
- Graffiti-Land Deutschland
Graffiti sind in Deutschland allgegenwärtig, sie prägen das Stadtbild. Sie sind aber nicht nur eine ästhetische Übergriffigkeit, sondern auch Sachbeschädigung, also eine Straftat. Was sagt es über eine Gesellschaft, wenn sie vor den Sprayern kapituliert?
Auf einer Reise durch Neuseeland wurden wir von dem Inhaber eines kleinen Lebensmittelladens gefragt, woher wir kommen. Nach unserer Antwort sagte er: „Now you are in New Zealand. No littering, no graffiti, no bullshit“, und gab uns mit einem breiten und stolzen Grinsen unsere Einkaufstüte. Tatsächlich haben wir auf unserer vierwöchigen Reise so gut wie keine Graffiti gesehen und auf den Straßen herumliegenden Müll auch nicht. Ähnlich ergeht es Besuchern der Schweiz, und auch in Österreich ist die Dichte der Graffiti relativ gering. Und dann kehrt man zurück nach Deutschland und erlebt, wie sich mit dem Grenzübertritt das Bild ändert.
Graffiti sind bei uns inzwischen allgegenwärtig. Auf Brückenpfeilern, Schallschutzwänden, Häuserfassaden, Straßenbahnen, Zügen, Zäunen und heruntergelassenen Rollläden, auf jeder Form von Schildern, allen Bushaltestellen und in jeder U-Bahn. Sie prägen unser Stadtbild, und es gibt inzwischen nichts mehr, was die Sprayer noch achten. Ob eine Fassade alt oder neu ist, ob sie zu einem Fachwerkhaus gehört oder einem Neubau, spielt keine Rolle. Alles, was besprüht werden kann, betrachten sie als ihre Leinwand.
Natürlich muss man differenzieren. Es gibt Graffiti, die künstlerisch wertvoll sind, weil sie von Könnern angefertigt wurden. Wenn man ein solches Graffiti sieht, bleibt man stehen und betrachtet es – schon deshalb, weil es extrem selten ist. Der Rest teilt sich in zwei Gruppen. Einmal die Möchtegern-Künstler, die sich in aller Regel auf drei bis vier Buchstaben spezialisiert haben, die sie, vermutlich nach langem Üben, in zumeist runden Formen sprühen können. Und dann sind da noch die Tags, die einfach mit dem Edding oder der Sprayflasche an die Wand gekritzelt werden. Sie markieren das Revier des „Künstlers“. Hunde heben dafür das Bein. Diese Tags haben ein Eigenleben entwickelt, denn inzwischen signieren sie nicht mehr ein Graffiti, sondern werden einfach so angebracht.
Chicago ist frei von Graffiti, und die Chicagoer sind darauf mächtig stolz
Ein Graffiti anzubringen, ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Sachbeschädigung und als solche eine Straftat. §303 StGB sieht dafür eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Gefängnis vor. Handelt es sich um eine gemeinschädliche Sachbeschädigung, weil öffentliches Eigentum beschädigt wurde, können bis zu drei Jahre Haft verhängt werden. Zusätzlich können an Sprayer zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gestellt werden, die immerhin 30 Jahre Bestand haben. Dazu kommt es jedoch sehr selten. Bundesweit lag die Aufklärungsrate 2023 bei etwa 13 Prozent. Zählt man die Fälle hinzu, die nicht zur Anzeige gebracht wurden, dürfte die Aufklärungsrate sehr viel niedriger sein.
Es kann leicht der Eindruck entstehen, dass gegen Graffiti einfach kein Kraut gewachsen ist und man sich eben damit abfinden muss. Das ist falsch. Den Gegenbeweis tritt eine Stadt an, der man das vermutlich nicht zugetraut hätte: Chicago. Die Stadt ist frei von Graffiti, und die Chicagoer sind darauf mächtig stolz. Touristen werden bei jeder Stadtführung ausführlich darauf hingewiesen, dass die Abwesenheit von Graffiti Chicago von New York unterscheide. Wir können das, die nicht! Erreicht hat das die Stadt durch konsequentes Vorgehen. Es gibt eine mobile Einheit, die jedes Graffiti, das gemeldet wird, sofort entfernt. Die Meldungen kommen von den Bewohnern der Stadt und gehen über ein eigens eingerichtetes Portal direkt an die zuständige Behörde. Wenn man es will, kann man Graffiti also erfolgreich bekämpfen. Die Tatsache, dass das bei uns nicht geschieht, hat deshalb damit zu tun, dass wir es nicht wollen! Was sagt das über uns?
Man kann an dieser Stelle nur spekulieren, denn systematische empirische Forschung dazu liegt meines Wissens nicht vor. Was nicht heißt, dass Graffiti von der Wissenschaft nicht intensiv untersucht werden. Beispielsweise gibt es das Projekt INGRID, in dem die Universitäten Mannheim und Paderborn eine Datenbank zu Graffiti angelegt haben, die vor allem von Sprachwissenschaftlern und Vertretern der Kunstgeschichte genutzt wird. Aber das ist die Perspektive der Sprayer. Was die Menschen denken, deren Wände herhalten müssen und die in einer Graffiti-Umwelt leben, ist nicht wirklich bekannt, weil systematische empirische Untersuchungen fehlen.
Jedes illegal angebrachte Graffiti bedeutet, dass Eigentumsrechte missachtet wurden
Auch eine vergleichende Kulturwissenschaft, die die Frage untersucht, warum Neuseeland frei von Graffiti ist und Deutschland davon übersät, sucht man vergebens. Was man weiß, ist lediglich, dass Menschen illegale Graffiti geringer Qualität ablehnen, legale, künstlerisch anspruchsvolle dagegen begrüßen. Daraus darf man den Schluss ziehen, dass eine starke Mehrheit dagegen ist, dass Häuser und öffentliche Einrichtungen mit Graffiti und Tags überzogen werden. Warum tun wir dann nichts dagegen?
Jedes illegal angebrachte Graffiti bedeutet, dass Eigentumsrechte missachtet wurden. Wenn eine Gesellschaft anfängt, das als „normal“ zu betrachten, wenn sie davor kapituliert, dann zieht sie damit das Recht auf Eigentum grundsätzlich in Zweifel. Ganz offensichtlich ist es nichts, was geschützt werden muss. Wenn es um öffentliches Eigentum geht, dann scheint das erst recht zu gelten. Wenn es allen gehört, dann gehört es doch niemandem! Aber das ist falsch, denn Straßen und Brücken, Schilder und Ampeln sind öffentliches Eigentum, weil sie allen dienlich sind. Weil das Eigentumsrecht an diesen Dingen extrem verdünnt ist, bedürfen öffentliche Einrichtungen besonderen Schutzes. Die Ästhetik unserer Städte ist ein öffentliches Gut, von dessen Konsum niemand ausgeschlossen werden kann. Deshalb darf diese Ästhetik nicht Menschen überlassen werden, die im Dunkel der Nacht darüber entscheiden, wie ein öffentlicher Gegenstand auszusehen hat. Das ist Aufgabe gewählter Repräsentanten freier Menschen.
Legale Flächen für Graffiti freizugeben, ist eine mögliche Gestaltungsvariante, die legitim ist, wenn sie transparent und demokratisch legitimiert getroffen wird. Aber das geschieht viel zu selten. Es entsteht der Eindruck, als habe sich die Gesellschaft aufgegeben, als glaubten die Menschen, dass sowieso alles um sie herum fremdbestimmt ist, von dunklen Mächten, gegen die es kein Mittel gibt. Die eigene Ohnmacht begegnet ihnen beim Kontakt mit einer überbordenden und immer unverständlicher daherkommenden Bürokratie genauso wie beim Gang durch das eigene Viertel, dessen Ästhetik andere gestaltet haben.
Parallel zu den Graffiti haben sich andere Formen von Vandalismus ausgebreitet
Die ungestrafte Missachtung von Eigentumsrechten, privaten wie öffentlichen, hat Nebenwirkungen. Sie beschleunigt die Erosion von Gemeinwesen, von sozialen Normen, von Zusammenhalt und Verantwortungsgefühl. Parallel zu den Graffiti haben sich andere Formen von Vandalismus ausgebreitet. Der lässige Umgang mit Müll auf unseren Straßen, den Autobahnen und Raststätten und die Art und Weise, wie mit öffentlichen Toiletten verfahren wird, sind die sichtbarsten Fälle, bei denen es einen empirisch belegten Anstieg gibt.
Es wird immer wieder darauf verwiesen, dass dies veränderten Konsumgewohnheiten – vor allem dem Aufkommen der Einwegverpackungen – zuzuschreiben sei. Aber der Vergleich mit anderen Ländern, in denen die gleichen Konsumgewohnheiten existieren, ein Anstieg des „Littering“ aber nicht festzustellen ist, lässt Zweifel daran aufkommen. Vielmehr verstärkt sich der Verdacht, dass wir es tatsächlich mit einer Erosion sozialer Normen zu tun haben. Aus der Literatur ist bekannt, dass die Beschädigung solcher Normen einen selbstverstärkenden Effekt haben kann. Der berühmte „Broken-Window-Effekt“ macht das sehr anschaulich.
Bleibt die Frage, warum wir nicht stärker dafür kämpfen, dass die sozialen Normen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten, geschützt werden. Auch an dieser Stelle kann man nur spekulieren. Es könnte damit zusammenhängen, dass die deutsche Politik seit vielen Jahren fast ausschließlich Themen besetzt, die Menschen Angst machen. Vor dem Klimawandel, dem demographischen Wandel, vor Krieg, vor Migration, vor einem drohenden wirtschaftlichen Abstieg und so weiter. Sich für den Erhalt von Gemeinschaft einzusetzen, setzt Zuversicht und eine positive Grundeinstellung voraus – Angst steht dem eher im Wege. Vielleicht braucht Deutschland eine Politik, die wieder Gestaltung im positiven Sinne in den Vordergrund stellt und nicht die angstgetriebene Gefahrenabwehr. Das Entfernen der Graffiti könnte ein guter Anfang sein.
Bei älteren Beiträgen wie diesem wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen. Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.
Selbige scheint in Deutschland besonders ausgeprägt zu sein. Wem ständig Weltoffenheit, Buntheit der Gesellschaft gepredigt, wo konsequente Anwendung des Strafrechts nivelliert, permanent mildernde Umstände geltend gemacht und angewendet werden, darf sich über derartige Zustände nicht wundern. Ich will keineswegs bestimmte Gesellschaftsgruppen kategorisieren. Der Sittenverfall einer Gesellschaft im Degenerisierungsprozess, unter dem Label liberal, nimmt dann erschreckende Formen an, wenn Normen und Werte derart geschliffen werden, daß vermeintlich "elitäres" Handeln zu einer Ideologie verkommen ist, die auf Kosten all derer geht, die sich noch als homogene Gesellschaft betrachten. Der sogenannte "Wertewesten" hat die Werte die eine stabile Gesellschaft letztlich ausmachen; Staatlichkeit, Begrenzung, Familienstruktur etc., also Kohäsionskräfte, ausser Kraft gesetzt, verraten. Die Massstäbe müssen gar nicht neu gesetzt werden. Alles bereits gedacht und vormals angewendet.
Allgemeine Verwahrlosung? Ich bitte sie, nein das ist Ausdruck einer freien, liberalen Gesellschaft. Als Tucker Carlson in den USA von Moskau schwärmte wie sauber, graffitifrei und angenehm diese Stadt wäre meinte sein Gegenüber das sei auch kein Wunder ist doch Russland eine geknechtete Diktatur und die Menschen total unfrei und unterdrückt da kann keiner sich frei bewegen. Tucker Carlson antwortete "er wusste nicht, dass verpiss..... und versch...... Gehwege und beschmierte Wände mit Graffiti und stinkende Müllhaufen an jeder Ecke zum Ausdruck einer freien und liberalen Geselschaft gehören". Fazit je mehr Graffiti und Vermüllung desto lieberaler und freier ist eine Gesellschaft und da sind wir doch auf einem guten Weg. (Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.)
Welche Seite der Berliner Mauer war damals mit Graffiti bemalt? Als die Mauer noch stand? Warum war die Ostseite der Berliner Mauer nicht bemalt? Könnte man auch Tucker Carlson fragen. Ohne jegliche Ironie natürlich. Gibt es in Nordkorea eigentlich Graffiti? War Tucker Carlson schon mal in Nord Korea? Hat es ihm dort gefallen? Sittenpolizei? Hm? Hatten wir doch schon mal oder? Wer entscheidet eigentlich über die Ästhetik? Was ist Kunst was nicht? Überall hängt Werbung das ist visueller Terrorismus. Wer darf die Stadt mitgestalten? Nur Coca Cola? Die Künstler die in der Stadt leben, dürfen das nicht? Warum? Graffiti … der Arschloch im Wandschrank.
Willst du mehr Videoüberwachung, hast aber keine Argumente, nimmst du Graffiti! Willst du mehr Licht in der Stadt, hast aber keine Argumente, nimmst du Graffiti! Wenn man da eine Videokamera aufhängt, werden dann nur Graffitisprayer überwacht oder alle? Überwachung der Bevölkerung das hatten wir auch schon mal… DDR
Es sollte Degenerationsprozess heissen.
der Singular von Graffiti ist Graffito, ähnlich wie bei dem immer wieder falsch zitierten Mafioso.
Für solche sprachlichen Feinheiten gibt es sogar im Internet Wörterbücher.
Nix für unguet!
Aus demselben Grund, weshalb wir unser Land immer weiter mit "Traumatisierten" aus dysfunktionalen Ländern fluten (lassen) , obwohl der von internationalen Experten auf dem Gebiet (Collier, Kloopmanns z.B.) vorhergesagte "Erfolg" - Erosion von "mutual trust and understanding- , des unverzichtbaren Fundaments jeder frunktionierenden Gemeinschaft- sich schon überdeutlich zeigt. Der Grund ist dieselbe "Dreifaltigkeit", die praktisch immer vorliegt, wenn eigentlich intelligente Menschen Unverständliches, Selbstschädigendes tun: Dummheit, Faulheit, Feigheit.
… des letzten Absatzes sind ganz leicht zu beantworten: Alles, was eine Lösung oder Besserung sein könnte, gilt als rechts.
Deswegen heisst es auch: das ist rechtens, von Rechts wegen, eine rechte Sache oder im Gegensatz, der kommt mir von links, linksgedreht, das ist aber links... usw. Der erste Teil ist in der deutschen Sprache positiv, der zweite Teil negativ besetzt. Heute wird es durch selbst Kinderbuchautoren durch die Mangel oder umgedreht... deswegen ist es trotzdem nicht richtig!
Jede monochrome Fläche, jede neue schöne Brücke (wir haben schöne Brücken) wird beschmiert. Aber es ist so wenig kontrollierbar wie andere schlimme Phänomene, etwa das gedankenlos Wegwerfen von allem, was man nicht mehr braucht. Es ist eine Kopf-, Bildungs- und Haltungsfrage. Erziehung und Bildung scheinen hier nichts zu bewirken. Freiheit? Eben nicht. Freiheit heißt, s e l b s t die Verantwortung für das zu übernehmen, was man tut.
Solche hässlichen Schmierereien als ästhetisch zu deklarieren, ist das Gleiche, wie die Wahnvorstellungen von links-grün für Lebensweisheiten zu halten. Insofern: passt schon. Zwei Wahnvorstellungen vereint in einer „Erlebniswelt“.
auf einmal öffentliche und/oder private Gebäude & Einrichtungen schützen? Das zu fordern bzw. zu tun wäre wohl auch rechtsextrem. Denn es sind doch die (meist superlinken) "Guten" die schmieren, illegale Grenzübertritte befördern, Abschiebungen verhindern, Flughäfen lahmlegen etc. Im übrigen setzt sich der durch die übergriffigen Corona-Zwangsmaßnahmen eingeleitete Rückzug der (noch) Mehrheitsbevölkerung ins Innere fort, diesmal bestärkt durch die supergeile, angeblich unmerkliche "Buntheit" in Zügen, in Bahnhöfen in Bussen & Bahnen, in Arztpraxen, in Notaufnahmen, in den Cities (nach 12.00 h mittags;-)) etc. Solange es nicht das eigene Häuschen oder Auto betrifft - egal, um nicht zu sagen: sch...egal!
Es gibt sehr wenige wirklich kunstvolle Graffittis, das Meiste sind nur Schmierereien, und haben mit Kultur (welcher Art auch immer) nichts zu tun - im Grunde eine Form des visuellen Terrorismus. Aber selbst die ein Prozent etwas kunstvolleren Graffitis kommen nicht über einen infantilen Comic-Style nicht hinaus.
Warum es so viel in Deutschland gibt? Weil die Schmierereien nicht sofort entfernt werden und die Ermittlung der Täter eher stiefmütterlich vorangetrieben wird und damit das Risiko gefasst und fühlbar bestraft zu werden eher gering ist.
Herr Keyser, stimme Ihrem Kommentar zu.
Dazu kommt noch, daß diese Schmierer eh keine Strafen zu erwarten haben.
Und noch eins. Als wir in Israel waren, waren die Städte/Orte sauber und gepflegt. Dann in den arabischen Teilen und auch in Arabien selbst, ein völlig anderes Bild.
Viele dieser Menschen sind heute hier und warum sollten sie sich hier anders benehmen, als sie es in ihrem ehemaligen zuhause taten.
Wurde schonmal jemand wegen solcher Schmierereien ernsthaft mit dem Höchstmaß bestraft? Selbst die Klimakriminellen (eine Gruppierung, die gemeinschaftlich Straftaten begeht), die das Brandenburger Tor beschmiert hatten, sind glimpflich davongekommen - so glimpflich, dass die sich aufmachten, noch während der Reinigung durch eine Firma das Tor erneut zu beschmieren. Und dafür dann tatsächlich freigesprochen wurden - weil sie je eine Stelle beschmierten, die mit einem Schutzanstrich versehen war und die Farbe daher schnell wieder entfernt werden konnte...
... die in der Gessellschaft dominant ist, Gesetze hin oder her. Richter sind ja auch nur Menschen.
"... Erhalt von Gemeinschaft ..." - welcher Gemeinschaft? 2015 wurde oben beschlossen dass es hier lediglich eine Welt-Gemeinschaft zu geben hat.
niemanden“
anders gesagt „Volkseigentum“
Das erinnert mich an den Beginn meiner beruflichen Tätigkeit 1978 als Jungingenieur. Ich teilte mein damaliges Büro mit einem älteren Kollegen von dem ich sehr viel lernen konnte.
Der Mangel bedingt durch das sozialistische System war ja nicht nur im privaten zu spüren, sondern setzte sich in der täglichen Arbeit fort.
In diesem Zusammenhang prägte mein Kollege einen Satz er mich mein ganzes Leben begleitete: „Sie, (die Kommunisten) sollen wieder jedem was geben, dass jeder was hat und alles wird besser ….“
Eigentum ist eine Grundlage zu weiteren Entwicklung der Menschheit. Volkseigentum ist eine Illusion da das Eigentum von den Herrschenden als ihr Eigentum betrachtet wird.
Und wenn der Schutz des Eigentums nicht garantiert wird, ist das mehr als ein Zeichen des Niedergangs. Das ist eine Frage des Wollens und hat nicht die Ursachen im „ vermehrten Müllaufkommen“
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik
Die Würde unseres Landes ist schon allein durch eine falsche Politik gegen unsere Bevölkerung schwer beschädigt.
Die vielen Graffito sind deshalb sichtbare Auswüchse dieser gesellschaftlichen Krankheit.
Vergleichbar mit einem Herpes im Gesicht oder Pocken auf der Haut,aber auch ein Zeichen dafür wie sich Langeweile sichtbar macht.
Die ganze Szene scheint mir ferner auch ihren Leidensdruck in Deutschland sichtbar machen zu wollen, denn wer keine ordentliche Arbeit hat, schafft sich welche.
In der Szene kennen sie sich und erkennen sich an , es tut halt gut so ein väterlicher Schulterklopfer von Gleichgesinnten.
Der Staat hat meines Erachtens deshalb nicht nur vor dem Sprayer kapituliert, sondern vor sich selbst und seinen Aufgaben die Bevölkerung in die richtigen Bahnen zu lenken und zu führen.
Es verhält sich im Prinzip wie mit der Migration, wenn die Regierung wirklich wollte, bekäme sie so manches,wie auch eben die Sprayer in den Griff.
Sie wollen es aber offenbar gar nicht.
angeht, stimme ich dem Autor voll und ganz zu. Aber Graffiti sind so ziemlich das letzte, was mich stört. Es ist der Dreck.
Weimann hat zu Beginn des Artikels das wohl extremste Beispiel eines geordneten, mit Respekt gefüllten und vor allem sauberen Lebensraumes vergessen. Das der wohl noch immer größten Stadt der Welt, wo fast doppelt so viele Menschen leben wie in Neuseeland, der Schweiz und Österreich zusammen. Tokyo.
D Konsumverhalten d Japaner in Sachen Einweg, etc. ist mindestens ähnlich wie unseres und man findet in der Stadt so gut wie keinen Abfalleimer. Und trotzdem liegt nichts herum, ist nichts verdreckt, in der U-Bahn könnte man vom Boden essen, in den Zügen und in den Gebäuden. Niemand rotzt, schubst, drängelt, bettelt oder pöbelt herum.
Man hat in D irgendwann den Weg zur Verwahrlosung eingeschlagen, politisch so gewollt. Respektlosigkeit ist i D mittlerweile Kulturgut, da können die Politiker labern was sie wollen.
Und das wird so bleiben. Der Zug ist abgefahren.
"Der Zug ist abgefahren."
Wenn sich ein Land einmal auf die Rutschbahn in die Verkommenheit begeben hat, gibt es kein Halten mehr.
Dummheit, Respektlosigkeit, Schmutz, Häßlichkeit, Verbrechen, Straßenkrawalle, Korruption, Armut, Obdachlosigkeit usw. nehmen zu.
Dieses Land reiht sich demnächst ein in die Liste der vielen gescheiterten Staaten.
"Deutschland schafft sich ab" - das ist und bleibt die zutreffende Aussage von Thilo Sarrazin.
Seien wir dankbar, daß es uns auf Grund unseres höheren Alters erspart bleibt, die schlimmsten Veränderungen noch miterleben zu müssen.
Ich bin jetzt sogar froh, daß ich - obwohl Mutter dreier Kinder - keine Enkel habe.
Ich müßte mir sonst viele Sorgen um deren Zukunft machen.
... Selbstbewusstsein, wenn sie im Wahlkampf um ihre lukrativen Sitze kämpfen. Nach dem Wahlkampf versinken sie aber dann wieder in ihren Normalzustand und KAPITULIEREN in der Wirklichkeit vor jedem Probelm, dessen Lösung sie zuvor lauthals versprochen haben.
Selbstverständlich wirken die journalistischen Hofschranzen bei diesem öden Kreislauf der faulen Inaktivität mit. Sie haben schließlich die gleiche Bildung erworben und leben von den gleichen Netzwerken. Daher sind auch die ästhetischen und moralischen Standards gleich.
Für beide Berufsgruppen sind Bordell- und Rauschgiftszene zur schützenswerten "Klubkultur" avanciert, die mit Staatsknete hochgepäppelt wird. Verantwortungsbewusste Erwachsene mit Kindern werden von diesen "Kulturträgern" als Spießer und Langweiler lächerlich und verächtlich gemacht, ebenso wie die Menschen, die fleißig und ehrlich einer regulären Arbeit nachgehen.
Würde, Anstand und Respekt haben in dieser modernen Welt keinen Platz mehr.
nach der Wahl nicht. Det is D.
Um solche Straftaten zu Verfolgen braucht es Strafanträge, weil SB ein Antragsdelikt ist. Selbst bei sog. gemeinschädlicher Sachbeschädigung - z.B. Denkmäler usw. Schon seit den 80er Jahren war zu beobachten, dass ein wirkliches Interesse auf Strafverfolgung nicht bestand. Bis heute reagiert die Justiz mit voreiligen Verfahrenseinstellungen, weil die Polizei keine Ermittlungsrecourcen hat, die Täter oft aus dem linken Spektrum stammen und solche Ermittlungen zeitintensiv sind. Ich habe 2009/2010 selbst mal solche Delikte für ein Jahr schwerpunktmäßig bearbeitet. Allein DS-Befehle zu bekommen, um Spraydosen, sog. Bluebooks (Aufzeichnungen der Tags/Graffitimuster) sicherzustellen, Handys/Fotoapparate zu beschlagnahmen, wo man sich gerne selbst bei der Tat gefilmt hat, Tatkleidung zu finden usw., scheitern häufig an Kapazitäten und an willigen Juristen. Da muss man schon einen Politiker Dummkopf nennen, um einen DS-Beschluss zu bekommen. Nein, der Staat will und kann es jetzt nicht mehr.
Ich beobachte seit langen (ich bin nicht der Einzige), dass in Deutschland einerseits zu viel toleriert, quasi mit Schweigen u Untätigkeit legitimiert wird, andererseits herrscht in vielen anderen Angelegenheiten Strenge, etwa wenn ein Minderbemittelter zum Vorstellungsgespräch auf das S-Bahnticket verzichtet - er riskiert unter Umständen eine Gefngnisstrafe.
Es geht aber auch um eine Mentalität, um Probleme bei der Erziehung u Führung von Jugendlichen, und dem Motto: "Macht nach eurem Gusto, Hauptsache, ihr votiert für mich/meine Partei". Beim Volk wie innerhalb der Politszene ist Zivilcourage Mangelware. Aufbegehrt wird höchstens abends, in Filzlatschen vor dem Fernseher oder im Rudel, am Stammtisch.
unser hauseingang wurde vor einiger zeit mal Angriffsfläche von Sprayern.. Wir haben uns zu zweit, abwechselnd , am Fenster auf die Lauer gelegt für einige Nächte... und dann zugeschlagen...auf die Arme und die Hand.. mit einem Bokken. Dem Holz-Katana aus der Aikido Einheit. Wir haben ihm gesagt, dass das immer wieder hier bei uns passieren kann. Das haus ist frei. Und keine Anzeige.
Wirkungsvoller als eine alberne Anzeige!!!!
Ergänzend zu dieser Annahme ein Aphorismus von Kurt Tucholsky, (Quelle Aphorismen.de), welcher in einem Brief an Herbert Ihering 1922 schrieb: "Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher, als der, der den Schutz macht."
Weitere Inhalte oder Zusammenhänge dieser Korrespondenz entziehen sich zwar meiner Kenntnis, und ich vermute es ging dabei nicht um die m.E. "asoziale" Verunstaltung fremden Eigentums. Jedoch könnte es was mit dem Thema Angst bzw. Reaktion bezüglich freier Meinungsäußerung zu tun haben. Denn dazu gibt es nicht weniger erschreckende, viel aktuellere "Umfragen", welche nicht so recht zu unserer freiheitlichen Demokratie passen möchten werter Herr Prof. Weimann. MfG
Im vergangenen Sommer war ich zu Besuch in der Kleinstadt Spiez im Berner Oberland. Dort gibt es mehrere (min. 3) öffentliche Grillplätze. Alle dieser Plätze waren sauber, die Leute scheinen hinter sich aufzuräumen. Was mich geradezu positiv schockiert hat, ist dass die Gemeinde kostenlos Brennholz zur Verfügung stellt. Und nicht nur das: Neben dem Brennholz lag sogar an jedem Grillplatz ein Beil zum Holzspalten bereit! Teilweise diebstahlgesichert per Kette, teilweise nicht. Und siehe da: Weder war das Brennholz geplündert, noch steckten die Beile in irgendwelchen Schädeln. Irgendwas machen die Schweizer richtig...
Der oft seltsam interpretierte Datenschutz in D. hilft den Vandalen obendrein. Denn der verhindert, dass man ein Gebäude / eine Fassade videoüberwacht, sobald ein Stück Gehweg oder Straße im Bild sein könnte.
Vielen Dank an Herrn Prof. Weimann, daß er dieses "Eisen" thematisiert. Gerade aus einer norddeutschen Stadt zurückgekehrt, verfolgen mich noch die verunstalteten Fassaden schöner historischer Backsteinbauten. Ein Schulfreund, der seit seiner Studentenzeit wiederholt dort weilt, berichtet aus Singapur: " "Gebäude und Pflanzen in vollkommener Harmonie. …Und wie schrieben bestimmte Presseleute schon damals ablehnend über Premierminister Lee Kuan Yew, weil er versuchte, den früher verdreckten Stall mit Strafen zu sanieren! 500 Dollar für ein ausgespucktes Kaugummi oder eine weggeworfene Zigarettenkippe. Und heute? Welch ein Unterschied zu Berlin".
Wieso sollte dann unser Staat Geld für die Reinigung von verbotener Sachbeschädigung aufwenden? Macht er damit nicht seine eigenen Gesetze unglaubwürdig? PrIv. Haus- besitzer bleiben auf den Kosten hängen? Die heimlichen Gebäudeverunstalter sind ja mehrheitlich aus einem bestimmten Milieu, das sich unantastbar wähnt.
Ein langer Artikel, dabei sind Umstände und Fakten bekannt: Peter Scholl Latour hat es mit einem Satz gesagt: Wer sich die dritte Welt ins Land holt, wird zur selbigen! Wo keine Bildung ist, kann nichts anderes rauskommen. Und die Masse schaut weg, die sog. "sich zu den Besseren fühlenden" leben in einer Scheinwelt. Wer sich wegdreht, will nicht handeln (müssen), lamentieren ist einfacher. Konsequenzen: alles in Geschichtsbüchern nachzulesen.
Und nicht zu vergessen: die Strategie dahinter, D kaputtzumachen, gelingt doch!
Dass unsere Städte so verwahrlost aussehen, hat auch damit zu tun, dass ganze Eltern- und Lehrergenerationen versagt haben. Wenn eine Mutter noch stolz auf die Schmiererei ihres Sohnes ist, dann ist da Hopfen und Malz verloren. Und wenn meine rotgrüne Nachbarin, Oberstudienrätin a.D., der Meinung ist, dass Graffiti „der letzte vitale Ausdruck einer perspektivlosen Generation“ sind, kann man getrost annehmen, dass ihr ganzes Lehrerkollegium der gleichen Ansicht ist. Auch die Medien sollte man zu den Schuldigen zählen, wo speziell im Feuilleton gerne feingeistig darüber nachgedacht wird, ob es sich um Kunst oder Sachbeschädigung handelt. Und evangelische Kirchengemeinden, in denen fortschrittliche Pastor*innen „Graffiti-Workshops“ unter dem Motto „Mach dein Leben bunt!“ anbieten. Wie wär’s übrigens mit einem Graffiti-Artikel speziell über Chicago? Und, nein, ich möchte auch keine künstlerisch anspruchsvolle illegale Fassadenbemalung. Nebenbei: Graffiti ist Plural, Singular: Graffito.
Hr. Proffesor scheint ein echter Kunstkenner zu sein. Hat er Graffiti studiert? Solche Artikel, sind nichts neues und haben meistens den selben Aufbau:1)Narrenhände beschmieren Tisch und Wände 2)Das sind alles Vandalen,die wollen nur zerstören3)Wir brauchen mehr Videoüberwachung4)Wir müssen Belohnung aussetzen. Die einzige Lösung gegen illegales Graffiti ist Steuergelder ausgeben um zu putzen. Ein Kampf gegen Windmühlen. Herr Professor Sie müssen mir da mal was erklären. Was ist das Ziel ihres Artikels? Illegales Graffiti fördern? Oder die deutsche Bevölkerung spalten? Die Graffiti in der Höhle von Lascaux müssen wir doch wegputzen. Haben diese angeblichen Künstler gefragt ob die da malen dürfen? Ist Mona Lisa Kunst? Warum? Weil de im Louvre hängt und man Eintritt zahlen muss um diese zu sehen?Alles was nichts kostet ist keine Kunst? Graffitisprayer sind meistens deutsche Staatsbürger und die sich darüber aufregen sind deutsche Staatsbürger. Das wäre eine perfekte „aktive Maßnahme“.;)