Fernsehteams und Journalisten warten auf den Beginn eines Pressetermins des Hamburger Senats / dpa

jb-Vorsitzende im Streitgespräch - Sind Studierende noch Studierende, wenn sie in der Kneipe sitzen, Frau Sittler?

Das Gendern erhitzt die Gemüter, der Satz „Transfrauen sind Frauen“ ebenso. Aber auch über die Rolle der Medien in der Corona-Pandemie lässt sich trefflich streiten. Kontrovers, aber heiter geht das mit Friederike Sittler, Abteilungsleiterin bei Deutschlandfunk Kultur und Vorsitzende des Journalistinnenbundes.

Autoreninfo

Ben Krischke ist Leiter Debatte bei Cicero Online und lebt in München. 

So erreichen Sie Ben Krischke:

„Feministisch, vielfältig, engagiert“, so lautet das Motto des Journalistinnenbundes (jb). Der Verein versteht sich als Netzwerk für Frauen im Journalismus und tritt für ihre Interessen ein. Friederike Sittler ist 1. Vorsitzende des jb, hauptberuflich Abteilungsleiterin bei Deutschlandfunk Kultur und dort zuständig für über 20 lineare und digitale Formate, von Literatur über Politik bis hin zu Philosophie, Gesellschaft, Wissenschaft und Kinder. 

Frau Sittler, der Journalistinnenbund versteht sich als Netzwerk für Frauen in den Medien. Woran erkennen Sie denn, dass jemand eine Frau ist? 

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Achim de Jong | Di., 3. Januar 2023 - 09:39

Ein Journalistinnenverband ist a priori eine sexistische Vereinigung. Journalistinnen sind keine unterdrückte Minderheit.
Das Interview ist in sofern interessant, als es den Geist offenbart, der in diesen Kreisen weht. Jeder Satz der Interviewten ist sowohl Bekenntnis als auch Regierungserklärung. Political Correctness at its finest.
Wahrscheinlich hat die Dame am Morgen noch mit Lotusmilch geduscht, damit auch alles abperlt.
Mich stört nur, dass ich per Zwangsgebühren solche Typinnen finanzieren muss.
Die Dame hätte auch in einem totalitären System Karriere gemacht.

Maria Arenz | Di., 3. Januar 2023 - 09:42

wirklich soviel Platz für ihre nun wirklich sattsam bekannten Platitüden verdient? In der Sache nur ein Kommentar: "Gleichberechtigt" sind Frauen doch schon lange. Eigentlich könnte sich Ben Krischke also schon jetzt um dem Hedwig -Dohm- Preis bewerben. Aber mit diesem Argument hat Sittler die Katze aus dem Sack gelassen: es geht ihrer Blase ja schon lange nicht mehr um "Gleichberechtigung" sondern um "Gleichstellung ". Und die hat inzwischen nicht nur in der Politik schon so viele weibliche Flachpfeifen in sie völlig überfordernde Positionen gebracht, daß es höchste Zeit ist, auch das sattsam bekannte "Peter- Prinzip" zu gendern.

Walter Bühler | Di., 3. Januar 2023 - 16:02

Antwort auf von Maria Arenz

... in diesem Interview ist er etwas zu friedfertig. Ich kann keinen Unterschied zwischen Herrn (?) Lehmann und Frau Sittler erkennen. Beide sind durch ihre sexuell orientierten Netzwerke in Positionen gehievt worden, wo sie den Staat maximal ausplündern können. Das nutzen beide auch konaus und setzen ihre von uns Steuerzahlern allzu hoch bezahlte Arbeitskraft ganz, konsequent und ausschließlich für die Interessen ihres Netzwerkes einsetzen können. Ich kann vor der Moral solcher Menschen keine Achtung empfinden, auch wenn sie mal Theologie studiert haben sollten.

Jürgen Rachow | Di., 3. Januar 2023 - 10:47

Zitat Sittler: "Wogegen ich mich zur Wehr setze, ist, Sprache lustlos zu verwenden."

Genau. Und weil Gendern - ob gelesen oder gehört - eine Zumutung für jeden ist, der ein Sprachgefühl entwickelt hat und der die deutsche Sprache liebt, lese ich keine gegenderten Texte und schalte jede Sendung ab, so wie das erste Gendern zu hören ist. Besonders häufig ist das beim Deutschlandfunk der Fall.

Brigitte Miller | Di., 3. Januar 2023 - 11:03

von Ihrer Seite, Herr Krischke. Die Antworten empfinde ich zeitweise als als "Herumgeeiere" und diese Aussage "Da war die ganze Zeit der Versuch, bestmöglichen Journalismus zu machen" als schlechten Witz. Hier im "Cicero" und bei einigen anderen wohl, aber dies so generell zu sagen, ist nicht redlich.

Romuald Veselic | Di., 3. Januar 2023 - 11:05

Friederike Sittler nicht. Die Dame ist für mich keine Fortschrittsträgerin, sondern auf ostentative Distanz bedacht, indem sie versucht, D-Frauen als bessere Menschen im Raum zu installieren.

Ich werde meine "Sprachkompetenzen" nie mit Gender kombinieren. Egal wie viele aktuelle "Trans-Leute" vor mir stehen würden. Sie verstören mich, was mit der Psyche zu tun hat.

Für mich sind ungarische, polnische, ukrainische o tschechische Journalistinnen objektiv & wesentlich weiter, als Friederike S, die für das deutsche, notorisch-nörgelnde Pillepalle, wenig Zeit u Verständnis besitzen. Was mit nichtdeutscher Mentalität zu tun hat.

D-Woke-People, sind im EU/Europäischen Durchschnitt eine mickrige Nanominderheit. Und das freut mich.

Es lebe die Gegenmeinung... 😈🎈🤘

M. Bernstein | Di., 3. Januar 2023 - 11:52

Ich finde es gut, dass Sie sich dieser Themen annehmen. Prinzipiell müsste es kein Problem mit Trans-Personen geben, wenn man die Dinge etwas differenzierter sehen würde. Sport ist ein anderes Thema als Journalismus und ich sehe hier auch wenig Probleme Trans-Frauen als Frauen anzuerkennen. Problematisch ist, dass es einfach nur einer Proklamation gibt, um Frau oder Mann zu sein. Hier sehe ich auch ein Missbrauchspotential. Wenn ein biologischer Mann, der sich zur Frau erklärt im Spa-Bereich der Frauen ist, dann ist das für mich schon ein Problem, offensichtlich(!) ist das keine Frau und es gibt gute Gründe hier anders vorzugehen. Andererseits kann der Wunsch als Frau zu leben so ausgeprägt sein, dass es gar keinen Grund gibt hier keine Frau zu sehen. Bei einem Berufsverband würde ich es anders sehen, hier geht es um die Lebensweise und damit die Lebensrealität und nichts anderes.

M. Bernstein | Di., 3. Januar 2023 - 11:55

Die Sache mit dem Preis ist komplizierter. Würde ein Preis nur Männer ausgeschrieben, dann gäbe es einen Aufschrei. Es besteht aber auch die Gefahr, dass ein Preis nur für Frauen als zweitrangig und weniger wertvoll angesehen wird.
Hinsichtlich der allgemeinen Berichterstattung bin ich sehr pessimistisch, weil die Journalisten nach wie vor nicht verstehen wollen, was gerade bei Corona schief gelaufen ist und es immer nur Abwehrreaktionen auf berechtigte Kritik gibt. Das lässt nichts Gutes vermuten.

Simon Max Jost | Di., 3. Januar 2023 - 12:12

Leider habe habe ich mich bis zum Ende durch dieses nebulöse Frühstücksdirektorinnengeschwafel gequält und fühle jetzt eine unerträgliche innere Leere in mir. Normalerweise irritieren mich die Ausführungen dieser Apparatschiks immer aufs Äußerste, aber jetzt befinde ich mich in tiefen bleiernen depressiven Phase.

Ernst-Günther Konrad | Di., 3. Januar 2023 - 12:14

Sie haben Ihr Bestes gegeben Herr Krischke. Die Dame wollte einfach nicht wirklich klar Stellung beziehen. Getreu dem Motto: "Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht."
Das war aber schon eine "böse" Fangfrage von Ihnen nach zwei konservativen Journalisten zu fragen. Wenn es die gäbe und die auch senden würden, hätte sie die sofort benannt. Aber so. Vielleicht gibt es beim DLF aber "konservative" Frauen, die heimlich und für sich ganz allein, unentdeckt in ihren Büros journalistisch unterfordert stumm gegen den links-grünen Wahnsinn anschreiben und Frau Sittler kennt sie nur nicht?
Die Frau war aalglatt in ihren Antworten und passt genau da hin, wo sie ist.

Markus Michaelis | Di., 3. Januar 2023 - 12:35

Politik besteht zuerst mal daraus, dass man mit Mitstreitern für die eigenen Interessen eintritt und dabei mit anderen verhandlungsbereit ist.

Insofern ist es vollkommen in Ordnung, wenn Frau Sittler mit vielen anderen ihre Interessen, ihre Werte und Sichtweisen vertritt. Selbstverständlich wird das auch durch viele Argumente untermauert, die über die Eigensicht hinaus eine gewisse Objektivität haben.

Mein Punkt ist nur: das gilt für viele andere Gruppen und Sichtweisen auch. Ich nehme vieles, was Frau Sittler vertritt, als in der Gesellschaft zu dominant wahr. Man wertet andere Sichtweisen und Interessen ab, verlangt von anderen Unterwerfungsgesten (wie Sprachregelungen). Natürlich kann man dabei den "Befreiungsanteil" für die einen Gruppen sehen - das geht aber einher mit einem "Marginalisierungsanteil" für andere Gruppen.

Das Nachdenken darüber sollte auch nicht aus den Augen verloren werden.

BHZentner | Di., 3. Januar 2023 - 13:22

...jedoch Ihrer Kollegin ist inhaltlich wenig Substantielles zu entlocken; die ist schwer zu packen. Immerhin eine der geschickteren Repräsentant*innen*außen der politmedialen Nomenklatura. Gegen die tägliche Erfahrung des z.B. DLF-Hörers mit Gendersprech, LGBTQxy-Manipulation, undifferenzierter (Hetz-) Berichterstattung zu Corona und Ukrainekrieg, Verschweige- und Relativierungstaktik bei muslim. Gewalttaten usw. bleibt Sittler bei den üblichen, verdrehenden Sprachregelungen und Framings. Auf kritische Fragen und kleine ,,Provokationen" geht die garnicht ein; gibt stattdessen ,,Narrative" von gutem Journalismus oder guter Sprache-z.B. ,,Genitiv/Dativ Unschärfe" ;-)), die im ÖRR seit Jahren (als ,,Einfache Sprache") befördert wird-zum Besten. Recht leicht zu durchschauen...und irgendwie Hohn.

Gisela Hachenberg | Di., 3. Januar 2023 - 14:34

Dieser Text, werter Herr Krischke, hat mich bei fast jeder Zeile zum Schmunzeln gebracht! Sie haben super nachgefragt, nachgehakt, sehr gute Fragen gestellt, aber bei dieser Frau ist wirklich fast alles abgeperlt. Diese Art Frau gibt erst dann auf, wenn sie das Gefühlt hat, ihr Ziel erreicht zu haben, nämlich die absolute Gleichstellung der Frau. Das wird aber nie der Fall sein, glaube ich zumindest. Frauen haben schon so viel erreicht in den letzten Jahren. Als begeisterte Leserin der Wirtschaftsseiten der Presse stelle immer wieder erstaunt fest, wie viele tolle Frauen Top Positionen in großen Firmen erreicht haben und auch super performen. Ich bin auch dafür, dass Frauen für gewisse Ziele kämpfen. Aber bitte mit Mass und nicht mit Verbissenheit!
Herr Krischke, wir mögen und schätzen Sie, auch ohne Hedwig-Dohm Urkunde, was immer das auch ist!? Kennt (wohl) kein Mensch.
Kleiner Nachsatz: auch ich lese keine Texte, in denen gegendert wird. Und den DLF tue ich mir auch nicht an!!

Ingo Frank | Di., 3. Januar 2023 - 16:18

An dieses Zitat aus der Feuerzangenbowle von Spörl mußte ich beim lesen zwangsläufig denken. Was sind wir für eine dekadente Gesellschaft!
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik