Eritreer in Tel Aviv, der von vermutlichen TPLF-Anhängern misshandelt wurde / dpa

Ausschreitungen von Eritreern in Israel - Gewaltausbruch mit Ansage

Wie zuvor schon in Gießen und anderen Städten kam es am Wochenende zu Ausschreitungen zwischen Eritreern in Tel Aviv. Es sei ein Streit zwischen Gegner und Anhängern des Regimes, heißt es. Aber wer sind die Gewalttäter wirklich?

Autoreninfo

Alfred Schlicht ist promovierter Orientalist und pensionierter Diplomat. 2008 erschien sein Buch „Die Araber und Europa“. Sein Buch „Das Horn von Afrika“ erschien 2021, beide im Kohlhammer-Verlag.

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Déjà vu in Tel Aviv: Nach Gießen, Stockholm, Toronto, Seattle und Bergen wurde jetzt die israelische Metropole am 1. September zum Schauplatz der schlimmsten Unruhen am Rande eritreischer Veranstaltungen, die wir bisher gesehen haben – genau wie von den Gewalttätern schon anlässlich der vorangegangenen Ausschreitungen angekündigt: Man werde überall auf der Welt bei eritreischen Events Gewalt anwenden. 

In Israel waren die Behörden zwar nicht unvorbereitet: Von eritreischer Seite war man gewarnt worden, und israelische Stellen hatten mit den verschiedenen eritreischen Gruppen Kontakt aufgenommen. Der Gewaltausbruch vom vergangenen Samstag aber war weit schlimmer als erwartet. Hunderte Gegner der eritreischen Regierung gingen mit Holzlatten, Steinen, Flaschen und Äxten auf vermeintliche Anhänger des Regimes in Eritrea los und schreckten auch nicht davor zurück, die eingreifenden Ordnungskräfte zu attackieren. Etwa 150 Verletzte gab es, geplünderte Läden, demolierte Polizeiwagen. 

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Enka Hein | Mo., 4. September 2023 - 16:39

...wo die Krawallos sich für einsetzen. Äthiopien oder Eritrea, egal. Hauptsache weg.
Ich wünsche wir hätten auch ein durchsetzungsstarke Regierung.

Wolfgang Tröbner | Mo., 4. September 2023 - 17:27

Da kann man nur hoffen, dass Israel, Schweden und vielleicht noch ein paar andere betroffene Staaten das Übel an der Wurzel packen und die Herrschaften dorthin befördern, wo sie hingehören. Von Deutschland ist da allerdings nichts zu erwarten - wir freuen uns, wenn diese Schutzsuchenden ihre "Kultur" so offen und frei ausleben, wie sie das in Gießen schon mehrfach und zwar richtig temperamentvoll gemacht haben. Nänzi und ihresgleichen werden jedenfalls nichts tun, um diese "Kultur"-Darbietungen zu stören. Also müssen wir insbesondere auf Israel hoffen, dass die was tun.

Ernst-Günther Konrad | Mo., 4. September 2023 - 21:18

Nicht bei der derzeitigen Regierung. Da hat uns Israel und andere Staaten einiges voraus. Sind die jetzt alle ausländerfeindlich? Weil die ihren inneren Frieden verteidigen? Gegen Menschen, die angeblich vor Krieg, Hunger, Armut und Tod geflüchtet sind und nun ihre Konflikte gewaltsam in ihrem Fluchtland ausleben wollen? Wer in mein Privathaus kommt und Krach macht fliegt raus. Die normalste Reaktion eines Hauseigentümers. Wir deutschen säen dann Zweifel in uns, denken an unseren Schuldkult, hören auf die Weltenretter und Moralapostel und ermöglichen ihnen dann noch, neben sozialer Sicherung die Familien nachzuholen. Nicht die Gewalttäter haben Schuld, sondern wir sind nicht gut genug im Integrieren, tolerieren und in der Nächsten Hilfe. Wir verstehen das einfach nicht, dass wir lernen müssen mit fremden Kulturen zu leben und nicht umgekehrt. Wir haben einfach nur die falsche Einstellung. Und überhaupt. Vaterland oder Muttererde, die nächsten Begriffe die verboten werden.

Chris Groll | Di., 5. September 2023 - 09:45

Tedros Adhanom Ghebreyesus trat 1991 der kommunistischen Volksbefreiungsfront von Tigray bei, die heute die Regierung in Eritrea stellt.
Dieser Mann ist heute Generalsekretär der WHO.
Die anderen Volksbefreiungsfronten oder die, die nicht von der Regierung verboten werden rächen sich jetzt - hier in westlichen Ländern - an dieser Regierung.
Für mich ist es nur ein morden und ein Bürgerkrieg, der in andere Länder getragen wird.
Da der Westen schwach ist und sich nicht zur Wehr setzt, wird es auch so weitergehen.
Denke dabei immer an den grausamen Film "Die Tränen der Sonne", der die ganze Brutalität solcher "Freiheitskämpfer" zeigt.
Demnächst auch bei uns.

@Chris Groll, der Tigray-Konflikt ist ja nur ein Beispiel der ethnischen Konfliktzonen in Afrika. Sudan, Sahelzone, Kongo, andere werden folgen. 2015 war Deutschland mehrheitlich der Meinung, den Syrienkonflikt durch Umsiedelungen im Rahmen der "Willkommenskultur" zu beenden. Seit dem Desaster in Afghanistan setzt langsam ein Umdenken ein, leider nur in der Bevölkerung.