Ostern und Gewalt - Nicht an das Böse gewöhnen

Auch in diesem Jahr fällt das höchste christliche Fest in eine unruhige Zeit. Es wendet sich gegen die verdummende Kraft der Gewöhnung und fordert einen knochentrockenen Realismus. So könnte es einen Weg weisen aus den politischen Sackgassen der Gegenwart

Ein Absperrband der Polizei vor einem Tatort
Indifferenz nutzt nur den Bösen. Das lehrt kein Fest mehr als das nun bevorstehende Ostern / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Kissler ist Ressortleiter Salon beim Magazin Cicero. Er verfasste zahlreiche Sachbücher, u.a. „Dummgeglotzt. Wie das Fernsehen uns verblödet“, „Der aufgeklärte Gott. Wie die Religion zur Vernunft kam“ und „Keine Toleranz den Intoleranten. Warum der Westen seine Werte verteidigen muss“.

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Burgwedel war bisher bekannt als Sitz einer großen Drogeriemarktkette. Ulrich Tukur hat in der niedersächsischen Stadt sein Abitur gemacht. Nun wird Burgwedel in einem Atemzug mit dem pfälzischen Kandel genannt, denn in Burgwedel ist ein syrischer Flüchtling dringend verdächtig, eine junge Frau mit dem Messer lebensgefährlich verletzt zu haben. Zuvor erstach ein Asylbewerber aus Afghanistan in Flensburg ein minderjähriges Mädchen, womöglich seine deutsche Ex-Freundin. Haben wir uns an solche Nachrichten gewöhnt, stumpfen wir ab?

Diese Gefahr, die die jeweiligen Opfer noch einmal an den Rand stößt, ist sehr real. Das vergleichsweise geringe überregionale Interesse an den Schandtaten von Flensburg und Burgwedel spricht dafür. In den Städten selbst sind sie Anlass zu Trauer, Wut und Reflexion, denn „mit jeder Gewalttat dieser Art vergrößert sich die Kluft zwischen Einheimischen und Zuwanderern exponentiell“. Bundesweit jedoch werden die Attacken eher unter Vermischtes/ Panorama geschäftsmäßig abgehandelt. Dazu beitragen mag einerseits die für viele Köpfe noch immer ungewohnte Opfer-Täter-Umkehr – der „Schutzsuchende“ als Sicherheitsrisiko –, andererseits die Neigung, jede neue Schandtat an der Elle der vorherigen zu messen und so die Hürde für eine Berichterstattung stetig zu erhöhen. Beides ist falsch, beides fatal.

Linke und rechte Ungeheuerlichkeiten

Schleichende Gewöhnung und feige Lässigkeit verhindern auch beim Linksextremismus oft ein klares Benennen von Opfern und Tätern. Nur vereinzelt über die Stadtgrenzen von Berlin hinaus gelangte die Meldung, „Zündel-Chaoten“ hätten Teile der Stromversorgung von Charlottenburg lahmgelegt. Tatsächlich war es eine linksterroristische Attacke, deren Akteure sich im Internet stolz ihrer Straftaten brüsteten. Auch Angriffe auf Moscheen werden von Linksextremen begangen oder begrüßt, ohne dass diese ihren Status als ungehöriges Hätschelkind einer altlinken Elite verlieren. Und als in Kandel die Demonstration „Kandel ist überall“ auf die Gegendemonstration „Wir sind Kandel“ stieß, zeigte sich die Polizei hinterher überrascht „von der Aggressivität, die von der Antifa ausgegangen ist“. Dabei hat die sogenannte Antifa seit Jahren selten mehr im Gepäck als Aggressivität gegen Andersdenkende, gegen Andersmeinende, gegen Staat und Polizei und Recht und Gesetz. Auch daran hat sich eine desinteressierte Öffentlichkeit gewöhnt.

Und ist es – um ans andere Ende des politischen Spektrums zu schauen – etwa eine Petitesse, wenn die rechtsextremistische „Gruppe Freital“ offenbar mehr Unterstützer zählte, als bisher angenommen? Oder wenn im Internet illegal Schusswaffen gekauft werden konnten, um, wie es der nun gefasste ehemalige Betreiber einer solchen Seite behauptete, Migranten zu „erschrecken“? Auch hier ist ein Achselzucken keine Lösung, nützt Indifferenz nur dem Schlimmen, Bösen, Sinnwidrigen. Das lehrt kein Fest mehr als das nun bevorstehende Ostern.

Ostern als Veto gegen die Gewöhnung

Wie auch immer die Abfolge von Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Osternacht theologisch ausgedeutet werden mag, eines ist sie ganz gewiss: der stärkste Einspruch gegen die verdummende Kraft der Gewöhnung. Ostern besagt zunächst, dass es das Böse gibt und dass das Gute den Kürzeren ziehen kann. Sterben muss der unschuldigste aller Menschen, schändlich am Kreuz, den Feinden zum Hohn ausgesetzt. Mehr Realismus passt in kein religiöses Ereignis. 

Das Veto gegen die Gewöhnung an das Leid, an den ganzen schlimmen Lauf der Welt, folgt auf den Fuß und in der Nacht: die Auferstehung Christi. Nicht einmal das Allernormalste der Welt, heißt das, der Tod, verdient es, dass wir uns daran gewöhnen. Nicht einmal der darf uns in die Bande der Trägheit schlagen. Wer genau hinschaut auf das Böse und standhaft bleibt, der darf hoffen, dass das Gute kommt.

Insofern wäre die Osterbotschaft im Jahr 2018 genau dieses Ineinander von knochentrockenem Realismus – Täter sind Täter, Opfer sind Opfer, das Böse kann nicht entschuldigt werden – und standhafter Zuversicht. Wer diese nicht verspielen will, darf jenen nicht scheuen. Gewöhnung ist der Feind jeder Erkenntnis, und ohne Erkenntnis gibt es keine Wende zum Guten.

Johan Odeson | Do, 29. März 2018 - 13:53

Wie immer ein treffender Kommentar. Leider werden wir uns gewöhnen müssen, weil die Situation weiter eskalieren wird. Messerangriffe und Sexualstraftaten haben in Deutschland und Österreich massiv zugenommen. Hinzu kommen jetzt perfide und in ihren Folgen schreckliche Angriffe mit Säure auf Frauen. Phänomene aus "civilised challenged societies" ( um es mal politisch korrekt auszudrücken). Wir erleben den Clash of Cultures den Huntigton schon in den 90gern beschreiben hat. Der Tagesschau ist eine bewaffnete ! brutale Auseinandersetzung von rivalisierenden ethnischen Gruppen in Duisburg Hamborn wieder mal keine Meldung wert. Man versteckt das Böse, des vermeintlich Guten wegen. Man kann hoffen, dass das Böse nicht das letzte Wort haben wird, aber dann muss das Gute langsam mal Widerstand leisten, statt mit den "guten" Menschen Schritt für Schritt zurückzuweichen und den Kopf in den Sand zu stecken. Wenn keiner das Gute verteidigt, was bleibt? Hoffnung? Frohe Ostern!

Konrad Perfeud | Do, 29. März 2018 - 14:05

Die Spitze ist doch, dass man es in Deutschland seit Jahrzehnten hinnimmt, dass der demokratische Wille der Bürger von den herrschenden Parteien ständig missachtet wird. In diesem Jahrzehnt sehen wir, dass auch der Rechtstaat nur noch nach Gesinnungslage angewandt wird.

Robert Müller | Do, 29. März 2018 - 14:17

Was heißt denn "Nicht an das Böse gewöhnen"? Diese Dinge sind leider heutzutage gewöhnlich. Hinzu kommt, dass wir als Bürger nichts daran ändern können und der Staat interessiert sich nicht dafür. "Wir schaffen das" und "in dem wir gut und gerne leben" sagt man dort. Übrigens, beim Missbrauchsskandal von Telford, schon den zweiten derartigen Großfall, hat sich auch niemand aufgeregt. Dann lernen wir, dass die Mafia hierzulande groß im Geschäft ist, etc... Das "Böse" ist immer da, nur manchmal ist davon in den Zeitungen zu lesen und sonst halt eher nicht. Investigativer Journalismus ist der Garant, dass manchmal etwas in der Zeitung steht, wenn es das nicht gibt, ist es nur der Zufall.

Mathias Trostdorf | Do, 29. März 2018 - 14:19

"Täter sind Täter, Opfer sind Opfer"

Schön wärs.
Ich glaube, daran hat die links geprägte Sozialindustrie und Justiz vierzig Jahre lang gearbeitet, daß es eben genau nicht mehr so ist. Bei Tätern werden alle möglichen Entschuldigen gesucht und strafrechtliche Ausnahmen gemacht, Opfer werden durch diese Urteile oft verhöhnt und ohnehin vom Staat allein gelassen. Mit fatalen Folgen.
Ich denke, eine Änderung dieser Sichtweise auf die Täter-Opfer-Problemtik ist in der derzeitigen Politik auch weiterhin nicht gewünscht.

das Opfer am Ende auch noch selbst schuld!!!

Bernhard K. Kopp | Do, 29. März 2018 - 14:33

Aus dem intellektuellen Biotop von Burgwedel kommt auch der berühmte Satz 'der Islam gehört zu Deutschland'. Machmal kommen aus wenig bekannten Provinzorten 'geschichtsmächtige Erkenntnisse'.

Günter Johannsen | Do, 29. März 2018 - 14:40

Haben wir uns an Gewalt schon gewöhnt?
Kurt Tucholsky warnte seinerzeit: "Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!" Bei dieser in Europa rasant anwachsenden Gefahr besonders für "ungläubige" Frauen, einem Messermörder zum Opfer zu fallen, fällt mir die Willenlosigkeit unser „Politiker“ zu Handeln auf. Es erinnert mich gleichzeitig an ein nun aktuelles Theaterstück von Max Frisch ein: „Biedermann und die Brandstifter“!
„Haarölfabrikant Gottlieb Biedermann nimmt in seinem Haus zwei Männer auf (Schmitz und Eisenring), die er auf seinem Dachboden hausen lässt. Biedermann muss feststellen, dass die Beiden auf dem Dachboden Benzinfässer einlagern und mit Zündschnur und Zündkapseln hantieren. Er fragt die beiden Männer, ob sie Brandstifter seinen. Offen gestehen sie ihm, dass sie Brandstifter sind. Biedermann hält diese Auskunft für einen Scherz .. Selbst als sein Haus bereits brennt, will (Gutmensch) Biedermann immer noch nicht wahrhaben, dass es Brandstifter sind ... !"

Hans Jürgen Wienroth | Do, 29. März 2018 - 14:42

Nicht der „normale“ Bürger stumpft bei den von Ihnen aufgezählten Taten ab, lieber Herr Kissler. Es sind die Mainstreammedien, die in ihrer Berichterstattung sehr „zurückhaltend“ sind. Bestimmte Medien warten mit einer Veröffentlichung bis die Nachricht in anderen Medien hochgekocht ist. Ich spreche nicht so sehr von den Messerattacken sondern dem Brandanschlag in Berlin. Es dauerte bald einen Tag, bis das Fernsehen darüber berichtete. Soll der Bürger hier geschont werden, um Angst zu vermeiden?
Der Rechtsstaat darf sich beim Schutz der Bürger auch nicht von hohen Kosten für die Unterbringung von Straftätern (ca. 6000 €/Tag) in seiner Rechtsprechung leiten lassen. Er muss ohne Ansehen der Person die Täter einer gerechten Strafe zuführen. Dabei ist es Aufgabe der Richter, die Gesetze anzuwenden, nicht diese (manchmal zugunsten der Täter?) frei zu interpretieren.

wolfgang spremberg | Do, 29. März 2018 - 15:04

Ostern, Christentum und das Böse. Ohne EVA (die, die in den verbotenen Apfel gebissen hat.) würde es das Böse gar nicht geben. Der liebe Allmächtige ist immer noch sauer. Deshalb leben wir nicht mehr im Paradies und EVA ist an allem Schuld. Hüstel....
Und ernsthaft ? Es gab immer das, was wir das Böse nennen und es wird es auch immer geben.
Leider verstärken / vermehren wir das Böse in unserer Umgebung. Zu Einheimischen Kriminellen, Antisemiten etc. lassen wir noch zusätzliche in unser Land. "Zusätzlich" ist das entscheidende Wort. Ob die Einwanderer "böser" sind als die Einheimischen sind ist müßig zu diskutieren (wird aber gern gemacht.). Ohne eigenen Vorteil vergrößern wir unsere vielfachen Probleme ( Sicherheit/ Kosten für Soziales/ Wohnraummangel etc.). Das sollte man offen diskutieren und schnell ( wenn die Wähler / Bürger es wollen) zu ändern versuchen. Am "offen diskutieren" scheitert es oft schon. Siehe Hamburg (1 Schwerverletzter), Kandel (verletzte Polizisten).....

Bernhard Jasper | Do, 29. März 2018 - 15:50

Da gibt es für mich keine Relativierungen und Kompromisse mehr. Das ist unüberbrückbar, so wie zwischen Gut und Böse.

Daniel Sunnus | Do, 29. März 2018 - 16:12

haben Sie gut getroffen, Herr Kissler.

Bleibt noch zu sagen: Auch ans Gute darf man sich nicht gewöhnen. Hat man sich an sein Glück gewöhnt, ist es schon verspielt. Dann gilt: Wie gewonnen, so zeronnnen.

Lob, Preis und Dank sind angebracht.

Peter Wagner | Do, 29. März 2018 - 16:16

Ich habe Respekt vor ihnen, Herr Kissler! Sie gehören zu den wenigen Journalisten in D, die ihren aufrechten Gang in den letzten Jahren nicht verloren haben! Auch diesem Artikel kann ich voll zustimmen.
Deutschland gehört zu den wenigen Ländern in dehnen Böse nicht gleich Böse ist! Wenn eine junge deutsche Frau von einem Flüchtling vergewaltigt und anschließend getötet wird, versuchen unsere Medien die Herkunft des Mörders zu verschleiern, zu relativieren und die Tat so schnell wie möglich zu vergessen. Das wichtigste in D ist ja zu verhindern, dass die AFD dieses Verbrechen instrumentalisieren kann.
Wenn ein rechtsradikaler Nazi, das Gleiche mit einer Frau aus Syrien macht, würde es in D einen riesen Aufschrei geben! In allen größeren Städten wären Großdemos und Lichterketten das Maß aller Dinge. In den Medien gäbe es über Wochen nur dieses Thema und in Berlin hätte man beschlossen, im Kampf gegen rechts, zusätzliche Millionen einzusetzen! Deutschland stünde kurz vorm Untergang!

Dorothee Coch | Do, 29. März 2018 - 16:19

Danke, Herr Kissler, für diese Kolumne zum Osterfest! Sie schmeckt mir besser als ein Schokoladenosterei !
Außerdem: Die grandiose Formulierung ( verdummende Kraft der Gewöhnung ) ist schon notiert, damit sie mir nicht abhanden kommt.
Gute Ostertage!
Dorothee Coch

Christa Wallau | Do, 29. März 2018 - 16:34

darf einen verantwortungsbewußten Christen nicht davon abhalten, lieber Herr Kissler, das Böse nicht nur zu erkennen u. klar zu benennen, sondern auch zu bekämpfen. Christus erwartet nicht von uns, daß wir ohne Not unsere äußere und innere Freiheit aufgeben zugunsten von Menschen, die mit dem christlichen Glauben an den dreifaltigen Gott u. seine unendliche Liebe nichts am Hut haben, sondern seiner spotten. Die Mittel, die Christen dabei anwenden, müssen möglichst gewaltfrei sein,aber eine Abwehr nach bestehenden Gesetzen darf u. muß konsequent betrieben werden. Anderenfalls werden die Bösen nur ermutigt, noch toller in ihrem Treiben fortzufahren. Das real existierende Böse mit seinen vielen Ausprägungen verlangt realistische
Antworten durch T a t e n, keine hohlen Worte.
Die "Freiheit des Christenmenschen" braucht
überzeugte, mutige Verteidiger, genauso wie
Freiheit und Menschenrechte ganz allgemein.
Von Anbiederung an fremde Kulturen steht in der Bibel nicht ein einziges Wort.

FRanz Platz | Do, 29. März 2018 - 16:43

Wie wahr, Herr Kissler! Aber so wie wir uns an die tägliche Gewalt im Fernsehen gewöhnt haben, werden wir uns ,gesamtgesellschaftlich gesehen, auch an die reale Gewaltexpansion gewöhnen lassen. Zumal die Gewalt zunehmend mit moralischen Gründen garniert wird.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 29. März 2018 - 16:46

Ich verbinde die Kreuzigung Christi nicht mit dem Bösen, sondern mit der weltweit nicht zu bestreitenden Möglichkeit, Schuld auf sich zu laden.
Seit ich mir meine eigenen Gedanken zur Person Jesus Christus gemacht habe, ist es noch weniger geworden in Richtung, Unfähigkeit, etwas Göttliches zu erkennen oder etwas anderes zu respektieren.
Zweifellos war Christus für die meisten seiner Umgebung anders, denn es gab ja viele, die sich als Gottes Sohn bezeichneten und keinesfalls am Kreuz endeten.
Gleichwohl wäre dieses Andere von Gottes-fürchtigen Menschen auszuhalten gewesen.
>>HERR vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun<<
Das haben Christen Juden gegenüber selten beherzigt.
Wenn eine Kanzlerin Deutschlands eine evtl. völlig konfuse Politik in Bürgerkriegsgebiete startet und gegen den Willen "der" Bevölkerung, deren Land GRUNDSÄTZLICH umbaut mit "religiösen Pauken und Trompeten, fügen wir doch das Fegefeuer hinzu", wo ist da das BÖSE?
Ich trauere und feiere dann Ostern

Hubert Meier | Do, 29. März 2018 - 17:20

...an den Schandtaten von Flensburg und Burgwedel"??? Dazu ist zunächst zu sagen, dass es keineswegs am 'überregionalen Interesse' mangelt, sondern vielmehr an der Bereitschaft der Medien, überregional zu berichten: Berichte zu solchen Schandtaten sollen und werden (zunächst)nur dort berichtet, wohin sie über Mundpropaganda ohnedies gelangen würden. 'Schwedische Verhältnisse' könnte man sagen; oder vielleicht doch besser 'Lügenpresse'(?), denn Lügen kann man eben auch durch das Verschweigen, Verschleiern oder Verbiegen der Wahrheit! Der CICERO bildet diesbezüglich freilich eine lobenswerte Ausnahme und zeigt, wie's auch gehen könnte!
"Bundesweit jedoch werden die Attacken eher unter Vermischtes/ Panorama geschäftsmäßig abgehandelt." Na klar: So ist's der Regierung Merkel recht! Und nein: Natürlich kommen da keine Anweisungen von oben; dieser 'Gehorsam' ist ein Vorauseilender - weil man als verantwortlicher Journaillist oder Redakteur eben weiß, was 'die da oben' erwarten!

Heinrich Jäger | Do, 29. März 2018 - 17:38

wie sagte sie noch sinngemäß ,wir müssen akzeptieren das die Anzahl der Straftaten bei jugendlichen Migranten besonders hoch ist.
Merkel meint also das Volk sollte sich daran gewöhnen das gelegentlich oder auch öfter jemand beklaut,geschlagen ,vergewaltigt oder gemessert wird. Ich will und werde mich nie daran gewöhnen, da ich im Gegensatz zu dieser kaltherzigen Kanzlerin jedesmal mit den Opfern und deren Angehörigen mitfühle .

Hans Herzberger | Do, 29. März 2018 - 18:50

Ich denke, das ganze ist erst der Anfang einer immer brutaler werdenden Kriminalität. Das Ruhrgebiet zeigt sich schon jetzt als der Austragungsort von massiven Clan-Aktivitäten ausländischer Herkunft. Eingereiste Menschen, die in anderen Wertvorstellungen aufgewachsen sind, haben nun mal keine Achtung und auch kein Verständnis für unseren Vorstellungen von Recht, Gesetz und Ordnung. Die Politik ist nicht in der Lage dies zu vermitteln, die Justiz ist angesichts schwacher Gesetze und mangelndem Personal nicht in der Lage zeitnah Recht zu sprechen, die Polizei agiert ohne Unterstützung der Politik hilflos und wird zum Prügelknaben durch Untätigkeit des Staates. Sicher fühle ich mich in meinem Land schon lange nicht mehr und verlasse mein Haus ( eingerichtet mit allen Sicherheitsvorrichtungen) nur noch mit Mitteln zur Selbstverteidigung.

Christiane Bohm | Do, 29. März 2018 - 19:18

Das Böse breitet sich umso mehr aus, je mehr man es lässt. Man muss dem nicht machtlos gegenüber stehen. Aber man will es. Ganz übles Beispiel ist Thüringen. Man findet bei zwei Personen 100 Kilo Bombenbaustoffe mit Zubehör. Die Besitzer sind bekannt, gehören aber der linken Gewaltszene an. Folge: Das LKA darf nicht tätig werden. Kann ein Staat noch mehr abrutschen?

Frank Bauer | Do, 29. März 2018 - 22:21

"Und als in Kandel die Demonstration „Kandel ist überall“ auf die Gegendemonstration „Wir sind Kandel“ stieß, zeigte sich die Polizei hinterher überrascht „von der Aggressivität, die von der Antifa ausgegangen ist“."
Es ist weniger Abstumpfung bei den Bürgern, als vielmehr die politisch durchgesetzte "Abtötung" des Protestes. Malu Dreyer, die rheinland-pfälzische MP, ist die Schirmherrin von "Wir sind Kandel" und steht ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, die Proteste gegen die Bluttat von Kandel zu diffamieren. Nicht das Verbrechen, sondern der Protest dagegen erscheinen aus dieser Sicht verdammenswert. Flankiert vom DGB, der aus ganz Rheinland-Pfalz die "Wochenend-Kandeler" ankarren ließ und natürlich von den Kirchen, denen die Verteidigung der Massenzuwanderung samt Folgen längst das wichtigste Anliegen zu sein scheint.

Manfred Steffan | Do, 29. März 2018 - 22:37

'von der Aggressivität, die von der Antifa ausgegangen ist'“: Die Antifa, deren Wurzeln in die Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts zurückreichen, war und ist die linke SA und keine Verteidigerin des bürgerlichen demokratischen Staates. Wieso also Überraschung?

Klaus Dittrich | Do, 29. März 2018 - 22:59

„Das vergleichsweise geringe überregionale Interesse an den Schandtaten von Flensburg und Burgwedel spricht dafür.“
Es ist das geringe Interesse der „staatstragenden“ MEDIEN! Im Internet kursiert dazu eine Fülle von Kommentaren.

„Und ist es – um ans andere Ende des politischen Spektrums zu schauen – etwa eine Petitesse, wenn die rechtsextremistische „Gruppe Freital“ offenbar mehr Unterstützer zählte, als bisher angenommen?“
Tja, in den o. g. Medien sind Rechte ja die Quelle allen Übels. Und es wundert nicht wirklich, wenn sich nur wenige öffentlich zu solchen Gruppierungen bekennen.

Die Gewöhnung sehe ich im Unglauben gegenüber offiziellen Verlautbarungen und gleichzeitigem hektischen Aufgreifen von „News“ in sozialen Medien.

Willi Mathes | Fr, 30. März 2018 - 08:39

Sitzt !

Politik und Medizin haben eines gemeinsam : Keine Wirkung ohne Nebenwirkung ! Kommt also auf das Können des ( der ) Therapeuten an.
An diese beschriebenen " Nebenwirkungen " sollten wir uns allerdings nicht " gewöhnen " !

Danke Herr Kissler !

Jacqueline Gafner | Fr, 30. März 2018 - 11:29

ist aber nicht (mehr) so, indem verschiedenste gesellschaftlich relevante Kräfte mit je eigenem "Filter" an der Aufweichung der scharfen begrifflichen Trennung zwischen Täter und Opfer arbeiten. Dahinter stehen interessengebundene Konzepte, die aus einer modifizierten Sichtweise auf das, was erstrebenswert (gut) respektive unerwünscht (böse) ist, Nutzen für sich ziehen (wollen), sei es politisch, ideologisch-weltanschaulich und/oder ökonomisch. Entsprechend selektiv fällt dann auch die Berichterstattung aus, einschliesslich der Bewertung des in den Fokus genommenen Geschehens unter dem Aspekt von gut und böse. Da werden aus Tätern dann schnell einmal auch Opfer, sei es aufgrund ihrer Biographie, eigener Gewalterfahrungen, ihrer kulturellen oder milieubedingten Prägung, ideologischer Verführung, Gruppendruck und dergleichen mehr. Umgekehrt dürfen sich Opfer nicht selten anhören, sie hätten suboptimal agiert, oder aber schlicht Pech gehabt, da zur falschen Zeit am falschen Ort.

Gisela Fimiani | Fr, 30. März 2018 - 12:49

Leider kann auch die christliche Religion instrumentalisiert werden, wenn die Kirchen die alleinige Deutungshoheit beanspruchen und sich mit einem paternalistischen Staat verbrüdern. Eine Einstellung, die sich mit Gewalt abfindet, wird unsere Zivilisation bedrohen. Und doch geschieht es, wenn es keine res publica gibt und eine paternalistische Regierung verschweigt, verhehlt und obrigkeitlich bevormundend die richtige Einstellung besimmt und verkündet. Eine solche Regierung ist nach Kant "der größte denkbare Despotismus". Christus hat sich immer an den Einzelnen, das Individuum gewandt. Das Individuum sollte sich die Deutungshoheit nicht von den Kirchen entwenden lassen. Kants: "Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen", meint vor allem auch, sich die geistige Freiheit, die sowohl dem Christentum als auch der res publica zugrunde liegt, nicht nehmen zu lassen.

Hans-Hasso Stamer | Fr, 30. März 2018 - 15:57

Was jetzt in diesem Lande passiert, ist kein Zufall, sondern das Resultat einer verfehlten, aber planvollen Politik gegen die eigene Bevölkerung. Im Jahre 2012 erschienen ein aufschlußreicher BBC-Artikel:

http://www.bbc.com/news/uk-politics-18519395

Der Repräsentant der UN für Migrationspolitik, Sutherland, der gleichzeitig „non-executive chairman“ bei Goldmann Sachs ist, empfiehlt, die ethnische Homogenität der Bevölkerung der Mitgliedstaaten zu unterminieren, notfalls auch gegen Widerstand der Bevölkerung: "however difficult it may be to explain this to the citizens of those states".

Merkels großherzige Geste der unkontrollierten Grenzöffnung scheint also kein Alleingang gewesen zu sein, sondern steht im Einklang mit einer weltweiten Strategie. Insofern sind die jüngsten Spannungen zwischen links und rechts nur Ausläufer eines Kampfes, der uns noch bevorsteht: nämlich der gegen die eigene, völlig unchristliche Marginalisierung und Entmachtung der Mehrheit der Bevölkerung.

robert renk | Fr, 30. März 2018 - 19:13

Ich bin für eine Demo in Berlin, alle demokratischen Kräfte vereint beim staatlich organisierten Aufmarsch, in der ersten Reihe Bedford-Strohm und Reinhard Marx, Hand in Hand mit Vertretern der Islam-Verbände. Ich bekomme Gänsehaut ! Gegen Gewalt und Populismus für eine bunte und offene Gesellschaft und für den Weltfrieden. Was für eine Botschaft ! Man male sich den positiven Schub auf unser gelingendes Miteinander aus, gerade auch für junge Flüchtlinge die noch etwas unsicher sind im Umgang mit der deutschen Kultur. Auf nach Berlin !!!

Felix Löcherer | Fr, 30. März 2018 - 19:29

Wahre Worte, Herr Kissler. Es ist zur Zeit keine leichte Sache, zwischen gebotenem Realismus, dem Willen zu positiver Veränderung und moralpolitischen Abwegen zu unterscheiden.