Reaktionen auf die Delta-Variante - In einer neuen Phase

Mit dem Grassieren der neuen Virus-Mutation hat ein neues Kapitel der Pandemie begonnen. Aber wir können ihr nicht mit den bisherigen Maßnahmen begegnen. Es wird Zeit, endlich vernünftig zwischen Kosten und Risiken abzuwägen. Denn ohne diese Kalkulation drohen noch viel größere Schäden.

Proteste gegen die Corona-Regeln am Wochenende in Frankreich / dpa

Autoreninfo

George Friedman, 72, ist einer der bekanntesten geopolitischen Analysten der Vereinigten Staaten. Er leitet die von ihm gegründete Denkfabrik   Geopolitical Futures und ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien „Der Sturm vor der Ruhe: Amerikas Spaltung, die heraufziehende Krise und der folgende Triumph“ im Plassen-Verlag.

So erreichen Sie George Friedman:

Wir sind jetzt offenbar in die echte zweite Phase der Corona-Pandemie eingetreten. Frühere Phasen waren lediglich vorübergehende Blasen. Diese Phase aber scheint real zu sein. Bislang herrschte vielerorts der Eindruck, dass die Pandemie vorbei sei. Mit dem Auftauchen eines neuen Virusstammes wird aber ein neues Kapitel aufgeschlagen. 

Wir wissen nicht, wie viele Varianten noch auftauchen werden und welche neuen Auswirkungen sie haben könnten. Aber diese Variante bringt uns zu den Praktiken des vorangegangenen Kapitels zurück. Wieder einmal fürchten wir den Atem von Fremden, atmen unsere Ausdünstungen unter Masken ein und dimmen unser Leben auf Sparflamme. Von Karl Marx stammt das Sprichwort, wonach sich die Geschichte stets zweimal wiederholt, das erste Mal als Tragödie und das zweite Mal als Farce.

Da es sich bei Covid um eine Krankheit handelt, gelten für uns die Grundsätze der Ärzteschaft. Deren wichtigstes Prinzip ist, dass keine Maßnahme gescheut werden sollte, um Todesfälle und schwere körperliche Beeinträchtigungen zu verhindern. Das ist ein edles Ziel. Aber die Frage ist, ob dies der einzige Grundsatz sein sollte, nach dem ein Staat regiert wird (und nicht vielleicht nur ein wichtiger Gesichtspunkt).

Ein dauerhafter Daseinszustand?

Diese Frage ist nicht gefühllos gemeint. Mein Leben und das Leben derer, die ich liebe, stehen auf dem Spiel. Aber gleichzeitig gehen wir eben in die zweite Runde, und jetzt müssen wir uns überlegen, ob dies ein dauerhafter Daseinszustand sein soll und ob das Virus lernen wird, unsere Impfstoffe zu überwinden. Die Zukunft ist ungewiss, aber wir müssen darüber nachdenken, inwieweit das herrschende Prinzip der Ärzteschaft nachhaltig ist.

Bedenken Sie dies: Jedes Jahr sterben allein in den Vereinigten Staaten etwa 40.000 Menschen bei Autounfällen; weltweit sind es etwa 1,35 Millionen. Damit sind Autounfälle die achthäufigste Todesursache in der Welt. In den Vereinigten Staaten werden jährlich etwa drei Millionen Menschen bei Autounfällen verletzt.
Wohlgemerkt: Diese Zahlen gelten trotz aller Bemühungen, die Autos sicherer zu machen. 

Der Grund, warum Autos trotzdem nicht verboten werden, besteht schlicht darin, dass die wirtschaftlichen und sozialen Folgen eines solchen Verbots verheerend wären. Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Gütern erfordert den Transport per Lkw. Um Freunde zu besuchen und die Familie zu sehen, braucht man Autos. In den Vereinigten Staaten hängt unsere Fähigkeit zur Effizienz vom Auto ab, um eine weit verstreute Bevölkerung zu versorgen. Doch diese Abhängigkeit birgt ein Risiko. Im Hinterkopf ist man sich beim Einschalten der Zündung bewusst, dass man sterben könnte. Gleichwohl verdrängt man diese Möglichkeit und lebt sein Leben wie gewohnt fort.

Das bekannte Todes- und Verletzungsrisiko wurde mit den Lebensbedürfnissen abgewogen, und die Risikokalkulation hat ergeben, dass es besser ist, die Gefahr in Kauf zu nehmen und die Vorteile des Autos zu genießen, anstatt zu versuchen, die Todesfälle im Straßenverkehr durch die Abschaffung des Autos zu verhindern. Der Grundsatz, dass der Tod mit allen Mitteln bekämpft werden muss, wird im Fall des Autos einfach nicht praktiziert, weil eine subtilere Berechnung stattfindet.

Abwägung zwischen Tod und Leben

Es ist eine Erinnerung daran, dass bei den meisten menschlichen Handlungen die Möglichkeit des Todes oder der Verletzung besteht – aber ein Leben ohne diese Dinge wäre auf der anderen Seite eben auch sehr arm. Auf viele Dinge kann man für einen kurzen und überschaubaren Zeitraum verzichten. Ein Leben ohne sie auf unbestimmte Zeit erzeugt aber Druck auf den Einzelnen und die Gesellschaft. Die Abwägung zwischen Tod und Leben entspricht der menschlichen Natur.

Die Reaktion auf die Pandemie hatte derart massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, dass wir erst jetzt beginnen, sie vollständig zu verstehen. Das wirtschaftliche Problem besteht nicht darin, dass Milliardäre Geld verlieren könnten – sie haben im Großen und Ganzen sogar Geld verdient. Sondern darin, dass die Pandemie die ärmeren Menschen, die untere Mittelschicht und die ärmeren Länder unverhältnismäßig stark getroffen hat. Es handelt sich nicht um einen Kompromiss zwischen Reichtum und Sicherheit, sondern um die reale Gefahr des Todes, der die Realität der wirtschaftlichen Katastrophe mit zerbrochenen Träumen konfrontiert. 

Diejenigen, die sich den Lockdowns und dem Tragen von Masken widersetzen, werden als rücksichtslos dargestellt. Vielleicht sogar zurecht. Aber handeln sie wirklich so viel rücksichtsloser als jemand, der sich in ein Auto setzt und keinen Sicherheitsgurt anlegt oder andere Sicherheitsmaßnahmen ergreift?

Das Ziel der Medizin besteht darin, Leben zu retten. Die von ihr empfohlenen Maßnahmen dienen diesem Ziel, und zu einem großen Teil sind sie von einem politischen System implementiert worden, das zu Recht in Panik geraten ist. Aber jede Maßnahme ist mit Kosten verbunden, und es ist unvernünftig, von der Ärzteschaft zu erwarten, dass sie diese Kosten berechnet. Diese Verantwortung liegt bei anderen. Der Grundsatz der Ärzteschaft jedoch, Leben um jeden Preis zu retten, ist kein allgemeiner gesellschaftlicher Grundsatz. Es kommt darauf an, das Todesrisiko gegen alle anderen Risiken abzuwägen.

Wirtschaft ist kein Luxus

Die Wirtschaft ist kein Luxus. Sie muss auf einem Niveau weiterlaufen, das die Gesellschaft tragen kann. Wir können die Sorge um die Wirtschaft nicht als eine leichtfertige Petitesse abtun. Auch das soziale Leben ist kein Luxus; wir sind nun einmal soziale Wesen. Risiken und Chancen müssen sowohl von den Staaten als auch von den Einzelnen wohlüberlegt kalkuliert werden. Die Mischung aus Risiko und Ertrag ist bis zu einem gewissen Grad kalkulierbar.

Jetzt, da die Delta-Variante da ist, müssen wir die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass weitere Varianten unterwegs sind. Es gibt einen Impfstoff, und er wirkt jetzt. Diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, sollen ihr Risiko eingehen. Sie haben ihre Entscheidung getroffen, und vielleicht ist es ja sogar die richtige Entscheidung. Aber mein Leben sollte nicht eingeschränkt werden, um sie zu schützen, und die Wirtschaft und die Gesellschaft sollten es auch nicht. Es ist durchaus möglich, dass unter den neuen Virusvarianten eine ist, die meine Impfung nutzlos macht. Soll ich deswegen mein Leben aufgeben und auf einen neuen Impfstoff warten, der vielleicht nie kommt?

Ich muss davon ausgehen, dass wir in eine neue Phase eingetreten sind, in der Corona die Menschheit überlistet. Wir werden dann keine andere Wahl haben, als die Risiken zu akzeptieren (wohl wissend, dass einige von uns sterben werden) oder die katastrophale Implosion von Wirtschaft und Gesellschaft hinzunehmen. Wie wir gesehen haben, handelt es sich nicht nur um eine Frage von Atemschutzmasken; vielmehr haben wir die Logik des zurückliegenden Zyklus erlebt. Die Schutzmaßnahmen, die letztlich fast überall eingeführt wurden, führten zu Konkursen, Arbeitsplatzverlusten und dem Zusammenbruch des sozialen Miteinanders. 

Vielleicht werden die Maßnahmen, die zu diesen Ergebnissen geführt haben, dieses Mal nicht angewandt – aber da wir diesen Weg schon einmal beschritten haben, ist das nicht sicher. Die Vorstellung, dass wir unbegrenzt so weitermachen können und jedes neue Corona-Kapitel uns dazu zwingt, uns in Sicherheit zu bringen, ist eine oberflächliche Sichtweise auf künftige Entwicklungen. Wie beim Autofahren, wo wir jedes Mal unser Leben riskieren, wird das Risiko von Covid in unser Denken integriert werden müssen. Und darauf basierend, werden wir entsprechende Entscheidungen treffen. 

Der jetzt eingeschlagene Weg muss erfolgreich sein. Anderenfalls wird eine andere Kalkulation zugrunde gelegt.

In Kooperation mit

GPF

Maja Schneider | Mo, 2. August 2021 - 19:06

Viren mutieren immer, das hat sich nie geändert, wir müssen mit Ihnen leben und tragen Millionen von Mikroben, u.a. auch Viren, in unserem Körper. Ein wohltuend sachlicher und längst überfälliger Beitrag in einer Zeit, in der Sachlichkeit und Fakten nicht mehr gefragt sind, es sei denn, sie kommen von der "richtigen" Seite. Wir müssen mit Viren weiter leben und auch in Erwägung ziehen, dass einige Menschen daran sterben, so haben wir das auch bei anderen Viren bisher immer gehandhabt. Es traut sich nur keiner der Verantwortlichen aus Politik, Medien und regierungstreuer Wissenschaft, das auszusprechen, dazu lief die bisherige Panik-Propaganda zu sehr auf Hochtouren. Der sogen. Impfstoff, notfallzugelassen, ist eben auch nicht die Lösung, die man sich erhoffte, wie sich immer mehr herausstellt, es gibt zu viele Nebenwirkungen, und man weiß auch noch nichts über die Langzeitwirkung dies "Impfung". Viren "auszumerzen" ist ohnehin absolut unmöglich.

Man lese hierzu folgenden Artikel vom Spiegel aus dem Jahre 2018 bezüglich der Schweinegrippe und vergleiche diese mit der heutigen Zeit/ Vorgehensweise:
https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/schweinegrippe-impfstoff-pan…

und unter Wikipedia:
Unter dem Punkt
„In der Europäischen Union zugelassene Impfstoffe“
Alle vom Staat als „sicher“ propagierten Impfstoffe haben heute keine Zulassung mehr.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schweinegrippe-Impfung

Fazit: Treffe weiterhin die eigene Entscheidung.

Rob Schuberth | Mo, 2. August 2021 - 19:13

Ja, wir werden noch einige Varianten erleben. Das ist für Viren ganz normal.
So sichern sie sich ein möglichst langes Wirken.

M. E. werden wir Covid 19 ähnlich in unseren Alltag einbauen müssen wie die echte Grippe.
D. h. wer will und/oder wer älter, vorerkrankt etc. ist, der lässt sich impfen.

Denn irgendwann nimmt die Mortalität dieses Virus ebenfalls ab (Covid 19 ist ja "nur" eine der vielen bekannten Coronaviren an die wir uns mehr od. weniger gewöhnt haben).
U. U. haben wir dann zwar immer noch mit rd. 20.000 Toten p. a. zu rechnen, nur rechtfertigt das dann keinen stringenten Lockdown o. ä. mehr, da unverhältnismäßig.

Tomas Poth | Mo, 2. August 2021 - 20:08

Mahnende Worte seitens Hr. Friedman, die gehört werden sollten.
Ich möchte dazu ergänzen - Es gibt kein Menschenrecht auf ein risikofreies Leben und auch keine Pflicht des Staates seine Bürger von jedem Risiko frei zu halten.
Ein jeder ist gefordert für sich selbst zu sorgen (Eigenverantwortung) und darauf zu achten andere nicht bewußt oder gewollt zu gefährden (Verantwortung gegenüber anderen).
Das Beispiel mit dem Straßenverkehr trifft exakt den Kern der Sache!

Urban Will | Mo, 2. August 2021 - 20:23

aber jetzt halt auch von Herrn Friedman und man kann froh sein, dass die „Einschläge“ oder nennen wir es halt einfach „Aussagen“ näher kommen. Gerade von Leuten, die für dumm zu erklären nicht ganz so einfach ist.
Was hier steht, haben hier im Forum (mich eingeschlossen) und auch außerhalb viele bereits vor vielen Wochen sinngemäß gesagt und auch gefordert.
LEBEN MIT DEM VIRUS.
… Und mussten sich, wie gesagt, mancherlei Beschimpfungen anhören.
Aber dieser Satz ist so einfach wie logisch, wenn man in die Zukunft schaut.
Merkels dämliches „alternativlos“ könnte hier sogar in gewisser Hinsicht passen.

Die Frage ist nur, ob unsere Obrigkeit, bei der man nicht weiß, ob nun Unfähigkeit oder Ratlosigkeit gerade ganz oben stehen, in der Lage ist, dieses eigentlich ganz einfach Postulat umzusetzen.
Vielleicht sollten sich diese Schlafwandler den Begriff „persönliche Verantwortung“ noch einmal oder mal wieder verinnerlichen.
Sie wurde zwischenzeitlich abgeschafft.

Ja Herr Will, der offene selbstdenkende Mensch weiß intuitiv, was Richtig ist. Er benötigt dazu keine Möchtegerne, die ihm erklären, was er darf & was nicht bzw. was er kann & was nicht. Und gerade immer von denen, die den Schnabel am weitesten aufreißen. Aber kein Titel & keine Stellung sind der Beweis für eine Richtigkeit einer Aussage - was zu beweisen wäre - demütig
Und nicht nur der Homo Sapiens, auch andere Lebewesen hat Gott mit ... ausgerüstet, die die Wissenschaft bis heute noch nicht versteht.
Die einzige Befürchtung bleibt jedoch. Das irgend wann irgend wie ein anmaßender ignoranter Zauberlehrling Gott oder der Zauberer der Zauberer spielen will, was schnell nach hinten los gehen kann.
Naja, das Leben soll wo eben auf dieser Welt nicht langweilig werden.
Das ich (männlich !!!) ein Seltener was weiß ich bin & wenn ich auch persönlich die Romantik wie ein Lachen 🙂 allem vorziehe, weil ich dies erquicklicher finde als eine Horrorgeschichte oder ein Krimi der neuen Generation.

Gisela Fimiani | Mo, 2. August 2021 - 20:29

Mir fällt auf, dass im Beitrag von der „Ärzteschaft“ und nicht von der „Wissenschaft“ gesprochen wird. Inzwischen (nach eineinhalb Jahren) darf man wohl feststellen, dass es sich nicht mehr darum handelt, eine medizinische Herausforderung zu meistern. Solche Herausforderungen gab es bereits in der Vergangenheit und sie wurden durch Mediziner bewältigt. Von welcher „Ärzteschaft“ spricht Herr Friedmann? Die derzeit präsentierte Ärzte- und Wissenschaft ist weitestgehend politikkonform - oder sie wird desavouiert und ignoriert. Die „Farce“, welche Herr Friedmann vorsichtig anzusprechen versucht, ist weit mehr als das. Sie ist ein katastrophaler Eingriff in demokratische Grundrechte, eine gefährliche Spaltung der Gesellschaft mit schlimmen Folgen für unsere Demokratie. Da die Politik sich nie zur Aufklärung des Souveräns herabließ, alle Maßnahmen galten als „alternativlos“, empfehle ich zwei Bücher, die uns klüger machen können: „Und die Freiheit“, Lütge/Esfeld. „Der Staatsvirus“, Frank.

"Die derzeit präsentierte Ärzte- und Wissenschaft ist weitestgehend politikkonform."

Umgekehrt wird es richtig: Die derzeit praktizierte Corona-Politik ist ärzte- bzw. wissenschaftskonform, und zwar weltweit. Auch in Schweden setzt man auf Abstand halten und Impfen.
Abweichende Meinungen gibt es natürlich auch. Ob es sich dabei um mehr oder minder verirrte Überzeugungstäter handelt oder eine Geschäftsidee (Ballweg), oder eine Mischung aus beidem (Jebsen), muss im Einzelfall beurteilt werden.
Ihre Sorge über das spalterische und Demokratie gefährdende Potential der "Querdenker" teile ich.

P.S. auch der Autor des vorliegenden Textes schreibt sich mit nur einem "n".

in demokratische Grundrechte, eine gefährliche Spaltung der Gesellschaft mit schlimmen Folgen für unsere Demokratie."
Was täglich beobachtet werden kann. Vergleichen wir doch mal das derzeit-aktuelle Berichtsgeschehen, im Fall der Olympionikin Timanowskaja zur Achtung demokratischer Grundrechte. Oder den Aufschrei um Black Lives Matter, der wochenlang durch DE fegte...und schauen wir dieser Tage nach Berlin.
Wo der politisch-mediale Komplex das brutale Vorgehen der Polizei ignoriert.
Die deutsche Regierung mahnt Belarus zur Achtung demokratischer Grundrechte und verurteilt Schikane, Verfolgung und Einschüchterung auf das Schärfste.
Und im eignen Land ist derzeit, Nils Melzer (UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte) am ermitteln.

Jens Böhme | Mo, 2. August 2021 - 20:31

Es wurde öffentlich abgelehnt, insgeheim ist es die Corona-Strategie: Null-Covid. Resultat dieses Traumes: Maske und Abstand bis zum Lebensende. Die Dritt-Impfungen beginnen ab September. Im Jahr 2022 kommen die Viertimpfungen, usw. Andere Leser haben hier bereits die Analogie zur tödlichen Grippe angemerkt. Diese Analogie wurde im Frühling 2020 als unwissenschaftlich, verharmlosend gebrandmarkt und zurückgewiesen. Ohne diesen Schritt wird es kein "Zurück in ein normales Leben" geben. Corona ist meldepflichtig nach IfSG, die Tests ohne Ausnahmen an Gesundheitsämter. Mit solch Praxis und täglicher Corona-Berichterstattung gibt es keine Rückkehr zum Grundgesetz. Der Ausnahmezustand per Regierungsverordnungen wird zur Regel. Das geht nicht gut!

gabriele bondzio | Mo, 2. August 2021 - 22:04

Das Leben ist immer lebensgefährlich.(Erich Kästner)
Könnte man ihr Plädoyer gegen den Zusammenbruch des sozialen Miteinanders, Arbeitsplatzverluste, Konkurse usw., zusammenfassen.
Ich finde... es passt so!
Logischerweise bleibt keine andere Möglichkeit.
Wir sind soziale Wesen, die Kontakte brauchen. Sonst verkümmern wir seelisch.
Wir brauchen auch eine funktionierende Wirtschaft, Arbeitsplätze. Sonst bricht das ganze Versorgungs-und Sozialsystem zusammen, inclusive Gesundheitseinrichtungen. Dann kann auch die Medizin ihr Ziel nicht verfolgen, Leben zu retten.

Jürgen Klemz | Di, 3. August 2021 - 08:33

Wenn sich Merkel und Co. nur ansatzweise so besorgt und fürsorglich um ihre Bevölkerung kümmern würde wie beim Thema Corona, statt dessen werden wir speziell seit 2015 ganz anderen Risiken ausgesetzt, mitunter auch mit tödlichem Ausgang, da kräht kein Hahn danach, schon seltsam! Das passt alles vorn und hinten nicht zusammen, bin gespannt wann der Herr Friedman als umstritten gilt!

Ernst-Günther Konrad | Di, 3. August 2021 - 09:16

Ich stimme Ihnen zu. Neben den immensen wirtschaftlichen Folgen, sollten neben den Toten im Straßenverkehr, auch die durch die Corona Maßnahmen verursachten sog. Kollateralschäden nicht verschwiegen werden. Suizide, Tod durch fehlende lebenswotwendige Operationen, Tod durch psychische Erkrankungen infolge Lockdown bei Erwachsenen und Kindern, die Spaltung der Gesellschaft und der Verlust der Freiheitsrechte selbst über das Impfen entscheiden zu können. Die rasant ansteigenden Fälle häuslicher Gewalt. Der Verlust der Meinungsfreiheit und des öffentlichen wissenschaftlichen Diskurses. Die massiven Einschränkungen an der Teilhabe am Alltagsleben durch sinnwidrige persönliche Einschränkungen wie Maskentragen, permanente Tests, die immer noch fortdauernde Angst- und Panikmache, durch die Politik und Medien. Ich nenne das ein Hamsterrad, auch wenn Sie Herr Schuberth dies unlängst als überzogen bewerteten. Manchmal ist die Übertreibung der einzige Weg, den Corona Wahnsinn zu beschreiben.

Frank Konrad | Di, 3. August 2021 - 09:18

Herzlichen Dank für die Artikel, denn genau darum geht es. Um Abwägung! Hier kommt auch niemand auf die Idee Alkohol (ca. 74.000 Tote im Jahr) oder Zigaretten (ca. 120.000 Tote im Jahr) zu verbieten. Dieses Prinzip folgt die Politik schon lange nicht mehr. Offenbar geht es bei der Corona Politik schon lange nicht mehr um die Gesundheit der Bürger. Dies habe ich gerade am Flughafen erlebt. Im Wartebereich durfte nur jeder zweite Sitz belegt werden, im Flugzeug jeder Platz. Abstände im Flugzeug einzuhalten war unmöglich. Offenbar sollen hier die Bürger bewusst in Angst gehalten werden, um hier weiter durchregieren zu können. Kritiker sind hier nicht erwünscht! Dies hat mal u.a. an der Aktion "allesdichtmachen" gesehen, was für Shitstorm über die Schauspieler hereingebrochen ist, bis hin zu Forderungen, wie Berufsverboten und Morddrohungen. Eine demokratische Diskussion findet hier schon lange nicht mehr statt!

Yvonne Stange | Di, 3. August 2021 - 10:08

... auch den ersten Toten durch die Proteste und zeigen immer noch auf andere "Schurkenstaaten", die die Freiheit einschränken. Und hier bei uns demonstrieren ja nur die "Bösen"... Die Bilder sind meines Erachtens nach schlimmer als die aus Weißrußland... aber wir leben ja im "besten Deutschland"... ok, die obere Charge schon....

Manfred Sonntag | Di, 3. August 2021 - 10:59

In reply to by Yvonne Stange

Frau Stange, ich teile Ihre Sicht auf diese Politkatastrophe. Nach dem gegenwärtigen Stand könnte man bestimmte Teile der Berliner Polizei durchaus als Dresch-Flegel bezeichnen. Natürlich habe ich schon sehr aufmerksame und zuvorkommende Polizisten erlebt und es wäre ungerecht ihnen gegenüber. Die Bilder vom Wochenende könnten jedoch auch die Begleiterscheinungen einer Kriegserklärung des offensichtlichen Nachwuchsdiktators und SPD-Senators Geisel gegen Menschen sein, welche für Frieden, Freiheit und Demokratie ihr Leben aufs Spiel setzen und auf offener Straße demonstrieren. Die Devise der Mächtigen scheint dabei die ähnliche wie die von Honecker aus dem Jahr 1989 zu sein: "Die Diktatur in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf". Wie das endete dürfte allen bekannt sein. Den Artikel von Herrn Friedmann finde ich sehr ausgewogen und er hilft vielleicht zum Um- bzw. Nachdenken einiger Bürger.

Christoph Kuhlmann | Do, 5. August 2021 - 07:52

Die Inzidenzwerte sinken erstaunlicherweise. Ich finde ehrlich gesagt, die Rückkehr zur guten alten natürlichen Auslese, zum Darwinismus ist gewöhnungsbedürftig. Mir greift der Ansatz ein wenig zu kurz. Ich kann mich als Erdenbewohner des 21. Jahrhunderts einfach nicht an den Gedanken gewöhnen das Virusmutationen über das Überleben der Menschen entscheiden. Der einzige Weg nicht ständig neuen Mutanten ausgesetzt zu werden, ist eine flächendeckende Versorgung der Menschen mit wirksamen Impfstoffen. Das heißt, der Aufbau einer pharmazeutischen Industrie auch in Entwicklungs- und Schwellenländern um nicht ständig neuen Mutationen ausgesetzt zu werden, die sich in ungeimpften Populationen prächtig entwickeln. Klar, so ein Virus wird niemals so letal, dass er seine eigene Verbreitung verhindert, oder er stirbt mit seinen Wirten aus. Doch stehen wir nach am Anfang der Erforschung der Langzeitfolgen einer Covid 19 Erkrankung. Was macht man, wenn viele Menschen erwerbsunfähig werden?