- Prämierung entsprechend dem Weltproporz – und der Weltstimmung
Die Schriftstellerin Han Kang erhält den Literaturnobelpreis „für ihre intensive poetische Prosa, die sich historischen Traumata stellt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens offenlegt“. Die 53-Jährige ist die erste Preisträgerin aus Südkorea.
Auch wenn das Komitee des Literaturnobelpreises immer gern für Überraschungen gut ist, war die diesjährige Entscheidung in einer Hinsicht fast schon erwartbar: Nach Jon Fosse, Annie Ernaux, Abdulrazak Gurnah und Louise Glück, die allesamt aus dem Westen bzw. Süden stammen, musste es absehbar einmal wieder eine Prämierung für einen Autor aus dem Osten geben. Und so geht die diesjährige Auszeichnung an die Südkoreanerin Han Kang. Sieht man von dem Regionalproporz einmal ab, so erweist sich die Wahl auch inhaltlich als passend, reagiert sie doch auf eine Weltstimmung, die von Finsternis, Trauer und tiefer Verunsicherung geprägt ist.
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von einer sehr breit aufgestellten Leserin, es wird Zeit, dass sie den Literaturnobelpreis bekommt.
Wenn es denn auch dem Proporz dient, bitte...
Eine japanische Anti-Atomwaffenorganisation erhält den Friedensnobelpreis.
Es ist auch möglich, dass hier in Europa einfach nicht mehr "die Musik spielt".
Beide Male meine herzlichen Glückwünsche.
