Nato im Zugzwang - Bündnis ohne Kraft

Donald Trump nannte die Nato „obsolet“, und tatsächlich stellt sich die Frage: Wozu braucht es den Verteidigungspakt überhaupt noch? Aufgaben gäbe es viele. Aber es fehlt am Willen, sich ihnen zu stellen

Illustration von Menschen im Schwimmbad.
Die Deutschen stellen kein Sicherheitsrisiko mehr dar und haben es sich bequem in der Nato und in der EU eingerichtet / Illustration: Kati Szilagyi

Autoreninfo

Erich Vad war General der Bundeswehr, langjähriger Militärischer Berater der Bundeskanzlerin und ist jetzt Lehrbeauftragter an der Universität München.

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Die Nato sei „obsolet“: So hatte es Donald Trump kurz vor seiner Einführung ins Präsidentenamt Mitte Januar 2017 öffentlich erklärt. Trumps Begründung: Das westliche Verteidigungsbündnis übernehme zu wenig sicherheitspolitische Verantwortung in drängenden Fragen wie der Bekämpfung von Terrorismus, außerdem kümmerten sich seine Mitgliedstaaten zu wenig um ihre Verteidigungsfähigkeit. Die Aufregung nach diesem apodiktischen Urteil des amerikanischen Oberbefehlshabers war erwartungsgemäß groß. Aber hat er womöglich recht? Ist die Nato nicht zumindest dringend reformbedürftig? Ist sie noch die richtige Organisation, um Sicherheit und Stabilität in einem veränderten strategischen Umfeld zu gewährleisten?

Die Nato existiert seit dem 4. April 1949 – und gehört zweifellos zu den erfolgreichsten politisch-militärischen Bündnissen der Weltgeschichte. Derzeit sind rund 20 000 Soldatinnen und Soldaten sowie weiteres Nato-Personal weltweit an Nato-Missionen beteiligt. Das Bündnis engagiert sich nicht nur an seiner Ostgrenze, sondern auch in Afghanistan, im Kosovo und im Mittelmeer, wo es Europa in der Flüchtlingskrise unterstützt.

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