellschaft darf den Jungen etwas abverlangen 

Allerdings kommt es jetzt darauf an, über den Zustand der deutschen res publica zu diskutieren, und zwar aus der deutschen Perspektive, aus der Perspektive der Interessen der Bürger. Dazu gehören die existentiellen Fragen der inneren und der äußeren Sicherheit. Deutschland muss in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen, im Innern die Rechtsordnung wie nach Außen die territoriale Integrität des Staatsgebietes. Hierzu gehören eine funktionierende Polizei und eine effiziente Bundeswehr als Bürgerarmee. Für dieses Land müssen jung und alt zusammenstehen, und jeder hat seinen Beitrag zu leisten. Da darf die Gesellschaft auch den Jungen etwas abverlangen – auch im Interesse der Jungen, denn es geht um ihre Zukunft. Und sie muss die Jungen schützen vor unbezahlten Praktika, vor dem Jobsurfen, vor der unverschämten Ausbeutung, die mit dem perfiden Argument gerechtfertigt  wird, dass die Jungen ja noch jung sind und noch viel Zeit hätten. Doch niemand hat Zeit, wo keine Zukunft ist.

Michaela Diederichs | Di, 7. August 2018 - 17:28

Aus der Generation Prakikum wurde die Generation Zeitvertrag. Wie sieht die Zukunft für dieser Generation aus? Einen verpflichtenden Dienst direkt nach der Schule habe ich immer befürwortet. Inzwischen sehe ich das deutlich kritischer. Die Politik hat über Jahrzehnte mehr Probleme geschaffen als gelöst, diese jetzt den Jungen aufzubürden, halte ich für unklug. Der Bundeswehr ist mit dieser Lösung nicht geholfen, in Altenheime wird auch kein Jugendlicher streben also wird gewählt werden, was gefällt: Kirche, NABU, Bildungseinrichtungen etc. Das haben wir mit dem FSJ jetzt schon.

Yvonne Walden | Di, 7. August 2018 - 17:46

Herr Mai begibt sich in einigen Politikfeldern - bewußt oder unbewußt - aufs Glatteis.
Etwa, wenn er eine allgemeine "Dienstpflicht" fordert oder befürwortet.
"Dienstpflicht" klingt verdächtig nach "grauenhaften Zeiten", als das NS-Regime einen "Reichsarbeitsdienst" einführte.
Das wäre in unserer parlamentarischen Demokratie gottlob nicht mehr möglich.
Dann zu der Darstellung, in Schweden habe man die Wehrpflicht "zur Verstärkung der Polizei" wieder aufleben lassen.
Das wäre in Deutschland verfassungsrechtlich nicht machbar, weil polizeiliche und militärische Aufgaben strikt zu trennen sind.
Wie sollten die jungen Wehrpflichtigen mit 12monatiger Dienstzeit solche Aufgaben überhaupt bewältigen?
Dann behauptet Herr Mai, Deutschland sei aufgrund der ausgesetzten Wehrpflicht nicht mehr verteidigungsbereit. Fast alle NATO-Staaten haben die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft; in den USA gibt es eine solche seit Urzeiten nicht mehr.
Es ist Krieg und niemand geht hin. Das wäre gut so.

Mathias Trostdorf | Di, 7. August 2018 - 17:49

https://www.welt.de/politik/deutschland/article180725856/Dienstpflicht-…

Ich hatte den link schon unter dem Wißmann-Artikel gepostet. Interessantes Ergebnis, das ich so gar nicht erwartet hätte.

Die "Zivis", die wir im Krankenhaus hatten, waren übrigens eine große Hilfe für Patienten wie Personal, und eine tatsächlich "Bereicherung", auch wenn dieses Wort ja aus ideologischen Gründen inzwischen nur noch einen mittelguten Klang hat.

Christa Wallau | Di, 7. August 2018 - 17:59

In allen Punkten, die er anspricht, stimme ich Herrn Mai zu.
Seine grundsätzlichen Argumente, seine Hinweise auf die Geschichte und auf aktuelle Zustände in anderen europäischen Ländern tragen dazu bei, die Diskussion über die Wehrpflicht bzw. eine grundsätzliche Dienstpflicht für junge Bürger zu versachlichen und zu bereichern.
So, wie die Lage in Deutschland zur Zeit ist, kann sie jedenfalls nicht bleiben: Unser Staat ist faktisch
unfähig sich zu verteidigen.
Dieser Zustand bedarf dringend einer vernünftigen Korrektur. Das Thema "Verteidigung und äußere Sicherheit" ist keineswegs ein Sommerloch-Füller, sondern ein eminent wichtiges Anliegen, dessen sich die Politik unbedingt annehmen muß.

helmut armbruster | Di, 7. August 2018 - 18:09

so viel ich weiß gibt es in den westlichen Ländern so gut wie nirgendwo mehr Wehrpflicht.
Da wir ja nie etwas "normal" machen können, brauchen wir jetzt angeblich wieder die Wehrpflicht. Was der Rest der Welt macht, ist uns gleichgültig. Denn wir wissen sowieso alles besser und müssen immer unseren Sonderweg gehen. Erst wird die Bundeswehr zur Lachnummer herunter gewirtschaftet und dann soll die Wehrpflicht es richten.
Was sind das bloß für unfähige Leute, welche die Führung unseres Landes in Händen haben?

Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland, Litauen, Österreich, Norwegen, Schweden, Schweiz und Zypern (griechischer Teil) würden Sie zur Not als "westliche Staaten" durchgehen lassen, ja?
Darüber hinaus kennen in Europa auch Albanien, Mazedonien, Serbien, Russland, Weissrussland, Moldawien und die Ukraine eine Wehrpflicht.

wolfgang spremberg | Di, 7. August 2018 - 18:38

3 Anmerkungen.
1. Der Demografische Wandel passt tendenziell gut zur technologischen Entwicklung. Wir benötigen künftig deutlich weniger Menschen für die Produktion. Arbeitslose müssen, wie Rentner, von den gut verdienenden Arbeitnehmern alimentiert werden. Außer einigen Spezialisten benötigen wir keine zusätzlichen Arbeitskräfte. In jedem normalen Betrieb bringt man erst einmal die eigenen Arbeitskräfte, z.B. durch Schulungen, wieder an die Arbeit bevor man neue, zusätzliche einstellt und bezahlt.
2. Wir haben zwar eine viel beschworene "Willkommenskultur", uns fehlt aber eine "Dankbarkeitskultur" gegenüber dem Land / der Gesellschaft und unseren alten Mitbürgern die aus diesem Land / dieser Gesellschaft ein Traumziel für Menschen aus aller Welt gemacht haben.
3. Das Misswirtschaft, z.B. bei der BW, zu bekämpfen ist, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Heidemarie Heim | Di, 7. August 2018 - 19:05

"Wenn wir ehrlich sind, haben wir keine innere Sicherheit mehr". Während unsere Soldaten in z.B. Mali vergeblich versuchen, die dortige Bevölkerung vor den Islamisten zu schützen, werden die Eigen-und Fremdgewächse dieser Art laut Verfassungsschutz jährlich zahlreicher in der BRD sowie Europaweit. Das da schon so einige "Züge" längst abgefahren sind, darf vermutet werden.
Doch das ist das Extrem. Meine Frage zum Thema wäre:" Was machen wir mit den vielen jungen Leuten mit Migrationshintergrund, die sich nicht ausreichend integriert fühlen und ein nach wie vor ambivalentes Identitätsgefühl bezüglich ihrer Heimat Deutschland haben?" Wieviel Bekenntnis bzw. Verpflichtung für die res publica kann man da verlangen? Verordnete Loyalität per Gesetz für Alle? Das funktioniert wahrscheinlich genau so wenig wie vergangene Leitkulturdebatten.Und um Rechtsordnungen durchzusetzen braucht es gut besetzte Sicherheitsbehörden und Gerichte, die nicht auf Jahre "ausgebucht" sind. Woher nehmen? MfG

Dieter Zorn | Di, 7. August 2018 - 19:23

Die Wehrpflichtarmee war den demokratischen Staaten des Westens, und dort besonders den Sozialdemokraten, einmal heilig. Als Offiziersanwärter musste man Referate darüber halten, welche Bedeutung diese für einen demokratischen Staat hat. Die Gedanken Jean Jaurés waren die Grundlage. Dass nämlich eine Volksarmee nicht so leicht gegen das Volk eingesetzt werden kann. Dass sie eine moralische und ethische Bindung zwischen Volk und seiner Verteidigung schafft. Man könnte sagen: Heute ist niemand nichts mehr heilig. Das Geschwätz der schon immer Verwöhnten und Gelangweilten über das Rumgammeln bei der Truppe kann ich als Reserveoffizier nicht mehr hören. Klar, wer keinen Einsatz zeigt und sich vor allem auf die Schreibstube verdrückt, der wird es so erleben. Ansonsten spricht aus dieser Abwehrhaltung gegen ein Soziales Jahr genau die Spät-Römische Dekadenz, die schon Rom (mit seinem Söldnerheer) zu Fall brachte.

Dirk Nowotsch | Di, 7. August 2018 - 19:40

Für den Außenstehenden sieht es so aus, als gebe es gar kein Konzept zur Landesverteidigung! Auch ein Konzept, zur Verteidigung unseres Kontinents, ist nicht wirklich auszumachen!? Wehrpflichtige, nur als Kanonenfutter, für lineare Kriegsführung auszubilden, kann man getrost als Schwachsinn bezeichnen! Aber wofür/zu was wollen wir die Wehrpflichtigen denn ausbilden? Wie lange soll denn das Wissen aktuell und die Leute verwendbar sein? Die Bundeswehr hat kaum noch Kampfmittel in den Stückzahlen, das jeder Wehrpflichtige eins bekommen kann (z.B. 150 Panzer). Aber die Frage wird ja nicht beantwortet, wofür die Bundeswehr gerüstet werden soll? Welche Aufgaben soll sie übernehmen? Auslandseinsätze sind, aus meiner Sicht, ein absolutes No-go für Wehrpflichtige! Nichts im Ausland, rechtfertigt den Zwang für einen Wehrpflichtigen dort zu sterben!!! Daher muss das klar geregelt sein, das deutsche Soldaten nicht für fremde Völker und Interessen im Ausland kämpfen müssen! Reine Landesverteidigung

Dimitri Gales | Di, 7. August 2018 - 20:20

Die Schwierigkeit liegt in der Umsetzung, wie der Autor auch erwähnt. Alle westeuropäischen Länder werden sehr schwierigen Zeiten entgegengehen, zumal sich die soziale Kluft zwischen Wohlhabenden und bescheideneren Einkommen dauerhaft und radikal vertiefen wird, aus verschiedenen Gründen, der Autor erwähnt im Artikel einige.
Aber sieht man deshalb Bürgerbewegungen, Bürgerinitiativen am Werk?

Petra Horn | Di, 7. August 2018 - 21:11

haben auf der Seite des Wahlvolkes zu stehen.
Gewährleistung von Sicherheit und Rechtssicherheit, Respekt dem Bürger gegenüber, Gerechtigkeit für die, die den Staat durch Steuern und rechtskonformen Verhalten stützen und seine Existenz gewährleisten.
Dies ist in Deutschland in weiten Teilen nicht mehr der Fall. Einseitige Solidarität gibt es nicht. Irgendwann wird der, der sich ausgebeutet fühlt, die Unterstützung aufgeben.

Michaela Diederichs | Di, 7. August 2018 - 21:45

Desaströse Politik - Sie schreiben es. Alt und Jung lassen sich nicht auseinander dividieren. Da seien Sie mal ganz unbesorgt. Die kinderlose Frau Merkel schmeißt eine Deutschlandfahne angewidert weg, holt Millionen Kulturfremde ins Land, die dann von Ehrenamtlichen betreut werden (gleichzeitig aber auch unsere Sicherheit und unsere Sozialsysteme bedrohen), hat mit ihrer CDU keine Plan für die Rente von morgen (sie hat überhaupt für nichts einen Plan), setzt die Wehrpflicht aus, spricht von Menschen, die schon länger hier leben und jetzt soll es die Generation unserer Kinder richten, weil die Politik bei allen Themen komplett überfordert ist? Nicht Herr Wißmann stellt jung und alt gegenüber, sondern die Politik und die MSM. Und eigentlich geben Sie Herrn Wißmann beständig recht. Lieber mache ich es wie Mexiko: Bürgerwehr. Bin ich sofort in vorderster Front dabei. Mein Kind und alle Kinder der Generation sollen ihren Weg gehen und nicht für unsere Irrtümer zahlen. Merkel muss weg!

Luwig Stassen | Di, 7. August 2018 - 22:51

Ich stimme dem Autor und Tacitus zu und freue mich auf eine kontroverse Diskussion der Demokraten. Gäbe es so nicht den Mangel an gutem Willen und die Versuchungen, die Güter und Besitztümer anderer Menschen und Staaten ohne deren Zustimmungen zu nehmen und Grenzen der Fairness oder des Raumes zu übertreten, bräuchte man weder Polizisten, Richter noch Soldaten. Weil ein Staat aber gefallen an einer Halbinsel im schwarzen Meer hatte und grüne Männchen schickte, weil Meeresbodenschätze durch künstliche Schaffung von Inseln von China legalistisch beansprucht werden, Volksgruppen anderer Religionen vertrieben werden, müssen Gemeinschaften Schutz organisieren. In der Sylvester Nacht in Köln suchten die bedrängten Frauen Schutz z.B. bei Türstehern, weil die mit Gewalt umgehen konnten, deren junge Freunde offenkundig nicht. Wenn unser Staat keine ausgebildeten wehrpflichtigen Demokraten mehr hat, wird Gleichberechtigung zur Utopie, dann ist die Macht bei den stärkeren Individuen.

Wir leben in Zeiten, wo die Mehrzahl der Menschen in Deutschland offenbar glaubt, die Macht der Umarmung sei stärker als Gewalt. Daraus wurden dann in Köln gewalttätige Umarmungen. Die Macht ist schon längst bei den stärkeren Individuen angekommen. Mit oder ohne Bundeswehr - Deutschland hat sich wehrlos gemacht.

Dieter Alfred Robert | Mi, 8. August 2018 - 08:22

Für einen Staat, der nach wie vor über offene Grenzen unerwünschte Einwanderung zulässt, der abgewiesene Asylbewerber nicht abschiebt und weiter alimentiert, den Sicherheitsbehörden im Rahmen eines überzüchteten Rechtstaates (einer völlig verstaubten und überinterpretierten "Verfassung")
wirksame Mittel fehlen lässt (Organisierte Kriminalität, Kindermissbrauch, Sozialbetrug usw. usf.), das alles begleitet von einer weltfremden Judikative - für diesen Staat soll jemand Wehrdienst leisten? Zumal die Regierenden ihren Abscheu gegenüber allem Militärischen mehrfach offengelegt haben? Die für die Bundeswehr (Danke Herr Scholz) kein Geld über haben, aber für die Notleidenden der Welt, die es nach Deutschland geschafft haben (Kosten etwa 60 Mrd. p.a.)? Nein Danke. Übrigens: Wenn in der Pflege gut bezahlt würde, gäbe es den "Pflegenotstand" nicht, es würden schon gar nicht unwillige Zivildienstleistende gebraucht.

Ich stimme Ihnen in allem zu: Deutschland ist mit das chaotischste Land, das es in Europa und weltweit gibt. Nur, "wir" denken meist immer noch und gespeist durch weltfremde Medien, daß hier doch alles immer noch gut sei. Und wer was anderes sagt, dem wird ganz geschwind das Mikrophon abgestellt und wird mundtot gemacht.
Die Probleme begannen m.Er. mit den sog. 68ern und mit der Regierung Brandt/Scheel ab 1969. Nach 1990 brachen dann mehr und mehr alle Dämme. Die geistig-moralische Wende von der der CDU-Vorsitzende Kohl noch zu Beginn der 80er Jahre sprach, fand weitgehend kein Gehör unter den Menschen.

Dieter Hegger | Mi, 8. August 2018 - 08:25

Zu den meisten Einlassungen kann man Herrn Mai nur zustimmen. Dieses Merkel-Land ist ein einziges Chaos ! Es gibt weder Sicherheit im Inneren, wenn sich die Polizeiberichte durchliest, Stichwort Clan Kriminalität. Noch sind wir militärisch in der Lage das Land im Konfliktfall zu schützen. Noch schwimmen wir auf einer Konjunkturwelle und können uns die Migranten "leisten" doch damit wird bald Schluss sein. Es bleibt die Möglichkeit, das Land zu verlassen , wenn man eine vernünftige
Ausbildung hat. Aber schnell bevor diese "Traumländer" auch bald dicht machen, Nordamerika, Australien, Asien etc...................

Bernhard Jasper | Mi, 8. August 2018 - 10:17

Herr Mai, was für ein Pathos, „dem Land dienen gehört zur Demokratie“. Diese Aussage ohne Bodenhaftung soll sich an Jugendliche oder Heranwachsende richten? Da bleibt doch das jugendliche Ego der einzige Bezugspunkt, um irgendjemand, irgendetwas, irgendwo zu werden (übrigens, Jugendliche ziehen sich Ihre Um-Welt gewissermaßen an, Stichwort Jugendkultur).

Nein, in erster Linie handelt es sich hier um die Ratlosigkeit einer „General-Sekretärin“, wenn es darum geht einer politischen Partei einen diskussionsfähigen Rang zuzuweisen. Für mich wirkt das Ganze wie eine Art Endspiel-Fiktion, eine simulierte Wirklichkeit. Ein letzter Versuch der Mobilisierung, um die Partei-Truppen in Marsch zu setzen, denn die Erosionsgefahr und intellektuelle Verwahrlosung liegt in den Parteien selbst. Eine Art rasender Stillstand in der Berliner Republik.

Jo Steiner | Mi, 8. August 2018 - 10:39

Da hat der Autor wohl irgendwo noch die Vorstellung aus dem 18. Jahrhundert. Wer soll in eine dermassen marode Armee gehen, mit Material, dass nicht funktioniert, dass meistens nicht vorhanden ist, mit Personal, welches den realen Kampf nie trainiert hat (wie z. B. Amerikaner, Engländer, Franzosen), für welches die Einrichtung von Wickelstuben Priorität bei der Ministering hat anstatt Sturmgewehre zu kaufen die auch bei Sand und Hitze schiessen. Wer soll ein Land als seine Res Publica empfinden, dessen politische Führungsriege einzig Selbstversorgung und Klientenwirtschaft treibt ? Nein, mein Bester, dies ist nicht mehr unser Land.

Bernd Eifländer | Mi, 8. August 2018 - 10:41

Dieser zusammen gewürfelte Haufen aus aller Herren Länder soll zusammen Stehen ??? Ist das Realsatire ?
Die stehen zusammen, ja vor dem Sozialamt. Für Deutschland wird von der Sorte keiner kämpfen, die doch schon aus ihren Länder abgehauen um Konflikten und der Wehrpflicht zu entgehen. Deutschland gibt es nur noch dem Namen nach, es hat sich lange abgeschafft.

Frank Rech | Mi, 8. August 2018 - 10:44

Der Zustand der res publica ist, wie jeder sehen und beobachten kann so miserabel, daß er m.Er. mit politischen Mitteln kaum noch zu beheben sein wird. Ein Volk der Egoisten, der Schnäppchenjäger, der Materialisten und Neuheiden hat sich seit langem in Deutschland etabliert- die bitteren Früchte u.a. der "68er"- und ist ohne geistige Umkehr zu den Wurzeln nicht mehr zu retten.
Ohne eine Neuevangelisierung, die Beachtung der Gebote Gottes und Lehren der Kirche Christi gibt es keinen Ausweg aus der mißlichen und bedrohlichen Lage. Das Problem ist: sowohl große Teile der katholischen Kirche wie der protestantischen Gemeinschaften agieren seit langem gegen die Glaubensinhalte und schaffen geistige Wüsten nebst den zahlreichen Christusfeinden. Das wird in den Debatten meist übersehen. Der Schulterschluß zwischen Rot-Grün und anderen mit dem Islam ist ja kein Zufall. Deutschland und Europa sind christlich- oder sie sind nicht.

Claudia Korthals | Mi, 8. August 2018 - 11:01

"Sie dürfen sich nicht  nach dem berühmten Teile-und-Herrsche Spiel gegeneinander aufhetzen lassen. Das wird aber von Politikern und Medien sehr gern aufgeführt, um von der Misere abzulenken, die sie zu verantworten haben."

Endlich Klartext. Danke! Das Gleiche gilt auch für das Spiel "gut" gegen "rechts".

Wolfgang Tröbner | Mi, 8. August 2018 - 11:02

dieses Landes präzise beschreibt:"... Ältere und Jüngere ... dürfen sich nicht nach dem berühmten Teile-und-Herrsche Spiel gegeneinander aufhetzen lassen. Das wird aber von Politikern und Medien sehr gern aufgeführt, um von der Misere abzulenken, die sie zu verantworten haben. Es existiert kein Konflikt zwischen jung und alt, sondern zwischen den Interessen der Bürger und der desaströsen Politik der Bundesregierung". Egal, ob es um die chaotische Zuwanderungspolitik, die Steuerpolitik, die Rentenpolitik, die Energiepolitik oder eben um die Dienst- oder Wehrpflicht geht: die Regierung schert sich einen Dreck um das, was die Bürger wollen bzw. was für Deutschland gut wäre. Sie folgt nur ihrer eigenen Agenda und in der kommt der Bürger nur als Steuerzahler vor, der ansonsten aber seinen Mund zu halten hat. Und genauso ist das auch bei den allermeisten Medien, die sich nur noch als Erfüllungsgehilfen der Regierung begreifen.

Helmuth Boeger | Mi, 8. August 2018 - 11:56

Pardon, das ist ein ziemlich „wilder Mix“ von Argumenten.
Artikel 5 der Charta der Grundrechte der EU verbietet Sklaverei, Leibeigenschaft, Zwangs- oder Pflichtarbeit und Menschenhandel. Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Abhängigkeit und Willkür aus. Würde dies auf eine allgemeine Dienstpflicht zutreffen?
Viele Historiker fassen Tacitus mit Vorsicht an, denn er hat das ihm vorliegende Material mitunter manipuliert.
Sie schreiben, dass „Schweden die Wehrpflicht wieder einführt, auch weil durch d. Kriminalitätsentwicklung infolge der Migrationspolitik die Polizei überlastet ist.“ In Schweden werden also kriminelle Migranten künftig mit Soldaten verfolgt?
Sie zitieren Kennedy und fordern, dass „jeder seinen Beitrag zu leisten hat.“ Wir leisten bereits jeden Tag unseren Beitrag. So machen wir dieses Land zu einem sehr erfolgreichen Land.
Mich beunruhigt der Begriff „allgemeine Dienstpflicht“ nicht. Mich beunruhigen Vorstellungen und Meinungen, wie Ihre, d. dazu geäußert werde

Alexander Wildenhoff | Mi, 8. August 2018 - 12:03

Dem Land dienen gehört zur Demokratie - das sollte Allgemeinwisse sein. Aber wenn die gewählten Volksvertreter - vorneweg die Kanzlerin - nur ihren eigenen und Parteiinteressen verpflichte sind, was soll dann die Wiedereinführung der Wehrplficht (oder wie immer man das nennen will) bringen?
Wir haben den Systemfehler, dass wir ureigene nationale Staatsaufgaben auf ein fiktives Staatsgebilde, das es nicht gibt, (Hirngespinst) übertragen haben: die "EU".
Auf dem Papier soll die "EU" die Außengrenzen schützen, in der Realität muss das jedes Land selbst organisieren.
Ein Staat ohne Grenzen kann nicht existieren.

Herr Wildenhoff, es erscheint mir, dass Sie, wie andere Kommentatoren hier auch, das Grundgesetz nicht kennen. Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Die Abgeordneten des Bundestages – die auch parteilos sein können - werden von den Wahlberechtigten gewählt. Die Abgeordneten sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen. Der Bundestag wählt den Bundeskanzler. Er bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. Welchen anderen Interessen außerhalb der oben genannten soll/kann ein Bundeskanzler oder ein Abgeordneter unterworfen sein? Sie selbst können als Parteimitglied oder über den Abgeordneten Ihres Wahlkreises aktiv an der Politik teilnehmen. Dazu gehört aber auch die nötige Frustrationstoleranz. Nicht alles, was Sie oder ich denken, ist mehrheitsfähig.

Herr Boeger, Sie sagen: „Die Abgeordneten des Bundestages – die auch parteilos sein können - werden von den Wahlberechtigten gewählt.“ Das ist die Theorie. Aktuell gibt es 2 „fraktionslose“ Abgeordnete – ehemalige AfD-ler. Eine echte Chance in den BT gewählt zu werden, haben nur Leute, die auf dem Ticket einer Partei antreten. UND DANN dem sogenannten Fraktionszwang unterliegen. Dass sie nach der wunderschönen Theorie nur ihrem Gewissen verantwortlich sind, weiß ich auch. Allein die Realität sieht anders aus. Speziell die sogenannten Volksparteien stellen „Abweichler“, die WIRKLICH ihrem Gewissen folgen, nicht mehr auf sicheren Listenplätzen auf.
Ich gehe davon aus, dass Sie das auch wissen. Die Krise der Volksparteien liegt vor allem daran, dass die von Ihnen geforderte Frustrationstoleranz aufgebraucht ist.

Claudia Westphal | Mi, 8. August 2018 - 13:13

wenn man all die frühverrenteten Babyboomer, die selbst so gar keine Kinder haben wollten, nun zum Dienst an der Gesellschaft heranzieht. Da käme genügend Manpower zusammen. Sorry, aber dieses Thema macht mich persönlich einfach nur wütend.

Ich weigere mich einfach, die Generation meiner Kinder nun als Lösung ungelöster politischer Probleme zur Verfügung zu stellen. Ich kann mich sehr gut an heiße Diskussionen mit Gleichaltrigen erinnern, in denen mir deutlich gemacht wurde, dass nur noch Idioten Kinder in die Welt setzen, dass nur die berufliche Entwicklung etwas wert ist, dass man nur ohne Kinder sich verwirklichen und sein Leben genießen könne. Das sind übrigens sehr oft dieselben, die so gegen die Mütterrente wettern.

Nun genießt mal - aber ohne meine Kinder. Die sollen ihr eigenes Leben aufbauen, was schwer genug sein wird im Angesicht von Industrie 4.0 und Digitalisierung und einer überalternden Rentnergeneration mit überbordenden Forderungen.

Helmuth Boeger | Mi, 8. August 2018 - 14:53

Herr Rech, hier ein kleiner Auszug aus der Bergpredigt: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“( Mat 5,1–7,29) Vielleicht können Sie in diesem Sinne Ihre eigene Toleranz gegenüber Andersdenkenden und Andersgläubigen hinterfragen?

Kai Korrotes | Mi, 8. August 2018 - 15:57

Das ist eine der typisch steilen Thesen, wie sie gerne in retrospektiven Dokus der ÖR so herzerwärmend propagiert wird.

Fakt ist, dass die DDR-Führung genau aus diesen Gründen Ortsansässige quasi niemals in Kasernen im eigenen Bezirk unterbrachten. So dienten gezogene Dresdener in Berlin, Karl-Marx-Städter in Schwerin, Neubrandenburger in Gera etc. Denn dann bestand die Gefahr nicht (so der Gedanke der Obrigkeit), dass Erwin aus Suhl seinen Vater bei einem möglichen Aufstand in Berlin über den Weg läuft und deshalb nicht schießt. Ähnlich hielt man es teilweise mit der Polizei, der Stasi und erst recht den Grenztruppen. Bei den Grenztruppen hat man deshalb auch regelmäßig die Truppen untereinander gemischt, damit keine Verbrüderungen unter den „Grenzern“ stattfinden und diese sich dann bei einem Fluchtversuch womöglich nicht gegenseitig „abknallen“....

Kai Korrotes | Mi, 8. August 2018 - 16:30

Ich möchte nur ein Land verteidigen, dass ich liebe. Dazu ist es nötig, dass mein Land mich „liebt“. Das ist patriotisch. Aber als Patriot bin ich für rot-rot-grün bis CDU schon ein Nazi. Und ich habe beim besten Willen nicht das geringste Interesse einen Staat zu verteidigen (und schon gar nicht zu „zwangsverteidigen“), der mich wegen meiner Vaterlandsliebe hasst und diffamiert. Unsere viel beschworenen Werte verkommen mehr und mehr zu populistischen Floskeln einer Regierung, die alles dafür macht, Deutschland in den Ruin zu führen, flankiert von einer rot-grünen Opposition, der das noch nicht einmal schnell genug geht und welche uns eine deutsche Kultur abspricht. Und genau diese Regierung will mich dann zwingen, mein Leben mit der Waffe für diese Schwätzer zu riskieren, oder als Billiglöhner die Pflege zu retten und somit als Lohnsklave das auszubaden, was sie selbst über Jahrzehnte sehenden Auges vergeigte?!! Absurd!

Brigitte Simon | Mi, 8. August 2018 - 17:30

In die Diskussion möchte ich mich mit einem, keines-
wegs Einzelbeispiel, einbringen. Frau X, als Alleiner-
ziehende, ermöglichte ihrem Sohn das Abitur und sein Studium. Um die sehr erheblichen Geldmittel
hierfür aufzubringen, arbeitete sie tgl. nahezu 10
Stunden, zahlte ihre Steuern und Sozialabgaben.
Der Sohn, um seinen Beitrag hierfür zu leisten,
jobbte parallel zum Studium. Sein beantragtes
BAföG wurde genehmigt. Alle Studierende müs-
sen die Hälfte der in der Regelstudienzeit erhaltene
BAföG-Förderungssumme zurückzahlen (Staatsdarlehensschuld). Aber er hatte auch Glück. Sein Jobben bei Mc Kinsey überzeugte den
Konzern. Nach Beendigung seines Studiums bot
ihn dieser eine hervorragende Position im Ausland
an. Und diese Möglichkeit durfte er sich nicht ent-
gehen lassen. Eine solche Chance nicht wahrneh-
men zu können würde einen ganzen Lebensweg
zerstören. Dies wäre die katastrophale Folge des
nicht durchdachten Vorschlags der CDU-General-

Brigitte Simon | Mi, 8. August 2018 - 17:38

einer Wiedereinführung der Wehrpflicht. Kein Ar-
beitgeber würde ein derartiges Angebot nach
1 Jahr wiederholen. Auch nicht einem "schon immer
hier Lebenden".
Meine Frage:
Wie sähe hierfür die Lösung bei Personen mit dop-
pelter Staatsangehörigkeit oder anderer EU-
Staatsangehörigkeit aus? Doppelte Staatsange-
hörigkeit entbindet diese bislang in beiden Län-
dern von der Wehrpflicht.
Allerdings zu Dank an Deutschland ist jeder
Flüchtling verpflichtet.

Armin Latell | Mi, 8. August 2018 - 18:02

Sehr geehrter Herr Mai, so sehr ich Ihrem Artikel zustimme, seit wann ist seit der Ära Merkel die CDU dem Bürger gegenüber ehrlich gewesen? Genau genommen war und ist diesen Leuten doch 4 Jahre lang völlig egal, was dem Bürger wichtig ist. Dann wird so getan als ob, danach weiter so. Einen Beweis, dass diesen Selbstdarstellern De völlig am A.... vorbeigeht, braucht es doch schon längst nicht mehr. Herr Wißmann gehört für mich zur Generation "jeder denkt an sich, nur ich denk an mich" Warum die Aussichten nicht rosig sind, ja, noch schlechter als sie sein müssten, liegt doch auch an einer Regierung, deren Politik er gut heißt (Unterstellung meinerseits). Das Geld wird rausgeworfen, als gäbe es kein morgen. Ja, und ein Großteil der Neubürger hat keinerlei Interesse, eigenes Geld zu erarbeiten, sondern wird nur mehr fordern. Mit heutiger Erfahrung wissen, was das mittelfristig bedeutet. Ja, Wehrpflicht oder Ersatzdienst ist ein alternativloses (o weh)muss, wollen wir noch etwas retten.

Silas Loy | Mi, 8. August 2018 - 20:50

Die res publica erfordert persönliche Teilnahme, Verantwortung und die zuverlässige Verbindlichkeit zwischen den Generationen. Leider haben wir aber nicht mehr das politische Personal dafür. Das ist spätestens seit Schröder vor allem damit beschäftigt seine Wähler um die Fichte zu führen und auszuplündern.

Jacqueline Gafner | Do, 9. August 2018 - 10:15

kann selbstredend darauf verzichten, sich zu verteidigen, und wenn es ihm oder ihr im Extremfall das Leben kosten sollte. Nur fällt die Vorstellung einigermassen schwer, dass eine Mehrheit der Deutschen effektiv auf einem derartigen "No Future"-Trip ist, selbst wenn die Zeiten für viele schon besser gewesen mögen als heute. Sollte es trotzdem so sein, müssten sie mit Blick auf den Überlebenskampf, den in echten Krisenregionen dieser Welt beheimatete Menschen tagtäglich ausdauernd führen, nicht nur rote Backen, sondern auch Ohren bekommen. Das Gejammer auf einsam hohem Niveau, das in Europa gerade auch in Staaten, die sich selbst im innereuropäischen Vergleich in einer weiterhin komfortablen Lage befinden, nicht allein nur wirtschaftlich, zusehends um sich greift, ist einfach nur beschämend und dekadent. Wer in einem freiheitlich-demokratisch konstituierten Rechtsstaat europäischen Zuschnitts lebt, hat weit mehr zu verlieren und zu verteidigen als der grösste Teil des Restes der Welt.