Linke Sammlungsbewegung - Hopp oder Flop?

Unter großer medialer Aufmerksamkeit gründet Sahra Wagenknecht die linke Sammlungsbewegung #aufstehen. Ob die Erfolg hat, hängt auch davon ab, ob es ihr gelingt, AfD-Anhänger zu rekrutieren. Schließlich hat die AfD die Linke im Osten als Partei der Arbeiter abgelöst

Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende Die Linke, spicht im Deutschen Bundestag nach der Regierungserklärung zum kommenden Europäischen Rat und zum Nato-Gipfel.
Sahra Wagenknecht startet die linke Sammlungsbewegung #aufstehen. Wird sie damit Erfolg haben? / picture alliance

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

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Kann Sahra Wagenknecht mit ihrer Sammlungsbewegung #aufstehen ein weiteres Erstarken der rechten AfD verhindern? Diese Frage steht im Raum, wenn die Chefin der Linken am 4. September auf der Bundespressekonferenz in Berlin die programmatischen Eckpunkte der neuen linken Sammlungsbewegung #aufstehen präsentiert. Schließlich bezeichnen sich immerhin 29 Prozent der AfD-Anhänger als potenzielle Wähler eines Linksbündnisses. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind es sogar 46 Prozent.

Große mediale Aufmerksamkeit ist dabei gewiss, sogar eine Live-Übertragung im TV-Sender Phoenix ist vorgesehen. Die Freischaltung der Website #aufstehen Anfang August kann man als eine Art Testlauf verstehen. Statt programmatischen Ausführungen sind dort 22 unkommentierte Videoclips zu sehen, in denen – vermittelt durch „einfache Bürger“ – die möglichen Themenschwerpunkte der neuen Bewegung skizziert werden: Rente, Pflege, Bildung, Lohndumping, prekäre Arbeit, Wohnungsnot, Hartz IV, Steuergerechtigkeit, Friedens- , Steuer- und Wirtschaftspolitik. Dazu kommen aber auch Themen außerhalb des klassischen sozialdemokratischen Kanons wie Digitalisierung, Ökologie und Tierschutz. Dem verbreiteten Vorwurf, #aufstehen biedere sich bei Rassisten an, will man mit eindeutigen Bekenntnissen zur Integration von Flüchtlingen und gegen den „politischen und gesellschaftlichen Rechtsruck“ den Wind aus den Segeln nehmen. 

Prominente Unterstützer

Über 85.000 Menschen haben sich bislang als Unterstützer der Bewegung registriert. Auch eine im Auftrag des Magazins focus erstellte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid bestätigt dies. 34 Prozent der Bundesbürger können sich demnach vorstellen, das neue linke Bündnis zu wählen. Unter den Anhängern der Linkspartei sind es sogar 87 Prozent, bei den Grünen 53 Prozent, bei den SPD-Anhängern 37 Prozent. Eine besondere Bedeutung könnte aber den AfD-Anhängern zukommen. 

Wagenknechts Ehemann Oskar Lafontaine, ehemaliger Vorsitzender der SPD und später der Linkspartei, sieht sie als wichtige Zielgruppe für #aufstehen. Besonders in Ostdeutschland sei die AfD „mittlerweile die Partei der Arbeiter und der Arbeitslosen“, sagte Lafontaine in der Welt am Sonntag mit Blick auf die 380.000 enttäuschten Wähler der Linken, die inzwischen zur AfD abgewandert sind. Die vorhandenen sozialen Probleme würden zudem durch die Zuwanderung „über Lohn- und Mietkonkurrenz verstärkt“. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ergänzte Wagenknecht, dass die AfD vor allem Protestwähler anziehe: „Das sind keine Rassisten, sondern Menschen, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen.“

Derweil nimmt der angekündigte „prominente“ Unterstützerkreis allmählich Formen an. Neben dem Philosophen und Dramaturgen Bernd Stegemann, der derzeit als eine Art Mastermind von #aufstehen erscheint, wagten sich zunächst die Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen (Linke) und Marco Bülow (SPD) sowie die frühere Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne) in einem gemeinsamen Artikel im Spiegel aus der Deckung. Auch der stellvertretende  Fraktionsvorsitzende der Linken, Fabio De Masi, bekannte sich wenig später zur Sammlungsbewegung. Auch der Historiker Peter Brandt, Sohn des ehemaligen SPD-Kanzlers Willy Brandt, zählt zu den Unterstützern.

Taktischer Kurswechsel?

Es ist davon auszugehen, dass die Migrationspolitik das heikelste Thema für die neue Sammlungsbewegung sein wird. Diejenigen, die offene Grenzen in Deutschland fordern, können ohnehin nicht mehr erreicht werden. Genauso wenig wie jener Teil der AfD-Anhänger, die ein an die faschistische Ideologie angelehntes, geschlossenes Weltbild vertreten. 

Die oftmals derbe Kritik an #aufstehen hat natürlich auch taktische Gründe. Viele große und kleine Funktionsträger bei Linken, Sozialdemokraten und Grünen sowie in deren Vorfeldorganisationen haben Angst vor der neuen Bewegung. Entsprechend aufgeregt sind die Reaktionen. Zu den gängigen Attributen gehören „Querfront mit Rassisten“, „autoritäres Projekt“, „Sektierertum“ oder „Totgeburt“. Nicht so harsch, aber fast schon rührend hilflos, präsentierte sich Kevin Kühnert, Vorsitzender der Jusos. Kühnert beschwerte sich beleidigt,  „dass zu mir nie Kontakt aufgenommen wurde“. Ohnehin beteilige er sich lieber „intensiv an der Erneuerung der SPD“. 

In der Parteiführung der Linken deutet sich ein taktischer Kurswechsel an. Nach wochenlangen wütenden Attacken der Parteivorsitzenden Katja Kipping gegen Wagenknecht und die geplante Bewegung will man nun offenbar den Ball flach halten. In einer internen Mail des Geschäftsführenden Bundesvorstands an regionale Funktionsträger heißt es unter anderem, #aufstehen habe „für die Programmatik und inhaltliche Ausrichtung der Partei keine Konsequenzen“. Man beobachte die Bewegung mit Interesse, aber „wir rufen unsere Mitglieder nicht dazu auf, sich ihr anzuschließen“ Stattdessen wolle man „die Linke stärken, als Motor und Orientierungspunkt für linke und sozial gerechte Politik“.

Gesellschaftlicher Wunsch nach mehr Sozialdemokratie

Die Protagonisten der Sammlungsbewegung wird das alles wenig stören. Sie sehen die große Lücke, die von der Agenda 2010-SPD, den in ökoliberaler Beliebigkeit schwelgenden Grünen und nicht zuletzt der postmodernen „No Border“-Linke im politisch-gesellschaftlichen Spektrum der Bundesrepublik geschaffen haben. Sie wittern die historische Chance, diese Lücke zu füllen. Und zwar mit einem verblüffend einfachen Konzept: Gut bezahlte  regulärer Beschäftigung, Sicherheit vor Alters- und Kinderarmut, umfassende soziale Wohnraumversorgung und besseren Bildungschancen – das sind ihre Themen. Klassische sozialdemokratische Reformpolitik also.  

Dass eine derartige Orientierung keineswegs veraltet ist, wurde auch im Vorfeld der vergangenen Bundestagswahl deutlich. Bereits einige Andeutungen des frisch gekürten Spitzenkandidaten und Parteivorsitzenden Martin Schulz über einen Politikwechsel hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit reichten im Februar 2017 aus, um die SPD binnen Monatsfrist in den Umfragen von 23 auf 32 Prozent zu katapultieren. 

Das Potenzial für eine leicht modernisierte, im Kern aber ursozialdemokratische Sammlungsbewegung ist zweifellos vorhanden. Doch die entscheidende Hürde hat #aufstehen noch vor sich. Denn letztendlich muss eine Alternative zur konsensualen Mitte und einer starken rechtspopulistischen Partei nicht nur erkennbar, sondern auch wählbar sein. Kaum etwas spricht dafür, dass die von Wagenknecht derzeit formulierte Marschrichtung Erfolg haben könnte. Sie will durch gesellschaftlichen Druck die SPD und die Grünen auf einen linken Kurs zu trimmen. Zu weit haben sich diese Parteien von der Lebensrealität der meisten Menschen entfernt, zu erstarrt sind ihre Strukturen und Funktionseliten.

Zukünftige Parteigründung?

An der Gründung einer neuen Partei wird über kurz oder lang kein Weg vorbeiführen, wenn die Sammlungsbewegung nicht Gefahr laufen will zu verpuffen. Derzeit nimmt niemand das Wort „Partei“ in den Mund. Das wird sich ändern, wenn der Niedergang der SPD anhält und die Richtungskämpfe in der Linkspartei weiter eskalieren. Wenn die Grünen sich verstärkt als Koalitionspartner der CDU andienen und die AfD weiterhin erstarkt.

Die drei Landtagswahlen im Herbst 2019 könnten ein entsprechendes Signal für die Gründung einer neuen linken Volkspartei aussenden. In Thüringen und Brandenburg ist davon auszugehen, dass die rot-rot-grünen und rot-roten Landesregierungen ihre Mehrheiten verlieren. Ähnliches gilt für die „große Koalition“ in Sachsen, wo mit starken Verlusten der CDU und der SPD gerechnet wird. In allen drei Ländern zeichnen sich zudem deutliche Gewinne der AfD ab  Dann wird es für #aufstehen wohl zur Gründung kommen.

Für die zunehmend retardierte politische Kultur in Deutschland kann das nur gut sein. Die Karten würden neu gemischt, die Lager könnten sich neu sortieren, und eine bürgerlich-konservative und eine linke Volkspartei als politische Zentren könnten den Streit über die richtige Politik für Deutschland führen. 

Michaela Diederichs | Fr, 31. August 2018 - 17:41

"bürgerlich-konservative und eine linke Volkspartei als politische Zentren". Wer ist in Ihrem Gedankenspiel die bürgerlich-konservative Volkspartei?

Reinhard Zeiss | Fr, 31. August 2018 - 17:48

Nein nie wieder links !
40 Jahre SED
30 SPD - CDU/CSU +Grün
Gelb wird nicht gebraucht !
Auch eine Sammlungsbewegung wird nicht gebraucht !
Es ist schon eine da !

Ralph Lewenhardt | Fr, 31. August 2018 - 18:24

Wenn Wagenknecht sich erdreistet, nicht nur theoretisch aufzustehen, wird sie schon sehen. Die Bashingphase gegen die Linken ist doch noch nicht so lange her und wurde dann nur durch das heftige konzertante Eeurokritikerbashing gegen Luckes neue Partei abgeschwächt. Da hat man sich dann schnell für das geringere Übel entschieden und sogar gegen alle Bekundungen, mit den Linken koaliert.

Paul J. Meier | Fr, 31. August 2018 - 18:33

Der damalige kurzlebige Schulz-Hype zeigte klar, dass eine echte Opposition und Alternative zur ausgelutschten CDU durchaus Potential hätte. Wenn solche irrwitzigen Probanden wie Kipping, Roth oder Stegner draussen blieben und statt dessen vernunftbegabte Talente die Lücken füllten, könnte ich mir einen Erfolg dieser Bewegung durchaus vorstellen. Die Sehnsucht der Bevölkerung nach integeren Politikern ist nicht zu leugnen. Das war ein Schulz natürlich nicht, deshalb wird es wohl sehr auf die personelle Aufstellung ankommen. Ob das realisierbar ist, wird sich zeigen, auf jeden Fall scheint Bewegung in die politische Landschaft zu kommen. Von links und von rechts werden die etablierten Mumien in die Zange genommen und das ist auch dringend nötig.

Joachim Wittenbecher | Fr, 31. August 2018 - 19:02

Die linke Sammlungsbewegung macht nur Sinn, wenn sie eine Fusion von SPD und Linke vorbereitet. Zwar ist eine solche Fusion vorbelastet, weil sie an die Zwangsvereinigung von 1946 erinnert. Ich bin jedoch der Meinung, dass heute andere Voraussetzungen vorliegen: beide linke Parteien sind getrennt so schwach, dass sie keinen Bundeskanzler stellen können; ein linker MP wie Herr Ramelow dürfte auch die Ausnahme bleiben. Man muss sich also fragen, was trennt beide Parteien: die Vergangenheit, die formale Rechtsnachfolge der SED durch die Linke; ideologisch sehe ich keine großen Hindernisse. Dort, wo die Linke mitregiert, macht sie sozialdemokratische Politik; Herr Bartsch erscheint mir z.B. wie der Prototyp eines Sozialdemokraten. Bei einer Fusion müsste die Rechtsnachfolge der SED ausgeschlossen werden und es sollte versucht werden, eine große Schnittmenge zum Bürgertum (Tradition W.Brandt/H.Schmidt) herzustellen. Die Grünen sollten außen vor bleiben, Antje Vollmer ausgenommen.

Armin Hiltl | Fr, 31. August 2018 - 19:18

Selbst wenn die genannten Zahlen und Umfragen zur Sammlungsbewegung von S. Wagenknecht stimmen sollten, kann man diese neue "Welle" nur belächeln. Es ist mehr als fraglich, daß sich darin tatsächlich mehr als heimatlos gewordene Berufslinke oder enttäuschter Linksliberale wiederfinden. Dank medialer Überformung ist ein Großteil der deutschen Bevölkerung ohnehin nicht mehr in der Lage, sich mehr als 24 Stunden politisch zu verorten, dafür sorgen schon die höchstens ebenso langlebigen Ankündigungen und Versprechen der Berliner Republik. Wagenknechts Sammlungsbewegung ist keine "Bewegung", sie ist bestenfalls eine neuerliche Ausformung eines- nennen wir es "politischen Empörungs-Tourismus". Die sogenannten Volksparteien- allen voran die SPD- "erneuern" sich doch seit Jahren unter jedem neuen Vorsitzenden dahingehend, daß sie bald von der Bildfläche verschwunden sein werden. In dieser "Weg-Bewegung" in eine "Erneuerungs-Bewegung"
zu erkennen, fällt mir schwer...

Dimitri Gales | Fr, 31. August 2018 - 19:39

die Ideeninhalte diesen neuen Bewegung, ein reale Marktlücke. Eines der Knackpunkte wird das Migrationsproblem sein, das das linke wie auch rechte Lager beschäftigt. Wagenknecht wird nur dann Stimmen von AfD-Anhängern bekommen, wenn sie eine restriktive Ausländer-und Einwanderungspolitik, sowie eine reformierte Europapolitik vertritt. Skandalthemen wie die chronische, menschenfeindliche Wohnungsnot ist ebenfalls ein Brennpunkt. Wagenknecht ist intelligent genug, um daraus etwas brauchbares zu machen. Ich jedenfalls wünsche ihr viel Erfolg.

Mathias Trostdorf | Fr, 31. August 2018 - 22:12

Ich dachte eigentlich, ich wäre durch mit "links", muß aber zugeben, daß diese Idee einer linken "Sammelbewegung" erstmal keine negativen Assoziationen bei mir ausgelöst hat. Voraussetzungen für meine Zustimmung wären aber eine undogmatische, ideologiegebremste und damit vernunftbasierte Herangehensweise an Probleme. Es wird allerdings sicher schwierig werden, die vielfältigen Ansichten der doch wahrscheinlich sehr unterschiedlichen Anhänger dieser Bewegung unter einen Hut zu bringen, und man weiß noch nicht, ob sich gerade die weltfremden hyperideologischen( ok, Kevin Kühnert ist schon mal nicht dabei) Linken oder eben die eher pragmatischen, die undogmatisch Probleme angehen wollen, dort sammeln. Oder gar Anhänger beider Richtungen. Dann bliebe es beim "auf der Stelle treten".

dieter schimanek | Fr, 31. August 2018 - 22:28

Die Sammelbewegung dient wohl eher dazu, die "Linke" in eine realisterische Richtung zu bewegen. Bei einer Kipping sehe ich da schwarz. Wer unbegrenzten Migrantenzuzug in die Sozialsysteme wünscht und Völkerwanderung mit Asyl verwechselt, hat mit Sicherheit kein Geld mehr für soziale Verbesserungen. Wähler von der AFD zurückholen halte ich für eine Utopie. Wenn das Wählerklientel der Linken darüber nachdenkt, wer letztendlich die Zeche dafür zahlt, bekommen die keine 5% mehr.

Alexander Mazurek | Fr, 31. August 2018 - 22:54

… liest sich stellenweise tatsächlich wie die Katholische Soziallehre, nicht schlecht. Oder Platons Nomoi. Das Problem der Linken, der wahrsten Repräsentanten einer entgleisten Aufklärung ist, dass sie nicht vor die Ursünde der Moderne können, Umkehr (μετάνοια , שוב) ist ihnen unmöglich - und somit ist aus dieser Richtung niemals Gutes zu erwarten, "da ein kleiner Fehler im Anfang -entgleiste "Aufklärung", Gottlosigkeit- am Ende ein großer wird", so Thomas von Aquin, der es von Aristoteles gelernt hatte.

Walter Gräbeldinger | Fr, 31. August 2018 - 23:02

Ich werde danach urteilen, ob die klar vorgebrachten Ideen gut genug sind, der Gesellschaft, international der Menschheit einen geistigen Aufstieg garantieren können. Die gleichbleibend intelligenten Menschen werden die Probleme, die sie jetzt schon nicht lösen können, auch in Zukunft nicht lösen, denn sie werden noch komplexer, und dies alles, gleichbleibend, ohne katapultartige Verbesserung des menschlichen Potentials in Herz und Geist, führt garantiert in ein Totalchaos, und es bliebe nur die Lösung, einen gewaltigen Teil der Menschheit so degenerieren zu lassen, daß wir es mit nahezu Blödsinnigen zu tun haben, und alles tendiert mehr und mehr abwärts Richtung Tierniveau, wie es die Natur längst schon eingeleitet hat, mit Schulklassen hier, die überhaupt nicht mehr lernfähig sind. Es geht abwärts und abwärts, bald rasant. Ich wüßte Abhilfe, kenne die notwendigen Programme, aber man begreift die Gefahr noch garnicht! Mein Beileid! Mich betrifft das alles nicht. Wer begreift's?

Bernd Lehmann | Fr, 31. August 2018 - 23:44

Wird nicht klappen, für keine Partei. Niemand der AfD Wähler wird Parteien wählen, die unser Vaterland zum Überrennen und Ausplündern preisgegeben haben. Niemals.

Martin Wienand | Sa, 1. September 2018 - 01:37

Und habe mich bei #aufstehen angemeldet. Als langjähriger Wähler der Grünen, deren Offene-Grenzen-Politik und deren Ineffizienz bei Natur- und Tierschutz ich aber nicht tragen kann, suche ich eine neue Partei. Ich brauche eine Mischung aus Öko, Ludwig Erhard, FDP, weniger EU, dafür eine Art EWG mit kulturellen Projekten und militärischer Zusammenarbeit. Könnte sich lohnen eine neue intelligente Form auszuprobieren. Viele Menschen sind auf der Suche. Wenn Frau Wagenknecht es geschickt anstellt, wird sie Erfolg haben. Sie wird sicherlich ein Netzwerk von guten Leuten brauchen.

Heiko Hallmann | Sa, 1. September 2018 - 04:29

Bewegung... die dann doch zur Partei werden muss...?
Was ist das vereinende einer "Bewegung" ja vielleicht die gemeinsame Erkenntnis das sich nichts bewegt es sich aber etwas bewegen müsste. Solange man keine eindeutigen Ziele formuliert kann sich ja jeder mit bewegen (gemütlich auf dem Sofa) aber naja vielleicht immerhin im Gedanken (neue Gedanken, Gute Ideen?) Klar jeder hat ja in so einer Bewegung das Selbstvertständnis das seine eigenen Ideen die besten sind und na klar werden diese jetzt von der "Bewegung" (mit) getragen. Das mag funktionieren solange man evtl. noch das gleiche Ziel teilt, aber vermutlich werden die Ansichten über die Wege zur Erreichung eines "gemeinsamen" Ziels schon zu einer weiteren Bewegung (auseinander) führen sobald etwas konkret werden soll. Das spiegelt sich ja auch an der schwäche der ehemaligen Volksparteien.
Mein Ziel wäre eine Politik zu etablieren die die Gesellschaftlichen Interessen und verantwortliches Wirtscchaften in den Fokus stellt.

Heiko Hallmann | Sa, 1. September 2018 - 04:30

Bewegung... die dann doch zur Partei werden muss...?
Was ist das vereinende einer "Bewegung" ja vielleicht die gemeinsame Erkenntnis das sich nichts bewegt es sich aber etwas bewegen müsste. Solange man keine eindeutigen Ziele formuliert kann sich ja jeder mit bewegen (gemütlich auf dem Sofa) aber naja vielleicht immerhin im Gedanken (neue Gedanken, Gute Ideen?) Klar jeder hat ja in so einer Bewegung das Selbstvertständnis das seine eigenen Ideen die besten sind und na klar werden diese jetzt von der "Bewegung" (mit) getragen. Das mag funktionieren solange man evtl. noch das gleiche Ziel teilt, aber vermutlich werden die Ansichten über die Wege zur Erreichung eines "gemeinsamen" Ziels schon zu einer weiteren Bewegung (auseinander) führen sobald etwas konkret werden soll. Das spiegelt sich ja auch an der schwäche der ehemaligen Volksparteien.
Mein Ziel wäre eine Politik zu etablieren die die Gesellschaftlichen Interessen und verantwortliches Wirtscchaften in den Fokus stellt.

Ursula Horvath | Sa, 1. September 2018 - 06:51

die Voraussetzung für einen Erfolg. Wagenknecht, (eine blitzgescheite Frau), müsste sich zuerst von dieser unseligen Linken Bonzen Truppe trennen. Nur dann wird Frau Wagenknecht erfolgreich sein. Es ist wie im richtigen Leben, man heiratet nicht nur den oder die Liebste sondern die ganze Restfamilie mit dazu. Nach 40 Jahren DDR würde es mir niemals einfallen, diese rote Familie an mein Herz zu drücken, obwohl ich bei Sahra kein Problem damit hätte!

Klaus Dittrich | Sa, 1. September 2018 - 09:35

„Kann Sahra Wagenknecht mit ihrer Sammlungsbewegung #aufstehen ein weiteres Erstarken der rechten AfD verhindern?“
Das wird davon abhängen, ob die Sammlungsbewegung auch eine tatsächliche Protestbewegung wird.

„Es ist davon auszugehen, dass die Migrationspolitik das heikelste Thema für die neue Sammlungsbewegung sein wird.“
Angesichts der realen Zuspitzung + der medialen Zuspitzung dieses Themas kein gewagtes Orakel.

„Die drei Landtagswahlen im Herbst 2019 könnten ein entsprechendes Signal für die Gründung einer neuen linken Volkspartei aussenden.“
Sehe ich ebenso. Und es darf abgewartet werden, auf welche Seite sich die Medien schlagen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Sa, 1. September 2018 - 10:54

kommt in der Politik niemand mehr vorbei und das ist gut für die Politik, insbesondere auch die politische Kultur, wenn nicht gar "Transcendenz".
Sie ist einfach mal ein "Hingucker" und eine "Hinzuhörende".
Was mir besonders an ihr gefällt ist das STANDING einer Frau in der Politik.
Sapere aude
PS.: Ich habe nicht prinzipiell etwas gegen Männer, ganz im Gegenteil, aber ich schätze Frauen, die selbst denken können.

Dr. Roland Mock | Sa, 1. September 2018 - 11:05

Wagenknechts Sammlungsbewegung wird erfolgreich sein. Ob einem das gefällt oder nicht. Vorbild ist nicht, wie öfter behauptet, Macrons „ En Marche“, sondern eher der „Front National“ (FN). Genau wie dieser ist die Wagenknecht- Schöpfung gnadenlos sozialpopulistisch: niedrigere Mieten, höhere Löhne.... kurz: Freibier für alle. Zahlen werden die „ Reichen“. Und wie der FN ist er damit weder „rechts“ noch „links“. Der Front National startete unter Papa Le Pen stramm rechts und ist unter seiner Tochter Le Pen z.B. in der Wirtschaftsagenda nicht mehr von den Vorstellungen der französischen Kommunisten zu unterscheiden. Bei Wagenknechts „ Aufstehen“ wird es eher anders herum laufen. Die vom Autor angeführten 46% ostdeutschen AfD-Sympathisanten, welche sich auch vorstellen können, eine „linke“ Bewegung zu unterstützen, sprechen Bände. Und bestätigen, daß viele der heutigen AfD ler früher PDS gewählt haben.

Yvonne Walden | Sa, 1. September 2018 - 12:32

Eine neue politische Bewegung oder politische Partei sollte sich vor allem davor hüten, nur nach "politischer Macht" zu streben und sich niemals von finanzstarken Kreisen "bevormunden" lassen.
Dies hat sich in der Vergangenheit als sehr negativ erwiesen, wie die Beteiligungen der Partei DIE LINKE an ostdeutschen Landesregierungen gezeigt hat. Sollte es zu einer Neugründung kommen, müßte diese Partei ein sozial-alternatives, wirtschaftsdemokratisches Profil aufzeigen und ein entsprechendes Wahl- und Parteiprogramm beschließen. Dieses Programm müßte allerdings auch befolgt werden. Wie viele Wahlprogramme hat beispielsweise die SPD im Verlaufe der Jahrzehnte verabschiedet; dabei blieb es dann aber auch, weil sich die SPD-Oberen stets von anderen Parteien "über den Tisch ziehen ließen".
Sahra Wagenknecht hat Großes vor. Wir sollten ihr Glück und Erfolg wünschen, damit es in Deutschland niemals zu einer rechts-autoritären Vorherrschaft der AfD oder anderer rechtslastiger Parteien kommt.

Alexander Oswald | Sa, 1. September 2018 - 18:35

Eine Fusionspartei wird das niemals, denn keine bestehende Partei wird sich aufgeben dafür. Eher wird es ein enges Wahlbündnis wie es oft in Italien praktiziert wird. Wenn die SPD auf 10 oder 11% runter ist, die Linke dort verharrt und für Grünen bei spätestens 18% anstoßen, wird so etwas denkbar, weil man en bloc mehr aussieht und bspw. einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten ausrufen kann ohne sich lächerlich zu machen. Allerdings kreuzen die inhaltlichen Fragen die Lager: man kann sich einem Flügel zugehörig fühlen, aber nicht gleichzeitig für und gegen Grenzen sein. Man kann für Grenzen sein, aber kein Marxist. Die abtrünnigen CDU'ler bei der AfD: unerreichbar für #aufstehen (Weltanschauung) (b) Das altsozialdemokratische Milieu (Ruß, Schweiß, Currywurst, ohne Gendergetanze): kaum erreichbar, solange irgendwelche Identitätslinke an Bord. Ohne die aber kein Wahlbündnis (denn bei den Hipster-Grünen keine kleinen Leute) Fazit: #aufstehen ist eine Totgeburt. Realität schlägt Wünsche.