Habeck in Katar
Bezugsquellen diversifizieren: Robert Habeck in Katar

Energieimporte - Interdependenz statt Abhängigkeit

Es ist richtig, die deutsche Energieabhängigkeit von Russland zu beenden. Das kann und darf natürlich nicht heißen, sich von internationalen Handelsbeziehungen abzukoppeln. Und wichtige Rohstoffe können leider nicht allein aus befreundeten demokratischen Staaten importiert werden. Es kommt darauf an, sich nicht von einem einzigen Anbieter abhängig zu machen, um nicht erpressbar zu werden.

Thomas Jäger, Universität zu Köln

Autoreninfo

Thomas Jäger ist Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Direktoriums des Instituts für Europäische Politik.

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Russlands Angriff auf die Ukraine ist der „11. September“ Europas. Bundeskanzler Scholz hat das erkannt und deshalb von einer Zeitenwende gesprochen. Die offenkundigsten Zeichen dafür sind derzeit die Entscheidung, die Bundeswehr zu Handlungen zu ertüchtigen – denn sie ist für alle ernsten Zwecke aktuell nicht handlungsfähig – und die von einem Angriffskrieg betroffene Ukraine zu unterstützen. Damit will Deutschland bündnisfähig werden.

Das gilt auch für einen anderen Bereich, in dem Deutschland einen Sonderweg verfolgte. Die Energiepolitik muss neu aufgestellt werden, nachdem über zwanzig Jahre lang derzeit nicht mehr vertretbare geostrategische Entscheidungen fielen. Denn die Energieabhängigkeit von Russland war ja Ergebnis bewusster Entscheidungen, zuerst von Bundeskanzler Schröder, der offen das Ziel verfolgt, die Nato aufzulösen, und danach von Bundeskanzlerin Merkel, deren Motive sicherlich noch diskutiert werden. Der Einmarsch Russlands und die Annexion der Krim 2014 lösten jedenfalls keine Neuorientierung aus, weder im Bundeskanzleramt noch bei der SPD. Es mag gut sein, dass nun das Erschrecken über die eigene Handlungsunfähigkeit in militärischen Krisen nun den Entscheidungsschock ausgelöst hat. Das wird später zu erforschen sein.

Das Konzept des Wandels durch Handel ist noch immer kluge Politik

Der Bundeswirtschaftsminister nimmt die Aufgabe an, die Abhängigkeit von Russland bei der Lieferung von Gas zu verringern. Das muss, ebenso wie die Ausrüstung der Bundeswehr, einer Öffentlichkeit erklärt werden, die sechzehn Jahre lang in den öffentlichen Schlaf geredet wurde und nun die Welt nicht mehr versteht. Der Economist hat deshalb zu Recht drei Bedingungen für die Umsetzung der Zeitenwende genannt: dass die Bundeswehr erfolgreich ertüchtigt, dies in eine breitere Strategie eingebunden und von der deutschen Öffentlichkeit unterstützt wird. Letzteres ist von besonderer Bedeutung, denn die Umsetzung wird viele Jahre in Anspruch nehmen, wenn die Schrecken des Krieges möglicherweise nicht mehr so allgegenwärtig sind, sie wird von anderen politischen Kräften unterminiert werden und deshalb immer wieder erklärt werden müssen.

Nach der Pandemie ist der Angriffskrieg Russlands das zweite Ereignis in kurzer Frist, das die Forderung nach Resilienz, also der Widerstandsfähigkeit des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland aufwirft. Häufig zeigt sich diese Forderung als Quasi-Autonomie, so als müssten Masken, Medikamente und jetzt auch Energie in Deutschland hergestellt werden, um im Falle eines Falles verfügbar zu sein. Das Leitbild scheint internationale Unabhängigkeit zu sein. Das hieße aber, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Nur weil die letzten vier Regierungen die geostrategische Dimension von Interdependenz und deren asymmetrische Ausgestaltung nicht im Interesse der deutschen Gesellschaft berücksichtigt haben, wäre es nun eine zusätzliche Verschlimmerung der Lage, sich weitgehend aus dem internationalen Austausch zurückzuziehen. Der Austausch der Gesellschaften hat kooperationsfördernde Wirkung, und das Konzept des Wandels durch Handel ist noch immer kluge Politik. Leider geht die deutsche Diskussion gerade in eine völlig andere Richtung.

Interdependenz fördert weitere Kooperationen

Wenn Gesellschaften miteinander Handel treiben, beeinflusst das ihre politischen Kosten- und Nutzenkalkulationen. Deshalb fördert Interdependenz weitere Kooperationen, es sei denn, dass eine Seite derart nachlässig ist, dass sie sich in Abhängigkeit begibt. Dann entstehen stark asymmetrische Beziehungen, in der die Kosten für die Auflösung des Verhältnisses (fast) nur bei einer Seite aufschlagen. So wie derzeit in den Energiebeziehungen zu Russland. (Chinas Aufkauf europäischer Unternehmen war ein früheres Beispiel.) Nun ist es nicht nutzbringend, die Wirtschaftsbeziehungen insgesamt einzustellen, weil kein Importeur weiß, wohinein der Exporteur die erlösten Gewinne investiert. Das hätte bei Russland genau beobachtet werden müssen. Auch da waren die vier letzten deutschen Regierungen blind oder haben bewusst weggesehen (das hat nach meiner Kenntnis noch niemand erforscht). Revisionistische Mächte zu Investitionen zu befähigen, ist keine kluge Politik. Allerdings ist nicht immer sicher abzusehen, wann Mächte revisionistisch werden. Gut, bei Russland war das offensichtlich. Gleichzeitig ist mit Blick auf die Versorgungslage wichtig zu akzeptieren, dass wichtige Rohstoffe – ja nicht nur Gas – eben nicht alleine aus befreundeten demokratischen Staaten importiert werden können.

Die Betrachtung der eigenen Interessen in der Energiepolitik führt dann dazu, dass neben der Verfügbarkeit, der stabilen Versorgung und dem Preis (und anderen Faktoren) darauf geachtet werden muss, sich in keine Situation zu begeben, in der man aus der Beziehung heraus verwundbar ist. Verwundbarkeit ist gegeben, wenn keine Alternative verfügbar ist. Dann ist man erpressbar. Das heißt nun nicht, dass sich eine Regierung in einer konkreten Lage auch erpressen lässt. Vielleicht bürdet sie die Kosten ihrer Entscheidungen auch der Gesellschaft auf. Es bedeutet aber, dass die andere Regierung meinen kann, sie erpressen zu können – und auf Grundlage dieser Einschätzung Entscheidungen trifft.

Welche Faktoren auch immer zur Entscheidung zum Angriff auf die Ukraine beigetragen haben (das werden wir alles viel später erfahren), es ist jedenfalls nicht ausgeschlossen, dass die Uneinigkeit des Westens, die Zerstrittenheit der EU, die Zögerlichkeit der deutschen Regierung und die Energieabhängigkeit dazu beigetragen haben können. Es waren, wie wir jetzt wissen, Fehlkalkulationen seitens Russlands. Das Land hat sich mit dem Krieg politisch und ökonomisch schweren Schaden zugefügt. Deutschland wird sich hingegen weiter auf internationale Handelsbeziehungen einlassen müssen. Wichtig ist, dass dabei keine neuen Abhängigkeiten entsteht. Das weiß jede Kauffrau, die ihre Bezugsquellen diversifiziert und nie von einem Lieferanten allein abhängig sein möchte. Diese Kompetenz war in den letzten vier Bundeskabinetten leider nicht vertreten.

ingo Frank | Mo., 21. März 2022 - 18:30

wenn Wortmeldungen nach 16 jährigen Stillschweigen kommen, die die Merkelschen Entscheidungen, zumindest erst einmal schon in Teilen, in Frage stellen. „ öffentlichen Schlaf geredet …“Das sollte das 1 1/2 Jahrzehnte langes „weg ducken“ nicht entschuldigen. Tja, ist die Gefahr weg, kommt alles/ alle aus den Löchern und plötzlich haben dann alle, aus dem Brunnen der Erkenntnis, getrunken. Ist das nicht sehr verlogen Herr Professor?
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Christa Wallau | Mo., 21. März 2022 - 18:59

Tja, jetzt kommt ein weiterer Kardinalfehler von Angela Merkel ans grelle Tageslicht!

Zur katastrophalen Migratonspolitik,
dem überstürzten Ausstieg aus der Atom-Energie, der ruinösen Euro-Politik (Inflation!)
gesellt sich jetzt der Ausbau der Abhängigkeit von Putins Gas hinzu.

Es ist einfach unglaublich, was diese Frau mit Unterstützung ihrer Partei, der CDU und - natürlich (!) der Linken &Grünen - 16 Jahre lang an Schaden für Deutschland angerichtet hat!
Wegen vielfachen Eidbruchs müßte sie sofort vor Gericht gestellt werden.

Wer im Frieden naive bzw. blödsinnige Entscheidungen trifft, statt vorausschauend zu handeln, riskiert den Krieg und damit Verlust seiner Souveränität, seines Wohlstands und - im schlimmsten Falle - seines Lebens.

Die Welt hat genügend skrupellose Herrscher, welche die Blauäugigkeit anderer eiskalt ausnutzen - und sie sitzen nicht nur im Nahen und Fernen Osten.

"Homo homini lupus" - das gilt noch immer, und wird auch in tausend Jahren noch gelten.

Und Betschwestern werden daran - Homo homini lupus - ebenso wenig etwas ändern, wie bullerbüverblendete Dummschwätzer. Einer der letzteren kriecht jetzt vor dem Scheich, den er bislang verdammt hat. Traurig, trauriger, Habeck.
Zur Politik von AM kann man nur feststellen, die "mächtigste Frau" war entweder hoffnungslos naiv, dann aber gewaltig überschätzt. Oder sie war nicht naiv, dann aber ohne jeden Skrupel, wenn es um ihre Position ging. Leider hat es in Deutschland immer noch ausreichend Wahldeppen, die in ihrem Glauben, der Mensch sei von Grund auf erst einmal gut, weiterhin ihre Illusionen hegen. Die Kims, Xis, Putins, Erdogans, Chameneis .... dieser Welt werden es ihnen danken.

Komisch. Es wäre mir neu, dass ausgerechnet die AfD an Handelsbeziehungen beispielsweise zu Russland etwas auszusetzen hatte.

Im Gegenteil. Es gab Stimmen in der AfD, die Deutschland noch näher an Russland heranrücken wollten - bei größerer Distanz zur demokratischen Welt (USA, EU).

Es wäre mir auch neu, dass Linke (nie) oder Grüne (selten) in der Regierung saßen. Aber ums Differenzieren, um die Fakten geht es der Foristin ja bekanntlich nicht. Eher um die tägliche Breitseite gegen die Demokratie und die Demokraten.

Fehlt eigentlich nur noch der Satz, nur die "AfD" könne uns retten. Obwohl ja jeder Auftritt der Dame das im Grunde suggeriert.

Oder sollte ich irgendwann mal ein Wort des Lobes für einen demokratischen Politiker der Gegenwart lesen? Ausgeschlossen.

Passt nicht ins misanthropische Weltbild der AfD-Streiterin, die Deutschland seit Jahren untergehen sieht.

Hans Jürgen Wienroth | Mo., 21. März 2022 - 19:37

Sie haben recht, Herr Jäger, aber sind wir nicht in vielen Dingen abhängig? Wir sind faul geworden, haben die körperlichen und schmutzigen Arbeiten „outgesourct“ in Billiglohnländer. Dazu gehören auch Dinge wie Grundnahrungsmittel, Medikamentengrundstoffe, Masken und vieles andere, das wir nicht mehr selbst herstellen können, weil wir die Kenntnisse dazu schon vor langen Jahren aus der Hand gegeben haben. Unser Problem ist, dass niemand auf der Welt von unseren „Leistungen“ in ähnlicher Weise abhängig ist. Das müssen wir ändern. Trump war in dieser Hinsicht auf dem richtigen Weg. Allerdings musste er sich gegen große Widerstände im eigenen Land und im eigenen Lager durchsetzen.
Fangen wir an, Leistung Wert zu schätzen, Kenntnisse zurückzuholen und uns unabhängiger zu machen. Das muss nicht in totaler Selbstversorgung enden, aber es muss ein Geben und Nehmen sein.

Yvonne Stange | Di., 22. März 2022 - 16:35

Antwort auf von Hans Jürgen Wienroth

Wenn, dann haben es die Konzerne getan und hier gingen die dringend benötigten Arbeitsplätze verloren.... Es rechnet sich eben nicht, in einem Land, wo die höchsten Lohnnebenkosten abgezapft werden. Da kommt weniger Profit für die oberen Zehntausend dabei rum.
Es gibt sehr wohl genug Deutsche, die sich die Finger gerne dreckig machen würden, nur haben sie einfach keine Chance dazu und für einen Hungerlohn schon mal gar nicht. Man muß auch noch vom Verdienst leben können... Da ist etwas grundsätzlich schief gelaufen und KEINE Aussicht auf Besserung. Jetzt kommen ja erstmal die sehnlichst erwarteten Ukrainer, mal sehen, ob die die Billigjobs machen.... denn die Unterstützung bekommen sie ja trotzdem noch.

Kurt Walther | Mo., 21. März 2022 - 19:39

Klare Worte von Prof. Jäger, dem man nur zustimmen kann.
Klar auch, dass es noch erheblichen Aufklärungsbedarf der im letzten Vierteljahrhundert eingelullten deutschen Bevölkerung über die Konsequenz der angesagten "Zeitenwende" gibt.
Auch ich sehe hier noch viel notwendige Diskussion zur Politik von G. Schröder und A. Merkel, aber auch zur unsäglichen Rolle der MSM auf die Deutschen zukommen.
Es bleibt zu hoffen, dass die zahlreichen Fehlentscheidungen der Vergangenheit deutlich erkannt und künftig vermieden werden können. Die Wähler haben es in der Hand.

Es geht nun nicht nur um die bessere Ausrüstung der Bundeswehr im Laufe der nächsten Jahre und die Sicherung unserer Energieversorgung durch Diversifikation. Im Moment ist es die dringende Versorgung der Ukraine mit Waffen, ohne einen 3. WK zu initiieren, und die Bewältigung der Flüchtlingsströme. Hier muss rasch geholfen werden, mit Herz und Verstand. ​

Der Grundsatz, keine Waffen in kriegsführende Länder zu liefern, war einmal ein hohes Gut in unserem Land. Diese Waffen verlängern diesen Krieg und damit das Leid der ukrainischen Menschen, ebenso der Einsatz von Freiwilligen aus anderen Ländern. Immer mehr schießwütige Männer zieht es in die Ukraine. Und Putin wird noch verbissener alles einsetzen, was ihm zu Verfügung steht. Da fliegen dann vielleicht mal ganz schnell ein paar Raketen über Ländergrenzen hinweg. Da kann Putin 100mal Schuld haben, leiden werden die Menschen, die davon direkt betroffen werden.

Urban Will | Mo., 21. März 2022 - 20:04

solches Schriftstück zerrissen hätte, wäre es Teil einer Klausur.
Das war echt schwach, Herr Jäger. Eine Binsenweisheitssammlung par excellence.

Haben Sie noch mal schnell am Kanzleramt vorbeigeschaut, um sicherzugehen, dass „sie“ auch wirklich nicht mehr da hockt? Nun gut.

Also: man muss schauen, dass man seine Energie politisch korrekt bezieht und nicht „verwundbar“ (à la : na na na, euer Energielieferant passt ja nun mal gar nicht in unser Konzept des Gutseins...) ist.
Da hat man jetzt in Katar natürlich den Volltreffer gelandet. Ist aber Wurscht, Hauptsache nicht die bösen Russen...
Wohin den die Scheichs das viele Geld von D für das teure Gas investieren? Sicher in klimatisierte Behausungen für ihre Arbeitssklaven. Und natürlich in eine bessere Entlohnung derselben. Klar doch.
Und Russland arm und somit unsicher zu machen, ist mit Sicherheit der beste Weg.
Dann ist sichergestellt, dass nach Putin ein noch lupenreiner Demokrat an die Macht kommt.
Freuen wir uns.

... nachschauen, ob "sie" da auch nicht mehr hockt - ... auf den Punkt gesetzt.
Kleine Ergänzung: Wenn der Leitwolf weg ist versuchen andere auch mal eine eigene Heulprobe abzugeben.
Deutschland, armes Vaterland, du wurdest schon mehrfach in den Ruin getrieben oder zum "Endsieg" geführt, das war ja alternativlos.

in sich trägt und den Ausverkauf u n s e r e r , d. h. deutscher Interessen durch die eigene Regierung in den letzten 20 Jahren miterleben mußte, der kann enur tief verzweifelt oder ungeheuer wütend sein - wahrscheinlich beides zusammen.
Leider aber glüht in den meisten Deutschen nicht einmal mehr dieser Funke!

Es gehört nicht hierhin, aber ich muß es loswerden:
Allein der Umgang mit den Pflegebedürftigen, die nicht in "Residenzen", sondern in normalen Einrichtungen betreut werden, ist ein einziger SKANDAL! Was da abläuft, wo die Menschen ihre letzten Jahre verbringen, die D nach dem Krieg aufgebaut, Kinder großgezogen, Steuern bezahlt u. unser Land dahin gebracht haben, daß es jetzt Geld an alle Welt verteilen kann, muß man mit dem Begriff menschenunwürdig bezeichnen. Zum größten Teil unwillige, nicht fachlich ausgebildete, vor allem aber viel zu w e n i g e Personen halten dort einen Dauer-Notbetrieb am Laufen.
SCHÄBIGER - der eigenen Bevölkerung gegenüber - geht es nicht mehr!

Sie haben recht, Herr Urban.
Das eine staatlich organisierte Monopolstellung (eines Lieferanten) bezüglich Einkauf eines unverzichtbaren Wirtschaftsgutes, weder für den einkaufenden Staat, noch für seinen einkaufenden Bürger gut ist.
Dürfte nicht erst seit gestern bekannt sein.

Die moralischen Grundsätze, welchen jetzt Geltung verschafft werden soll, gehen aber auch bei so manch anderen Lieferanten nicht auf.

Ernst-Günther Konrad | Di., 22. März 2022 - 08:44

Sie ist tatsächlich weg. Dann aber mal hervor aus der Deckung und "mutig" einen weiteren Fehler der Merkel Regierung offenbart. "Diese Kompetenz war in den letzten vier Bundeskabinetten leider nicht vertreten." Das schreiben hier viele Foristen schon seit Jahren und wir haben nicht Politik studiert. Warum erst jetzt bei Ihnen diese Erkenntnis? Hatten Sie vorher Angst um Ihren Job? Alles was Sie da schreiben, wissen aufgeweckte und selbstdenkende Menschen schon lange. Wie gut das Habeck sich noch als Mann sieht und Hetero zu sein scheint. Man bedenke, ein schwuler Außenminister, wie seinerzeit Westerwelle hätte da vorsprechen müssen. Ob die den gleich eingesperrt hätten? Man bedenke, AB hätte dort auftreten müssen, eingehüllt in Leinentüchern und mit Respektsabstand und gebeugter Haltung gebettelt. Wie kommt eigentlich Gas aus Katar nach Deutschland? Alles mit dem Schiff oder braucht es da irgendwann Leitungen? Gehören die, wie auch Gaslager nicht Gasprom und anderen russ. Unternehmen?

Nur über das Jammern über die Einseitigkeit unserer Energieversorgung muss doch auch darauf hingewiesen werden, dass Russland nie und zu keiner Zeit uns sanktioniert, boykotiert, politisch unter Druck gesetzt, noch irgend einen Regimechange angeleiert hat noch Forderungen gestellt hat. Wir wurden zuverlässig und preiswert beliefert zu jeder Zeit auch unter schwierigsten Zeiten es gab nie einen Ausfall. Das heißt unsere Wirtschaftskraft und Wohlstand wurde auch gesichert durch diese zuverlässige Energieversorgung. Wem allerdings diese zuverlässige Energieversorgung von Anfang an, ich rede von vor 50 Jahren bis heute, ein gehöriger Dorn im Auge war wissen wir und es wurde immer aggresiver darauf hin gearbeitet diesen Zustand zu verändern. Das was gerade passiert hat nur bedingt mit unserer Energieversorgung zu tun es ist vielmehr ein Wirtschaftskrieg der schon Jahre sowohl gegen Russland als auch gegen uns läuft. Ich Empfehle Folker Hellemeyer "So zerstört Europa sich selbst" googeln.

Walter Bühler | Di., 22. März 2022 - 09:12

Von dem Preisanstieg, der durch den Boykott gegen russisches Öl und russisches Gas hervorgerufen worden ist, profitieren auch Staaten, die mit uns verbündet sind, z. B. Norwegen, Großbritannien und die USA.

Hat man sich in der NATO und in diesen Ländern schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie diese außerplanmäßigen Kriegsgewinne wenigstens teilweise an die Staaten wie Polen und Deutschland zurückgegeben werden können, die nicht nur diese Kriegsgewinne aus eigener Tasche bezahlen müssen, sondern obendrein durch die Flüchtlingsbewegung weitaus mehr belastet sind als diese verbündeten Ölländer?

W.D. Hohe | Di., 22. März 2022 - 11:14

(Anmerkung als Unternehmer) von irgend etwas macht sich seinen Lieferanten nicht zum Monopolisten.
Selbst der kleinste Saftladen hätte in solchem Fall hauptsächlich schlaflose Nächte. Wäre Spielball seines Lieferanten.
Es sei denn, , Insolvenz ist konsequenzlos oder ausgeschlossen.
Siehe politische Entscheider.
Im Übrigen:
Schon vor 40 Jahren hatte Deutschlands Export 40% an Import zur Vorbedingung.
Schon vor 40 Jahren entrichtete ein größerer mittelständischer Betrieb faktisch mehr Gewerbesteuer als DB & Co
Letztere "verinvestieren" per Buchführung ihre Gewinne bei gleichzeitigem Erhalt Milliarden Förderung für Forschung.
Und 10% Förderung auf 1 Milliarde Gewinn ist nun mal mehr als auf 1 Million. Gehälter in Millionenhöhe gewinnreduzierende Betriebsausgaben.
Ohne Gewinn überlebt nur eine Beriebsart:
Der politische.

Usw, usw. usw... simpelste Grundrechnungsart.

Hans Schäfer | Di., 22. März 2022 - 12:14

<<Das Konzept des Wandels durch Handel ist noch immer kluge Politik>>
Wie wahr, wie wahr! Ich frage mich nur woher das Personal nehmen, dass diese kluge Politik betreiben soll!
<< Das muss, ebenso wie die Ausrüstung der Bundeswehr, einer Öffentlichkeit erklärt werden, die sechzehn Jahre lang in den öffentlichen Schlaf geredet wurde>>
Herr Jäger, schämen Sie sich nicht? Sechzehn Jahre haben Sie die, denen Sie jetzt Versäumnisse vorwerfen, in Talkshows, in denen Sie "öfters" zu Gast waren, nach dem Maul geredet.
Jetzt Kritik zu üben, ist in „meinen Augen“ charakterlos. Aber mit dem Charakter haben so einige unser Politiker und selbsternannten Experten ihre Probleme. Allen voran: Walter, der Spalter, den sie glatt bei der Wahl zum BP vergessen hätten, wenn er sich nicht selbst ins Gespräch gebracht hätte. Anne Spiegel, die Ahr- Krisenmanagerin, die sich für höhere Aufgaben empfohlen hat. Der zeitweise an Cum-Ex-Demenz erkrankte Olaf. „Dr.“ Schnatterliese, um nur einige zu nennen. Tja!

Christoph Kuhlmann | Mi., 23. März 2022 - 10:37

wie Deutschland in diese Situation geraten konnte. Ich war nach 50 Jahren einwandfreier Energielieferungen durch Russland selbst für North Stream 2. Das Erdgasröhrengeschäft von 1970 hat in den folgenden Jahrzehnten erheblich zur Entspannung beigetragen und hat auch nach dem Zusammenbruch der IDSSR Russland wieder eine wirtschaftliche Perspektive gegeben. Zudem war die Energie preiswert und wurde zuverlässig geliefert. Allerdings bin ich auch seit weit mehr als zehn Jahren für eine wesentlich bessere Ausrüstung der Bundeswehr. Denn nur die Kombination von satten Deviseneinnahmen in Russland und der absoluten Sorglosigkeit im Wehrbereich in der Bundesrepublik seit spätestens dem Jahr 2000, haben dieses blutige Abenteuer Putins überhaupt ermöglicht. Hinzu kam die Ignoranz alternativer Technologien wie die CO2 Verpressung in den Boden oder Fracking. Die ich selbst mit gemischten Gefühlen sehe. Das aber nicht einmal ein LNG Terminal gebaut wurde, wie Trump zugesagt wurde, ist der Gipfel.