Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer - Auch „AKK“ ist kein „Weiter so“

Annegret Kramp-Karrenbauer, die neue Parteivorsitzende der CDU, gilt als Vertraute von Angela Merkel. Doch auch sie wird wissen, dass es mit dem Kurs der Kanzlerin nicht mehr weitergeht. „AKK“ muss die Konturen der Partei wieder schärfen. Friedrich Merz hat die Chance dazu vertan

Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem CDU-Parteitag
Annegret Kramp-Karrenbauer: Vor einer riesengroßen Aufgabe / picture alliance

Autoreninfo

Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Die Wiederaufstehung der CDU nach einer am Ende bleiernen Zeit hat an einem nasskalten Dezembernachmittag in Hamburg stattgefunden. Es ist eine Wahl für eine neue Parteivorsitzende, Annegret Kramp-Karrenbauer, die selbst von dieser „bleiernen Zeit“ in den vergangenen Jahren gesprochen hat. Sie muss nun auch die Hoffnungen der Anhänger des denkbar knapp unterlegenen Friedrich Merz zufrieden stellen. Denn diese Wahl ist deshalb nicht nur die Wahl einer neuen Parteivorsitzenden. Es ist auch die Abwahl einer Merkel-CDU, die in den vergangenen Jahren den Kurs bestimmt hat. Für Angela Merkel hat diese Botschaft am Tag ihres Abschieds vom Parteivorsitz eine bittere Note. 

Eine Renaissance, keine Restauration

Dieser Wahlausgang ist das Ergebnis einer schleichenden Auszehrung der CDU in den vergangenen Jahren. Immer mehr fragte sich diese Partei: Wer bin ich eigentlich? Was sind meine Grundwerte, was sind meine Grundüberzeugungen? Und wofür bin ich da, außer für den Machterhalt der Kanzlerin? Weil solche Fragen irgendwann an die Identität gehen, und weil sich diese Fragen auch immer mehr Wählerinnen und Wähler gestellt haben, sank die Partei in Wahlen und Umfragen auf nie dagewesene Tiefpunkte. Merkel hat für die CDU vier Kanzlerschaften geholt, die letzte mit Hängen und Würgen und drei davon nur mit der Option, die immer geht: Große Koalition. Sie hat aber auch zwei der drei schlechtesten Bundestagswahlergebnisse der Geschichte für die CDU zu verantworten. 

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Günter Johannsen | Fr, 7. Dezember 2018 - 18:19

Hat also die CDU hat ihren eigenen Untergang (Suizid) beschlossen? Die "Beruhigungstropfen" haben sich durchgesetzt. Die Linke Einheitsfront (LINKE/SPD und Grün-Linke)lässt schon die Sektkorken knallen, denn nun geht´s weiter so in Richtung "realer Sozialismus"! Ein Trauerspiel für alle demokratisch tickenden Menschen mit eigener Meinung, aber andererseits wieder gut,weil die AfD diese linksvernebelte CDU als Volkspartei ablösen wird. Viele ehrliche CDUler werden jetzt hinüberwechseln … und das ist gut so!

Norbert Schmidt | Fr, 7. Dezember 2018 - 19:13

Ich habe die Reden aller drei Bewerber für den CDU-Parteivorsitz angehört. Im Vergleich zu Merz und Spahn hat AKK die mit Abstand beste Rede gehalten, und deshalb vermute ich, dass sie noch einige Unentschlossene auf ihre Seite ziehen konnte, die dann den Ausschlag für ihren Erfolg gaben. AKKs Rede war engagiert, persönlich, authentisch und thematisch traf sie die wichtigen Zukunftsthemen. Sollte sie sich von der bleiernen Merkel-Zeit der letzten Jahre absetzen können, und sollte sie thematisch auch auf die Merzanhänger eingehen und seine thematischen Schwerpunkte mitaufgreifen, dann prophezeihe ich einen Wiederaufstieg der CDU als Volkspartei der Mitte.

Heinrich Niklaus | Fr, 7. Dezember 2018 - 19:16

Das Wahlergebnis zum Parteivorsitz der CDU hat den links-grünen Flügel der CDU gestärkt. Aber es ist ein Phyrrus-Sieg der Doppel-Merkel-Anhänger.
1. Die neue Hoffnungsträgerin AKK wird bei der Europa-Wahl und den Landtagswahlen (2019) im Osten nicht reüssieren.
2. Die CDU hatte eine Chance der Erneuerung. Sie hat diese ausgeschlagen und AKK hat nicht das Profil einer Erneuerin. Sie ist die Doppel-Merkel.
3. Für Deutschland ist das ein äußerst schlechtes Wahlergebnis. Denn unsere Wirtschaft, die unser lange über Wasser gehalten hat, versinkt im Politik-Morast links-grüner Ideologen.
4. Für die AfD ist es das denkbar beste Ergebnis. Mit der Doppel-Merkel an der Spitze der CDU werden sich weitere CDU-Anhänger der AfD zuwenden.
5. Für die etablierten Parteien bedeutet das Wahlergebnis, dass sich die letzte Volkspartei selbst aufgegeben hat.

Die AfD hat nun die Chance, stärkste Partei in Deutschland zu werden. Aus dieser Perspektive erwachse

Michaela Diederichs | Fr, 7. Dezember 2018 - 19:26

Ein Blick in die Kommentare bei WON und man weiß, kein Mensch glaubt an eine Kurskorrektur - nur Herr Schwennicke. Typ: liebenswerter Berufsoptimist.

Bernd Fischer | Fr, 7. Dezember 2018 - 19:28

In der AFD-Zentrale werden die Sektkorken knallen , denn so lange AM Bundeskanzlerin bleibt, wird die AKK absolut kein ( frisches ) Profil für die CDU entwickeln können ( dürfen ) , und der spalterische Kurs in Deutschland und für Europa seitens der CDU wird ungetrübt weitergehen.

Heidemarie Heim | Fr, 7. Dezember 2018 - 19:31

Und die sind kein kleiner Haufen, der zu vernachlässigen ist in der Rechnung. Selten hat man einen so deutlichen Frontverlauf in einer Partei ausmachen können. Und wenn man sich alleine der Protegés im Hintergrund erinnert, der kann sich vorstellen was da in Wirklichkeit passiert ist. Schäuble against Altmaier,Laschet&Co. Auch was frühere und nun erneute "Niederlagen" betrifft. Wer glaubt denn im Ernst den Friede,Freude,Omelett-Einheitsbeschwörungen? Der politische Feind von links und rechts schwingt das Tanzbein. Und im Osten unseres Landes raufen sich die letzten verbliebenen, noch aufrechten Unionsparteimitglieder die sowieso grauen Haare. Ich schätze mal, das so einige die schon auf dem Sprung aus der CDU waren ihre Kündigung nun losschicken. Obschon nicht meine Partei, in Anbetracht in 2019 stattfindender Wahlen wird es stürmisch,nicht nur in unserem Land. Mal sehen was AKK vertritt,erste Nagelprobe, wenn der Parteitag morgen die komplette Abschaffung des Soli beschließt. MfG

Hans Herzberger | Fr, 7. Dezember 2018 - 19:38

Schade, ich hätte mir für einen Neustart F. Merz gewünscht und nicht Frau AKK. Sie als Merkel-Klon wird nicht viel anderes machen, wie ihre Ziehmutter. Es ist traurig, dass eine so große Partei nicht den Mut aufbringt zu neuen Ufern zu starten. Sie wird durch diesen Entscheid für mich weiterhin unwählbar sein, da ich ein "weiter so" in die Grünlinke Ecke befürchte. Vielleicht hat Frau AKK anderes im Sinn jedoch den merkelschen Grundkonsens wird sie nicht überwinden können. Somit dürfte der Weg der deutschen und europäischen Politik vorgezeichnet sein. Die nächsten Wahlen werden eine krachende Niederlage für die ehemaligen Volksparteien in Deutschland und in der EU. Die AFD dürfte sich zur alleinigen Volkspartei entwickeln.

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