Alexej Nawalny
Alexej Nawalny (r.) während seines Prozesses / dpa

Neun Jahre Straflager für Alexej Nawalny - Der Angeklagte hat das letzte Wort

Der Kremlkritiker Alexej Nawalny ist heute zu einer neuen Haftstrafe verurteilt worden. Als Angeklagter hat er das letzte Wort. Er nutzt es für einen Appell, der es in sich hat: Der Krieg in der Ukraine wäre erst dann beendet, sobald die russische Elite gestürzt sei.

Autoreninfo

Nathan Giwerzew studierte Literatur- und Politikwissenschaft in Berlin und absolvierte ein Redaktionspraktikum bei Cicero.

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Neun Jahre Strafkolonie und 1,2 Millionen Rubel Bußgeld. Das ist die Strafe für den Angeklagten Alexej Nawalny. Ihm werden die Beleidigung eines Richters und organisierter Betrug vorgeworfen.

Im August 2021 hatte der Kremlkritiker nur knapp einen Giftanschlag überlebt, weil er zur Behandlung in die Berliner Charité ausgeflogen worden war. Wie in russischen Geheimdienstkreisen gemunkelt wurde, habe man sich damals einfach mit der Dosis verschätzt.

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Tomas Poth | Di, 22. März 2022 - 18:38

Wie war, die Despoten oder auch jene die wie Despoten handeln, unumschränkt oder uneingeschränkt Handelnde, die Herrscher in dieser Welt.
Die 68er hatten den Spruch -Keine Macht für Niemand- kreiert.
Heute sitzen, kleben sie an Machtpositionen um nach ihrem Gutdünken uneingeschränkt wallten zu können, verantwortungslos wie so eine Beispiele in jüngster Zeit wieder zeigen.

Wie lange Putin sich hält und wer ihn dann ablöst wird sich zeigen, und ob sich dann etwas am Konflikt Russland/Ukraine ändert muß sich erst noch beweisen.
Russland wird sich nicht zum Pudel angelsächsischer Politik machen.

Die Putin-Versteher, die ja bekanntermaßen den "Westen" als einzig Schuldigen für den russischen Überfall auf die Ukraine anklagen, arbeiten fleißig an der Rehabilitation des Vernichtungskriegers im Kreml.

Auch nach Putin wird sich das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine also möglicherweise nicht bessern - soll heissen: "Es liegt nicht an Putin - es gibt ein tieferliegendes Problem. Und im abschließenden Satz macht der Forist dann klar: Der Westen versucht Russland zu seinem "Pudel" zu machen!

Sicher doch. Die verweichlichten westlichen Demokratien waren es!

Unterfüttert wird derartig weltabgewandte Schönfärbei einer Diktatur mit einem albernen Hinweis auf die 68er.

Natürlich fehlt jeglicher Hinweis auf Nawalny, der das ungeheure Verbrechen beging, offene Opposition gegen den "Unantastbaren" im Kreml zu betreiben.

Mit Straflager muss Nawalny wohl höchst zufrieden sein. Putin pflegt schon mal seine Gegner auch außerhalb russischer Grenzen exekutieren zu lassen.

Der Unterschied während der eine putzmunter täglich in unseren Schlagzeilen in Wort und Bild erscheint und seinen Sermon abliefern darf, verrottet der andere in einem Hochsicherheitstrakt und wird fast totgeschwiegen. Ausser einem Feigenblattbericht ab und an hält sich die Wertegemeinschaft bei Assange doch sehr zurück.

letzter Zeit, vermisse auch Herrn Muhlack.
Ich hätte Mühe, mich in Bezug auf Herrn Nawalny so zu äußern, vor allem, weil er mir so von Ferne sehr unsympathisch ist und ich es auch nicht für eine so große Widerstandsleistung seiner Person sehe, wenn eine Frau Merkel an sein Krankenbett eilt?
Herr Nawalny scheint mir ein Aktivist im Bereich politischer Symbolpolitik, mit der er sich evtl. gerne selbst überhöht.
Nicht mein Fall, aber er muss/te einiges dafür in Kauf nehmen und da treffen sich Herr Nawalny und Herr Assange wieder.
Gerechtigkeit für Assange, FREE Assange und Gerechtigkeit und faire Prozesse für Herrn Nawalny.

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