Verfrühte Freude? Oppositionsführer Donald Tusk auf der Wahlparty seiner Bürgerplattform / dpa

Nach den Wahlen in Polen - Wer regiert demnächst an der Weichsel?

Die regierende PiS-Partei bleibt zwar stärkste Partei, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Sowohl PiS-Chef Jarosław Kaczyński als auch Oppositionsführer Donald Tusk erklären sich zu Wahlsiegern. Aber noch sind gar nicht alle Stimmen ausgezählt.

Autoreninfo

Thomas Urban ist Journalist und Sachbuchautor. Er war Korrespondent in Warschau, Moskau und Kiew. Zuletzt von ihm erschienen: „Lexikon für Putin-Versteher“.

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Oppositionsführer Donald Tusk jubelte gestern am späten Abend: „Es ist der schönste Tag in meinem Leben!“ Die nationalpopulistische Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) sei vom Wähler abgestraft worden und müsse in die Opposition gehen. Andere Politiker waren vorsichtiger, denn der Jubel Tusks beruhte allein auf den Exit Polls, Befragungen einer begrenzten Zahl von Wählern nach Abgabe der Stimmen. 

Demnach ist die PiS zum dritten Mal in Folge mit rund 36 Prozent der Stimmen zwar stärkste Partei geworden, aber sie dürfte keinen Koalitionspartner finden, um weiter an der Macht zu bleiben. Es dürfte das Ende der politischen Karriere des zunehmend als weltfremd wahrgenommenen PiS-Gründers Jarosław Kaczyński sein; seine antideutschen und antieuropäischen Phobien befremden die große Mehrheit seiner Landsleute. 

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Tomas Poth | Mo., 16. Oktober 2023 - 13:23

Schau'n mer mal was sich da in der nächsten Zeit abspielt, wie die vielfältigen und gegensätzlichen Interessen unter einen Hut gebracht werden sollen.

Andreas Braun | Mo., 16. Oktober 2023 - 15:05

...wie haltbar solche Alle-gegen-einen-Koalition sein kann.
Grundsätzlich wäre der EU-Apparatschik Tusk verzichtbar gewesen.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 16. Oktober 2023 - 16:00

Wenn ich das richtig verstehe, ist da alles und gar nichts möglich und so richtig entschieden auch noch nicht. Also Abwarten und Tee trinken. Da wird noch ordentlich gestritten werden, wer sich da am Ende tatsächlich einen Sieger nennen darf und kann.

Klaus Funke | Mo., 16. Oktober 2023 - 17:11

Er wird dafür sorgen, dass der Tusk nicht ran kommt. Und das ist gut so. Tusk wird Polen an die EU verraten. Er ist das Schlimmste, was Polen passieren kann.

Ingo frank | Mo., 16. Oktober 2023 - 18:03

„demokratischen Buntland Germany“, wenn die Wahlverlierer eine Koalition gegen die Partei schmieden, die die meisten Stimmen erhielt. Beispiel Bremen was mir so aus dem Stand einfällt. Aber diese Beispiele werden sich in 24 bei wahrscheinlich drei LT Wahlen fortsetzen, in dem eine All- Parteienkoalition falls erforderlich gegen die AFD, auch mit den SED Erben gebildet wird. Da wird auch niemand Skrupel haben von den etablierten Parteien ….. dessen bin ich mir mehr als sicher.
Aber wie schon ein Mitforist kommentierte „ noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt und Polen nicht verloren“
Aber für die Ost- Länder sehe ich schwarz, zumal schon das Wahlvolk auf eine Regierung der Verlierer eingeschworen wird. Jüngstes Beispiel: Rommelow und der ehemalige Bundespastor die dies zum jetzigen Zeitpunkt entsprechend „vorglühen“
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Gerhard Lenz | Mo., 16. Oktober 2023 - 19:02

der letzten Woche in diesem Forum die Sektkorken knallen. Der Deutschland-Hasser Kaczynski, dessen Anhänger nicht müde werden, die Gräuel von Wehrmacht und SS zu instrumentalisieren, wahrscheinlich abgewählt!

Pustekuchen! EU-freundliche Liberale, die zusammen mit Linken und Konservativen eine andere, demokratische Politik durchsetzen wollen, sind so gar nicht nach dem Geschmack AfD-affiner Foristen.

Dann doch lieber Kaczynski, der abgesehen von Russenkritik und Deutschlandhaß inhaltlich mit seiner reaktionären Politik (gegen die EU, gegen Abtreibung, gegen Schwule, für die Kontrolle der Presse) mit deutschen Rechtspopulisten und -extremisten auf einer Linie liegt!
Die EU-Feinde haben einen Rückschlag erlitten. Orban wird versuchen, die polnische Destruktivität durch slowakische zu ersetzen. Aber ein Fico ist zwar moskauhörig, versteht sich jedoch als Linker und ist auf die Unterstützung einer EU-freundlichen, sozialdemokratischen Partei angewiesen.
Ein Schlag für die Europa-Feinde.