- Bündnis ohne Kraft
Donald Trump nannte die Nato „obsolet“, und tatsächlich stellt sich die Frage: Wozu braucht es den Verteidigungspakt überhaupt noch? Aufgaben gäbe es viele. Aber es fehlt am Willen, sich ihnen zu stellen
Die Nato sei „obsolet“: So hatte es Donald Trump kurz vor seiner Einführung ins Präsidentenamt Mitte Januar 2017 öffentlich erklärt. Trumps Begründung: Das westliche Verteidigungsbündnis übernehme zu wenig sicherheitspolitische Verantwortung in drängenden Fragen wie der Bekämpfung von Terrorismus, außerdem kümmerten sich seine Mitgliedstaaten zu wenig um ihre Verteidigungsfähigkeit. Die Aufregung nach diesem apodiktischen Urteil des amerikanischen Oberbefehlshabers war erwartungsgemäß groß. Aber hat er womöglich recht? Ist die Nato nicht zumindest dringend reformbedürftig? Ist sie noch die richtige Organisation, um Sicherheit und Stabilität in einem veränderten strategischen Umfeld zu gewährleisten?
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